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Lexikon

Sumer

Johannes Renz

(erstellt: März 2009)

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1. Begriff, Grundlagen

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Landkarte: Sumer.

Mit dem Stichwort „Sumer und Akkad“ wird die älteste Phase der geschichtlichen Zeit Mesopotamiens und des Vorderen Orients überhaupt erfasst. Die Erfindung der Schrift zu Beginn dieser Zeit im ausgehenden 4. Jt. v. Chr. sowie die damit parallellaufende Blütezeit von Architektur, Plastik und Glyptik markiert den – freilich fließenden – Übergang von der vorgeschichtlichen zur (früh)geschichtlichen Zeit, deren schriftliche Quellen neben Langzeitphänomenen nun, wenn zunächst auch nur schlaglichtartig, Elemente der Ereignisgeschichte erfassen lassen.

© Johannes Renz

Abb. 2 Landkarte: Sumerische Orte.

Der Raum umfasst das südliche Mesopotamien, etwa von der Höhe Bagdad / Diyāla-Region bis zur Mündung von Euphrat und Tigris in den Persischen Golf – wobei zu berücksichtigen ist, dass in der frühen Antike die Meeresküste deutlich weiter nördlich verlief und Euphrat und Tigris noch getrennt mündeten.

Die Sumerer stellen dabei die erste historisch greifbare Bevölkerung in (Süd-)Mesopotamien dar. Ihre agglutinierende Sprache ist weder semitisch noch indoeuropäisch (→ 4.1). Sumer, akkadisch Šumerum, ist die seit altakkadischer Zeit nachweisbare semitische Bezeichnung für Südbabylonien, die Sumerer selbst nannten Land und Sprache ki-en-gi(r) – ein Begriff, der wenigstens seit der Fāra-Zeit (Frühdynastisch IIIa) nachweisbar, inhaltlich aber noch nicht geklärt ist (bekannt sind die Elemente ki „Ort“ und gi[7] „edel / einheimisch / zivilisiert“ etc.). Akkade – zunächst Stadtname – steht dann für die Region Nordbabylonien, davon ausgehend für das erste semitische Großreich in Mesopotamien unter Sargon I. (→ 2.3) und wird schließlich zur – auch in der Wissenschaft eingebürgerten – Bezeichnung der ostsemitischen Keilschriftsprache(n) Mesopotamiens (altakkadisch; assyrisch; babylonisch). Der Ortsname selbst wird syllabisch A-kà-dèki geschrieben, spätestens seit altbabylonischer Zeit begegnet das abgeleitete Adjektiv akkadû (ak-ka-du-ú) „akkadisch“; in sumerischen Texten erscheint das korrespondierende ki-uri. Den unterschiedlichen geographischen Schwerpunkten der beiden Begriffe entsprechend nannten sich die Herrscher, denen eine Vereinigung Babyloniens unter einem Dach gelang, demgemäß – wie etwa die ersten Herrscher der Ur III-Dynastie – „König von Sumer und Akkad“ (lugal ki-en-gi ki-uri).

Die absolute Chronologie der altbabylonischen und vorhergehenden Zeit ist noch ungesichert, während die relative Chronologie teilweise – wenigstens im Rahmen des für die Frühgeschichte Möglichen – auf besserem Fundament steht. Vor der Zeit der Herrscher der 1. Dynastie von Ur und der Stadtfürsten (ensi) von Lagasch (Frühdynastisch IIIb) gibt es generell keine verlässlichen (Herrscher-)Daten.

Als Quellen für die Geschichtsschreibung und Datierung kommen für die voraltbabylonische Zeit unter anderem Herrscherinschriften mit Geschichtsrückblicken, sumerische Königslisten – die zwar die Reihenfolge der Herrscher aufzählen, aber parallel laufende Dynastien verschiedener Städte hintereinander anordnen –, seit der Ur III-Zeit eine konsequente Jahresdatierung nach herausragenden Ereignissen eines jeden Jahres sowie – freilich recht spärliche – Synchronismen mit anderen Regionen in Frage. Die absolute Datierung krankt immer daran, dass zwischen verschiedenen zumindest in sich relativ gesicherten Perioden weitere Zeiträume noch unbestimmter Länge liegen – insbesondere die Zeit der Gutäerherrschaft am Ende der Akkadzeit sowie die nachaltbabylonische Zeit bis zum Einsetzen der assyrischen Königs- und → Eponymenlisten ab dem ausgehenden 15. Jh. v. Chr. Die folgende Darstellung benutzt die gängige so genannte mittlere Chronologie.

Die Gliederung der vorsargonischen, frühsumerischen Zeit erfolgt hauptsächlich nach archäologischen Kriterien, etwa der Schichtenfolge dafür geeigneter Orte (u.a. Uruk, Tell Asmār, Chafāǧi), sowie nach der Entwicklung von Keramik, Kleinfunden und besonders der Gestaltung von (Roll-)Siegeln. Danach kann die Akkad- und Ur III-Zeit nach politischen Ereignissen – Dynastien, Großreichen, Herrschern – gegliedert werden.

2. Geschichte

2.1. Die Frühgeschichtliche Zeit (ca. 3400-2900 v. Chr.)

Tabelle 1: Zeittafel zu den Epochen der Geschichte Sumers.

Tabelle 1: Zeittafel zu den Epochen der Geschichte Sumers.

Im ausgehenden 4. Jt. v. Chr. bildeten sich in Südmesopotamien, bedingt durch Klimaveränderungen und den damit einhergehenden Verlandungsprozess im Mündungsgebiet von Euphrat und Tigris, die frühen Hochkulturen heraus. Diese Entwicklung ging einher mit einer rapiden Zunahme von Siedlungen und Stadtstaaten.

Spät Uruk-Zeit (ca. 3400-3100 v. Chr.). Bereits die erste Phase der Frühgeschichtlichen Zeit am Übergang vom späten Chalkolithikum zur Frühbronzezeit, die nach der Stadt Uruk benannte Späturukzeit (Uruk / Eanna VI–IV), war gekennzeichnet durch ihre groß angelegte Bautätigkeit: Besonders die teilweise auf Hochterassen (Zikurrat) angelegten, kathedralenähnlichen Tempel mit Pfeilerhallen und T-förmigem Mittelraum fallen auf, aus Uruk die Anu-Zikkurat und – zunächst noch zu ebener Erde – die Tempel der Inanna-Tempelanlage Eanna. In diese entscheidende Zeit fällt auch die Erfindung des für Mesopotamien typischen Rollsiegels mit der Möglichkeit einer breiten Bildkomposition, die naturnahe Darstellung (von Tieren und Menschen; oft im Motiv der heiligen Herde und Hürde oder in Jagdszenen) und abstrakte, heraldische Kompositionen gleichermaßen umfasste, sowie kurze Zeit später (Uruk IVa) die Erfindung der Schrift (→ 4.1). Die archaischen Texte dieser Zeit – meist Wirtschaftsurkunden und Listen aus Uruk – lassen in piktographischer Schrift geschrieben noch kaum Hinweise auf die Sprache der Autoren zu – vielleicht sind es aber doch schon Sumerer, die hinter diesen Texten standen. Deren Herkunft ist unklar; einzelne Ortsnamen – etwa Babylon – könnten auf eine nichtsumerische Vorbevölkerung schließen lassen, so dass die Sumerer letztlich Einwanderer wären; die kulturelle Kontinuität zu den vorangegangenen Geschichtsperioden ließen aber auch an eine autochthone Entstehung der Sumerer denken.

Ǧemdet Naṣr-Zeit (ca. 3100-2900 v. Chr.). Der Späturukzeit schließt sich die nach dem Fundort Ǧemdet Naṣr in Nordbabylonien benannte Ǧemdet Naṣr-Zeit (auch Uruk III) an. Sie ist geprägt durch die Fortsetzung der archaischen Texte aus Uruk. Im Tempelbau begegnen weitere, im Grundriss etwas einfacher gestaltete Zikkuratbauten (Uruk: Weißer Tempel der Anu-Zikkurat und nunmehr auch Eanna; Augentempel in Tell Brāk). Für die Flachbildkunst ist die so genannte Kultvase aus Uruk mit der Darstellung von Pflanzenreihen, Tierreihen / Herden, kultischen Szenen usw. bekannt. Die Rollsiegel kennen weiterhin die aus der Späturukzeit bekannten Tierdarstellungen etc.; daneben begegnet als Neuentwicklung aus dem Diyāla-Gebiet die entgegengesetzte Tendenz zu außerordentlicher Geometrisierung der Motive.

2.2. Die Frühdynastische Zeit (ca. 2900-2340 v. Chr.)

Auf die genannte Ǧemdet Naṣr-Zeit folgte ab ca. 2900 v. Chr. die frühdynastische Zeit, die besonders nach den Grundrissen der Tempel in Chafāǧi, Tell Asmār und Tell Aǧrab aus der Diyāla-Region in insgesamt vier Untereinheiten unterteilt wird (Frühdynastisch I-IIIa/b). Diese neuen Tempelanlagen dieser Zeit in Nordbabylonien – als Knickachstempel ausgeführt – waren nicht mehr auf Hochterrassen, sondern zu ebener Erde angelegt, gegen Ende dieser Zeit sogar mit Wohnanlagen zusammengebaut (Frühdynastisch III). Im Süden werden vorhandene Zikkuratanlagen weiterbenutzt oder neue gebaut – wie in Uruk / Eanna oder die Zikkurat von Tell el-‘Obēd. Typisch für die politischen Neuerungen ist das Auftreten von als Palastanlagen identifizierbaren Gebäudekomplexen (Eridu) sowie das erstmalige Erscheinen von Stadtmauern.

Tabelle 2: Die sumerischen Dynastien.

Tabelle 2: Die sumerischen Dynastien.

Frühdynastisch I und II (ca. 2900-2600 v. Chr.). Die erste Hälfte dieser Zeit – kunstgeschichtlich auch als Erste Zwischenzeit und Mesilim-Periode bezeichnet – ist kunstgeschichtlich durch einen ausgeprägten Hang zur Entkörperlichung, Abstrahierung der dargestellten Figuren gekennzeichnet – bei Rollsiegeln durch das so genannte Figurenband, das Tiere und Menschen ineinander verwoben im unendlichen Band erscheinen lässt, bei der Rundplastik durch lang gestreckte Körper mit filigranen Gliedmaßen. Dieser Tendenz zur Transzendierung der Darstellung entspricht das Auftreten der für diese Zeit typischen Beterstatuetten – die geradezu ihrer Umwelt entrückt erscheinen. An Texten stehen besonders die Frühdynastisch-II-zeitlichen archaischen Texte aus Ur zur Verfügung. Politisch kennt die Zeit nur einzelne legendäre Herrschernamen wie Lugalbanda, Dumuzi, Mebaragesi und Gilgamesch (→ Gilgamesch).

Frühdynastisch IIIa (ca. 2600-2520 v. Chr.). Die Folgezeit – nach der Masse der Funde auch Fāra-Zeit, kunstgeschichtlich Anzu-Sud-Zeit (klassisch: Imdugud-Sukurru-Zeit) oder Zweite Übergangszeit genannt – ist durch die umfangreichen Textfunde aus Fāra und Tell Abū Ṣalābīch, sowie weiterer Orte wie Nippur, Kisch und Orten der Diyāla-Region, gekennzeichnet – parallel dazu begegnen vergleichbare Texte in Syrien aus Mari und Ebla. Wiederum geht es überwiegend um Wirtschafts- und Rechtsurkunden sowie lexikalische Listen, nun aber treten auch literarische Texte auf, Sprichwörter, Hymnen, epische Texte. Die Schrift kann jetzt auch syllabisch über die Wortzeichen hinaus grammatische Bestandteile der Sprache wiedergeben.

In dieser Zeit tauchen besonders in Tell Abū Ṣalābīch verstärkt semitische Personennamen auf, aber auch semitische Elemente in Wirtschaftstexten sowie ein akkadischer literarischer Text. Erste semitische Namen gehen auf die Frühdynastisch-II-Zeit zurück, mit einer Einwanderung semitischer Bevölkerungsgruppen, die letztlich zum Großreich von Akkade führten, ist somit deutlich früher zu rechnen – nach heutigem Kenntnisstand erscheint es allerdings problematisch, kulturelle Veränderungen der Region jeweils mit der Ankunft neuer Bevölkerungselemente in Verbindung zu bringen. In der Glyptik erhalten langsam Tier- und Menschendarstellungen ihre Körperlichkeit gegenüber der Mesilimzeit zurück.

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 3 Eine altsumerische historische Stele, die „Geierstele Eanatums von Lagasch“ (Ausschnitt; Frühdynastisch IIIb / Ur I). Der Gott Ningirsu führt Gefangene im Netz fort.

Frühdynastisch-IIIb (ca. 2520-2340 v. Chr.). Mit der Frühdynastisch-IIIb-Zeit – politisch und kunstgeschichtlich als Ur I-Zeit bezeichnet – beginnt die historische Zeit Mesopotamiens: Eine lückenlose Herrscherfolge der Dynastie von Lagasch ab etwa 2520 v. Chr. ergibt ein chronologisches Gerüst; parallel dazu – vielleicht etwas früher beginnend (Frühdynastisch IIIa) – sind Herrscher der so genannten 1. Dynastie von Ur – etwa auf Siegeln des Königsfriedhofs von Ur – neben anderen Herrschern belegt. Die Könige und Stadtfürsten (ensi) hinterließen nun auch Königsinschriften mit historischen Rückblicken und Tatenberichten – ausführlich etwa die „Geierstele“ Eanatums von Lagasch. Es ist die Zeit der rivalisierenden Stadtstaaten (besonders Ur, Uruk, Kisch, Umma, Girsu / Lagasch), wie dies aus den Königsinschriften und ihren Berichten über Auseinandersetzungen hervorgeht. Gleichzeitig bestand immer ein loser Zusammenhalt dieser Staaten innerhalb der Region. Wieder beleuchten die jetzt besser verständlichen Wirtschafts- und Rechtsurkunden die Wirtschafts- und Sozialstruktur.

Aus: Wikimedia Commons; © Udimu, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-2.5 generisch; Zugriff 19.4.2009

Abb. 4 Standarte aus einem Königsgrab von Ur (Nr. 779; Frühdynastisch III). Die Kriegsseite zeigt in drei Friesen Menschen im Krieg (Streitwagen). Die Friedensseite zeigt eine Festszene.

Die bereits genannten Königsgräber von Ur bezeugen die königliche Bestattung samt der Bestattung des zugehörigen Hofstaats – und damit auch die Stellung des Königs. Die Sprache ist nunmehr klassisches Altsumerisch, geschrieben mit Wortzeichen und einigermaßen normierter Schreibung der Präfix- und Suffixketten, so dass auch „Deklination“ und „Konjugation“ sowie Satzbau erkennbar, mithin die Texte übersetzbar sind.

Die Entwicklung in der Flachbildkunst hin zum Diesseitigen, Lebensnahen geht weiter, die Muskulatur von Tier und Mensch wird herausgearbeitet, die Figuren werden massiger. Die Götterdarstellungen werden menschlicher, Götter teilweise nur durch die Hörnerkrone als solche erkennbar (→ 5). Neben Rollsiegeln spielen Weihplatten eine Rolle, ergänzt durch die neu entstandene Gattung der historischen Stele – wie die bereits genannte „Geierstele“ Eanatums von Lagasch, die u.a. Episoden aus Kriegszügen darstellt.

Besonders wirtschaftliche Gründe (Bewässerung u.a.) führten im Ausgang dieser Periode zu vereinzelten Versuchen von politischen Zusammenschlüssen; Lugalzagesi von Umma war schließlich für eine kurze Zeit die Eroberung und Einigung der sumerischen Städte und damit die Bildung des ersten Territorialstaates gelungen.

2.3. Die Akkad Zeit (ca. 2340-2159 v. Chr.)

Dieser Staat fiel jedoch bald danach ca. 2340 v. Chr. Sargon I. von Akkad zum Opfer, der nunmehr von seiner bis heute nicht identifizierten Hauptstadt Akkad in Nord(ost)babylonien aus das erste Großreich der Geschichte gründete. Er konnte damit zum ersten Mal Nord- und Südbabylonien einigen und seinen Einfluss weit über das mesopotamische Gebiet hinaus bis Elam im Osten, die nordsyrische Mittelmeerküste im Westen und Kleinasien und das spätere Assyrien im Norden ausdehnen. Damit erscheint das erste semitische Königtum in Mesopotamien, nachdem bereits deutlich früher semitische Gruppen besonders Nordbabylonien besiedelt hatten und weitere – vielleicht auch zur Zeit Sargons – folgten.

Mit Sargon beginnt eine ganze Dynastie von Herrschern, die etwa 150 Jahre lang Babylonien einigen konnten. Um den Dynastiegründer Sargon rankten sich früh Legenden, die bis in assyrisch-babylonische Zeit tradiert wurden und von denen die Geburtslegende Sargons letztlich für die Geburtsgeschichte → Moses (Ex 2,1-10) Pate stand (TUAT.E 56f; → Säugling [mit dem Text der Geburtslegende]). Über diese späteren Berichte und Legenden hinaus stehen zeitgenössische Königsinschriften zur Verfügung, neben den üblichen Wirtschaftstexten sowie einigen Briefen etc. Die Sprache der Königsinschriften ist semitisch-altakkadisch und nach wie vor auch sumerisch; auch → Bilinguen existieren.

In unterschiedlichem Ausmaß gelangen auch den folgenden Königen der Dynastie Feldzüge und Eroberungen – zum Ausdruck gebracht unter anderem im Königstitel „Herr der vier Weltgegenden“ (šar kibrātim arba’im), den zuerst Narāmsîn, der Bedeutendste unter ihnen, benutzte.

Aus: H. Greßmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament, Berlin / Leipzig 2. Aufl. 1927, Abb. Nr. 320

Abb. 5 Rollsiegel der Akkad-Zeit; Aufstieg des Sonnengottes Utu zwischen den Bergen.

Die sehr lebendig dargestellten Figuren der Rollsiegel schließen nun in hohem Ausmaß Motive der Mythologie – Götterkämpfe u.a. – mit ein. Charakteristisch sind die zahlreichen (Herrscher-)Statuen der Zeit.

Aus: H. Gressmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament, Berlin / Leipzig 2. Aufl. 1927, Abb. Nr. 41

Abb. 6 Eine akkadische historische Stele, die Siegesstele Narāmsîns. Der als Gott dargestellte König triumphiert über seine Gegner.

Flachbildstelen wie die Siegesstatue Narāmsîns beschreiben die militärische Unterwerfung von Feinden – nunmehr deutlich dynamischer als in sumerischer Zeit dargestellt. Da die Hauptstadt Akkad nicht bekannt ist, geben nur der Palast Narāmsîns in Tell Brāk und Ähnliches einen Einblick in die Palastanlagen der Zeit, die dem Herrschaftsanspruch des – im Falle Narāmsîns sogar vergöttlichten – Königs entsprachen.

2.4. Ur III (ca. 2111-2003 v. Chr.)

Nach der kurzen Episode einer Fremdherrschaft durch die aus dem Osten eindringenden Gutäer, die das nördliche Akkad stärker betraf als den Süden, gelang Utuchengal von Uruk deren Vertreibung; damit bereitete er dem letzten sumerischen Reich, dem der Dritten Dynastie von Ur (Ur III; 2111-2003) unter seinem Gründer Urnammu den Boden. Die Ausdehnung des Reiches reichte zeitweise bis Nordmesopotamien, im Osten bis Elam. Innenpolitisch war ein Ausgleich und friedliches Nebeneinander von Sumerern und semitischen Einwohnern erreicht; Beamte und sogar die beiden letzten Könige der Dynastie, Schūsîn und Ibbisîn, trugen akkadische Namen.

Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 19.4.2009

Abb. 7 Sitzbild Gudeas von Lagasch (aus Tellō).

Unmittelbar vorher und teilweise überschneidend erreichte Gudea von Lagasch eine kulturelle Blüte seines Stadtstaates – mit einem umfangreichen Corpus an Königsinschriften, Wirtschaftstexten usw., Herrscherstatue(te)n.

Aus: Wikimedia Commons; © Hardnfast, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-3.0; Zugriff 19.4.2009

Abb. 8 Zikkurat des Mondgottes Nanna in Ur (Nordostseite; Ur III).

Stilistisch ist die Zeit auffällig religiös geprägt, auch durch eine Rückbesinnung auf die vorsargonische, teilweise aber auch sargonische Zeit. Im vermehrten Tempelbau (Ur; Uruk; Eridu u.a.) herrscht nun einerseits die bewusst angelegte Zikkurat vor (Nanna-Tempel in Ur; Inanna-Tempel in Uruk), andererseits die Tempel zu ebener Erde mit Breitraumcella (Enki-Tempel in Ur; Ningal-Tempel im Gipar in Ur), bei denen Tor, Vorhof, Vorcella und Breitraum-Hauptcella in einer Linie liegen. Auch dem nunmehr konsequent zu Lebzeiten vergöttlichten König können Tempel errichtet werden (in Eschnunna für Schūsîn), wie auch monumentale unterirdische Grabanlagen mit Wohnhäusern etc. im Königsfriedhof von Ur.

Aus: H. Gressmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament, Berlin / Leipzig 2. Aufl. 1927, Abb. Nr. 323

Abb. 9 Rollsiegel der Ur III-Zeit (Urnammu). Einführungsszene zum thronenden Mondgott Nanna.

Zu alledem passt die Thematik der Rollsiegel und Flachbildkunst, die sich auf religiöse Motive konzentrieren, die so genannte Einführungsszene – die persönliche Gottheit führt den Beter dem thronenden Gott zu –, im Falle der Reliefs auch Opferszenen, Musikanten usw. Der König tritt wohl auch als Bezwinger feindlicher Mächte, besonders und ausdrücklich aber als Bauherr – nicht zuletzt kultischer Einrichtungen – auf.

Aus: H. Gressmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament, Berlin / Leipzig 2. Aufl. 1927, Abb. Nr. 47

Abb. 10 Stele Gudeas von Lagasch; Einführungsszene: Gudea wird von seinem Schutzgott und einer weiteren Gottheit dem thronenden Gott zugeführt. Die Götter sind durch die Hörnerkrone als solche kenntlich gemacht (vor Ur III).

In Erinnerung geblieben ist die 3. Dynastie von Ur besonders durch die ungeheure Zahl (publiziert ca. 40.000; überwiegend aus Puzrisch Dagān / Drēhem; Umma; Girsu; Ur) an erhaltenen sumerischen Wirtschaftsurkunden, die einen teilweise sehr detaillierten Einblick in Arbeitsorganisation, Wirtschaftsstruktur, (Fern-)Handel, Bewässerungssysteme, Landwirtschaft und Handwerk ermöglichen. Auf Urnammu geht der älteste bekannte Rechtskodex zurück.

Nachdem sich die Könige von Ur III neben anderem durch eine Mauer gegen Einfälle der mar-tu genannten Amurriter zu erwehren suchten, fiel das Reich von Ur III schließlich 2003 einem Einfall Elams zum Opfer.

3. Gesellschaft

3.1. Politisch

Die Basis der sumerischen Stadtstaaten bildeten zunächst die Tempel. Daneben stand der Stadtfürst (ensi). Später entwickelte sich der ursprünglich gleichrangige Titel König (lugal) zum Titel des über den Stadtfürsten stehenden Herrschers größerer Gebiete, mit wechselnden Hauptstädten. Ab altakkadischer Zeit schwand die Bedeutung der lokalen Stadtfürsten zu Gunsten der Hauptstädte Akkad und Ur. Die Notwendigkeit, die künstliche Bewässerung des Landes zu organisieren, hatte – etwa im Gegensatz zu Syrien-Palästina – früh zur Ausbildung größerer politischer Einheiten geführt.

3.2. Wirtschaftlich

Charakteristisch für die alt- wie neusumerische Zeit bis in die altbabylonische Periode hinein ist die Tatsache, dass grundsätzlich alles Land als Eigentum des Gottes zu gelten hat – und damit Eigentum des Tempels ist, im Auftrag der Gottheit verwaltet vom König.

Daraus resultiert ein zentral durch Tempel und König gesteuertes Staatswirtschaftssystem mit ausgeprägter Arbeitsteilung und Verwaltung, allgemein meist als Palast- und Tempelwirtschaft bezeichnet, speziell als oikos-Wirtschaft, in der das gesamte Wirtschaftssystem als Haushalt (griech. oikos) und Eigentum des Herrschers gilt. Der Zentrale sind zahlreiche Untersysteme untergeordnet, die den verschiedenen Produktionszweigen entsprechen: Landwirtschaft, Viehhaltung, Gartenbau, Handel, Handwerk, Fischfang (auch Verwaltung usw.). Jedem Unter- und Subsystem steht eine Person vor. Die Mehrzahl der Menschen sind nach Stunden bezahlte Arbeiter in diesen staatlichen Betrieben. All diese Subsysteme erhalten ihre Aufträge und Produktionsvorgaben vom jeweils übergeordneten System, liefern ihre Produktionsergebnisse an dieses ab und erhalten im Gegenzug von diesem zu ihrer eigenen Subsistenz Geld oder Nahrungsmittel und Waren. Daneben gibt es schon in sumerischer Zeit das System, dass die untergeordneten Einheiten, Landarbeiter und höhere Angestellte, nicht durch Naturalien versorgt werden, sondern ein Versorgungsland zugeteilt bekommen, dessen Ertrag gerade zu ihrer Subsistenz ausreicht. So entstand als dritter Faktor neben Tempel und Palast auf mehrfache Weise Eigentum, das privat bestellt wurde.

Quellen für Wirtschaft und Handel sind neben archäologischen Zeugnissen vor allem Wirtschafts- und Rechtsurkunden sowie Briefe. Eine besonders umfangreiche Gattung stellen die so genannten Ur III-Urkunden dar, Wirtschaftstexte aus der 3. Dynastie von Ur. Diese betreffen einerseits Warenlieferungen und dergleichen, aber auch unter der Aufsicht von Vorarbeitern, gesiegelt und bestätigt von Schreibern, durchgeführte Arbeiten am Kanal- und Bewässerungssystem oder in den Gärtnereianlagen. Hinzu kommen auch für Ur III u.a. Briefe und Rechtsurkunden. Sie zeugen allesamt vom hohen Standard der Verwaltung in dieser Zeit.

Die Landwirtschaft ist im weitgehend regenlosen Südbabylonien ausschließlich von künstlicher Bewässerung abhängig, weshalb dem Bau und der Pflege des Kanalsystems oberste Priorität zukam. Nahrungsgrundlage war der Anbau von Getreide sowie Datteln und Feigen, daneben auch Sesam zur Ölgewinnung und Obst; zur über zentrale Viehhöfe abgewickelten Viehwirtschaft kam der Fischfang als Faktor hinzu.

Auch die zahlreichen bereits genannten Baumaßnahmen und Großbauten erforderten entsprechende Planung und Überwachung. Gebaut wird aus luftgetrockneten Lehmziegeln, selten aus Steinblöcken.

Der in staatlicher Hand befindliche Handel erfolgt als Fern- und Binnenhandel überwiegend zu Wasser, auf den großen Flüssen sowie den künstlich angelegten Kanälen, dann aber auch auf dem Landweg.

Das Handwerk umfasst überwiegend die Keramikproduktion, Kleidungs- und Möbelherstellung, dann aber auch die Herstellung von Werkzeug, Waffen, Schmuck, aber auch Baumaterialien usw.

Zu weiteren Einzelheiten von Staat, Wirtschaft, Gesellschaft und Recht → Babylonien.

4. Kultur

4.1. Schrift, Literatur, Sprache

Aus: L.W. King, CT 7, London 1899, Tf. 1f

Abb. 11 Altsumerischer Text: Ausschnitt aus der sog. Geierstele Eanatums von Lagasch (Frühdynastisch IIIb / Ur I) mit Umzeichnung.

1. Schrift. Zu den kulturell bedeutendsten Erfindungen zählt die Erfindung der → Schrift durch die Sumerer. Gegen Ende des 4. Jt.s v. Chr. in der Uruk IVa-Periode bildete sich aus vereinfachten bildlichen Darstellungen von Tieren, Gegenständen etc. – so genannten Tokens –, die quasi als Zählsteine fungierten, eine Bilderschrift heraus, die für alle Phänomene, die bezeichnet werden mussten, einfach ein stilisiertes Bild verwandte. Wie vorher die Zählsteine dienten jetzt die bildlichen Darstellungen von Waren etc. in Verbindung mit Ziffern einschließlich Summenangaben u.ä. zur Darstellung von Wirtschaftsvorgängen.

Durch weitere Abstraktion entstand dann eine aus Strichen bzw., durch das Schreibmaterial – weiche Tontafeln – bedingt, Keilen bestehende Schrift, die bis in nachbabylonische Zeit benutzte Keilschrift. Verfeinert wurde dieses System ab der Frühdynastisch-IIIa-(Fāra-)Zeit, dadurch, dass diesen so genannten Piktogrammen / Logogrammen nun Lautwerte zugeteilt wurden – im einfachsten Fall der Lautwert, der dem dargestellten Wort entsprach, – und somit eine Silbenschrift mit mehr als 900 Zeichen und einem Mehrfachen an Zeichenvarianten entstand. Vervollkommnet erscheint dieses System in altsumerischer Zeit (Frühdynastisch IIIb) – bestehend aus Logogrammen, syllabischen Zeichen und Determinativen (d.h. Zeichen, die die Gattungszugehörigkeit angeben). Die Keilschrift konnte seit der Frühdynastisch-IIIa-Zeit (Fāra, besonders Tell Abū Ṣalābīch) auch zur Darstellung semitischer Wörter und Namen benutzt werden und wird in der Folgezeit zur Standardschrift für die Schreibung aller akkadischen Dialekte und Sprachen.

2. Literatur. Geschrieben wurden zunächst Wirtschaftstexte, die Warenlieferungen etc. aufzeichnen. Eine Frühform der Wissenschaft stellte die sumerische Listenwissenschaft dar, bei der umfangreiche Listen aller Phänomene der Welt, aber auch Götterlisten u.a. angefertigt wurden.

Früh und ausgeprägt ab altsumerischer Zeit (Frühdynastisch IIIb) entstanden auch Königs- und Bauinschriften. Wirtschaftstexte werden dann auch durch Briefe und Rechtsurkunden etc. ergänzt. Die Pflege sumerischer mythologischer und epischer Texte, etwa der Vorläufer des → Gilgameschepos, erfolgte besonders in altbabylonischer Zeit nach dem Untergang der 3. Dynastie von Ur (→ Babylonien).

3. Sprache. Das Akkadische gehört als semitische Sprache zum ostsemitischen Sprachzweig – und damit wie die indoeuropäischen Sprachen zur flektierenden Sprachgruppe. Das völlig anders geartete Sumerische kennt als agglutinierende Sprache dagegen eine in jedem Fall unveränderliche Wortbasis, die durch Suffixe – im Fall des Sumerischen auch Präfixe – erweitert werden kann. Suffixe können etwa beim Nomen die verschiedenen Kasus und Numeri bezeichnen; das Verb kennt zudem umfangreiche Präfixketten, die Handlungsmodi, handelnde Person, Objekte, dimensionale Kasus u.ä. bezeichnen bzw. wiederaufnehmen. Als Ergativsprache kennt das Sumerische nicht die Unterscheidung von Subjekt und Objekt, sondern stellt dem durch Endung (-e) bezeichneten Subjekt im aktiven Satz einerseits das unbezeichnete Objekt des aktiven und das diesem entsprechende Subjekt des passiven Satzes auf der anderen Seite gegenüber.

4.2. Kunst

Neben verschiedenen Kleinfunden (Schmuck, Spiele, kleine Plastiken, Werkzeuge u.a.) und der für die Datierung der einzelnen Schichten eines Ausgrabungsortes wesentlichen (Gebrauchs-)Keramik spielen Architektur und Glyptik (Siegelkunst) eine herausragende Rolle, daneben Rundbild (Statuen usw.) sowie Flachbild (Reliefdarstellungen auf Stelen, Gefäßen u.ä.).

In Ergänzung zum unter 1. zu den einzelnen Perioden Gesagten sollen im Folgenden einige zusammenfassende Bemerkungen folgen.

Neben eng zusammen- und ineinander gebauten Wohnhäusern ist die Großarchitektur durch Tempel- und später auch Palastbau gekennzeichnet.

Tempel können zu ebener Erde gebaut sein, von Anfang der frühgeschichtlichen Zeit an begegnet aber auch die für Mesopotamien charakteristische Zikkurat, der Tempelturm – anfänglich wohl unbeabsichtigt entstanden durch ständiges Überbauen vorhandener Tempelanlagen, später mit Absicht hergestellt. Die Tempel sind durch verschiedene, an den Seiten angelegte Nebenräume sowie den Hauptraum, die Cella, manchmal mit Vorcella, gekennzeichnet, in der sich Nischen und Podeste für Götterbilder, Weihgaben usw. sowie Opferanlagen befanden. Tempelturm wie in der frühdynastischen Zeit auftretende Ummauerungen der Tempelanlagen repräsentieren die Trennung des Transzendenten von der Umwelt.

Paläste begegnen ab frühdynastischer Zeit; ihre Bedeutung nimmt in der Folgezeit zu. Der Königsideologie der Ur III-Zeit entsprechend (Königsvergöttlichung) waren die großen Paläste dieser Zeitstufe wie Tempel angelegt. Einzig in dieser Zeit finden sich auch großartige unter- und oberirdische Grabanlagen der Könige auf dem so genannten Königsfriedhof von Ur.

Zahlreiche Rollsiegel zeigen mit ihren bildlichen, manchmal auch eher abstrakten Darstellungen für jede Epoche charakteristische Veränderungen und können so zur Datierung archäologischer Schichten dienen. Das Rollsiegel mit seiner Möglichkeit ein quasi unendliches Band derselben immer wiederkehrenden Motive darstellen zu können, gehört zu den charakteristischen Gattungen Mesopotamiens. Die Motive entstammen meist dem im weiteren Sinne religiösen Bereich: die heilige Herde / Hürde mit Göttersymbolen; Jagdzsenen; Tierkämpfe; Kampf des Helden gegen Tiere; der Lebensbaum; Symposionszenen; Prozessionsdarstellungen zu Schiff; Einführungsszene des Beters; Opferszenen; später ab akkadischer Zeit auch Motive aus Mythen und Epen (etwa die Himmelfahrt Etanas; Aufgang des Sonnengottes).

Das Flachbild – auf Gefäßen, Musikinstrumenten usw., dann separat als Weihplatte – kennt ähnliche Motive. Die seit altsumerischer Zeit hinzutretende historische Stele kennt nun auch „historische“ Darstellungen, die Niederschlagung von Feinden, das Abführen von Gefangenen u.ä.

Aus: Wikimedia Commons; © Rosemaniakos, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-2.0 US-amerikanisch; Zugriff 19.4.2009

Abb. 12 Beterstatue (Tell Asmār; Frühdynastisch I).

Beim Rundbild kommen zu den vorher geläufigen Tier- und Menschendarstellungen (einschließlich der Beterstatuetten frühdynastischer Zeit) ab altsumerischer, besonders aber altakkadischer Zeit – d.h. ab der Zeit der Großreiche – auch Herrscherbilder hinzu.

5. Religion

5.1. Allgemein

Die Religion der Sumerer ist in vielen Teilen schwer zu erfassen und entzieht sich noch einer systematischen Darstellung. Gerade die politischen und kulturellen Umwälzungen des 3. Jt.s v. Chr. spiegeln sich naturgemäß auch in der Religionsgeschichte wieder: Neben sumerische Elemente treten früh semitische; beides ist zu unterscheiden, gleichzeitig im mesopotamischen Synkretismus jedoch sofort so vermischt, dass es kaum zu trennen ist. Der Entwicklung von einzelnen Stadtstaaten zum Flächenstaat entspricht die Entwicklung von lokalen Panthea der einzelnen Stadtgötter, die später von einer systematisierenden sumerischen Theologie zusammengefasst wurden, hin zu einem System von mehr als 3000 Göttern, die in umfangreichen Götterlisten zueinander in Verwandtschaft gebracht wurden; dass jedem Gott ein bestimmter Kultort zugewiesen ist – etwa An und Inanna Uruk, Enki Eridu, Nanna Ur usw. –, spiegelt noch die ältere Stufe wieder. Astralen Göttern, die besonders in der Hirtenkultur ihre Bedeutung haben, stehen Gottheiten anderer natürlicher Phänomene gegenüber, die eher für die Ackerbaukultur charakteristisch sind. Die folgende Darstellung basiert zwangsläufig auf den späteren Texten der sumerischen Zeit – besonders auch den erst in altbabylonischer Zeit niedergeschriebenen sumerischen literarischen Texten.

5.2. Götterwelt

Die mesopotamischen Götter sind unsterbliche, unsichtbare, menschengestaltig gedachte Wesen, die die Ordnung der Welt aufrecht erhalten und umgekehrt vom Menschen Verehrung erwarten. Dargestellt werden sie in der Bildkunst einerseits als Menschen, die durch die für Gottheiten typische so genannte Hörnerkrone als Götter ausgewiesen werden. Daneben wird jede bedeutendere Gottheit durch ein ihr eigenes Göttersymbol repräsentiert – im Falle des Himmelsgottes Anu der Stern, im Falle Inannas das Schilfringbündel usw. Entsprechend sind die mesopotamischen Götter Funktionsgottheiten, denen jeweils ein bestimmter Bereich der Natur oder des Lebens zugeordnet ist.

Charakteristisch für die sumerische Religion ist die Vorstellung von einer göttlichen Kraft (me), die jeder Erscheinung, jedem Kulturgut innewohnt und über die die Götter, ursprünglich Enki, verfügen. Es werden dabei etwa hundert Kulturgüter aufgezählt, von Ämtern über Musik, Handwerk bis hin zu Weisheit und Frieden.

An der Spitze der Ratsversammlung der Götter steht die Göttertrias aus Himmelsgott An, Enlil, dem Herrn der Winde, und Enki („Herr der Erde“), dem Herrscher des Süßwasserozeans unter der Erde; dazu tritt die Muttergöttin Ninchursanga („Herrin des Gebirges“), die Mutter aller Lebewesen. Enlil ist einerseits Schöpfergott, andererseits auch der furchtbare Herr der Stürme. Mit seinem Heiligtum in Nippur hatte Enlil die Funktion eines Zentralgottes inne, zu dem alljährlich Schiffsprozessionen mit Abgaben aus verschiedenen Orten stattfanden. Enki mit Hauptkultort Eridu, der Besitzer der mes, ist der Herr der Weisheit und der Beschwörungskunst.

Neben diese die Grundphänomene der Welt bezeichnenden Götter tritt die astrale Göttertrias aus Mondgott Nanna, dem Sonnengott und Richter Utu und schließlich der Venus- und Liebesgöttin Inanna („Herrin des Himmels“). Gerade Letztere hat verschiedene Aspekte: a) Inanna ist herrschsüchtige Kriegsgöttin; ihr Versuch, sich die Unterwelt anzueignen (siehe c), entspringt diesem Zug. b) Sie ist Göttin des Venussterns, ikonographisch durch einen achtstrahligen Stern bezeichnet. c) Sie ist Göttin der Liebe und des Sexuallebens. Die meist kinderlos gedachte Göttin ist von der Mutter- oder Fruchtbarkeitsgöttin prinzipiell zu unterscheiden. In der akkadischen Version des Mythos von Inannas Gang zur Unterwelt, versucht Inanna als Herrin des Himmels sich auch der „Erde“, gemeint ist die Unterwelt, zu bemächtigen. Als sie dort gefangen wird, hört auf der Erde bei Mensch und Tier jede Sexualität auf. Sie ist die Geliebte mehrerer Personen. Allen voran ist Dumuzi, im Alten Testament als → Tammus belegt, ihr Geliebter. Dumuzi tritt einerseits als Hirt, andererseits auch als Repräsentation der Frühjahrsvegetation auf. Wesentliches Merkmal der mit ihm zusammenhängenden Vorstellungen ist sein Tod: In Klagelitaneien wird sein Tod und damit das Absterben der Vegetation in der Sommerhitze beklagt. Hirten- und Ackerbaukultur finden sich beide in der Gestalt Dumuzis wieder, möglicherweise sekundär zusammengewachsen. Der Tod Dumuzis wird mythologisch u.a. als von Inanna verursacht dargestellt: Nachdem Inanna in der Unterwelt gefangen, damit getötet, und durch Enkis Mithilfe wieder befreit war, muss sie eine Ersatzperson stellen. Sie findet ihren Geliebten Dumuzi nach ihrer Rückkehr dabei, trotz ihres Todes ein Freudenfest zu feiern, und bestimmt ihn als Ersatz für das Totenreich.

Weitere Götter sind etwa Ninurta, kriegerischer und Fruchtbarkeitsgott, die Unterweltsgötter Nergal und seine Gemahlin Ereschkigal und die Getreidegöttin Nisaba.

Eine besondere Rolle in der Frömmigkeit spielt der persönliche Schutzgott eines jeden Menschen, meist namenlos mit „mein Gott“ bezeichnet, der in Fürsprache für den Menschen vor die großen Götter tritt; ein häufiges Motiv auf sumerischen Rollsiegeln ist etwa die so genannte Einführungsszene, die Darstellung eines Menschen, der von seinem persönlichen Gott an der Hand einer thronenden Gottheit zugeführt wird. Gleichzeitig ist er persönlicher Schutzgott des Menschen und repräsentiert so dessen persönliches Glück.

Unterhalb der Ebene der Götter stehen zahlreiche dämonische Mächte und Mischwesen (Löwenadler; Stiermensch u.a.), oft dem Menschen gegenüber feindlich gesinnt (→ Babylonien).

5.3. Schöpfung, Anthropologie

Die Entstehung der Welt wird nur in wenigen Anspielungen angesprochen – zu vergleichen wäre etwa die Vorstellung von einer kosmischen Hochzeit von Himmel und Erde oder vom Urozean oder der Erde, die alles hervorbringen. Basis der Weltschöpfung scheint in verschiedenen Texten die Teilung von Himmel und Erde zu sein.

Die Erschaffung des Menschen erscheint typologisch in zwei Varianten: Die Vorstellung von der emersio des Menschen – der Mensch durchbricht wie Gras die Erde – begegnet im Gedicht von der Hacke und der Hymne auf den Enki-Tempel in Eridu. formatio – die ausdrückliche Bildung des Menschen aus Lehm – erscheint z.B. im Mythos Enki und Ninmach. Erschaffen wurden die Menschen demnach zum Dienst für die Götter.

Reste eines Sintflutmythos sind ebenfalls erhalten; die sumerische Königsliste unterscheidet Könige vor und nach der Flut.

5.4. Sakrales Königtum

Das Königtum kam nach der sumerischen Königsliste „vom Himmel herab“, Könige konnten als Söhne der Götter tituliert werden. Die Königsvergöttlichung seit Nāramsîn, konsequenter ab Ur III durch Schreibung mit Gottesdeterminativ, Darstellung mit göttlicher Hörnerkrone, Bau tempelartiger Paläste, Verehrung in eigenen Tempeln, Bestattung in monumentalen Grabanlagen unterstreicht ihre Bedeutung.

Der König ist Richter und Gesetzgeber, besonders aber für den Kult und den Bau und die Erhaltung der Tempel zuständig. Dies wird durch zahllose Bauinschriften der Könige wie unter den Grundmauern der Tempel eingelassenen Gründungsfiguren dokumentiert. Die rechte Gottesverehrung des Königs hat das Wohl des ganzen Landes zur Folge.

5.5. Kult, Frömmigkeit

Zentrum des Kultes war der Tempel, an dem verschiedene Gruppen von Priestern und Priesterinnen, im Kult Inannas auch Hierodulen, Dienst taten. Präsent ist die Gottheit in Form ihres Götterbildes oder Symbols, das in der Regel in einer Nische des Tempels stand. Die Aufgabe des Menschen ist die Versorgung der Götter mit Nahrungsmitteln; tägliche Mahlzeiten, die den Götterbildern dargebracht wurden, sind belegt. Neben dem regelmäßigen Tempeldienst sind große jährliche Feste mit (Schiffs-)Prozessionen der Götterbilder, Opfern und der Rezitation kultischer und mythologischer Texte nachweisbar.

Zum Festkreis von Uruk, der Stadt Inannas, gehört die zelebrierte Heilige Hochzeit Inannas und Dumuzis, vertreten durch das Königspaar. Dem König wird darauf ein „gutes Schicksal“ bestimmt.

Zahlreiche Hymnen und Gebete, besonders Königs- und Tempelhymnen, sind überliefert.

Hinweise auf die persönliche Frömmigkeit lassen sich in den so genannten Beterstatuetten finden, menschengestaltige Figuren, die, im Tempel aufgestellt, den Beter vor der Gottheit repräsentieren.

Beschwörungen gegen Dämonen und Reinigungsrituale sind ebenfalls überliefert, auch Orakel (→ Babylonien).

5.6. Jenseitsglaube

Nach dem Tode findet sich der Mensch als Totengeist im Totenreich, im „Land ohne Wiederkehr“ (kur nu-gi[4]-a), dem Herrschaftsbereich der Gottheiten Nergal und Ereschkigal, wieder. Die Begräbnissitten, dokumentiert besonders im so genannten Königsfriedhof von Ur, zeigen, dass dem Toten verschiedene Gaben für die Fahrt zum Totenreich mitgegeben wurden, Nahrungsmittel, hin und wieder auch ein kleines Schiff für die Überfahrt. Die prächtigen Königsgräber zeugen von einem Begräbnisritual, bei dem dem verstorbenen König dessen Gattin und der ganze Hofstaat in den Tod folgten (vgl. auch → Babylonien). Vorformen des Mythos von Etanas Himmelfahrt sind auf akkadischen Rollsiegeln dargestellt.

6. Bedeutung für das Alte Testament

Die sumerische Kultur, Schrift und Religion steht nicht nur am Anfang der mesopotamischen Kultur, sondern bildet auch längst nach ihrem Aussterben deren Rückgrat (→ Babylonien, → Assyrien); das Sumerische wird weiterhin in Religion und Wissenschaft benutzt. Die sumerische Sprache und die Tradition von sumerischen Texten werden auch außerhalb Mesopotamiens etwa in Ebla im 3. Jt. oder im nordsyrischen Ugarit im 2. Jt. gepflegt. Indirekt ist somit einerseits Syrien-Palästina vor der Entstehung Israels von der sumerischen Kultur mitgeprägt, andererseits kommen über die Assyrer ab dem 8. Jh. v. Chr. und später über die Babylonier sumerische Elemente mit Israel in Berührung. Ob das „Land Sinear“, das im Alten Testament meist ganz Mesopotamien bezeichnet, damit zusammenhängt, ist fraglich.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Serien:

  • The Royal Inscriptions of Mesopotamia. Early Periods (RIME)
  • Freiburger Altorientalische Studien (FAOS)
  • Materialien zum sumerischen Lexikon (MSL)
  • Archaische Texte aus Uruk (ATU)
  • Materialien zu den frühen Schriftzeugnissen des Vorderen Orients (MSVO)

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Landkarte: Sumer. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Landkarte: Sumerische Orte. © Johannes Renz
  • Abb. 3 Eine altsumerische historische Stele, die „Geierstele Eanatums von Lagasch“ (Ausschnitt; Frühdynastisch IIIb / Ur I). Der Gott Ningirsu führt Gefangene im Netz fort. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 4 Standarte aus einem Königsgrab von Ur (Nr. 779; Frühdynastisch III). Die Kriegsseite zeigt in drei Friesen Menschen im Krieg (Streitwagen). Die Friedensseite zeigt eine Festszene. Aus: Wikimedia Commons; © Udimu, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-2.5 generisch; Zugriff 19.4.2009
  • Abb. 5 Rollsiegel der Akkad-Zeit; Aufstieg des Sonnengottes Utu zwischen den Bergen. Aus: H. Greßmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament, Berlin / Leipzig 2. Aufl. 1927, Abb. Nr. 320
  • Abb. 6 Eine akkadische historische Stele, die Siegesstele Narāmsîns. Der als Gott dargestellte König triumphiert über seine Gegner. Aus: H. Gressmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament, Berlin / Leipzig 2. Aufl. 1927, Abb. Nr. 41
  • Abb. 7 Sitzbild Gudeas von Lagasch (aus Tellō). Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 19.4.2009
  • Abb. 8 Zikkurat des Mondgottes Nanna in Ur (Nordostseite; Ur III). Aus: Wikimedia Commons; © Hardnfast, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-3.0; Zugriff 19.4.2009
  • Abb. 9 Rollsiegel der Ur III-Zeit (Urnammu). Einführungsszene zum thronenden Mondgott Nanna. Aus: H. Gressmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament, Berlin / Leipzig 2. Aufl. 1927, Abb. Nr. 323
  • Abb. 10 Stele Gudeas von Lagasch; Einführungsszene: Gudea wird von seinem Schutzgott und einer weiteren Gottheit dem thronenden Gott zugeführt. Die Götter sind durch die Hörnerkrone als solche kenntlich gemacht (vor Ur III). Aus: H. Gressmann, Altorientalische Bilder zum Alten Testament, Berlin / Leipzig 2. Aufl. 1927, Abb. Nr. 47
  • Abb. 11 Altsumerischer Text: Ausschnitt aus der sog. Geierstele Eanatums von Lagasch (Frühdynastisch IIIb / Ur I) mit Umzeichnung. Aus: L.W. King, CT 7, London 1899, Tf. 1f
  • Abb. 12 Beterstatue (Tell Asmār; Frühdynastisch I). Aus: Wikimedia Commons; © Rosemaniakos, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-2.0 US-amerikanisch; Zugriff 19.4.2009
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