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Lexikon

Sterne / Sternbilder / Sterndeutung

Matthias Albani

(erstellt: Sept. 2014)

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Himmelsrichtungen; → Divination; → Kalender; → Mond; → Sonne; → Welt / Weltbild

1. Der Sternenhimmel in Mesopotamien, Ägypten und Israel

Der Sternenhimmel war Gegenstand eminenten Interesses in vielen Kulturen des Alten Orients, da die astronomischen Zyklen nicht nur für die Zeiteinteilung eine zentrale Rolle spielten (vgl. Gen 1,14ff.), sondern Sonne, Mond und Sterne auch als göttliche Mächte verehrt wurden, welche das irdische Leben bestimmen. Jer 8,2 kündigt an, dass man die Gebeine der Bürger Jerusalems „hinstreuen wird der Sonne, dem Mond und dem ganzen Himmelsheer, die sie geliebt und denen sie gedient haben, denen sie nachgelaufen sind, die sie befragt und angebetet haben.“ (vgl. Dtn 4,19). Die prophetische Polemik zeigt, dass auch im vorexilischen Israel Astralkulte noch weit verbreitet waren und sogar am Jerusalemer JHWH-Tempel praktiziert wurden (vgl. 2Kön 23,5; Ez 8,16).

1.1. Mesopotamien

In Mesopotamien galten die Sterne als Repräsentanten der großen Götter. Außerdem glaubten die → Babylonier und → Assyrer, dass die Bewegungen und die Positionen der Himmelskörper die Absicht und den Willen der Götter an den König offenbaren. Diese Vorstellung war die grundlegende Idee der astralen Divination (→ Divination im alten Orient), deren vornehmlicher Zweck darin bestand, den königlichen Hof vor drohenden Katastrophen zu warnen oder Glück und Heil vorauszusagen. Die größte bekannte Sammlung von astrologischen Omina aus dem Zweistromland ist das Kompendium Enuma Anu Enlil (Ende des 2. Jt.s v. Chr.), welches auf 70 Keilschrifttafeln über 7000 Omina enthält (Hunger / Pingree 1999, 32ff.; von Stuckrad 2007, 50ff.). Zukunftsdeutung war einer der wichtigsten Gründe für die Beobachtung der Gestirne. Ein berühmtes Kompendium astronomischen Wissens aus der Zeit vom Ende des 1. Jt.s v. Chr. ist die Keilschriftserie MUL.APIN (= „Pflugstern“), dessen älteste Kopien allerdings aus dem 7. Jh. v. Chr. stammen (a.a.O., 57ff.). Der Text listet die Namen von 66 Sternen und Sternbildern auf und bietet zahlreiche weitere Informationen. Der Höhepunkt der babylonischen Astronomie liegt jedoch in der Epoche zwischen 600 und 300 v. Chr. In dieser Zeit wurden aus dem Jahrhunderte lang gesammelten Beobachtungsmaterial erstmals arithmetische Modelle entwickelt, mit deren Hilfe die Bewegungen des Mondes und der Planeten berechnet werden konnten. Die Griechen haben wahrscheinlich wichtige Erkenntnisse der Babylonier rezipiert und weiterentwickelt (vgl. Van der Waerden 1980, 126-135, 253ff.; Pichot 1995, 399f.; Evans 1998, 22ff.).

1.2. Ägypten

Aus: H. Schäfer, Weltgebäude der Alten Ägypter, Berlin / Leipzig 1928, Abb. 29

Abb. 1 Die Himmelsgöttin Nut mit Sternenkörper und der Erdgott Geb (Ägypten; Neues Reich).

Im Vergleich zu Mesopotamien ist die Beurteilung des astronomischen Wissens der Ägypter bedeutend schwieriger. Astronomische Phänomene werden in ägyptischen Texten vor allem in mythologischer Sprache beschrieben, was unterschiedliche Interpretationen erlaubt (Leitz 1991, VIIIf.; Pichot 1995, 202). So galt die Himmelsgöttin Nut als Mutter der Gestirne, deren Leib mit Sternen übersät ist. Im ewigen Kreislauf verschluckt sie die Sterne bei ihrem Untergang, um sie beim Aufgang wieder neu zu gebären. Viele Sterne wurden ähnlich wie in Mesopotamien als Repräsentanten der Götter gesehen, so z.B. Orion (Sah) als Sternbild des Gottes → Osiris (Hart 1999, 150f.). Die frühesten eindeutig astronomischen Texte sind die sog. Diagonalkalender bzw. Sternenuhren. Sie bestehen aus 36 Kolumnen, welche 36 Dekansternbilder und ihre Aufgangszeiten enthalten (Van der Waerden 1980, 17-28). Besondere Bedeutung hatte der hellste Fixstern Sirius (= Sopdet, auch griech. Sothis) für die altägyptische Gesellschaft: Sein heliakischer Aufgang kündigte die Nilüberschwemmungen an. Er galt als astrale Verkörperung der Himmels- und Neujahrsgöttin → Isis und als Schutzgöttin des verstorbenen Pharao bei seinem Himmelsaufstieg.

Die spezifisch ägyptische Sicht der Sternenwelt ist vor allem von der ägyptischen Jenseitsreligion (→ Jenseitsvorstellungen in Ägypten) geprägt: Im Alten Reich galt die Sternenwelt zunächst nur als himmlische Heimat des Pharaos, vor allem die „unvergänglichen Sterne“ (= Zirkumpolarsterne), in die er nach seinem Tod aufsteigt. Die Pyramiden stellen daher eine Art Treppe für den Himmelsaufstieg des verstorbenen Königs dar. Im Neuen Reich ist die zunächst exklusiv königliche astrale Jenseitshoffnung allmählich demokratisiert worden (→ Totenbuch). Die Seelen der Verstorbenen (Ba und Ach) verwandeln sich in Sterne, um im Himmel an der astralen Unsterblichkeit teilzuhaben. „Gegenüber den himmlischen Regionen der ‚unvergänglichen’ Zirkumpolarsterne, welche den Jenseitsglauben der Pyramidenzeit und dann der Pyramidentexte des späten Alten Reiches bestimmt hatten, werden nun die Tiefen der Unterwelt, in welche die Gestirne hinabsteigen, zum wichtigsten maßgebenden Jenseitsort.“ (Hornung 1979, 21). Vor allem die in die Unterwelt eintauchenden und sich dort regenerierenden Dekansternbilder treten zunehmend in den Mittelpunkt der Jenseitshoffnung. Sternbilderdarstellungen findet man daher häufig auf der Innenseite von Sargdeckeln oder in Gräbern (Van der Waerden 1980, Bild 1-6). Religion und Astronomie waren somit im Alten Ägypten untrennbar auf besonders eindrückliche Weise miteinander verbunden (Görg 2001, 148ff.).

1.3. Israel / Altes Testament

Auch im Alten Testament begegnen primär religiöse Perspektiven auf das Faszinosum des Sternenhimmels – wenn auch in ganz anderer Weise als in Ägypten. Dabei vermitteln die astronomisch relevanten Texte der Bibel sicher nur einen partiellen Einblick in die israelitische Vorstellungswelt über die Gestirne, da das Alte Testament bereits das Ergebnis eines langen konfliktreichen religionsgeschichtlichen Prozesses ist und daher nur ganz spezifische theologische Perspektiven vermittelt.

1.3.1. Schöpferglaube

Die biblische Sicht auf den Sternenhimmel ist vor allem vom monotheistischen Schöpferglauben (→ Schöpfung) her bestimmt:

„Mit wem wollt ihr mich vergleichen? Wem sollte ich ähnlich sein?, spricht der Heilige. Hebt eure Augen in die Höhe, und seht: Wer hat die (Sterne) dort oben erschaffen? Er ist es, der ihr Heer täglich zählt und heraufführt, der sie alle beim Namen ruft. Vor dem Allgewaltigen und Mächtigen wagt keiner zu fehlen.“ (Jes 40,26)

Die unvergleichliche Macht des Schöpfers wird vor allem in der geordneten Bewegung des gewaltigen Sternenheeres sichtbar, wobei hier mit dem göttlichen Ruf der einzelnen Sternennamen die unvorstellbare Schöpferweisheit zum Ausdruck gebracht wird (vgl. Ps 147,4f.). Die gewaltige Zahl der Sterne dient im Alten Testament auch häufig als Bild für die Verheißung von Nachkommen, die so zahlreich wie die Sterne des Himmels sein werden (Gen 15,5; vgl. Gen 22,17; Gen 26,4; Ex 32,13; Dtn 1,10; Dtn 10,22; Dtn 28,62; Neh 9,23).

Im babylonischen → Exil bekommt die Aussage → Deuterojesajas zur Befehlsgewalt JHWHs über das riesige Sternenheer eine spezifische polemische Zielrichtung: Im babylonischen Weltschöpfungsepos → Enuma elisch ist es der Schöpfergott → Marduk, der die Ordnung der Gestirne geschaffen hat und ihre Bewegungen lenkt, „damit keiner sündige oder nachlässig sei“ (Ee V,7). Marduks Stern Nēberu ist es, der „den Pfad der Sterne beständig macht“ und „wie Schafe alle Götter weidet“ (Ee VII,130f.). Die universale Macht des Götterkönigs zeigt sich somit vor allem in der Lenkung der Gestirne, die als Standorte und Abbilder der „großen Götter“ galten (Ee V,1f.; Albani 2000, 56-68). Im babylonischen Exil wird daher die Frage nach der zentralen Macht hinter den gesetzmäßigen Zyklen der Gestirne im Besonderen und der Schöpfermacht im Allgemeinen zu einer Bekenntnisfrage zwischen Marduk und JHWH (a.a.O., 123ff., 253f.).

Im monotheistischen Schöpferglauben des Alten Testaments verlieren die Sterne gänzlich ihren göttlichen Nimbus und werden auf ihre Kalender- und Leuchtfunktion reduziert (Gen 1,14f.). Dies war im damaligen altorientalischen Denken eine revolutionäre Einsicht sowie ein emanzipatorischer Impuls, welcher einen fundamentalen religiösen und weltanschaulichen Paradigmenwechsel einleitete, der unter anderem später die Entwicklung der modernen Naturwissenschaft ermöglichte. Hinter den regelmäßigen Gestirnzyklen stehen erkennbare Himmelsgesetze (Hi 38,33), die von Gott garantiert werden (Jer 31,35; Jer 33,25). Mit dieser monotheistischen Entgötterung und Berechenbarkeit der Welt korrespondiert der biblische Auftrag des Dominium terrae („Herrschaft über die Erde“; Gen 1,28). Angesichts des Sternenhimmels wird sich der Mensch seiner von Gott verliehenen königlichen Würde als „Herrscher über das Werk deiner Hände“ bewusst (Ps 8,4-7).

1.3.2. Gericht und Tag JHWHs

Diesem schöpfungsgemäßen Idealzustand steht die sündige menschliche Realität entgegen, die sich auch auf die astralen Ordnungen auswirkt: Wenn Gott am → „Tag JHWHs“ zum Gericht über die Sünder erscheint, dann verfinstern sich die Gestirne (Jo 2,10; cf. Jer 4,23-28; Ez 32,7-10; Am 5,8.18-20; Jes 13,6-11). Diese kosmische Machtdemonstration JHWHs bedeutet eine Umkehrung der Schöpfungsordnungen. Ohne Licht verwandelt sich der Kosmos wieder in das primordiale → Chaos zurück (Gen 1,2f.), so dass man bei dem astralen Verfinsterungsmotiv von einer Umkehrung der Schöpfung sprechen kann. Besonders die Bestrafung hochmütiger Könige ist mit der Verfinsterung der Gestirne verbunden – wie etwa im Falle des Pharaos (Ez 32,7ff.), der nach ägyptischer Anschauung als Sohn des Sonnengottes Re nach seinem Tod in die lichte Welt der unvergänglichen Sterne zurückkehrt. Die Vorstellung einer postmortalen Astralisierung des Königs und die Affinität des altorientalischen Königtums zur himmlischen Welt der Götter und Sterne (vgl. Jes 14,13f.) erscheint aus Perspektive des JHWH-Glaubens als frevelhafte Hybris. In der sog. „Jesaja-Apokalypse“ wird Gott daher beim Endgericht das „Heer der Höhe heimsuchen in der Höhe und die Könige der Erde auf der Erde“ (Jes 24,21). Sonne und Mond werden sich schämen, wenn der „Herr der Heerscharen“ auf dem → Zion in seiner Herrlichkeit als König erscheint (Jes 24,23). Gestirne und ‚heidnische‘ Könige erscheinen hier als widergöttliche Mächte im Himmel wie auf Erden, die beim Endgericht JHWHs gerechter Herrschaft unterworfen werden. In der Verfinsterung bzw. Bestrafung der Gestirne zeigt sich die destruktive Seite der Schöpfermacht JHWHs, die jene unheilvoll trifft, welche die gerechten göttlichen Ordnungen missachten (vgl. Am 5,8f.). In seinem Zorn kann der Schöpfer den Himmel wie eine Buchrolle zusammenrollen und das astrale „Heer des Himmels“ (s.u. 2.3) vergehen lassen (Jes 34,4). In den apokalyptischen Endzeitvisionen des Neuen Testaments wird das kosmische Verfinsterungs- bzw. Auflösungsmotiv aus dem Alten Testament aufgenommen (Mk 13,24f.; vgl. Mt 24,29; Lk 21,25; Apk 6,13; Apk 8,10).

1.3.3. Auferstehungsglaube

Ebenfalls in der apokalyptischen Literatur begegnet ein ganz anderes, hoffnungsvolles astrales Motiv: Nach dem → Danielbuch (2. Jh. v. Chr.) werden die in der Religionskrise unter → Antiochus IV. Epiphanes umgekommenen Märtyrer und Gerechten zum Leben erweckt, um „wie die Sterne immer und ewig“ zu leuchten (Dan 12,3; vgl. Jes 26,19; äthHen 39,7; 104,2; Mt 13,43; Auferstehung). Bei diesem astralen Motiv symbolisieren die ‚ewig‘ strahlenden Sterne die eschatologische Hoffnung auf Unsterblichkeit im Himmelreich Gottes – eine → Jenseitsanschauung, die an die postmortale Astralisierungsvorstellung der Ägypter erinnert (s.o. 1.2.). Doch handelt es sich hierbei nicht nur um eine glanzvolle poetische Metapher für eine unvorstellbare jenseitige Wirklichkeit. Vielmehr steht dahinter konkret die alte Vorstellung vom astralen „Heer des Himmels“ (s.u. 2.3.), welches den himmlischen Thron JHWHs umgibt und ihm zu Diensten steht (1Kön 22,19; Ps 103,19ff.). So kämpfen im Danielbuch die Sterne des Himmelsheeres gegen den endzeitlichen Frevelkönig (Dan 8,9f.; vgl. Jos 5,20), der wie der babylonische Weltherrscher anmaßend seinen Thron über den „Sternen Gottes“ errichten wollte (Jes 14,12f.). Nach jüdischer Anschauung entsprechen die leuchtenden Gestirne mit ihren gesetzmäßigen Umläufen in vollkommener und vorbildlicher Weise dem göttlichen Willen:

„Beobachtet alle Werke am Himmel, wie sie nicht ihre Bahnen ändern, die Lichter am Himmel, wie sie alle ordnungsgemäß (=entsprechend ihrer Ordnung) aufgehen und untergehen, alle zu ihrer Zeit und nicht von ihrer Ordnung abweichen. (äthHen 2,1)

Die Gerechten sollen zu den Himmelslichtern gewissermaßen das irdische Pendant darstellen, die das göttliche Gesetz in der Menschwelt durch ihren vorbildlichen Lebenswandel erstrahlen lassen. Himmlisches und irdisches Geschehen stehen in einer Art ‚Gerechtigkeitskorrespondenz‘ im Rahmen einer universalen göttlichen Schöpfungsordnung (vgl. auch die himmlisch-irdische Korrespondenz von Sonnenlauf und Thoragehorsam in Ps 19). Die astrale Auferstehungshoffnung des Danielbuches ist auch von diesem kosmischen Gerechtigkeitsgedanken her zu verstehen (Albani 1994, 273ff.).

2. Konkrete Sterne und Sternbilder im Alten Testament

Im Gegensatz zu mesopotamischen Texten findet man in der Bibel nur einige wenige konkrete Sternnamen, obwohl in Ps 147,4 gesagt wird, dass Gott alle Sterne gezählt und mit Namen genannt hat (vgl. Jes 40,26). Allerdings muss dies nicht bedeuten, dass hier auf die Existenz eines hebräischen Sternenkatalogs wie das babylonische Kompendium der Astronomie MUL.APIN angespielt wird, denn an den betreffenden Bibelstellen geht es im Kontext in erster Linie um den Erweis der gewaltigen Macht und Weisheit des Schöpfers. Dies dürfte auch ein Grund sein, warum konkrete astronomische Informationen in den biblischen Schriften so spärlich vorhanden sind: Es handelt sich um religiöse Texte, die keinen ‚wissenschaftlichen‘ Anspruch im Sinne der babylonischen oder griechischen Astronomie erheben. Außerdem gibt es einen explizit theologischen Grund, warum kaum Sternnamen in der Bibel genannt werden. Nach Dtn 4,19 soll dadurch der im Alten Orient tief verwurzelten Gestirnverehrung gewehrt werden, die offenbar auch in Israel noch bis in die Exilszeit verbreitet war (vgl. Dtn 17,3; 2Kön 17,16; 2Kön21,3.5; 2Kön 23,4.5; Jes 34,4; Jer 8,2; Jer 19,13; Ez 8,16). Die → monotheistische Reform der israelitischen Religion brach radikal mit allen Formen des „Götzenkultes“ inklusive der Gestirnkulte (vgl. 2Kön 23), zu denen natürlich auch die Anrufung der astralen Götternamen gehörte. Folgende zweifelsfreie Sternnamen begegnen in den biblischen Schriften:

2.1. Orion (כְּסִיל) und Plejaden / Siebengestirn (כִּימָה)

Aus: Wikimedia Commons; © Yanasaki, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-1.0; Zugriff 30.10.2014

Abb. 2 Das Sternbild Orion.

Die Sternbilder Orion und Siebengestirn werden dreimal zusammen im Alten Testament erwähnt (Hi 9,9; Hi 38,31 und Am 5,8). Die → Septuaginta übersetzt das hebräische Lexem כְּסִיל kəsîl („Tor“) einmal mit „Hesperos“ (Hi 9,9) und ein andermal mit „Orion“ (Hi 38,31). Trotzdem besteht in der Forschung weitgehender Konsens darin, dass mit dem fraglichen Begriff das eindrücklichste Sternbild des Winterhimmels gemeint ist, welches auch in räumlicher Nähe zu den Plejaden steht. Die meisten griechischen und lateinischen Versionen übersetzen כְּסִיל kəsîl mit „Orion“, während syrische Versionen das Wort mit „Riese“ wiedergeben. In der griechischen Mythologie ist Orion ein riesiger Jäger, der mit dem betreffenden Sternbild identifiziert wurde. Das arabische Wort für Orion (al-jabbār) bedeutet auch „der Riese“, was auf einen gemeinsamen mythologischen Hintergrund hinweist. Tatsächlich erscheint das vergleichsweise große Sternbild wie die Figur einer riesenhaften Gestalt am Himmel mit den drei charakteristischen Gürtelsternen. Das Targum gibt כְּסִיל kəsîl mit „der Gefallene“ wieder, was der hebräischen Bedeutung des Wortes כְּסִיל kəsîl entspricht, denn in der Weisheitsliteratur ist es eine geprägte Vorstellung, dass die uneinsichtigen und gottlosen Toren aufgrund des → Tun-Ergehen-Zusammenhangs zu Fall kommen werden (z.B. Spr 1,32; Spr 10,14).

Auf diesem Hintergrund könnten die „Fesseln des Orion“ (Hi 38,31) auf einen astralen Mythos anspielen, der die Bestrafung eines törichten Riesen erzählt. Konkreter wurde die Vermutung geäußert, dass es hier um eine Anspielung auf den mächtigen riesenhaften Jäger Nimrod gehe (Maunder 1935, 235ff.), dem die Gründung des Königreiches Babylon zugeschrieben wird (Gen 10,8ff.), welches wiederum im Alten Testament Inbegriff gottfeindlicher Machtanmaßung ist, die von Gott bestraft wird (vgl. Jes 14). Tatsächlich kann man in dem steilen Aufgang des beeindruckenden Sternbilds im Osten und seinem zwangsläufig folgenden Untergang im Westen den Aufstieg und Fall einer mächtigen heldenhaften Gestalt sehen. In einer göttlichen Proklamation gegen Babylon korrespondiert die Bestrafung des „Hochmuts der Stolzen“ und der „Hoffart der Gewaltigen“ (Jes 13,11) bezeichnenderweise der Verdunkelung „der Sterne des Himmels und ihrer Orione / Toren“ (Jes 13,10).

Aus israelitischer Perspektive war das beeindruckende Sternbild wohl die passende astrale Verkörperung der Machtanmaßung Babylons, welche die Sterne als Götter verehrten (vgl. Enuma elisch V.1ff.). In einem neuassyrischen Kultkommentar („The Rites of Egašankalamma“ IM 3252 // VAT 9946 // VAT 10099) ist zu lesen, dass der babylonische Götterkönig Marduk den Orion (MUL.SIPA.ZI.AN.NA) „gebunden“ und in die Unterwelt zu den Anunnaki-Göttern geschickt habe. Dies ist zu den „Fesseln des Orion“ in Hi 38,31 die bisher deutlichste Parallele aus der altorientalischen Umwelt Israels, zumal in einem ähnlichen Text („Commentary to the Assyrian Cultic Calendar“ VAT 9947/LKA 73) auch die Plejaden von Marduk gebunden werden (Albani 1999a, 177-183). Möglicherweise haben Israeliten im Exil diese Vorstellung kennengelernt und im Rahmen ihres monotheistischen Gottesglaubens schöpfungstheologisch im Sinne einer Depotenzierung der einst mächtigen Gestirngottheiten interpretiert.

© public domain, hergestellt von der NASA

Abb. 3 Das Siebengestirn.

Das mit „Plejaden“ bzw. „Siebengestirn“ übersetzte Sternbild כִּימָה kîmāh taucht an den drei Belegstellen des Alten Testaments stets in Verbindung mit Orion (כְּסִיל kəsîl) auf, wobei in Hi 38,31 auch von einer „Bindung“ der Plejaden die Rede ist. Das hebräische Lexem wird entweder mit dem Akkadischen kimtu „Familie“ oder mit dem Arabischen kūmu „Herde“ etymologisch in Verbindung gebracht, was recht gut zum astronomischen Erscheinungsbild passt. Der kleine Sternhaufen im Sternbild Stier erscheint als eine sehr auffällige Gruppe von Sternen am Nachthimmel, die in allen Kulturen der Erde eine wichtige kalendarische Bedeutung hatte (s.u.), wobei allerdings mehr als sieben Sterne mit bloßen Augen erkennbar sind. In babylonischen Sternkatalogen werden die Plejaden als die „Sterne“ par excellence bezeichnet (mul.mul) und gelten als astrale Repräsentation der sog. „Siebengötter“ Sebittu (MUL.APIN I i 44), welche in der astralen Divination Mesopotamiens meist eine unheilvolle Bedeutung haben.

Aus: O. Keel / Chr. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg, 5. Aufl. 2001, Abb. 285a; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz

Abb. 4 Wettergott mit Astralsymbolen wie Mondsichel und Pleiaden (Rollsiegel, Netanya EZ IIC; 720-600 v. Chr.).

Ikonographisch sind sie sehr häufig als sieben Punkte oder sieben Sterne bezeugt, wobei sie auch auf in Israel gefundenen Siegelabbildungen aus der Eisenzeit IIC in der typisch neuassyrischen Darstellungsweise zu sehen sind. Die dreimalige Erwähnung der Plejaden im Alten Testament sowie ihre ikonographischen Darstellungen deuten darauf hin, dass die kalendarische Bedeutung des Sternhaufens in Israel bekannt war. Besonders wichtig ist die sog. Plejaden-Schaltregel, mit deren Hilfe man den Schaltungsbedarf des Lunisolarkalenders in Mesopotamien bestimmte (vgl. Van der Waerden 1980, 79; Albani 1999a, 153-161). Wahrscheinlich wurde diese relativ einfach zu befolgende Schaltregel unter neuassyrischer Herrschaft auch in Israel bekannt.

Einflüsse aus der griechischen Mythologie auf die Vorstellung einer „Bindung“ der Plejaden“ (Hi 38,31) lassen sich dagegen nicht erkennen. Bei den Griechen galten die Plejaden als die sieben Töchter des Atlas und der Pleione, welche von dem Jäger Orion verfolgt wurden, bis sie in Tauben verwandelt und an den Sternenhimmel versetzt wurden.

2.2. Weitere Sternbilder

Die Identifikation der anderen in Hi 9,9 und Hi 38,31f. genannten Sterne / Sternbilder ist nicht sicher. So wird das astrale Lexem עָשׁ ‘āš oder עַיִשׁ ‘ajiš (Luther: „Wagen am Himmel“; „Bärin“) in der LXX und Vulgata an der einen Stelle mit Arktur identifiziert, an der anderen mit Hesperos, dem Abendstern. Spätere Ausleger haben das fragliche Sternbild dem großen Bären (Ibn Ezra) oder dem Löwen (Hommel) zugeordnet. Allerdings ist dann nicht klar, was in Hi 38,32 der Zusatz „samt ihren Jungen“ astronomisch bedeuten soll. Aufgrund der syrischen Peschitta-Übersetzung und einer Angabe im Talmud („Kopf des Stiers“) haben Schiaparelli, Mowinckel, Driver u.a. plausibel für Aldebaran (α Tauri) argumentiert, der von dem auffälligen Sternhaufen der Hyaden umgeben ist (siehe dazu Albani 2001, 203ff.). Die kleinen Sterne um den hellen, rot leuchtenden Hauptstern des Sternbildes Stier passen gut zu der Vorstellung von Kindern, die ihre Mutter umgeben. Zudem gehört das Sternbild zum Ensemble der besonders auffälligen Wintersternbilder wie Orion und Plejaden, die an den beiden Hiobstellen genannt werden.

Noch ungewisser ist die astronomische Bestimmung der „Kammern des Südens“, die in Hi 9,9 neben drei anderen Sternbildern genannt werden. Nach Hi 37,9 kommt aus einer solchen Kammer der Sturm, was allerdings keine Anhaltspunkte für eine astronomische Zuordnung liefert. Astronomische und meteorologische Phänomene wurden jedoch in der Antike in einem engen Zusammenhang gesehen (→ Wetterphänomene). So kommen zerstörerische Winde nach dem sog. Astronomischen → Henochbuch aus den Toren des Südens (äthHen 76,12), und auch der Kontext der Sternbilderpassage in Hi 38,31-34 behandelt Wetterphänomene. Der Kampf der Sterne gegen → Sisera (Ri 5,20) bewirkt offenbar starke Regengüsse, die zur Überschwemmung des Baches → Kischon führen (5,21).

In Hi 38,32 wird schließlich noch eine מַזָּרוֹת mazzārôt genannte Gruppe von Sternen genannt, von denen betont wird, dass sie zur rechten Zeit aufgehen, was eine kalendarische Bedeutung anzeigen könnte. In neueren Übersetzungen wird das hebräische Wort häufig mit „Tierkreisbilder“ wiedergegeben, wobei diese Identifikation schon bei Johannes Chrysostomus (4. Jh. n. Chr.) begegnet. Doch bereits die alten Übersetzungen zeigen, dass man die Bedeutung des fraglichen astronomischen Begriffes nicht mehr kannte. So lässt die LXX ihn einfach unübersetzt und transkribiert ihn mit μαζουρωϑ mazourōth. Die Vulgata dagegen übersetzt Luciferum (= Morgenstern), wobei die Grundlage dieser Übersetzung nicht klar ist. Einige Kommentatoren vermuten allgemein die Planeten hinter dem fraglichen Begriff, da den Wandelsternen eine besondere Bedeutung in der antiken Astrologie und Astralreligion zukam. Allerdings kann gerade von den Planeten nicht gesagt werden, dass sie „zur rechten Zeit“ aufgehen, da sich die Aufgangszeiten der „umherirrenden“ Sterne – so die Bedeutung des griechischen Begriffes „Planet“ – ständig verändern. Bei den Babyloniern galten sie als „wilde Schafe“ und bei den Ägyptern als „Sterne, die die Ruhe nicht kennen“, was ebenfalls die scheinbare Unregelmäßigkeit und Besonderheit ihrer Himmelsbewegungen treffend zum Ausdruck bringt.

Wenn die fraglichen מַזָּרוֹת mazzārôt-Sterne in Hi 38,32 durch ihre feststehenden Aufgangszeiten charakterisiert sind, dann kommen entweder die ägyptischen Dekane in Frage, die man tatsächlich als eine Art Himmelsuhr zur Bestimmung der zwölf Nachtstunden verwendet hat. Oder es handelt sich um die 36 babylonischen Monatssterne, die auf sog. kreisförmigen Astrolaben oder Sternenlisten verzeichnet sind.

Aus: A. Schott, Das Werden der babylonisch-assyrischen Positions-Astronomie und einige seiner Bedingungen, ZDMG 88 (1934), 312, Abb. 2

Abb. 5 Rekonstruktion eines kreisförmigen Astrolabs mit den 12 x 3 Monatssternen.

Diese Sterne hatten eine eminente kalendarische Bedeutung, da ihre im Jahreslauf feststehenden heliakischen Aufgänge eine Art Jahresuhr für die Landwirtschaft und das gesellschaftliche Leben insgesamt bildeten. In allen Kulturen der Erde gab es solche astronomischen Kalender, in denen die Sichtbarkeitsphasen bestimmter auffälliger Sterne – besonders die heliakischen Aufgänge (z.B. der Plejaden!) – wichtigen landwirtschaftlichen Terminen zugeordnet wurden. Besonders bekannt ist die poetische Beschreibung der Sternphasen bei Hesiod in „Werke und Tage“:

„Wenn das Gestirn der Plejaden, der Atlastöchter, emporsteigt, Dann beginne die Ernte, doch pflüge, wenn sie hinabgehen. Vierzig Nächte und Tage hindurch sind diese verborgen. Doch wenn im kreisenden Laufe des Jahres sie wieder erscheinen, Dann beginne die Sichel zur Ernte zu wetzen.“ (zit. aus: Van der Waerden 1980, 14)

Einiges spricht dafür, dass es sich bei מַזָּרוֹת mazzārôt in Hi 38,32 und מַזָּלוֹת mazzālôt in 2Kön 23,5 um phonetische Varianten ein und desselben Wortes handelt. Möglicherweise liegt auch eine Buchstabenvertauschung aufgrund eines Schreiberfehlers vor. Für die Identität spricht der Befund, dass die LXX beide hebräischen Begriffe mit dem gleichen griechischen Wort (μαζουρωϑ mazourōth) wiedergibt. Die als מַזָּלוֹת mazzālôt bezeichneten astralen Objekte werden im Zusammenhang mit der Jerusalemer Kultreform des Königs → Josia (7. Jh. v. Chr.) neben → Baal, Sonne, Mond und dem Heer des Himmels genannt, für die man → Räucheropfer darbrachte. Es muss sich also um wichtige Sterne oder Sternbilder gehandelt haben. Leider verrät auch der Kontext von 2Kön 23,5 nichts über die genaue astronomische Identität der fraglichen Gestirne. In der rabbinischen Literatur wird der Begriff sowohl auf die Tierkreisbilder wie auch auf die Planeten bezogen. Dagegen spricht allerdings, dass der zwölfteilige Tierkreis erst ab dem 5. Jh. v. Chr. belegt ist. Auch die Planetenzuordnung wird fraglich, wenn man von einer Identität von מַזָּרוֹת mazzārôt und מַזָּלוֹת mazzālôt ausgeht, da der in Hi 38,32 betonte zuverlässige Aufgang der fraglichen Gestirne „zu ihrer Zeit“ gerade nicht bei den „umherirrenden“ Planeten zu beobachten ist. Diese zuverlässige kalendarische Funktion erfüllen jedoch die genannten 12x3 Monats- bzw. Astrolabsterne, welche bei Assyrern und Babyloniern besonders wichtig waren und auch bestimmten Göttern zugeordnet wurden, z.B.:

„12Monat Gu(sisa) (= Ajjaru): Sternbild Plejaden, die Siebengottheit, 13die großen Götter. 14Urbar machen der Erde, die Rinder spannt man an, 15der Feuchtboden wird geöffnet, 16die Säpflüge werden abgewaschen. 17Monat des Ningirsu, 18des Helden, des großen Stadtfürsten Enlils.“ (TUAT II, 49f.)

Für die große Bedeutung der 12x3 Monatssterne spricht auch ihre Erwähnung im babylonischen Weltschöpfungsepos Enuma elisch (Ee V.3), wo sie als die „je drei Sterne“ für die 12 Monate bezeichnet werden. Für diese Sterne hat der Schöpfergott Marduk bestimmte astronomische Standorte geschaffen (Ee V,1). Der an dieser Stelle dafür verwendete mask. Begriff manzāzu (von i/uzuzzu = „stehen“) entspricht jedoch dem hebräischen מַזָּלוֹת mazzālôt (genauer dem fem. Pendant manzaltu, vgl. HALAT 536; AHw II, 638a), was die Identifikation mit den mesopotamischen Monatssternbildern untermauert. Wahrscheinlich lernte man die mit dem babylonisch-assyrischen Lunisolarkalender verbundenen 36 Monatssternbilder in der Zeit der neuassyrischen Oberherrschaft kennen, gegen die sich u.a. auch die Josianische Kultreform richtete (Albani 2001, 206f.; → Josia).

2.3. Das astrale „Himmelsheer“ (צְבָא הַשָּׁמַיִם)

Der Begriff צְבָא הַשָּׁמַיִם ṣəvā’ haššāmajim taucht im Alten Testament 16-mal auf (Dtn 4,19; Dtn 17,3; 1Kön 22,19; 2Kön 17,16; 2Kön 21,3.5; 2Kön 23,4-5; 2Chr 18,18; 2Chr 33,3.5; Jes 34,4; Jer 8,2; Jer 19,13; Jer 33,22; Dan 8,10) und bezeichnet mit der Heer-Metapher die beeindruckende Zahl der Sterne, die sich wie militärische Formationen in geordneten Bahnen am Firmament bewegen (vgl. Jes 40,26). Der Begriff ist jedoch nicht in erster Linie schöpfungstheologisch bedeutsam, sondern taucht vor allem in Kontexten auf, in denen es um Polemik gegen die Verehrung fremder Götter neben JHWH geht (→ Götterpolemik). Im Unterschied zu anderen Völkern ist Israel die Verehrung der astralen Himmelsmächte streng verboten (vgl. Dtn 4,19; Dtn 17,3; Jer 8,2; 2Kön 23,4-5; u.ö.). Die Entfernung von → Kultgeräten für das Himmelsheer aus dem Jerusalemer JHWH-Tempel (2Kön 23,4) sowie die Formulierung „was ich nicht geboten habe“ (Dtn 17,3) deuten darauf hin, dass die Verehrung des Himmelsheeres zumindest im 7. Jh. v. Chr. in bestimmten Kreisen als legitimer Bestandteil des Jerusalemer JHWH-Kultes galt.

Dahinter steht die Anschauung, dass der im Himmel thronende Götterkönig (Ps 94,3) JHWH Zebaoth („Herr der Heerscharen“; → Zebaoth) von einem dienstbaren Heer göttlicher Wesen umgeben ist (vgl. 1Kön 22,19; Ps 89,7-9), die auf seinen Befehl hin auch in den Kampf ziehen (vgl. Ps 103,20; 2Kön 6,17). Die Anschauung von Sternenkriegern begegnet explizit in Ri 5,20 und Dan 8,10. Die nächstliegende religionsgeschichtliche Parallele dieser astralen Vorstellung von göttlichen Wesen begegnet in der kanaanäischen Anschauung von den → Göttersöhnen, die auch als „Versammlung der Sterne“ oder schlicht als „Sterne“ bezeichnet werden (KTU 1.10 I 3f.; 1.19 IV 23-25), welche den Thron des Götterkönigs → El umgeben (vgl. Jes 14,13). Auch in verschiedenen Texten des Alten Testaments findet man für die himmlischen Wesen in der Umgebung des Himmelskönigs JHWH die Bezeichnung „Götter- bzw. Gottessöhne“ (Ps 29,1; Ps 89,7; Hi 1,6; u.ö.), wobei der Parallelismus in Hi 38,7 eine astrale Konnotation der Himmlischen („Morgensterne“) aufweist. Bei dem astralen „Himmelsheer“ handelt es sich also offenbar noch um ein Relikt aus der kanaanäischen Götterwelt, welches sich im israelitischen JHWH-Kult erhalten hat und allmählich angelologisch transformiert wurde (vgl. Ps 103,20). In der jüdischen Apokalyptik stehen Sterne und Engel in enger Verbindung (vgl. äthHen 82; 100,10). Im Astronomischen Henochbuch (äthHen 72-82) wird z.B. der Erzengel Uriel als Führer des „Himmelsheeres“ (82,7 vgl. 75,3) mit seinen verschiedenen Ordnungen dargestellt (82,9-20).

2.4. Planeten

In der hebräischen Bibel findet man keine Begriffe, die eindeutig auf Planeten bezogen werden können. Außer den erwähnten מַזָּלוֹת mazzālôt in 2Kön 23,5 werden in der Forschungsliteratur diskutiert: Die „Königin des Himmels“ (Jer 7,18; Jer 44,17-19) oder der „Glanzstern, Sohn der Morgenröte“ (Jes 14,12) als Venus und „Kiun / Kewan“ als Saturn (Am 5,26). Allerdings sind die vorgeschlagenen Identifizierungen wie im Falle der unter 2.2. genannten Sternbilder unsicher.

2.4.1. Venus

Aus: O. Keel / Chr. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg, 5. Aufl. 2001, Abb. 288a; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz

Abb. 6 Ischtar im Sternkranz (Stempelsiegel, Aschdod EZ IIC; 720-600).

Trotzdem ist die Annahme plausibel, dass zumindest der Abend- und Morgenstern Venus als hellstes Gestirn nach Sonne und Mond von den Israeliten beobachtet und wie bei anderen altorientalischen Völkern verehrt wurde. Für eine Identifizierung der „Königin des Himmels“ mit dem Planeten Venus spricht, dass die mesopotamische Venusgöttin → Ischtar auch als „Himmelskönigin“ (šarrat šamê; malkat šamāmi) bezeichnet wurde (Keel / Uehlinger, 335). Außerdem ist ihr astrales Symbol, die Göttin in einem Strahlenkranz oder als achtstrahliger Stern mehrfach in der Glyptik Palästinas der EZ IIC ikonographisch bezeugt (Keel / Uehlinger, 333, 285a-290).

Der Fall des „Sohnes der Morgenröte“ in Jes 14,12 wird in der Literatur zuweilen auf einen hypothetischen kanaanäischen Astralmythos bezogen, dessen astronomischer Hintergrund die Bewegung des Morgen- und Abendsterns sei (Albani 2004, 62ff.). Doch hier bewegt man sich bereits im Bereich religionsgeschichtlicher Spekulationen.

2.4.2. Saturn

Auch ein aus Am 5,26 erschlossener königlicher Kult für den relativ unauffälligen Planeten Saturn im israelitischen Nordreich ist fraglich. כִּיּוּן kijjûn, aramaisiert kêwān, sei von dem akkadischen Saturnnamen kajjamānu (= der Beständige) herzuleiten, so dass hier gegen die Verehrung des babylonisch-assyrischen Gestirngottes polemisiert werde. Sicher ist jedoch nur, dass an der fraglichen Stelle von einem Astralkult die Rede ist („Stern eures Gottes“). Der Text ist in einem schlechten Zustand und brachte schon antike Übersetzer in Verlegenheit, so dass aus dem hebräischen Text keine sicheren Schlüsse gezogen werden können. Es gibt zudem auch sonst keine Anhaltspunkte im Alten Testament, dass in Israel eine Saturngottheit verehrt wurde. Der Kontext von Am 5,26 spricht eher dafür, dass hier ein königlicher, genuin israelitischer Astralkult Ziel der prophetischen Kritik ist. So ist sowohl durch ikonographische Zeugnisse wie auch aufgrund einiger Bibelstellen belegt, dass der königliche vorexilische JHWH-Kult solare Züge aufgewiesen hat (vgl. 2Kön 23,11; Ez 8,16). Da Saturn in Mesopotamien als nächtlicher Stellvertreter des Sonnengottes galt (vgl. z.B. S. Parpola, Letters from Assyrian Scholars to the Kings Esarhaddon and Assurbanipal, Winona Lake 2007, 326, 7ff: „Saturn is the star of the sun: its interpretation is: this is good for the king, for Shamash is the star of the king.“ zit. aus: Koch-Westenholz 1995, 124), wäre es denkbar, dass man im Nordreich unter neuassyrischem Einfluss Saturn in ähnlicher Weise im Rahmen des königlichen Sonnenkultes verehrt hat, was freilich eine Vermutung bleibt (Albani 2000, 164-169).

3. Sterndeutung im Alten Testament

Astralkultische Praktiken im vorexilischen Israel sind an verschiedenen Stellen des Alten Testaments belegt (Dtn 4,19; Dtn 17,3; 2Kön 17,16; 2Kön 21,3ff.; 2Kön 23,5; Jer 8,2), wobei konkret von → Räucheropfern für das Himmelsheer (2Kön 23,5; Jer 19,13) sowie von Trankopfern und gebackenen Kuchen für die → „Himmelskönigin“ (Jer 7,18; Jer 44,17ff.) die Rede ist. Ob mit diesen astralen Kulten freilich auch Sterndeutung im Sinne der mesopotamischen astralen Divination oder gar der hellenistischen Tierkreisastrologie verbunden war, ist fraglich (zur langen Entwicklungsgeschichte der mesopotamischen Astrologie von der „alten Omen-Astrologie“ für König und Land hin zur individuellen „Horoskop-Astrologie“, siehe van der Waerden 1980, 242-250; von Stuckrad 2007, 59ff.). Denn Sterndeutung setzt bereits ein gewisses Niveau an astronomischem Wissen voraus, welches nach unserem bisherigen Kenntnisstand in vorexilischer Zeit noch nicht vorhanden war. So gibt es z.B. keine Zeugnisse für israelitische Beobachtungen der Planetenbewegungen am Fixsternhimmel, welche für die astrale Divination und Astrologie grundlegende Bedeutung haben. Selbst im Hinblick auf Ägypten ist umstritten, ob es vor der hellenistischen Zeit eine entwickelte Sterndeutung im Sinne der babylonischen astralen Divination gab (a.a.O. 70f.). Im Unterschied zu Israel hat man in Mesopotamien im 2. Jt. v. Chr. erst durch Jahrhunderte lange Beobachtungen der Gestirnbewegungen auf Zusammenhänge zwischen himmlischen und irdischen Phänomenen geschlossen und daraus die astrale Vorzeichenkunde entwickelt (vgl. vor allem das astrologisches Kompendium Enuma Anu Enlil).

3.1. Sterndeutung im Alten Israel?

Frühestens unter neuassyrischer oder dann neubabylonischer Oberherrschaft sind deutliche Hinweise auf einen Kontakt mit der astralen Divination Mesopotamiens erkennbar. So heißt es im Jeremiabuch:

„So spricht der Herr: Gewöhnt euch nicht an den Weg der Völker, erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels, wenn auch die Völker vor ihnen erschrecken.“ (Jer 10,2)

Auch die „Befragung“ (דרשׁ drš) der Gestirne in Jer 8,2 bezeichnet offenbar astrale Divinationspraktiken (vgl. דרשׁ drš in Jes 8,19; Jes 19,3). Dagegen haben die astralen „Zeichen“ (אֹתֹת ’otot) im priesterlichen (→ Priesterschrift) Schöpfungsbericht Gen 1,14 im Unterschied zu den Furcht erregenden „Zeichen des Himmels“ in Jer 10 sehr wahrscheinlich keine astrologische Bedeutung, denn es geht im Kontext um die Kalender- und Leuchtfunktion der Gestirne. Damit ist eine monotheistische Profanierung der bei den Babyloniern göttlich verehrten Gestirne verbunden, was wiederum im Sinne von Jer 10,2 die Furcht vor den himmlischen Zeichen verringern soll. Wahrscheinlicher ist daher mit „Zeichen“ wie bei den anderen Funktionsbestimmungen eine kalendarische Funktion gemeint. So werden z.B. in dem kalendarischen Qumrantext 4QOtot (=4Q319/259) mit „Zeichen“ bestimmte sich wiederholende Zeitpunkte für Priesterdienste in kultischen Sabbatjahrzyklen im Rahmen des heiligen Sabbatkalenders (= 364-Tage-Kalender) bezeichnet (Albani 1994, 284-295; → Qumrantexte).

3.2. Prophetie versus babylonische Sterndeutung

Die israelitische Prophetie hat sich prinzipiell kritisch zur Sterndeutung positioniert und den JHWH-Glauben als unvereinbar mit der astralen Vorzeichenkunde angesehen. Besonders der Exilsprophet Deuterojesaja polemisiert gegen die babylonische Astrologie:

„Du hast dir große Mühe gemacht mit deinen vielen Beratern; sollen sie doch auftreten und dich retten, sie, die den Himmel deuten und die Sterne betrachten, die dir an jedem Neumond verkünden, was kommt. Wie die Spreu werden sie sein, die das Feuer verbrennt. Sie können sich nicht retten vor der Gewalt der Flammen.“ (Jes 47,13f.)

Die chaldäischen Astrologen können nach Deuterojesaja den Untergang Babylons nicht voraussehen. JHWH dagegen ist der einzige zukunftsmächtige Gott, der seinen Propheten den göttlichen Geschichtsplan kundtut:

„(Ich bin es), der das Wirken der Zauberer vereitelt und die Wahrsager zu Narren macht, der die Weisen zum Rückzug zwingt und ihre Klugheit als Dummheit entlarvt, der das Wort seiner Knechte erfüllt und den Plan ausführt, den seine Boten verkünden …“ (Jes 45,25f.)

Für Deuterojesaja sind die babylonische Sterndeutung und andere mantische Künste Ausdruck menschlicher Hybris und Machtanmaßung, die darauf abzielt, einzigartig und gottgleich zu werden, was zwangsläufig die göttliche Strafe nach sich ziehen muss (Jes 47,10ff.). Zudem ist der Wille Gottes für die Propheten nicht aus den Sternen erfahrbar, sondern nur durch das Wort Gottes, welches an seine Propheten durch Auditionen und Visionen ergeht.

Diesem prophetischen Grundsatz widerspricht auch nicht die Aussage des → Danielbuches, dass der babylonische König → Nebukadnezar den weisen Daniel zum „Obersten der Wahrsagepriester, der Beschwörer, Sterndeuter und Zeichendeuter“ gemacht habe (Dan 5,11; vgl. Dtn 2,48; Dtn 4,6), denn die Offenbarung der zukünftigen geschichtlichen Ereignisse geschieht im Danielbuch nicht durch Mantik, sondern durch direkte Offenbarungen Gottes. So vermögen nicht die chaldäischen Wahrsager und Astrologen das Geheimnis des rätselhaften königlichen → Traums zu enthüllen (Dan 2,27), sondern der israelitische Prophet, der von Gott die richtige Offenbarung darüber erhalten hat (Dan 2,30.47). Wie in Jes 47,13 begegnet hier das Motiv von der Unfähigkeit der babylonischen Wahrsager und Astrologen (vgl. auch Dan 4).

3.3. Sterndeutung im Frühjudentum und im Neuen Testament?

Ebenfalls in der apokalyptischen Literatur begegnet ein ganz anderes, hoffnungsvolles astrales Motiv: Nach dem → Danielbuch (2. Jh. v. Chr.) werden die in der Religionskrise unter → Antiochus IV. Epiphanes umgekommenen Märtyrer und Gerechten zum Leben erweckt, um „wie die Sterne immer und ewig“ zu leuchten (Dan 12,3; vgl. Jes 26,19; äthHen 39,7; 104,2; Mt 13,43; Auferstehung). Bei diesem astralen Motiv symbolisieren die ‚ewig‘ strahlenden Sterne die eschatologische Hoffnung auf Unsterblichkeit im Himmelreich Gottes – eine → Jenseitsanschauung, die an die postmortale Astralisierungsvorstellung der Ägypter erinnert (s.o. 1.2.). Doch handelt es sich hierbei nicht nur um eine glanzvolle poetische Metapher für eine unvorstellbare jenseitige Wirklichkeit. Vielmehr steht dahinter konkret die alte Vorstellung vom astralen „Heer des Himmels“ (s.u. 2.3.), welches den himmlischen Thron JHWHs umgibt und ihm zu Diensten steht (1Kön 22,19; Ps 103,19ff.). So kämpfen im Danielbuch die Sterne des Himmelsheeres gegen den endzeitlichen Frevelkönig (Dan 8,9f.; vgl. Ri 5,20), der wie der babylonische Weltherrscher anmaßend seinen Thron über den „Sternen Gottes“ errichten wollte (Jes 14,12f.). Nach jüdischer Anschauung entsprechen die leuchtenden Gestirne mit ihren gesetzmäßigen Umläufen in vollkommener und vorbildlicher Weise dem göttlichen Willen:

„Alle Zeichen der Sterne und die Zeichen des Mondes und der Sonne – sie alle sind in der Hand des Herrn – was soll ich (sie) erforschen?“ (Jub 12,17).

Das vorbildliche Vertrauen Abrahams in Gottes Schöpfermacht und Herrschaft macht also astrologische Zeichendeutung überflüssig.

Auch die Erzählung vom „Stern von Bethlehem“ in Mt 2,1-11 kann nicht als theologische Rehabilitation der Astrologie angesehen werden, wie oft behauptet wird. Zwar folgen die „Magier aus dem Osten“ dem außergewöhnlichen Stern, um dem neu geborenen Messias zu huldigen. Doch spielen dabei astrologische Konstellationen und Deutungen keine erkennbare Rolle. Vielmehr kommen aus der Schrift (Mt 2,4f.) die entscheidenden Hinweise zur Auffindung des Kindes und zur Deutung der Ereignisse. Die zahlreichen Vorschläge und Theorien zur Identifikation des Sterns mit außergewöhnlichen astronomischen Ereignissen in den Jahren 7 bis 1 v. Chr. können lediglich als Mutmaßungen angesehen werden. In Mt 2 wird von einem messianischen Wunderstern erzählt, der gerade nicht bekannten astronomischen Gesetzen gehorcht, wenn er z.B. auf dem Weg nach Bethlehem plötzlich wieder auftaucht, vor den Magiern hergeht und über dem Geburtsort stehen bleibt (Mt 2,8f.).

Alttestamentlicher Verständnishintergrund für den Aufgang des Messiassterns ist mit großer Wahrscheinlichkeit die sog. Bileam-Weissagung (Num 24,17; → Bileam), wonach der messianische Heilskönig für Israel mit dem Bild eines aufgehenden „Sterns aus Jakob“ angekündigt wird. In der jüdischen Messiaserwartung wurde der aufgehende Stern zum Symbol des eschatologischen Heilskönigs (vgl. Testament Levi 18:3; Damaskusschrift 7:19-8:3), wie auch der Name Simon Bar Kochba (= Sternensohn), der als messianischer Anführer des jüdischen Aufstandes gegen die Römer im Jahre 135 n. Chr. scheiterte. Die messianische Sternsymbolik in Num 24 ist auf dem Hintergrund der ägyptischen und altorientalischen Königstheologie zu verstehen, wonach Könige und Sterne in enger Verbindung gesehen wurden (z.B. postmortale Astralisierung s. 1.2.). Jesus Christus als „Sohn Davids“ (Mt 1,1) wird im Matthäusevangelium als „König der Juden“ (Mt 27,37) verstanden, so dass seine Titulierung als „glänzender Morgenstern“ (Apk 22,16) von daher zu verstehen ist. Matthäus deutet mit der königlichen Sternsymbolik an, dass die Weissagung des Bileam erfüllt ist – wie auch die des Propheten → Micha über den künftigen messianischen „Herrscher in Israel“ (Mt 2,5f. vgl. Mi 5,1). Somit setzt sich in der bekanntesten Sterngeschichte der Bibel die astrologiekritische Tendenz des Alten Testaments fort.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Die Himmelsgöttin Nut mit Sternenkörper und der Erdgott Geb (Ägypten; Neues Reich). Aus: H. Schäfer, Weltgebäude der Alten Ägypter, Berlin / Leipzig 1928, Abb. 29
  • Abb. 2 Das Sternbild Orion. Aus: Wikimedia Commons; © Yanasaki, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-1.0; Zugriff 30.10.2014
  • Abb. 3 Das Siebengestirn. © public domain, hergestellt von der NASA
  • Abb. 4 Wettergott mit Astralsymbolen wie Mondsichel und Pleiaden (Rollsiegel, Netanya EZ IIC; 720-600 v. Chr.). Aus: O. Keel / Chr. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg, 5. Aufl. 2001, Abb. 285a; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz
  • Abb. 5 Rekonstruktion eines kreisförmigen Astrolabs mit den 12 x 3 Monatssternen. Aus: A. Schott, Das Werden der babylonisch-assyrischen Positions-Astronomie und einige seiner Bedingungen, ZDMG 88 (1934), 312, Abb. 2
  • Abb. 6 Ischtar im Sternkranz (Stempelsiegel, Aschdod EZ IIC; 720-600). Aus: O. Keel / Chr. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg, 5. Aufl. 2001, Abb. 288a; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz
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