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Lexikon

Schebitqo

Andere Schreibweise: Shebitqo ; Schabataka ; Schebitko

Angelika Lohwasser

(erstellt: Sept. 2008)

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Kuschitenzeit

1. Namen

Horus-Name: ḏd ch‘w, k3 ncht ch‘ m w3st („dessen Erscheinungen dauern, Starker Stier, der in Theben erscheint“);

Nebtj-Name: ‘3 šfjt m t3w nbw, sch‘j m3‘t mrj t3wj („dessen Ruhm groß ist in allen Ländern, der erscheinen lässt die Maat, geliebt von beiden Ländern“);

Goldhorus-Name: ‘3 chpš ḥwj pḏt 9, hrw ḥr nchtw („dessen Kraft groß ist, der die 9 Bögen schlägt, befriedigt mit Siegen“);

Thronname: ḏd k3w R‘ („dauernd sind die Kas des Re“);

Eigenname: Schebitqo.

2. Familie

Dass Schebitqo (ca. 707/6-690 v. Chr.) ein Sohn von → Schabaqo war, ist nur durch → Manetho überliefert. Darüber hinaus ist von ihm nur seine Gemahlin Arty bekannt, weder Namen der Eltern noch von Kindern Schebitqos sind erhalten. Nach Macadam sind Schebitqo und sein Nachfolger Taharqo Brüder. Jedoch ist diese Verbindung nicht gesichert.

3. Historischer Abriss

Unter dem Vorgänger von Schebitqo, Schabaqo, herrschte ein gespanntes Verhältnis zum → assyrischen Reich. Es äußerte sich vor allem in der Unterstützung von Aufständen in Syrien und Palästina gegen die Assyrer. Der 712 nach einer erfolglosen Revolte gegen die Assyrer nach Ägypten geflohene Iamani von → Aschdod wurde bald nach dem Regierungsantritt Schebitqos 706 an den assyrischen König → Sargon II. ausgeliefert. Die feindlichen Beziehungen sollten durch diese Geste des guten Willens befriedet werden. Als Sargon II. jedoch 705 starb und das gesamte assyrische Reich durch Aufstände erschüttert wurde, versuchte Schebitqo, in der Levante an Einfluss zu gewinnen (Kahn). Erst 701 hatte → Sanherib, der Nachfolger Sargons II., die Möglichkeit, sich um die Verhältnisse im Westen seines Reiches zu kümmern. Er zog in Richtung Ägypten, wobei es bei → Elteke zur Schlacht kam. Der Feldherr der ägyptischen Truppen war der spätere König → Taharqo, dem es allerdings nicht gelang, eine Entscheidung herbeizuführen. Die drohende Eroberung von → Jerusalem, das bereits von den Assyrern belagert wurde, konnte jedoch verhindert werden. Danach herrschte für zehn Jahre Frieden – zumindest ist bisher kein Militärschlag bekannt.

Schebitqo konzentrierte seine Aktivitäten auf Ägypten. Er verlegte den Regierungssitz nach → Memphis, was ein weiterer Hinweis auf den Norden als Angelpunkt des Geschehens ist und wahrscheinlich auch mit der Bedrohung durch die Assyrer zu tun hatte.

4. Denkmäler

Von Schebitqo sind nur wenige Denkmäler erhalten (Leclant). Neben Nilstandsmarken in Karnak ließ er eine Kapelle im Südosten des Heiligen Sees errichten. Diese dem → Amun geweihte Kapelle wurde von Karl Richard Lepsius nach Berlin gebracht (Ägyptisches Museum Inv. Nr. 1480). Die Kapelle für Osiris Heka-Djet, ein Gebäude aus der 23. Dyn., wurde von Schebitqo und den Gottesgemahlinnen Schepenupet I. und Amenirdis I. umgebaut.

In Luxor wurden einige Reliefs von → Ramses II. durch Schebitqo ersetzt.

In Memphis sind bisher ebenfalls nur wenige Spuren von Schebitqo belegt: ein Türpfosten, ein heute nicht mehr erhaltener Block und eine Kartusche im Serapeum tragen seinen Namen.

Aus Nubien ist nur seine Pyramide in El Kurru (Ku. 18) bekannt (Dunham). An plastischen Kunstwerken wird ihm eine kopflose Sitzstatue (Kairo; Catalogue général des antiquités égyptiennes du Musée du Caire 655) zugeschrieben sowie ein Kolossalkopf aus Rosengranit (Kairo; Catalogue général des antiquités égyptiennes du Musée du Caire 1291) (Russmann). Bei den Reliefs in den Kapellen in Karnak ist eine S-förmige Nasolabialfalte zu erkennen, die möglicherweise die Wiedergabe der Physiognomie des Königs darstellt (Mysliwiec).

Eine Stele (Kalkstein, bemalt, Edinburgh 1956.150) nennt einen Wab-Priesters des Königs, des „Guten Gottes Schebitqo, gerechtfertigt“, was einen Kult für den verstorbenen König belegt, der wohl durch den Nachfolger eingerichtet wurde.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Lexikon der Ägyptologie, Wiesbaden 1975-1992 (Artikel Schabataka)

2. Weitere Literatur

  • Dunham, D., 1950, El Kurru. The Royal Cemeteries of Kush I, Cambridge / Mass.
  • Kahn, D., 2001, The Inscription of Sargon II at Tang-i Var and the Chronology of Dynasty 25, Or 70, 1-18
  • Leclant, J., 1965, Recherches sur les monuments thébains de la XXVe dynastie, dite éthiopienne (Bibliothèque d'étude 36), Kairo
  • Morkot, R., 2000, The Black Pharaohs – Egypt’s Nubian Rulers, London
  • Mysliwiec, K., 1988, Royal Portraiture of the Dynasties XXI-XXX, Mainz
  • Russmann, E., 1974, The Representation of the King in the XXVth Dynasty (Monographies reine Elisabeth 3), Brüssel
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