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Lexikon

Samuel

Peter Mommer

(erstellt: Aug. 2006)

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1. Einleitung

1.1. Die biblischen Belege

Abb. 1 Samuel wird von seiner Mutter Hanna dem Priester Eli am Tempel von Silo übergeben (1Sam 2; Psalter des Heiligen Ludwig; 13. Jh.).

Abb. 1 Samuel wird von seiner Mutter Hanna dem Priester Eli am Tempel von Silo übergeben (1Sam 2; Psalter des Heiligen Ludwig; 13. Jh.).

Nach der Darstellung des Alten Testaments war Samuel eine prophetische Persönlichkeit, die ca. 1000 v. Chr. an der Einrichtung des Königtums beteiligt war.

Außer Mose werden keiner anderen Gestalt des Alten Testaments so viele Funktionen zugeschrieben wie Samuel (hebr. שְׁמוּאֵל Šəmū’el, Bedeutung unklar, vgl. HALAT 1438).

Die Jugendgeschichte 1Sam 1-3, als solche einzigartig im Alten Testament, zeigt ihn in der Ausbildung zum Priester bei → Eli am vermutlich im 11. Jh. v. Chr. zerstörten Heiligtum von → Silo, läuft aber schließlich eher auf eine prophetische Gestalt zu.

Als → Prophet wird Samuel in folgenden Texten dargestellt:

Tabelle: Bibelkundlicher Überblick über die Samuel-Erzählungen.

Tabelle: Bibelkundlicher Überblick über die Samuel-Erzählungen.

Tabelle: Bibelkundlicher Überblick über die Samuel-Erzählungen

Fasst man den Begriff des Propheten etwas weiter, so lassen sich auch 1Sam 13,7b-15; 1Sam 16,1-13 hier einordnen, ebenso die wenigen Erwähnungen Samuels außerhalb des → deuteronomistischen Geschichtswerks (Ps 99,6; Jer 15,1; 1Chr 11,3; 1Chr 29,29; 2Chr 35,18 sowie die sekundären Belege in 1Chr 6,12-13.18; 1Chr 26,28).

Unabhängig davon sind die Stellen, die ihn als Richter beschreiben. Dazu zählen 1Sam 8; 1Sam 10,17-27 sowie vor allem 1Sam 7,15-17, wobei hier an die Funktion eines „Kleinen Richters“ zu denken ist. So disparat das Material und so unwahrscheinlich eine solche „Ämterhäufung“ historisch auch ist, so scheint die Überlieferung doch darin übereinzustimmen, „dass Samuel an der Gründung des Reiches ein hohes Verdienst hat“ (Wildberger, 444).

1.2. Das deuteronomistische Geschichtswerk

Einer historischen Rekonstruktion der Ereignisse um die Gründung des Reiches und die Handlungsträger stehen die Texte des deuteronomistischen Geschichtswerks allerdings nicht unerheblich entgegen. Zum einen handelt es sich um Überlieferungen, die hinsichtlich ihrer Entstehungszeit und Tradentenkreise nur schwer zu bestimmen sind, zum anderen besteht in der Forschung gegenwärtig ein Dissens bzgl. des deuteronomistischen Anteils an der Entstehung des deuteronomistischen Geschichtswerks. Sah man in den Deuteronomisten früher eher Redaktoren (Noth), so werden sie, ausdifferenziert in Schichten, heute stärker als Autoren gesehen, die selbst für größere Textkomplexe verantwortlich zeichnen (Smend, Dietrich, Veijola). Teilweise wird dem Deuteronomismus heute ein sehr viel weiterer Raum gegeben und eine Ausweitung in weite Teile der alttestamentlichen Überlieferung angenommen. Daneben zeigen sich aber in der neueren Forschung auch Tendenzen, die von Noth plausibel gemachte Existenz eines deuteronomistischen Geschichtswerks zu leugnen und einen längeren, mehrschichtigen Entwicklungsprozess anzunehmen, wobei die immer weiter fortschreitende Ausdifferenzierung am Ende umschlägt und/oder einem „canonical approach“ und synchroner Exegese den Weg ebnet. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen – es wird auf die Entwicklung allgemein akzeptierter Kriterien ankommen.

1.3. Die historische Ausgangslage

Mit der veränderten exegtischen Sichtweise einher geht ein Wechsel des historischen Bezugsrahmens, vor allem für die Vorgeschichte Israels. War lange Zeit Noths Amphiktyoniehypothese, die Annahme eines relativ festgefügten Stämmeverbandes in der sog. „Richterzeit“ mit entsprechenden Institutionen maßgebend, der seine Entsprechung in altitalischen und vor allem altgriechischen Verbänden hatte und vor allem religiöser Natur war, so hat dieses Erklärungsmodell heute fast völlig ausgedient, nicht zuletzt wegen der Überfrachtung der Nothschen Hypothese, allerdings ohne dass an ihre Stelle eine echte Alternative getreten wäre (→ Amphiktyonie). Eine solche wurde versucht zu installieren mit dem Modell der „segmentären Gesellschaft“ (Sigrist, Crüsemann u.a.), das der Ethnosoziologie entstammt und verblüffende Übereinstimmungen mit der israelitischen Vorgeschichte zeigt. Allerdings ignoriert dieses sozialgeschichtlich beobachtende Modell den religiösen Faktor für die Entwicklung von Gesellschaften, was gerade für den Bereich des vorstaatlichen Israel kaum angemessen ist.

Den exegetischen und historischen Schwierigkeiten bei der Beschreibung der vorstaatlichen Phase Israels begegnet man heute mitunter auch durch das völlige Außerachtlassen dieser Periode der Geschichte Israels. So verzichten einige Werke der Überblickliteratur bereits auf eine Darstellung dieser Epoche und beginnen (frühestens) bei → David, wenn nicht noch später. Angesichts dieser Problemlage sind aber nun gerade der Übergang zur Staatlichkeit und die dabei handelnden Personen in ihrer Funktion sehr viel schwieriger zu bestimmen, als das bisher der Fall war. Bleibt man sich jedoch des hypothetischen Charakters eines solchen Unternehmens bewusst, spricht nichts gegen den Versuch, diese für das Selbstverständnis des späteren Israel maßgebende Phase zu erhellen.

2. Die Texte

2.1. 1Sam 1-3; 1Sam 7

Auch nach Ausscheiden der allgemein als sekundär erkannten Abschnitte 1Sam 2,1-11.27-36; 1Sam 3,11-14 bietet die Jugendgeschichte kein einheitliches Bild. Die Übergabe des aus → Rama stammenden Kindes an das Heiligtum in Silo lässt eine Ausbildung zum Priester erwarten. 1Sam 3,19-21 sehen Samuel aber eindeutig als Prophet. Vermutlich ist eine prophetische Samuelüberlieferung in eine ehemals selbständige Erzählung von der Zerstörung des Heiligtums in Silo, dem Verlust der Lade sowie dem Untergang der Eliden eingedrungen, die von Samuel nichts weiß. Deutliches Kennzeichen für redaktionelle Tätigkeit sind die gleichartigen, als Scharnier verwendeten Verse 1Sam 2,11b.18a.21b.26; 1Sam 3,1a.19a. Historisch verwertbar ist die Jugendgeschichte daher nur sehr bedingt. Das liegt auch am Charakter solcher Geschichten, die in der Antike vielfältig belegt sind. Sie dienen in der Regel dazu, auf die besondere Stellung des Helden bereits seit – zum Teil aber auch schon vor – der Geburt hinzuweisen und sind damit tendenzkritisch äußerst verdächtig. Unverdächtig hingegen wirken die Angaben über Samuels Abstammung: die Namen der Eltern Elkana und Hanna, die Angabe des Stammes Ephraim. Festzuhalten ist ebenso, dass eine spätere Zeit ihn als Prophet sieht.

In der prophetischen Funktion des Fürbitters erscheint Samuel in 1Sam 7,2-17. Das Kapitel wird mitunter ganz der deuteronomistischen Redaktion zugeschrieben. Da jedoch die eindeutig redaktionellen Verse 2-4 (6b.13f) inhaltlich (Fremdgötterverbot, Hinwendung zu JHWH) und sprachlich eher einer deuteronomistischen Grundschicht zuzurechnen sind, dürfte der Rest älter sein. 1Sam 7 erinnert an die Richtererzählungen und liest sich wie ein Gegenstück zu 1Sam 4. – Historisch interessant sind die abschließenden Verse 15-17a, die die Liste der sog. Kleinen Richter in Ri 10,1-5; Ri 12,7-15 nahtlos fortsetzen und mit der Notiz über Samuels Tod in 1Sam 25,1 in Verbindung stehen. Die formale Gleichartigkeit der Angaben macht es wahrscheinlich, dass 1Sam 7,15-17a; 1Sam 25,1 den Abschluss der Richterliste bildeten. Geringfügige formale Differenzen gegenüber der eigentlichen Liste dürften auf das Konto der redaktionellen Bearbeitung gehen. Samuel war somit vermutlich der letzte der Kleinen Richter (vgl. dazu unten).

2.2. 1Sam 8-12

Eine zentrale Stellung nehmen die Kap. 8-12 ein, die in dieser Form den Eindruck vermitteln, als handele es sich um einen sukzessiven Akt, an dem Samuel der Hauptanteil zukomme. Bei genauerer Betrachtung lassen sich jedoch vier Versionen vom Aufstieg → Sauls ermitteln, die ehemals selbständig und unabhängig voneinander umgelaufen sind, bevor sie wahrscheinlich schon vordeuteronomistisch zusammengestellt wurden. Auf diese vordeuteronomistische Redaktion gehen vermutlich 1Sam 9,2b.(9); 1Sam 10,14-16.26.27a.27b; 1Sam 11,7b*.12-14 zurück.

Abb. 2 Samuel salbt Saul in Rama (1Sam 10; Holbein, 16. Jh.).

Abb. 2 Samuel salbt Saul in Rama (1Sam 10; Holbein, 16. Jh.).

1) 1Sam 8 und 1Sam 10,17-27 berichten von der Wahl Sauls zum König unter direkter Beteiligung Samuels. Das Königtum wird als Gegenmodell zum korrupten Richtertum eingeführt. Letzteres wird repräsentiert durch die Söhne Samuels, die er wegen seines hohen Alters zu seinen Nachfolgern (oder Gehilfen?) eingesetzt haben soll. Das wäre allerdings ein einmaliger Vorgang und widerspräche dem „Richteramt“, wie es aus der Liste im Richterbuch (dazu siehe unten) rekonstruiert werden kann. Die Erzählung erinnert in diesem Einzelzug stark an die Vorgänge um → Eli und seine Söhne in 1Sam 1-4. Durch diesen Kunstgriff wird das Königtum in gewisser Weise legitimiert. Es widerspricht zwar Samuels Interessen, wird aber schließlich von JHWH selbst – als zweitbeste Lösung – konzediert. Sekundär eingeflossen ist das sog. Königsrecht 1Sam 8,11-18 (vgl. Crüsemann, 19-54). Zum Teil wird das gesamte Kapitel den Deuteronomisten zugerechnet. Vertreter des Schichtenmodells sehen den sog. deuteronomistischen Historiker und deuteronomistischen Nomisten am Werk (→ deuteronomistisches Geschichtswerk). Doch dürften vor allem 1Sam 8,1-5 sowie die Wahl Sauls aufgrund des Themas und der nicht-deuteronomistische Sprache älter sein, so dass mit einem älteren Text und lediglich einer deuteronomistischen Bearbeitung (1Sam 8,7-9; 1Sam 10,18b.19a) gerechnet werden kann.

2) In 1Sam 10,17-27* schimmert eine zweite Erzählung durch, die nur noch rudimentär vorhanden ist und von der Wahl Sauls aus dem Militär heraus berichtet (1Sam 10,19b*.21b*.22f.24.a). Bei dem vorausgesetzten Wahlmodus ist es zwingend erforderlich, dass alle zur Wahl Stehenden auch tatsächlich anwesend sind – anders funktioniert dieses System nicht. Wenn Saul trotzdem nicht anwesend ist, so ist das der jetzigen literarischen Darstellung geschuldet. Samuel spielt in dieser vermutlich relativ alten Version keine Rolle. Historisch verwertbar dürfte die gesamte Überlieferung von Kap. 8 kaum sein. Zum einen zeigt sie starke Legitimierungstendenzen hinsichtlich des Königtums – als letztendlich von JHWH akzeptierte Ablösung des unfähigen Richtertums –, zum anderen war das Richteramt nicht erblich, von einer Nachfolge der Samuelsöhne kann also nicht gesprochen werden.

3) Einen ganz anderen Geist atmet die Überlieferung von 1Sam 9,1-10,16. Es ist allgemein anerkannt, dass hier eine Grunderzählung mit einer stärker theologischen Überarbeitung vorliegt (W. Richter, L. Schmidt). Die Grundschicht weiß nichts von Samuel, sondern erzählt von einem anonymen Seher, der dem noch als jugendlich vorgestellten Saul ein besonderes Charisma verheißt und wegen des speziellen Interesses an der Person Sauls relativ alt sein dürfte. Die Überarbeitung, die ebenfalls noch in vordeuteronomistischer Zeit anzusetzen ist, identifiziert den Seher mit dem jetzt stärker prophetisch gezeichneten Samuel. Sie berichtet von der Salbung Sauls zum Nagid (einem Beauftragten Gottes; Luther: „Fürst“). Aufgrund der Entwicklungsgeschichte von 1Sam 9,1-10,16 ist die Überlieferung nicht geeignet, Samuels historische Rolle näher zu bestimmen.

4) Das gilt auch – entgegen der früher allgemein vertretenen Auffassung (vgl. etwa Wildberger) – für 1Sam 11. Dieser Erzählung kommt für die tatsächlichen Ereignisse um die Königserhebung Sauls die Hauptrolle zu. Danach wird Saul nach einer erfolgreichen militärischen Aktion gegen die Ammoniter die dauernde Führerschaft Israels angetragen. Es besteht weitgehend Einigkeit in der Forschung, dass die Samuel betreffenden Verse 1Sam 11,7b*.12-14 redaktioneller Natur sind und somit Samuel an diesem Akt nicht beteiligt war. – 5) Das deuteronomistische Bild Samuels sowie eine grundsätzliche Stellungnahme zum Königtum bietet 1Sam 12, eine der großen, das deuteronomistische Geschichtswerk gliedernden rein deuteronomistischen Neuschöpfungen. Solche deuteronomistischen Kapitel mit theologischer Schwerpunktsetzung an Wendepunkten der Geschichte Israels finden sich u.a. in Jos 23 und Jos 24; 1Kön 8 und 2Kön 17. Samuel wird darin als Richter (1Sam 12,1-9) mit prophetischen Zügen geschildert. Im Wunsch nach dem Königtum wird ein Mangel an Vertrauen in JHWH gesehen (1Sam 12,6-13), gleichzeitig wird aber auch eine Zukunft unter dem Königtum eröffnet. Kriterium für das gelingende Leben des Volkes wie des Königs vor Gott wird der Gehorsam sein (1Sam 12,14-15). Dabei handelt es sich um ein Grundthema deuteronomistischer Theologie, weshalb das einheitliche Kap. 12 insgesamt eher dem deuteronomistischen Historiker als dem deuteronomistischen Nomisten (so aber Veijola) zugerechnet werden dürfte.

2.3. 1Sam 13,7b-15; 1Sam 15

Interessant sind die beiden überlieferungsgeschichtlich verwandten sog. „Verwerfungsgeschichten“. Beide berichten von einem Konflikt zwischen Samuel und Saul, der in Gilgal ausgetragen wird und eine religiöse Thematik als Ursache hat. Beiden Erzählungen gemein ist auch, dass diese Ursache ein wenig künstlich wirkt.

1) 1Sam 13,7b-15 ist aufgrund der Lokalisation und des nahtlosen Anschlusses von 1Sam 13,7a an 1Sam 13,16 im Kontext sekundär; zudem besteht eine redaktionelle Verknüpfung zu 1Sam 10,8. Danach hat Samuel sich die Initiative im Kampf gegen die Philister vorbehalten. Da Saul aber in eine kritische Situation gerät, ist er gezwungen, bereits vor dem Eintreffen des sich verspätenden (!) Samuel mit den Vorbereitungen zu beginnen. Der Text zeigt damit zwei Ebenen. Auf der pragmatischen Ebene ist das Handeln Sauls nicht nur nachvollziehbar, sondern sogar dringend geboten. Jeder strategisch klar denkende Mensch hätte in dieser Situation nicht anders gehandelt. Saul ist durch die Umstände geradezu zum Handeln gezwungen. Auf der zweiten, theologischen Ebene sieht die Sache anders aus. Entscheidend sind hier die v13f*, die in 13b.14b* deuteronomistisch überarbeitet wurden. Der entscheidende Faktor ist der strikte Gehorsam Sauls Samuel gegenüber, der letztendlich Gott repräsentiert. Anders als in Kap. 15 steht aber nicht die Person Sauls im Zentrum der Verwerfung, sondern das „Haus“ Sauls. Mit 1Sam 13,7b-15, das innerhalb der sehr positiven eigentlichen Saulüberlieferung 1Sam 13-14 steht, wird somit eine Dynastiebildung von vornherein verunmöglicht. Aufgrund der Künstlichkeit des Vorwurfs wird man mit einer literarischen Bildung rechnen müssen.

2) Das gilt auch für 1Sam 15, in dem der Konflikt Samuel - Saul seinen Höhepunkt erreicht. Saul hat im Zusammenhang eines Amalekiterfeldzuges das strikte Banngebot – allerdings durchaus in guter Absicht – nicht eingehalten und wird dafür von Samuel im Auftrag JHWHs persönlich zur Rechenschaft gezogen. Der → Bann (hebr. cheræm) gehört zu den Institutionen des JHWH-Krieges (oder des „Heiligen Krieges“). Die dahinter stehende Idee besagt, dass eigentlich JHWH den → Krieg, der ein reiner Verteidigungskrieg ist, führt (und gewinnt) und Israel nur die Funktion einer Hilfstruppe hat. Dementsprechend gehört die Beute eines solchen Krieges JHWH. Auch diese Erzählung ist in dieser Form konstruiert; sie gruppiert sich um die entscheidenden 1Sam 15,22f herum und benutzt traditionsgeschichtlich vorgegebene Themen (Feindschaft gegen die Amalekiter, Bann). Samuel wird in ihr deutlich als Prophet gezeichnet, der dem König JHWHs Willen ansagt. Mit 1Sam 15 (1Sam 15,24-29 sind sekundär) wird das die weitere Geschichte durchziehende Thema des Konflikts zwischen Prophet und König vorab dargestellt. Man wird aufgrund der Theologie von 1Sam 15 sowie der Sprache die Erzählung etwa im 9./8. Jh. ansetzen können. Das Bild Samuels erinnert an 1Sam 7. Historisch verwertbar sind beide Erzählungen kaum. Das gilt aber möglicherweise nicht für die überlieferungsgeschichtliche Grundlage, die hinter ihnen steht. In beiden unableitbar bleiben die problematische Lokalisation in Gilgal, der Auslöser des Konflikts sowie der Konflikt selbst. Wenn die Gründe für den Konflikt auf der literarischen Ebene nicht sachlich zwingend sind, so muss dieser Konflikt selbst historisch sein. Wie erklärt er sich dann aber, zumal 1Sam 8-12 so deutlich positiv gestimmt sind?

2.4. 1Sam 16,1-13; 1Sam 19,18-24; 1Sam 28,3-25

Abb. 3 Samuel salbt David (1Sam 16; Wandmalerei in der Synagoge von Dura Europos; 3. Jh.).

Abb. 3 Samuel salbt David (1Sam 16; Wandmalerei in der Synagoge von Dura Europos; 3. Jh.).

Die → Aufstiegsgeschichte Davids (1Sam 16 bis 2Sam 5), das älteste zusammenhängende Geschichtswerk des Alten Testaments, beginnt in 1Sam 16,1-13 mit der Salbung Davids durch Samuel. Die Zugehörigkeit dieser Erzählung zur Aufstiegsgeschichte ist umstritten. Zu beobachten ist, dass 16,1-13 bis in Einzelzüge hinein eine Parallele zu 1Sam 9,1-10,16 bietet. Nur ist es statt Saul jetzt David, der von Samuel im Auftrag JHWHs gesalbt wird. Das passt vorzüglich zum übrigen Stoff der Aufstiegsgeschichte, die stets David auf Kosten des als glücklos, krank (selbst bei vorsichtiger Auswertung der Angaben ergibt sich das Bild eines manisch-depressiven Menschen) und von Gott verlassenen Saul (das ist die theologische Interpretation des Phänomens – Gottes Geist hat Saul verlassen und ein böser Geist hat von ihm Besitz ergriffen) herausstellt. Da darüber hinaus theologische Begriffe fehlen, die Sprache unauffällig ist und viel Lokalkolorit durchscheint, spricht mehr dafür, in 16,1-13 (v1 mit redaktioneller Verknüpfung zu Kap. 15) den Beginn der Aufstiegsgeschichte zu sehen.

Dafür spricht auch, dass sich innerhalb dieser Erzählung in 1Sam 19,18-24 eine weitere Samuel-Saul-David-Erzählung findet, die sich ebenso an 9,1-10,16, hier vor allem an das Sprichwort „Ist auch Saul unter den Propheten?“ und die dort in Aussicht gestellten Zeichen orientiert. Liest man 1Sam 16,1-13 und 1Sam 19,18-24 zusammen, so bieten sie ein genaues Gegenstück zu 9,1-10,16 und legitimieren damit David. Da es sich um eine rein literarische Bildung handelt, ist für das Samuelbild kein neuer Ertrag in Sicht. Immerhin scheint dem Verfasser (ca. Mitte 10. Jh.) Samuel aber ein Mann von entsprechender Autorität gewesen zu sein.

Abb. 4 Erscheinung des toten Samuel (1Sam 28; Benjamin West; 18. Jh.).

Abb. 4 Erscheinung des toten Samuel (1Sam 28; Benjamin West; 18. Jh.).

Von ganz anderer Art und singulär im Alten Testament ist 1Sam 28,3-25, die Erzählung von der Beschwörung des toten Samuel durch Saul bzw. eine Totenbeschwörerin (die sog. „Hexe von En-Dor“), die erst durch die deuteronomistische Redaktion (v3.17-19a*) ihren heutigen Platz gefunden hat. Dabei handelt es sich eigentlich um eine Saul-, nicht um eine Samuelerzählung, die in sich nicht ohne Spannungen ist. So soll zwar Samuel beschworen werden, herauf steigt aber ein Unterweltsnumen, das erst durch bestimmte Zeichen als Samuel erkannt wird. Unklar ist auch die Rolle der Frau, die zwar den Geist heraufholen soll, dann aber doch nicht beteiligt ist. Denkbar ist eine überlieferungsgeschichtlich ältere Fassung, nach der Saul ein Unterweltsnumen mittels einer ba‘alat ’ōb, einer Totenbeschwörerin, über sein Schicksal befragt. Diese alte Erzählung haftet an dem Ort → En-Dor und ist von großer Sympathie für den vor der Entscheidungsschlacht verzweifelten Saul. Die Identifikation des Numens mit dem Geist des toten Samuel sowie die dieser mantischen Praxis kritisch gegenüberstehende Haltung dürften auf das Konto einer prophetischen Bearbeitung gehen, die aber wegen der insgesamt noch recht moderaten Kritik – anders als im Dtn oder Heiligkeitsgesetz – etwa im 9./.8. Jh. anzusetzen ist. Dieser Zeit gilt Samuel als Autorität und Mentor Sauls.

3. Die Rolle Samuels bei der Entstehung des Königtums

Die Beantwortung der Frage nach Person und Funktion Samuels hängt im wesentlichen ab von der Beurteilung der einschlägigen Texte. Auch wenn es hier bisher erhebliche Differenzen vor allem hinsichtlich des deuteronomistischen Anteils gab, so ist sich die Forschung doch im Prinzip darüber einig, dass Samuel ein hohes Verdienst an der Errichtung des israelitischen Königtums zukommt. Die Texte, vor allem 1Sam 8-12, scheinen das auf den ersten Blick zu bestätigen. Zwei „Ämter“ Samuels lassen sich ausmachen:

Einerseits gibt es einen breiten Traditionsstrom, der Samuel als Propheten sieht. Das zieht sich hinunter bis Ps 99,6, Jer 15,1 oder die Chronik. Dieser breite Strom dürfte auch nach dem oben skizzierten Durchgang durch die Texte Richtiges treffen, wenngleich für die Frühzeit Israels der Begriff Prophet nicht im Sinne späterer Kult- oder Schriftpropheten verwendet darf. Vielleicht wäre die neutralere Bezeichnung „Gottesmann“ (vgl. 1Kön 17,18 u.ö.) angemessener, oder man sollte noch vorsichtiger von einer charismatischen Persönlichkeit sprechen, wie sie auch für die Frühzeit anderer Kulturen außerhalb Israels belegt sind.

Konkreter zu fassen ist die Richterüberlieferung. Es besteht relative Einigkeit darüber, dass Samuel aufgrund der Notizen in 1Sam 7,15-17a; 1Sam 25,1 als letzter in die Reihe der Kleinen Richter gehören könnte (→ Kleine Richter). Problematischer ist die inhaltliche Füllung dieses „Amtes“. Handelt es sich um eine gesamtisraelitische Führungsfunktion, wie sie auch in anderen segmentären Gesellschaften bzw. im Rahmen amphyktionischer Verbände bekannt ist (Noth, Boecker, Thiel), oder ist der Richter nur ein „Verwaltungsbeamter“ einer kleineren Einheit ohne Einfluss auf das Leben der Stämmegemeinschaft (Richter). Damit zusammen hängt die Frage, was die Größe „Israel“ vorstaatlich bedeutet. Da es keinen zwingenden Grund gibt, das Objekt „Israel“ aus der Liste zu tilgen, und der Übergang von der vorstaatlichen zur staatlichen Zeit relativ reibungslos zu verlaufen scheint, ist die Annahme einer wie auch immer gearteten Verbindung, die sich schließlich auch in bestimmten Institutionen manifestiert haben dürfte, nicht von der Hand zu weisen. Der „Richter Israels“ könnte solch ein Repräsentant Israels gewesen sein, der zwar ohne Machtmittel ausgestaltet war, aber aufgrund seiner persönlichen Integrität und seines Charismas die Stämme vertreten konnte. Diese Sicht der Dinge passt vorzüglich zu dem Samuel, der sich aus den Texten erheben lässt. Es fiel auf, dass 1Sam 8-12 in ihrem älteren Bestand von einer positiven Rolle Samuels bei der Königserhebung Sauls nichts wissen. Das gilt vor allem für 1Sam 11. Eine Beteiligung Samuels ist damit geradezu ausgeschlossen. Statt dessen gibt es ältere Nachrichten von einem Konflikt zwischen beiden (1Sam 13,7b-15; 1Sam 15). Stimmen diese Beobachtungen, fügen sie sich gut in ein Gesamtbild ein. Der Vertreter des vorstaatlichen Israel steht dem Vertreter der neuen staatlichen Ordnung von vornherein kritisch gegenüber. Dass Spätere, ob im Nordreich oder im davidischen Juda ein Interesse daran haben, eben diese neue Ordnung durch die Beteiligung Samuels zu legitimieren, liegt auf der Hand.

Der Richter Samuel dürfte damit also eher ein Gegner der neuen Institution Königtum gewesen sein. Saul ist danach ohne Beteiligung Samuels zum König (oder sollte man besser von einem „chiefdom“ sprechen?) geworden. Dies geschah wahrscheinlich in etwa so, wie 1Sam 11 die Dinge darstellt. Saul wird im Anschluss an eine erfolgreiche militärische Aktion gegen die Ammoniter die dauerhafte Führerschaft angetragen, ähnlich wie → Jephta in Ri 11. Es ist allerdings damit zu rechnen, dass Saul zu diesem Zeitpunkt bereits einige (kleinere) militärische Erfolge in der Auseinandersetzung mit den Philistern zu verzeichnen hatte und zumindest in Mittelpalästina bekannt war. Die Geschichte vom noch jungen Viehhirten, auf den der Geist Gottes kommt und der so zu einer Heldentat begabt wird, erinnert zu sehr an die Rettergeschichten des Richterbuches und ist durch einschlägige Motive geprägt, als dass die Einzelzüge für historische Rückschlüsse von Wert sein könnten.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Samuel wird von seiner Mutter Hanna dem Priester Eli am Tempel von Silo übergeben (1Sam 2; Psalter des Heiligen Ludwig; 13. Jh.).
  • Abb. 2 Samuel salbt Saul in Rama (1Sam 10; Holbein, 16. Jh.).
  • Abb. 3 Samuel salbt David (1Sam 16; Wandmalerei in der Synagoge von Dura Europos; 3. Jh.).
  • Abb. 4 Erscheinung des toten Samuel (1Sam 28; Benjamin West; 18. Jh.).
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