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Lexikon

Paddan Aram

Edgar Kellenberger

(erstellt: Juli 2010)

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1.Name

Die sprachliche Herkunft der Orts- oder Landschaftsbezeichnung פַּדַּן אֲרָם paddan ’ǎrām, die von → Septuaginta und → Vulgata sowie in deren Gefolge von manchen modernen Bibelübersetzungen (z.B. der Lutherbibel) mit „Mesopotamien“ wiedergegeben wird, ist sehr unsicher. Hauptsächlich werden zwei Vermutungen geäußert:

1) Mit Blick auf das akkadische Wort pad(d)ānu „Weg“ könnte Paddan Aram „Weg / Route nach Aram (d.h. Nordmesopotamien bzw. Nordsyrien)“ bedeuten. Dies wäre eine Sachparallele zum Ortsnamen → Haran, der ebenfalls „Weg“ bedeutet.

2) Im Aramäischen bedeutet paddānā „Ochsengespann“ oder „Pflug“. Paddan Aram könnte auf „pflügbares Land“ hinweisen. In Hos 12,13 begegnet mit שְׂדֵה אֲרָם śədeh ’ǎrām „Gefilde Arams“ eine analoge Landschaftsbezeichnung.

2. Biblische Überlieferung

Paddan Aram kommt ausschließlich im Buch Genesis vor. Zehnmal (sowie im gleichen Sinn paddan ohne ’ǎrām einmal in Gen 48,7) wird damit eine nordmesopotamische Gegend bezeichnet. Alle diese Stellen werden üblicherweise der → Priesterschrift zugeschrieben, die die → Erzelterngeschichte in manchen Einzelheiten anders erzählt als die übrigen Genesis-Texte. Paddan Aram erscheint erstens als die Heimat von → Rebekka und ihrem Bruder → Laban (Gen 25,20) sowie deren Verwandten. Zweitens schickt → Isaak seinen Sohn → Jakob nach Paddan Aram, also in die Heimat von dessen Mutter Rebekka, damit dieser dort für sich eine Ehefrau findet, die keine Kanaanäerin sein darf (Gen 28,2-7). In Paddam Aram heiratet er → Lea und → Rahel. Von ihnen und ihren Mägden → Silpa und → Bilha werden ihm dort zwölf Söhne sowie die Tochter Dina geboren (Gen 35,23-26; Gen 46,15). Von Paddan Aram zieht Jakob dann mit ihnen und viel Habe wieder zurück nach Kanaan zu seinem Vater Isaak (Gen 31,18; Gen 33,18; Gen 35,9).

3. Lage

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Karte zur Lage von Paddan Aram.

Es ist höchst unsicher, ob die betreffenden Texte überhaupt ein Interesse an einer genaueren geographischen Lokalisierung haben. Der Name Paddan hat sich eventuell im mittelalterlich dokumentierten Tell Feddān erhalten, einem Dorf in der Nähe von → Haran.

Lexikonartikel

  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich u.a. 1991-2001
  • The Anchor Bible Dictionary, New York 1992

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Karte zur Lage von Paddan Aram. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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