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Lexikon

Mekal

Klaus Koenen

(erstellt: Sept. 2006)

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1. Mekal als Name eines eigenständigen Gottes

Aus: A. Rowe, The Four Canaanite Temples of Beth-Shan (Beth-Shan II:1), Philadelphia 1940, Pl. IV

Abb. 1 Die Mekal-Stele.

Mekal ist vielleicht der Name eines Gottes, der in → Bet-Schean verehrt wurde. Bezeugt ist dieser Gott auf einer kleinen, hieroglyphisch beschrifteten Stele, die heute in Jerusalem im Rockefeller-Museum steht (Kopie im Israel-Museum). Diese sog. Mekal-Stele stammt aus Bet-Schean, und zwar aus einem nördlichen Nebenraum des Eingangskorridors der Tempelanlage der Späten Bronzezeit IB (Str. IXB / R1b; 1450-1400 v. Chr.), wo man sie in der Nähe eines Podiums gefunden hat.

Der ägyptische Beamte Pa-re-em-heb hat sie einst für seinen Vater, den Architekten Amen-em-apt, aufgestellt und „m‘-k3r (= semit. mkl), dem großen Gott, dem Herrn von Bet-Schean“ gewidmet, der dem Vater Leben, Wohlstand und Gesundheit gewähren sollte. Im Bildteil der Stele stehen Vater und Sohn mit zur Verehrung erhobenen Armen und einer Lotusblume in der linken Hand vor Mekal, der auf einem ägyptischen Thron sitzt und als Zeichen der Macht ein w3s-Zepter in der Linken und ein Lebenszeichen in der Rechten hält. Syrisch-palästinischer Tradition entsprechen der Bart und die hohe, konische Mütze mit zwei langen, hinten herabhängenden Bändern und Hörnern über der Stirn. Durch die sitzende Haltung erscheint Mekal als Gott des El-Typs, und damit entspräche er einer vergoldeten Bronzefigurine, die man in der Nische von Hof 1234 des Tempels der Späten Bronzezeit IB gefunden hat (Str. IXB / R1b; 1450-1400 v. Chr.).

Mekal wird vielleicht auch auf dem Fragment einer Fayenceschale genannt: … m’]k3rGott b3[tšr … „… Me]kal, Gott von Be[t-Schean …“ (Rowe 1940, Pl. 67A 4,5).

Die Funde haben dazu geführt, dass die ganze Tempelanlage als Heiligtum des Gottes Mekal gedeutet wurde.

2. Mekal als Epitheton eines Gottes

Da ein Gott namens Mekal sonst nicht bezeugt ist, wird auch die These vertreten, mit Mekal sei ein unter anderem Namen bekannter Gott gemeint.

Baal. Daraus, dass in Skythopolis, dem späteren Namen Bet-Scheans, besonders Dionysos verehrt wurde, hat man gefolgert, dass der alte Stadtgott eine dem Dionysos entsprechende Baal-Hadad-Gestalt war (→ Baal). Dafür hat man auch eine Darstellung der Anat aus Str. VII angeführt. Mekal wird dann nicht als Name, sondern als Epitheton mit der Bedeutung „Sieger“ (< jkl „siegen“) verstanden.

Reschef. Speziell als Gestalt des → Reschef kann man den Gott angesichts der Krone mit ihren Bändern sowie der ebenfalls möglichen Deutung von Mekal als „Vertilger“ (< klj „vertilgen“) oder „Fresser“ (< ’kl „fressen“) betrachten. Dafür hat man auch die Gottesbezeichnung ršp mkl angeführt, die in Zypern seit dem 4. Jh. v. Chr. mehrfach bezeugt ist, jedoch vor eigene Probleme stellt.

Unklar ist, ob wir es mit einem zwei Götter verbindenden Identifizierungsnamen zu tun haben oder mit Reschef als dem Gott eines bestimmten Ortes (Amyklae?; so die griechische Übersetzung in einer zweisprachigen Inschrift; s. KAI Nr. 37-40). Letzteres würde bedeuten, dass mkl kein Gottes-, sondern ein Ortsname wäre und mit dem Gott von Bet-Schean auf keinen Fall etwas zu tun hätte. Aber auch im ersten Fall liegt zwischen den Funden ein großer zeitlicher Abstand.

Gegen die Verbindung mit Reschef spricht, dass Reschef immer stehend dargestellt wird (nur in einem Ausnahmefall sitzt er, jedoch bewaffnet und in kämpferischer Pose). Lässt sich eine Verbindung zu Reschef nicht herstellen, hätten wir es bei Mekal mit einer selbständigen Gottheit zu tun (Cornelius, 25f). Aber vielleicht ist die Reschef-Gottheit hier deshalb so untypisch mit Thron und Herrscherinsignien statt mit Waffen dargestellt, weil sie als Stadtgott an der Spitze des lokalen Pantheon erscheint (Weippert, 295).

Auf jeden Fall zeigt die Stele: Ägypter haben an lokalen Kulten teilgenommen.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

  • Cornelius, I., 1994, The Iconography of the Canaanite Gods Reshef and Ba‘al (OBO 140), Freiburg (Schweiz) / Göttingen
  • Eggler, J., Art. Mekal, in: Iconography of Deities and Demons: Electronic Pre-Publication (Stand: 26.10.2005)
  • Lipiński, E., Resheph Amyklos (Studia Phoenicia 5), Leuven 1987
  • Niehr, H., Religionen in Israels Umwelt (NEB.E 5), Würzburg 1998
  • Rowe, A., The Topography and History of Beth-Shan (Beth-Shan I), Philadelphia 1930
  • Rowe, A., The Four Canaanite Temples of Beth-Shan (Beth-Shan II:1), Philadelphia 1940
  • Thompson, H.O., Mekal. The God of Beth-Shan, Leiden 1970
  • Weippert, H., Palästina in vorhellenistischer Zeit (Handbuch der Archäologie: Vorderasien II/1), München 1988

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Die Mekal-Stele. Aus: A. Rowe, The Four Canaanite Temples of Beth-Shan (Beth-Shan II:1), Philadelphia 1940, Pl. IV
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