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Maße / Gewichte (AT)

Mathias Winkler

(erstellt: Sept. 2016)

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Abb. 1 Gewichtsteine wurden zum Abwiegen mit einer Tellerwaage verwendet. Häufig wurden sie mit einer Gewichtsangabe beschriftet.

Das Alte Testament stellt seine metrologischen Systeme nicht systematisch dar. Die Verhältnisse der Maß- und Gewichtseinheiten zueinander werden kaum entfaltet; absolute Angaben fehlen ebenso. Für eine Rekonstruktion ist man auf mesopotamische und ägyptische metrologische Systeme und auf archäologische Funde angewiesen. Auch die Mischna und die beiden Talmudim stellen Quellen dar, die aber aufgrund des zeitlichen und teils geographischen Abstandes nur mit Vorsicht herangezogen werden können. Insgesamt sind Schwankungsbreiten von ± 5-10% oder mehr anzunehmen. Zudem ist es schwierig, bestimme Maß- und Gewichtssysteme sicher einer bestimmten Zeitperiode zuzuordnen.

1. Maße

1.1. Längenmaße

Im Alten Testament werden vorrangig Längenmaße verwendet, die von Körperteilen und deren Länge abgeleitet sind. Dieses Verfahren zur metrischen Bestimmung ist in vielen frühen Kulturen weltweit verbreitet, birgt jedoch den Nachteil, dass die so gewonnenen Längenmaße angesichts unterschiedlicher Körpergrößen mehr oder minder starken Schwankungen unterliegen. Dazu kommen Schwankungen je nach Ort und Zeitperiode. Insofern sind Umrechnungen alttestamentlicher Maße in heutige Maßsysteme nur näherungsweise möglich.

1.1.1. Systemische Längenmaße

1.1.1.1. Elle. Im Alten Testament ist die Elle (hebr. אָמָּה ̓ammah; griech. πῆχυς pēchys) das gebräuchlichste Längenmaß (vgl. Gen 6,15-16; Gen 7,20; Ex 25,10.17.23; 1Kön 7 u.ö.). Zu ihrer Abmessung dient die Distanz zwischen dem Ellbogen und den Fingerspitzen. Sie dürfte ca. 44-45cm lang sein.

Neben dieser „normalen“ Elle findet sich im Alten Testament eine weitere Elle: Nach Ez 40,5; Ez 43,13 gab es eine zweite Elle, die um eine Handbreite länger war. Diese „längere“ Elle wäre ca. 52cm lang und entspräche in etwa der ägyptischen königlichen Elle mit 52,5cm. Sechs solcher „längerer“ Ellen machen nach Ez 40,5 ein Rohr (hebr. קָנֵה qāneh) aus.

Die Angaben in Ez 40,5; Ez 43,13 sind für eine Rekonstruktion der Länge einer Elle nicht unproblematisch. Man kann nämlich nicht einfach voraussetzen, dass die „normale“ Elle, für die dort eine Länge von sechs Handbreiten angegeben wird, die Elle ist, die in all den anderen Texten, die von einer Elle sprechen, gemeint ist. Zudem lässt sich nicht eindeutig zeigen, dass die „längere“ Elle aus sieben Handbreiten bewusst die ägyptische Elle aufnimmt, auch wenn diese ebenfalls sieben Handbreiten umfasst (Powell 900). Die Rekonstruktion der Ellenlängen steht aufgrund ihrer hypothetischen Voraussetzungen auf unsicherem Grund.

Die Elle wird trotz ihrer geringen Größe auch für größere Längenangaben und Entfernungen gebraucht (z.B. 25.000 Ellen Länge und 10.000 Ellen Breite in Ez 45,1; vgl. Jos 3,4; 2Kön 14,13; 2Chr 25,23; Neh 3,13; Ez 45,2-6; Ez 47,3-5). Dies deutet darauf hin, dass die Elle das primäre und bedeutendste Längenmaß darstellte.

1.1.1.2. Spanne. Das nächstkleinere Längenmaß nach der Elle ist die Spanne (hebr. זֶרֶת zæræt; griech. σπιθαμή spithamē; Ex 28,16; Ex 39,9; 1Sam 17,4; Jes 40,12; Ez 43,13). Sie erstreckt sich von der Daumenspitze zur Spitze des kleinen Fingers der gespreizten Hand. Sie ist etwa eine halbe Elle, also ca. 22,5cm lang.

1.1.1.3. Handbreite. Die Handbreite (hebr. טֹפַח ṭofaḥ; griech. παλαιστή palaistē) ist ein Sechstel der Elle lang, also ca. 7,5cm (Ex 25,25; Ex 37,12; Ez 40,5; Ez 40,43; Ez 43,13). Gemessen wird sie an der Fingerbasis der vier Finger (ohne Daumen) einer Hand.

1.1.1.4. Fingerbreite. Die kleinste Maßeinheit zur Längenangabe ist die Fingerbreite (hebr. עֶצְבַּע ‘æṣba‘; griech. δάκτυλος daktylos; Jer 52,21). Sie entspricht einem Viertel der Handbreite, ist also rund 1,9cm lang.

Diesem System insgesamt liegt damit die Entsprechung 24 Finger = 1 Elle zugrunde. Dieses Verhältnis ist im Mittelmeerraum und im Alten Vorderen Orient gut bezeugt.

1.1.1.5. Stadie. In hellenistischer Zeit wird die alexandrinische Stadie (griech. στάδιον stadion) als Längenmaß gebraucht, die rund 185m lang ist. 2Makk 12,29 gibt die Distanz zwischen Jerusalem und Skytopolis / Bet-Schean mit 600 Stadien an, was der Entfernung von 110km fast exakt entspricht. Die Länge einer Schoene (griech. σχοῖνoς schoinos; 2Makk 11,5) wird in den Quellen mit 60, 48, 40 oder 30 Stadien unterschiedlich angegeben, sodass deren exakte Länge ungewiss bleibt.

1.1.2. Nicht-systemische Längenmaße

Zur Angabe größerer Entfernungen und Distanzen gibt es im Alten Testament keine genauen Angaben oder Maßeinheiten.

1.1.2.1. Tagesreise. Mit der Tagesreise (hebr. דֶּרֶךְ יוֹם dærækh jôm) werden Reisedistanzen angegeben (Gen 30,36; Gen 31,23; Ex 3,18; Ex 5,3; Ex 8,23; Num 10,33; Num 11,31; Num 33,8; Dtn 1,2; Jon 3,3). Je nachdem, ob man den Weg zu Fuß oder auf einem Reittier zurücklegte, wird eine Tagesreise 10-40km betragen haben. Topographische oder klimatische Bedingungen beeinflussten jedoch die an einem Tag zurückgelegte Strecke nicht unerheblich. Aus assyrischen Quellen ist bekannt, dass die Armee an einem Tag rund 20km zurücklegen konnte.

1.1.2.2. Bogenschuss. Eine kürzere Distanz stellt der Bogenschuss (hebr. מְטַחֲוֵי קֶשֶׁת mәṭaḥǎwê qæšæt; Gen 21,16) dar und mag 60-120m betragen. Hagar entfernt sich einen Bogenschuss weit vom in der Wüste ausgesetzten Säugling Ismael, um dessen Tod nicht mit ansehen zu müssen. Der Bogenschuss als Längenangabe zeigt hier an, dass der Säugling außer Seh- und Hörweite Hagars ist.

1.1.2.2. Landeserstreckung. Die Erstreckung des Landes (hebr. כִּבְרַת־אֶרֶץ kivrat ̓æræṣ; Gen 35,16; Gen 48,7; 2Kön 5,19) ist eine sehr grobe Angabe. Sie kann mehrere hundert Meter oder einige Kilometer umfassen.

1.1.2.3. Gomed. Ein unbekanntes Längenmaß ist גֹּמֶד gomæd, das nur in Ri 3,16 belegt ist. Es gibt die Länge des Schwertes an, mit dem der Richter → Ehud den Moabiterkönig → Eglon ersticht. Insofern ist das גֹּמֶד gomæd sicherlich keine besonders lange Maßeinheit.

1.2. Flächenmaße

Eine eigene Maßeinheit für das Flächenmaß gibt es im Alten Testament nicht. Häufig werden die Abmessungen der Länge und Breite einer Fläche angegeben (1Kön 6,2-3; 2Chr 4,1; Ez 40,47.49; Ez 41,2.4). Aber auch Durchmesser und Umfang werden zur Flächenangabe gebraucht (1Kön 7,23; 2Chr 4,2).

1.2.1. Joch. Daneben findet sich das Joch (hebr. צֶמֶד ṣæmæd) als Maßeinheit für Flächen (Jes 5,10). Es bezeichnet die Fläche an Land, die ein Rindergespann an einem Tag pflügen kann. Die exakte Fläche eines Jochs ist nicht bekannt, aber das entsprechende iugerum aus römischer Zeit umfasste 0,2523ha.

1.2.2. Sea. Die Fläche eines Feldes kann auch in Abhängigkeit von einer bestimmten Menge Saatgut angegeben werden. Die Menge einer Einheit an Saatgut für eine bestimmte Fläche wird im Alten Testament als Sea (hebr. סְאָה sə’āh; griech. σάτον saton) bezeichnet (1Kön 18,32). Für die alttestamentliche Zeit ist die einem Sea entsprechende Fläche nicht genau bestimmbar. Nach Auskunft beider Talmudim (Babylonischer Talmud, Traktat Eruvin 23b; Jerusalemer Talmud, Traktat Sota 5,3; Text Talmud) entspricht 1 Sea Saatgut 2500 Quadratellen, was bei einer Ellenlänge von 44-45cm ca. 484-506,25m2 ergibt.

1.2.3. Furche. 1Sam 14,14 erwähnt neben dem Joch auch noch die Furche (hebr. מַעֲנָה ma‘ǎnāh). Die Maßangaben in diesem Vers sind allerdings schwer verständlich. Die Mischna (Ohalot 17,1) gibt für die Furche eine Länge von 100 Ellen und einen Inhalt von 4 Sea (= 10.000 Quadratellen = 1936-2025 m2) an. Fasst man 1Sam 14,14 so auf, dass die Furche die Seitenlänge eines Jochs bildet, so wäre das Verhältnis von Sea zu Joch mit ca. 4:1 anzusetzen. Dies kann zwar nicht als gesichert gelten, erscheint aber unter Einbezug einer Schwankungsbreite vor dem Hintergrund des römischen iugerum mit 2523m2 als durchaus plausibel.

1.3. Hohlmaße

Während eine Rekonstruktion vorexilischer Hohlmaßsysteme schwierig ist, ist dies für die nachexilische Zeit recht gut möglich, zieht man rabbinische Quellen heran.

1.3.1. Hohlmaße für Festes

Für die Bemessung des Volumens fester Stoffe waren wohl bis in frühnachexilische Zeit zwei Systeme verbreitet: Das dezimale System Homer – Efa – Gomer (Verhältnis 1:10:100) und das hexadezimale System Kor – Sea – Kab (Verhältnis 1:30:180).

1.3.1.1. Homer („Haufen“) / Kor („Sack“). Ein Homer (hebr. חֹמֶר ḥomær [„Esel“]; griech. κόρος koros) gibt ursprünglich die Last an, die ein Esel tragen kann (Ex 8,10; Lev 27,16; Num 11,32; Jes 5,10; Ez 45,11-14; Hos 3,2), was ca. 200l betragen mag. Ein Kor (כֹּר kor; griech. κόρος koros; 1Kön 5,2.25; 2Chr 2,9; 2Chr 27,5; Esr 7,22; Ez 45,14) scheint dasselbe Volumen wie ein Homer zu haben, ist aber in vorexilischen Texten nicht belegt.

1.3.1.2. Letech. Diese Einheit (hebr. לֵתֶךְ letækh) kommt nur in Hos 3,2 vor. Sie umfasst nach Auskunft der Mischna ein halbes Homer, also rund 100l.

1.3.1.3. Efa („Scheffel“). Am weitesten verbreitet ist das Hohlmaß Efa (hebr. אֵיפָה ̕êfah; griech. οἰφί oiphi; Ex 16,36; Lev 5,11; Lev 6,13; Lev 19,36; Num 5,15; Num 28,5; Ri 6,19; 1Sam 1,24; 1Sam 17,17; Jes 5,10; Ez 45,10-14; Ez 46,5-14; Am 8,5; Mi 6,10; Spr 20,10; Rut 2,17). Es fasst 1/10 eines Homer / Kor, also ca. 20l. Dies passt sehr gut zu Ez 45,11, wo Bat und Efa gleichgesetzt werden. Allerdings ist beim Efa mit großen Schwankungsbreiten im Alten Testament zu rechnen, da offenbar auch kleinere Mengen damit bezeichnet werden (Lev 23,17; Lev 24,5; Ri 6,19; Rut 2,17-18; 1Sam 1,24; 1Sam 17,17-18). Dtn 25,14-15; Sach 5,6-10 (Ez 45,10?) nennen Efa nicht als Maßeinheit, sondern als Messinstrument.

1.3.1.4. Sea („Maß“). Ein Sea beträgt 1/3 des Volumens eines Efa, also ca. 6,7l (Gen 18,6; 1Sam 25,18; 2Kön 7,1.16-18).

1.3.1.5. Gomer („Krug“) / Zehntel. Ein Gomer (hebr. עֹמֶר ʻomær; griech. γομόρ gomor) entspricht 1/10 eines Efas (Ex 16,36). Diese Maßeinheit ist nur in der Perikope vom Mannawunder belegt (Ex 16,16-36). Sie umfasst so viel, wie eine Person pro Tag an Nahrung benötigt. Durch außerbiblisches Vergleichsmaterial dürfte dies etwa 1,5-2l Mehl / Getreide betragen. Dem Volumen eines Gomer dürfte das Zehntel (hebr. עִשָּׂרוֹן ʻiśśarôn; griech. δέκατον dekaton) entsprechen, das vor allem in Texten mit liturgischen Anweisungen vorkommt (Ex 29,40; Lev 14,10.21; Lev 23,13.17).

1.3.1.5. Kab („Handvoll“). Diese Einheit (hebr. קַב qav; griech. κάβος kabos) beträgt 1/18 eines Efas und ist nur in 2Kön 6,25 belegt; sie entspricht etwa 1,2l.

1.3.1.6. Drittel. Unbekannt ist das Hohlmaß שָׁלִישׁ šalîš. Es gibt das „Drittel“ einer nicht genannten Hohlmaßeinheit an (Jes 40,12; Ps 80,6).

1.3.2. Hohlmaße für Flüssiges

Die Verhältnisse der Flüssigkeitsmaße im Alten Testament werden nicht expliziert; man muss hierzu auf rabbinische Quellen zurückgreifen. Dabei ist unklar, ob diese die nachexilischen Verhältnisse einigermaßen treffend widerspiegeln.

1.3.2.1. Bat („Eimer“). Der Bat (hebr. בַּת bat; griech. βάτος batos; 1Kön 7,26.38; 2Chr 2,9; 2Chr 4,5; Jes 5,10; Ez 45,10-14) ist das größte Flüssigkeitshohlmaß und beträgt in der späten Eisenzeit ca. 22l, worauf die Gleichsetzung von Efa und Bat in Ez 45,11 und archäologische Funde hinweisen.

Krüge aus dem 8. Jh. v. Chr. aus Bet-Mirsim und → Lachisch tragen die Inschrift bt lmlk. Diese fassten ca. 22l. lmlk-Krüge aus dem 7. Jh. v. Chr. haben ein Volumen von 39-52l. Nimmt man an, dass diese lmlk-Krüge je etwa 2 Bat enthielten, so würde dies im Durchschnitt 1 Bat zu ca. 22,5l ergeben. Ein weiterer Fund aus Beerscheba unterstützt dies ebenfalls: Dort wurde ein Krug mit der Aufschrift ḥṣj lmlk „Hälfte des Königsmaßes“ gefunden, der ca. 1,2l fasst. Dies entspricht der Hälfte eines Zehntels des königlichen Bats. Auch ein Vergleich mit der ägyptischen Metrologie zu jener Zeit weist in dieselbe Richtung.

1.3.2.2. Hin („Krug“). Der Hin (hebr. הִין hîn; griech. ἴν in / εἴν ein; Ex 29,40; Ex 30,24; Lev 19,36; Lev 23,13; Num 15,4-10; Num 28,5-14; Ez 4,11; Ez 45,24; Ez 46,5-14) entspricht 1/6 Bat und hat ein Volumen von ca. 3,7l. Die Mischna kennt den Hîn allerdings auch als ¼ Bat, was ca. 5,5l entspräche.

1.3.2.3. Log („Becher“). Der Log (hebr. לֹג log; griech. κοτύλη kotylē; Lev 14,10-24) ist 1/12 Hîn und umfasst ca. 0,3l.

Für die nachexilische Zeit ist evtl. mit einem größeren Bat zu ca. 32-36l zu rechnen, wenn man die Wüstenzeit-Maßangaben in den rabbinischen Quellen zur Rekonstruktion gebraucht. Entsprechend würden der Hîn ca. 6l und der Log ca. 0,5l fassen. Dem entgegen steht aber Ez 45,11, wo Efa und Bat gleichgesetzt werden.

2. Gewichte

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Abb. 2 Gewichtssteine in dekorativer Form.

Gewichte bestanden im antiken Israel aus Stein, weshalb sie auch als Stein (hebr. אֶבֶן ̓ævæn) bezeichnet werden (Lev 19,36; Dtn 25,13.15; Spr 11,1; Spr 16,11). Selten waren sie aus Glas. Auch zoomorphe Objekte oder Skarabäen wurden vereinzelt zum Wiegen gebraucht. Gewogen wurden Metalle oder Fertigprodukte; Lebensmittel wurden mit Hohlmaßen gemessen. Eine Normierung der Gewichte geschah durch Gewohnheit und regionalen Brauch, aber auch durch Institutionen wie den königlichen Palast (2Sam 14,26) oder Heiligtümer (Ex 30,13).

Ab dem 8. Jh. v. Chr. scheint in Juda folgendes Gewichtssystem in Gebrauch gewesen zu sein:

2.1. Schekel („Taler“). Die Grundeinheit des Gewichtssystems stellt der Schekel (hebr. שֶׁקֶל šæqæl; griech. σίκλος siklos) dar (z.B. Gen 23,15-16; Ex 21,32; Ex 38,24-29; Lev 5,15; Num 3,47.50; Jos 7,21 u.ö.). Archäologische Funde bezeugen dessen Durchschnittsgewicht mit ca. 11,3g (Schwankungsbreite 11-13g). Der königliche Schekel betrug wahrscheinlich einen Doppelschekel. Archäologisch belegt sind Gewichtssteine zu 400, 40, 16, 8, 2, 0,5 und 0,25 Schekel.

בֶּקַע bæqa‘ (griech. δραχμή drachmē; Gen 24,22; Ex 38,26) bezeichnet einen Halbschekel (ca. 6g). Einen Viertelschekel (ca. 3g) bezeichnet die Einheit רֶבַע ræva‘ (Ex 29,40; 1Sam 9,8).

2.2. Gera. Die kleinste Gewichtseinheit ist der Gera (hebr. גֵּרָה gerāh; griech. ὀβολός obolos; Ex 30,13; Lev 27,5; Num 3,47; Num 18,16; Ez 45,12), die in priesterlichen Texten vorkommt und 1/20 Schekel wiegt (ca. 0,5g). Ursprünglich mag sein Gewicht 1/24 Schekel betragen haben, worauf archäologische Funde hindeuten.

2.3. Talent / Mine. Größere Gewichtseinheiten sind das Talent (hebr. כִּכָּר kikkār; griech. τάλαντον talanton; Ex 25,39; Ex 37,24; Ex 38,24-29; 2Sam 12,30; 2Kön 5,5.22-23; 2Kön 15,19; Sach 5,7) zu 3000 Schekel (ca. 34kg) und die Mine (hebr. מָנֶה mānæh; griech. μνᾶ mna; 1Kön 10,17; Esr 2,69; Neh 7,70-71; Ez 45,12) zu je 50 Schekel (ca. 565g) in Palästina bzw. zu je 60 Schekel (ca. 678g) im babylonischen Gebiet (Ez 45,12; Esr 2,69; Neh 7,70-71 meinen die babylonische Mine).

2.4. Pim. Bei dieser Gewichtseinheit (hebr. פִּים pîm; 1Sam 13,21) handelt es sich wahrscheinlich um den philistäischen Schekel (ca. 7,8g), vielleicht aber auch um einen 2/3 Schekel.

2.5. Unbekannt sind die Gewichtseinheiten Kesita (hebr. קְשִׁיטָה qəšîṭāh; Gen 33,19; Jos 24,32; Hi 42,11) und Peres (aram. פְּרֵס pəres; Dan 5,25-28).

Denkbar ist, dass seit der Perserzeit das babylonische hexadezimale Gewichtssystem übernommen, aber gleichzeitig dezimal umgewandelt wurde.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie, Berlin 1928ff
  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Lexikon der Ägyptologie, Wiesbaden 1975-1992
  • Biblisches Reallexikon, 2. Aufl., Tübingen 1977
  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich u.a. 1991-2001
  • The Anchor Bible Dictionary, New York 1992
  • Dictionary of Judaism in the Biblical Period. 450 B.C.E. to 600 C.E., New York 1996
  • Eerdmans Dictionary of the Bible, Grand Rapids 2000
  • Archaeological Encyclopedia of the Holy Land, New York / London 2001
  • Calwer Bibellexikon, Stuttgart 2003
  • Sozialgeschichtliches Wörterbuch zur Bibel, Gütersloh 2009

2. Weitere Literatur

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  • Ernst, M. / Arzt-Grabner, E. / Naumann, P., 2009, Art. Maße und Gewichte, in: F. Crüsemann u.a. (Hgg.), Sozialgeschichtliches Wörterbuch zur Bibel, Gütersloh, 364-368
  • Ben-David, A., 1968, The Talmud was Right! The Weight of the Biblical Shekel, PEQ 100, 145-147
  • Ben-David, A., 1974, Talmudische Ökonomie. Die Wirtschaft des jüdischen Palästina zur Zeit der Mischna und des Talmud I, Hildesheim / New York
  • Kletter, R., 1991, The Inscribed Weights of the Kingdom of Juda, TA 18, 121-163
  • Kletter, R., 1998, Economic Keystones. The Weight System of the Kingdom of Juda (JSOT.S 276) Sheffield
  • Mittmann, S., 1991, „Königliches bat“ und „tet-Symbol“. Mit einem Beitrag zu Micha I,1b und I Chronik 4, ZDPV 107, 59-76
  • Renz, J., 1995, Maße, Gewichte und Ziffern, in: J. Renz / W. Röllig (Hgg.), Handbuch der althebräischen Epigrafik II/1, Darmstadt, 435-438

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Gewichtsteine wurden zum Abwiegen mit einer Tellerwaage verwendet. Häufig wurden sie mit einer Gewichtsangabe beschriftet. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Gewichtssteine in dekorativer Form. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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