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Lexikon

Maimonides, Moses

(1138-1204)

Frederek Musall

(erstellt: Febr. 2009)

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1. Leben

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Abb. 1 Maimonides-Denkmal in Cordoba (Spanien).

Der jüdische Philosoph, Arzt und Rechtsgelehrte Moses Maimonides (arab. Abū ‘Imrān Mūsa ibn Majmūn al-Qurtubī; hebr. Mošeh ben Maimon; Akronym RaMBaM) gilt als der einflussreichste jüdische Denker des Mittelalters. Geboren wurde er vermutlich am 30.3.1138 im andalusischen Córdoba. Sein Vater und Lehrer Rabbi Maimon ben Josef (gest. um 1165), ein Schüler von Rabbi Josef ben Me’ir Migaš ha-Lewi (1077-1141) fungierte als dajjan („Richter“) am dortigen rabbinischen Gerichtshof. Im Jahre 1148 eroberte die nordafrikanische Berberdynastie der so genannten Almohaden (arab. al-mutawaḥḥidūn) die Stadt. Im Zuge ihrer politischen Konsolidierungsphase forderten die neuen Machthaber die córdobarischen Juden und Christen auf, zum Islam zu konvertieren. Daraufhin entschied sich Maimonides’ Familie, Córdoba und, um das Jahr 1160, schließlich das südspanische al-Andalūs ganz zu verlassen. Im gleichen Jahr ließen sie sich im marokkanischen Fez nieder, das zwar ebenfalls zum almohadischen Herrschaftsgebiet gehörte, wo aber liberalere Zustände als in al-Andalūs herrschten. Hier erhielt Maimonides eine umfangreiche Ausbildung, welche nicht nur das Studium rabbinischer Schriften umfasste, sondern auch den Erwerb diverser naturwissenschaftlicher Kenntnisse (Astronomie, Mathematik, Physik) und das Studium der Medizin beinhaltete.

Im Jahre 1165 verschlechterte sich die religionspolitische Lage in Fez. Vor den jetzt auch hier einsetzenden Verfolgungen durch die Almohaden floh Maimonides’ Familie zunächst nach Palästina, wo vermutlich Maimonides’ Vater Rabbi Maimon ben Josef starb, bevor sie schließlich ins ägyptische Fustat (heute Al Fusṭāṭ im Süden Kairos) kam. Hier bestritt Maimonides seinen Lebensunterhalt als Arzt. 1183/85 wurde er an den ajjūbidischen Herrscherhof in Kairo gerufen, wo er zu einem der Leibärzte von Kadi al-Fadil (1131-1199), dem Großwesir Sultan Saladins (reg. 1171-1193), aufstieg.

1177 wurde Maimonides offizielles Oberhaupt der Gemeinde von Fustat und übernahm das Amt des Vorsitzenden des lokalen rabbinischen Gerichtshofes. Er führte vermutlich den Titel des „Oberhauptes der Juden“ (hebr. nagid, arab. ra’īs al-jahūd) und durch seine Autorität begründete sich die dynastische Linie der maimonidischen negidim, deren letzter Vertreter David Maimonides II. (um 1335-1415) war. Unter den Juden Nordafrikas galt er als die zentrale halachische Autorität seiner Zeit.

Maimonides starb vermutlich am 13. Dezember 1204 in Fustat. Seine sterblichen Überreste wurden später in Tiberias bestattet.

2. Werk

Maimonides’ Ruf gründet im Wesentlichen auf zwei Werken: Der Wiederholung der Lehre (hebr. Mišneh Torah) und dem Wegweiser der Verwirrten (arab. Dalālat al-ḥā’īrīn; hebr. Moreh Nevuchim).

2.1. Der Religionskodex „Mischneh Torah“

Der Religionskodex Mischneh Torah ist das halachische Hauptwerk des Moses Maimonides, welches er nach zehnjähriger Arbeit im Jahre 1178 in Ägypten abschloss. Nach dem Vorbild vergleichbarer Kodifikationen, wie sie durch seine muslimischen Zeitgenossen vorgenommen wurden, war Maimonides bestrebt, eine einheitliche Rechtspraxis zu etablieren. In seinem ehrgeizigen Unterfangen ordnete und systematisierte er die gesamte halachische Literatur – Mišnah, die beiden Talmudim, die Tosefta und die Schriften der Geonim – mit der erklärten Absicht, das Studium der traditionellen Rechtsquellen durch die Einführung seines Kodex zu ersetzen. Dabei wurden offene Rechtsdiskurse von Maimonides zum Zweck der Klärung und Vereinheitlichung entschieden. Bereits zu seinen Lebzeiten führte dies zu heftiger Kritik. Andere Gelehrte warfen ihm beispielsweise vor, dem traditionell flexiblen Rechtsdiskurs ein Ende setzen zu wollen und die Halachah ohne die Angabe von rabbinischen Quellen zu kodifizieren. Ebenso rief sein Versuch, rationale Begründungen für die Gebote (hebr. ta’amê ha-miṣwot) anzugeben, an einigen Stellen erbitterte Opposition hervor.

Die Mischneh Torah ist in 14 Bücher unterteilt, welche 83 unterschiedliche Themenbereiche behandeln und insgesamt rund 1000 Kapitel umfassen. Dabei kodifizierte Maimonides – im Gegensatz zu den anderen großen jüdischen Kodifikatoren wie etwa seinem Vorgänger Rabbi Jehudah Alfassi (Akronym RIF, 1013-1103) – auch jene Gesetze, welche hinsichtlich ihrer zeitlichen und örtlichen Praxis nicht mehr aktuell waren (wie beispielsweise die zum Tempelkult). Ihrer Aufteilung in 14 Bände verdankt die Wiederholung der Lehre auch ihre alternative Bezeichnung als Jad (abgeleitet vom hebräischen Zahlwort J“D, 14) oder Jad Chazaqah („Starke Hand“). Eine weitere Besonderheit der Wiederholung der Lehre ist die klare und einfache hebräische Sprache, die dem Stil der Mišnah nachempfunden und dadurch einzigartig unter den mittelalterlichen Kodifikationen ist. In dem ersten Buch der Mischneh Torah, dem so genannten Buch der Erkenntnis (hebr. Sefer ha-Madda‘), legt Maimonides zudem bereits vor Abfassung seines philosophischen Hauptwerkes Wegweiser der Verwirrten in verständlicher Weise Grundzüge seines philosophischen Systems dar.

2.2. Das philosophische Hauptwerk „Wegweiser der Verwirrten“

Engl. Übersetzung von Michael Friedländer.

Das philosophische Hauptwerk des Moses Maimonides ist der ursprünglich auf Arabisch verfasste Wegweiser der Verwirrten (arab. Dalālat al-ḥā’īrīn; hebr. Moreh Nevuchim), welcher zwischen 1180 und 1190/91 in Fustat entstand. Das Werk spiegelt nicht nur das stark von der aristotelischen Philosophie geprägte, persönliche Weltbild des Maimonides wieder, sondern liefert zugleich auch ein Zeugnis von den philosophischen Traditionen seiner ursprünglichen Heimat al-Andalūs. Wie der programmatische Titel andeutet, soll das Werk den so genannten „Verwirrten“ als Leitfaden dienen. Mit jenen meint Maimonides Menschen, welche einerseits in der jüdischen Tradition verwurzelt sind, sich aber andererseits auch durch ein bestimmtes Wissen der philosophischen Wissenschaften auszeichnen. In der wörtlichen Bedeutung des biblischen Textes erkennen sie aber nur zu oft einen deutlichen Widerspruch zu den rationalen Vernunftwahrheiten und Erkenntnissen der Philosophie, weswegen ihnen die Konfrontation der vermeintlich unvereinbaren Weltbilder zum Verhängnis zu werden droht.

Der literarischen Form nach ist der Wegweiser der Verwirrten als Brief konzipiert, welchen Maimonides an seinen Schüler Josef ben Jehudah ben Šime’on (gest. 1226) adressiert. Dieser hatte bis zu seinem Weggang aus Ägypten unter der Leitung seines Lehrers die diversen Wissenschaften wie Mathematik, Astronomie, Physik studiert und verkörpert damit auch gewissermaßen den idealen Lesertypus. Maimonides legitimiert seinen Wegweiser der Verwirrten als ein Projekt, welches ihm erlaube, den Unterricht in schriftlicher Form fortzusetzen. Das Werk richtet sich folglich an eine philosophisch gebildete Elite, die aufgrund ihrer besonderen Vorkenntnisse die spezifischen Inhalte richtig zu deuten und zu verstehen vermag (1. Buch, Einl.).

Der Wegweiser der Verwirrten ist in drei Bücher aufgeteilt, in welchen philosophische Inhalte wie Physik, Metaphysik und Ethik thematisiert werden, um mittels der maimonidischen Hermeneutik schließlich als Kerngehalte jüdischen Glauben ausgemacht zu werden, etwa wenn Maimonides einleitend die beiden rabbinischen Begriffe ma’aseh berešit („Schöpfungswerk“, nach Gen 1f.) und ma’aseh merkavah („Thronwagenwerk“, nach Ez 1,26) mit aristotelischer Physik bzw. Metaphysik identifiziert. Für Maimonides ist der aus der Konfrontation von Glaubens- und Vernunftwissen resultierende Zustand der „Verwirrung“ primär sprachlicher Natur. Daher widmet sich Maimonides im 1. Buch eingehend der Erklärung diverser biblischer Homonyme (Kap. 1-43). Diese deutet er als Metaphern und Allegorien, deren wahre innere Bedeutung, die er mit „goldenen Äpfel in silbernen Schalen“ (nach Spr 25,11) vergleicht, es zu entziffern gilt. Die äußere „silberne Schale“, d.h. die wörtliche Bedeutung, ist dabei nicht ganz nutzlos, denn Maimonides spricht ihr durchaus eine sittlich-pädagogische Funktion zu. In einem weiteren wichtigen Teil führt Maimonides seine Gotteslehre aus und entwickelt über die Beweise für die Existenz, Einheit und Unkörperlichkeit Gottes seine so genannte „negative Theologie“ (46-61), nach der Gott keine positiven Attribute zugesprochen, sondern allenfalls nur negative Aussagen über Gott (etwa: Gott ist NICHT schwach) gemacht werden können. In den letzten sechs Kapiteln des 1. Buches (Kap. 71-76) formuliert Maimonides eine scharfe Kritik an der rationalen (muslimischen) Theologie, dem so genannten Kalām, welche seinerzeit auch in jüdischen Kreisen verbreitet und populär war.

Dem 2. Buch stellt Maimonides die 26 aristotelischen Prämissen voran, welche er als grundlegend für seine System erachtet und mit denen er sich in den darauf folgenden Kapiteln eingehend auseinandersetzt. Hier findet sich auch die berühmte Aussage, dass sich Maimonides in der in der mittelalterlichen Philosophie grundsätzlich diskutierten Frage, ob die Welt nun ewig oder erschaffen sei, für den biblischen Schöpfungsbericht entscheidet, da diese Frage für ihn letztlich nicht wissenschaftlich beweisbar sei (Kap. 22). Abschließend behandelt er die Prophetie (Kap. 32-48) und entwirft wie bereits sein muslimischer Vorgänger und Vorbild Al-Fārābī (870-950) in einem prophetischen Stufenschema, in dem Maimonides zwischen elf Graden von Prophetie unterscheidet, den Idealtypus eines Propheten-Philosophen.

Das 3. Buch beginnt mit einer eingehenden und phantastisch anmutenden Interpretation von → Ezechiels Thronwagenvision (Kap. 1-7), welche Maimonides als einen Ausdruck der damaligen (d.h. zu Ezechiels Zeiten bestehenden) Astronomie deutet. Für ein philosophisches Werk ungewöhnlich ist seine ausführliche Behandlung über den Sinn der biblischen Ge- und Verbote (Kap. 25-34), die er in 14 Klassen gliedert (Kap. 35-49), was jedoch nicht seiner in der Mischneh Torah vorgenommenen Einteilung entspricht. Primäres Ziel und Funktion des Gesetzes ist für Maimonides im Rahmen des Wegweisers der Verwirrten die Bekämpfung des Götzendienstes, was nicht nur seinen radikalen Antianthropomorphismus, sondern auch die für ihn bestehende Aktualität des Gesetzes erklärt. In den letzten vier Kapiteln des Buches (Kap. 50-54) führt Maimonides den eigentlichen Endzweck des Gesetzes aus, welches von ihm gewissermaßen zur Voraussetzung der Gotteserkenntnis erklärt wird. Hierzu beschreibt er zunächst in dem berühmten Palastgleichnis 7 Klassen von Menschen, welche sich an unterschiedlichen Orten in und um den Palast herum aufhalten und damit in einem bestimmten räumlichen Verhältnis zum Sultan (d.h. Gott) stehen. Im übertragenen Sinne bedeutet dies: Je mehr ein Mensch also weiß, desto näher ist er folglich Gott. Die dem Menschen mögliche Vollkommenheit und damit Glückseligkeit liegt also für Maimonides in der Erkenntnis Gottes, mit welcher er letztlich aber nicht etwa die direkte Gottesschau, sondern die Erkenntnis von Gottes barmherzigem Wirken in der Schöpfung meint.

2.3. Weitere Werke

Weitere wichtige Werke sind: 1) Der ursprünglich auf Arabisch verfasste und im Jahr 1167/68 abgeschlossene Kommentar zur Mišnah (hebr. Peruš ha-Mišnah), der als wichtige Vorstudie zu seinem Gesetzeskodex Mischneh Torah betrachtet werden kann und unter anderem die rezeptionsgeschichtlich bedeutsamen Acht Kapitel (arab. Ṯamāniat fuṣūl, hebr. Šemoneh Peraqim) enthält, in welchen Maimonides den Versuch einer Synthese zwischen griechisch-aristotelischer und rabbinischer Weisheitslehre unternimmt; 2) das in Fez verfasste Sendschreiben über die Heiligung des Namens (hebr. Iggeret Qidduš ha-Šem) sowie 3) das 1172 entstandene Sendschreiben in den Jemen (arab. al-Risāla al-Jamanijja, hebr. Iggeret Teiman), die beide Maimonides’ gemeindepolitisches Engagement dokumentieren.

Die Authentizität der um 1191 datieren Abhandlung über die Frage der Auferstehung der Toten (hebr. Ma’amar Techijat ha-Metim) gilt dagegen wissenschaftlich als umstritten (Goldfeld 1986).

3. Wirkung

1. Der Religionskodex des Maimonides, die Mischneh Torah, konnte sich letztlich als einer der zentralen autoritativen halachischen Texte behaupten. Auch wenn sich die eigentliche Absicht des Maimonides, nämlich mit der Mischneh Torah ein vereinheitlichtes und damit verbindliches Rechtssystem zu schaffen, nicht erfüllte, so gilt sie als grundlegend für spätere Kodifikationen wie etwa den Schulchan Aruch („Der gedeckte Tisch“) von Rabbi Joseph Karo (1488-1575), auf welchen sie nicht zuletzt auch einen sprachlichen Einfluss ausübte. Bereits zu Maimonides’ Lebzeiten entstanden zahlreiche Kommentare zur Mischneh Torah, die den meisten Ausgaben als Glossen beigefügt wurden. Als wohl wichtigster Kommentar gelten die kritischen Bemerkungen des provençalischen Talmudisten und Kabbalisten Rabbi Abraham ben David aus Posquières (Akronym RABaD, um 1125-1198), welche Teil der Standardausgabe der Wiederholung der Lehre sind.

2. Der Wegweiser der Verwirrten wurde noch zu Maimonides’ Lebzeiten von Samu’el ibn Tibbon (1161-1232) aus dem Arabischen ins Hebräische übersetzt (1204 vollendet). Diese hebräische Übersetzung stellt bis heute die „kanonische“ hebräische Textversion als Moreh Nevuchim dar. Eine zweite, eher literarische hebräische Übersetzung wurde von Ibn Tibbons Zeitgenossen Jehudah al-Charizi (1170-1235) angefertigt. Letztere lieferte auch die Basis für zwei lateinischen Übersetzungen, eine frühe Anonyme (Dux Neutrorum seu Dubiorum, entstanden etwa zwischen 1220 u. 1240), sowie die Doctor Perplexorum betitelte Ausgabe von Johannes Buxdorf II aus dem Jahre 1629.

Rezeptionsgeschichtlich ist der Wegweiser der Verwirrten als ein Phänomen einzustufen, da er während des Mittelalters in drei unterschiedlichen Sprachen und drei unterschiedlichen religiös-kulturellen Kontexten wahrgenommen wurde. In seiner hebräischen Rezeption ist er einerseits Gegenstand zahlreicher scharfer Kontroversen gewesen (Maimonidische Kontroverse), setzte andererseits aber überhaupt erst den thematischen und methodologischen Standard jüdischen Philosophierens. Ferner folgten auf die hebräischen Übersetzungen des Wegweisers der Verwirrten die Übersetzung zahlreicher weiterer arabisch-griechisch philosophischer Werke. Im lateinischen Westen, vor allem in Spanien, Südfrankreich und Italien, bildeten sich Zentren maimonidisch geprägter Gelehrsamkeit. Insbesondere durch die hebräische Übersetzung der Schriften von Maimonides’ muslimischen Landmann Averroes (arab. Ibn Rušd, 1126-1198) erfuhr der Wegweiser der Verwirrten eine interessante Umdeutung und beeinflusste durch diese neue Lesart jüdische Philosophen wie Isaak Albalag (2. Hälfte 13. Jh.), Lewi ben Geršom (lat. Gersonides, 1288-1344) und Moses Narboni (1300-1362). Dagegen kritisierte Anfang des 15. Jahrhunderts der katalanische Rabbiner Don Chasdai Crescas (1340-1412) entschieden die Abhängigkeit des maimonidischen Systems von der aristotelischen Physik. In der so genannten „östlichen Exegese“ (Fenton 2000), welche durch Maimonides’ Sohn Abraham ben Maimon (1186-1237) eingeleitet wurde, kann dagegen von einer mystisch motivierten Deutung des Werkes gesprochen werden. Auch wenn der im lateinischen Westen als „Rabbi Moyses“ bekannte Maimonides mittelalterliche Philosophen wie Albertus Magnus (1200-1280), Thomas von Aquin (1225-1274) und Meister Eckhart (1260-1328) durch seinen Syntheseversuch von aristotelischer Philosophie und (jüdischer) Religion oder die von ihm vertretene negative Theologie stark und nachhaltig beeinflusste, galt er bei den scholastischen Autoren eher als Theologe denn als Philosoph. Durch sein Werk erhielten die christlichen Theologen zudem einen ersten Zugang zu rabbinischen Quellen. Eine Besonderheit stellt auch die Rezeption des Werkes bei muslimischen Autoren dar, wie etwa der Kommentar des Muhammad al-Tabrizī (13. Jh.) zu den 26 aristotelischen Prämissen belegt. Maimonides übte einen großen Einfluss auf das jüdische Denken weit über das Mittelalter hinaus aus, was sich u.a. in den religionsphilosophischen Werken von Salomon Maimon (1753-1800), Nachman Krochmal (1785-1840) und Hermann Cohen (1842-1918) sowie bei modernen Denkern wie Rabbi Joseph Dov Soloveitchik (1903-1993) und Jeshajahu Leibowitz (1903-1994) widerspiegelt.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

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  • Religion in Geschichte und Gegenwart, 4. Aufl., Tübingen 1998-2007
  • Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (im Internet)

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Maimonides-Denkmal in Cordoba (Spanien). © public domain
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