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Lexikon

Levi / Leviten

Antje Labahn

(erstellt: Aug. 2014)

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Levi ist einer der 12 Söhne → Jakobs, bei denen es sich um die Ahnväter der gleichnamigen 12 Stämme Israels handelt (→ Stämme). „Leviten“ (entweder הַלְוִיִּם „die Leviten“ oder בְּנֵי לֵוִי „die Söhne Levis“) kann einerseits genealogisch Mitglieder des Stammes Levi bezeichnen, andererseits funktional Bedienstete am (Jerusalemer) Tempel. Im → Deuteronomium zählen die Leviten mit → Witwen und Waisen zu den sozial Schwachen. Die deuteronomistische Formulierung „levitische Priester“ wirft die Frage nach dem Verhältnis von Leviten und Priestern auf, die beispielsweise zu der These geführt hat, dass die Leviten die Priester lokaler Heiligtümer waren, die durch die Kultzentralisation des judäischen Königs → Josia (622 v. Chr.) an den Jerusalemer Tempel versetzt wurden. In der Priesterschrift bilden die Leviten den niederen Klerus. Die chronistische Tradition schreibt ihnen sehr verschiedene Funktionen zu, vor allem am Tempel, aber auch in der staatlichen Verwaltung; sie erscheinen z.B. als Musiker, als bewaffnete Wachen und als Schreiber; schließlich dürfen sie sogar selbstständig Opfer darbringen und damit als Priester agieren, sowie als Propheten, Lehrer und Schriftinterpreten auftreten. Hinter den unterschiedlichen Kompetenzzuweisungen stehen wohl Streitigkeiten in der Zeit des Zweiten Tempels.

1. Zur Etymologie von „Levi / Leviten“

Levi ist der dritte Sohn → Jakobs (Gen 29,34; Gen 35,23; Gen 49,5; Ex 1,2), hervorgegangen aus der Ehe mit → Lea. Im Alten Testament selbst findet sich keine Namenserklärung für „Levi“, weder in der Geburtsanzeige Leas über die Söhne Jakobs (Gen 29,34) noch im Levispruch in Gen 49,5-7 (in der Form von Jakobs letzen Worten). Wahrscheinlich leitet sich der Name von לוה lwh Nif. „anschließen“ ab, so dass der Name einen Anhänger Jahwes bezeichnet (Schreiner 1961, 993f; Neef 2003a, 827). Nach Kellermann (1984, 503, dort auch weitere Ableitungsmöglichkeiten: 501-506) handelt es sich dabei allerdings eher um ein Wortspiel als um eine Deutung des Namens.

Diese Leerstelle wird erst in der frühjüdischen Literatur gefüllt. Jub 31,16 erklärt den Namen Levi als „der dem Herrn anhängt“. Berger (1981, 478) sieht darin eine Anspielung an den Begriff לִוְיָה „Kranz / Krone“ und interpretiert Levi als ein maskulines Pendant zur Weisheit als Krone der Schöpfung (vgl. Spr 1,9; Spr 4,9). Möglich wäre auch, das „Anhangen an Gott“ aus dem Kontext Jub 31,14 zu erklären und als Ausdruck einer engen Verbindung von Levi (bzw. der Leviten) zu Gott zu verstehen (VanderKam 2000, 546f; s.u. 6.1.); so der Midrasch Exodus Rabba 1,5.

Etymologische Namensdeutungen bietet das frühjüdische Aramäische Testamentum Levi (ATL 11,2-9; vgl. Labahn 2010, 61f) auch für die drei berühmten Levitensöhne Kehat, Gerschom und Merari (alttestamentlich belegt u.a. in Gen 46,11; 1Chr 6,1). Der Name Gerschon (גֵּרְשׁוֹן) wird vom hebräischen גֵּר ger „fremd“ abgeleitet und auf eine Fremdheit im Land bezogen. Eine zweite Etymologie bringt den Namen mit hebr. גְּרוּשִׁים gərûšîm „Ausgeschlossene“ in Verbindung und bezieht diesen Ausschluss auf das Priestertum. Der Name Kehat (קְהָת) wird auf hebr. קָהָל qāhāl „Versammlung“ bezogen (als Äquivalent für aramäisch כנשת); Kehat wird damit über die Versammlung des Volkes (כנשת כל עמא) gesetzt und zugleich mit dem Priestertum (כהנותא) beauftragt. Der Name Merari (מְרָרִי) wird aus dem hebräischen Verb מרר mrr „bitter sein“ erklärt, da Levi bei der Geburt seines Sohnes im Sterben lag und daher betrübt war. Die Deutung der Namen spiegelt womöglich auch eine frühjüdische Bewertung der Genealogien innerhalb der Levitenfamilien, in denen sich eine Bevorzugung der Kehatiter erkennen lässt.

2. Leviten – Volksstamm oder Priestergruppe?

Schon Wellhausen (1927, 140f) stellte eine Diskrepanz zwischen einer funktionalen und genealogischen Größe „Levi“ fest. Da er annahm, dass der Stamm Levi schon früh untergegangen und die Leviten als Priester erst später greifbar seien, sah er kein Verbindungsglied zwischen beiden.

Bis heute ist sich die Forschung hinsichtlich der Priorität der einen oder anderen Größe nicht einig. Einige Forscher meinen, dass der Name Levi zunächst eine genealogische Bestimmung war und sich später zu einer Funktionsbezeichnung entwickelt hat (vgl. z.B. Schreiner 1961, 994; Cody 1969, 33-59; Fohrer 1986, 336; Auerbach 1992, 236.241; Blenkinsopp 1995, 85.93; Dahmen 1996, 382f.398-401). Andere sehen „Levit“ zunächst als eine Bezeichnung von Priestern oder Tempelpersonal, die später mit einer genealogischen Zuordnung zum Erzvater Levi verknüpft worden ist (vgl. z.B. Mowinckel 1929, 1601f; Maier 1969, 223; Willi 1999, 91.95f; Levine 1987, 523; Achenbach 2002, 294). Möglicherweise ist von zunächst getrennten Größen auszugehen, die später verknüpft wurden, vielleicht auch nur aufgrund einer zufälligen Namensgleichheit (Thesen bei Kellermann 1984, 506-510).

Eine Verknüpfung von genealogischer Grüße und funktionaler Bestimmung bietet Dtn 18,1, wo eine Identifikation beider vorgenommen wird: „levitische Priester“ (הַכֹּהֲנִים הַלְוִיִּם) kommen aus dem „Stamm Levi“ (שֵׁבֶט לֵוִי). Ein integratives Modell liegt später auch in der Chronik vor, wenn sie die Leviten über lineare und segmentäre Genealogien (s.u.) miteinander verknüpft, so dass die Genealogien eine Identität für die Funktionsstellungen bieten (vgl. Labahn 2012). Diese späten Belege spiegeln allerdings Harmonisierungen im Levitenbild und besagen nichts über die tatsächliche Entwicklungsgeschichte.

3. Leviten in vormonarchischer Zeit

Für die frühe Zeit ist die Quellenlage – wie bei anderen alttestamentlichen Themen – sehr dünn. So liegen die Anfänge der Leviten weitgehend im Dunkeln (vgl. Levine 1987, 523; Blenkinsopp 1995, 75). Dennoch sind verschiedene Vorschläge dafür, wie und wo Leviten in der vormonarchischen Zeit gewirkt haben könnten, unterbreitet worden. Die meisten Thesen gehen im Grundsatz davon aus, dass Leviten zunächst monofunktional waren und erst später weitere Aufgaben angelagert wurden.

Eine These fokussiert sich auf gewaltsame Aktionen bewaffneter Leviten: Gen 34,25f; Gen 49,5-7 und Ex 32,26-28. Daraus wird auf einen „martialischen Levitismus“ als frühe Erscheinungsform geschlossen (vgl. Oeming 1990, 150f: Leviten waren mitbeteiligt an Kampfhandlungen; vgl. Auerbach 1992, 236; Schulz 1987, 33f; Baden 2011; konkret Kellermann 1984, 510, für eine in → Kadesch lokalisierte militärische Ausbildung von jungen Priestern).

Ein anderes Urteil betrachtet Leviten zunächst als Medizinmänner mit spezifischen medizinischen Fachkenntnissen (Meyer 1906, 88f). Eine Variation dazu sieht sie wie Schamanen (Henning-Hess 1997, 84f.90).

Noch anders lauten Vorschläge, Leviten in einflussreichen dörflich-tribalen Kreisen einzuordnen. Ein weiteres Modell sieht in ihnen ein kulturelles Phänomen (Schulz 1987, 8f). Dem steht das Modell von Dahmen nahe, der annimmt, dass Leviten „intertribale Schlichtungsfunktionen im ländlichen Bereich“ ausübten (Dahmen 1996, 370.372). Eine ähnliche Vorstellung leitet Polk, der aus Ri 17 wesentliche Merkmale für ein angeblich frühes Auftreten von Leviten erhebt; dazu zählt er die Zugehörigkeit zu einem Stamm, das Auftreten als „Fremder“ (גֵּר), eine privilegierte Zugehörigkeit zur Priesterschaft an einem bestimmten Heiligtum sowie offizielle Funktionen in einer den Stämmen übergeordneten Versammlung (קָהָל) mit Schlichtungsbefugnissen (Polk 1979, 4).

Ferner findet sich die These, dass Leviten zunächst als Priester an einem oder mehreren Heiligtümern im Nordreich tätig waren und von dort nach Juda eindrangen. Im Einzelnen wurden verschiedene Heiligtümer vorgeschlagen, z.B. → Bethel, Ephraim, → Arad, → Beerscheba (Nurmela 1998, 48-50; Weber 2001, 12; Miller 1970, 64). Zu diesem Modell passt auch die These, dass die Leviten zunächst Priester waren (vgl. Willi 1999, 91.95f; Fohrer 1986, 336; Levine 1987, 523; Auerbach 1992, 236-238; Veijola 2004, 240; Henning-Hess 1997, 8 [s.o.]).

4. Hatten die Leviten Landbesitz?

Unterschiedliche Referenzen im Alten Testament finden sich auch hinsichtlich der Frage nach Landbesitz und Siedlungsräumen von Leviten.

Als Stamm ohne eigenen Landbesitz gilt einerseits, dass den Leviten kein Siedlungsraum zusteht. Deswegen werden ihnen als Ersatz 48 Städte auf den Stammesgebieten sämtlicher übriger Stämme zugewiesen; sie erhalten damit Wohnraum einschließlich der dazu gehörigen Weideflächen im Umkreis von 1 km um die Städte, sog. „Levitenstädte“ (Jos 21,1-42; 1Chr 6,46-66; vgl. Lev 25,32-34; Num 35,1-5; Jos 14,4; vgl. Neh 11,3f; Neh 13,10). Inwiefern die Levitenstädte historisch als Wohngebiete angenommen werden können (zur Lage der Städte s. Neef 2003b, 828), ist zumindest fraglich. Folgt man de Vaux, so spiegeln sich in ihnen Erinnerungen an verstreute Lebensorte von Leviten zeitnah nach der Gründung der Staatsheiligtümer in Jerusalem und Bethel (1966, 203; Seebass 1991, 37). Eine andere These betrachtet sie gar als „reine Utopie“, was mit ihrem unwirklichen und konstruiert wirkenden literarischen Charakter begründet wird (Kellermann 1984, 511).

Andere alttestamentliche Belege schreiben den Leviten Grundbesitz in Juda zu (Num 2,17; Ez 48,[12.]22; vgl. 1Chr 9,18; Esr 8,15; Neh 13,10); auch werden auf dem Land wohnende Leviten erwähnt (Neh 7,72; Neh 11,20; Neh 12,27). Dahinter mag sich eine spätere Praxis spiegeln (Kellermann 1984, 518, mit Verweis auf eine mögliche Levitenkolonie in Keïla).

Dies reibt sich mit Belegen der deuteronomisch-deuteronomistischen Tradition, nach denen von den Leviten Landbesitzlosigkeit gefordert wird (so Dtn 10,9; Dtn 12,12; Dtn 14,27.29; Dtn 18,1f; Jos 13,14.33; Jos 14,3f; Jos 18,7). Diese Landbesitzlosigkeit (לֹא־הָיָה לְלֵוִי חֵלֶק וְנַחֲלָה) wird spät-deuteronomistisch theologisch damit begründet, dass Jahwe selbst das Erbteil (→ Teil / teilen 7.) Levis ist (יְהוָה הוּא נַחֲלָתוֹ; vgl. Dtn 10,9; Dtn 12,12; Dtn 14,27; Dtn 18,1; Jos 13,33).

Diachrone Lösungsansätze (z.B. Strauss 1960, 134ff) oder Harmonisierungen (z.B. Gunneweg 1965, 65) versuchen eine Priorität auf die eine oder andere Position zu legen.

Eine weitere Vorstellung zu Wohnverhältnissen von Leviten bietet eine Art temporäres Migrationsmodell; demnach wohnen Leviten während ihrer Dienstzeit am Tempel in Jerusalem, während sie die übrige Zeit des Jahres auf ihrem Landbesitz in Juda zubringen (vgl. 1Chr 9,27; 1Chr 27,1; 2Chr 23,8; Neh 13,10f; dazu z.B. Glessmer 1994, 145; Levine 1987, 528).

5. Leviten in bestimmten Literaturbereichen des Alten Testaments

5.1. Ein Levit als Priester aus Bethlehem in Ri 17-18

Das Richterbuch kennt nur einen Leviten, der gemäß Ri 17,7-13 aus → Bethlehem zu Micha nach Ephraim kommt und als „Vater und Priester“ (וְֶהְיֵה־לִי לְאָב וּלְכֹהֵן Ri 17,10) in seinem Haus in Dienst gestellt wird. Mit ausdrücklichem Hinweis auf die levitische Herkunft wird der priesterliche Dienst positiv beurteilt (כִּי־יֵיטִיב יְהוָה Ri 17,13). Auf Abwerbungen durch eine Delegation aus → Dan hin zieht der Levit weiter, wobei er sein Priestergewand und seinen Hausgott mitnimmt (Ri 18,18-20).

Die komplexe Erzählung Ri 17-18 besteht aus zwei ursprünglich selbstständigen Geschichten: einer relativ alten ephraimitisch-levitischen Lokalüberlieferung (Ri 17,1-5.7-13) und einer danitischen Überlieferung (Ri 18,1b-2a.7-12.27aγ-29). In exilischer Zeit wurden beide Überlieferungen deuteronomistisch verbunden (Ri 18,2b-6.13-26), wobei die deuteronomistische Perspektive einen kultischen Pluralismus der Richterzeit kritisiert (vgl. Ri 17,4-6; Ri 18,24), weil er gegen die deuteronomistisch geforderte Alleinverehrung Jahwes verstößt (Neef 2004).

Der Levit ist zweifelsfrei ein Priester mit priesterlicher Kleidung und in Ausübung priesterlicher und divinatorischer Funktionen in Haus- und Lokalkulten. Dieser vor-deuteronomische Priesterdienst eines Leviten zeigt noch eine gewisse Offenheit und befindet sich damit auf einer früheren Entstehungsstufe als die Belege aus dem Deuteronomium.

5.2. Leviten in der deuteronomisch-deuteronomistischen Literatur

5.2.1. Deuteronomium

5.2.1.1. Der „Levit in deinen Toren“. Im → Deuteronomium kommt „Levit“ in singularischer Formulierung im Rahmen von Sozialgesetzen vor. Stereotyp heißt es: „der Levit in deinen Toren“ ( הַלֵּוִי אֲשֶׁר בְּשַׁעֲרֵיכֶם; vgl. Dtn 12,12.18; Dtn 14,27.29; Dtn 16,11.14; Dtn 18,6; Dtn 26,11-13), d.h. der Levit, der inmitten des Volkes Israel wohnt, aber als ein → Fremdling (vergleichbar einem גֵּר) betrachtet wird. Der „Levit in deinen Toren“ steht oft neben der Trias „Fremdling, Witwe und Waise“ (vgl. Dtn 14,29; Dtn 16,11.14; Dtn 26,12f). Wie diese personae miserae wird der Levit unter die sozial schwachen Gruppen gerechnet und deswegen dem sozialen Versorgungssystem anbefohlen.

Dieser „Levit“ wird entweder einem frühen Entwicklungsstadium, einer Sammlung von Gesetzestexten im Deuteronomium zugeordnet, die man als erste „deuteronomische Sammlung“ (Rose 1994, 19f.23-26) bezeichnet, oder dem Deuteronomistischen Historiker, dem Erstverfasser des Deuteronomistischen Geschichtswerks (DtrH; Veijola 2004, 265 [vgl. 3f]), zugewiesen (→ Deuteronomismus; → Deuteronomistisches Geschichtswerk).

5.2.1.2. „Levitische Priester“. Dem Deuteronomium ist eigen, dass hier spezifisch von „levitischen Priestern“ (הַכֹּהֲנִים הַלְוִיִּם) die Rede ist (Dtn 17,9.18; Dtn 18,1; Dtn 24,8; Dtn 27,9; vgl. Dtn 21,5; Dtn 31,9). Bei der Formel unterscheidet man zwei Verständnisweisen: (1) „priesterliche Leviten“; in Nachbildung eines Appositionsverhältnisses im Sinn von „Leviten, nämlich Priester“; (2) „levitische Priester“; in Entsprechung zu einer adjektivischen Bildung (beide Möglichkeiten gibt GK §132b, c an). Größere Wahrscheinlichkeit kommt der zweiten Möglichkeit zu, weil in der hebräischen Syntax in der Regel ein nachfolgendes Wort einen vorhergehenden Begriff näher bestimmt (so GK §132a). Das bedeutet, dass der Begriff „Leviten“ (הַלְוִיִּם) die Priester kennzeichnet und dass es für das Deuteronomium daneben auch andere Priester gibt (einfaches הַכֹּהֲנִים in Dtn 17,12; Dtn 18,3; Dtn 19,17; Dtn 20,2; Dtn 26,3f). Deswegen ist die Wendung „levitische Priester“ als „Identitätsformel“ bestimmt worden (Kellermann 1984, 513).

Aus der Formel „levitische Priester“ (הַכֹּהֲנִים הַלְוִיִּם) wurden verschiedene Modelle zum Verhältnis von Leviten und Priestern im Deuteronomium abgeleitet. Grundsätzlich gilt, dass die Doppelwendung eine Gleichstellung von Leviten (als levitische Priester im Speziellen) und Priestern (im Allgemeinen ohne genealogische Spezifikation) ausdrückt. Dahinter kann sich ein Reflex der Wirklichkeit kundtun, insofern Priester verschiedener Herkunft nebeneinander in gleicher Stellung tätig waren. Alternativ kann man darin aber auch eine Forderung nach Durchsetzung einer Gleichbehandlung sehen; in dem Fall würde von den Verfassern des Deuteronomiums eine Gleichbehandlung gefordert, weil sie im tatsächlichen Kultbetrieb nicht vorhanden war (Wright 1954; Abba 1977; Rose 1994, 88f: über Ortsheiligtümer, insbesondere im Nordreich). In der Folge davon wäre mit rivalisierenden Kreisen von Priestern zu rechnen (Veijola 2004, 239f).

Ein anderes Modell geht davon aus, dass es „levitische Priester“ erst nach der Kultzentralisation durch den judäischen König → Josia (622 v. Chr., sofern sie historisch ist) gab. Leviten, die bis dahin als Priester an anderen Kulteinrichtungen beschäftigt waren, drängten nach deren Auflösung nach Jerusalem (Neef 2003a, 827). Da sie dort aber nicht gleichrangig mit den ortsansässigen (nicht-levitischen) Priestern behandelt wurden (Emerton 1962), setzt ein Ringen um deren Gleichstellung ein (vgl. Gunneweg 1965, 77; Cody 1969, 129-132; Kellermann 1984, 513; Nurmela 1998, 161f u.ö.). Die realen Hintergründe sind kontrovers diskutiert worden und schwer zu fassen, denn „Erinnerung, konkrete geschichtliche Wirklichkeit und Anspruch bilden ein unentwirrbares Geflecht“ (Rose 1994, 89; ähnlich Seebass, 1991, 39).

Eine andere These besagt, dass das Deuteronomium eine Levitisierung der Priester fordere, d.h. „Priester können und sollen nur Leviten sein“ (Gunneweg 1965, 77). Möglich ist, dass dies erst eine Neubewertung einer spät-deuteronomistischen Redaktionsschicht ist (Veijola 2004, 2-5. 239-241 u.ö.; Otto 1999; Achenbach 2002; Dahmen 1996, 13.382.383.398-401). Erst diese stellt genealogische Verknüpfungen her (z.B. Dtn 18,1: der Stamm Levi ist Gott nahe) und bringt zusätzliche Qualifikationen ein. So gelten die Leviten als von Jahwe ausgesondert (Dtn 10,8: בדל) und erwählt (Dtn 21,5: בחר), um exklusiv den Dienst am Tempel auszuführen (Dtn 10,7f; Dtn 21,5) und → Segen zu spenden (Dtn 10,8; Dtn 21,5).

Deswegen werden die Leviten auch ermächtigt, die → Lade des  Bundes zu tragen (Dtn 10,8; vgl. später modifiziert Dtn 31,9.25; vgl. z.B. Rose 2004, 559f). Als Konsequenz wird in spät-deuteronomistischen Texten den levitischen Priestern dann schließlich Autorität über die Tora zugesprochen (Dtn 17,18; Dtn 31,9), so dass sie Recht sprechen (Dtn 17,9) und das Volk über das mosaische Gesetz belehren (Dtn 17,9; Dtn 24,8; Dtn 27,9 [DtrN]). Dazu passt, dass sie dem Mosesegen in Dtn 33,8-11 zufolge Orakel (Urim und Tummim; → Divination / AT) erteilen sollen.

5.2.2. Deuteronomistische Rezeptionen

5.2.2.1. Josuabuch. Zweimal ist im → Josuabuch von „levitischen Priestern“ die Rede: Jos 3,3 und Jos 8,33. Beide spät-deuteronomistischen Belege erwähnen sie als Träger der Lade und rezipieren eine deuteronomistische Vorstellung (spät-deuteronomistisch: Dtn 31,9.25). Die Stellen stammen von einer deuteronomistischen Redaktion (Noth 1963, 42f; Butler 1983, 42f.90-94), die anders lautende, frühere Aussagen des Josuabuches korrigiert, nach denen die Lade sich selbst bewegt (vgl. Jos 3,11; Jos 4,7.11; vgl. Num 10,33) oder – so eine spätere Version – von den Priestern getragen wird (vgl. Jos 3,8.17; Jos 4,16-18; Jos 6,12).

5.2.2.2. Jeremiabuch. Zwei Belege für „levitische Priester“ (הַכֹּהֲנִים הַלְוִיִּם) finden sich noch im → Jeremiabuch: Jer 33,18.21. Leviten werden hier beim Darbringen von Opfern als Priester eingesetzt. Sie stehen neben einem erwarteten Regenten aus dem Haus Davids als zukünftige Hoffnungsträger, die für die Umsetzung von Recht und Gerechtigkeit sorgen werden (Jer 33,15f). Jer 33,21 kodifiziert diese Bestimmung dann sogar durch einen Bundesschluss mit den Leviten. Die Belege gehören zu einer nach-deuteronomistischen Redaktion (Thiel 1981, 37; Schmid 1996, 66).

5.2.2.3. Ezechielbuch. Im sog. Verfassungsentwurfs des → Ezechielbuches (Ez 40-48) findet sich dreimal die Wendung levitische Priester (הַכֹּהֲנִים הַלְוִיִּם: Ez 43,19; Ez 44,15; vgl. Ez 40,46). In den späten Ergänzungen werden die Priester dem Geschlecht Levis zugeordnet, was die vorhergehende genealogische Einordnung als Zadokiden neu bewertet. Diese levitischen Priester treten vor Gott, nahen ihm, dienen ihm und opfern.

5.2.2.4. Samuel- und Königebücher. In den → Samuelbüchern und den → Königebüchern werden Leviten dreimal als Träger der Bundeslade erwähnt (1Sam 6,15; 2Sam 15,24; 1Kön 8,4). Die drei Stellen gehen auf spät-deuteronomistische Redaktionen zurück (Herzberg 1973, 42.45.282; Stoebe 1973, 148; Stoebe 1994, 364f.370; Würthwein 1977, 85f). Leviten werden nunmehr in eine Aufgabe einsetzt, die vorher die Ältesten bzw. Priester innehatten. Die Neuinterpretation der Träger knüpft an Bestimmungen aus dem Deuteronomium an (vgl. Dtn 31,9.25; vgl. Dtn 10,8: für den Stamm Levi).

5.2.2.5. Esra-Nehemia-Buch? Auffälligerweise beschränkt sich die Wendung „levitische Priester“ (הַכֹּהֲנִים הַלְוִיִּם) auf das Deuteronomium und einige wenige Stellen in deuteronomistischen redaktionellen Passagen. Dies ist gegenüber Kyung-Jin Min festzuhalten, der die Wendung auch im → Esra-Nehemia-Buch zu finden glaubt: Esr 10,5; Neh 10,1.29.35; Neh 11,20 (Min 2004, 85). Bei den Belegen handelt es sich jedoch um Aufzählungen von Familien (Esr 10,5; Neh 10,1) oder Tempelpersonal (Neh 10,29; Neh 10,35; Neh 11,20), in denen auf die Kopula („und“) verzichtet wird.

5.3. Leviten in der Priesterschrift und ihrer Rezeption

5.3.1. Priesterschrift

5.3.1.1. Leviten im Tempeldienst. Der → Priesterschrift liegt ein System gestufter kultischer Hierarchie zugrunde. Dabei bilden die Leviten den niederen Klerus (clerus minor), indem sie den Priestern (als clerus maior) untergeordnet sind (vgl. Lev 8,1-36; Lev 25,32-34; Num 3,5-10; Num 8,5-26; Num 18,2-7.23; dazu Gunneweg 1965, 138-188.217 [normativ und legislativ]; Auerbach 1992, 242f; Jenson 1992, 132-134; Grabbe 1995, 212f; Nurmela 1998, 107-140; Schaper 2000, 213-215).

So wird auch die Erklärung gegeben, dass die Leviten den aaronidischen Priestern „gegeben“ sind (Num 3,6.9; Num 8,19; Num 18,2-4; detaillierter in Num 18,6: als Geschenk gegeben; dazu Schmidt 2004, 78), d.h. sie stehen gegenüber den Priestern in einem untergeordneten Verhältnis (vgl. explizit Num 3,6). Das hat zur Folge, dass aaronidischen Priestern eine Aufsichtsfunktion über die Leviten zugewiesen wird (Num 3,32; vgl. Ex 38,21; Num 4,28.33; Num 7,8).

Diese hierarchische Einteilung liegt bereits in den frühen priesterschriftlichen Aussagen vor (oftmals bezeichnet als PG) und ist später in weiteren kultrechtlichen Regelungen im Detail ausgebaut worden (in Zusätzen, oftmals bezeichnet als PS).

Dass dieses Verhältnis jedoch nicht reibungslos war, zeigt ein Bericht über einen Konflikt zwischen Priestern und Leviten, der in Num 16 gespiegelt ist, nämlich der vermeintliche Aufruhr, den → Korach und seine Begleiter gegen → Mose und → Aaron anzetteln, da sie Zugang zu priesterlichen Diensten beanspruchen (Num 16,10: וּבִקַּשְׁתֶּם גַּם־כְּהֻנָּה). Das Ansinnen wird abgelehnt, was in der Szene durch ein abgewiesenes Opfer mit Todesfolge für die Leviten ausgedrückt wird. Im Hintergrund stehen vermutlich Rivalitäten innerhalb des Tempelpersonals am Zweiten Tempel (Gunneweg 1965, 171-188; Nurmela 1998, 120-125; Achenbach 2002, 304; Schmidt 2004, 66). Aus priesterlicher Sicht erscheinen Leviten dabei als abtrünnige Gruppe um Korach.

Eine eigene Aufgabe wird den Leviten mit dem Transport des Zeltheiligtums bzw. der → Stiftshütte (אֹהֶל מוֹעֵד) einschließlich des Auf- und Abbaus zugesprochen (vgl. Ex 38,21; Num 1,49-53; Num 3,7f [nach Num 3,25 beschränkt auf die Teilgruppe der Gerschoniter]; Num 4,4.15.24-48; vgl. Num 7,5f; Num 18,3ff). Zu diesem Dienst werden die Leviten durch eine rituelle Reinigung zugerüstet (טהר Num 8,6f), auszuführen durch einen Opfer- und Weiheritus (Num 8,7ff). Aufgrund dieses Dienstes werden dem Stamm Levi (מַטֶּה לֵוִי: vgl. Ex 4,14; Num 1,47.49; Num 3,6; Num 18,2; vorwiegend PS) besondere Privilegien eingeräumt (Num 1,49f; Num 2,33ֹ), was mit einer mosaischen Anordnung begründet wird. Inwiefern sich diese Aussagen zum Wüstenheiligtum auf den Jerusalemer Tempel übertragen lassen, muss offen bleiben, zumal die Priesterschrift für den levitischen Dienst am Zentralheiligtum nur wenig Konkretes bietet.

Die Priesterschrift gibt vor, dass die Leviten im Alter zwischen 30 und 50 Jahren ihren Dienst verrichten sollen (Num 4). Später wird der Beginn auf 25 Jahre herabgesetzt (Num 8,23-26), in der Chronik sogar auf 20 Jahre (1Chr 23,24.27; 2Chr 31,17).

5.3.1.2. Genealogische Angaben zu Leviten. In der Priesterschrift mit ihrem Interesse an Familienstrukturen (vgl. die מִשְׁפְּחֹת) und Listen finden sich auch genealogische Angaben über Levi und die Leviten. So wird die Abstammung Levis von Jakob und Lea festgehalten (vgl. Gen 29,31-35; Gen 34,25; Gen 35,23; vgl. Ex 1,2; vorwiegend PG). Ferner werden Stammbäume der Nachkommen Levis über drei Generationen für Kehat, Gerschom und Merari geboten (vgl. Gen 46,11; Ex 6,16-25; Num 3,15-39; Num 26,57-59; vgl. Num 16,1).

Eine späte und singuläre Levitisierung Aarons gibt die Priesterschrift in Ex 4,14-16 an (vgl. Gunneweg 1965, 95f). Aaron als Levit redet für seinen Bruder Mose (אָחִיךָ הַלֵּוִי). Mose empfängt eine Botschaft von Gott, gibt diese an Aaron weiter, damit der sie als sein Sprachrohr an das Volk vermittelt.

5.3.2. Rezeptionen des priesterschriftlichen Systems

5.3.2.1. Leviten als Teil des fünfgliedrigen Tempelpersonals in Esr/Neh. Das Esra-Nehemia-Buch knüpft an das priesterschriftliche System des hierarchisch strukturierten Tempelpersonals an (vgl. Esr 1,5; Esr 6,16.18; Esr 7,13; Esr 8,29.30.33; Esr 9,1; Neh 13,4f.13; Karrer 2001, 162f). Eine Rangfolge geben Aufzählungen des fünfgliedrigen Tempelpersonals an: entweder als „Priester, Leviten, Sänger, Torhüter, Tempelsklaven“ (vgl. Esr 2,40-43.70; Esr 7,7.24; Neh 7,43-46) oder seltener in der Reihenfolge „Priester, Leviten, Torhüter, Sänger, Tempelsklaven“ (vgl. Neh 7,72; Neh 10,29). Die Leviten werden stets an zweiter Stelle nach den Priestern angeführt. Diese Eingruppierung spiegelt die Intention der Priester, „die Leviten klein zu halten“ und eine „antilevitische Politik“ zu betreiben (Schaper 2000, 236).

Spezifisch an diesen Listen des fünfgliedrigen Tempelpersonals ist einerseits die Erwähnung von Tempelsklaven (Esr 2,40-43.70; Esr 7,7.24; Esr 8,20; Neh 7,43-46.72; Neh 10,29; sonst nur noch einmal in der Chronik 1Chr 9,2); sie werden den Leviten als Diener zugeordnet (Esr 8,20). Andererseits fällt die Anführung von Sängern und Torhütern als separate Größen neben den bzw. unterhalb der Leviten auf (anders in der Chronik; s.u.).

5.3.2.2. Leviten und zadokidische Priester in Ez 40-48. Im nach-ezechielischen Verfassungsentwurf, Ez 40-48, begegnen zwei Gruppen des Tempelpersonals: Leviten und (zadokidische) Priester (zur genealogischen Angabe als Zadokiden vgl. Ez 48,11; Nurmela 1998, 85f), in abgestufter Hierarchie (vgl. Gunneweg 1965, 190-192). Den Leviten wird untersagt, priesterliche Dienste auszuüben (Ez 44,13f). Vielmehr wird ihr Dienst am Heiligtum (שׁרת; Ez 44,11.14; Ez 45,5) darin bestimmt, die Türen zu bewachen und für das Volk die Brandopfer und Schlachtopfer darzubringen (Ez 44,11). Dahinter stehen vermutlich Auseinandersetzungen am Jerusalemer Heiligtum zwischen den Gruppen (vgl. Cody 1969, 168).

5.3.2.3. Leviten und Priester als Teil der zukünftigen Welt in Jes 66,20-22. Dass Priester und Leviten Teil der zukünftigen neuen Weltordnung sein werden, um auch hier im Tempel zu dienen, wird in Jes 66,20-22 angekündigt. Die Wendung לַכֹּהֲנִים לַלְוִיִּם ist dabei wohl als Aufzählung gemeint und rezipiert nicht die deuteronomistische Identitätsformel (so spiegelt es sich bereits in Abweichungen der handschriftlichen Bezeugung, wenn einige Handschriften וְלַלְוִיִּםund den Leviten“ lesen). Auch wenn der Beleg eher unspezifisch ausfällt, so spricht die parallele Verwendung von Priestern und Leviten doch dafür, dass die beiden Gruppen in abgestufter Hierarchie angeführt sind, entsprechend dem priesterschriftlichen Modell.

5.4. Leviten in der Chronik und ihrer Rezeption

5.4.1. Chronik

Das vielfältigste und profilierteste Levitenbild im Alten Testament bietet die → Chronik. In Rezeption und Interpretation früherer alttestamentlicher Traditionen entwirft sie ein multi-funktionales Levitenbild, das die Gruppe in sämtliche Tempelfunktionen einbindet und sie sogar den Tempelbereich überschreiten lässt, indem sie in Verwaltungsstrukturen eingesetzt werden. Betrachtet man die Belege der Chronik diachron, so zeigt sich eine redaktionsgeschichtliche Entwicklung von einer Tempelgruppe in verschiedenen niederen Diensten bis hin zu einflussreichen Funktionsstellungen in der Administration in Wahrnehmung indirekter Herrschaft.

In den frühesten Belegen begegnen die Leviten als Tempelbedienstete im clerus minor (vgl. 1Chr 9,26b-34; 1Chr 23,28-32; 2Chr 23,18f; 2Chr 30,16b; 2Chr 35,11-13). Sie werden an Zuarbeiten zu den von den Priestern vollzogenen Opferdiensten und Vorbereitungen des Opferbedarfs sowie der Versorgung der Tempelkammern beteiligt (1Chr 9,26f; 1Chr 23,28; 2Chr 29,5.11-17; 2Chr 31,11; dazu Gunneweg 1965, 204f; Labahn 2012, 69-83).

Gelten die Sänger / Musiker (1Chr 6,16-18; 1Chr 15,17-21*; 1Chr 23,5; 2Chr 35,15*) wie auch die Torhüter (1Chr 26,1.4f; 2Chr 8,14; 2Chr 12,10f; 2Chr 23,4; 2Chr 35,15*) zunächst als eigenständige Gruppen, so assoziiert die Chronik sie mit den Leviten (Sänger / Musiker: 1Chr 6,28.33; 1Chr 9,33; 1Chr 15,16-18.22; 1Chr 16,4; 1Chr 23,2.6; 1Chr 25,1ff; 2Chr 5,12; 2Chr 7,6; 2Chr 20,19; 2Chr 23,18; 2Chr 29,25-30; 2Chr 30,21; 2Chr 34,12; 2Chr 35,15; Torhüter: 1Chr 15,17f; 1Chr 23,4f; 1Chr 26,20; 2Chr 31,14; 2Chr 34,9.13; 2Chr 35,15; dazu Gese 1984; Gunneweg 1965, 211; Glessmer 1994, 143; Nurmela 1998, 173). Über diese Leviten fällt die Chronik das Urteil, dass sie „kundig sind“, da ihnen besondere Kompetenz in der Musik zugetraut wird (1Chr 15,22; 1Chr 25,7; 2Chr 30,22; 2Chr 34,12). Indem die Chronik weitere Gruppen mit den Leviten verbindet, werden deren Funktionen in das Levitenbild integriert (dazu Labahn 2012, 84-121), d.h. einerseits die musikalischen Aufgaben und andererseits der Wachdienst im Tempel sowie am königlichen Palast einschließlich der Ausübung von Waffengewalt beim Wachdienst (vgl. 1Chr 9,19.21-24.26; 1Chr 15,23f; 1Chr 16,38; 1Chr 26,12; 2Chr 31,14) und zur Unterstützung des Königs (1Chr 12,27; 2Chr 23,4f.7.19). Da die Leviten hierbei an die Umgebung des Königs (in der Darstellung der Chronik z.B. → David, → Joschafat, → Josia und → Hiskia) gebunden werden, lässt die Chronik sie den Bereich des Tempels überschreiten.

In der weiteren Entwicklung wird den Leviten im Rahmen der Tempelfunktionen die Möglichkeit zugesprochen, selbstständig Opfer darzubringen (1Chr 23,18b; 2Chr 30,17b; 2Chr 35,6.14; dazu Labahn 2012, 122-165) und damit die Funktionen der Priester zu übernehmen.

Die Leviten gelten für die Chronik deswegen als „heilig“ (vgl. 2Chr 23,6; 2Chr 29,5.34; 2Chr 30,15bα.17b; 2Chr 31,18b; 2Chr 35,3; vgl. 1Chr 15,12.14) und als von Gott erwählt (vgl. 1Chr 15,2; 1Chr 16,41; 2Chr 29,11). Durch diese Bewertungen zeichnet die Chronik die Leviten vor anderen Gruppen des Tempelpersonals aus. Möglich ist, dass diese theologische Deutung auf einer späteren Ebene als die Funktionsaussagen liegt (Steins 1995, 227).

Einen Schritt weiter gehen die folgenden Redaktionsstufen der Chronik, wenn die Leviten nunmehr aus dem eigentlichen Tempelbereich herausgerückt werden. Bestimmt die Chronik die Leviten als Schreiber, so werden sie in unterschiedlichen Funktionsstellungen und auf verschiedenen Ebenen der Verwaltung eingesetzt. Im Einzelnen werden genannt: Schreiber (1Chr 24,6; 2Chr 34,13), Beamte (1Chr 23,4; 1Chr 26,29; 1Chr 27,1; 2Chr 19,11), Aufseher (1Chr 26,29.32; 2Chr 31,13; 2Chr 34,10.12f.17; vgl. 2Chr 24,11), Vorsteher (2Chr 31,12), Stellvertreter (2Chr 31,12), Obere (1Chr 27,31), Zuständige über einen Bereich (1Chr 27,25ff) und Richter (1Chr 23,4; 1Chr 26,29; 2Chr 19,8; 2Chr 34,13) sowie Leitungsfunktionen (1Chr 23,4; 2Chr 24,11). Diese Positionen sind entweder im Tempel (1Chr 23,29; 2Chr 31,12) oder in nicht näher gekennzeichneten administrativen Behörden in Juda angesiedelt, so dass die Leviten sowohl in Jerusalem (1Chr 23,4; 2Chr 31,12; 2Chr 34) als auch im Umland in Juda (1Chr 26,29f; 1Chr 27,25; 2Chr 24,5.9f; 2Chr 34,8f) eingesetzt werden.

Wesentlich ist dabei, dass die Chronik den Leviten Funktionen in der Administration zuweist, die in der Mehrheit im Verwalten von Abgaben bestehen (2Chr 24; 2Chr 31; 2Chr 34) und auf unterschiedlichen gehobenen administrativen Ebenen vorzustellen sind. Mehrheitlich werden diese Funktionen unter die Autorität des Königs gestellt (explizit in 1Chr 6,16f; 1Chr 15,2.4; 1Chr 16,4; 1Chr 23; 1Chr 26,29; 1Chr 27,1; 2Chr 23,18; 2Chr 29,25; 2Chr 31,13; 2Chr 35,10 vgl. 2Chr 19,11; 2Chr 11,17). Durch diese autoritative Verknüpfung werden die Leviten in profane Machtstrukturen, wie sie vom König repräsentiert werden, integriert. Diese Verknüpfung in den Machtstrukturen könnte als Folie für eine Anbindung an den achämenidischen König zu verstehen sein, dessen (Groß )Königtum die Chronik als eine Parallele zu dem Königtum Davids und der Davididen interpretiert (Willi 2001, 399.403f). Die Einbindung der Leviten in Verwaltungsstrukturen macht den Schwerpunkt ihrer Neupositionierung in der Chronik aus, insofern sie an der Macht partizipieren und dabei indirekte Herrschaft ausüben (Labahn 2012, 385-389).

Auf der letzten Redaktionsstufe werden die Leviten schließlich als Propheten (1Chr 23,14; 1Chr 25,1-7; 2Chr 20,14b; 2Chr 30,16; 2Chr 35,5) und Lehrer (2Chr 17,7-9; 2Chr 35,3) bestimmt (Labahn 2012, 192-309). Die Chronik interpretiert diese Aufgaben als Aktualisierung der Schrifttraditionen, zu deren Interpreten sie die Leviten werden lässt (Willi 1972, 59; Davies 1998, 116; Ben Zvi 2000, 16-18; Labahn 2012, 241-258). Die Chronik schreibt den Leviten ferner Zugang zur Tora und Psalmentraditionen zu (Gunneweg 1965, 214-216; Schniedewind 1995, 184-186; Davies 1998, 133; Ben Zvi 2000, 14; Schweitzer 2007, 44). Nach der Chronik interpretieren die Leviten damit die Geschichte, um ihre Gegenwartsrelevanz herauszustellen. Eine besondere Art der Prophetie stellt die musikalische Interpretation der Traditionen durch die Leviten dar (1Chr 25,1-7; Labahn 2012, 206-218). Wenn die Chronik die Leviten ihre Deutung an das Volk in Jerusalem und in Juda kommunizieren lässt, treten sie zudem als Vermittler zwischen Tempel und Volk in Erscheinung („intermediaries“: Japhet 1993, 1045; „mediators“: Leuchter 2011, 218f).

Um die heterogene multi-funktionale Gruppe der Leviten zusammenzuhalten, gestaltet die Chronik ausgefeilte Strukturen von linearen und segmentären genealogischen Verknüpfungen (Labahn 2012, 310-365). Die linearen Genealogien führen die Leviten auf den Stammvater Levi und seine prominenten Nachkommen Kehat, Merari und Gerschom zurück (→ Genealogie). Die segmentären Genealogien gestalten demgegenüber funktionale Verbindungen (Wilson 1977, 9f.27-36; Lux 1995, 245-250; Sparks 2008, 16-21; Labahn 2012, 359-365). Ein Gestaltungsmerkmal, das die Chronik auch außerhalb des Listenmaterials anwendet, ist zudem die Verknüpfung von Leviten untereinander über die Stichwörter „Brüder“ und „Söhne“. Damit gestaltet die Chronik die Identität der Leviten (Gunneweg 1965, 206; Schweitzer 2007, 40; Labahn 2012, 312-320.333-337.359-365).

Die Chronik positioniert die Leviten in einem gesellschaftlichen Umfeld, das von konkurrierenden Ansprüchen um sakrale und profane Funktionsstellungen geprägt ist. Indem die Leviten in zentrale Bereiche eingesetzt werden, gibt die Chronik ihre Antwort auf rivalisierende Verhältnisse und Machtansprüche. Man wird deswegen die Verfasser der Chronik auch in der Gruppe der Leviten zu suchen haben (Oeming 1990, 46; Glessmer 1994, 132; Davies 1998, 131; Willi 1999, 90-95; Schweitzer 2007, 13; Labahn 2012, 375f).

5.4.2. Rezeptionen des Levitenbildes der Chronik

5.4.2.1. Schriftinterpretation. In Neh 8,7f werden Leviten zur Rezeption, Interpretation, Aktualisierung und Vermittlung der mosaischen Tora eingesetzt (Rothenbusch 2012, 335-338; Labahn 2014). Damit werden eine Neuinterpretation der Rolle Esras und eine Vergegenwärtigung des → Laubhüttenfestes vorgenommen (Hieke 2005, 198f), in denen sich ein Einfluss aus der Chronik spiegelt.

In dem späten Abschnitt Mal 2,4-8 (vgl. Steck 1991, 43), in dem der Bund Gottes mit Levi als Zukunftsgarant angeführt wird, ist ebenso davon die Rede, dass Levi Tora / Weisung erteilt. Als Bote Gottes gibt er Wegweisung, an der sich die Gottesfürchtigen ausrichten sollen. Die starke Metapher des → Bundes mit Levi formuliert eine pro-levitische Position (Blenkinsopp 1995, 90), in der Aspekte des Levitenbildes der Chronik nachklingen.

Auch in → Psalmen, die Leviten zugeschrieben werden (s.u.), begegnet der Gedanke, dass Leviten die Schrift interpretieren. Dabei wird ihnen vor allem eine Deutung von Geschichte zur kultischen Erinnerung und Akutalisierung zugeschrieben (insbesondere in den Asaf-Psalmen; dazu Weber 2001, 121f). Unabhängig davon, ob die Zuschreibungen real oder fiktiv sind, ob sie auf Verfasser der Psalmen oder auf Sammler bzw. Editoren hinweisen, können die Psalmenüberschriften als Hinweise gesehen werden, dass der literarische Prozess der Tradierung von Psalmen mit auch aus der Chronik bekannten Leviten in Verbindung gebracht wird (Millard 1994, 184f; Davies 1998, 128; Rösel 1999, 76f.216; Weber 2001, 132f).

5.4.2.2. Sängertraditionen und Kultmusik. Eine weitere Traditionsspur des Levitenbildes der Chronik führt zur → Musik im Tempel. So werden in wenigen Belegen im Esra-Nehemia-Buch Leviten, vornehmlich die Asafiten, mit den Sängern / Musikern gleichgesetzt: Esr 3,10f; Neh 11,22f; Neh 12,46 (ohne Bezug auf die Asaf ferner in Neh 12,24f, wobei ihnen das Darbringen von Lobpreises zugeschrieben wird; vgl. Neh 9,5).

Die Mehrheit der Belege, die Leviten mit Musik im Tempel in Verbindung bringen, ist allerdings in den Psalmen zu finden. Dort werden vornehmlich in den Psalmenüberschriften die berühmten Levinachkommen → Korach (Ps 42-49Ps 84; Ps 85; Ps 87; Ps 88) und → Asaf (Ps 50; Ps 73-83) sowie die weniger bekannten Nachfahren Heman (Ps 88), Jedutun (Ps 39; Ps 62; Ps 77) und Etan (Ps 89) genannt. Diesen Leviten werden Psalmen zugeschrieben; gelegentlich finden sich darüber hinaus Hinweise zur musikalischen Aufführung (Melodie, Tonart, Stil, Musikinstrument o.Ä.). Die Musik gilt als Ausdruck des aktualisierenden Gotteslobes und preist Jahwe für seine mächtigen Taten in Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Möglich ist, dass eine Gruppe von Leviten, die sich insbesondere auf Asaf als ihren prominenten Eponymen zurückführt, am Zweiten Tempel auch „für die Autorisierung wie Aufführung dieser Psalmen“ zuständig war (Weber 2001, 133). Daraus entsteht eine spezielle Form von Tempelsängern und Musikern im Jerusalemer Kult, insofern ihnen die liturgische Interpretation der Schrift zugeschrieben wird, indem sie die Geschichte für die kultische Erinnerung aktualisieren und als Gotteshandeln deuten.

Dabei werden auch weitere Traditionen wie z.B. die → Zionstheologie oder Epiphaniemotive eingespeist, so dass die Schlussfolgerung naheliegt, dass die Korachpsalmen aus der Jerusalemer Kulttheologie stammen (Wanke 1966, 4; Körting 2006, 165). Diese Überlegung passt zu der Einordnung der Korachiter als Tempelsänger am Zweiten Tempel, wie sie etwa auch in 2Chr 20,19 vorliegt (Labahn 2012, 228f). Doch auch andere Psalmen, die der Levitendynastie zugeordnet werden, formulieren unter Aufnahme weiterer theologischer Motive ihren Beitrag zur Geschichtsdeutung (z.B. Ps 89; vgl. Veijola 1982; Hossfeld / Zenger 2000, 581-583) und bieten eine „schriftgelehrte Relecture“ über Gottes Gnade und Treue in Geschichte und Gegenwart (Hossfeld / Zenger 2000, 585).

6. Leviten in der frühjüdischen Literatur

Rezeptionen des Levitenbildes der Chronik finden sich auch in einigen frühjüdischen Schriften, wobei spezifische Aspekte weitergeführt werden. Die relevanten frühjüdischen Texte sehen Levi und die Leviten in Handlungseinheit weitgehend zusammen, wobei die Nachkommen Levis die gleiche Wertschätzung wie der Erzvater erhalten und seine Rolle(n) fortsetzen. Geregelt wird dies über testamentarische Verfügungen (vgl. TestLev 1,1; 4,4; 19,1f), insofern die göttlichen Gaben von Levi auf seine Nachkommen übergehen.

6.1. Die exponierte Stellung Levis und der Leviten

Für das Aramäische Testamentum Levi (ATL) ist prägend vor allem die Nähe Levis und der Leviten zu Gott (ATL 6,5), die szenisch oder theologisch eingeholt wird (Kugel 1993, 37-40; Labahn 2010, 51-68). Levi befindet sich im Traum räumlich bei den Engeln und den Heiligen Gottes; er schaut in den Himmel oder betritt den Himmel (ATL 3,10; 4,4ff; vgl. 4Q213a Frg. 1). Dem korrespondiert, dass Levi und ihm nachfolgend die Leviten Priesterdienste ausüben, womit sie Gottes Nähe kultisch realisieren (ATL 3,17; 5,3f.8; 6,2; 7,1-7; 12,8; 4Q213a Frg. 5; 4Q214b; 4Q541 Frg. 9 und 12).

Die spätere griechische Variante, das Testament Levi in den → Testamenten der Zwölf Patriarchen (→ Pseudepigraphen) baut die Himmelsreisen weiter aus (TestLev 2,6-10; 5,2; 8,2; 9,3). Die Himmelsreisen werden so gedeutet, dass Levi darin Gottes Segen und Erwählung erfährt (TestLev 8,16; TestIss 5,5).

Im → Jubliäenbuch rücken die Leviten in eine quasi-himmlische Sphäre vor, insofern sie einen angelologisch qualifizierten himmlischen Dienst vollziehen (Berner 2006, 263). Aufgrund ihrer besonderen Nähe zu Gott kennzeichnet Jub 31,16 sie als die Gruppe, die „Gott anhängt“ (VanderKam 2000, 360f).

Die Tempelrolle (→ Qumran-Schriften) leistet ihren eigenen Beitrag hinsichtlich der Aufwertung der Leviten. Sie überbietet ihren Stellenwert in den alttestamentlichen Gesetzestexten durch eine verbesserte Versorgung mit wertvollerem Fleisch von den Opfertieren (11Q19 21,7-9; 22,16-19; 11Q20 5,6 Frg. 10 i, 11; 6,4 Frg. 10 ii, 12), einem eigenen Brandopfer (11Q19 23,14; 24,17; 11Q20 23,9) und Anteilen an den Erntegaben, die den Leviten vorbehalten sind (11Q19 60,13-16). Diese Aufwertung spiegelt sich in der Zuordnung bedeutsamerer Anteile am Tempelareal (vgl. Kugler 1999, 467f; Labahn 2010, 31-35).

6.2. Gesetzesinterpretation

Die Tempelrolle als rewritten doucment interpretiert die Schrift bzw. Tora (vor allem das Deuteronomium). Aufgrund der Positionierung der Leviten im Entwurf spricht vieles dafür, dass die Tempelrolle eine levitische Gesetzesinterpretation vornimmt und ein tempelbezogenes Identitätsangebot für die Leviten unterbreitet (Labahn 2010, 28f.45.48).

Im Aramäischen Testamentum Levi gilt Levi als Knecht Gottes und Geliebter Gottes, ausgezeichnet durch Weisheit (ATL 3,6.16f; 13,2.9-12; vgl. 4Q213a Frg. 1; 4Q541 Frg. 1). Deswegen werden Levi und den Leviten die Observanz (ATL 13,2-6; vgl. 4Q213 Frg. 4) und Interpretation der Gesetzes zugeschrieben (ATL 13,4; 4Q213 Frg. 2), was auch eine zukunftsweisende Relevanz hat (Greenfield / Stone 1996, 18-20: eschatologisch verstanden).

Eine göttliche Legitimation durch den Besitz von Weisheit (TestLev 13; vgl. 4,5; 8,2) und Kenntnis der Gesetze (TestLev 9,6; 13,2; TestRub 6,8; vgl. TestLev 19,2f) wird den Leviten auch in den Testamenten der Zwölf Patriarchen zugeschrieben. Deswegen wird ihnen in ihrer Rolle als Schriftgelehrte (γραμματεῖς) die Interpretation der Gesetze aufgetragen. Damit werden ferner prophetische Funktionen (TestLev 8,2) verknüpft, was in Entsprechung zur Chronik wohl auch als aktualisierende Deutung der Schrift zu verstehen ist.

Auch im Jubiläenbuch werden den Leviten die Wortvermittlung und die Schriftinterpretation zugeschrieben (Jub 31,15; 45,16; vgl. 4Q159 Frg. 5; 4Q175 14-18; dazu Brooke 2005, 120). Daraus wurde abgeleitet, dass das Jubiläenbuch in levitischen Verfasserkreisen entstanden ist (Schwarz 1982, 20; Brooke 2005, 119, mit Verweis auf 1Q22; Labahn 2012, 124f.128f), in deren Autorität die Bewahrung und legitime Interpretation der Schrift liegt.

Da die Leviten im Hinblick auf die Schriftinterpretation ein ähnliches Profil wie die Pharisäer aufweisen, wurde vermutet, dass Leviten später in die Pharisäer integriert wurden (Schaper 2000, 300-308; vgl. Maier 1969, 257; Hengel 1988, 557f.563; Gussmann 2008, 58f; Labahn 2012, 155-159). Diese These wird dadurch unterstützt, dass beide Gruppen durch eine Flexibilität in der Integration neuer Gruppenmitglieder gekennzeichnet sind (für die Pharisäer: Deines 1997, 551-554; für die Leviten, genealogisch konstruiert: Labahn 2012, 361-365).

6.3. Rechtsprechung

In einigen frühjüdischen Schriften wird den Leviten die Rechtsprechung zugewiesen. Besonders deutlich ist dies in der Tempelrolle zu finden (11Q19 57,18-21; 61,15-16), doch auch das Aramäische Testamentum Levi setzt sowohl Levi als auch die Leviten als Richter ein (ATL 13,4.16; 4Q213 Frg. 2).

Ferner werden Herrschaftsaspekte betont. So werden im Aramäischen Testamentum Levi die Leviten auch als Anführer (ATL 13,4.16; 4Q213 Frg. 2) und Könige (ATL 13,6) eingesetzt. Analog ist von drei Herrschaftsformen (ἀρχαί) als Priester (s.u. 6.4), Richter und Schriftgelehrte in den Testamenten der Zwölf Patriarchen die Rede (TestLev 8,11-17; vgl. TestRub 6,7-12; vgl. Kugel 1993, 43.46; Labahn 2010, 79-84). Damit verknüpft werden auch Aspekte von militärischer (TestLev 5,3; 6,1; 8,2; TestSim 5,5) und königlicher Macht. Den Leviten werden damit Herrschaftsrollen in Wahrnehmung indirekter Macht zugeschrieben.

Analoge Herrschaftsformen von Leviten kehren im Jubiläenbuch wieder: Richter, Lehrer, Propheten, Anführer und Könige. Diese Herrschaftswahrnehmung ist jedoch national auf das Volk Israel begrenzt. Die Herrschaftsausübung der Leviten wird dabei an den Maßstäben Gottes ausgerichtet (Jub 5,16; VanderKam 2001, 121f), insofern Gerechtigkeit als oberstes Prinzip leitend sein soll.

6.4. Priesterdienste und Opferschlachten

Ein Spezifikum der frühjüdischen Belege ist, dass Levi und seine Nachkommen zu Priesterdiensten eingesetzt werden. Befähigt und legitimiert durch eine göttliche Beauftragung bilden die Leviten damit die Priester. Wie schon im Aramäischen Testament Levi (ATL 13,6) werden auch in den Testamenten der Zwölf Patriarchen aus der Nähe Levis zu Gott sein Priestertum (sogar mit dem Begriff ἀρχιερεῖς) und Kultdienst abgeleitet (TestLev 2,10; 4,2; 5,2; 8,2-10; 8,13; 9,3.7f.11-14; 12,5; 17,1-9; TestJud 21,2f; TestIss 5,7; TestRub 6,8). Dieser Priesterdienst wird als irdische Repräsentation Gottes gedeutet.

Auch im Jubiläenbuch ist von der Einsetzung Levis zum Priester die Rede; seine Nachkommen folgen ihm im Priesteramt (Jub 30,18f; 31,13-17; 32,1-9; 45,16; dazu Labahn 2010, 100-130). Sowohl über Levi als auch die Leviten wird das theologische Urteil einer Erwählung durch Gott zum Priesterdienst gefällt (Jub 30,18f). Sie stehen mit ihrem Dienst im Tempel in unmittelbarer Nähe zu Gott, unter seinem Segen und unter göttlicher Autorität. Sind die Leviten im Jubiläenbuch durch Eifer für Gerechtigkeit und Heiligkeit charakterisiert, so fällt zeitlich unbegrenzter göttlicher Segen auf sie und ihr Amt. So kommt ihnen auch die Rolle zu, den sog. → aaronitischen Segen zu spenden (Jub 31,15; 32,19; was man mit Kugel 1993, 7, als Priesterrolle sehen kann).

Hinsichtlich der den Leviten zugesprochenen Funktionen des Opferschlachtens knüpft das Bild der Tempelrolle an die Chronik an. Die Leviten bringen Speisopfer und Trankopfer dar, während die Priester am Altar den Blutritus vollziehen (11Q19 22,10-16; 11Q20 5,25 Frg. 10 i, 11).

Aufgrund der genealogischen Verknüpfung der Priesterdienste mit Levi findet sich in der Literatur auch die Rede von der „Levitisierung des Priestertums“ (d.h. der Aaroniden und Zadokiden). Diese Angabe ist allerdings als eine ideologische Legitimation zu sehen, die in späteren Machtkämpfen der jüdischen Priesterdynastien (Hasmonäer, Oniaden, Tobiaden) zur Durchsetzung verschiedener Ansprüche benutzt wurde. Die Einsetzung Levis und der Leviten zu idealen Priestern lässt sich als ein Alternativmodell verstehen, das ein eigenständiges Identitätsangebot auf die Frage von konkurrierenden Priesterfamilien um einen legitimen Anspruch auf das Hohepriesteramt und seinen Einfluss unterbreitet (Hultgård 1980, 94; Labahn 2012, 128f.155-157).

6.5. Levi und die Leviten als Träger eschatologischer Hoffnung

Die Testamente der Zwölf Patriarchen entwickeln ein eschatologisches Konzept einer zukünftigen Heilsfigur, die auf Levi als idealem Priester, auf dem der Geist der Einsicht des Herrn (πνεῦμα συνέσεως κυρίου) und der Herrlichkeit des Höchsten (δόξα ὑψίστου) ruhen (vgl. TestLev 2,3; 18,7), aufbaut. Der Hoffnungsträger wird als Lichtgestalt gekennzeichnet und zu einer eschatologischen Rettergestalt ausgebaut (TestLev 4,3f; TestNaph 8,1-3; TestRub 6,11; TestSim 7,1; vgl. TestGad 8,1; de Jonge 1991).

Als Nachkommen Levis werden auch die Leviten, die als Lichtbringer charakterisiert werden (TestDan 5,10-13; TestJos 19,11; TestLev 4,3; 14,3; Test Seb 9,8; vgl. TestLev 18,3f.8f; 24,1), zu Hoffnungsträgern.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Stuttgart u.a. 1973ff
  • Theologische Realenzyklopädie, Berlin / New York 1977-2004
  • Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Freiburg i.Br. u.a. 1993-2001
  • Religion in Geschichte und Gegenwart, 4. Aufl., Tübingen 1998-2007
  • Calwer Bibellexikon, 2. Aufl., Stuttgart 2006

2. Weitere Literatur

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  • Maier, J., 1969, Zur Geschichte des Bundesgedankens und zur Rolle der Leviten in der politischen und religiösen Geschichte des alten Israel, Jud 25, 222-257
  • Meyer, R., 1906, Die Israeliten und ihre Nachbarstämme, Halle
  • Millard, M., 1994, Die Komposition des Psalters. Ein formgeschichtlicher Ansatz (FAT 9), Tübingen
  • Miller, J.M., 1970, The Korahites of Southern Judah, CBQ 32, 58-68
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  • Neef, H.-D., 2003a, Art. Levi, in: Calwer Bibellexikon, Stuttgart, Bd. 2, 826
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  • Wellhausen, J., 1927, Prolegomena zur Geschichte Israels, Berlin, 6. Aufl. (= ND 1981)
  • Willi, T., 1972, Die Chronik als Auslegung. Untersuchungen zur literarischen Gestaltung der historischen Überlieferung Israels (FRLANT 106), Göttingen
  • Willi, T., 1999, Leviten, Priester und Kult in vorhellenistischer Zeit. Die chronistische Optik in ihrem geschichtlichen Kontext, in: B. Ego / A. Lange / P. Pilhofer (Hgg.), Gemeinde ohne Tempel – Community without Temple. Zur Substituierung und Transformation des Jerusalemer Tempels und seines Kults im Alten Testament, antiken Judentum und frühen Christentum (WUNT 118), Tübingen 1999, 75-98
  • Willi, T., 2001, Der Weltreichsgedanke im Frühjudentum. Israel, Menschheit und Weltherrschaft in den biblischen Chronikbüchern, in: C. Maier / R. Liwak / K.-P. Jörns (Hgg.), Exegese vor Ort (FS P. Welten), Leipzig, 389-409
  • Wilson, R.R., 1977, Genealogy and History in the Biblical World (Yale Near Eastern Researches 7), New Haven / London
  • Wright, G.E., 1954, The Levites in Deuteronomy, VT 4, 325-330
  • Würthwein, E., 1977, Das erste Buch der Könige. Kapitel 1-16 übersetzt und erklärt (ATD 11.1), Göttingen
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