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Lexikon

Kultpersonal (AT)

Ulrike Dahm

(erstellt: Febr. 2007)

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→ Priester; → Aaron / Aaroniden; → Levi / Leviten; → Zadok / Zadokiden

1. Begriff

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Priester mit hoher Mütze und langem Gewand (Fresko; Bel-Tempel in Dura-Europos, Nordsyrien; 2. Jh. v. Chr.).

Sprachlich ist der Begriff „Kult“ dem lat. cultus entlehnt und bedeutet im religiösen Sinne Verehrung wie z.B. einer Gottheit oder eines Heiligen. Als synonymer Begriff für Kult ist Ritual gebräuchlich (→ Ritus). Diese Gleichsetzung ist jedoch irreführend. Ritual steht für eine spezifische Form der Kommunikation, die sowohl religiös (z.B. Opfer) als auch säkular (v.a. in tribal-agrarkulturellen Gesellschaften; z.B. säkulare Gabentransferriten) qualifiziert sein kann. Der Begriff „Kult“ bezieht sich hingegen auf alle Ausdrucksformen der Verehrung, u.a. auf gesprochene Sprache (Mythos; Gebet; Lied), Symbolik (Nahrungsmeidung; Kleidung), Architektur (Heiligtümer), Bilder (Götterstatuen) und Personen (Priester).

In der Regel werden einzelne Angehörige einer Verehrungsgemeinschaft delegiert, spezifische Aufgaben innerhalb des Kultes zu übernehmen. Auf sie wird der Begriff „Kultpersonal” angewandt.

2. Altes Israel

2.1. Religiöse Praxis und soziokulturelle Lebensmuster

1. Spektrum der Tätigkeiten. Im alten Israel existierte seit der vorstaatlichen Zeit und über Jahrhunderte hinweg eine Vielzahl unterschiedlicher kultischer Dienste mehr oder weniger gleichberechtigt nebeneinander. Die Menschen waren vertraut mit Ahnenkult (1Sam 28,8; 2Chr 33,6), Orakelerteilung (Dtn 33,8), Heiligenverehrung (vor allem in den alttestamentlichen Darstellungen der Gestalt Mose sichtbar; vgl. Ex 4,16), Segensvermittlung, Wundertätigkeit / Zauberkraft (Ex 4; Num 21,4-9; Ri 17), Gottesurteilen (Num 5) und nicht zuletzt mit Kulten, in denen Jahwe oder andere Gottheiten verehrt wurden (die Letzterer vor allem archäologisch und ikonographisch belegt; Keel, 1972; Heider, 1985; Weippert, 1988; vgl. 1Kön 18,20ff.; 2Kön 23,4ff.). Ritenspezialisten wirkten neben Religionsrechtsgelehrten, → Propheten neben Divinatoren. An den Heiligtümern taten Priester, Sänger, Torwächter usw. ihren Dienst. Einzelne Person konnten mehrere Funktionen innehaben.

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 2 Ägyptischer Priester nähert sich einer Gottheit mit einer Libationsvase, aus der er Flüssigkeit zu Boden gießt, und einem Räucherarm, auf dem er Weihrauch verbrennt; dahinter spielen vier Musiker auf Instrumenten.

So wird → Samuel als Richter, Prophet und Priester dargestellt (1Sam 1-3; 1Sam 7,15), → Leviten erscheinen als Priester, die auch Recht sprechen (Dtn 17,9) und mit Orakelgeräten umzugehen verstehen (Dtn 33,8).

2. Hierarchie. An den Tempeln war das Kultpersonal Teil eines hierarchisch gegliederten Systems (1Chr 24) mit einem Oberpriester an der Spitze (vgl. Jer 20,1; 1Chr 9,11; u.a. Jeremias, 1937; Schürer, 1973ff.). Ein Kodex regelte das Verhalten und Handeln des Kultpersonals (vgl. Lev 21). Im Ganzen vermitteln die alttestamentlichen Texte aber nur einen unzureichenden Einblick in die Vielfalt und Disparität der Kulte. Gründe hierfür sind, dass Abfassung und Überarbeitung zahlreicher Texte lediglich zwei Kulttraditionen zugeordnet werden können, insbesondere den Kreisen levitischer Religionsgelehrter sowie den aaronidisch(-zadokidischen) Priesterschaften. Zum anderen stammt ein hoher Textanteil aus nachexilischer Zeit. Hier gehen die Meinungen aber weit auseinander (vgl. → Pentateuchforschung; → Leviten).

3. Ort. Kultische Handlungen können prinzipiell an jedem Ort durchgeführt werden. In der Regel aber entscheiden lokale Instanzen über Ort und Zeit einer Kulthandlung (vgl. Dtn 12,1-12). Im Alten Testament werden als kultische Lokalitäten genannt Wohnhäuser, Steine (→ Mazzebe; Stele), Bäume, Anhöhen, Altäre, Statuen und Tempel. Zu einem großen Teil beziehen sich die alttestamentlichen Angaben auf Riten, v.a. das → Opfer. Der Kult um das Gesetz, der in den Mittelpunkt der Verehrung das Recht in all seinen Formen rückte, u.a. die Tora (vgl. Dtn 31,9ff.; 2Kön 23; vielfach in Psalmen ausgedrückt, vgl. Ps 1; Ps 19; Ps 37; Ps 94; Ps 119; später das Torafreudenfest Simchat Tora), war nicht an einen Tempel gebunden (vgl. Neh 8). Er generierte Formen wie Lehrhaus und Synagoge (Janssen, 1956; Bloedhorn / Hüttenmeister, 1999). In der nachexilischen Epoche brachte die „Kultzentralisation“ eine drastische Änderung (→ Josia). Das Gesetz beschränkte die Opferpraxis auf den Jerusalemer Tempel. Zur Datierung der Gesetzesdurchführung gibt es unterschiedliche Ansichten.

4. Amtsträger. Mit kultischen Aufgaben wurden Haushaltvorstände, Lineage-Älteste (s. Wörterbuch der Völkerkunde, 1999) und königliche Familienmitglieder auf Grund ihres sozialen Status betraut. Sie übernahmen diese je nach Bedarf (Ex 12,1-14; Ex 12,43ff.; 2Sam 8,18; 2Kön 8,22).

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Abb. 3 Ein König spendet einer Gottheit Flüssigkeit als Opfergabe in einen Opferständer; dahinter fungiert eine (niedere) Göttin als Mittlerin (Wandmalerei aus Mari; 2. Jt. v. Chr.).

Außerdem stellten Haushalte, Stämme (vgl. Ri 17), Könige (1Kön 12,31) und Tempel kultisches Personal ein, wobei die genealogische Herkunft in der Regel entscheidend war (vgl. 1Kön 12,31). Diese Variantenvielfalt war im Ganzen sozial stabil. Latent problematisch war, dass mit größerer, kultischer Professionalisierung (z.B. an Heiligtümern) Autorität und Einfluss leichter zu gewinnen waren und Kultordnungen sich deshalb auch allgemein verbindlich durchsetzen ließen. Die „Kultzentralisation“ und andere Kultverbote (vgl. Lev 19,26) sind hierfür ein Beispiel.

Der Wert der kultischen Dienste hatte viele Facetten und wirkte vieldimensional auf die Kommunikationsgemeinschaften zurück. Ein Haushaltsvorstand oder Lineage-Ältester war durch seinen kultischen Dienst (z.B. Opfer; vgl. Ex 12) in der Situation, soziales Ansehen zu erlangen, in rechtlichen Angelegenheiten größere Entscheidungsbefugnis zu erhalten oder Beziehungen zu etablieren, die ökonomisch oder machtpolitisch von Vorteil waren. Priester und Leviten hatten je nach Status unterschiedliche Möglichkeiten, sich der Opfergaben zu bedienen (Lev 7,28ff.; Dtn 12,19; Neh 10,38; Neh 13,5), mussten aber mehrheitlich durch eigene Arbeit (Landwirtschaft; vgl. Esr 2,70; Neh 13,10) zu ihrem Lebensunterhalt beitragen.

Einen großen Unterschied in der Bewertung kultischer Arbeit machte der Tempel, der auf Grund umfangreicher Einnahmen und Veräußerungen beträchtliche Werte zu verteilen hatte (vgl. Neh 12,44ff.; Neh 13,4-13). Als Folge gewannen Tempelangehörige u.a. an Entscheidungsmacht in religiösen Fragen und an Einfluss auf Politik und Recht.

Die Stellung des Kultpersonals im machtpolitischen Gefüge (Stamm; Königtum) war nicht allgemeingültig geregelt. Priester in Spitzenpositionen waren rechtliche Autoritäten, in deren Verantwortungsbereich auch Entscheidungen über Strafmaßnahmen lagen (vgl. Jer 20; Jer 29,26ff.; Am 7,10-17). Man darf auch davon ausgehen, dass die von Leviten verfasste religionsrechtliche Ordnung des Bundesbuchs in der sozialen Praxis angewandt wurde (Ex 20-23; u.a. Schulz, 2004). Das gleiche gilt für die priesterliche Rechtsordnung (Lev 18ff.). Immerhin vorstellbar war es auch, dass ein von Kultpersonen verfasstes Gesetzeswerk von einer politischen Machtinstanz übernommen wurde (2Kön 22-23).

Bei militärpolitischen Entscheidungen wurden Kultpersonen als Ratgeber hinzugezogen (Jer 21). In wirtschaftliche Verteilungsprogramme waren sie auf Grund ihrer religiös-symbolischen Macht ohnehin eingebunden, und in Rechtsangelegenheiten versuchten sie soziale Kompetenz zu demonstrieren (vgl. die Rechtsbelehrungen u.a. in Dtn 15,12-18; Dtn 20,5-7). In der nachexilischen Epoche traten unter Nehemia politische und kultische Kräfte einem politischen Bündnis wahrscheinlich gleichberechtigt bei (Neh 10,1). Mit der → Theokratie ab dem 4. Jh. v. Chr. änderten sich die politischen Konstellationen nochmals.

Die Zahl der Lineages, die Positionen im Kult reklamierten, weil Herkunft, Tradition und/oder kultische Kompetenz sie dazu legitimierten, war hoch (vgl. Dtn 18,6; 1Kön 12,31; 2Kön 23,5; 1Chr 25-26). Allein mit dem nachexilischen Tempel waren vierundzwanzig nicht-aaronidische Lineages verbunden (1Chr 24,7ff.), die auf eine lange priesterliche Tradition zurückblickten (vgl. u.a. Jer 20,1; Jer 21,1; Jer 29,21.25; Jer 37,3; Esr 2,36ff.; Neh 7,39ff.; Neh 11,13; 1Chr 9,12). Entsprechend groß war die Konkurrenz. Das Alte Testament berichtet hinlänglich nur über das konkurrierende Verhalten zweier Gruppen, der priesterlichen → Aaroniden und der → Leviten. Um Kompetenz zu signalisieren, wurden Erzählungen mit diskriminierenden Intentionen verbreitet (vgl. Num 16; Esr 8,15; 2Chr 35,1-6 einerseits; andererseits Ex 32; Dtn 18,5; 2Chr 30), Traditionen erfunden (Ahnenmythen; vgl. → Josef-Erzählung), → Genealogien manipuliert oder neu kreiert (z.B. levitische Herkunft zadokidisch-aaronidischer Priester) und vor allem die Eigengruppe idealisiert (vgl. Ex 2-4 bzw. Ex 25ff.). Für die erfolgreichen Lineages bzw. Stämme blieb es ein strukturelles Problem, wie der Konflikt um die relativ wenigen Ämter und die oft vielen potentiellen Kandidaten reguliert werden konnte. Dtn 18,6 beschreibt ein solches Problem und seine Lösung für levitische Lineages. Zum Ausschluss von kultischen Diensten führten Alter und Geschlecht und in spezifischen Fällen als „Makel“ qualifizierte Eigenschaften, z.B. beim Hohenpriestertum (Lev 21,16ff.).

5. Leistungen der Amtsträger. Das Kultpersonal war zum Teil schriftkundig und im Allgemeinen ausgebildet, die für tribal-agrarstaatlichen Gesellschaften üblichen Kommunikationsmittel einzusetzen: Bilder (2Kön 23,4), Symbolik (Lev 11), Riten (Lev 1-8), Mythen (Ex 12; Ex 35ff.), Genealogien (1Chr 1-8) und Lehre (Dtn 1-11; Dtn 17,8-13). In Alt-Israel haben vor allem Priester den Ritus als Kommunikationsmittel favorisiert. Ihre Erzählungen sind denn auch zu einem hohen Anteil Beschreibungen ritualsymbolischer und symbolischer Handlungen. Vor allem in den Exodus-Mythen ist diese Tendenz sichtbar.

Aus der Vielfalt der Kulte emergierten zwei, die auf die gesellschaftliche Gestaltung Alt-Israels einen hohen Einfluss hatten, der Opferkult des Tempels und das Religionsrecht (→ Tora). Beide waren auf ein hoch spezialisiertes Kultpersonal angewiesen (u.a. Schenker, 2000):

Am Tempel sorgte das Opfer für ein vergleichsweise hohes Aufkommen an Gaben (v.a. Nahrungsmittel), die verarbeitet werden mussten. Die Folge war, dass Tempelangehörige zu Wirtschaftsexperten wurden, die Werte in Besitz nahmen, sie berechneten, aufbewahrten, veräußerten und in andere Werte transformierten. Der Besitz musste verwaltet und die Vorgänge mussten dokumentiert werden. Gebäude und Personal wurden im Sinne einer ökonomischen Aufgabenbewältigung strukturiert. So wurden auch Köche, Bäcker, Wächter usw. zu Kultpersonen (vgl. Esr 7,24; Neh 12,25; 1Chr 26; 2Chr 35,14). Im Resultat kann man von einer selbständigen Haushaltsökonomie sprechen, die mit der sozialen Ökonomie sowohl kooperierte als auch konkurrierte. Kulturgeschichtlich relevant ist, dass diese Tempelopferpraxis – wie u.a. auch in Mesopotamien – einen eigenen Wirtschaftstypus generierte.

Das dem Religionsrecht verpflichtete Kultpersonal musste sich auf Grund seiner religiösen Thematik mit der allgemeinen (säkularen) Rechtsproblematik auseinandersetzen. Dazu gehörten Kompetenz im Abfassen und Durchsetzen von Gesetzen, Präsenz in der Rechtsprechung sowie die Organisation von entsprechenden Institutionen samt deren Personal (vgl. Dtn 17,8-13). Mit dieser rechtskundigen Profilierung wurde die Religionspraxis ein Ort der Rechtserkenntnisse und der Erfahrung im Umgang mit dem Recht sowie der Einsicht in die Gerechtigkeitsproblematik, unabhängig von religiösen Vorstellungen. Für das Judentum war die religionsrechtliche Praxis von nachhaltiger Bedeutung (u.a. Boecker, 1976; Niehr, 1987; Schulz, 1987).

6. Leviten. Von dem altisraelitischen Kultpersonal werden namentlich genannt vor allem die → Leviten mit ihrem Primärahnen → Mose (Ex 2,1-2) und die Aaroniden mit ihren Primärahnen → Aaron, → Zadok und → Esra (1Chr 5,27-40; 1Chr 6,35ff.; Esr 7,1-5): Leviten waren am vor- und nachexilischen Jerusalemer Tempel tätig (Neh 7,43; 2Chr 35,7-19). Ihr Levitentum aber beinhaltete mehr als nur priesterliche Tätigkeiten. Es war sowohl sozial als auch religiös geprägt v.a. durch eine Religions- und Rechtspraxis mit Tendenz zum Monojahwismus, ferner Heiligenverehrung, Vermittlung in justiziellen Fragen, Wundertätigkeit. Zu einem Schwerpunkt wurde zunehmend das Religionsrecht, insbesondere in der nachexilischen Epoche (vgl. Dtn). Die Komplexität des „Levitismus“ ist ein Grund, dass diesbezügliche Untersuchungen zu divergierenden Ergebnissen geführt haben (vgl. Haran, 1978; Schulz, 1987).

Levitismus ist eine im Mittleren Osten und in Afrika verbreitete religiös-kulturelle Erscheinung, vorwiegend in tribal-dörflichen Lebenswelten und tendenziell nicht tempelkultisch orientiert. Zu seinen Merkmalen zählen Heiligenverehrung, Segensvermittlung, Wundertätigkeit und das Bestreben, bei rechtlichen, militärischen, wirtschaftlichen und anderen Problemlösungen richtungsweisend zu sein. Es ist deshalb ein wesentlicher Charakterzug des Levitismus, dass Vermittlungsfunktionen in machtpolitisch entscheidenden Bereichen angestrebt bzw. übernommen werden. Die religiös-politischen Führergestalten, die der Levitismus immer wieder hervorbringt, haben hier ihren Ursprung. In diesem Sinn ist die Heiligengestalt Mose eine Idealverkörperung des altisraelitischen „Levitismus“. Einzelgesellschaftlich wird der Gestaltungsspielraum „Levitismus” unterschiedlich genutzt. So waren im alten Israel Leviten u.a. auch als Priester am Tempel ritualistisch tätig. Eine Reduzierung der altisraelitischen Leviten auf clerus minor wäre jedoch problematisch (vgl. Schulz, 1987). Zur Bedeutung des Wortes „Levi” s. → Levi / Leviten.

7. Aaroniden. Hinsichtlich der Kulttätigkeit der Aaroniden herrscht indes Konsens. Sie verkörperten ein Priestertum altorientalischer Prägung mit einem Schwerpunkt in der Opferpraxis. Über ihre genealogische Herkunft und die Stätten ihres Wirkens – Bethel, vorexilisches Jerusalem und/oder Silo – ist sich die Forschung nicht einig. Das liegt unter anderem daran, dass sich in den Büchern Ri-2Kön keine der genannten Priesterschaften auf Aaron beruft. Es wird deshalb angenommen, wenn auch mit unterschiedlichen Begründungen, dass Zadokiden (vgl. 1Kön 2,35) eine von den Aaroniden zu unterscheidende Priesterschaft waren (Gunneweg, 1965; Garbini, 1988; Rudnig, 2000; Schaper, 2000). Dagegen sprechen jedoch die Qumran-Texte (in der Sektenrolle 1QS V und der Gemeinderegel 1Qsa; vgl. Sir 51,12 [nicht in Lutherbibel]; vgl. Cody, 1969; Dahm 2003a). Hinsichtlich der Gestalt Aaron ist man ebenfalls zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Aaron wird sowohl als historische Führungspersönlichkeit beschrieben (Valentin, 1978) als auch als mythische Gestalt (Aaron ben Levi), die von den postexilischen Zadokiden auf Grund der zunehmenden Popularität des „Levitismus“ kreiert wurde (Dahm, 2003a): U.a. waren Exodus- bzw. Mose-Erzählungen zu einer religiösen Symbolmacht geworden. Mittlerweile ist versucht worden, die mit den aaronidischen Genealogien verbundenen Probleme mit gentechnischen Methoden zu lösen (Skorecki u.a., 1997; Boster, 1998; Thomas u.a., 1998). Insgesamt sind Aaron- und Aaroniden-Analysen auch gegenwärtig noch Teil eines Problemkomplexes, der aus der Pentateuchkritik resultiert.

Priesterschaften nicht-aaronidischer(-zadokidischer) Herkunft sind in den Heimkehrerlisten Neh 7,40-42 sowie in 1Chr 9,12 und Neh 12,10-21 genannt. Sie bekleideten Ämter am vor- und nachexilischen Tempel und stellten z.T. auch den Oberpriester (s.o. Jer 20,1; Neh 12,10-11 usw.). Im Zuge der nachexilischen, machtpolitischen Veränderungen – Theokratie und Hohespriestertum der Aaroniden – sind sie in das von Aaroniden dominierte Priesterklassensystem eingegliedert worden (vgl. 1Chr 24,1-5 und 1Chr 24,7-19).

2.2. Die Nachwirkungen des Exils auf den Kult

Die Zerstörung des Tempels, das Exil und die Rückkehr einflussreicher Gruppen nach Juda bzw. Jerusalem (vgl. Neh 7,6ff.) blieben nicht ohne Wirkung auf den altisraelitischen Kult, sowohl im religiösen als auch macht- und religionspolitischen Sinn. Die Änderungen zielten auf neue organisatorische und institutionelle Formen. „Levitismus“ und Opferpraxis bildeten indes auch postexilisch das Fundament der altisraelitischen Religionspraxis, und lebensbestimmend blieb auch fernerhin das Nebeneinander von dörflich-tribalen und urbanen Lebenswelten und -formen (s. Kap 2.1). Die alttestamentlichen Texte geben die maßgeblichen Neuordnungen v.a. aus der Perspektive zweier Gruppen wider, der Leviten und der Aaroniden(-Zadokiden).

(a) Religiös: Das Kultpersonal wurde mit neuen Aufgaben und Kontrollfunktionen konfrontiert, die je nach Gruppenzugehörigkeit von unterschiedlichem Ausmaß waren. Dazu zählten Ausbau und Intensivierung der religionsrechtlichen Praxis, eine ethnisch qualifizierte Religiosität und ein Verbot von Handlungen, die dem Ahnenkult, der Zauberei und Orakeltätigkeit (Wolken deuten; aus dem Becher weissagen; Dtn 18,10; Dtn 18,14; Gen 44,5; → Divination usw.) zuzurechnen waren (Ex 22,7; Lev 19,26; Lev 20,6; Lev 20,36-37; Dtn 18,10).

Das im „Levitismus“ verwurzelte Religionsrecht fand in Juda zunehmend an Bedeutung und Akzeptanz. Sein wichtigstes Medium war die → Tora (vgl. → Deuteronomium). In dieser Tradition steht u.a. auch die Mischna. Das priesterlich-aaronidische Kultpersonal hatte sich unter Beibehaltung des Opferkultes (vgl. Lev 1-5) dieser Bewegung angeschlossen. In Lev 6,1 verweist es darauf, dass einzelne Anweisungen auch als Tora zu verstehen seien (Lev 6-7; vgl. Sir 35,1-10 [Lutherbibel: Sir 35,1-13]). Der eigenen Priesterschaft wurde mit idealtypischen Programmen wie in Esr 7,8ff. und Neh 8 eine Neuorientierung gegeben. Als Identifikationsfiguren dieser neuen, nun auch priesterlichen Religionspraxis wurden die genealogischen Primärahnen Aaron und Esra dargestellt (Sir 45,17-18 [Lutherbibel: Sir 45,21-22] bzw. Esr 7,8ff.; Neh 8). Dieselbe Funktion wurde ihnen nochmals zugeschrieben, als es um die Verbreitung der Botschaft ging, dass Religion und Ethnizität zu verbinden seien (vgl. Esr 9-10; Num 25,6ff., hier Pinchas; vgl. auch Ex 12,43ff.; Num 12,1ff.).

(b) Religionspolitisch: Die Festlegung der Religion auf Monojahwismus (Dtn 6,4) bzw. → Monotheismus (Jes 44,6-7) und die Zentralisierung des Opferkultes zu Gunsten des Jerusalemer Tempels forderten ein Umdenken beim Kultpersonal. Von der Radikalität dieser Umstellung zeugen die Strafmaßnahmen für Zuwiderhandlungen (Lev 17,3-9; Num 25,1-5; vgl. 1Kön 18,20-40; 2Kön 23,4-14). Das lässt auch vermuten, dass die Präsenz anderer religiöser Gebräuche nicht geringfügig war. Die Konsequenzen der Kultzentralisierung traf v.a. Lineage-Älteste, Haushaltsvorstände und lokale Priester-Lineages, die durch den Verlust ihrer Opferpraxis ökonomisch und gesellschaftspolitisch benachteiligt wurden (s.o.)

© Politisch: Das politische Machtgefüge änderte sich mit der Etablierung theokratischer Verhältnisse (u.a. Taubes, 1987), die in der Kunstfigur „Melchisedek“ idealtypisch dargestellt sind (Gen 14,17ff.; vgl. Sir 50). Die politisch und religiös höchste Instanz war das „Hohepriestertum“, eine Bezeichnung die am nachexilischen Tempel eingeführt wurde (Hag 1,1). Als historisch gesichert kann man ansehen, dass etwa ab dem 4. Jh. v. Chr. die Lineage der Aaroniden(-Zadokiden) dieses Amt inne hatten (Sir 50), und zwar mit kurzer Unterbrechung (172-162) bis zum Jahr 159 v. Chr. Eine andere machtpolitische Größe war das Levitentum, v.a. außerhalb des Tempels. Dessen Machtanspruch wurde v.a. durch → Nehemia bestätigt (Neh 10,1; Neh 13,4ff.; Pohlmann, 1991).

3. Kulturgeschichtliche Aspekte

Die Geschichte der Religionen zeigt, dass allgemein-kulturelle Probleme dem Kult eine erste Orientierung und Richtung geben. Dazu zählen solche transkulturellen Güter wie Werte und Normen, Kunst und Wissen, Techniken und Ideologien. Sie bilden einen den vielfältigen Lebenswelten übergeordneten Bezugsrahmen bzw. Gestaltungsraum. Ritualisten und Mythologen nutzen kommunikative Kompetenzen mittels Zeichen, Signal, Symbol, Sprache und Bild. Wundertäter orientieren sich am Handwerk, Religionsrechtsgelehrte am Argumentations- und Begriffsapparat des Rechts („Gott als Richter“; Bundesbuch), Priester an Möglichkeiten des ästhetischen Ausdrucks (Gesang, Rezitation, Kleidung usw.) und Opferspezialisten an ökonomischen Denk- und Handlungsweisen. Die Beispiele verweisen auf grundlegende Modelle. Sie eröffnen scheinbar endlose Differenzierungsmöglichkeiten durch Verknüpfen, Ausgrenzen und Hierarchisieren. Kultische Instanzen verfahren deshalb selektiv. Sie legen fest, welches der Grundproblem-Modelle richtungsweisend sein soll und welche Eigenschaften (bis hin zu Nahrung und Kleidung) zu den kultischen Differenzierungen gehören sollen (vgl. Religionstypologien). Daraus resultieren religionsspezifische Unterschiede in der Organisierung und Institutionalisierung von Kultpersonen und der Gestaltung von kultischen Aufgaben (vgl. Tempel und Synagoge bzw. Priestertum und Levitentum in Alt-Israel).

Ursache für kultische Vielfalt und Disparität sind zudem die kulturspezifischen Voraussetzungen. Sie beeinflussen das gesamte Spektrum kultischer Arbeit. So verlor in Alt-Vorderasien der Opferkult (→ Opfer) im Zuge der Entwicklung eines allgemein-gültigen Tauschmittels allmählich an Bedeutung.

Die Opferpraxis orientiert sich am Modell der in tribalen Gesellschaften vorherrschenden Gabenökonomie, einem Wirtschaftstyp ohne allgemein-gültiges Tauschmittel. Das Opfer ist deshalb ein kulturtypisches Phänomen (Dahm, 2003b). Es fällt jedoch auf, dass auch in Agrarstaaten, die über ein allgemein-gültiges Tauschmittel verfügen, Opferkulte praktiziert werden. Das hat seinen Grund darin, dass in der wirtschaftlichen Praxis agrarkultureller Gesellschaften die Gabenökonomie oft weiterhin dominiert, besonders in ländlichen Regionen (gegenwärtiges Afrika; vgl. Antike). Zum anderen geben Religionsgemeinschaften ihre religiösen Traditionen oft nur widerstrebend und unterschiedlich schnell auf (vgl. Geschlechterdiskriminierung in industriestaatlichen Religionsgemeinschaften).

Andere Beispiele sind die rituelle Kommunikation, die in der modernen Religionspraxis immer weniger praktiziert wird (u.a. Stausberg, 2004) oder die Art und Weise, wie Kultpersonen den Göttern und Diensten zugeordnet werden. Tribale Dorfgemeinschaften kreieren z.B. andere Kultfunktionen und ordnen diese nach anderen Kriterien als urbane oder industriekulturelle Religionsgemeinschaften. So sind Deszendenz-Zugehörigkeiten in modernen Religionsgemeinschaften kaum ein Argument für die Inanspruchnahme oder Reklamation einer Position im Kult, für tribale Gesellschaften sind sie dagegen oft ausschlaggebend.

Zur Profilierung des je eigenen Kultpersonals werden Qualifizierung und Spezialisierung auf bestimmte Aufgaben gefördert. Es entsteht ein Expertentum. Während auf dörflicher Ebene einzelne Personen je nach Bedarf ein ganzes Bündel an Kultaufgaben erfüllen, haben an großen Tempelanlagen größere Personengruppen eng umrissene Aufgabenfelder, wie es z.B. an den altorientalischen Tempeln üblich war. Die ökonomische Lage bestimmt mit darüber, wie viel Zeit einem Kult gewidmet werden kann und ob einem Kult auf Dauer gesonderte Stätten zur Verfügung gestellt werden können. Andererseits hat ein kultisches Expertentum Einfluss auf die Gestaltung von Lebensformen und -welten. So wächst mit dem Grad der Ausdifferenzierung von Kultaufgaben potentiell die Professionalisierung der jeweiligen Arbeit und damit auch die Tendenz zu sozialer Hierarchisierung (vgl. altorientalische Tempelhaushalte; u.a. Menzel, 1981). Es wird entschieden, welcher Aufgabe hohe Bedeutung zukommt und welche von geringerem Wert ist. Konflikte sind deshalb vorprogrammiert, weil Individuen und Gruppen entsprechend ihrer Aufgabe Ansehen und Einfluss – wie Beziehungen zur politischen Macht, Ausübung rechtlicher Gewalt usw. – gewinnen oder einbüßen. Literaturen über das Kultpersonal in den Religionen dokumentieren deshalb auch konfliktreiche und gewalttätige Auseinandersetzungen (vgl. 2Kön 23).

Um sozial angesehene Ämter konkurrieren Kandidaten (s.u.) mit Attributen, die einerseits Qualifikation zum Amt signalisieren sollen und andererseits eine hohe Akzeptanz erwarten lassen. Dazu zählen solche Differenzierungsmerkmale wie Besitzlosigkeit als Lebensstil (Num 18,20ff.; Dtn 18,1-2), Verneinung sozialer Bindungen (Leviten; vgl. Ex 32,27), herrschaftliche Abstammung (vgl. Mt 1,1), Bereitschaft, für die eigene Religion zu töten (vgl. Num 25), Erfahrungen mit dem Übernatürlichen. Ein Priester versteht sich als Vermittler zwischen Mensch und Gottheit, ein Heiliger als „Mann Gottes“. Die erklärten Legitimationsqualitäten zeigen in der Regel, dass mit den Eigenschaften der je eigenen Lebenswelt virtuos umgegangen wird, nicht selten durch einfache Negierung (Zölibat; Eremitenleben; Meidung von Nahrung usw., vgl. Num 6). Sie sind lebensweltlich differenzierbar und zeichnen sich durch kulturtypische Eigenschaften aus (vgl. die für das aaronidische Priestertum favorisierten Eigenschaften nach Lev 21).

Die Qualifizierung für ein kultisches Amt ist von Selektionsentscheiden betroffen, die den Ausschluss von bestimmten Personen und Gruppen garantieren, wie Diskriminierungen gegen Alter, Geschlecht und Herkunft zeigen. Hierfür ist verantwortlich, dass sich kultpolitische Personalentscheidungen an kultur-, gesellschafts- und gruppenspezifischen Modellen orientieren und folglich Sozial- und Kultpolitik stabilisierend aufeinander wirken. So konnte z.B. die Zentralisierung der politischen Macht am Jerusalemer Tempel einer Zentralisierung des Opferkultes nur allzu förderlich sein.

Welche Kulttypen sich in einer Kommunikationsgemeinschaft behaupten, ist Gegenstand zahlreicher und nicht immer gewaltfreier Konflikte (vgl. Ex 32; Num 16). Aber auch Kooperation und Kompromissbereitschaft bis zu gewissen Graden ist zwischen herrschenden Kulten nicht selten (vgl. Leviten- und Priestertum im nachexilischen Israel). Neben diesem permanenten Konfliktpotential sind Spannungen zwischen kultischen und politischen Machtinstitutionen zu beobachten. Diese haben im Laufe der Geschichte einander ergänzt, eifersüchtig beobachtet, bekämpft und die Macht streitig gemacht. In Assyrien bekleidete der König das Amt des obersten Priesters, im alten Israel der oberste Priester das Amt des Königs (vgl. auch Institutionen wie „Gott-König“, „Fürst-Bischof“).

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Abb. 4 Beter tritt vor eine thronende Gottheit (Obelisk Assurnasirpals II., 884-858 v. Chr.).

Säkularisierungstendenzen verändern dieses Beziehungsgeflecht jedoch nachhaltig. Das Interesse politischer Machtinhaber an höchsten kultischen Ämtern nimmt ab. Diese Verschiebung in den Beziehungen und die nachlassende Attraktivität und Autorität religiöser Machtinstanzen wirken nachteilig u.a. auf Identitätsbildung, Wir-Bewusstsein und Eigenmacht-Vorstellungen von Kultpersonen.

Das Verhältnis zwischen einer Kommunikationsgemeinschaft und seinem Kultpersonal wird grundsätzlich positiv und attraktiv gestaltet. Davon zeugt das Angebot, die großen, teilweise nicht lösbaren Probleme wie Hunger, Tod, Krankheit bewältigen zu können. Die erklärte sozialreligiöse Sonderstellung des Kultpersonals verspricht zudem übernatürliche Leistungen, denen gemeinhin die Fähigkeit zugeschrieben wird, Wohlstand erlangen oder politische Macht verkörpern zu können. Nicht minder überzeugend wirkt die Ablehnung von politischer Macht oder ein Leben in Armut. Dies sind nur einige Beispiele. Prinzipiell gilt für das Kultpersonal, sich des Menschen umfassend anzunehmen, seine Arbeit und sozialen Beziehungen, seine Gefühle und sein Wissen anzusprechen, ihm eine Identitätsorientierung zu vermitteln. Dieses Aufgabenverständnis und eine ausgeprägt ästhetische Gestaltung der Kultpraxis – z.B. durch Malerei, Gesang, Tanz bzw. Verbote derselben und Förderung anderer Ausdrucksweisen wie Räume ohne Kultobjekte, ein Kult ohne Instrumentalmusik usw. – tragen dazu bei, den Einfluss eines Kultpersonals auch auf sozial relevante Entscheidungen zu fördern und es zu einem Identifikationsfokus zu machen.

Das Kultpersonal ist nicht ohne Einfluss auf Verarbeitung, Lösung und Kreierung nicht-religiöser Probleme. Dazu zählen u.a. Erschließung neuer Technologien, soziale und kognitive Fortschritte, Verbreitung von Kommunikationsformen, Mobilisierung von Arbeit. Altorientalische Tempelhaushalte sind ein Beispiel für wechselseitige Abhängigkeiten von Ökonomie, Arithmetik und Schriftentwicklung, verbunden mit dokumentarischen und bibliothekarischen Kompetenzen (Nissen, 1990). Welche Denk- und Handlungspotentiale sich von Fall zu Fall ergeben und welche nicht, resultiert aus den Inhalten kultischer Arbeit bzw. den Modellen, an denen sich die Aufgabengestaltung orientiert. So war das tribal-ökonomische Modell „Haushalt“ entscheidend für den machtpolitischen Einfluss des altorientalischen Opferkultes und die Entwicklung von wirtschaftlichen Problemlösungsstrategien einschließlich ihren sozial-repressiven Implikationen (u.a. Deimel, 1931; Günther / Schrot, 1961; Lipiński, 1979; Dahm, 2003b).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Stuttgart u.a., 1973ff. (lewî)
  • Theologische Realenzyklopädie, Berlin, 1977-2004
  • Theologisches Handwörterbuch zum Alten Testament, München, Zürich 1978-1979
  • Evangelisches Kirchenlexikon, Göttingen, 1986ff.
  • Handbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe, Stuttgart u.a., 1988ff.
  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich, 1991-2001
  • Lexikon für Theologie und Kirche, Freiburg u. a., 1993-2001
  • Religion in Geschichte und Gegenwart, 4. Aufl., Tübingen, 1998ff.

2. Weitere Literatur

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Priester mit hoher Mütze und langem Gewand (Fresko; Bel-Tempel in Dura-Europos, Nordsyrien; 2. Jh. v. Chr.). © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Ägyptischer Priester nähert sich einer Gottheit mit einer Libationsvase, aus der er Flüssigkeit zu Boden gießt, und einem Räucherarm, auf dem er Weihrauch verbrennt; dahinter spielen vier Musiker auf Instrumenten. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 3 Ein König spendet einer Gottheit Flüssigkeit als Opfergabe in einen Opferständer; dahinter fungiert eine (niedere) Göttin als Mittlerin (Wandmalerei aus Mari; 2. Jt. v. Chr.). © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 4 Beter tritt vor eine thronende Gottheit (Obelisk Assurnasirpals II., 884-858 v. Chr.). © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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