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Lexikon

Kleidung / Textilherstellung (AT)

Sabine Kersken

(erstellt: Febr. 2012)

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Färben / Färberei; → Farbstoffe; → Garn; → Fell / Pelz; → Leder / Lederverarbeitung; → Schmuck; → Schuhwerk; → Weben / Weberei

Nacktheit

Kleidung dient dem Schutz des Menschen, hat aber auch eine wichtige soziale Funktion. Deswegen wird sie auch als „soziale Haut“ bezeichnet. Mit ärmlicher oder prunkvoller, erotischer oder biederer Kleidung definieren sich Menschen in ihrer Beziehung zu anderen Menschen und in der Gesellschaft. Über sie signalisieren sie vor allem, zu welcher Gruppe und welchem Status sie gehören bzw. gehören wollen.

1. Textilherstellung

1.1. Rohstoffe

Die für die Textilherstellung am häufgsten verwendeten Rohstoffe sind Flachs, Schafwolle und Hanf. Daneben gibt es Materialien, die bei der Kleiderherstellung nur selten verwendet werden, z.B. Muschelseide / Byssus (aus Muschelankerfäden gewonnenes Material der Mittelmeermuschel Pinna nobilis Linnaeus), Ziegenhaar (→ Ziege) und Kamelhaar (→ Kamel).

1.1.1. Flachs

Die Flachspflanze (lat. linum usitatissimum, wörtlich: „äußerst nützliches, vielseitig nutzbares Leinen“) ist im Vorderen Orient seit dem 8. Jahrtausend v. Chr. bekannt. In Israel / Palästina ist → Flachs seit dem 5. Jahrtausend v. Chr. kultiviert. Eingang in den Modebereich der Levante fand das Material jedoch erst im 8. Jh. v. Chr. In dieser Zeit ist es biblisch (פֵּשֶׁת pešæt; vgl. λίνον linon) als Kleidungsstoff der Oberschicht belegt (Lev 13,47.48.52.59; Dtn 22,11; Jer 13,1; Ez 40,3; Ez 44,17-19; Spr 31,13; vgl. Spr 31,22).

Flachs benötigt nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden bei gleichmäßiger Feuchtigkeit. Daher ist es möglich, ihn im Bergland Israels mit seinen humiden bis subhumiden Klimazonen anzubauen. Die Flachspflanze kann als Ganze genutzt werden. Das zur Textilherstellung benötigte Material wird jedoch lediglich aus dem Stängel der Pflanze gewonnen.

Das aus Flachs hergestellte Leinen zeichnet sich durch hohe Reißfestigkeit und Knitterfähigkeit aus. In der Hitze des Tages ist Leinen angenehm zu tragen, da die Faser kühlt und Schweiß gut aufnimmt (Ez 44,17f.). Aufgrund des recht komplizierten Herstellungsprozesses von Leinen (s.u.) konnten sich wahrscheinlich vor allem sozial höher gestellte Persönlichkeiten diesen Stoff leisten.

1.1.2. Schafwolle

Da die Domestizierung des → Schafes im Bereich des Fruchtbaren Halbmondes bereits vor 9.000 v. Chr. erfolgte, ist der Umgang mit und die Verarbeitung von Schafwolle (צֶמֶר ṣæmær / πόκος pókos) zur Zeit des Alten Testaments selbstverständlich. Es handelt sich um die überwiegend weiße Wolle von Fettschwanzschafen (Ri 6,37-39). Der Umgang mit diesem Material ist so selbstverständlich, dass es nur 16-mal im masoretischen Text erwähnt wird (Lev 13,47f.52.59; Dtn 22,11; Ri 6,37; 2Kön 3,4; Jes 1,18; Jes 51,8; Ez 27,18; Ez 34,3; Ez 44,17; Hos 2,7.11; Ps 147,16; Spr 31,13).

Kleidung wure in erster Linie aus der Wolle der familieneigenen Schafe hergestellt. Jede Familie dürfte zur Versorgung mit Milch und anderen tierischen Produkten ca. 10 Schafen oder Ziegen besessen haben. Wer nur ein einziges Schaf besaß, galt als äußerst arm (2Sam 12,3, vgl. 1Sam 25,2).

Da Schafwolle eine gute Thermoregulationseigenschaft hat, sehr viel Feuchtigkeit aufnehmen kann und luftdurchlässig ist, hilft Wollkleidung die Hitze des Tages und die Kühle der Nacht erträglich zu machen (Spr 31,21; Hi 31,20). Die Kräuselung der Haare ist auch der Grund dafür, dass Wollkleidung im Unterschied zur Leinenkleidung nicht knittert. Selbst nach starker Beanspruchung springt das Wollhaar in seine ursprüngliche Form zurück. In einer Gesellschaft, in der Kleidung stark beansprucht wird, ist wollene Kleidung also von Vorteil

Ein Kleidungsstück aus Wolle lässt sich zudem formen, indem man es im feuchten Zustand in die gewünschte Form zieht. Bei starkem Walken von feuchter Wolle verhaken sich die Schuppen der einzelnen aufgequollenen Wollhaare ineinander; so verfilzt der Wollstoff.

1.1.3. Hanf

Hanf (Cannabis sativa) ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Er stammt aus dem fernen Osten und wurde, da der Anbau einfach und kostengünstig ist, reichlich angepflanzt. Verwendet wurde er auch zur Kleiderherstellung. Aus Israel / Palästina gibt es dafür eindeutige Belege erst seit dem Fund von Z-gesponnenen Hanf-Fäden aus dem 9. Jh. v. Chr. in Tell Dēr ‘Allā (→ Sukkot [Tell Der Alla]; Koordinaten: 2088.1782; N 32° 11' 46'', E 35° 37' 15'') in den 80-er Jahren des 20. Jh.s. Bisher konnte der Pflanze noch kein hebräischer Begriff eindeutig zugeordnet werden.

Hanfkleidung gilt als robust, wetterfest, reißfest, von hoher Haltbarkeit, atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend und kühlend im Sommer. Im Winter hingegen wärmt Hanf wesentlich besser als Baumwolle, die erst im 3. Jh. v. Chr. bekannt wurde. Hanf kann 8-mal mehr Wasser aufnehmen als Baumwolle, ohne sich nass anzufühlen. Zudem besitzt Hanfkleidung die Fähigkeit, 95% der UV-Strahlung abzuhalten. Hanfkleidung ermöglichte es auch, Kleidung der Oberschicht billig zu imitieren.

1.2. Verarbeitung der Rohstoffe

1.2.1. Leinen

Seit dem Chalkolithikum wird Flachs kultiviert und aufbereitet. Dazu werden die Samenkapseln vom Halm getrennt. Die Flachsbüschel werden über einen großen Kamm gezogen, um danach im Wasser zu gären („rösten“), bis der Flachs brüchig wird. Beim anschließenden „Brechen“ und „Schwingen“ entfernt man die Faser von vorhandenen Holzteilchen und anderen Verunreinigungen. Beim „Hecheln“ wird der Flachs durch die Zinken der Hechelbretter gezogen, wobei zunächst grobere, weit auseinanderstehende Zinken, dann immer feinere, enger stehende benutzt werden. Nach und nach erhält man so immer feinere Fasern, die schließlich zum Leinfaden versponnen werden können.

In der Antike ist das Spinnen von Flachs eher Männersache, während Frauen sich mit der Wollspinnerei beschäftigen; es haben aber auch Frauen in der Flachsverarbeitung gewirkt (vgl. Jes 19,9; Spr 31,13). In nachexilischer Zeit werden die von Frauen in Heimarbeit gefertigten Textilien nicht nur für den Eigenbedarf produziert, sondern auch in den Handel gebracht (Spr 31,21-24). Diese haben so hochwertige Qualität, dass kanaanäische Händler sie aufkaufen und weiterverkaufen können.

1.2.2. Schafwolle

Aussagen über die Herstellung von Stoffen finden sich im Alten Testament nur spärlich. Im heimischen Bereich verarbeiten Frauen den Rohstoff weiter (Ex 35,25; Ri 16,13ff.; Spr 31,22), das Verweben im kommerziellen Bereich wird hingegen von männlichen Webern übernommen: Nach Ex 35,25f.35 spinnen kunstfertige Frauen eingefärbte Fasern und Ziegenhaare; diese werden danach von einem Weber (אֹרֵג ’oreg) nach Vorstellung eines „Designers“ (חֹשֵׁב ḥošev) zu Stoff weiterverarbeitet, der von einem „Buntwirker“ (רֹקֵם roqem) farbig bestickt wird.

Vor der Schur wurden die Schafe gewaschen (Hhld 4,2; Hhld 6,6; vgl. Jes 1,18; Ps 147,16; → Wasserverbrauch). Ihr Fell war dann so hell, dass die Zähne der Geliebten im → Hohelied mit ihm verglichen werden können (Hhld 4,2). Danach wurde die Wolle gekrempelt; dabei werden die einzelnen Faserbüschel auseinander gezogen, damit Schmutzteile besser herausfallen oder herausgezupft werden können. Nachfolgend werden die Fasern gekämmt, um ein gleichmäßiges Garn zu erhalten; dabei werden die Stapelfasern in einer Richtung orientiert und gleichzeitig die kurzen von den längeren Fasern getrennt.

Aus: Völling, 84 Abb. 23; © Elisabeth Völling

Abb. 1 Das Andrehen des Spindelstabes.

Zur Herstellung des Vorgarns zieht die Frau mit der rechten Hand ein Stück Wolle aus einem größeren Flocken heraus und beginnt, diese wenigen Haare mit den Fingern zu einem dünneren Faden auszuziehen und gleichzeitig zu drehen. Dieser Vorgang wird kontinuierlich fortgesetzt. Das so entstandene Vorgarn fällt dann in einen abgestellten Arbeitskorb.

Beim eigentlichen Verspinnen wird das Material ausgezogen und so lange gedreht, bis ein feiner Faden entsteht. Dieser Vorgang erfolgt mit der Handspindel, die in der Regel aus einem Spinnstab und einer aufgeschobenen Spinnwirtel besteht (→ Garn).

Aus: Völling, 285 Abb. 6 und 7; © Elisabeth Völling

Abb. 2 Garndrehung S und Z und Verzwirnen von sechs Fäden.

Um den entstandenen Faden reißfest zu machen, wird er gezwirnt, d.h. zwei oder mehr gesponnene Fäden werden – zuweilen mit Hilfe einer Spinnschüssel (s.u.) – umeinander gedreht und miteinander verdrillt. Dazu werden die Fadenanfänge miteinander verdreht und an der Spindel befestigt. Diese wird entgegen der Spinnrichtung in Rotation versetzt. Auf diese Weise entsteht ein fester, strapazierfähiger Faden, der weiterverarbeitet werden kann. Man unterscheidet zwischen Z-gesponnenem Garn (im Uhrzeigersinn gesponnen) und S-gesponnenem Garn (gegen den Uhrzeigersinn gedreht).

In Israel / Palästina ist das Zwirnen bereits für das 7. Jahrtausend v. Chr. belegt. In Naḥal Ḥēmār (Koordinaten: 1854.0611; N 31° 08' 30'', E 35° 22' 20'') wurden Zwirne in S- und Z-Spinnerei ebenso gefunden wie in Netîv Hagdūd (Koordinaten: 1922.1550; N 31° 59' 17.6'', E 35° 26' 41.4'') und in den Höhlen der nordjudäischen Wüste.

1.2.3. Hanf

Hanf kann als pflanzliche Faser genau so verarbeitet werden wie Flachs.

1.3. Herstellung von Garnen

1.3.1. Spinngeräte (Spindeln, Spindelstäbe und Spinnwirtel)

Aus: Völling, 250 Abb. Liste 2 FO (7); © Elisabeth Völling

Abb. 3 Spindel aus der Späten Bronzezeit II (Megiddo; um 1200 v. Chr.).

Eine Spindel besteht aus einer Achse als Drehzentrum (→ Garn). Durch eine Verdickung des Stabes oder einen Wirtel wird die Drehung stabilisiert. Sitzt der Spinnwirtel am unteren oder oberen Ende der Spindel, unterteilt man diese grob in Kopf- und Fußspindeln. Die im Alten Orient erhaltenen Spindeln haben meist einen Durchmesser zwischen 3 und 8 mm und eine Länge von 20-30 cm.

Spindeln sind in der Regel aus Knochen oder Elfenbein hergestellt. Spindeln aus Metall bringen durch ihr Gewicht das Vorgarn zum Reißen und sind daher ungeeignet. Ein Spindelstab verfügt über eine Vorrichtung zur Fadenführung, z.B. eine Rille, eine Verdickung oder ein Häkchen, um den entstehenden Faden möglichst zielgenau auf dem Stab aufzuspulen.

Ausschnitt aus: Völling, 116 Abb. 39; © Elisabeth Völling

Abb. 4 Spinnwirteln mit bikonischer oder doppelkonischer Form.

Der Wirtel ist meist aus Ton, Stein (z.B. Basalt wie in → Hazor [Koordinaten: 2035.2693; N 33° 01' 05.65'', E 35° 34' 08.59''] oder Kinneret / Tell el-‘Orēme [Koordinaten: 2008.2528; N 32° 52' 10", E 35° 32' 27"]), Kalkstein oder Knochen gefertigt. Er muss rund sein und möglichst genau in der Mitte die Durchbohrung besitzen, damit er eine ungleichmäßige Rotation verhindert. Da die Spindeln einen unterschiedlichen Durchmesser haben, sind auch die Durchbohrungen der Wirtel von verschiedenem Radius. Das Gewicht der Spindel wirkt sich auf die spinnbare Fadendicke aus. In der Tendenz spinnt man feine Fäden eher mit leichten Spindeln, für das Spinnen von groben Fäden oder auch das Verzwirnen mehrer Fäden benutzt man dagegen schwere Spindeln. Nach der Form lassen sich drei Spinnwirteln unterscheiden: Wirtel mit konvexem Umriss, in Scheibenform oder bikonische bzw. doppelkonische. Die Arbeit mit der Handspindel kann innerhalb und außerhalb des Hauses, im Stehen und im Laufen ausgeführt werden. Daher werden Wirtel im archäologischen Fundgut fast überall wiederentdeckt.

1.3.2. Spinnschüsseln

© public domain (Zeichnung: Klaus Koenen)

Abb. 5 Verzwirnung mehrerer Garne mit einer Spinnschüssel.

Sog. Spinnschüsseln (spinning-bowls) sind spezifische Spinngeräte in Ägypten und Palästina, die vom 14. Jh. bis ca. zum 7. Jh. v. Chr. in Gebrauch waren. Sie wurden zur Herstellung von strapazierfähigem Garn genutzt. Dazu werden die Spindeln mit dem bereits gesponnenen Garn in eine spinning-bowl gelegt und das lose Ende des Fadens durch den Bogen gezogen, der sich am Boden der Schale befindet. Die Fäden können nun miteinander verzwirnt werden, ohne dass sie sich miteinander verwirren. Auf diese Weise entsteht ein fester, strapazierfähiger Faden, der weiterverarbeitet werden kann.

1.4. Herstellung von Stoffen

1.4.1. Webrahmen

Aus: E. Völling, Textiltechnik im Alten Orient. Rohstoffe und Herstellung, Würzburg 2008, 125, Abb. 44; © Elisabeth Völling

Abb. 6 Liegender Webrahmen.

Die Größe des Webrahmens bestimmt die Länge und Breite des zu erstellenden Gewebes. Für die Oberbekleidung, die während der Königszeit überwiegend getragen wurde, benötigte man die doppelte Länge des Maßes von der Schulter bis zum Knöchel.

1.4.1.1. Der liegende Webrahmen. Bei einem liegenden Webrahmen sind die Kettfäden zwischen den beiden Bäumen (Hinterbaum C und Tuchbaum B) gespannt. Die Kettfäden (L) sind so lang, wie das entstehende Gewebe lang sein soll, und werden in der Breite auf die Bäume gespannt, die das Gewebe haben soll. Die Maße des herzustellenden Textils sind also bereits beim Weben festgelegt.

Die Bäume sind mittels Pflöcken im Boden verankert, sodass sie nicht verrutschen können und ein Rechteck bilden. Der Litzenstab (D) liegt auf zwei Steinen; an ihm sind Schlaufen (E) durch Schnüre (F) befestigt, die jeden zweiten Kettfaden in die Höhe ziehen. Der dahinter liegende Trennstab (G) hebt die andere Hälfte der Kettfäden hoch. Mit einem Weberschiffchen oder Schusseintragsstab (J) wird der Schussfaden durch die Kettfäden geschoben und mit dem Webschwert sowie mit Hilfe des Reisshakens (K) an das bereits gewebte Tuch (N) gedrückt. Beim Einbringen des nächsten Schussfadens müssen die anderen Kettfäden mit dem Trennstab angehoben werden. Durch das abwechselnde Übereinanderlaufen der Kett- und Schussfäden entsteht ein Tuch in der sog. Leinwandbindung, der einfachsten Art des Webens.

Bis vor wenigen Jahren stellten Beduinen in der Levante an liegenden Webstühlen Gewebe von bis zu 16 Meter Länge her. Dieser Webrahmentyp benötigt sehr viel Bodenfläche, die innerhalb eines Hauses nicht zur Verfügung steht. Deswegen entwickelte man den stehenden Webstuhl, der nach demselben Prinzip arbeitet, jedoch nicht so viel Platz benötigt.

Aus: E. Völling, Textiltechnik im Alten Orient. Rohstoffe und Herstellung, Würzburg 2008, 127, Abb. 45; © Elisabeth Völling

Abb. 7 Gewichtswebrahmen.

1.4.1.2. Der Gewichtswebrahmen. Beim horizontalen Webstuhl sind die Kettfäden am Tuchbaum mit Hilfe von Webgewichten (loom-weights) gespannt (s.u.). In der Eisenzeit II waren die Menschen im Mittelmeerraum mit der Arbeit am horizontalen Webrahmen vertraut. Da komplette Webstühle bis heute nicht ausgegraben wurden, kann nur auf Grund von einzelnen verkohlten Holzstücken oder Farbspuren von verbranntem Holz auf den Standort eines Webstuhls geschlossen werden. Der Fund von Webgewichten (z.B. in Tell Dēr ‘Allā; → Sukkot) erleichtert dabei das Erkennen eines solchen Standorts.

Aus: E. Völling, Textiltechnik im Alten Orient. Rohstoffe und Herstellung, Würzburg 2008, 130, Abb. 48; © Elisabeth Völling

Abb. 8 Rundwebrahmen.

1.4.1.3. Der Rundwebrahmen. Ebenso vertraut wie mit dem horizontalen Webrahmen müssen die Menschen in der Eisenzeit II mit dem Rundwebrahmen gewesen sein, wie der Chiton (s.u.) als auch der geschlossene Peplos (s.u.) belegen. Dieser Webrahmen steht aufrecht im Raum, so dass von beiden Seiten an den Kettfäden gearbeitet werden kann. In ein stabiles Rahmengerüst sind zwei Balken eingehängt. Der obere ist starr, der untere hängt in den Kettfäden und spannt sie. Dazu sind ein oder zwei größere Stein- oder Tongewichte an beiden Seiten dieses Baumes angebracht. Gewebt wird mit zwei nach vorn hängenden Litzenstäben. Die Litzenstäbe werden abwechselnd vorgezogen und öffnen jeweils ein künstliches Fach. Anfang und Ende des Gewebes bildet ein und dieselbe Schnur. Das fertige Gewebe „wandert“ um den Webrahmen herum. Wenn sich die Webfächer gegen Ende des Webvorgangs nicht mehr öffnen lassen, muss der Schussfaden mit der Nadel eingetragen werden. Das Ergebnis ist ein Schlauch, der eine doppelt so lange Bahn ergibt wie die auf dem Gewichtswebrahmen hergestellten Gewebe ohne beweglichen Tuchbaum.

Der Rundwebrahmen ist ebenso wenig wie der horizontale und vertikale Webrahmen archäologisch nachzuweisen, da das dazu verwendete Material die Zeit nicht überdauert hat. Dass es ihn gab, lässt sich nur durch rund gewebte Kleidung belegen.

1.4.2. Webgewichte

Aus: E. Völling, Textiltechnik im Alten Orient. Rohstoffe und Herstellung, Würzburg 2008, 134, Abb. 50; © Elisabeth Völling

Abb. 9 Webgewichte mit Kegel-, Pyramiden- oder Rechteckform.

Webgewichte dienen dazu, die Kettfäden zu spannen, die am oberen Baum des stehenden Gewichtswebrahmens befestigt wurden. Sie müssen so schwer sein, dass sie die Kettfäden straff halten, aber nicht zum Reißen bringen, jedoch auch so schmal, dass sie den gleichmäßigen Abstand der Fäden nicht beeinträchtigen. Je feiner das zum Schusseintrag verwendete Garn ist, desto leichter können die Webgewichte sein. Sie können zwischen 22 und 1000 Gramm wiegen. Schwerere Gewichte haben vermutlich mehrere Fäden aufgenommen, ebenso wie Gewichte mit einem großen Loch. Bei den in Israel / Palästina gefundenen Webgewichten lassen sich drei Grundformen unterscheiden: die Kegel-, Pyramiden- und Rechteckform, die Kugelform sowie die Dreieck- und Scheibenform (→ Weben).

1.4.3. Schusseintragsstab / Webschiffchen

Mittels eines „Webschiffchens“ aus Holz oder Knochen erfolgt der Schusseintrag: Die Schussfäden werden in einem rechten Winkel zu den Kettfäden über diese und unter diesen hinweg von einer Seite der aufgespannten Kettfäden zur anderen und wieder zurück bewegt. Im Alten Orient sind bisher keine diesem Zweck eindeutig zuzuordnende Fundstücke ausgegraben worden. Jedoch wurden in der türkischen Stadt Boghazköy (der hethitischen Hauptstadt Hattuscha) Gegenstände gefunden, die vielleicht als Webschiffchen benutzt worden sind. Sie haben Schwert- oder Stabform mit Kerben oder Rillen am Umbruch des Körpers, in den der Schussfaden gehalten worden sein könnte.

1.4.4. Nähnadeln

Nähnadeln selbst sind in der Bibel nicht erwähnt, wohl aber das Handwerk des Nähens (Ez 13,18; Pred 3,7; s. auch Mt 19,24.). Eine Nähnadel besteht aus Fischgräten oder Knochen, später aus Metall und hat ein Öhr am Ende des Stiftes, durch das ein Faden hindurchgeführt werden kann. Das entgegengesetzte Ende des Stabes läuft spitz zu, so dass das Gewebe leicht durchbohrt werden konnte und kann. Ein Fundstück aus → Hazor (Koordinaten: 2035.2693; N 33° 01' 05.65'', E 35° 34' 08.59'', dort sind Nähnadeln seit der Mittelbronzezeit, also seit ca. 2000 v. Chr. in Verwendung) ist aus Bronze hergestellt, hat eine Länge von 16 cm und einem Durchmesser von ca. 0,5 cm im oberen Viertel und ca. 0,3 cm in unteren Viertel. Es wurde in einem Raum südlich der Zitadelle der Stadt (Areal B, locus 3156) in Schicht VB (760-740 v. Chr.) gefunden. In der Nähe dieses Fundortes wurde in einem Korridor (Areal B, locus 3194) eine Nähnadel aus Eisen ausgegraben. Sie hat eine Länge von ca. 10,5 cm und im unteren Bereich einen Durchmesser von ca. 0,7 cm, im oberen Bereich unterhalb des Öhr von ca. 0,4 cm.

Nähnadeln sind nicht zu verwechseln mit Gewandnadeln (toggle-pins). Sie wurden schwerpunktmäßig bis ins 11. Jh. v. Chr. dazu benutzt, die um den Körper geschlungenen und drapierten Stoffbahnen festzuhalten. Diese speziellen Gewandnadeln sind z.B. für die Mittlere Bronzezeit in Israel / Palästina belegt, etwa in → Jericho / Tell es-Sulṭān (Koordinaten: 1921.1420; N 31° 52' 15'', E 35° 26' 39''). Ebenso benutzt werden Fibeln, die Vorläufer der heutigen Sicherheitsnadeln.

1.4.5. Fertigstellung eines Kleidungsstückes

1.4.5.1. Saum. Ein Saum entsteht durch Umnähen der Stoffkante. Um diese zu verstärken, konnte sie mit einer Borte umnäht werden.

© Sabine Kersken

Abb. 10 Fransen als Textilabschluss.

1.4.5.2. Fransen oder Quasten. Fransige Verzierungen entstehen nach Abnahme des gewebten Textils vom Webrahmen, indem einige der aus dem Gewebe heraushängenden Kettfäden miteinander verdreht werden, um am Ende in einen Knoten auszulaufen. Eine weitere Möglichkeit der Aufnahme der Kettfäden ist das Einbinden in Quasten. Einige der aus dem Gewebe heraushängenden Kettfäden werden mit einem weiteren Faden mit wenigen Umdrehungen umwunden und schließlich geknotet. Während der Königszeit sind die Gewänder der mittleren bis oberen Gesellschaft Israels / Palästinas mit Fransen oder Quasten verziert.

2. Kleidung

Kleidung umfasst all das, was ein Mensch am Leib trägt. Die in der Bibel verwendeten hebräischen bzw. griechischen Begriffe בֶּגֶד bægæd und ἱμάτιον himátion bzw. ἱματισμός himatismós bezeichnen Kleidung allgemein und können mit dem umfassenden neutralen deutschen Wort „Kleidungsstück“ oder „Gewand“ übersetzt werden. Im Folgenden wird die alltägliche, nicht die besondere, etwa im Kult oder im Kampf getragene Kleidung vorgestellt.

2.1. Von Männern und Frauen getragene Kleidung

2.1.1. Hemdkleid aus Leinen

Aus: Zwickel 2002b, 31; © Wolfgang Zwickel

Abb. 11 Priester in einem weiten Hemdkleid mit Scheinärmeln.

כֻּתֹּנֶת kuttonæt oder כְּתוֹנֶת kətônæt bezeichnet ein Leinengewand, das über den Kopf gezogen wird und so breit ist, dass keine aufgesetzten Ärmel nötig sind, um die Arme zu bedecken (sog. Scheinärmel). Zur Bändigung der Fülle des Stoffes ist um die Hüfte ein Gürtel gebunden, so dass ab Hüfthöhe das Gewand in Falten bis zu den Knöcheln reicht. Es wird von Männern am Königshof (2Sam 15,32) sowie im Priesterstand (Ex 28,4.39f.; Ex 29,5.8; Ex 39,27; Ex 40,14; Lev 8,7.13; Lev 10,5; Lev 16,4; Esr 2,69; Neh 7,69.71) getragen. Ursprünglich ist es die Bekleidung des Hirten und Kleinviehnomaden, z.B. Josefs (Gen 37,2).

Zu כֻּתֹּנֶת kuttonæt /כְּתוֹנֶת kətônæt vgl. Gen 3,21; Gen 37,3.23.31.32.33; Ex 28,4.39.40; Ex 29,5.8; Ex 39,27; Ex 40,14; Lev 8,7.13; Lev 10,5; Lev 16,4; 2Sam 13,18f.; 2Sam 15,32; Jes 22,21; Hi 30,18; Hhld 5,3; Esr 2,69; Neh 7,69.71; vgl. akkadisch kitītu „Leinengewand“, verwandt mit dem phönizischen כתן ktn „Leinen“, mykenisch kito; griechisch χιτών Chiton [s.u.]).

Wie das Gewand ausgesehen haben mag bzw. wie es getragen wurde, verdeutlicht eine Stele aus Umm el-‛Amed aus dem 4. Jh. v. Chr., auf der ein Priester in einem langen, hemd-ähnlichen Gewand zu sehen ist.

Aus: Pekridou-Gorecki, 73; © Anastasia Pekridou-Gorecki

Abb. 12 Weiter Chiton (links Grundform; rechts getragen).

Aus dem Leinengewand entwickelt sich der typisch griechische Chiton aus zwei längsrechteckigen Stoffbahnen, die an den Längsseiten und im Schulterbereich aneinander genäht sind. Die Stoffbahnen sind so breit, dass beim Tragen die Arme in der Fülle des Stoffes verschwinden.

2.1.2. Hemdkleid aus Wolle

שַׂלְמָה śalmāh ist ein wollenes Hemdkleid, das unabgängig von Geschlecht und sozialer Stellung zur Bekleidung eines jeden Menschen gehört. Es besteht aus zwei Rechtecken, die an den kurzen Seiten durch Schulter- und an den langen Seiten durch Seitennähte mit je einem Ärmelausschnitt an jeder Seite zusammengehalten werden. Dieses Kleidungsstück ist insbesondere in den kalten Nächten Palästinas überlebenswichtig und muss deswegen im Fall einer Pfändung noch vor Anbruch der Dunkelheit an den Besitzer oder die Besitzerin zurückgegeben werden (Ex 22,25f.; Dtn 24,13). Da sich Körperdüfte auf das Kleidungsstück übertragen, evtl. verstärkt durch Parfumstoffe, kann der Duft des Kleides die Sinne des Bräutigams betören (Hhld 4,11). Um Dinge, z.B. Kamelmist, Asche, Gerste und Stroh, zu tragen, wird das Kleid durch einen Gürtel auf Taillenhöhe gebunden und der über dem Gürtel liegende Stoff so weit hochgezogen, dass eine Schürzung entsteht.

Das wollene Hemdkleid ist bis in römische Zeit das traditionelle Kleidungsstück der einfachen Bevölkerung. Frauen tragen dazu weiterhin eine Tuchbedeckung (שִׂמְלָה śimlāh; s. 2.2.1.).

Zu שַׂלְמָה śalmāh vgl. Ex 22,8.25; Dtn 24,13; Dtn 29,4; Jos 9,5.13; Jos 22,8; 1Kön 10,25; 1Kön 11,29f; Mi 2,8; Ps 104,2; Hi 9,31; Hhld 4,11; Neh 9,21; 2Chr 9,24.

Aus: Pekridou-Gorecki, 78; © Anastasia Pekridou-Gorecki

Abb. 13 Offener Peplos (links aufgeschlagenes Tuch; dann schrittweise so gefaltet, dass er angelegt werden kann).

Ein wichtiges Kleidungsstück der hellenistischen Zeit ist der Peplos (πέπλος péplos). Er ist aus Wolle gefertigt und besteht aus einem rechteckigen Tuch, das im Gegensatz zum Chiton nicht genäht ist, sondern an den Schultern durch Fibeln zusammengehalten wird. Beim geschlossenen Peplos wird es zu einer Röhre zusammengenäht, bis unter die Achseln der Trägerin bzw. des Trägers angehoben und auf den Schultern werden Vorder- und Rückseite mit Nadeln oder Fibeln befestigt. Beim offenen Peplos wird das Tuch in vertikaler Richtung gefaltet, unter den Achseln der Trägerin bzw. des Trägers hindurchgeführt und ebenfalls auf den Schultern mit Nadeln oder Fibeln befestigt.

Mit Purpur durchwobenes Kleid. Bei τὰ μεσοπόρφυρα ta mesopórphyra (LXX Jes 3,21.24) sind die Tücher in der Mitte aus kostbarem, purpurfarbenen (Porphyr ist der griechische Begriff für Purpur) Fäden gearbeitet. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Peplos aus Schafwolle, dessen Schussfäden purpurfarben eingefärbt sind.

Mit Purpur verbrämtes Kleid. περιπόρφυρα peripórphyra (LXX Jes 3,21) sind Kleidungsstücke, deren Tuch rundherum mit purpurfarbenen Borten umsäumt ist. Hellenistische Kleidungsstücke bestehen aus viereckigen Stoffbahnen. Beim περιπόρφυρον peripórphyron kann es sich nur um einen traditionell aus Wolle bestehenden Peplos handeln. So sind die verzierten Kanten gut sichtbar – sowohl an den langen wie an den kurzen Seiten, also rundherum verziert. Beim Tragen des Gewandes sind die Borten überall zu sehen.

2.1.3. Hemdkleid der Oberschicht

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 14 König Jehu von Israel unterwirft sich dem assyrischen König Salmanassar III. (858-823 v. Chr.; Schwarzer Obelisk aus Kalchu).

לְבוּשׁ ləvûš oder לְבֻשׁ ləvuš (abgeleitet von akkadisch labšu / labūšu / labušitu „Kleid“ bzw. lababsu „anziehen / bekleidet sein“) ist ein waden- bis knöchellanges Hemdkleid, das am unteren Saum mit Fransen oder Quasten dekoriert ist. Es besteht aus Wolle (Spr 27,26) oder Leinen (Spr 31,22.25). Das Kleidungsstück wird rot (Gen 49,11; Jes 63,2; Jer 10,9; Spr 31,22) oder blau (Est 8,15; Spr 31,22) eingefärbt, evtl. mit eingearbeiteten Goldfäden (Ps 45,14). 2Sam 1,24 erwähnt Frauen mit einem solchen kostbaren, karmesinrot eingefärbten Kleid (→ Färben), auf dem ein goldenes Schmuckstück befestigt ist und über dem folglich kein weiteres Gewand getragen wurde. Dieses Kleid wird von hochgestellten Persönlichkeiten getragen wie Joab (2Sam 20,8), Mitgliedern des Königshauses (2Kön 10,22, s. auch Ps 45,14; s. auch → Jehu von Israel auf dem Schwarzen Obelisken aus dem Palast Salmanassers III.) und Gott selbst (Jes 63,1). Andererseits begegnet dieses Kleid auch als Mindestkleidung z.B. von Witwen, Armen oder Waisen (Hi 24,7.10; Hi 31,19).

Zu לְבוּשׁ ləvûš / לְבֻשׁ ləvuš vgl. Gen 49,11; 2Sam 1,24; 2Sam 20,8; 2Kön 10,22; Jes 63,1f.; Jer 10,9; Mal 2,16; Ps 22,19; Ps 35,13; Ps 45,14; Ps 69,12; Ps 104,6; Hi 24,7.10; Hi 30,18; Hi 31,19; Hi 38,9.14; Hi 41,5; Spr 27,26; Spr 31,22.25; Klgl 4,14; Est 4,2; Est 6,8.9.10.11; Est 8,15.

2.1.4. Luxusgewand

Durch den Handel mit → Phönizien und → Assyrien im 9. und 8. Jh. v. Chr. gelangen ausländische Luxusgewänder ins Nordreich. Um solche handelt es sich bei den מַכְלֻלִים makhlulîm: vollendet schöne, prachtvolle Obergewänder (nur Ez 23,12; Ez 27,24; Ez 38,4).

2.1.5. Knöchellanges Obergewand

מְעִיל mə‘îl ist das Kleidungsstück des Propheten → Samuel (1Sam 2,19; 1Sam 15,27; 1Sam 28,14) und in seiner Nachfolger aller Propheten (Jes 61,10). Er gehört zu den Gewändern des Priesters (Ex 28,4.31.34; Ex 29,5; Lev 8,7) sowie der Fürsten und Prinzen (1Sam 18,4; 1Sam 24,5.12; 1Chr 15,27). Als einzige Frau wird Davids Tochter → Tamar als Trägerin eines solchen Gewands erwähnt (2Sam 13,18). Es handelt sich bei ihm um ein leinenes Hemdkleid (כֻּתֹּנֶת kuttonæt s. 2.1.1.), das nach den Belegstellen erst in exilisch-nachexilischer Zeit מְעִיל mə‘îl genannt wurde.

Zu מְעִיל mə‘îl vgl. Ex 28,4.31.34; Ex 29,5; Ex 39,22.23.24.25.26; Lev 8,7; 1Sam 2,19; 1Sam 15,27; 1Sam 18,4; 1Sam 24,5.12; 1Sam 28,14; 2Sam 13,18; Jes 59,17; Jes 61,10; Ez 26,16; Ps 109,29; Hi 1,20; Hi 2,12; Hi 29,14; Esr 9,3.5; 1Chr 15,27.

2.1.6. Farbenprächtiger Mantel

גְּלוֹם gəlôm (nur Ez 27,24) ist wohl von גלם glm „zusammenwickeln“ abzuleiten und meint einen „Mantel“, der farbenprächtig gestaltet ist, aber normalerweise im Gepäck zusammengerollt verstaut ist und nur bei Bedarf getragen wird. Wahrscheinlich handelt es sich um Importware aus Nordsyrien oder Nordmesopotamien (Ez 27,23f. nennt Haran, Kanne und Eden, Ortschaften in Assyrien und Medien). Die Handelsliste Ez 27,12-27.33-36 spiegelt einen regen Handel mit dieser Region wider.

2.1.7. Trauerkleidung

Der hebräische Begriff שַׂק śaq meint 1. den „Sack“ als Transportbehältnis (Gen 42,25.27.35; Lev 11,32; Jos 9,4.) und 2. einen Stoff. In 1Kön 21,27; 2Kön 19,1.2; Jes 3,24; Jes 37,1f.; Jer 6,26; Jo 1,8.13; Jon 3,6.8; Ps 35,13; Ps 69,12; Est 4,1f.; Dan 9,3; Neh 9,1; 1Chr 21,16 sind die Menschen dazu aufgerufen, sich ihrer üblichen Kleidung zu entledigen und den שַׂק śaq als Buß- oder Trauerkleidung anzuziehen. Er wird um die Hüften getragen (Gen 37,34; 1Kön 20,31.32; Jes 20,2; Am 8,10) bzw. umgürtet (2Sam 3,31; Jes 3,24; Jes 15,3; Jes 22,12; Jer 4,8; Jer 6,26; Jer 49,3; Ez 7,18; Ez 27,31; Ps 30,12; Klgl 2,10), in besonderen Fällen wird der ganze Körper mit ihm bedeckt (1Kön 21,27; 2Kön 19,1f; Jes 37,1f; vgl. 2Sam 13,18f.; 2Kön 11,14; 2Chr 23,13). Das Tragen dieser Kleidung wird von Trauerriten begleitet (→ Trauer). Aus welchem Material der שַׂק śaq besteht, ist unklar. Möglich sind Ziegenhaar (→ Ziege) und Hanf. Im Schnitt entspricht er normaler Kleidung.

Zu שַׂק śaq vgl. Gen 37,34; Gen 42,25.27.35; Lev 11,32; Jos 9,4; 2Sam 3,31; 2Sam 21,10; 1Kön 20,31f.; 1Kön 21,27; 2Kön 19,1f.; Jes 3,24; Jes 15,3; Jes 20,2; Jes 22,12; Jes 37,1f.; Jer 4,8; Jer 6,26; Jer 48,37; Jer 49,3; Ez 7,18; Ez 27,31; Jo 1,8.13; Am 8,10; Jon 3,5.6.8; Ps 30,12; Ps 35,13; Ps 69,12; Hi 16,15; Klgl 2,10; Est 4,1.2.3.4; Dan 9,3; Neh 9,1; 1Chr 21,16.

2.1.8. Tuch mit Fransen

Aus: Kersken, 260; © Sabine Kersken; Zeichnung: D. Spickhoff

Abb. 15 Frau in Tuch mit Fransen oder Borte.

כְּסוּת kəsût (Gen 20,16; Ex 21,10; Ex 22,26; Dtn 22,12; Jes 50,3; Hi 24,7; Hi 26,6; Hi 31,19) ist ein Tuch mit Fransen, das in höheren Kreisen Israels getragen wird. Es ist halbkreisförmig oder mit abgerundeten Ecken gearbeitet und in seiner Rundung bzw. an drei der vier Seiten mit Fransen (Dtn 22,12) verziert. Im Unterschied zur שִׂמְלָה simlāh wird es oft über die Schultern gelegt, von denen es herabfällt, oder es wird um den Oberkörper drapiert. Es schützt gegen die Kälte der Nacht (Hi 24,7).

Auf dem Schwarzen Obelisken Salmanassars III. (859-824 v. Chr.) sowie auf einem Relief aus dem Palast Tiglath-Pilesers III. (745-727 v. Chr.) werden Personen mit einem Tuch dargestellt, das von ihrem Kopf über den Rücken herabfällt und mit Fransen (Dtn 22,12) geschmückt ist.

Die → Septuaginta gibt כְּסוּת kəsût „Fransentuch“ (Ex 22,26; Hi 24,7) und שִׂמְלָה śimlāh „Tuchbedeckung“ (z.B. Gen 9,23 u.ö.) mit ἱμάτιον himátion wieder. Es handelt sich um ein Tuch, das über dem Hemdkleid getragenen wird. Zu ἱμάτιον himátion vgl. in der LXX Gen 9,23; Gen 28,20; Ex 22,25f.; Lev 6,20; Lev 13,52.58; Lev 15,17; Lev 19,19; Num 4,6-9.11-14; Dtn 10,18; Dtn 22,3.17; Dtn 24,17; Ri 8,25; 2Sam 20,12; 1Kön 12,24; 2Kön 4,39; 2Kön 9,13; Jes 3,6f; Jes 9,4; Jes 14,19; Jes 50,9; Jes 51,6.8; Jes 59,6.17; Jes 61,10; Jer 50,12; Ps 101,27; Ps 103,2.6; Ps 108,18f; Spr 27,13; u.ö.

2.1.9. Kleines Tuch

חֲרִיט ḥǎrîṭ (2Kön 5,53; Jes 3,22) ist ein kleines Tuch, das im Bedarfsfall auch als Tragetuch für kleineren Mengen Silbers (2Kön 5,53) oder andere Gegenstände dient. Ähnlich dem beduinischen mandil, einem Baumwolltuch, kann es auch den Halsausschnitt bedecken und im Nacken geknotet werden.

2.1.10. Untergewand aus feinstem Flachs

מַחֲלָצָה maḥǎlāzah (Jes 3,22; Sach 3,4) ist ein Untergewand aus feinstem Material. Das Nomen, das nur im Plural belegt ist, stammt vielleicht von der Wurzel חלץ ḥlṣ II, die mittelhebräisch „sich gürten“, Pi. „gürten / stärken“ bedeutet (vgl. חֶלֶץ ḥælæṣ Dual „Lenden / Hüften“; vermutlich von assyrisch halaṣu „pressen / drücken“) und wurde demnach um die Hüften gegürtet. Da Flachs bei der Bearbeitung auch gepresst wurde, kann sich der Begriff aber auch auf das Material dieses Gewands, auf besonders intensiv gepressten Flachs, beziehen. Dann würde es sich um ein aus feinstem Material gefertigtes Untergewand handeln.

2.1.11. Untergewand aus Leinen

סָדִין sâdîn (Ri 14,12.13; Jes 3,23; Spr 31,24; von akkadisch saddinu „linnen“) ist ein Untergewand aus Leinen, eine Art Unterhemd unter der Alltagskleidung. Damit die Kleidung nicht so sehr auf der Haut kratzt, zieht, wer es sich leisten kann, linnene Unterwäsche an. Das Aussehen des Untergewandes ist unklar.

2.2. Nur von Frauen getragene Kleidung

2.2.1. Tuchbedeckung

Aus: Kersken, 280; © Sabine Kersken; Zeichnung: D. Spickhoff

Abb. 16 Frau mit einem traditionellen Hemdkleid und einer Tuchbedeckung.

Die שִׂמְלָה śimlāh ist ein Tuch, das mit der שַׂלְמָה śalmāh (s.o. 2.1.2.) ein Twinset bildet. Beide werden als Teil der Frauen-Garderobe genannt und sind bis in römische Zeit ein festes Element der traditionellen Bekleidung der Frauen in der Levante. Dieses auf dem Kopf liegende Tuch gehört wie Vieh und Brot (Dtn 10,18; Dtn 22,3) zum alltäglichen Grundbedarf der Frauen und darf nicht konfisziert werden (Ex 22,25). Es wird außerdem zum Einwickeln verschiedener Gegenstände verwendet: Backschüsseln (Ex 12,34), erbeutete Ringe (Ri 8,25), auch → Goliats Schwert wird darin gehüllt (1Sam 21,10). Sem und Japhet bedecken mit ihm die Blöße ihres betrunkenen Vaters (Gen 9,23). Das ist am ehesten mit einem großen rechteckigen Stoff möglich. Der kann auch beim ersten Geschlechtsverkehr als Unterlage verwendet werden, um das Blut der Frau als Zeichen ihrer Entjungferung aufzunehmen (Dtn 22,17). Beim Schlafengehen kann man sich darin wie in eine Decke einwickeln (Ex 22,25).

Eine Darstellung aus dem Feldzug Sanheribs (705-681 v. Chr.) gegen Lachisch zeigt kriegsgefangene Frauen, Männer und Kinder mit einfachen knöchellangen Hemdkleidern, deren Ärmel fast bis zur Armbeuge reichen. Darüber tragen die Frauen ein rechteckiges Tuch, das mit der einen langen Seite mittig über den Kopf gelegt ist, so dass die Enden unten mit dem Saum des Kleides abschließen. Die Kopfbedeckung ist so weit ins Gesicht gezogen, dass von den Haaren der Frauen nichts zu sehen ist.

Zu שִׂמְלָה śimlāh vgl. Gen 9,23; Gen 35,2; Gen 37,34; Gen 41,14; Gen 44,13; Gen 45,22; Ex 3,22; Ex 12,34f; Ex 19,10.14; Ex 22,26; Dtn 8,4; Dtn 10,18; Dtn 21,13; Dtn 22,3.5.17; Jos 7,6; Ri 8,25; 1Sam 21,10; 2Sam 12,20; Jes 3,6f.; Jes 4,1; Jes 9,4; Spr 30,4; Rut 3,3.

2.2.2. Weiter Mantel

מַעֲטֶפֶת ma‘ǎṭæfæt (nur Jes 3,22) kommt von עטף ‘ṭp I „verhüllen / bedecken“ und meint wohl einen dem arabischen ‘abāje vergleichbaren weiten Mantel, der aus zwei in Hüfthöhe parallel aneinander genähten Stücken ohne Ärmel besteht und den Körper verhüllt.

2.2.3. Überwurftuch

Aus: Kersken, 269; © Sabine Kersken; Zeichnung: D. Spickhoff

Abb. 17 Frau mit Überwurftuch.

מִטְפַּחַת miṭpaḥat (nur Jes 3,22; Rut 3,15) ist ein körperlanges, wollenes Überwurftuch, das über den Kopf gelegt wird und die gesamte Rückseite des weiblichen Körpers bis zur Fußsohle bedeckt. In frühnachexilischer Zeit bezeichnet der Begriff das, was vor dem Exil mit שִׂמְלָה śimlāh (2.2.1.) ausgedrückt wurde: ein großes Tuch, das nicht nur den Körper bedeckt und wärmt, sondern auch zum Tragen von Sachen verwendet wird. Das Überwurftuch haben die Exilierten, genau wie den weiten Mantel (מַעֲטֶפֶת ma‘ǎṭæfæt; s. 2.2.2.), von den Eroberern übernommen.

2.2.4. Leichtes Tuch

Der רְדִיד rədîd (Jes 3,23; Hhld 5,7), abgeleitet vom assyrischen redû(m) „begleiten / (mit sich) führen / gehen“, ist ein leichtes Überwurftuch, das aus einem dünnen Stoff besteht und als Schutz gegen die abendliche Kühle über die Schultern gelegt wird.

2.2.5. Durchscheinendes Kleid

Aus: Kersken, 269; © Sabine Kersken; Zeichnung: D. Spickhoff

Abb. 18 Frau in dünnem, transparentem Leinenkleid.

גִּלָּיוֹן gillājôn (Jes 3,23; Jes 8,1) leitet sich von גלה glh Qal „entblößen“, Pi. „aufdecken / entblößen“ ab. Das Nomen meint also ursprünglich wohl ein Kleidungsstück, das fadenscheinig und zerrissen ist.

Bereits zur Zeit der Ramessiden (14. / 13. Jh. v. Chr.) war man in Ägypten in der Lage, sehr dünne Leinenstoffe herzustellen, die als „das gute Dünne“ bezeichnet werden. Denn wenn die Fasern fein gezwirnt sind und beim Weben der Schussfäden nur sacht an das bereits gewebte Tuch angedrückt werden, entsteht ein luftiger, leichter Stoff, durch den der Körper der Trägerin gut zu erkennen ist. Aus einem solchen Material kann der גִּלָּיוֹן gillājôn bestehen, dem Negligé vergleichbar.

Exkurs: Begriffe für besondere Kleidung von Frauen in der Septuaginta

1. Kleid aus Byssos. Mit τὰ βύσσινα ta býssina werden Kleidungsstücke aus Muschelseide / Byssus, einem sehr kostbaren Grundstoff bezeichnet (LXX Gen 41,42; Ex 28,39 u.ö.).

2. Hyazinthfarbenes Kleid. ὑακίνθινα hyakinthiná meint zunächst die Farbe Hyazinth, die Farbe eines Luxusgewandes, doch lässt sich nicht sagen, welches Gewand aus hyazinthfarbenen Gewebe hergestellt wurde (LXX Ex 25,5; Ex 26,4.14 u.ö.).

3. Durchscheinendes Kleid. διαφανῆ λακωνικά diaphanē lakōnika (LXX Jes 3,22) meint Kleidung aus auffallend bunten und häufig durchsichtigen Stoffen, vermutlich aus leichtem Leinen- oder Seidengewebe. Sie unterscheidet sich drastisch von der häuslichen, schlichten Alltagskleidung der Frauen. Durch den Handel waren in hellenistischer Zeit ausländische Gewebe in Israel bekannt geworden, und so konnte man auch einen Stoff als „lakonisches“, d.h. spartanisches Gewebe bezeichnen.

4. Durchwirktes Kleid. In Jes 3,23 wird ein Kleidungsstück in der LXX als „Byssos mit Gold und hyazinthfarbenen Fäden durchwoben“ charakterisiert (τὴν βύσσον σὺν χρυσίω καὶ ὑακίνθῳ συγκαθυφασμένα byssos syn chrysíō kai hyakinthō synkathyphasmena), weil das Gewebe von entsprechenden Fäden durchzogen war.

5. Drapiertes Kleid. ἐπιβλήματα τὰ κατὰ τὴν οἰκίαν epiblēmata ta kata tēn oikian (LXX Jes 3,22) sind Stoffe, die um den Körper der Trägerin geworfen, gelegt oder drapiert werden. Wahrscheinlich wird es sich – nach der Nennung der mit Purpur verbrämten bzw. durchwobenen Kleidug in Jes 3,21 – um eine Form des offenen Peplos handeln, der – entgegen den vorher erwähnten verzierten Formen – einfacher, vielleicht sogar unverziert ist und als Hausgewand gilt.

6. Leichtes Kleid. Ein θέριστρον theristron (LXX Gen 24,65; Gen 38,14.19; 1Sam 13,20; Jes 3,23; Hhld 5,7) ist ein leichtes Sommerkleid, das vermutlich aus Leinen besteht und um den Körper herumgeworfen wird.

7. Scharlachrotes Kleid. κόκκινα kókkina (LXX Gen 38,28.30; Ex 25,4 u.ö.) bezeichnet Stoffe oder Kleider in scharlachfarbenem Rotton, die mit dem Kermeswurm oder der Scharlachbeere (κόκκος kókkos) rot gefärbt sind.

2.3. Nur von Männern getragene Kleidung

2.3.1. Unterwäsche

Was Männer als „Unterwäsche“ trugen, wird gemeinhin als „Schurz“ bezeichnet. Von den im Alten Testament verwendeten Begriffen kommt מִכְנָס mikhnās der heutigen Vorstellung von „Unterwäsche“ am nächsten. Es handelt sich um ein rechteckiges Tuch aus Leinen, das um die Hüften gewickelt und zwischen den Beinen hindurch geführt wird. Es gehört zur priesterlichen Kleidung (Ex 28,42; Ex 39,28; Lev 6,3; Lev 16,4; Ez 44,18), da ein Priester so gekleidet sein soll, dass bei der Ausübung seines Dienstes sein Geschlechtssteil nicht sichtbar werden kann (Ex 20,26).

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 19 Mit Schurz gekleidete Arbeiter (Grab des Rechmire aus der Zeit Thutmosis’ III., 1479-1426 v. Chr.).

Als אֵזוֹר ’ēzôr wird ein Stück Stoff bezeichnet, dass in Höhe des Beckens um die Lenden oder etwas oberhalb des Beckens um die Hüften geschlungen wird (2Kön 1,8; Hi 12,18; Jes 5,27; Jes 11,5 u.ö.).

חֲגוֹר ḥǎgôr (1Sam 18,4; 2Sam 20,8; Spr 31,24; s. auch Ez 23,15) bedeutet ausschließlich „Gürtel“. In 1Sam 18,4; 2Sam 20,8 wird er als Teil einer Waffenrüstung genannt (vgl. Ri 3,16; 1Sam 17,39; 1Sam 25,13; 1Kön 20,11).

חֲגוֹרָה ḥǎgôrāh (2Sam 18,11; 1Kön 2,5; 2Kön 3,21; Jes 3,24) bedeutet sowohl „Gürtel“ als auch „Schurz“ (Gen 3,7). Es scheint sich hier um ein breiteres Band zu handeln, das um die Hüften geschlungen wird. Als Träger erscheinen ausschließlich Männer im Kriegs- oder gehobenen Beamtendienst (einen solchen Gürtel trägt vielleicht König Jehu von Israel bei seinem Kniefall vor Salmanassar III.; s. Abb.14).

Das Verb חגר ḥgr „gürten“ wird auch beim kultischen Dienst erwähnt: → Aaron und seine Söhne sollen mit אַבְנֵט ’avnet, dem priesterlichen Gürtel, gegürtet werden (Ex 29,9; Lev 8,7; Lev 16,4).

2.3.2. Gewand der Vornehmen

מַלְבּוּשׁ malbûš ist nach den biblischen Erwähnungen (1Kön 10,5; 2Kön 10,22; Jes 63,3; Ez 16,13; Zef 1,8; Hi 27,16; 2Chr 9,4) ein nur von Männern getragenes Gewand. Es wird von sozial sehr hochgestellten Persönlichkeiten (1Kön 10,5; 2Kön 10,22; 2Chr 9,4), ja von Gott selbst (Jes 63,3; Hi 27,16) getragen. Er entspricht der Form nach dem Hemdkleid der Oberschicht (לְבוּשׁ ləvûš; s.o. 2.1.3.), scheint aber noch wert- und kunstvoller zu sein. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Kleidungsstück, das durch seine Gestaltung den hohen sozialen Status des Trägers am Königshof oder im Kult zum Ausdruck bringt, dabei aber den Geruch des ausländischen, ja götzendienerischen Gewandes annimmt (2Kön 10,22; Zef 1,8).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Das Andrehen des Spindelstabes. Aus: Völling, 84 Abb. 23; © Elisabeth Völling
  • Abb. 2 Garndrehung S und Z und Verzwirnen von sechs Fäden. Aus: Völling, 285 Abb. 6 und 7; © Elisabeth Völling
  • Abb. 3 Spindel aus der Späten Bronzezeit II (Megiddo; um 1200 v. Chr.). Aus: Völling, 250 Abb. Liste 2 FO (7); © Elisabeth Völling
  • Abb. 4 Spinnwirteln mit bikonischer oder doppelkonischer Form. Ausschnitt aus: Völling, 116 Abb. 39; © Elisabeth Völling
  • Abb. 5 Verzwirnung mehrerer Garne mit einer Spinnschüssel. © public domain (Zeichnung: Klaus Koenen)
  • Abb. 6 Liegender Webrahmen. Aus: E. Völling, Textiltechnik im Alten Orient. Rohstoffe und Herstellung, Würzburg 2008, 125, Abb. 44; © Elisabeth Völling
  • Abb. 7 Gewichtswebrahmen. Aus: E. Völling, Textiltechnik im Alten Orient. Rohstoffe und Herstellung, Würzburg 2008, 127, Abb. 45; © Elisabeth Völling
  • Abb. 8 Rundwebrahmen. Aus: E. Völling, Textiltechnik im Alten Orient. Rohstoffe und Herstellung, Würzburg 2008, 130, Abb. 48; © Elisabeth Völling
  • Abb. 9 Webgewichte mit Kegel-, Pyramiden- oder Rechteckform. Aus: E. Völling, Textiltechnik im Alten Orient. Rohstoffe und Herstellung, Würzburg 2008, 134, Abb. 50; © Elisabeth Völling
  • Abb. 10 Fransen als Textilabschluss. © Sabine Kersken
  • Abb. 11 Priester in einem weiten Hemdkleid mit Scheinärmeln. Aus: Zwickel 2002b, 31; © Wolfgang Zwickel
  • Abb. 12 Weiter Chiton (links Grundform; rechts getragen). Aus: Pekridou-Gorecki, 73; © Anastasia Pekridou-Gorecki
  • Abb. 13 Offener Peplos (links aufgeschlagenes Tuch; dann schrittweise so gefaltet, dass er angelegt werden kann). Aus: Pekridou-Gorecki, 78; © Anastasia Pekridou-Gorecki
  • Abb. 14 König Jehu von Israel unterwirft sich dem assyrischen König Salmanassar III. (858-823 v. Chr.; Schwarzer Obelisk aus Kalchu). © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 15 Frau in Tuch mit Fransen oder Borte. Aus: Kersken, 260; © Sabine Kersken; Zeichnung: D. Spickhoff
  • Abb. 16 Frau mit einem traditionellen Hemdkleid und einer Tuchbedeckung. Aus: Kersken, 280; © Sabine Kersken; Zeichnung: D. Spickhoff
  • Abb. 17 Frau mit Überwurftuch. Aus: Kersken, 269; © Sabine Kersken; Zeichnung: D. Spickhoff
  • Abb. 18 Frau in dünnem, transparentem Leinenkleid. Aus: Kersken, 269; © Sabine Kersken; Zeichnung: D. Spickhoff
  • Abb. 19 Mit Schurz gekleidete Arbeiter (Grab des Rechmire aus der Zeit Thutmosis’ III., 1479-1426 v. Chr.). © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
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