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Lexikon

Jerusalem

Klaus Bieberstein

(erstellt: Juni 2016)

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Zion / Zionstheologie

1. Lage

Die antike Stadt Jerusalem entstand nur wenige hundert Meter östlich der Wasserscheide des Berglandes zwischen Mittelmeer und Jordan. Damit lag sie zwar abseits der beiden wichtigsten Fernhandelswege der südlichen Levante, die von Syrien entweder entlang der Mittelmeerküste nach Ägypten oder durch das ostjordanische Hochland nach Arabien führten (→ Handel; → Karawane), doch bot diese etwas abgeschiedene Lage im Bergland den Vorteil, in Zeiten militärischer Bedrohung weniger exponiert und entsprechend weniger gefährdet gewesen zu sein. Andererseits lag die Stadt nahe einer Kreuzung zweier regionaler Handelswege, die für das westjordanische Bergland durchaus von wirtschaftlicher Bedeutung waren, was ihre regionale Rolle als eine der drei wichtigsten Städte im westjordanischen Bergland erklärt. Der eine verlief auf der Wasserscheide des Berglandes in nordsüdlicher Richtung von → Sichem westlich an Jerusalem vorbei nach → Hebron und der andere in westöstlicher Richtung vom Mittelmeer quer über das Bergland nach → Jericho sowie über den → Jordan ins ostjordanische Hochland.

1.1. Relief

Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak

Abb. 1 Das Felsrelief der Stadt Jerusalem.

Das Gelände der antiken Stadt (Dalman, 1930) wird im Westen vom Hauptgebirgskamm des Berglandes (um 830 m) und im Osten vom Höhenzug des Ölberges überragt, der mit mehreren Kuppen – dem antiken Mons Scopus (819 m), dem modernen Mount Scopus im Bereich der Hebräischen Universität (831 m), dem Hauptgipfel des Ölberges im Bereich der spätantiken Himmelfahrtskirche (809 m), dem südlich anschließenden Sporn (795 m) und dem Berg des Ärgernisses (741 m) – von Norden nach Süden leicht abfällt.

Das Relief der Stadt ist durch drei teilweise parallele Täler geprägt. Östlich der Stadt, zwischen ihr und dem Ölberg, verläuft in nordsüdlicher Richtung das Kidrontal, das sich südlich der Stadt nach Südosten wendet und durch die Wüste Juda zum Toten Meer (um 420 m unter Meeresspiegel) führt; von Westen und Süden wurde die Stadt vom → Hinnomtal umfasst, das südöstlich der Stadt ins Kidrontal mündet; und zwischen beiden Tälern senkt sich das in der Antike noch tief eingeschnittene, seit der Spätantike aber zunehmend verfüllte Stadttal, das von Flavius → Josephus als „Tyropoiontal“ (Flavius Josephus, Bell [= Bellum Judaicum] V 140; Text gr. und lat. Autoren) bezeichnet wurde und nur wenig nördlich des Hinnomtales ins Kidrontal mündet.

Der höchste Punkt der heutigen Altstadt liegt im Nordwesten, im Christlichen Viertel (785 m), von wo aus der Westhügel zwischen Hinnom- und Tyropoiontal nach Süden über das Armenische Viertel zum heutigen Berg Sion (765 m) nur wenig abfällt. Der östliche Höhenzug zwischen Tyropoion- und Kidrontal sinkt im Muslimischen Viertel vom Nordosten der Stadt (750 m) nach Süden zunächst deutlicher ab, bildet südlich einer heute kaum mehr wahrnehmbaren Senke im Bereich des Felsendomes eine kleine, religionsgeschichtlich aber überaus bedeutsame Kuppe (744 m) und nach Süden einen langsam abfallenden Sporn, auf dem der älteste Siedlungskern lag und der an der Mündung des Tyropoiontales in das Kidrontal (627 m) in einer natürlichen Felskante einen markanten Abschluss findet.

1.2. Quellen

Die Anfänge der Besiedlung Jerusalems sind eng mit den beiden Quellen in der engeren Umgebung der antiken Stadt, der Rogelquelle und dem Gihon, verbunden, die beide im Kidrontal südöstlich der Stadt entspringen.

Dabei kam der Rogelquelle (603 m) knapp 200 m südlich der Mündung des Hinnomtales in das Kidrontal nur eine geringe Bedeutung zu, denn das Tal in der Umgebung der Quelle ist eng, ihre Schüttung war vermutlich schon immer schwach, und spätestens seit der Kreuzfahrerzeit war sie nur noch ein 40 m tiefer und zeitweilig sogar ausgetrockneter Brunnen.

Siedlungsgeschichtlich bedeutender war daher zu allen Zeiten der Gihon (635 m). Er entspringt in einer Felsgrotte knapp 500 m nördlich der Mündung des Hinnomtales ins Kidrontal am Ostabhang des Südosthügels, ist die einzige perennierende Quelle und bildete mit seiner unregelmäßigen, aber niemals aussetzenden Schüttung den Lebensnerv der antiken Stadt.

2. Namen

2.1. „Jerusalem“

Ägyptische → Ächtungstexte aus der späten 12. und frühen 13. Dynastie erwähnen im späten 19. und frühen 18. Jh. v. Chr. erstmals den Ortsnamen 3wš3mm (Sethe, 1926, 53, Nr. e 27-28; 58 Nr. f 18; Posener, 1940, 86, Nr. E 45).

Da <3> in ägyptischen Transkriptionen westsemitischer Namen für /r/ und /l/ verwendet wurde und <w> für den Vokal /u/ stehen kann, kann die Schreibung 3wš3mm als (Jə)rūšalimum vokalisiert, auf Jərūšālēm zurückgeführt und in Analogie zum Ortsnamen Jərû’el „Gründung Els“ (2Chr 20,16) von der Wurzel JRJ „gründen“ abgeleitet und als „Gründung Schalims“ interpretiert werden, was einen ersten Einblick in das Pantheon der neu gegründeten Stadt erlaubt (Stolz, 1970, 181-190; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 22-24; Gaß, 2005, 12-13; Keel, 2007, I 49-52).

Das Götterpaar Schalim (ugaritisch Šalimu) und Schachar (ugaritisch Šaḥru) ist auch auf Keilschrifttafeln der nordsyrischen Hafenstadt → Ugarit (Koordinaten: N 35° 36' 07'', E 35° 47' 08'') aus dem späten 13. und frühen 12. Jh. v. Chr. bezeugt. Dort gelten die beiden als Zeugungen des Gottes → El mit zwei namenlosen Frauen am Ufer des Meeres (KTU 1.23, 49-54). Neu geboren, werden sie aufgefordert, ihren Ort in der Schöpfungsordnung einzunehmen. Schachar wurde durch den Morgenstern, Schalim durch den Abendstern repräsentiert, und beide waren der Sonnengöttin (ugaritisch Šapšu) zugeordnet. So bildet die mythische Erzählung eine → Ätiologie für den geregelten Ablauf der Zeit (Xella, 1973, 119; Kutter, 2008, 100-105). Einen zeitfernen Nachhall findet diese frühe Namensgebung in der gelegentlichen Bezeichnung Jerusalems als „Schalem“ (Gen 14,18; Ps 76,3). Die gelegentlich vertretene Behauptung, Jerusalem bedeute „Stadt des Friedens“, ist auf diesem Hintergrund unhaltbar.

Abdi Chepa (um 1360-1336 v. Chr.) nannte seine Stadt in den akkadischen Briefen aus dem diplomatischen Archiv vom Tell el-Amarna (Koordinaten: N 27° 38' 42'', E 30° 53' 50'') ú-ru-sa-lim (EA 285-291; Knudtzon, 1907, 856-879; Moran, 1992, 325-334; Weippert, 2010, 329-333; Rainey-Schniedewind, 2015, 1104-1127; → Amarnabriefe). Danach erscheint sie außerbiblisch erst wieder in den Annalen zu → Sanheribs drittem Feldzug (701 v. Chr.) als ur-sa-lim-mu (Weippert, 2010, 329-333).

Ein etwa gleichzeitiges Graffito aus Chirbet Bēt Lajj (Koordinaten: 1430.1080; N 31° 33' 50'', E 34° 55' 42'') bietet mit ירשלם jršlm den ersten hebräischen epigraphischen Beleg (Renz / Röllig, 1995, I 245-246; Dobbs-Allsopp u.a., 2005, 128-130). Während auch noch viele Stempelabdrücke der frühhellenistischen Zeit diese Kurzform bezeugen, findet sich in den hebräischen Schriften der Bibel meist die Schreibung ירושלם jrwšlm. Beiden liegt die Aussprache jərûšalem zugrunde. Doch wurde der Name seit frühhellenistischer Zeit möglicherweise im Hinblick auf die Aufteilung der Stadt in eine Ober- und Unterstadt als Dual interpretiert, gelegentlich als ירושלים jrwšljm geschrieben (Jer 26,18; Est 2,6; 1Chr 3,5; 2Chr 25,1; 2Chr 32,9) und von den Masoreten schließlich durchgehend als יְרוּשָׁלַיִם jərûšālajim bzw. יְרוּשָׁלִַם jərûšālaim vokalisiert.

Die meisten Bücher der → Septuaginta sowie einzelne pagane Autoren der frühhellenistischen Zeit spiegeln mit Ἱερουσαλήμ Hierousalēm noch die ältere hebräische Aussprache wider, doch wurde der Name schon seit frühhellenistischer Zeit meist zu Ἱεροσόλυμα Hierosolyma gräzisiert. Dabei weist der erste Teil des Namens Ἱερο- Hiero- die Stadt als Tempelstadt aus (ἱερός hieros „heilig“). Nach Tacitus (Hist. V 2,3) wurde der zweite Teil des Namens -σόλυμα auf ihre angebliche Gründung durch die von Homer (Ilias VI 184.204; Odysee V 283) gefeierten Solymer, einem sprichwörtlich kriegerischen kleinasiatischen Gebirgsvolk, zurückgeführt (Hengel, 1996, 271-274).

2.2. „Zion“

2Sam 5,7 und 1Chr 11,5 bezeichnen den von → David eingenommenen Ort als מְצֻדַת צִיּוֹן məṣudat ṣijjôn, als „Burg Zion“, wobei „Zion“ etymologisch möglicherweise auf die Wurzel ציי ṢJJ „verdorren / vertrocknen“ zurückgeführt werden kann (Fohrer, 1964, 293; Stolz, 1975, 543; Otto, 1989, 1005-1007). Allerdings wurde der Name „Zion“ schon in der alttestamentlichen Literatur von Davids Burg gelöst und als Synonym für die ganze Stadt verwendet (z.B. Ps 48,13). Nachbiblisch wurde er wieder eingeschränkt und auf den Südwesthügel übertragen. Ausgangspunkt hierfür bildete vermutlich die erstmals von Flavius Josephus (Bell V 137) bezeugte Vorstellung, schon David habe den Westhügel mit einer Stadtmauer umgeben und als „Festung“ (φρούριον) bezeichnet. Jedenfalls wird der Name erstmals von → Eusebius von Caesarea (Klostermann, 1904, 74, Z. 19-21; Eusebs Onomastikon) um 325 n. Chr. nur noch auf den Westhügel und vom Pilger von Bordeaux (Geyer / Cuntz, 1965, 16) im Jahre 333 n. Chr. nur noch auf den Südwesthügel bezogen. Seither wurde dort Davids Palast lokalisiert, und seit fatimidischer Zeit wird ebendort, unter dem Abendmahlssaal, auch sein Grab verehrt.

2.3. „Stadt Davids“

2Sam 5,7.9 und 1Chr 11,5.7 bezeichnen die von → David eingenommene „Burg Zion“ weiter als עִיר דָּוִד ‘îr dāwid. Diese Wendung ist in der hebräischen Bibel 44-mal belegt und wird üblicherweise mit „Stadt Davids“ übersetzt, doch ist diese Übersetzung nicht angemessen (Hutzli, 2011). Erstens reicht das Bedeutungsspektrum von עִיר ‘îr von einer offenen, unbefestigten Siedlung (Num 13,19; Dtn 3,5) über einen Gebäudekomplex innerhalb einer größeren Siedlung (2Sam 12,26-27; 2Kön 10,25) bis zu einer befestigten Stadt. Zweitens wird die Wendung עִיר דָּוִד ‘îr dāwid in der hebräischen Bibel verwendet, um gezielt zwischen Davids Burg und anderen Teilen der späteren Stadt zu unterscheiden (1Kön 3,1; 1Kön 8,1; 1Kön 9,24). Dabei wurde sie in späten Texten der hebräischen Bibel gelegentlich auch auf den Südosthügel (2Chr 32,30; 2Chr 33,14) insgesamt bezogen. Erst nach dem Abschluss der hebräischen Bibel wurde sie auf die gesamte Stadt Jerusalem ausgeweitet (Ant [= Antiquitates] VII 65-67; Text gr. und lat. Autoren) oder auf → Bethlehem (Koordinaten: 1695.1235; N 31° 42' 13'', E 35° 12' 15'') als Davids Heimat übertragen (Lk 2,4).

2.4. Weitere, rein literarische Namen

Darüber hinaus wurde die vordavidische Stadt viermal als → „Jebus“ (יְבוּס jəvûs: Ri 19,10-11; 1Chr 11,4-5) und ihre Bevölkerung gelegentlich als „Jebusiter“ (יְבוּסִי jəvûsî: Jos 15,8.63; Jos 18,16.28; Ri 1,21; Ri 19,11; 2Sam 5,6.8; 2Sam 24,16.18; 1Chr 11,4.6; 1Chr 21,15.18.28; 2Chr 3,1) bezeichnet. Allerdings wird die Stadt in außerbiblischen Quellen nie so genannt. Daher sind die beiden Namen entweder als archaisierende Ableitungen von der Flurbezeichnung „Schulter des Jebusiters“ (כֶּתֶף הַיְבוּסִי kætæf hajəvûsî) zu deuten, mit der der südwestliche Abhang des Südwesthügels der späteren Stadt (Jos 15,8; Jos 18,16) bezeichnet wurde, oder von vornherein als fiktive Ableitungen von der Verbwurzel בוס BÛS „zertreten“ und als theophore Namensbildung „[JHWH] hat zertreten“ zu erklären (Hübner, 2002). Dann reiht sich dieser archaisierende Kunstname in eine Reihe weiterer fiktiver Ethnonyme der alttestamentlichen Literatur ein, die vom historischen Halbwissen ihrer Autoren und ihrer Versuche zeugen, zwischen einer kanaanäischen und einer israelitischen Zeit zu unterscheiden und ihre eigene Kultur in identitätsbildender Absicht von ihren kanaanäischen Wurzeln abzugrenzen.

Ferner stellen → „Ariel“ (אֲרִיאֵל ărî’el: Jes 29,1-2.7) und → „Oholiba“ (אָהֳלִיבָה ’åhålîvāh: Ez 23,4.11.22.36.44) rein poetisch-theologische Kunstnamen dar.

3. Forschungsgeschichte

Jerusalem ist eine der archäologisch am intensivsten untersuchten Städte der Welt. Dabei war die archäologische Erforschung (Silberman, 1982; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 25-44; Reich, 2011) von Anfang an stark von biblischen Interessen geleitet und ist seit 1967 zunehmend auch von politischen Motiven geprägt. Dies erklärt die hohe Zahl an Grabungen in einem so eng begrenzten Raum, hat sich auf die wissenschaftliche Qualität der Grabungen aber nachteilig ausgewirkt. So wurde zwar viel gegraben, aber nur wenige Grabungen sind sorgfältig dokumentiert und noch weniger wurden wissenschaftlich angemessen publiziert, was zur Folge hat, dass die wissenschaftliche Theoriebildung über den Austausch konträrer Hypothesen mitunter kaum hinauskommt.

3.1. Grabungen in osmanischer Zeit

3.1.1. Edward Robinson 1838 und 1852

Die moderne archäologische Erforschung Jerusalems begann mit Edward Robinson, dem es in zwei Forschungsreisen durch Palästina 1838 und 1852 gelang, zahlreiche biblische Orte zu lokalisieren und archäologische Stätten wie → Tells und → Chirben zu identifizieren. Er entdeckte, dass das im Gihon entspringende Wasser nicht ins Kidrontal, sondern schon in der natürlichen Quellhöhle in einen künstlichen Tunnel fließt, der nach über 500 m im unteren Tyropoiontal in die Birket Silwān, den antiken Siloahteich, mündet, und durchschritt als erster westeuropäischer Forscher den Tunnel in seiner vollen Länge (Robinson, 1841, I 341-342); er identifizierte einen später ihm zu Ehren als „Robinson-Bogen“ bezeichneten herodianischen Bogenansatz an der westlichen Umfassungsmauer 11,85 m nördlich des Südwestecks des Ḥaram eš-Šarīf als Teil einer von der Oberstadt zum Tempelplatz führenden und von Flavius Josephus (Ant XIV 58; Bell II 344; VI 325.377) beschriebenen Brücke (Robinson, 1841, I 424-427); und er stieß nördlich der heutigen Stadtmauer auf eine antike Stadtmauerlinie und setzte diese mit der von Herodes Agrippa I. errichteten und von Flavius Josephus (Bell II 218-219; V 146-159) als „Dritte Mauer“ bezeichneten Stadtmauer gleich (Robinson, 1841, I 465-467).

3.1.2. Félix de Saulcy 1850/51

Die ersten Grabungen fanden aber erst im Winter 1850/51 statt, als Félix de Saulcy etwa 500 m nördlich der Altstadt ein seit der Antike zwar bekanntes, im Laufe der Jahrhunderte aber teilweise verschüttetes Hypogäum freilegte und irrtümlich als Grabmal der Könige von Juda interpretierte (de Saulcy, 1853, II 16-17.134-146). Dieses wird inzwischen aber als das ebenfalls von Flavius Josephus (Bell V 55.147; Ant XX 17-95) beschriebene Grabmal des Königshauses von Adiabene angesehen.

3.1.3. Charles Wilson 1864 und 1867-1870; Charles Warren 1867-1870

Nach den ersten Feldforschungen der beiden Pioniere wurde 1864 in London der Ordnance Survey of Jerusalem gegründet und Captain Charles Wilson mit der ersten systematischen Vermessung und Beschreibung der Stadt betraut. Zwar bezog sich sein Auftrag primär auf die Erstellung eines zuverlässigen Stadtplans als Grundlage zur Verbesserung der Wasserversorgung, doch wurde aufgrund seiner Erfolge wie der Beschreibung eines zweiten, ihm zu Ehren als „Wilson-Bogen“ bezeichneten herodianischen Brückenbogens nördlich der Klagemauer (Wilson, 1865, 15.28.75) im folgenden Jahr 1865 in London der Palestine Exploration Fund gegründet (Moscrop, 2000). 1867 wurde das britische Team durch Lieutenant Charles Warren verstärkt (Williams, 1941, 40-69). Dieser stieß im Herbst desselben Jahres im vom Gihon zum Siloahteich führenden Tunnel 22 m nach der Quelle auf einen senkrechten Schacht, der seither ihm zu Ehren als „Warren-Schacht“ bezeichnet wird. Gemeinsam mit Sergeant Henry Birtles bestieg er den 12,3 m hohen Schacht und entdeckte einen Felsstollen mit antiken Treppenstufen, der als unterirdischer Zugang zur Quelle angelegt worden war (Wilson / Warren, 1871, 238-239.242-256; Warren, 1876, 332-333; Warren / Conder, 1884, 366-371). Dieser Entdeckung kam insofern höchste Bedeutung zu, als Warren aus ihr treffend schloss, dass sich die antike Stadt weiter als die osmanische Altstadt nach Süden erstreckt hat und die zum neu entdeckten Wasserversorgungssystem gehörende Stadtmauer hangunterhalb des oberen Einstiegs zum genannten Stollen, doch hangoberhalb des Gihon verlaufen sein muss.

3.1.4. Conrad Schick 1846-1901; Hermann Guthe 1881

Gemessen an den großen Forschungsleistungen der englischen Pioniere nimmt sich der deutsche Beitrag bescheidener aus. Schon 1846 war Conrad Schick im Auftrag der Missionsgesellschaft von St. Chrischona als Missionar nach Jerusalem gekommen und hatte sich bis zu seinem Tod 1901 mit vielen wertvollen Beobachtungen als Amateurarchäologe einen Namen gemacht (Schick, 1887; 1896; Goren, 2006).

1877 wurde nach britischem Vorbild der → Deutsche Verein zur Erforschung Palästinas gegründet. Nachdem Kinder aus Silwān 1880 im genannten Tunnel kurz vor seiner Mündung in die Birket Silwān eine althebräische Inschrift entdeckt und Schick von ihrer Entdeckung berichtet hatten, wurde Hermann Guthe 1881 vom Deutschen Verein zur Erforschung Palästinas nach Jerusalem entsandt und mit der Untersuchung der Inschrift sowie mit den ersten deutschen Grabungen im Heiligen Land betraut, um die auf dem schmalen Sporn oberhalb des Gihon vermutete Stadtmauer zu finden. Allerdings war seine Suche nach ihr nur von geringem Erfolg. Zwar stieß er an mehreren Stellen auf älteres Mauerwerk, konnte dieses aber nicht überzeugend datieren, und so verlief seine Mauersuche – forschungsgeschichtlich betrachtet – im Sand (Guthe, 1883; Bieberstein, 2006).

3.1.5. Frederick J. Bliss und Archibald C. Dickie 1894-1897

Wissenschaftlich wesentlich erfolgreicher waren die britisch-amerikanischen Grabungen von Frederick J. Bliss und Archibald C. Dickie 1894-1897. Zwar erhielten sie, wie schon Wilson und Warren vor ihnen, von der osmanischen Verwaltung keine Erlaubnis zu offenen Grabungen, doch gelang es ihnen, mittels unterirdischer Schacht- und Stollengrabungen den gesamten Verlauf einer antiken Stadtmauer zu rekonstruieren, die vom Südwesteck der osmanischen Altstadt um den Südwesthügel und den Südosthügel verlief und schließlich zum Südosteck des Ḥaram eš-Šarīf, des antiken Tempelplatzes, führte (Bliss / Dickie, 1898).

3.1.6. Montague B. Parker 1909-1911

Von diesen unterirdischen Grabungen in Schächten und Stollen inspiriert, unternahm Captain Montague B. Parker unmittelbar hangoberhalb des Gihon in drei Kampagnen 1909-1911 umfangreiche Schacht- und Stollengrabungen. Ziel seiner Grabungen war allerdings weder, den Verlauf der antiken Stadtmauer zu rekonstruieren, noch, das zugehörige Wasserversorgungssystem zu ergründen, sondern die Suche nach Salomos Schatz (Silberman, 1982, 180-188; Reich, 2011, 56-69; Reich / Shukron, 2012).

Als er sich unter dem zunehmenden finanziellen Druck seiner Geldgeber verstieg, heimliche Grabungen in der Grotte unter dem Felsendom zu unternehmen, musste er fliehen. Doch hatte er dem damals noch jungen Pater Hugues Vincent OP von der École biblique et archeologique française in Jerusalem erlaubt, seine unterirdischen Grabungen zu verfolgen und zu vermessen. Dieser hinterließ eine Dokumentation (Vincent, 1911), deren Bedeutung lange verkannt wurde und erst durch die aktuellen Grabungen von Ronny Reich und Eli Shukron (siehe unten) gewürdigt wird.

3.1.7. Raymond Weill 1913-1914

1913-1914 fanden die ersten offenen Grabungen statt, die zugleich die ersten jüdischen Grabungen waren. Baron E. de Rothschild war es gelungen, nach und nach ein großes Gelände am östlichen Abhang des Südosthügels zu erwerben. Raymond Weill begann, im Süden des Geländes, wo aufgrund literarischer Zeugnisse die Gräber der Könige von Juda zu vermuten waren, zu graben, und stieß auf zwei imposante Felsstollen sowie eine dritte Felskammer, deren Interpretation als Gräber der Könige von Juda nicht unumstritten ist (Weill, 1920).

3.2. Grabungen in der britischen Mandatszeit (1917-1948)

3.2.1. Raymond Weill 1923-1924; Robert A. Macalister / John G. Duncan 1923-1925; John W. Crowfoot / Gerald M. FitzGerald 1927-1929

1923-1924 weitete Raymond Weill seine schon in osmanischer Zeit begonnen Grabungen nach Süden aus (Weill, 1947); Robert A. Macalister und John G. Duncan gruben 1923-1925 auf dem Rücken des Südosthügels westlich oberhalb des Gihon (Macalister / Duncan, 1926); John W. Crowfoot und Gerald M. FitzGerald schlossen 1927 westlich im Tyropoiontal an, stießen auf ein Gebäude, das sie als Stadttor der westlichen Stadtmauer interpretierten, und weiteten ihre Grabungen 1928-1929 nach Süden aus (Crowfoot / FitzGerald, 1929).

Zwar bezogen sich die beiden letztgenannten britischen Grabungen auf ein Gelände, das sich für die frühe Baugeschichte als besonders wichtig erweisen sollte, doch waren alle drei Grabungen sowohl hinsichtlich ihrer Technik als auch hinsichtlich ihrer Dokumentation noch auf einem so mangelhaften Stand, dass sie aus heutiger Sicht kaum mehr ausgewertet werden können und mehr Zerstörungen von Befunden als zuverlässige Ergebnisse erbrachten.

3.2.2. Cedric N. Johns 1931-1939; Robert W. Hamilton 1931-1942

Die ersten modernen stratigraphisch kontrollierten Grabungen fanden 1931 statt, als Robert W. Hamilton (1932) und Cedric N. Johns (1932) im Auftrag des Department of Antiquities of Palestine erste Sondagen im Ṭarīq el-Wād unternahmen. 1934-1939 unterzog Johns (1950) die Zitadelle einer umfassenden Untersuchung, und 1938-1942 schuf Hamilton (1949) die bis heute grundlegende Bauaufnahme der Aqṣā-Moschee.

3.3. Grabungen in jordanischer Zeit (1948-1967)

3.3.1. Kathleen M. Kenyon 1961-1967

Den entscheidenden Durchbruch zu stratigraphisch kontrollierten Grabungen erzielte aber erst Kathleen M. Kenyon, als sie unter jordanischer Herrschaft 1961-1967 an mehreren Stellen ausgedehnte Grabungen am Südosthügel, am Südwesthügel im Bereich von St. Peter in Gallicantu und im Armenischen Garten sowie nördlich der Altstadt an der „Dritten Mauer“ unternahm (Davis, 2008, 155-212). Dabei gelang ihr am östlichen Abhang des Südosthügels oberhalb des Gihon der Nachweis der ältesten Stadtmauer Jerusalems aus der Mittleren Bronzezeit II sowie der Neuerrichtung der Stadtmauer unter → Hiskia. Ihre Grabungsbefunde wurden von ihr selbst aber nur in knappen Vorberichten und zwei eher populärwissenschaftlichen Monographien (Kenyon, 1967; 1974), in wissenschaftlichen Grabungsberichten aber erst posthum veröffentlicht (Tushingham, 1985a; Franken / Steiner, 1990; Steiner, 2001; Eshel / Prag, 1995; Prag, 2008).

3.4. Grabungen in israelischer Zeit (seit 1967)

Nach der israelischen Eroberung Ostjerusalems führte Kenyon ihre Grabungen mit einer letzten Kampagne zum Abschluss. Seither fanden in der Stadt kaum mehr ausländische Grabungen statt. Dagegen setzte eine enorme israelische Grabungstätigkeit ein, aus der nur die fünf wichtigsten Projekte genannt werden können.

3.4.1. Benjamin Mazar 1968-1978

1968-1978 nahm Benjamin Mazar die von Kenyon begonnenen Grabungen unmittelbar südlich des Ḥaram eš-Šarīf wieder auf (Benjamin Mazar, 1969; 1971; Eilat Mazar, 2003; 2007a; 2011a). Zwar fielen deren Ergebnisse für die biblischen Perioden geringer aus als erwartet und bezogen sich vor allem auf Palastbauten der umajjadischen Zeit, doch stieß er am östlichen Rand des Grabungsgeländes auch auf zunächst unklare eisenzeitliche Befunde, die von seiner Enkelin Eilat Mazar in Nachgrabungen 1986-1987 und 2009 weiter freigelegt wurden und von ihr als Stadtmauer aus salomonischer Zeit interpretiert werden (Eilat Mazar / Benjamin Mazar, 1989; Eilat Mazar, 2011b).

3.4.2. Nahman Avigad 1969-1982

1969-1982 führte Nahman Avigad im Jüdischen Viertel ausgedehnte Grabungen durch, deren Schwerpunkt vor allem auf Befunden biblischer Perioden lag. Dabei stieß er überraschend auf drei eisenzeitliche Stadtmauerstücke, die zeigen, dass die Stadt unter Hiskia stark nach Westen erweitert wurde. Leider hat auch er neben knappen Vorberichten nur eine populärwissenschaftliche Monographie hinterlassen (Avigad, 1983), und die wissenschaftlichen Grabungsberichte wurden erst posthum – und auch dies bislang nur teilweise – veröffentlicht (Geva, 2000a; 2003a; 2006; 2010a; 2014a; Gutfeld, 2012).

3.4.3. Yigal Shiloh 1978-1985

1978-1985 nahm Yigal Shiloh die Grabungen von Kenyon am Ostabhang des Südosthügels wieder auf. Sie brachten zunächst zwar keine entscheidenden Paradigmenwechsel, wohl aber eine Reihe interessanter Befunde, deren kritische Auswertung Korrekturen konventioneller Hypothesen ermöglicht.

Leider war es Shiloh nur vergönnt, knappe Vorberichte zu veröffentlichen (vor allem Shiloh, 1984), und die wissenschaftlichen Grabungsberichte wurden wiederum erst posthum publiziert (Ariel, 1990; De Groot / Ariel, 1992; Ariel / De Groot, 1996; Ariel, 2000a; 2000b; De Groot / Bernick-Greenberg, 2012a). Allerdings steht der Bericht über die wichtigen Areale D2, E2 Ost und G noch aus.

3.4.4. Ronny Reich und Eli Shukron seit 1995

1995 begannen Ronny Reich und Eli Shukron, die Grabungen von Shiloh fortzuführen. Schwerpunkt ihrer Grabungen ist der Bereich des Gihon, wo es ihnen gelang, ein imposantes Vorwerk zur Stadtmauer der Mittleren Bronzezeit II sowie weitere Teile der Wasserinstallationen freizulegen. Bislang sind nur knappe Vorberichte sowie eine populärwissenschaftliche Forschungsgeschichte (Reich, 2011) erschienen.

3.4.5. Eilat Mazar 2005-2007

2005-2007 unternahm Eilat Mazar Nachgrabungen im Bereich der Grabungen von Macalister und Duncan von 1923-1925 auf dem Rücken des Südosthügels westlich oberhalb des Gihon und präsentierte ihre Befunde als Davids Palast (Eilat Mazar, 2007b; 2009a), wofür sie stark kritisiert wurde (siehe unten).

3.5. Zwischenbilanz: Das konventionelle Modell der Entwicklung der vorbiblischen und biblischen Stadt

Vier der sechs großen Grabungen der letzten 60 Jahre wurden erst nach dem Tod der Ausgräber publiziert, was in vielen Aspekten nur noch eingeschränkt möglich war, und die abschließenden Publikationen aller noch lebenden Ausgräber stehen noch aus. Mit diesen und weiteren Grabungen in einem sehr begrenzten Gebiet von nur 750 x 200 m (Grabungen von Avigad nicht eingerechnet) darf Jerusalem allerdings weltweit als eine der intensivst ergrabenen Städte gelten. Aufgrund dieser Grabungen etablierte sich in den 1970er Jahren ein Gesamtbild der Entwicklung der vorbiblischen und biblischen Stadt in sieben Etappen (Broshi, 1975, 12; Shiloh, 1984, 72):

Aus: Yigal Shiloh, Excavations at the City of David, I. 1978-1982. Interim Report of the First Five Seasons (Qedem 19), Jerusalem 1984, 72, Abb. 34

Abb. 2 Die Entwicklung der Stadt nach Yigal Shiloh, 1984.

(1) Die erste Stadt wurde um 1800 v. Chr. auf dem Südosthügel gegründet, mit einem Stadtmauerring umgeben, um 998 v. Chr. von → David eingenommen und zur Hauptstadt seines Reiches erhoben.

(2) → Salomo errichtete um 962-942 v. Chr. auf der Kuppe nördlich der Stadt seinen Palast und Tempel und band diese mit einem Stadtmauerring an die Stadt Davids (1) an.

(3) Unter → Hiskia wurde – zur Verteidigung gegen die Assyrer sowie zur Aufnahme von Flüchtlingen – die Stadtmauer um 726-701 v. Chr. im Osten erneuert und stark nach Westen erweitert.

(4) Nach der Zerstörung der Stadt durch → Nebukadnezar II. 587 v. Chr. (→ Zerstörung Jerusalems) und der Erlaubnis zum Wiederaufbau des Tempels durch → Kyrus II. 539 v. Chr. wurde der Stadtmauerring von Nehemia 445 (oder 386) v. Chr. fast im Umfang der Stadt Salomos (2) wiederhergestellt.

(5) Unter den → Hasmonäern wurde die Stadt mittels der von Flavius Josephus beschriebenen „Ersten Mauer“ (Bell V 142-145.158) wieder auf den Umfang der hiskianischen Stadt (3) erweitert.

(6) Ebenfalls noch unter den Hasmonäern wurde sie im Norden mittels der „Zweiten Mauer“ um die „Vorstadt“ (προάστειον proásteion) erweitert (Bell V 146.158) und von → Herodes dem Großen im 13. Jahr seiner Herrschaft mit dem Bau seines Palastes im Westen (Bell I 402; V 161-183; Ant XV 318), vor allem aber durch die im 15. (Bell I 401) oder 18. Jahr (Ant XV 380) seiner Herrschaft begonnene Neuanlage des Tempelgeländes im Osten (Bell V 184-227; Ant XV 380-402.410-425) ausgestaltet.

(7) Unter Herodes Agrippa II. wurde die Stadt 41-44 n. Chr durch die „Dritte Mauer“ um die „Neustadt“ (καινόπολις kainópolis) nach Norden erweitert (Bell V 147-160) und von Titus 70 n. Chr. zerstört (Bell V 248 – VII 3).

Dieses konventionelle Modell der Entwicklung der vorbiblischen und biblischen Stadt in sieben Etappen wurde allgemein rezipiert und liegt allen gängigen monographischen Geschichtsdarstellungen (Bieberstein / Bloedhorn, 1994; Keel, 2007, 48; 2011, 24; Galor / Bloedhorn, 2013, 14), Lexika (TRE, 1987; NBL, 1992; RGG, 2001) und Reiseführern (Küchler, 2014, 43) zugrunde, ist inzwischen aber sowohl aufgrund der kritischen Auswertung älterer Grabungen (Knauf, 2000; Ussishkin, 2006b; 2012; Finkelstein / Koch / Lipschits, 2011; Finkelstein, 2012, 836-845) als auch aufgrund neuerer Grabungen (Ben-Ami / Tchekhanovets, 2013, 32*-33*; Ben-Ami, 2014, 14-17) nicht mehr vertretbar, sondern bedarf in den frühen Etappen (1 bis 4) einer grundlegenden Revision, die im Folgenden vollzogen werden soll.

4. Erste Siedlungsspuren

Die ersten Siedlungsspuren im Bereich der späteren Stadt stammen vom Abhang westlich oberhalb des Gihon und zeigen, dass dieser schon im Epipaläolithikum (20000-10500 v. Chr., genauer im Kebarium 16500-12500 v. Chr.), im Neolithikum (10500-5000 v. Chr., genauer im präkeramischen Neolithikum B 8800-6900 v. Chr.) und im Chalkolithikum (5000-3700 v. Chr.) zunächst von Jägern und Sammlern und im Chalkolithikum vermutlich auch von Hirten gelegentlich aufgesucht wurde (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 51-52; Maeir, 2011, 171-172; Reich, 2011, 13.279-281; De Groot, 2012, 143-144; Greenberg, 2012, 303-304).

5. Jerusalem in den Bronzezeiten

5.1. Frühe Bronzezeit (3700-2500 v. Chr.): Eine kleine Siedlung

5.1.1. Kultureller Horizont

Während der Frühen Bronzezeit entwickelte sich in der südlichen Levante die erste urbane Kultur des Landes. In der Frühen Bronzezeit I (3700-3050 v. Chr.) waren die meisten Siedlungen noch kleine unbefestigte Dörfer, von denen einzelne gegen Ende der Phase erstmals mit Umfassungsmauern umgeben wurden. In der Frühen Bronzezeit II (3050-2900 v. Chr.) erblühten vor allem im Negev, in der Schefela und im Jordantal, aber auch in Galiläa und vereinzelt sogar im Bergland etwa 30 befestigte Städte, von denen ein Drittel sogar 10-25 ha umfasste. Diese erste urbane Kultur erreichte in der Frühen Bronzezeit III (2900-2500 v. Chr.) ihren Höhepunkt, brach dann aber aus mehreren ökonomischen und ökologischen Gründen in sich zusammen, und gegen Ende der Periode wurden alle befestigten Siedlungen (außer Chirbet Iskandar östlich des Toten Meeres) wieder verlassen und verfielen.

5.1.2. Archäologische Befunde

Während andernorts die erste urbane Kultur erblühte, sind die archäologischen Zeugnisse von dem schmalen Sporn oberhalb des Gihon äußerst bescheiden (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 52-53; Steiner, 2001, 7-9; Cahill, 2003, 19-20; Prag, 2007, 54-55; Maeir, 2011, 172-174; De Groot, 2012, 144).

Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak

Abb. 3 Jerusalem in der Frühen Bronzezeit.

Parker war 1909-1911 in seinen unterirdischen Schacht- und Stollengrabungen am Abhang westlich oberhalb der Quelle unter einem natürlichen Felsüberhang an der oberen Kante des Hanges an zwei Stellen auf Bestattungen gestoßen, deren Keramik eindeutig der Frühen Bronzezeit I angehört (Vincent, 1911, 9.24-29 mit Taf. VI-XII; 1912, 150-156; Macalister / Duncan, 1926, 21-23). Weiter war Kenyon 1962 auf der halben Höhe des Abhanges in einer Höhle (Cave V) auf Scherben der Frühen Bronzezeit I oder beginnenden Frühen Bronzezeit II getroffen (Steiner, 2001, 7). Ferner fand Shiloh 1978/79 130 m südwestlich des Gihon in Areal E in Verfüllungen natürlicher Felsspalten Keramik der Frühen Bronzezeit I und II (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 137-138; Greenberg, 2012). Schließlich stießen Reich und Shukron in ihren 1995 begonnenen Grabungen in zwei untereinander verbundenen Höhlen 30 m westlich oberhalb der Quelle ebenfalls auf Keramik der Frühen Bronzezeit I (Reich / Shukron, 2010a, 147; 2011b, 22-23). Zwar werteten sie diese als Siedlungsreste, doch können sie ebenso wie vergleichbare Funde aus den älteren Grabungen von Crowfoot und FitzGerald, Duncan und Macalister, Eilat Mazar oder Kenyon auch von nichtsesshaften Hirten stammen, die die Quelle nur sporadisch besuchten.

Die frühesten eindeutigen Siedlungsreste stammen erst aus der Frühen Bronzezeit II. Aus dieser Epoche legte Shiloh 1978-1985 in Areal E auf einer Hangterrasse südwestlich oberhalb des Gihon Mauern von mindestens zwei Breitraumhäusern und mindestens zwei weiteren angrenzenden Räumen frei (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 123-130; Greenberg, 2012). An den Wänden der Breitraumhäuser liefen teilweise Bänke entlang, die charakteristisch für sogenannte Arad-Häuser sind (→ Arad; Koordinaten: 1620.0767; N 31° 16' 50", E 35° 07' 34").

5.1.3. Bilanz

Mit diesen Befunden ist der Nachweis der frühesten, noch unbefestigten Siedlung am Abhang oberhalb des Gihon erbracht, doch entzieht sich ihr antiker Name noch immer unserer Kenntnis und wird ihr auch für immer entzogen bleiben, denn schriftliche Quellen über die südliche Levante setzen – auch wenn in Ägypten und Mesopotamien zu jener Zeit schon erste Schriftsysteme entwickelt wurden – erst mehr als ein Jahrtausend später ein.

Ohnehin hat der anonyme Weiler nur wenige Jahrzehnte bestanden. Zwar fanden sich noch einzelne Scherben vom Anfang der Frühen Bronzezeit III, doch wurde die Siedlung gemeinsam mit fast alle anderen Siedlungen des Berglandes bald wieder aufgegeben.

5.2. Frühbronze-Mittelbronze-Zwischenzeit (um 2500-1930 v. Chr.): Eine Siedlungslücke

5.2.1. Kultureller Horizont

Während der Frühbronze-Mittelbronze-Zwischenzeit war das Siedlungsbild von Kleinbauern in kleinen Weilern oder einfachen Gehöften sowie von Kleinviehnomaden mit Schafen und Ziegen geprägt; was diese an materiellen Relikten hinterließen, reicht über vielfach nur saisonale Gehöfte mit ummauerten Viehhürden oder isolierte Gräberfelder der nomadischen Bevölkerung meist nicht hinaus.

5.2.2. Archäologische Befunde

Diesem Gesamtbild entsprechend fallen auf dem schmalen Sporn westlich des Gihon Siedlungsbefunde vollkommen aus (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 53-54; Steiner, 2001, III 9; Prag, 2007, 55-56; Maeir, 2011, 174-175).

Allerdings war Warren zwischen 1867 und 1871 östlich des Ölberges auf eine Höhle mit Keramik der gesuchten Zeit gestoßen (Wilson / Warren, 1871, 306; Warren, 1884, Taf. 45,5; Prag, 1995b, 237-241), 1941 wurde in Chablat ‘Amūd am südöstlichen Abhang des Ölberges an der Straße nach Jericho eine Grabanlage derselben Zeit entdeckt (Sa‘ad, 1964), und 1965 legte Kenyon in derselben Umgebung elf Schachtgrabanlagen frei (Kenyon, 1966, 74-75; Prag, 1995b, 221-237).

Aber erst im Sommer 2008 wurde etwa 700 m östlich des Gihon und knapp 400 m südwestlich des letztgenannten Gräberfeldes in Rās el-‘Amūd (Koordinaten: 1732.1309; N 31° 46' 15'', E 35° 14' 38'') völlig überraschend eine größere Siedlung entdeckt, die sich über mindestens 1,0-1,5 ha erstreckte, schätzungsweise 200-300 Menschen beherbergte und mehrere rechteckige Häuser umfasste, die über einem Sockel aus Bruchstein mit luftgetrockneten Lehmziegeln errichtet waren (Be’eri / Zilberbod, 2011).

5.2.3. Bilanz

Demnach blieb der schmale Sporn westlich des Gihon zwar unbesiedelt, östlich des Gihon aber entstand am südöstlichen Ausläufer des Ölberges zeitweilig eine Siedlung, der die schon länger bekannten Gräberfelder zugeordnet werden können.

5.3. Mittlere Bronzezeit II (um 1930-1530 v. Chr.): Die erste befestigte Stadt

5.3.1. Kultureller Horizont

Als sich Ägypten nach der Ersten Zwischenzeit langsam wieder erholte und im Mittleren Reich (11.-12. Dynastie, um 2020-1793 v. Chr.) eine zweite Blüte erlebte, wurden mit einer zeitlichen Verzögerung von fast 70 Jahren in der Mittleren Bronzezeit II auch in der südlichen Levante meist auf den Ruinenhügeln verlassener frühbronzezeitlicher Städte wieder Orte gegründet und mit Stadtmauerringen umgeben – der Anfang der zweiten urbanen Kultur.

Während ihrer ersten Welle lagen die neu gegründeten Städte noch ausnahmslos in der Küstenebene zwischen → Aschdod und → Akko, auffallend konzentriert zwischen → Afek und dem → Karmel, und rückten auch in ihrer zweiten Phase nur mit wenigen Neugründungen nach Osten an den Fuß des Berglandes vor. Erst in ihrer dritten Welle sprang sie auch ins Bergland über, wo zuerst in Jerusalem und wenige Jahre später auch in Sichem die ersten beiden Städte der zweiten urbanen Kultur im Bergland gegründet wurden (Cohen, 2002; Burke, 2008).

Dann aber kehrte sich das Verhältnis zwischen Ägypten und Kanaan um. Während die politische Einheit Ägyptens in der Zweiten Zwischenzeit (13.-17. Dynastie, 1793-1536 v. Chr.) in einander konkurrierende regionale Dynastien zerbrach, erreichte die urbane Kultur Kanaans ihre höchste Blüte und strahlte nun so stark nach Unterägypten aus, dass das östliche Nildelta zunehmend kanaanäisch geprägt und das Niltal schließlich von den kanaanäischen → „Hyksos“ (15. Dynastie, um 1648-1536 v. Chr.) politisch dominiert wurde, die im östlichen Nildelta in Avaris (arab. Tell eḍ-Ḍab‘a) ihre Hauptstadt errichteten.

5.3.2. Schriftliche Zeugnisse

Die wichtigsten schriftlichen Zeugnisse für die urbane Blüte Kanaans stammen aus Ägypten, doch nicht in Form von Kriegsberichten, denn der militärische Arm Ägyptens war seit dem Niedergang der 12. Dynastie (1976-1794 v. Chr.) zu kurz geworden, um noch Feldzüge in die erstarkende Levante unternehmen zu können, sondern aus zwei Gruppen sogenannter → „Ächtungstexte“.

Die ältere Gruppe (Sethe, 1926) umfasst 322 Fragmente von Schalen und Schüsseln aus der späten 12. Dynastie (1976-1794/93 v. Chr.), die 1925 im Antikenhandel in Luxor erworben wurden und sich heute im Ägyptischen Museum in Berlin befinden. Die jüngere Serie (Posener, 1940) besteht aus zwölf größeren sowie etwa 100 kleineren Figurinen aus der frühen 13. Dynastie (1794/93-1685 v. Chr.), die wahrscheinlich in der Nekropole von Sakkara geborgen, ebenfalls im Antiquitätenhandel erworben wurden und im Musée du Cinquantennaire in Brüssel aufbewahrt werden.

Beide sind mit litaneiartigen Fluchreihen über die neu gegründeten Städte der südlichen Levante beschriftet, die sich der zusammenbrechenden ägyptischen Hegemonie zunehmend entzogen. Diese bieten ein wertvolles Onomastikon (Helck, 1971, 44-67; Weippert, 2010, 33-50), in dem neben Sichem mit 3wš3mm erstmals auch Jerusalem erwähnt wird (anders Naʾaman, 1992, 278-279, der die Gleichsetzung von 3wš3mm mit Jerusalem bestritt).

5.3.3. Stadtmauer

Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak

Abb. 4 Jerusalem in der Mittleren Bronzezeit.

Während die ersten Erwähnungen Jerusalems in diesen Texten schon seit 1926 bekannt waren, entzogen sich entsprechende archäologische Befunde in Jerusalem noch lange der Entdeckung (Wightman, 1993, 13-20; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 54-56; Steiner, 2001, 20-23; Cahill, 2003, 21-26; Prag, 2007, 56-59; Maeir, 2011, 175-179; De Groot, 2012, 144-149).

5.3.3.1. Ostmauer. Zwar war Parker schon 1909-1911 in seinen unterirdischen Schacht- und Stollengrabungen oberhalb des Gihon auf eine Stadtmauer der Mittleren Bronzezeit II gestoßen (Vincent, 1911, 29), hatte sie aber noch nicht als solche erkannt (Reich, 1987, 163-164; Reich / Shukron, 2012).

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

Abb. 5 Die von Kathleen Kenyon ausgegrabene Mauer der Mittleren Bronzezeit II A (darüber die Stadtmauer der Eisenzeit II B).

Erst als Kenyon 1961 einen 10 m breiten Graben von der oberen Hangkante aus hangabwärts auf den Gihon zuführte, 48 m östlich der Hangkante und 25 m westlich der Quelle auf einer Felsterrasse auf eine 2 m starke Mauer stieß und diese mittels Keramik aus ihrem hangseitigen Fundamentgraben um 1800 v. Chr. datieren konnte, galt der Verlauf der östlichen Stadtbefestigung als gesichert. Sie verläuft hangparallel in nordsüdlicher Richtung, springt zunächst nach Osten vor und biegt sodann nach Süden um. Sie konnte hangparallel auf einer Strecke von 13 m freigelegt werden, ist aus großen, grob behauenen Quadern mit kleinen Füllsteinen errichtet und noch bis zu 1 m hoch erhalten (Kenyon, 1974, 81-84.89-91: „Wall NB“; Steiner, 2001, 10-12: „Wall 3“).

Etwa 100 m weiter südlich wies Shiloh 1981-1984 in Areal E auf einer Felsterrasse auf über 30 m ein weiteres Teilstück derselben Stadtmauerlinie nach. Dieses war unmittelbar über der oben genannten, frühbronzezeitlichen Siedlung ebenfalls aus großen und grob behauenen Quadern mit kleinen Füllsteinen errichtet, ursprünglich 2,0-2,5 m breit, wurde stadtseitig stellenweise bis zu 4,3 m verstärkt und steht punktuell noch bis zu 1,90 m hoch an (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 106-123; Eisenberg, 2012).

5.3.3.2. Südmauer. Zwar ist der weitere Verlauf der Stadtmauer nach Süden noch ungesichert, doch kann angenommen werden, dass die Mauer zunächst auf etwa konstanter Höhe weiter nach Süden verlief, um den Sporn des Südosthügels zu umrunden.

5.3.3.3. Nordmauer. Während die Ostmauer mit zwei Teilstücken zuverlässig gesichert ist, ist die Nordbegrenzung der Stadt noch unklar. Kenyon war 1962-1963 auf der Höhe des Bergrückens in Areal H in einem nur 2,75 m schmalen, ostwestgerichteten Suchgraben auf einen massiven, ostwestgerichteten Mauerzug von vergleichbarem Mauerwerk gestoßen, der über 20 m verfolgt werden konnte und nach Westen in einem Felsfundament eine Fortsetzung findet. Aber ihr Suchgraben war zu schmal, um die Breite der Mauer ermitteln und ihr Fundament erreichen zu können, so dass sie nicht sicher datiert werden kann (Steiner, 2001, 12-14). Nördlich dieses Mauerzuges verläuft parallel zu diesem im Fels ein natürlicher Graben. Nördlich desselben wurde keine Keramik der Mittleren Bronzezeit mehr gefunden. Daher könnte der Mauerzug mit dem vorgelagerten Graben den Nordabschluss der Stadt gebildet haben.

5.3.3.4. Westmauer. Noch umstrittener ist die westliche Begrenzung der Stadt. Crowfoot und FitzGerald hatten 1927 am Westabhang des Hügels im Tyropoiontal unmittelbar auf dem Fels auf einer Strecke von 29 m in nordsüdlicher Richtung einen mächtigen Mauerzug freigelegt, der noch bis zu 7,0 m hoch erhalten war, und in ihm einen 3,5 m breiten und 8,4 m tiefen Durchgang entdeckt (Crowfoot / FitzGerald, 1929). Ein Münzschatz aus späthasmonäischer Zeit, der 5,3 m unter der erhaltenen Maueroberkante geborgen wurde, beweist, dass der Bau in späthasmonäischer Zeit mindestens 4 m hoch anstand. Daher interpretierten ihn die Ausgräber als Stadttor in Nehemias Stadtmauerring, und Alt schlug sogar vor, dieses Stadttor in Nehemias Stadtmauerring mit dem von Nehemia schon vorgefundenen „Taltor“ (Neh 2,13.15; Neh 3,13; 2Chr 26,9) gleichzusetzen (Alt, 1928), womit es möglicherweise bereits dem mittelbronzezeitlichen Stadtmauerring zuzurechnen wäre (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 34-36). Dagegen verwarfen Ussishkin und Ben-Ami eine Interpretation der Befunde als Stadttor und interpretierten sie als Fundament eines größeren Gebäudes, das frühestens im 1. Jh. v. Chr. errichtet wurde. Aber auch sie gehen davon aus, dass die mittelbronzezeitliche Stadt das Tyropoiontal nicht nach Westen überschritt (Ussishkin, 2006, 154-159; 2012, 108-115; Ben-Ami, 2014, 15).

5.3.4. Wasserversorgung

Dieses Gesamtbild einer gut befestigten mittelbronzezeitlichen Stadt im Umfang von 4-5 ha hat durch die seit 1995 laufenden Grabungen von Reich und Shukron am Gihon eine bedeutende Ergänzung erfahren, denn sie stießen auf ein gewaltiges Wasserversorgungssystem, bei dem sich innerhalb der Mittleren Bronzezeit II mindestens zwei und in der Eisenzeit II B zwei weitere Bauphasen unterscheiden lassen (Reich / Shukron, 1999; 2000b; 2004, 212-213; 2009; 2010a; 2010b; 2011b; 2012, 37*-38*; Reich, 2011, 150-151.165-169.249-261.284-285).

Entwurf und © 2016: Klaus Bieberstein; Zeichnung: Julia Müller

Abb. 6 Wasserversorgung am Gihon in der Mittleren Bronzezeit II: Erste Bauphase.

5.3.4.1. Erste Bauphase

Korridor zum Quellturm: Während der ersten Bauphase wurde die Quelle von einem Turm von etwa 16 x 16 m umgeben. Sein kyklopisches Mauerwerk war 5,5-7,0 m stark und steht (heute unterirdisch) noch bis zu 5 m hoch an. Von ihm aus wurden in einem Abstand von 2,3 m zwei parallele kyklopische Mauern von 3,0-3,5 m Breite nach Westen hangaufwärts geführt. Die nördliche der beiden Mauern ist vor dem Eingang zu der von Parker entdeckten südlichen Höhle noch 8 m hoch erhalten. Beide Mauern liefen einerseits in die Höhle hinein, um deren Felsdach zu stützen, andererseits als Korridor über das Felsdach der Höhle hinweg weiter hangaufwärts und boten im Belagerungsfall einen geschützten Zugang von der Stadt zur Quelle, der vom Quellturm aus inzwischen über 45 m hangaufwärts verfolgt werden kann.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014)

Abb. 7 Korridor zum Quellturm der Mittleren Bronzezeit II von Südost.

Dort stößt die nördliche der beiden Mauern auf die von Kenyon entdeckte hangparallele Mauer, ist mit dieser organisch verfugt und wurde demnach gemeinsam mit ihr errichtet. Diese wurde seit ihrer Entdeckung als Stadtmauer der Mittleren Bronzezeit interpretiert, doch ist diese These aus vier Gründen kaum mehr haltbar. Erstens ist die nördliche Mauer des Korridors 3,5 m stark, Kenyons hangparallele Mauer aber nur 2,0 m. Zweitens ist sie aus deutlich kleineren Steinen errichtet. Drittens läuft der Korridor über die vermeintliche Stadtmauerlinie hinweg weiter nach Westen hangaufwärts. Und viertens findet die hangparallele Mauer südlich des Korridors keine Fortsetzung. Demnach kann es sich bei ihr nur um ein Vorwerk handeln, und die eigentliche Stadtmauer muss noch etwas weiter hangoberhalb, doch unter dem oberen Einstieg zu Warrens Stollen verlaufen sein.

Überlauf (Kanal II): Mit diesem geschützten Zugang zur Quelle war der gewaltige Bau aber noch nicht vollendet, denn ohne Ausfluss hätte sich die Quellstube unter dem Quellturm innerhalb weniger Minuten mit Wasser gefüllt. Daher wurde schon mit der Errichtung des Quellturmes ein unterirdischer Überlauf (Kanal II) angelegt. Dieser wurde bereits 1881 von Schick (1892a) entdeckt, seinerzeit aber noch nicht zuverlässig datiert. Er war in den Felsen eingelassen, mit monolithischen Blöcken abgedeckt, führte hangparallel nach Süden und bog nach 190 m nach Osten um. Wahrscheinlich mündete er in einen Teich, der im Kidrontal vermutet werden kann, aber noch nicht ergraben wurde und die mittelbronzezeitliche Stadt sowie deren nachfolgende, zeitweilig unbefestigte Siedlung mit Wasser versorgt haben könnte (Ariel / Lender, 2000, 13-18; Reich / Shukron, 2002; Reich, 2011, 158-163.305-306.314-315).

Entwurf und © 2016: Klaus Bieberstein; Zeichnung: Julia Müller

Abb. 8 Wasserversorgung am Gihon in der Mittleren Bronzezeit II: Zweite Bauphase.

5.3.4.2. Zweite Bauphase

Warrens Stollen: In einer zweiten Bauphase wurde zumindest der westliche Teils des Korridors zwischen den beiden Mauern – vielleicht weil er unter fortifikatorischen Gesichtspunkten noch nicht als optimal erachtet wurde – noch in der Mittleren Bronzezeit II aufgegeben und jener unterirdische bogenförmige Stollen angelegt, den Warren 1876 entdeckt hat. Dieser führte, von der Stadt aus begangen, zunächst nach Nordosten und fiel in seinem ersten Abschnitt auf 15,5 m mit einem Gefälle von 36 Grad relativ steil ab. Danach wurde er in einem zweiten Abschnitt mit einem nur noch geringen Gefälle noch einmal 10 m weiter nach Nordosten und nach einer fast rechtwinkligen Biegung 18 m nach Südosten geführt, wo er (heute) in einer Höhle auf einen senkrechten und 12,5 m tiefen Schacht trifft. Als Warren diesen Schacht 1867 von unten entdeckte und erklomm, interpretierte er ihn irrtümlich als künstlich angelegten Brunnen zum Quellhorizont des Gihon (siehe oben, Abschnitt 3.1.3), doch konnte Gill in einer geologischen Untersuchung zeigen, dass der Schacht schon vor über 40000 Jahren als natürliche Karstspalte entstanden war (Gill, 1991; 1996, 13-15). Zudem wagten Reich und Shukron die These, dass der bogenförmige Abstieg ursprünglich nicht zu diesem Schacht, sondern über ihn hinweg in die südlich benachbarte, schon 1909-1911 von Parker entdeckte Höhle und von dieser aus möglicherweise zunächst durch den alten Korridor nach Osten zur Quelle geführt hat.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014)

Abb. 9 Eingetiefte Plattform mit rundem Becken (blau angestrahlt) der Mittleren Bronzezeit II von Süden. Rechts (von Osten) die Mündung von Tunnel III der Mittleren Bronzezeit II. Oben (im Norden) die Abzweigung von Tunnel IV der Eisenzeit II B.

Tunnel III, eingetiefte Plattform und rundes Becken: Vielleicht schon in dieser zweiten, möglicherweise aber auch erst in einer dritten Bauphase wurde südlich des Korridors eine annähernd rechteckige, beckenförmig eingetiefte Plattform von 16 m westöstlicher und 10 m nordsüdlicher Breite im Westen zu 14 m und im Osten bis zu 9 m tief aus dem Fels geschlagen. Mauerbefunde östlich dieser eingetieften Plattform weisen darauf hin, dass sie nicht nur im Norden, sondern auch im Osten und vermutlich auch im Süden von einer kyklopischen Mauer umfasst war. Innerhalb dieser eingetieften Plattform fand sich, abermals vertieft, ein annähernd rundes Becken mit einem Durchmesser von 3-4 m. Dieses wurde in den unterirdischen Grabungen von Parker 1909-1911 entdeckt, von Vincent irrtümlich als „Round Chamber“ bezeichnet und über einen kurzen und auffallend engen Tunnel (Tunnel III) mit Wasser aus dem genannten älteren Kanal (Kanal II) versorgt. Vermutlich sollte dieses runde Becken dazu dienen, das Wasser der unregelmäßig schüttenden Quelle stadtnah aufzufangen, um es auch im Belagerungsfall im Schutz der umgebenden Mauern schöpfen und nutzen zu können.

Allerdings ist noch ungeklärt, wie die Verbindung zwischen dem von Warren entdeckten Stollen und der eingetieften Plattform zu rekonstruieren ist. Denn der östliche Abschnitt des Korridors zwischen Warrens Stollen und der Quelle wurde noch in der Mittleren Bronzezeit II wieder verfüllt. Demnach muss zwischen Warrens Stollen und der eingetieften Plattform eine neue Verbindung angelegt worden sein, die derzeit noch nicht rekonstruiert werden kann.

5.3.5. Datierung der Stadtgründung

Während die Grundzüge der Stadt langsam erkennbar werden, verbindet sich mit ihrer genauen Datierung noch ein Problem. Die ersten Erwähnungen der Stadt als 3wš3mm finden sich in der ersten Gruppe der Ächtungstexte aus der späten 12. Dynastie, was in der südlichen Levante der dritten Phase der Mittleren Bronzezeit II A im späten 19. Jh. v. Chr. entspricht. Dagegen deuten die archäologischen Befunde zur Stadtmauer erst auf die vierte und letzte Phase der Mittleren Bronzezeit II A im frühen 18. Jh. v. Chr., was in Ägypten dem Übergang zur frühen 13. Dynastie korrespondiert (zur Chronologie Cohen, 2002; anders Bietak, 2002). Demnach wurde die Stadt zwar um 1800 v. Chr. gegründet (Kenyon, 1974, 78.83; Shiloh, 1984, 26; Steiner, 2001, 11-12.22.112; Eisenberg, 2012, 272), doch können die ersten Erwähnungen auch etwas früher und die archäologischen Befunde zur Stadtmauer etwas später anzusetzen sein und sich die ersten Erwähnungen (wie im Fall von Sichem) auf eine noch unbefestigte Siedlung beziehen (Cohen, 2002, 84.123).

5.3.6. Bilanz

Zwar lässt sich der Umfang der mittelbronzezeitlichen Stadt bislang nur grob umreißen, doch dürfte ihre Fläche 4-5 ha betragen haben (Steiner, 2001, 21-22; De Groot, 2012, 148), was im Vergleich zu großen mittelbronzezeitlichen Städten wie → Hazor (63 ha) oder → Askalon (60 ha) zwar als klein erscheinen mag, anderen zeitgleichen Städten im westjordanischen Bergland wie → Sichem (4,3 ha), → Silo (1,7 ha), → Bethel (2 ha), Beth Zur (1,5 ha) oder → Hebron (4,9 ha) aber durchaus entsprach.

Während ältere Schätzungen noch von einer durchschnittlichen Bevölkerungsdichte antiker Siedlungen von über 500 Einwohnern / ha ausgingen, rechnen neuere Schätzungen mit etwa 200 Einwohnern / ha, womit die Bevölkerung der Stadt nicht mehr als 1000 Einwohner (Steiner, 2001, 22), nach einer minimalistischen Schätzung vielleicht sogar nur 500-700 Einwohner (Geva, 2014b, 137) betragen haben dürfte.

Trotz dieses gewaltigen Ausbaus der Stadt und ihrer aufwändigen Wasserversorgung scheint ihre Blütezeit nur kurz gewesen zu sein. Nach Steiner (2001, 22) und Prag (2007, 58-59) wurde sie, da ihrer Ansicht nach Funde aus der Zeit nach 1700 v. Chr. weitgehend fehlen, schon nach rund einem Jahrhundert aus bislang unbekannten Gründen wieder aufgegeben und verlassen. Dagegen bestehen Maeir (2011, 177-178) und Eisenberg (2012, 272-273) darauf, dass auch spätere Keramik gefunden wurde und die Besiedlung zwar deutlich zurückging, aber nicht ganz abbrach.

5.4. Späte Bronzezeit (um 1530-1130 v. Chr.): Abdi Chepas Herrschaftssitz

5.4.1. Kultureller Horizont

Nach über einem Jahrhundert der kanaanäischen Hegemonie über Unterägypten nahmen die Pharaonen Seqenenre (um 1560-1545 v. Chr.) und Kamose (1545-1540 v. Chr.) aus der 17. Dynastie von Theben (um 1625-1540 v. Chr.) den Kampf gegen die „Hyksos“ im Nildelta auf. Ahmose (1540-1525 v. Chr.), der Begründer des → Neuen Reiches (18.-20. Dynastie, 1540-1070 v. Chr.), brach deren Vorherrschaft und stieß in die Levante vor, was die Zerstörung zahlreicher mittelbronzezeitlicher Städte erklärt, und → Thutmosis III. (1479-1426 v. Chr.) sicherte mit 16 Feldzügen die ägyptische Vorherrschaft über die Levante (1457 v. Chr. Schlacht von → Megiddo).

Die südliche Levante war nun eine Provinz des ägyptischen Reiches und wurde offiziell als „Kanaan“ bezeichnet. Die wichtigsten Verwaltungszentren waren → Gaza, → Jaffa und → Bet-Schean, wo ägyptische Gouverneure über ägyptische Truppen verfügten. Darüber hinaus entstanden auf strategisch wichtigen Ruinenhügeln ehemaliger mittelbronzezeitlicher Städte wie → Lachisch, → Geser, → Sichem oder → Megiddo regionale Herrschaftssitze für Vasallenfürsten, denen zur Sicherung der öffentlichen Ordnung fallweise kleine Kontingente ägyptischer Truppen zugeordnet wurden. Allerdings konzentrieren sich die verbliebenen Orte sehr deutlich auf zwei Regionen, auf den Südwesten (um Gaza, Gat und Geser) und auf den Norden südlich des Karmel (um Ginti-Kirmil) und nördlich des Karmel (um Megiddo, Beth-Schean und Rechov), während das Bergland nur noch sehr dünn besiedelt war. Dabei verfügten die Orte (außer Hazor und vielleicht auch Dan im äußersten Norden) über keine Stadtmauerringe mehr, sondern waren nur noch kleine Siedlungen, deren Häuser, gelegentlich im Anschluss an das ehemalige Stadttor, ringförmig angelegt waren, oder offene Siedlungen, in denen sich ein einzelnes stärker befestigtes Gebäude erhob, das als Herrschaftssitz diente.

5.4.2. Schriftliche Zeugnisse

Unter Amenophis III. (1390-1353 v. Chr.) und seinem Sohn → Amenophis IV. Echnaton (1353-1336 v. Chr.), der von seiner neugegründeten Residenz Achetaton (Tell el-Amarna; Koordinaten: N 27° 38' 42'', E 30° 53' 50'') aus die alleinige Verehrung der Sonne (→ Aton) propagierte, geriet die ägyptische Herrschaft über Kanaan in eine Krise. Die akkadischen Keilschrifttafeln aus dem diplomatischen Archiv vom Tell el-Amarna (Knudtzon, 1907; Moran, 1992; Rainey / Schniedewind, 2015), die sich auf rund 25 Jahre beziehen, erlauben einen ungewöhnlichen Blick in das Netz der Stützpunkte. Denn in ihnen beteuern die Vasallenfürsten dem ägyptischen König zwar ihre Loyalität und klagen, dass das Land zusehends in die Hände schwer zu kontrollierender → „Hapiru“ falle, und denunzieren sich gegenseitig, mit diesen zu kollaborieren.

Sechs der Briefe stammen mit Sicherheit (EA 285-290), ein siebter mit hoher Wahrscheinlichkeit (EA 291) von → Abdi Chepa von ú-ru-sa-lim (akkadisch: Urusalimu; alttestamentlich: Jerusalem), in zwei oder drei weiteren Briefen (EA 280 und 366 sowie möglicherweise 335) wird er ebenfalls erwähnt, und diese gestatten einen differenzierten Einblick in seine Konflikte mit seinen Nachbarn (Na’aman, 1992; 2011; Finkelstein, 1996).

5.4.3. Archäologische Befunde

Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak

Abb. 10 Jerusalem in der Späten Bronzezeit (mit dem Stadtmauerring der Mittleren Bronezezeit II – nur zur Orientierung).

Diesem Gesamtbild entsprechend sind die archäologischen Befunde aus Jerusalem äußerst bescheiden (Wightman, 1993, 20-23; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 56-58; Prag, 2007, 59-63; Steiner, 2007, 70-71; Maeir, 2011, 179-182; De Groot, 2012, 149-150).

Terrassen?: Als Kenyon (Areale A I-III und XXIII) und Shiloh (Areal G) an der oberen Hangkante nordwestlich des Gihon auf Terrassen stießen, schrieben sie diese – vermutlich unter dem Eindruck der Briefe vom Tell el-Amarna – spontan dem 14. oder 13. Jh. zu (Kenyon, 1974, 94-96; Shiloh, 1984, 13.16), doch werden sie inzwischen einhellig erst ins 12. oder frühe 11. Jh. v. Chr. datiert (siehe unten). Dann aber werden die Siedlungsbefunde spärlich.

Siedlungsbefunde: Zwar wurden am Südosthügel in einzelnen Arealen insbesondere hangoberhalb (Eilat Mazar, 2009, 32-35) und hangunterhalb der genannten Terrassen spätbronzezeitliche Scherben, aber nur minimale mögliche Siedlungsreste entdeckt. So umfasst der größte zusammenhängende und am besten gesicherte Siedlungsbefund nur zwei parallele Mäuerchen im Abstand von etwa 2,8 m, auf die Shiloh in Areal G am nordöstlichen Fuß der Terrassen stieß (Cahill, 2003, 28-31). Vom südöstlichen Mäuerchen wurden drei Steine nachgewiesen; das nordwestliche Mäuerchen wurde auf 2,4 m freigelegt und wies eine Türschwelle auf. Nördlich und südlich derselben waren Reste eines Fußbodens erhalten.

Grabanlagen: Über diese minimalen Siedlungsbefunde hinaus sind in einem Umkreis von 3-4 km nur noch drei oder vier Grabanlagen, insbesondere aber eine Grabanlage auf dem franziskanischen Gelände von Dominus flevit am westlichen Abhang des Ölbergs zu nennen. Diese wies zwei Grabkammern auf, deren reiche Grabbeigaben zeigen, dass sie von 1600 bis 1300 v. Chr. durchgehend belegt wurde (Saller, 1964).

Ägyptischer Tempel?: Zwar postulierte Barkay (1990; 1996) aufgrund ägyptischer oder vermeintlich ägyptischer Funde vom Gelände der École biblique et archeologique française nördlich des Damaskustores, die er der 19. Dynastie zuschrieb, einen ägyptischen Tempel des späten 13. Jh.s v. Chr., doch können von den Funden allenfalls ein Inschrift- und ein Statuettenfragment sowie zwei Alabastervasen als ägyptisch gelten. Zudem wurde keines dieser vier Stücke in einem ursprünglichen Zusammenhang entdeckt. Vor allem aber fand sich auf dem Gelände keine ägyptische Architektur, so dass von einem ägyptischen Tempel keine Rede sein kann (Wimmer, 1998).

5.4.4. Bilanz

Dass die Befunde so spärlich sind, kann weder darauf zurückgeführt werden, dass zu wenig gegraben wurde, noch dass sie der Erosion oder jüngeren Baumaßnahmen zum Opfer gefallen wären (denn Keramik löst sich nicht auf), oder dass der in den → Amarna-Briefen erwähnte Ort ú-ru-sa-lim an einem anderen Ort gesucht werden müsse (vertreten von Franken / Steiner, 1992; widerrufen von Steiner, 1998, 28).

Vielmehr erlauben die Befunde nur den Schluss, dass auch Jerusalem entgegen der konventionellen Sicht in der Späten Bronzezeit keine Stadt im Vollsinn des Wortes mehr war, sondern nur noch ein Außenposten zur strategischen Kontrolle des südlichen Berglandes (Steiner, 2001, 39-41), das ebenfalls fast unbesiedelt war (Finkelstein, 1988, 341-345; Ofer, 1994, 100; anders Zwickel, 2009). Und wenn Abdi Chepa dem Pharao neu eingefangene Sklaven schickt (EA 288) und ihm versichert, die Ordnung im Bergland aufrecht erhalten zu können, wenn er ihm 50 Soldaten (zurück)gebe (EA 289), deutet auch dies auf äußerst prekäre Verhältnisse hin.

Möglicherweise befand sich Abdi Chepas gesuchter Herrschaftssitz, dem die Nekropole von Dominus flevit nur vermutungsweise zugeordnet werden kann, am nördlichen Rand der ehemaligen Stadt. Schließlich wurde dort die meiste Keramik entdeckt, am Fuß der früheisenzeitlichen Terrassen wurden die einzigen sicheren spätbronzezeitlichen Siedlungsbefunde nachgewiesen (siehe oben), und die früheisenzeitlichen Terrassen lassen oberhalb derselben ein größeres Gebäude vermuten, das als Herrschaftssitz gedient haben kann (siehe unten).

6. Jerusalem in der Eisenzeit (um 1130-587 v. Chr.)

6.1. Eisenzeit I (um 1130-925 v. Chr.): Die Übernahme des Herrschaftssitzes durch David und die – mögliche – Gründung der Akropolis durch Salomo

6.1.1. Kultureller Horizont

Eisenzeit I

Zwischen etwa 1230 und 1130 vollzogen sich in der südlichen Levante aus siedlungsgeschichtlicher Sicht drei Umbrüche mit weit reichenden Folgen. Erstens ließen sich entlang der Wasserscheide des Berglandes, das bislang nur als Weideland für Schafe und Ziegen gedient hatte, aus den sich auflösenden kanaanäischen Orten abgewanderte Kleinviehnomaden nieder. Nördlich von Jerusalem entstanden etwa 200 und südlich von Jerusalem weitere 20 Dörfer (Finkelstein, 1988; Amihai Mazar, 1994; Ofer, 1994; Lehmann, 2003) und bildeten eine neue Dorfkultur, die 1209 v. Chr. in der Siegesstele des Pharao Merenptah (1213-1203 v. Chr.) erstmals sicher als „Israel“ (J-s-ï-r-’-3-r’) bezeichnet wird (Weippert, 2010, 168-171). Zweitens zog sich frühestens unter Ramses VI. (1142-1134 v. Chr.) die ägyptische Besatzung aus Kanaan zurück und überließ die ehemalige Provinz ihrem Schicksal (Finkelstein, 1995, 214-216; 1998, 140-141; 2005, 32-33; Ussishkin, 1985, 224-226; 2004, 69-73; 2007, 135-136). Drittens wanderten im entstehenden Machtvakuum entlang der Küste vor allem aus der Ägäis stammende „Seevölker“ ein, unter ihnen die späteren → „Philister“, und ließen sich im südlichen Küstenstreifen insbesondere im Gebiet von → Aschdod, → Askelon, → Ekron, → Gat und → Gaza nieder (Yasur-Landau, 2010).

Von diesen drei Umbrüchen war für Jerusalem vor allem die erstgenannte Entstehung der frühisraelitischen Dorfkultur im Bergland von Bedeutung. Schließlich erzählen biblische Texte ausführlich von einer Übernahme des alten Herrschaftssitzes durch David und dem systematischen Aufbau einer Regionalherrschaft über das gesamte Gebiet von → Dan bis → Beerscheba (2Sam 5 - 1Kön 2,11; 1Chr 11-29) und schreiben Salomo in Jerusalem die Errichtung eines neuen Palastes und eines Tempels für JHWH zu, mit denen er eine repräsentative Akropolis für ein Großreich geschaffen habe, das sich von Lebo Hamat bis an den Bach Ägyptens erstreckt habe (1Kön 2,12-11,43; 2Chr 1-9).

Allerdings erwecken schon die angegebenen Regierungsdaten von je 40 Jahren für David (1Kön 2,11; 1Chr 29,27) und Salomo (1Kön 11,42; 2Chr 9,30) den Verdacht, idealisierende und systematisierende Retrospektiven zu sein. Vermutlich haben David und Salomo wesentlich kürzer regiert und sind entsprechend später anzusetzen. Erst Salomos Tod und seine Thronfolge durch → Rehabeam im Südreich Juda und → Jerobeam I. im Nordreich Israel 930 v. Chr. (Thiele, 1983, 80-81) oder 926 v. Chr. (Liwak, 2004, 55) sind noch relativ zuverlässig datierbar und entsprechen nach der neueren (und hier vertretenen) späten Chronologie etwa dem Übergang von der Eisenzeit I zur Eisenzeit II.

Zwar zeichnen die biblischen Texte für die späte Eisenzeit I das Bild einer strahlenden Frühzeit der davidischen Dynastie, doch sind die archäologischen Befunde der frühen Eisenzeit I auf die unmittelbare Umgebung des vermuteten spätbronzezeitlichen Herrschaftssitzes begrenzt und fallen für die späte Eisenzeit I, die Zeit Davids und Salomos, vollkommen aus (Steiner, 2007, 71-73).

6.1.2. Archäologische Befunde

Zeichnung © 2016: Klaus Bieberstein

Abb. 11 Terrassen der frühen Eisenzeit I, „Stepped Stone Structure“ der späten Eisenzeit II A, Häuser der Eisenzeit II C, Stadtmauer und Stadttürme der hasmonäischen Zeit.

Der mit Abstand wichtigste Grabungsort für die frühe Eisenzeit I in Jerusalem wurde schon kurz erwähnt (Kapitel 5.4.4.) und liegt an der oberen Hangkante nordwestlich des Gihon. Dort entdeckten Macalister und Duncan (1926, 49-74) in ihren Grabungen 1923-1925 auf über 120 m einen Mauerzug mit zwei talseitig vorspringenden Türmen und sowohl zwischen den beiden Türmen als auch südlich des südlichen Turmes eine fein gestufte Hangverkleidung, die von ihnen als „Jebusite Ramp“ bezeichnet wurde und inzwischen periodenneutral als „Stepped Stone Structure“ bezeichnet wird. 1961 begann Kenyon (1968; 1973) am Fuß des südlichen Turmes ihre Grabungen und weitete sie nördlich desselben aus. 1978-1982 setzte Shiloh (1984, 15-21) ihre Grabungen nach Norden fort, und 2005-2007 konnte Eilat Mazar (2015) abermals nördlich anschließend unter dem nördlichen Turm eine auf 3 x 3 m begrenzte, aber 10 m tiefe Sondage unternehmen (Forschungsbericht mit weiterer Literatur Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 129-141).

Haus der frühen Eisenzeit I: Am Fuß des südlichen Turmes stieß Kenyon auf die ältesten Befunde aus der frühen Eisenzeit I. Diese umfassten zwei Mauerzüge und einen Bodenrest, auf dem die Fragmente eines typisch früheisenzeitlichen „collared rim jar“ lagen (Steiner, 2001, 24).

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010; Beschriftung: Klaus Bieberstein)

Abb. 12 Terrassen der frühen Eisenzeit I, „Stepped Stone Structure“ der späten Eisenzeit II A, Häuser der Eisenzeit II C, Stadtmauer und Stadttürme der hasmonäischen Zeit.

Terrassen der frühen Eisenzeit I: Nördlich des Turmes stellten Kenyon (1974, 94-96) und Shiloh (1984, 16.26) zahlreiche schmale, meist nur eine Steinlage breite Mauern fest, die in geringen Abständen rippenartig in westöstlicher Richtung hangabwärts verlaufen und teilweise noch bis zu 6 m hoch erhalten sind. Quer zu diesen fanden sie hangparallel verlaufende Stützmauern, die noch bis zu 3 m hoch anstehen, und interpretierten das netzförmige System hangabwärts und hangparallel verlaufender Mauern als Substruktionen von Terrassen, die sich in westöstlicher Richtung in mindestens drei großen Stufen von der oberen Hangkante über 20 m hangabwärts erstreckten und bei deren Anlage das genannte früheisenzeitliche Haus verschüttet wurde.

Zwar hatten Kenyon und Shiloh die Terrassen zunächst ins 14. oder 13. Jh. v. Chr. zu datieren versucht, doch wurden diese über dem genannten Haus der frühen Eisenzeit I errichtet und mit Erde verfüllt, die ebenfalls Keramik der frühen Eisenzeit I, aber keine spätere Keramik enthielt. Daher können sie ebenfalls erst in der frühen Eisenzeit I angelegt worden sein (Steiner, 2001, 28-39; Cahill, 2003, 33-54), was nach der konventionellen frühen Chronologie einer absoluten Datierung im 12. Jh. v. Chr. entsprochen hätte, nach der neueren (und hier vertretenen) späten Chronologie hingegen erst im späten 12. oder frühen 11. Jh. v. Chr. entspricht.

Da in den ausgedehnten Grabungen der letzten 150 Jahre keine weiteren Gebäude derselben Zeit gefunden wurden, können die Terrassen (entgegen Shiloh, 1984, 16.26) nicht angelegt worden sein, um in einer beengten Siedlung neuen Baugrund zu schaffen. Vielmehr muss sich über den Terrassen auf dem Rücken des Hügels ein bedeutender Gebäudekomplex erhoben haben, und die Terrassen müssen angelegt worden sein, um diesen vor Hangerosion zu schützen (Steiner, 2001, 39.113). Daher kann es sich bei diesem auch nicht um eine Stadtburg am nördlichen Stadtrand gehandelt haben, denn von einer „Stadt“ fehlt jegliche Spur, sondern nur um eine kleine Siedlung oder ein größeres Gehöft, das im Licht der schriftlichen Zeugnisse als regionaler Herrschaftssitz interpretiert werden kann (Steiner, 1998b, 151; 2007, 71).

König Davids Palast?: Daher vermutete Eilat Mazar (1997) an dieser Stelle zwar nicht ohne Grund schon vor Beginn ihrer Grabungen Davids Palast, doch datieren die von ihr 2005-2007 freigelegten und der Öffentlichkeit als Davids Palast präsentierten Mauern (2006a; 2007b, 52-66; 2009a, 43-65; 2015b, 64-72; 2015c) eher aus unterschiedlichen Phasen der späten Eisenzeit II A sowie aus hasmonäischer Zeit (Finkelstein / Herzog / Singer-Avitz / Ussishkin, 2007; Finkelstein, 2011).

6.1.3. Biblische Retrospektiven

6.1.3.1. Biblische Retrospektiven auf die vordavidische Zeit

Biblische Retrospektiven auf die Frühgeschichte der Stadt stammen erst aus erheblich späteren Zeiten, und ihr Quellenwert zur Rekonstruktion der Ereignisse ist – insbesondere angesichts der archäologischen Befunde – entsprechend gering. Zudem zeichnen sie kein in sich stimmiges Bild. So setzt Jos 15,63 schon zu Josuas Zeit in Jerusalem ein Nebeneinander von „Jebusitern“ und Judäern voraus. Erst Ri 1,8 berichtet nach Josuas Tod von der Eroberung und Zerstörung des Ortes durch die Judäer. Doch notiert Ri 1,21 wenige Verse später, ohne die Judäer zu erwähnen, dass die „Jebusiter“ von den Benjaminiten nicht vertrieben wurden, sondern gemeinsam mit ihnen in Jerusalem wohnen blieben. Dabei handelt es sich um eine komplexe literarische Konstruktion der achämenidischen Zeit (Groß, 2009, 98-154).

6.1.3.2. Biblische Retrospektiven auf David

Ebenso unklar sind die Nachrichten zur Übernahme des Ortes durch → David. Wenn 1Sam 17,54 erzählt, dieser habe, bevor er von Hebron nach Jerusalem übersiedelte und den Herrschaftssitz übernahm, → Goliats Haupt als Trophäe nach Jerusalem gebracht, geht diese Notiz von einem freundschaftlich engen Verhältnis Davids zu Jerusalem aus.

Laut 2Sam 5,6-8 sei er im siebten Jahr seiner Herrschaft über Juda von Hebron nach Jerusalem übergesiedelt, und diese Notiz wurde meist als Hinweis auf eine gewaltsame Eroberung interpretiert, doch liegt ihr möglicherweise noch eine Erinnerung über eine gewaltfreie Übernahme des Herrschaftssitzes zugrunde (Schäfer-Lichtenberger, 1983, 385-390; 1993; Floß, 1987; Oeming, 1994; Keel, 2007, 171-175). Allerdings sind die philologischen und literarkritischen Probleme des Textes kaum mehr zuverlässig zu lösen; 1Chr 11,4-6 bietet nur einen späten Versuch, dem fragmentarischen Text einen – zweifellos militärischen – Sinn abzuringen (Kalimi, 2002); und die gängigen deutschen Übertragungen von 2Sam 5,6-8 in der Einheitsübersetzung (Fassung 1980) und der Lutherübersetzung (Fassung 1984) entsprechen nicht dem hebräischen Text, sondern bieten Mischlesungen mit 1Chr 11,4-6 und entwerfen somit ein Bild, das von den historischen Vorgängen weit entfernt ist.

2Sam 5,9-11 bezeichnet den von David eingenommenen Herrschaftssitz als „Burg Zion“ (מְצֻדַת צִיּוֹן məṣudat ṣijjôn) und berichtet von Bauarbeiten an einem „Haus“ (בַּיִת bajit) für David und am „Millo“ (מִלּוֹא millô’), an dem nach David (2Sam 5,9; 1Chr 11,8) auch Salomo (1Kön 9,15.24; 1Kön 11,27) und Hiskia (2Chr 32,5) gebaut haben sollen. Dabei dürften sich diese sieben teilweise sehr späten Baunotizen zwar auf die Terrassen und das Hangpflaster östlich unterhalb des alten Herrschaftssitzes bezogen haben (Franklin, 2014), doch kommt ihnen kein historischer Quellenwert für die Zeit unter David, Salomo oder Hiskia zu.

6.1.3.3. Biblische Retrospektiven auf Salomo

Zwar gilt → Salomo in der biblischen Literatur (1Kön 1-11; 2Chr 1-9) als Jerusalems größter Bauherr, der den Herrschaftssitz hangaufwärts verlagert und dort einen neuen Palast mit einem → Tempel für JHWH errichtet habe. Doch lassen mehrere Indizien erkennen, dass den Beschreibungen der Salomo zugeschriebenen Bauten Bauwerke aus unterschiedlichen und vor allem späteren Zeiten zugrunde lagen.

Erstens hatte schon 2Sam 12,20 erzählt, David sei bereits vor Salomos Zeugung in „JHWHs Haus“ (בֵּית־יְהוָה bêt JHWH) gegangen um zu beten, und nach 2Sam 22,7 habe David JHWH gedankt, weil er sein Gebet aus der „Vorcella“ (הֵיכָל hêkhāl) des Tempels erhört habe. Demnach setzen diese beiden Stellen schon einen vorsalomonischen Tempel voraus. Offenkundig galt Salomo in der alttestamentlichen Literatur keineswegs selbstverständlich als Stifter des Tempels. Vielmehr liegen ihr unterschiedliche Vorstellungen zur Geschichte des Tempels zugrunde, und seine gängige Zuschreibung an Salomo insbesondere in 1Kön 6-7 steht im Verdacht, eine literarische Konstruktion zu sein.

Zweitens unterscheidet 1Kön 6 implizit zwischen zwei Bauphasen, denn der Text beschreibt zunächst in 1Kön 6,2-3 in Nominalsätzen einen schon vorhandenen Kernbau, um anschließend in 1Kön 6,4-10 in Verbalsätzen von seiner Ummantelung mit Kammern und in 1Kön 6,15-35 von seiner Innenausstattung mit Holz zu berichten. Dabei wird in 1Kön 6,7 betont, dass die Steine für die umgebenden Kammern, um auf der Baustelle Stille zu wahren, schon im Steinbruch behauen wurden. Dieses Bemühen um Lärmvermeidung legt nahe, dass der Kult beim Bau der Kammern schon in Gang war und der Kernbau erst sekundär mit Kammern aus Quaderwerk ummantelt wurde (Rupprecht, 1972; 1977a; 1977b).

Dennoch muss diese implizite Unterscheidung zwischen zwei Bauphasen (entgegen Rupprecht) nicht zwingend auf eine vorsalomonische Errichtung des Kernbaues verweisen, denn der in 1Kön 6,2-3 beschriebene Kernbau findet seine engsten Parallelen erst in den beiden Tempeln von Tell Ta‘yīnāt (Koordinaten: N 36° 14' 54'', E 36° 22' 34'') in Nordsyrien und seine Ummantelung mit Kammern im benachbarten Tempel von ‘Ēn Dārā (Koordinaten: N 36° 27' 33'', E 36° 51' 09'') aus dem späten 9. oder frühen 8. Jh. v. Chr. Daher dürften auch der alttestamentlich beschriebene Kernbau und seine Ummantelung mit Kammern aus zwei unterschiedlichen Phasen dieser Zeit stammen. Schließlich wurde Quaderwerk in Juda erst im 8. Jh. v. Chr. eingeführt, und leere Kerubenthrone als Repräsentationen von Gottheiten (1Kön 6,23-28) sind in der Levante erst seit dem 7. Jh. v. Chr. bezeugt.

6.1.4. Bilanz

Jerusalem war unter David entgegen der konventionellen Sicht noch keine Stadt im vollen Sinn, sondern nur ein kleiner Herrschaftssitz (Steiner, 1998b, 150-156; 2001, 113-114; 2007, 71-73; Finkelstein, 2001, 107-108; 2003, 87-92; Ussishkin, 2003a; 2003b) mit einer Fläche von kaum über 1 ha mit kaum über 200 Einwohnern.

Zwar ist die Grundlegung einer neuen Akropolis mit Palast und Tempel durch Salomo auf der Kuppe des Hügels angesichts der starken biblischen Tradition nicht auszuschließen – und wir können sie im Sinne dieser Tradition auch weiterhin als „Salomonisch“ bezeichnen –, aber die ausführlichen Beschreibungen der weitläufigen Palast- und Tempelanlagen mit ihrer reichen Ausstattung in 1Kön 6-7 und 2Chr 3-4 bündeln rückblickend unterschiedliche Baumaßnahmen späterer Zeiten, um sie auf Salomo zurückzuführen. Vermutlich ist dieses glorifizierende Bild der salomonischen Zeit vermutlich erst in der Eisenzeit II B entstanden, als Jerusalem unter → Ahas (741-725 v. Chr.) und → Hiskia (725-697 v. Chr.) aufblühte, zahlreichen Flüchtlingen aus dem 722/720 v. Chr. untergegangenen Nordreich eine neue Heimat bot und man geneigt war, in Salomo einen glorreichen gemeinsamen Ausgangspunkt für die Geschichte der beiden später getrennten Reiche zu sehen und seinen Tempel als gemeinsames Zentrum zu betrachten (siehe unten).

6.2. Eisenzeit II A (um 925-750 v. Chr.): Der Ausbau der auf Salomo zurückgeführten Akropolis

6.2.1. Kultureller Horizont

Eisenzeit II

Möglicherweise war es David und Salomo tatsächlich gelungen, ihr regionales Hegemoniestreben zeitweilig auch auf das nördliche Bergland und vielleicht sogar bis an dessen Nordrand auszuweiten, doch hatte Jerusalem keine Chance, den deutlich dichter besiedelten und weiter entwickelten Norden dauerhaft an sich zu binden. So entstand im Norden, ausgehend von → Sichem, → Pnuël, → Tirza und → Samaria, ein eigener Staat namens Israel (Finkelstein, 2014), und das Südreich Juda geriet unter der Dynastie der Omriden (882-845 v. Chr.; → Omri; → Ahab) sogar in dessen Bann. Dabei hat Juda von den engen Beziehungen zum Nordreich Israel ebenso intensiv profitiert wie von dessen schleichendem Niedergang. Denn als dieses seit etwa 845 v. Chr. zunehmend unter aramäischen Druck geriet, konnte sich Juda aus der Umklammerung lösen und nach der Zerstörung von Gat die Schefela sowie das Becken von → Beerscheba erschließen – ein langsames Aufblühen, das sich auch in der Baugeschichte Jerusalems niederschlug.

6.2.2. Streubesiedlung am Südosthügel

Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak

Abb. 13 Jerusalem in der Eisenzeit II A (mit dem Stadtmauerring der Mittleren Bronezezeit II – nur zur Orientierung).

Da die auf Salomo zurückgeführte Akropolis unter der großen herodianischen Tempelplattform begraben liegt und archäologische Grabungen unter Rücksicht auf den religionspolitischen Status des Platzes unmöglich sind, sind archäologische Befunde zur Geschichte der Stadt auch in nachsalomonischer Zeit nur außerhalb des Platzes zu suchen, und zwar vor allem südlich desselben, wo der Gihon und darum auch die Gärten lagen. Dort aber fand sich bislang kein einziger Stein, der in salomonische Zeit datiert werden kann. Vielmehr setzen die ersten spärlichen Befunde erst wieder in der frühen Eisenzeit II A ein, die in den Grabungen von Shiloh durch Stratum 15 repräsentiert wird.

6.2.2.1. Befunde der frühen Eisenzeit II A (um 925-885 v. Chr.)

Shiloh Areal D: Aus dieser Zeit fand sich 1978-1980 in Grabungen von Shiloh in Areal D gut 200 m südsüdwestlich des Gihon unterhalb der ehemaligen mittelbronzezeitlichen Stadtmauerlinie eine Abraumhalde mit Keramik und Knochen von Gänsen und Rebhühnern, die vermutlich aus einer schon von Weill entdeckten, hangoberhalb gelegenen Höhle stammen (Ariel / Hirschfeld / Savir, 2000, 35-39; De Groot / Ariel, 2000, 93-94).

Shiloh Areal E: Weiter oben am Hang trat 1980 ebenfalls in Grabungen von Shiloh in Areal E rund 140 m südwestlich der Quelle oberhalb der ehemaligen Stadtmauerlinie eine ärmliche Bebauung aus dünnen unregelmäßigen Mäuerchen aus Bruchstein zutage, die kleine Schuppen oder Pferche gebildet haben dürften (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 34-35).

6.2.2.2. Befunde der frühen oder späten Eisenzeit II A (um 925-835 v. Chr.)

Ben-Ami-Tchekhanovetz-Grabung: Ferner stießen Ben-Ami und Tchekhanovetz in ihren 2007 begonnenen Grabungen 90 m nordwestlich des Gihon, 60 m nordwestlich des alten Herrschaftssitzes, am Westabhang des schmalen Sporns zum Tyropoiontal ebenfalls auf eine ärmliche Bebauung. Diese war unmittelbar auf dem gewachsenen Fels ebenfalls aus dünnen, nur eine Steinlage breiten Mäuerchen aus Bruchstein errichtet und gehört ebenfalls noch der frühen Eisenzeit II A, vielleicht aber auch erst der späten Eisenzeit II A (um 885-835 v. Chr.) an und diente, wie mehrere Kelche zeigen, zumindest zeitweise auch kultischen Zwecken (Ben-Ami, 2013b, 8-10; 2013c, 63-69; 2014, 5-14).

6.2.2.3. Befunde der späten Eisenzeit II A (um 885-835 v. Chr.)

„Stepped Stone Structure“: Angesichts dieser äußerst spärlichen Streubesiedlung beeindruckt umso mehr die Verkleidung der früheisenzeitlichen Terrassen östlich unterhalb des vermuteten davidischen Herrschaftssitzes durch die oben schon ausführlich erläuterte „Stepped Stone Structure“, ein fein gestuftes Hangpflaster, das wie ein großer Mantel über den früheisenzeitlichen Terrassen liegt und ansatzweise schon von Macalister und Duncan entdeckt wurde (s.o. Abb. 12). Es war mit der an seinem oberen Rand verlaufenden Mauer verfugt, über 40 m breit und kann inzwischen über mindestens 16,5 m und vielleicht sogar – wenn man weitere, ungesicherte Befunde hinzurechnet – über 33 m hangabwärts verfolgt werden.

Während Kenyon (1974, 192-193) und Shiloh (1984, 16-17.27) aufgrund ihrer Grabungen die Ansicht vertraten, dass dieser Mantel eine jüngere Bauphase als die genannten Terrassen repräsentiere, versuchten vor allem Cahill und Tarler in ihrer Auswertung der Grabungen von Shiloh, Terrassen und Mantel einer einzigen Bauphase zuzuschreiben und beide an den Anfang der Eisenzeit I zu datieren (Cahill / Tarler, 1993; Cahill, 2003, 33-54; ebenso Amihai Mazar, 2006, 257-265; 2010, 40-45). Doch hält Steiner in ihrer Auswertung der Grabungen von Kenyon überzeugend an der Unterscheidung zweier Bauphasen fest und datiert nur die Terrassen an den Anfang der Eisenzeit I, das über ihnen liegende Hangpflaster aufgrund der jüngsten unter ihm gefundenen Keramik hingegen erst an den Anfang der Eisenzeit II (Steiner, 1993; 1994; 2001, 42-47.50-52; 2003, 351-359). Schließlich hatte schon Shiloh (1984, 16-17) den Mantel seinem Stratum 14 und somit erst der späten Eisenzeit II A zugeordnet, was nach der konventionellen frühen Chronologie einer absoluten Datierung im 10. Jh. v. Chr. entsprochen hätte und nach der neueren (hier vertretenen) späteren Chronologie einer Datierung um 885-835 v. Chr. entspricht.

Zwar erwog Finkelstein zeitweilig auch eine extreme Spätdatierung ins 8. Jh. v. Chr. (1999, 40; 2001, 106.108; 2003, 84-86.92; Finkelstein / Herzog / Singer-Avitz / Ussishkin, 2007, 150-154), zog diese inzwischen aber wieder zugunsten der späten Eisenzeit II A zurück (Finkelstein / Fantalkin / Piasetzky, 2008, 39-40; Finkelstein, 2012, 841).

Dass diese aufwändige Struktur erst in der späten Eisenzeit II A errichtet wurde, zeigt entweder, dass der Gebäudekomplex des ehemaligen Herrschaftssitzes auch nach der Gründung der auf Salomo zurückgeführten Akropolis noch in Gebrauch blieb und in der späten Eisenzeit II A vielleicht sogar baulich erneuert, zumindest aber stärker befestigt wurde, oder – wahrscheinlicher noch – dass er noch bis in die späte Eisenzeit II A als Herrschaftssitz in Gebrauch war und die Salomo zugeschriebene Akropolis erst ein paar Jahre nach der „Stepped Stone Structure“ vermutlich nach dem Vorbild von Samaria errichtet wurde.

Über dieses imposante Bauwerk hinaus, das im Alten Testament vermutlich als „Millo“ bezeichnet wurde (siehe oben), lassen sich auch zur späten Eisenzeit II A, die in den Grabungen von Shiloh durch Stratum 14 repräsentiert wird, nur noch wenige Befunde nennen:

Shiloh Areal E: 1982 trat in den Grabungen von Shiloh in Areal E am oberen Abhang, rund 150 m südlich der Hangverkleidung, im Winkel zwischen zwei unzusammenhängenden Mauern ein Fußboden mit einem Ofen zutage (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 34).

Shiloh Areal D: Gut 200 m südsüdwestlich des Gihon, unterhalb der ehemaligen mittelbronzezeitlichen Stadtmauerlinie, stieß Shiloh 1978 und 1982 in Areal D auf den Fußboden eines Raumes, dessen Mauerwerk nicht mehr erhalten ist, und einen Ofen sowie, nördlich der Gebäudereste, auf einen Vorratskrug und eine Lampe (Ariel / Hirschfeld / Savir, 2000, 39-42; De Groot / Ariel, 2000, 93-94).

Shiloh Areal B: Ferner fand er 1978 und 1982 ebenfalls unterhalb der ehemaligen Stadtmauerlinie in Areal B drei schmale parallele Mauern eines Gebäudes, das mindestens vier Räume umfasste (Ariel / Lender, 2000, 4-7; De Groot / Ariel, 2000, 93-94).

6.2.2.4. Befunde aus der Schlussphase der Eisenzeit II A (um 835-750 v. Chr.)

Auch die Baubefunde aus der letzten Phase der Eisenzeit II A sind bescheiden. Diese wird in den Grabungen von Shiloh durch Stratum 13 repräsentiert.

Shiloh Areal G: So wurde wahrscheinlich in dieser Zeit am Fuß der „Stepped Stone Structure“ ein Gebäude errichtet, das von Shiloh freigelegt und wegen deutlicher Brandspuren in einem seiner Räume als „Burnt Room House“ bezeichnet wurde (Cahill 2003, 56-66).

Shiloh Areal E: Ebenfalls am oberen Abhang, doch rund 150 m südlich der „Stepped Stone Structure“ stieß Shiloh in Areal E auf einen Fußboden mit einer rechteckigen Grube (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 33-34). 30 m nordöstlich derselben wurde ebenfalls oberhalb der früheren Stadtmauerlinie in Areal E ein einzelner kleiner Raum von 3,0 x 4,0 m freigelegt, dessen Mauern 1 m breit und aus wiederverwendeten, teilweise behauenen Steinen errichtet waren (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 100-101).

Uziel-Shukron-Szanton-Grabung: Ferner fanden Uziel, Shukron und Szanton 2012 an der Nordseite des mittelbronzezeitlichen, zum Gihon führenden Korridors, der in der Eisenzeit II A noch mindestens 3 m hoch anstand, einen mindestens 5 m langen und 2,4 m breiten Anbau (Uziel / Szanton, 2015, 235-239).

6.2.2.5. Interpretation als Streusiedlung

Entgegen dem konventionellen Gesamtbild der Geschichte der Stadt waren die genannten Gebäude auf dem Südosthügel noch von keinem Stadtmauerring umgeben, sondern repräsentieren eine lockere Streubesiedlung, die im Laufe der Eisenzeit II A zwischen der Akropolis und den Gärten im Kidrontal südlich des Gihon entstand.

Aus: Alon De Groot / Hannah Bernick-Greenberg (Hgg.), Excavations at the City of David 1978-1985 Directed by Yigal Shiloh, VII A. Area E. Stratigraphy and Architecture, 2 Bände (Qedem 53), Jerusalem 2012, Plan 36

Abb. 14 Der Schnitt durch Shiloh Areal E (Square N / 5-4) zeigt, dass die Stadtmauer W285 der Mittleren Bronzezeit II bei der Errichtung der Stadtmauer W219 in der Eisenzeit II B zumindest hangseitig nicht mehr frei anstand.

So fehlt erstens trotz 150jähriger Grabungen auf dem Südosthügel jeglicher Hinweis auf eine Weiterbenutzung des mittelbronzezeitlichen Stadtmauerringes, von dessen Wiederherstellung gänzlich zu schweigen. Vielmehr zeigt ein Schnitt durch die Stadtmauer in Shilohs Areal E (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012a, Plan 36), dass die ältere Stadtmauer aus der Mittleren Bronzezeit II bei der Errichtung der jüngeren Stadtmauer in der Eisenzeit II B zumindest hangseitig nicht mehr frei anstand. Vielmehr war der Winkel zwischen der älteren Stadtmauer W285 und dem Hang schon längst verfüllt. Sonst hätte man die jüngere Stadtmauer W219 nicht um knapp 1 m hangseitig versetzt errichtet.

Zweitens liegen etliche der oben genannten Gebäude hangunterhalb der mittelbronzezeitlichen Stadtmauerlinie, was deren Fortbestand infrage stellt. Sonst hätte man schwerlich auf deren Schutz verzichtet und die genannten Gebäude nicht unterhalb, sondern oberhalb derselben errichtet.

Drittens fand sich – trotz intensiver Suche – zwischen dem ehemaligen mittelbronzezeitlichen Stadtmauerring und der Akropolis von einer Stadtmauer der Eisenzeit II A keine Spur. Benjamin Mazar hat das Gelände im Bereich der vermuteten westlichen Stadtmauer südwestlich der Aqṣā-Moschee bis auf den Fels abgegraben, ohne auf eine Stadtmauer gestoßen zu sein (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 384-394). Zwar fanden Benjamin und Eilat Mazar (Eilat Mazar, 2011b) im Bereich der vermuteten östlichen Stadtmauer eine imposante Befestigung, doch gehört diese erst der Eisenzeit II B an (siehe unten). Ebenso hatte Kenyon (1974, 114-115) an der östlichen Hangkante in Areal H die Entdeckung einer salomonischen Kasemattenmauer gemeldet, aber dem posthum von Steiner (2001, 48-50) publizierten Grabungsbericht ist zu entnehmen, dass sie nur auf zwei kurze parallele Mauerstücke im engen Abstand von 1,3 m gestoßen war, was gegen deren Deutung als Kasemattenmauer spricht. Zudem konnte sie die beiden Mauerstücke nur auf weniger als 2 m verfolgen und beide nicht sicher datieren, weil sich unter dem Estrich zwischen den beiden Mauern keine Keramik fand (Ussishkin, 2006b, 152). Ferner hatte sie an der westlichen Hangkante in Areal M II die Entdeckung einer salomonischen Stadtmauer vermeldet (1974, 116), doch zeigt eine aufmerksame Lektüre ihrer Aufzeichnungen, dass sie nur auf eine Füllschicht mit Keramik gestoßen ist, die sie ins 10. Jh. datierte, aber auf keine Mauer. Schließlich gruben Ben-Ami und Tchekhanovets (2013; Ben-Ami, 2014, 14-17) im selben Gelände im Tyropoiontal, wo bislang die Verbindung zwischen der von David eingenommenen Stadt und ihrer Salomonischen Norderweiterung vermutet worden war, bis auf den gewachsenen Fels, ohne auf die bislang dort vermuteten Stadtmauern der davidischen Stadt und der salomonischen Norderweiterung zu stoßen. Vielmehr fanden sie auf dem gewachsenen Fels eine äußerst bescheidene Bebauung der Eisenzeit II A (siehe oben). Hangunterhalb, im Tyropoiontal, kann die gesuchte Stadtmauer aus strategischen Gründen nicht verlaufen sein. Aber auch hangoberhalb dürfte sie schwerlich verlaufen sein. Sonst hätte man bei dem genannten Gebäude kaum auf ihren Schutz verzichtet und es nicht knapp unterhalb, sondern oberhalb derselben errichtet. Schließlich berechtigt nichts zur Vermutung, dass der Bereich innerhalb der gesuchten Stadtmauer so dicht besiedelt war, dass ein Ausweichen auf das Vorfeld derselben nötig gewesen wäre.

So zeigen sowohl die positiven als auch die negativen Befunde, dass der Südosthügel südlich der Akropolis während der Eisenzeit II A unbefestigt blieb (Ussishkin, 2006, 150-159; 2012, 104-115; Ben-Ami / Tchekhanovets, 2013, 32*-33*; Ben-Ami, 2014, 15-17).

6.2.3. Biblische Retrospektiven

Nachdem die biblischen Quellen die salomonische Zeit als größte Blütezeit beschrieben hatten, schweigen sie sich für die ersten beiden Jahrhunderte nach Salomos Tod in baugeschichtlicher Hinsicht fast völlig aus. Allein 2Kön 14,13 setzt in einer kurzen Notiz von der teilweisen Zerstörung einer Stadtmauer durch Joas von Israel (802-787 v. Chr.) erstmals eine solche voraus. Vermutlich wurde Jerusalem in der späten Eisenzeit II A erstmals von einer solchen umgeben. Schließlich wurden auch andere Orte im Süden des Landes wie → Lachisch (Stratum IV; Koordinaten: 1357.1082; N 31° 33' 54'', E 34° 50' 59''), Tell es-Seba‘ (Stratum V; Koordinaten: 1343.0726; N 31° 14' 42'', E 34° 50' 26'') oder → Arad (Stratum XI; Koordinaten: 1620.0767; N 31° 16' 50", E 35° 07' 34") ebenfalls erst in der späten Eisenzeit II A mit Stadtmauern eingefasst. Doch kann sich diese Ummauerung aus archäologischer Sicht nur auf die Akropolis bezogen haben.

6.2.4. Bilanz

Zwar ist angesichts der starken biblischen Tradition nicht auszuschließen, dass Salomo auf der Kuppe des Hügels einen neuen Palast und Tempel errichtet hat, aber den ausführlichen Beschreibungen derselben liegen spätere Gebäude zugrunde, und die „Stepped Stone Structure“ auf dem Südosthügel spricht dafür, dass die neue Akropolis nördlich der „Stepped Stone Structure“ erst nach derselben und somit erst in einer fortgeschrittenen Phase der späten Eisenzeit II A etwa in der Mitte des 9. Jhs. v. Chr. nach dem Vorbild von Samaria gegründet wurde, das zu jener Zeit ebenfalls noch keine große Stadt, sondern nur ein Herrschaftssitz war (Niemann, 2015, 79-86.295-319).

Knauf (2000) nahm aufgrund der äußerst spärlichen spätbronzezeitlichen Befunde am Südosthügel an, dass der Siedlungskern schon in der Späten Bronzezeit auf die Kuppe des Berges unter der späteren, herodianischen Tempelplattform verlegt worden sei. Aber mit dieser Frühdatierung der Verlegung des Siedlungskerns ist nicht zu erklären, warum hangunterhalb der vermuteten spätbronzezeitlichen Siedlung am nördlichen Rand der ehemaligen mittelbronzezeitlichen Stadt in der Eisenzeit I mit den Terrassen wieder ein derart imposantes Gebäude entstand.

Noch weiter gingen Finkelstein, Koch und Lipschits (2011; Finkelstein 2012) mit ihrer These, der Siedlungskern Jerusalems habe von Anfang an unter der herodianischen Tempelplattform gelegen und sich nur in besonderen Blütezeiten – der Mittleren Bronzezeit II und der Eisenzeit II BC – über deren Bereich hinaus nach Süden und Westen erstreckt. Zwar sind in der Tat alle bronze- und eisenzeitlichen Siedlungshügel des Berglandes deutlich kleiner als die herodianische Tempelplattform, doch ist mit ihrer zugespitzten These nicht zu erklären, wie sich der von ihnen angenommene bronzezeitliche Siedlungshügel unter der herodianischen Tempelplattform zu den von Reich und Shukron ergrabenen mittelbronzezeitlichen Anlagen zur Sicherung der Wasserversorgung am Gihon verhielt, wenn zwischen dem südlichen Rand der herodianischen Tempelplattform und den nächsten mittelbronzezeitlichen Befunden am Südösthügel eine Lücke von über 200 m klafft.

Daher ist anzunehmen, dass der alte Herrschaftssitz der Späten Bronzezeit und der Eisenzeit I frühestens unter Salomo, vielleicht aber auch erst in einer fortgeschrittenen Phase der späten Eisenzeit II A nach Norden verlegt und mit einem Mauerring umgeben wurde.

Dabei blieb die den neuen Herrschaftssitz umgebende Siedlung noch lange Zeit auf die unter der herodianischen Tempelplattform begrabene Kuppe des Berges begrenzt und griff erst langsam nach Süden aus, wo am Abstieg von der Akropolis zu den Gärten im Kidrontal unterhalb des Gihon rund um den vorsalomonischen Herrschaftssitz, der in der alttestamentlichen Literatur als „Davidsstadt“ bezeichnet wurde, im Laufe der Eisenzeit II A eine lockere Streusiedlung entstand.

Erst in der Schlussphase der Eisenzeit II A (um 835-750 v. Chr.) scheint Jerusalem schließlich doch die Hauptstadt eines sich entwickelnden Staates mit einer durchorganisierten Verwaltung geworden zu sein, denn Reich und Shukron entdeckten 2005-2006 in einer Füllschicht südwestlich des Gihon etwa 190 aufgebrochene anepigraphische Bullae aus der Schlussphase der Eisenzeit II A (Reich / Shukron / Lernau, 2007, 156-157; 2008, 140; Reich, 2011, 214-215; Keel, 2012, 317-323). Diese stammen vermutlich aus einem hangoberhalb gelegenen Gebäude und zeigen, dass Jerusalem im frühen 8. Jh. v. Chr. schon über eine entwickelte Verwaltung verfügt haben muss.

6.3. Eisenzeit II B (um 750-675 v. Chr.): Die Südwesterweiterung der Stadt unter Hiskia

6.3.1. Kultureller Horizont

738 v. Chr. war das Nordreich Israel unter → Menahem in die erste Stufe, 733 v. Chr. unter → Pekach infolge eines gemeinsamen Aufstandsversuches mit → Hasaël von Damaskus in die zweite Stufe der Vasallität zu Assur geraten und hat 722/720 v. Chr. einen weiteren Aufstandsversuch unter König → Hoschea mit dem Verlust seiner staatlichen Existenz und umfangreichen Deportationen bezahlt.

734-733 v. Chr. hatte sich das Südreich Juda unter Ahas nicht am Aufstand gegen Assur beteiligt, sondern sich ins erste Stadium der Vasallität zu Assur begeben und sich auch unter Hiskia weder am Aufstand des Nordreiches 724-722/720 v. Chr. noch am Aufstand von → Aschdod 713-711 v. Chr. beteiligt, sondern weiterhin seine Tribute entrichtet.

Zwar wurde die Lage angesichts der vorrückenden assyrischen Macht prekärer, doch konnte Juda von der dramatischen Entwicklung auch profitieren. Erstens brachte seine Einbeziehung in den assyrischen Fernhandel einen wirtschaftlichen Aufschwung, und zweitens haben surveyarchäologische Untersuchungen im gesamten Bergland gezeigt, dass die Besiedlung im südlichen Teil des ehemaligen Nordreiches nach dessen Untergang stark zurückging, während sie im Südreich im Gegenzug sprunghaft zunahm, was auf starke Fluchtbewegungen aus dem ehemaligen Nordreich ins Südreich schließen lässt (Finkelstein / Silberman, 2005/06; Finkelstein 2008, 506-511; anders Na’aman, 2007, 31-38; 2009; 2014).

Von dieser doppelten Entwicklung war vor allem Jerusalem betroffen, wo die Streubesiedlung erstmals vom Südosthügel auch auf den Südwesthügel übergriff. Daher ist deren Ausweitung sowohl auf einen wirtschaftlichen Aufschwung, als auch und vor allem auf den Zuzug von Flüchtlingen aus dem Nordreich zurückzuführen (siehe unten).

6.3.2. Streubesiedlung am Südost- und Südwesthügel

Die Eisenzeit II B wird in Jerusalem vor allem durch Stratum 12 der Grabungen von Shiloh sowie durch vergleichbare Schichten anderer Grabungen repräsentiert.

6.3.2.1. Streubesiedlung am Südosthügel

Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak

Abb. 15 Jerusalem in der Eisenzeit II B und C.

Kenyon Areal A: Die erwähnte Zunahme der Streubesiedlung wird zuerst am Südosthügel greifbar. Dort legte Kenyon 1967 in den Arealen A XXI-XXII und XXVII-XXVIII auf einer Felsbank 60 m nordwestlich des Gihon eine langgestreckte mehrphasige Bebauung der Eisenzeit II B (760-675 v.Chr.) frei, hinter deren westlicher Rückwand sich drei Felskammern mit einer außergewöhnlich reichen Keramikausstattung und zahlreichen Figurinen fanden (Holland, 1977; Steiner, 1990, 10-50; Eshel, 1995; LaGro / Noordhuizen, 1995; Prag, 1995a; Steiner, 2001, 101-109). Dass diese Bebauung nur 2 m hangunterhalb der hiskianischen Stadtmauerlinie lag und bei deren Anlage verschüttet wurde, zeigt, dass sie vor dem Stadtmauerbau errichtet worden sein muss.

Shiloh Areal B: Weitere Baubefunde derselben Zeit, deren Keramik mit den Funden aus den Kammern eng vergleichbar ist, legte Shiloh am selben Abhang ebenfalls unterhalb der hiskianischen Stadtmauerlinie 200 m südsüdwestlich des Gihon in Areal B frei (Ariel / Lender, 2000, 7-12; De Groot / Ariel, 2000, 94-97).

Shiloh Areal D: Im hangoberhalb anschließenden Areal D, aber ebenfalls noch unterhalb der hiskianischen Stadtmauerlinie, stieß Shiloh in einem Gebiet von 35 x 15 m überwiegend unmittelbar auf dem Fels auf Fundamente einer ausgedehnten kleinparzellierten und äußerst bescheidenen Wohnbebauung (Ariel / Hirschfeld / Savir, 2000, 42-59; De Groot / Ariel, 2000, 94-97).

6.3.2.2. Streubesiedlung am Südwesthügel

Die Streubesiedlung blieb nicht mehr auf den Südosthügel begrenzt, sondern griff in der zweiten Hälfte des 8. Jh.s v. Chr. erstmals auch auf den Südwesthügel über (De Groot / Geva / Yezerski, 2003, 15-16; Geva, 2003b, 505-510; 2003c, 184-191).

Avigad Areal A: So stieß Avigad 1969-1976 im nordwestlichen Jüdischen Viertel in Areal A in einem Gebiet von 60 x 35 m unmittelbar auf dem Fels auf eine ausgedehnte, insgesamt zwar schlecht erhaltene, teilweise aber noch bis zu 2 m hoch anstehende mehrphasige Wohnbebauung ohne erkennbare zentrale Planung (Avigad / Geva, 2000a, 44.61-81).

Avigad Areale W und X-2: Ähnliche Befunde zeigten sich in denselben Grabungen von Avigad auch 25 m weiter nördlich in Areal W (Avigad / Geva, 2000b, 143-148) und 60 m weiter nordwestlich in Areal X-2 (Avigad / Geva, 2000c, 210-212) sowie in den Grabungen von 2000-2001 von Re’em (2010) in der türkischen Kaserne (Kishle) südlich der Zitadelle (Geva, 2008; Re’em, 2010).

6.3.3. Stadtmauer am Südost- und Südwesthügel

Diese zunehmende Streubesiedlung südlich und südwestlich der Akropolis muss angesichts der zunehmenden neuassyrischen Bedrohung spätestens unter Hiskia (725-697 v. Chr.) zu Überlegungen genötigt haben, wie sie durch eine großzügige Südwesterweiterung des Mauerringes der Akropolis geschützt werden kann. Diese Südwesterweiterung wurde inzwischen sowohl auf dem Südosthügel als auch auf dem Südwesthügel in mehreren Teilstücken nachgewiesen.

6.3.3.1. Die Stadtmauer am Südosthügel

Warren-Mauer: Das nordöstlichste Teilstück des neuen Stadtmauerringes wurde schon 1867-1868 von Warren in unterirdischen Schacht- und Stollengrabungen am Südosteck der herodianischen Tempelplattform entdeckt, seinerzeit aber noch nicht zuverlässig datiert. Dort stieß Warren in einer vom Südosteck der herodianischen Tempelplattform entlang der Hangkante nach Südwesten verlaufenden Stadtmauerlinie etwa 105 m südwestlich des Südostecks der Plattform unter der heutigen Straße auf eine über 24 m breite Bastion, die gegenüber der Stadtmauerlinie über 20 m nach Südosten vorspringt, talseitig unterirdisch noch über 12 m hoch erhalten und aus 60-90 cm langen und 40-60 cm hohen Quadern errichtet ist (Wilson / Warren, 1871, 294-308; Warren / Conder, 1884, 157-158.226-231).

1967 fand Kenyon in einer begrenzten Schachtung in Areal S II unmittelbar westlich der von Warren entdeckten Bastion eine tiefer liegende Stadtmauer und datierte sie aufgrund der Keramik ins 8. Jh. v. Chr. (Kenyon, 1968, 104; 1974, 115-116).

Weitere Nachgrabungen von Benjamin und Eilat Mazar von 1976 und 1986-1987 (Eilat Mazar / Benjamin Mazar, 1989, 3-48) sowie von Eilat Mazar 2009 (Eilat Mazar, 2011b, 101-144) wiesen einen rechteckigen Gebäudekomplex nach, der an seiner südöstlichen Talseite mindestens 33 m breit war, in seinem Grundriss aufgrund späterer Überbauungen aber nur noch vage rekonstruiert werden kann. Die Ausgräber interpretierten seinen südwestlichen Teil als ein Vier-Kammer-Tor und den nordöstlich anschließenden Trakt, der in schmalen Vorratskammern mehrere Vorratsgefäße enthielt, als ein Verwaltungsgebäude. Während Benjamin und Eilat Mazar die Anlage zunächst gemeinsam frühestens ins 9. Jh. v. Chr. datierten und als Teil einer Stadtmauer interpretierten, die die Salomonische Akropolis erstmals (!) mit dem älteren Siedlungskern auf dem Südosthügel verbunden habe (Eilat Mazar / Benjamin Mazar, 1989, 58), verschob Eilat Mazar die Datierung nach dem Tod von Benjamin Mazar um mindestens ein Jahrhundert ins späte 10. Jh. und schrieb das Stadttor schon Salomo zu (Eilat Mazar, 2006b, 784-785; 2011b, 68-71). Aber ihre Frühdatierung wurde selbst von Amihai Mazar (2006, 266) mit Skepsis aufgenommen. Schließlich fand sich unter dem ältesten Fußboden Keramik der Eisenzeit II B (Ussishkin, 2015, 141-142). Daher votierten Ussishkin (2006, 480) und Finkelstein (2012, 841-843) im Anschluss an Kenyon wieder für eine Datierung frühestens ins späte 8. Jh. v. Chr.

Kenyon-Mauer: Ein zweites Teilstück der östlichen Stadtmauer wurde 1961 von Kenyon etwa 150 m weiter südlich, auf halber Höhe des Abhanges, auf einer Felsbank knapp oberhalb der mittelbronzezeitlichen Stadtmauer, entdeckt und auf einer Länge von etwa 30 m freigelegt (s.o. Abb. 5). Es war in seinen obersten erhaltenen Lagen 5 m breit und talseitig noch bis zu 5 m hoch erhalten (Kenyon, 1974, 144-152; Steiner, 1990, 50-56; 2001, 89-91). 2010 stießen Reich und Shukron (2012, 39*) auf die südliche Fortsetzung derselben Mauer.

Talseitig der Mauer schloss sich ein 2-3 m breites Straßenpflaster an, das wiederum talseitig von einer 1 m breiten Mauer begrenzt wurde. Diese wurde von Kenyon zunächst als Relikt einer früheren eisenzeitlichen Stadtmauer interpretiert, von Steiner inzwischen aber überzeugend als Begrenzung eines talseitig vorgelagerten Wehrganges erklärt.

Während Kenyon (1974, 149) und Steiner (1990, 56) zunächst zu einer Datierung ins 7. Jh. v. Chr. neigten, sprach sich Steiner in ihrem abschließenden Bericht (2001, 91) ebenfalls für eine Datierung ins späte 8. Jh. v. Chr. aus.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

Abb. 16 Die Stadtmauer der Eisenzeit II B in Shiloh Areal E.

Shiloh-Mauer: Ein drittes Teilstück derselben Mauerlinie legte Shiloh 1982-1984 140 m weiter südlich in den Arealen D und E auf einer Länge von 80 m frei (Shiloh, 1984, 8-9.12-13.28; De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 45-47; De Groot, 2012, 158-159). Dieses war stellenweise auf dem anstehenden Fels, stellenweise aber auch auf den Resten der mittelbronzezeitlichen Stadtmauer errichtet; es folgte, soweit noch erkennbar, deren Verlauf und weist zumindest in einem Teilabschnitt in Areal D feldseitig ebenfalls einen etwa 2,2 m breiten vorgelagerten Wehrgang auf (Shiloh, 1984, 9; De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 136-137; De Groot, 2012, 158-159.161).

Reich-Shukron-Mauer: Ferner stießen Reich und Shukron seit 1995 (2003; 2008; Reich, 2011, 145.177-181) am Fuß des Abhanges im Kidrontal an drei Stellen überraschend auf eine zweite, parallel verlaufende zeitgleiche Stadtmauerlinie. Die beiden nördlichen Teilstücke konnten jeweils über 30 m verfolgt werden und stehen stellenweise noch bis zu 5 m hoch an. Zwar interpretierten die beiden Ausgräber diese Mauerlinie als eine jüngere Vorstadt zur Gewinnung neuer Siedlungsflächen, doch fand sich zwischen den beiden Stadtmauerlinien keine nennenswerte Bebauung. Vielmehr deuten die Grabungsbefunde im Gegenteil auf eine Aufgabe der Besiedlung zwischen den beiden Mauerlinien (Ariel / Lender, 2000 12-13; De Groot, 2012, 158.161-162). Daher ist anzunehmen, dass es sich entgegen der Ansicht von Reich und Shukron nicht um eine jüngere Vorstadt handelt. Vielmehr scheint die Stadt an ihrem östlichen Abhang zeitgleich mit einer doppelten Stadtmauer befestigt worden zu sein (Ben-Ami, 2014, 16-17), deren obere Linie auf der halben Höhe des Abhangs und deren untere Linie am Fuß desselben verlief.

6.3.3.2. Die Stadtmauer am Südwesthügel

Weitere Teilstücke des Stadtmauerringes südwestlich der Akropolis zeigen, dass der Mauerring nicht nur den Südosthügel, sondern auch den gesamten Südwesthügel umfasst haben muss (Wightman, 1993, 43-59; Geva, 2003b, 510-514.516-518; 2003c, 192-195).

Entwurf und © 2016: Klaus Bieberstein; Zeichnung: Julia Müller

Abb. 17 Avigad Areale A, W und X-2.

Avigad Areal A: 1969-1971 stieß Avigad (1983, 46-49; Avigad / Geva, 2000a, 45-58.81-82; Geva, 2003b, 511-513) in Areal A seiner Grabungen im nordwestlichen Jüdischen Viertel überraschend auf einen 6,4-7,2 m breiten Stadtmauerzug, der feldseitig noch über 4 m hoch ansteht, auf einer Länge von 65 m verfolgt werden konnte, in einem leicht konkaven Bogen von Nordost nach Südwest verläuft und sich schließlich nach Westen wendet. Dieser zunächst irritierend gekrümmte Verlauf erklärt sich aus dem nach Nordwesten leicht abfallenden Gelände und lässt an seiner südlichsten Stelle ein Stadttor vermuten.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014)

Abb. 18 Die Stadtmauer der Eisenzeit II B in Avigad Areal A.

Aufgrund dieser Entdeckung stellte sich die Frage nach der weiteren Fortsetzung der Mauer nach Westen. Während Avigad (1970, 135) zunächst vermutete, das ummauerte Gebiet habe nur den östlichen Rand des Armenischen Viertels umfasst, weitete er seine Rekonstruktion der späteisenzeitlichen Stadt sukzessiv auf den gesamten Südwesthügel aus (1972, 195) und wagte gegen Kenyon (1974, 146) schließlich sogar die These, dass die Westmauer der späteisenzeitlichen Stadt am Rand des → Hinnomtales auf der Linie der heutigen Westmauer der Stadt verlief (1983, 54-60). Allerdings ließ der erste solide archäologische Nachweis für seine These noch lange auf sich warten (zur Forschungsgeschichte Geva, 2000b, 505-507.516-517).

Grabungen in und südlich der Zitadelle: Schon 1934-1939 und 1947-1948 hatte Johns umfangreiche Grabungen im Innenhof der Zitadelle unternommen. 1968-1968 fanden Nachgrabungen von Amiran und Eitan statt, die 1976-1980 von Geva und 1980-1988 von Sivan und Solar fortgeführt wurden. Dabei kam eine hasmonäische Stadtmauer zutage, die in einem Bogen von Nordost nach Südwest verläuft (siehe unten). Zwar schlug Geva (1979) vor, ältere Befunde aus den Grabungen von Johns an der Außenseite und von Amiran und Eitan an der Innenseite der Mauer als Relikte einer eisenzeitlichen Stadtmauer zu deuten, doch können seine spekulativen Erwägungen nicht überzeugen.

Schließlich stießen Solar und Sivan 1983-1984 im östlichen Graben der Zitadelle, südlich der Brücke zum Eingang derselben, auf einen Mauerzug, der den Graben in nordöstlich-südwestlicher Richtung quert und den sie vorsichtig als westliche Fortsetzung des von Avigad entdeckten Stadtmauerringes zu interpretieren erwogen (Solar / Sivan, 1984, 47-48; Sivan / Solar, 1994, 177).

Aber erst 2000-2001 legte Re’em unter der türkischen Kaserne (Kishle) südlich der Zitadelle östlich der heutigen Stadtmauer auf 15 m eine eisenzeitliche Stadtmauer frei, die noch 2,5-3,0 m hoch erhalten ist, parallel zur heutigen Stadtmauer nach Süden verläuft (Geva, 2008; Re’em, 2010) und trotz des noch ausstehenden abschließenden Grabungsberichts wohl als erstes gesichertes Teilstück der westlichen Stadtmauer gelten darf.

Grabungen am Südabhang des Südwesthügels: 1988 hatten Chen, Margalit und Pixner (1994, 80-81) an der südlichen Kante des Südwesthügels unter der hasmonäischen Stadtmauer einen älteren Mauerzug entdeckt, den sie in zwei Teilstücken auf über 20 m nach Südosten verfolgen konnten und demselben eisenzeitlichen Stadtmauerring zuwiesen, doch ist die Datierung der beiden Teilstücke nicht gesichert (Palmberger / Vieweger, 2015, 204-205).

Ebenso fand Zelinger 2007-2008 am südlichen Abhang des Südwesthügels unter der hasmonäischen Stadtmauer einen älteren Mauerzug von 3 m Breite, der bislang zwar nicht sicher datiert werden konnte, möglicherweise aber demselben Stadtmauerring zugehört (Zelinger, 2010, 105-106).

So können zwar nur zwei der fünf genannten möglichen Teilabschnitte der eisenzeitlichen Stadtmauer auf dem Südwesthügel (von Avigad im Jüdischen Viertel und von Re’em südlich der Zitadelle) als gesichert gelten, doch reichen sie aus, um deren Verlauf im Umfang der hasmonäischen „Ersten Mauer“ zuverlässig zu skizzieren.

6.3.3.3. Datierung

Die genaue Datierung sowohl der Streubesiedlung auf dem Südwesthügel als auch des neuen Stadtmauerringes ist umstritten, aber der Spielraum möglicher Datierungen ist eng begrenzt: Ausweislich der Keramik setzte die Streubesiedlung erst in der Eisenzeit II B ein. Diese begann erst Mitte des 8. Jh.s (Finkelstein, 2008, 501-505; gegen Faust, 2005, 106-109, und Na’aman, 2007, 24-27). Da die Streubesiedlung in Avigads Areal A vier Bauphasen aufwies, bevor die Stadtmauer errichtet wurde, kann der Bau der Stadtmauer erst einige Jahre oder Jahrzehnte nach Beginn der Eisenzeit II B begonnen haben. Da sich in den ausgedehnten Grabungen sowohl im Bereich der Streubesiedlung als auch im Bereich der Stadtmauer im Gegensatz zur späteren Bebauung derselben Areale kein einziger Henkel eines Vorratskruges mit lmlk-Stempelabdruck fand, müssen sowohl die Streubesiedlung als auch die Stadtmauer vor dem Aufkommen dieser Stempelabdrücke angesetzt werden. Da diese unter Hiskia im letzten Viertel des 8. Jh.s v. Chr. eingeführt wurden, um die Verwaltung der königlichen Güter zu verbessern und die Truppen angesichts der wachsenden neuassyrischen Bedrohung mit Proviant zu versorgen (Lipschits / Sergi / Koch, 2010; 2011), muss der Stadtmauerbau schon mehrere Jahre oder Jahrzehnte vor dem Ausbruch des Aufstands erfolgt sein (Avigad / Barkay, 2000; Shoham, 2000; Avigad / Geva, 2000a, 81-82; 2003b, 514-516).

Demnach dürfte die Streubesiedlung auf dem Südwesthügel schon unter Ahas eingesetzt haben und auf die Wirtschaftsblüte im neuassyrischen Horizont, vor allem aber auf Flüchtlinge aus den südlichen Regionen des 733 v. Chr. verkleinerten und 722/720 v. Chr. untergegangenen Nordreiches zurückzuführen sein (ebenso mit unterschiedlichen Akzentsetzungen Broshi, 1974; Geva, 2003b, 520-521; 2003c, 204-205; Finkelstein, 2008; Burke, 2012, 272-284). Und der Bau der Stadtmauer dürfte in den ersten Jahren oder Jahrzehnten unter Hiskia in Angriff genommen worden und als weitsichtige Vorbereitung für jenen Aufstand zu interpretieren sein, in den Hiskia nach seiner anfänglichen Zurückhaltung erst anlässlich des Todes Sargons II. und der Thronübernahme durch Sanherib 705 v. Chr. mit der Einstellung der Tributzahlungen eintrat.

Dieser chronologische Rahmen erweckt den Verdacht, dass sich Hiskia in den ersten Jahren seiner Herrschaft nur darum weder am Aufstand des Nordreiches 724-722 v. Chr. noch am Aufstand von Aschdod 713-711 v. Chr. beteiligt hat, weil er die Stadt für einen möglichen neuassyrischen Angriff noch nicht gerüstet glaubte, und er erst 705 v. Chr. den Aufstand wagte, weil der Bau der Stadtmauer zu diesem Zeitpunkt schon so weit vollendet war, dass er Chancen sah, einer neuassyrischen Belagerung nun standhalten zu können.

2Kön 22,14 und Zef 1,10 erwähnen in der letzten Phase der Stadt vor ihrer Zerstörung einen Stadtteil namens „Mischne“ (מִשְׁנֶה mišnæh). Zwar überliefern sie keine Angaben zu dessen Lage, doch berechtigen die Etymologie seines Namens „Zweiter“ und seine Erwähnungen ausschließlich in der späten Königszeit dazu, ihn mit dieser Stadterweiterung zu verbinden. Ebenso könnte sich Zef 1,11 mit dem Begriff „Maktesch“ (מַכְתֵּשׁ makhteš) angesichts seiner Etymologie „Mörser“ auf einen Stadtteil im Tyropoiontal beziehen.

6.3.4. Binnenbebauung nach Errichtung der Stadtmauer

Mit dem Bau der neuen Stadtmauer verdichtete sich die ehemals lockere Streusiedlung innerhalb des neuen Mauerringes zu einer zunehmend flächigen Besiedlung, während sie am östlichen Abhang zwischen den beiden neuen Mauern fast vollkommen ausdünnte.

Shiloh Areal E: So legte Shiloh 1979-1982 am östlichen Abhang oberhalb der neuen Mauer auf einer Strecke von über 70 m eine durchgehende Bebauung frei, die talseitig an die obere Stadtmauer anschloss. In Areal E fand er unmittelbar westlich der Stadtmauer ein Gebäude, das mit der Stadtmauer verfugt und folglich gemeinsam mit ihr errichtet worden war, sich auf drei Ebenen hangaufwärts zog und drei Substrata aufwies. Nördlich des Hauses verlief hangabwärts ein Abwasserkanal (s.o. Abb. 16), der innerhalb der Stadt auf 6,5 m freigelegt und auf 4,2 m in die Stadtmauer hinein verfolgt werden konnte. Sowohl südlich des Hauses als auch nördlich des Abwasserkanals folgten weitere Gebäude, deren Grundrisse wegen der engen Grabungsgrenzen nicht ermittelt werden konnten (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 45-63).

Nördlich der genannten Befunde fand sich ebenfalls in Areal E unmittelbar westlich der Stadtmauer ein stattlicheres Gebäude, das von Shiloh als „Pavement Building“ bezeichnet wurde, angesichts des nach Osten abfallenden Geländes ebenfalls auf zwei Ebenen errichtet und talseitig ebenfalls mit der Stadtmauer verfugt war (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 84-93). Nördlich desselben schloss ein deutlich einfacheres Gebäude mit kleinen Räumen und dünnen Wänden an (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 94-98).

6.3.5. Wasserversorgung

Das starke Wachstum der Bevölkerung, die Ausweitung des Stadtmauerringes nach Süden und Westen und die zunehmende militärische Bedrohung legten einen systematischen Ausbau der Wasserversorgung nahe.

Entwurf und © 2016: Klaus Bieberstein; Zeichnung: Julia Müller

Abb. 19 Wasserversorgung am Gihon in der Eisenzeit II B: Dritte Bauphase.

Kanal II: Der erste Schritt war die Verlängerung des vom Gihon nach Süden führenden Kanals II aus der Mittleren Bronzezeit. Dieser wurde spätestens unter Hiskia als Tunnel nach Süden verlängert und unter dem südöstlichen Sporn des Südosthügels hindurch geführt, wo er sich in einen Teich im Mündungsbereich des Tyropoiontales (arab. Birket el-Ḥamra) ergoss (Reich / Shukron, 2002; 2011c; Reich, 2011, 314-315). Dieser Teich wurde schon 1894-1897 von Bliss und Dickie in unterirdischen Schacht- und Stollengrabungen untersucht, in herodianischer Zeit als Siloah-Teich bezeichnet und trägt heute den arabischen Namen Birket el-Ḥamra (Bliss / Dickie, 1898, 96-126.325-327.334; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 13-15).

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

Abb. 20 Der Warren-Stollen.

Absenkung des Warren-Stollens und Entdeckung des Warren-Schachts: Allerdings wurde dieser Ausbau offenkundig noch als unzureichend betrachtet, um die Wasserversorgung der Stadt auch im Belagerungsfall sicherstellen zu können. Daher wurde der von Warren entdeckte unterirdische bogenförmige Abstieg zum Gihon aus der Mittleren Bronzezeit wieder in Benutzung genommen und in seinem Niveau abgesenkt, um einen günstigeren Zugang zum Quellbecken der Mittleren Bronzezeit zu erhalten.

Mit Dank an ©: Hanswulf Bloedhorn

Abb. 21 Die obere Öffnung des Warren-Schachts.

Dabei stießen die Mineure überraschend auf den ebenfalls von Warren entdeckten und 12,5 m tiefen natürlichen Karstschacht (Reich / Shukron, 1999, 33; 2004, 216-217). Daraufhin müssen sie sich im Schacht bis an dessen Fuß abgeseilt und versucht haben, von dort aus die Quelle zu erreichen, denn Schlagspuren in den Tunneln IV und VI zwischen dem Schacht und der Quelle zeigen, dass die beiden Tunnel nicht von der Quelle nach Westen zum Fuß des Schachts, sondern umgekehrt vom Fuß des Schachts nach Osten zur Quelle getrieben wurden (Reich / Shukron, 2000a). Ferner ist zu beachten, dass die neuen eisenzeitlichen Kanäle, Tunnel und Stollen etwa 2,5 m tiefer als die mittelbronzezeitlichen Tunnel II und III liegen und zwei unterschiedliche Bauphasen repräsentieren. (Die folgende Rekonstruktion der relativen Chronologie folgt Grossberg, 2014. Allerdings hat er die Schlüsselfunktion von Kanal I übersehen.)

Bauphase A: Der Warren-Schacht als Brunnen: Zuerst wurde Tunnel VI ausweislich der Schlagspuren vom Fuß des Schachts nach Südosten geführt. Tunnel VII war ein blinder Suchstollen, der nach einer kurzen Strecke eingestellt wurde. Daraufhin wurde Tunnel IV nach Süden getrieben. Tunnel V war ein weiterer blinder Suchstollen, der zunächst von Tunnel IV aus nach Südwesten steigend angelegt, dann aber ebenfalls eingestellt wurde. Schließlich erreichten die Mineure mit Tunnel IV das runde Becken aus der Mittleren Bronzezeit. Dieser Durchbruch war nur möglich, wenn zuvor der mittelbronzezeitliche Tunnel III verschlossen und das runde Becken trocken gelegt wurde, sonst wären sie ertrunken, denn der neue Tunnel IV liegt 2,5 m unter dem Niveau von Kanal II und somit unter dem Wasserspiegel des runden Beckens. Zwar hätte man nun das Quellwasser durch Kanal II, Tunnel III, das runde Becken, Tunnel IV und den nordwestlichen Abschnitt von Tunnel VI bis an den Fuß des Warren-Schachts leiten und diesen als Brunnen nutzen können, doch scheint diese Möglichkeit nicht genutzt worden zu sein. Vielmehr wurde versucht, Tunnel VI direkt nach Osten zu führen, um die Quellhöhle zu erreichen. Allerdings lag das Niveau des Tunnels so tief, dass die Mineure beim Erreichen der Quellhöhle ebenfalls sofort ertrunken wären, wenn nicht zuvor eigens Kanal I angelegt worden wäre, um das Quellwasser auf einem möglichst niedrigen Niveau nach Südosten ins Kidrontal abzuleiten und den Wasserspiegel in der Quellhöhle so weit wie möglich abzusenken. Dadurch fiel zwar Tunnel II trocken, doch ermöglichte die Absenkung des Wasserspiegels in der Quellhöhle, Tunnel VI zu vollenden und das Wasser von der Quelle durch Tunnel VI an den Fuß des Warren-Schachts zu leiten. Danach musste Kanal I wieder geschlossen werden, denn nur durch diese Maßnahme stieg der Wasserspiegel in Tunnel VI wieder so weit an, dass der Warren-Schacht als Brunnen genutzt und sogar Kanal II wieder in Betrieb genommen werden konnte.

Mit Dank an ©: Hanswulf Bloedhorn

Abb. 22 Quellhöhle des Gihon und Ansatz von Tunnel VI.

Mit dieser neuen Wasserführung verloren der Tunnel III und das runde Becken aus der Mittleren Bronzezeit sowie die neu angelegten Tunnel IV und V ihre Funktion. Daher wurde die rechteckige vertiefte Plattform um das runde Becken (und vermutlich auch dieses selbst) 3 m hoch verfüllt und auf dieser Füllschicht ein einfaches Gebäude mit dünnen Mauern errichtet.

Die Füllschicht unter dem Gebäude umfasste etwa 250 m3 und enthielt etwa 6,5 t Keramik. Diese wurde von De Groot und Fadida (2011) in eine Spätphase der Eisenzeit II A im späten 9. Jh. datiert. Daher setzten Reich, Shukron (2011a) und Grossberg (2014) den Ausbau der Wasserversorgung schon im frühen 8. Jh. an. Doch wies Singer-Avitz (2012) darauf hin, dass die Füllschicht auch Keramik der frühen Eisenzeit II B enthielt und somit erst in die zweite Hälfte des 8. Jh.s datiert werden kann. Andererseits fand sich in der Masse der Keramik kein einziger lmlk-Stempelabdruck, weshalb die Verfüllung nicht erst am Ende des 8. Jh.s erfolgt sein dürfte.

Demnach wird nicht nur die Ausweitung des Stadtmauerringes, sondern auch der neue unterirdische Zugang zum Gihon, der die Ausweitung des Stadtmauerringes voraussetzt, vielleicht schon unter → Ahas, spätestens aber in den ersten Jahren der Herrschaft → Hiskias erfolgt sein, als die zunehmende Streubesiedlung auf dem Südost- und Südwesthügel einerseits und die steigende neuassyrische Bedrohung unter → Tiglatpileser III. und → Sargon II. andererseits einen umfassenden Ausbau der Verteidigungsanlagen Jerusalems nahelegten.

Bauphase B: Tunnel VIII: Allerdings scheint sich die Nutzung des Warren-Schachts als Brunnen nicht bewährt zu haben, denn er war eng, krumm und bot nur wenigen Menschen die Möglichkeit, zeitgleich Wasser zu schöpfen. Daher wurde in einer zweiten Bauphase der schon von Robinson, Warren, Parker und Vincent untersuchte 512,50 m lange gewundene Tunnel VIII von 0,55-0,65 m Breite und 1,45-5,08 m Höhe von Tunnel VI aus unter dem Südosthügel hindurch nach Südwesten geführt, um das Wasser des Gihon in zwei Teiche (arab. Birket Silwān und Birket el-Ḥamra) zu leiten, die innerhalb des Stadtmauerringes im unteren Tyropoiontal lagen und den Vorteil boten, auch nächtliche Schüttungen aufnehmen und Tieren als Tränke dienen zu können (Vincent, 1911, 16-24; 1912, 106-111.424-441; Vincent / Steve, 1954, 269-284.289-297; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 181; Ariel / De Groot, 1996, 18-22; Reich, 2011, 184-205).

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

Abb. 23 Tunnel VIII „Hiskia-Tunnel“.

Dieser Tunnel wurde in mehreren Bauphasen sowohl von der Quelle als auch von der Mündung aus geschlagen, wozu der Wasserspiegel in Tunnel VI wieder durch Kanal I abgesenkt werden musste. Wenn man an einem Arbeitstag von 10 Stunden einen durchschnittlichen Vortrieb von 15 cm ansetzt und bedenkt, dass der Tunnel von zwei Seiten aus zugleich geschlagen wurde, ergibt sich eine Bauzeit von knapp sechs Jahren. Seine Errichtung mit 2Kön 20,20; 2Chr 32,3-4.30; Sir 48,17 (Lutherbibel: Sir 48,19) auf Hiskia zurückzuführen, ist plausibel. Daher wird der Tunnel auch als „Hiskia-Tunnel“ bezeichnet. Doch könnte er auch erst unter Manasse (696-642 v. Chr.) angelegt oder zumindest vollendet und in der biblischen Retrospektive zu Unrecht seinem höher geschätzten Vater Hiskia zugeschrieben worden sein (Knauf, 2001).

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 24 Die Inschrift in Tunnel VIII („Hiskia-Tunnel“).

Eine hebräische Inschrift, die 1880 nur 6 m vor der Mündung des Tunnels in seiner östlichen Wand entdeckt wurde, dokumentiert den Durchbruch (Renz / Röllig, 1995, 178-189; Dobbs-Allsopp u.a., 499-506; Weippert, 2010, 328-329). Dabei muss irritieren, dass sie – nicht öffentlich – im Tunnel liegt und keinen Königsnamen nennt.

6.3.6. Biblische Retrospektiven

Hiskia ging in die biblische Geschichtsschreibung als außerordentlich positiv beurteilter Herrscher ein (2Kön 18-20; Jes 36-39; 2Chr 29-32; Sir 48,17-22 [Lutherbibel: Sir 48,19-25]), was sicher darin begründet liegt, dass Jerusalem – anders als das Nordreich Israel den neuassyrischen Angriff von 722 v. Chr. – die neuassyrische Bedrohung durch Sanherib 701 v. Chr. trotz schwerer Landverluste in der Schefela überstand.

Allerdings wird seine positive Bewertung in den → Königsbüchern nicht in seinem außenpolitischen Verhalten, sondern – wie in den Büchern der Könige üblich – allein mit seinem Kultverhalten begründet. So wird ihm in 2Kön 18,4 eine kleine Kultreform nachgesagt, und in der Tat weisen archäologische Befunde in → Arad und auf Tell es-Seba‘ (→ Beerscheba) auf eine Stilllegung von Tempeln hin (Rainey, 1994; Münnich, 2004; Herzog, 2010; anders Na’aman, 2002).

Dass ihm die Ausbesserung der Stadtmauer, die Anlage einer zweiten Stadtmauer und die Umleitung des Gihon in einen innerhalb der Stadt liegenden Teich zugeschrieben werden (2Kön 20,20; 2Chr 32,2-5.30; Sir 48,17 [Lutherbibel: Sir 48,19]), mag angesichts seiner positiven Beurteilung zwar den Verdacht wecken, nur eine tendenziöse Zuschreibung von Bauten zu sein, die vielleicht erst unter seinem negativ beurteilten Sohn Manasse errichtet wurden, doch sprechen die archäologischen Befunde zumindest zum Stadtmauerbau ebenfalls tatsächlich für die historische Zuverlässigkeit der biblischen Notizen.

6.3.7. Bilanz

Vielleicht schon unter Ahas, spätestens aber unter Hiskia griff die Streubesiedlung vom Südost- auf den Südwesthügel über und wurde noch vor der Bedrohung der Stadt durch → Sanherib 701 v. Chr. mit einem Stadtmauerring umgeben, der das ummauerte Stadtgebiet auf 60 ha erweiterte und bis zu 12.000 Menschen Schutz bieten konnte. Allerdings dürfte die Stadt vor allem im Palast- und Tempelbezirk sowie in abschüssigen Lagen nur dünn besiedelt gewesen sein, so dass ihre Bevölkerung vermutlich etwa 8.000 Menschen betrug (Geva, 2003b, 518-519.521-522; 2003c, 203-208; 2014, 138-141).

Damit avancierte die vormals sehr begrenzte, nur rund um die Akropolis gelagerte Siedlung innerhalb weniger Jahrzehnte zur flächenmäßig weitaus größten Stadt der südlichen Levante. Schließlich hatte Ekron, die größte Stadt im philistäischen Gebiet, nur 20-30 ha, Lachisch hatte (vor seiner Zerstörung 701 v. Chr.) nur 10 ha, und die übrigen größeren Ortschaften Judas kamen über 3-5 ha nicht hinaus.

So entwickelte sich Jerusalem unter der massiven neuassyrischen Bedrohung innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer relativen Großstadt, die eine glaubhafte Kulisse für die identitätsbildende „große Erzählung“ vom davidisch-salomonischen Großreich als gemeinsamen Ausgangspunkt für die Geschichte des untergegangenen Nordreiches Israel und des allein verbliebenen Südreiches Juda bot, das sich in dieser Schwellenzeit selbst als kultureller Erbe auch des Nordreiches zu verstehen begann (Finkelstein / Silberman, 2005/06; Finkelstein, 2014, 175-181).

Zwar rief → Jesaja angesichts der zunehmenden neuassyrischen Bedrohung zu einem Stillhalten gegen Assur auf, und die Nichtbeteiligung Judas an den Aufständen von 734-733, 724-722 und 713-711 v. Chr. kann den Eindruck erwecken, als habe er Ahas und Hiskia tatsächlich eine Zeit lang zum Stillhalten bewegen können. Doch zeigen die archäologischen Befunde im Gegenteil, dass vielleicht schon Ahas, spätestens aber Hiskia das scheinbare Stillhalten zu einem massiven Ausbau der Verteidigungsanlagen nutzten, bevor Hiskia – vermutlich nach deren weitgehender Vollendung – 705 v. Chr. schließlich nach dem Tod → Sargons II. den Aufstand gegen → Sanherib wagte.

Tatsächlich konnte die Stadt mit ihrer angewachsenen Bevölkerung, ihrem erweiterten Stadtmauerring und ihrer gesicherten Wasserversorgung der Bedrohung durch Sanherib 701 v. Chr. standhalten. Dieser gab sich mit Tributzahlungen zufrieden und zog ab (Weippert, 2010, 329-333), doch Hiskia blieb, indem er Tribut entrichtete, auch weiterhin sein Vasall (Mayer, 1995, 350-363; Gallagher, 1999; Grabbe, 2003; Young, 2012; Kalimi / Richardson, 2014).

Jes 22,1-14 bietet einen zeitnahen Rückblick auf die Ereignisse (Hardmeier, 2009). Dagegen kann die ausführliche Erzählung von der Belagerung Jerusalems in Jes 36,1-37,38 // 2Kön 18,13-19,37 (vgl. 2Chr 32,1-32,22) angesichts ihrer gravierenden Anachronismen erst aus der Zeit der neubabylonischen Belagerung (588/87 v. Chr.) stammen und scheidet zur Rekonstruktion der Ereignisse von 701 v. Chr. aus (Hardmeier, 1990; Kratz, 2015).

6.4. Eisenzeit II C (um 675-587 v. Chr.): Die letzte Blüte der Stadt unter Josia und ihre Zerstörung durch Nebukadnezar II.

6.4.1. Kultureller Horizont

Mit dem Ausbau Jerusalems einerseits und dem Verlust der Schefela andererseits wurde Juda zeitweilig zu einem Staat, in dem ein Viertel seiner Bevölkerung in der Hauptstadt Jerusalem wohnte.

Dass sich → Manasse (696-642 v. Chr.) in den folgenden Jahrzehnten gegenüber Assur loyal verhielt, sicherte Judas Existenz und ihm eine ruhige Herrschaft (Finkelstein, 1994; Lehmann, 2012), trug ihm aber auch eine zunehmende Kritik wachsender oppositioneller Kreise ein. Diese fand ihren Niederschlag in der frühesten literarischen Fassung der Moseerzählung (Otto, 2000; 2001, 11-33; Bieberstein, 2013; anders Gerhards, 2006), in der frühen deuteronomischen Literatur (Crouch, 2014a; 2014b) sowie – im Rückblick – in einer äußerst negativen Bewertung in den deuteronomistischen Redaktionen der Bücher der Könige (2Kön 21,1-18; 2Kön 23,26-27; 2Kön 24,3-4).

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Abb. 25 Die Ausdehnung des Neuassyrischen Reichs.

Mit der Zeit ließ der neuassyrische Druck aber nach. Zwar konnte → Asarhaddon (681-669 v. Chr.) 671 v. Chr. Unterägypten und sein Sohn und Thronfolger → Assurbanipal (669-631 v. Chr.) 664 v. Chr. auch Theben erobern, womit das neuassyrische Reich seine größte Ausdehnung erreichte, doch sind 660 v. Chr. zum letzten Mal Tributzahlungen Judas belegt. 658 v. Chr. gelang es Pharao → Psammetich I. (664-610 v. Chr.), Ägypten wieder aus der neuassyrischen Vorherrschaft zu lösen und 637 v. Chr. selbst nach Syrien vorzustoßen (Weippert, 2010, 399-400), und Juda erhielt sogar die Schefela wieder zurück.

Solchermaßen entlastet, erlebte Juda nach der kurzen Regentschaft → Amons (641/640 v. Chr.) unter → Josia (639-609 v. Chr.) eine neue Blüte, die ihren materiellen Niederschlag in Jerusalem vor allem in einer zunehmenden Bebauung am östlichen Abhang oberhalb des Gihon fand.

6.4.2. Begradigung der nördlichen Stadtmauer

Vermutlich schon bald nach der Bedrohung der Stadt durch Sanherib wurde die nördliche Stadtmauerlinie nachgezogen. Jedenfalls stieß Avigad an zwei Stellen nördlich der hiskianischen Mauerlinie auf Reste einer etwas jüngeren Mauerlinie, die er als Ausbesserung und Begradigung der hiskianischen Linie nach Abwehr der neuassyrischen Bedrohung interpretierte.

Avigad Areal A: Schon 1970 zeigte sich in Areal A auf der Mauerkrone der hiskianischen Stadtmauer eine nur wenig jüngere Überbauung, vor allem zwei Verfüllungen, ein Estrich und zwei Quaderlagen einer anschließenden Mauer mit Keramik der späten Eisenzeit II C und zwei lmlk-Krughenkeln, die zeigen, dass die hiskianische Stadtmauer schon bald nach ihrer Errichtung aufgegeben, teilweise wieder abgetragen und stellenweise überbaut wurde, was vermuten ließ, dass sie nach Norden verlegt wurde (Avigad / Geva, 2000a, 66.82).

Avigad Areal W: 1975-1980 entdeckte Avigad im nordöstlich benachbarten Areal W tatsächlich einen massiven Stadtmauerwinkel, dessen Nordseite auf 12 m freigelegt werden konnte, bis zu 3,7 m stark war und noch bis zu 7,5 m hoch ansteht. Seine Ostseite konnte auf 8 m verfolgt werden, war 4,3 m stark und noch 7,5 m hoch (Avigad, 1983, 49-52.59; Avigad / Geva, 2000b, 131-134.148-158; Geva, 2003b, 513-516). Zwar erwog Avigad, den Mauerwinkel als Nordosteck eines Vier- oder Sechskammertores zu interpretieren und dieses mit dem „Mittleren Tor“ von Jer 39,3 zu identifizieren, doch würde das vermutete Stadttor feldseitig über die Stadtmauerlinie hinausragen, während vergleichbare Tore stets in der Mauerflucht lagen, was gegen seine Rekonstruktion spricht.

Avigad Areal X-2: 1976-1980 stieß er 50 m weiter westlich in Areal X-2 auf einen vergleichbaren Mauerzug, der auf etwa 3 m freigelegt werden konnte, an seiner Nordseite einen Vorsprung von 1,8 m aufweist, bis zu 7 m hoch erhalten ist und vermutlich derselben Stadtmauerlinie angehört (Avigad, 1983, 52-54; Avigad / Geva, 2000c, 212-215; Geva, 2003b, 514).

6.4.3. Verdichtung der Binnenbesiedlung

Über diese Korrektur der Nordmauer hinaus deuten keine Befunde auf einen Ausbau der Verteidigungsanlagen hin. Dafür zeichnet sich am östlichen Abhang in zwei größeren Bereichen eine dichtere Besiedlung ab. Dort wird die Eisenzeit II C vor allem durch die Strata 11 und 10 der Grabungen von Shiloh repräsentiert.

Shiloh Areal E: Der erste große Grabungsbereich liegt am oberen Abhang 80-140 m südwestlich des Gihon. Dort wurden in Shilohs Areal E mit zwei Terrassenmauern drei Terrassen angelegt, um als Baugrund zu dienen. Auf den beiden unteren Terrassen wurden aus einer ersten Phase von zwei einfachen Gebäuden je zwei Räume angegraben (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 30-33). Über diesen wurde in einer zweiten Phase ein stattlicheres Gebäude aus Quaderwerk errichtet, das von Shiloh als „Ashlar House“ bezeichnet wurde. Zwar wurden nur seine Süd- und seine Westmauer vollumfänglich freigelegt, doch lassen sich diese zu einem annähernd quadratischen Bau von 13 x 13 m ergänzen (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 22-30; De Groot, 2012, 166).

Nordöstlich dieses Gebäudes fand sich ebenfalls noch in Areal E aus der ersten Phase nur eine bescheidene Nachnutzung des „Pavement Building“ der Eisenzeit II B (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 83-84). Aus der zweiten Phase wurde am westlichen Rand des Areals ein großes Gebäude angegraben, das sich in nordsüdlicher Richtung über 10,2 m erstreckte und in westlicher Richtung auf 4,8 m freigelegt wurde, wo sich zwei parallele Räume ergaben (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 79-83; De Groot, 2012, 166-167).

Kenyon Areale A I-III und XXIII sowie Shiloh Areal G: Der zweite große Siedlungsbereich liegt etwa 100 m nordwestlich des Gihon am Fuß der „Stepped Stone Structure“, wo zuerst, um neuen Baugrund zu schaffen, auf dem Fuß der „Stepped Stone Structure“ ebenfalls zwei Terrassen und zwischen ihnen eine hangparallele, 2,5 m breite Gasse angelegt wurden. Oberhalb derselben wurden von Kenyon und Shiloh vier Gebäude ergraben, zwischen denen drei Treppen hangaufwärts zu höheren Geschossen oder Anbauten führten. Unterhalb der Gasse wurde von Shiloh ein fünftes Gebäude freigelegt (Shiloh, 1984, 17-20; Steiner, 2001, 57-80).

(1) Das südlichste Gebäude oberhalb der Gasse (Steiner: „Building III“) wurde von Kenyon unmittelbar am Fuß des Macalister-Turmes ausgegraben; es war zweigeschossig, und seine Mauern waren noch bis zu 2,4 m hoch erhalten. Teils diente es als Wohngebäude (Gebrauchskeramik), teils als Gewerbegebäude (36 Steingewichte) und war vermutlich das Atelier eines Bronzeschmieds (Werkzeuge).

(2) Das zweite Gebäude oberhalb der Gasse (Steiner: „Building II“) liegt unmittelbar nordöstlich des Macalister-Turmes, wurde ebenfalls von Kenyon ausgegraben, enthielt einen Brotofen, ist wegen einer Erosionsrinne aber nur schlecht erhalten.

(3) Das dritte Gebäude oberhalb der Gasse (Steiner: „Building I“; Shiloh: „House of Aḥiel“) folgt nördlich jenseits einer Treppe, wurde teils von Kenyon, teils von Shiloh freigelegt, als ein stattliches Vier-Raum-Haus von 12 x 8 m interpretiert und enthielt zwei Ostraka mit dem Namen „Aḥiel“. Nördlich schließt sich ein Nebengebäude mit drei kleineren Räumen an. Einer derselben enthielt 37 Vorratskrüge, teilweise mit Rosettenstempeln, und ein anderer eine 2,6 m tiefe Abortgrube mit einer steinernen Toilettenschüssel.

(4) Nördlich anschließend wurde wiederum jenseits einer Treppe von Shiloh der südliche Teil eines vierten Gebäudes (Steiner: „Building IV“; Shiloh: „Burnt Room“) angegraben, das zweistöckig war und verkohlte Holzreste mit Palmettenmotiven aus der Zerstörungsschicht von 587 v. Chr. zeigt.

(5) Unterhalb der Gasse, östlich des zweiten Gebäudes, wurde von Kenyon und Shiloh in einem schmalen Streifen ein fünftes Gebäude (Steiner: „Building V“; Shiloh: „House of the Bullae“) freigelegt; in seinem nördlichen Eck wurden auf einem Gebiet von nur 1 m2 in einer 70 cm starken Ascheschicht etwa 25 Tongefäße, Steingefäße und Pfeilspitzen, vier Räucherständer und zwei Kratere sowie 45 epigraphische Bullae (Shiloh, 1986; Shoham, 2000a), vier anepigraphische Bullae (Brandl, 2000) sowie zwei unlesbare Bullae entdeckt. 82 lesbare Personennamen, darunter „Gemarja, Sohn Schafans“ (Jer 36,10-12), lassen auf ein öffentliches Archiv schließen, dessen Papyrusurkunden verbrannt sind, während die Bullae hart gebrannt wurden.

Unmittelbar oberhalb des vierten Gebäudes stieß Eilat Mazar 2007-2008 in einem Gebiet von nur 3 x 3 m am Fuß der Stadtmauer am nördlichen Rand der „Stepped Stone Structure“ in mehreren Abraumschichten aus der neubabylonischen und frühachämenidischen Zeit auf insgesamt fast 150 Siegel oder Siegelabdrücke: sechs anepigraphische Siegelstempel und 21 anepigraphische Bullae (Winderbaum, 2015), 66 epigraphische Bullae (Mazar / Ben-Arie, 2015), darunter eine mit Erwähnung eines „Gedalja, Sohn des Paschhur“ (Jer 38,1; → Gedalja), sowie vier Siegelstempel und neun Bullae mit ägyptischen Motiven (Keel, 2015), die auf einen Verwaltungssitz oberhalb der „Stepped Stone Structure“ deuten und zeigen, dass Juda in den letzten Jahrzehnten vor der Zerstörung Jerusalems über eine gut organisierte Verwaltung verfügt hat.

Kenyon Areale A: Ähnliche Baubefunde aus der Schlussphase der Eisenzeit II C kamen in weiteren Grabungen von Kenyon auch weiter hangunterhalb in Trench I (Steiner, 2001, 81-88: „Building V-VI“) sowie 30 m nördlich in Areal A XXIV zutage (Steiner, 2001, 93-101: „Building VII“).

6.4.4. Biblische Retrospektiven

Dass → Manasse nach dem fehlgeschlagenen Aufstandsversuch seines Vaters, der Gebietsverluste, erneute Tribute und die Verpflichtung zur Heeresfolge mit sich brachte, ein schweres Erbe antrat und es ihm aufgrund seines loyalen Verhaltens gegen Assur gelang, Juda langsam wieder aufzubauen, spielt in der biblischen Retrospektive keine Rolle. Vielmehr wird er in den → Königsbüchern allein aufgrund nichtmonolatrischer Kulte so negativ wie kein zweiter König bewertet (2Kön 21,1-18) und ihm die Schuld am späteren Untergang Judas zugeschrieben (2Kön 23,26-27; 2Kön 24,3-4). Zwar räumen ihm die → Chronikbüchern nach einer angeblichen Gefangenschaft in Babylon und Umkehr eine zweite Lebensphase ein, die mit Baumaßnahmen und Kultreformen gesegnet gewesen sei (2Chr 33,1-20), doch handelt es sich in dieser Darstellung um rein literarische und allein in der Theologie des Chronisten begründete Topoi ohne historischen Wert (Welten, 1973, 31-34; anders Vaughn, 1999, und Young, 2012, 195-283).

Nachdem Manasse in den Büchern der Könige die schlechteste aller Bewertungen erhalten hatte, wird → Josia wieder mit der bestmöglichen Gesamtnote präsentiert (2Kön 22,1-23,30). Schließlich nimmt er in der deuteronomistischen Darstellung die Tradition der Kultreformen Hiskias wieder auf und wird in den Büchern der Könige, deren erste Ausgabe mit hoher Wahrscheinlichkeit noch zu seinen Lebzeiten zur Stützung seiner Reformen verfasst wurde und mit 2Kön 23,25b endete (Schmid, 2006; Stipp, 2011), entsprechend positiv bewertet. Schließlich wurde seit Manasses Zeit in der theologischen Auseinandersetzung mit Assur im Buch → Deuteronomium ein Programm entwickelt, das eine monolatrische Gottesverehrung mit einer Kultzentralisation verband, Jerusalem eine zuvor ungekannte zentrale kultische Rolle im religiösen Symbolsystem zuschrieb und unter Josia 622 v. Chr. umgesetzt werden sollte (Pietsch, 2013), auch wenn sich die Kultreform kurzfristig nicht als erfolgreich erwies.

6.4.5. Bilanz

Nach den schweren Gebietsverlusten unter Hiskia konnte Manasse Juda stabilisieren, und unter Josia kam auch die Schefela wieder zu Juda. Dieser langsamen Erholung entspricht auch eine zunehmende Besiedlung am bautechnisch ungünstigen östlichen Abhang der Stadt über dem Gihon, an dem Terrassen und Gassen mit Kanalisation angelegt wurden und in den letzten Jahrzehnten der Stadt vor ihrer Zerstörung eine zuvor ungekannte dichte Besiedlung mit teilweise durchaus stattlichen Gebäuden entstand, von deren wirtschaftlicher Blüte nicht zuletzt die zahlreichen Funde von Bullae zeugen, deren Pergamenturkunden verbrannt oder zerfallen sind.

6.4.6. Die Zerstörung der Stadt durch Nebukadnezar II.

Zerstörung Jerusalems

Mit dem schleichenden Rückzug der Assyrer unter Assurbanipal (669-631 v. Chr.) entstand in der südlichen Levante kein Machtvakuum, denn Ägypten übernahm unter → Psammetich I. (664-610 v. Chr.) eine regionale Hegemonie, was Juda spätestens mit Josias Tod in Megiddo 609 v. Chr. und der Einsetzung → Jojakims (609-598 v. Chr.) als König von Pharaos Gnaden zu spüren bekam. Doch das ägyptische Zwischenspiel währte nicht lang und wurde schon 605 v. Chr. durch die neubabylonische Vormacht unter → Nebukadnezar II. (605-562 v. Chr.) abgelöst.

Nach einem ersten Aufstandsversuch gegen diese unter → Jojakim musste Jerusalem nach einer kurzen, allenfalls zweimonatigen Belagerung am 16. März 597 v. Chr. kapitulieren (Weippert, 2010, 417; 2Kön 24,10-17). Zwar wurde ein Teil der Oberschicht deportiert (Jer 52,28), die Stadt selbst aber nicht zerstört.

Nach einem zweiten Aufstandsversuch unter → Zedekia (597-587 v. Chr.) wurde sie am 25. Juli 587 v. Chr. erneut erobert und nach einer zweiten Deportation der noch verbliebenen Oberschicht (Jer 52,29) einen Monat später systematisch zerstört (2Kön 24,20b-25,21 // Jer 52,3b-27; Albertz, 2002; Mayer, 2002).

1975-1980 stieß Avigad in Areal W am Fuß der Nordmauer der Stadt auf Pfeilspitzen (Avigad, 1983, 53-54; Geva / Avigad, 2000a, 155.158) und in weiteren Arealen am Nordrand der Stadt auf Steinkugeln mit einem Durchmesser von 5-6 cm (Geva, 2003b, 523-524), die von den Angriffen durch Nebukadnezar II. 597 oder 587 v. Chr. zeugen. Weitere Pfeilspitzen kamen am östlichen Abhang im „House of the Bullae“ sowie im „Burnt Room“ zutage (Shiloh, 1984, 19), doch wurden, außer im letztgenannten Gebäude, nur an wenigen Stellen Brandspuren und nirgendwo menschliche Leichen entdeckt. Offenkundig wurde die Stadt nicht im Zuge der Kämpfe, sondern erst durch einen anschließenden gezielten Abbruch zerstört.

Mit diesen Ereignissen ging zwar die Herrschaft der davidischen Dynastie zu Ende, doch gibt Jer 41,5 zu erkennen, dass der Opferkult auch nach der Zerstörung des Tempelgebäudes zumindest in einem bescheidenen Rahmen fortgeführt wurde (Middlemas, 2005, 122-133; 2007, 30-32).

6.5. Grabanlagen der Eisenzeit II ABC

Zum Gesamtbild einer Stadt gehören nicht nur die Gebäude der Lebenden, sondern auch die Nekropolen, als deren prominenteste zuerst die Gräber der Könige von Juda zu nennen sind (→ Grab). Allerdings wurden fast alle eisenzeitlichen Grabanlagen Jerusalems schon in der Antike ausgeraubt, so dass sie meist nur noch aufgrund ihrer Architektur – und somit nur vage – datiert werden können.

6.5.1. Grabanlagen der Könige von Juda

Die Bücher der Könige notieren zu allen Königen von David bis Ahas, dass sie „in der Stadt Davids“ (בְּעִיר דָּוִד bə‘îr dāvid) begraben wurden, und fügen bei fast allen Königen präzisierend hinzu, dass sie „bei ihren Vätern“ beigesetzt wurden, was auf eine dynastische Grablege schließen lässt (1Kön 2,10; 1Kön 11,43; 1Kön 14,31; 1Kön 15,8.24; 1Kön 22,51; 2Kön 8,24; 2Kön 9,28; 2Kön 12,22; 2Kön 14,20; 2Kön 15,7.38; 2Kön 16,20). Dass die Bücher der Chronik stellenweise abweichende Bestattungsnotizen bieten, lässt nicht auf präzisere Kenntnisse schließen, sondern gründet in ihrer Tendenz, positiv bewerteten Königen eine ehrenhafte Beisetzung in der dynastischen Grablege zu sichern, negativ bewerteten Königen hingegen zu verweigern (Bürki, 2012). Dass die Serie der königlichen Bestattungen mit Manasse und Amon abriss und diese an einem anderen Ort „im Garten Usas“ beigesetzt wurden (2Kön 21,18.26), könnte daran liegen, dass der Südosthügel unter Hiskia in den Stadtmauerring einbezogen wurde und Beisetzungen innerhalb von Stadtmauerringen in der Eisenzeit unüblich wurden.

Neh 3,16 erwähnt die „Gräber Davids“ (קִבְרֵי דָוִיד qivrê dāvîd) an der südöstlichen Stadtmauer der achämenidischen Zeit. Die Vitae Prophetarum 1,6-7 bezeugen das „Grab der Könige“ (τάφος τῶν βασιλέων táphos tōn basiléōn) ebenfalls am östlichen Rand des Sporns (Schwemer, 1995, 96-158). Und rabbinische Zeugnisse wie Tosefta Baba Bathra 1,11, die noch Jahrzehnte nach der Zerstörung der Stadt durch Titus 70 n. Chr. mit der Frage ringen, warum die Gräber der Könige innerhalb der Stadt liegen konnten, während Bestattungen innerhalb von Siedlungen ansonsten untersagt waren, setzen noch immer ein Wissen von der anstoßerregenden Lage der Gräber innerhalb des hasmonäisch-herodianischen Stadtmauerringes voraus.

Laut Flavius Josephus wurde „Davids Grab“ (Δαυίδου τάφος Davídou táphos) während der Belagerung der Stadt durch Antiochus VII. 135/134 v. Chr. von Johannes Hyrkanos geöffnet, um 3.000 Talente Silber zur Abwehr der Belagerung zu entnehmen, von Herodes dem Großen aber als monumentales Heroon für den Begründer der Jerusalemer Dynastie neu gefasst (Bell I 61; Ant VII 393-394; XIII 249; XVI 179-183). Nach Cassius Dio stürzte es während des Bar Kochba-Aufstandes 132-135 n. Chr. ein (Historia Romana LXIX 14,2). Danach verschwand es aus dem kollektiven Gedächtnis und wurde erst seit fatimidischer Zeit unter dem Abendmahlssaal auf dem Südwesthügel neu lokalisiert, wo es noch heute gezeigt und verehrt wird.

Aus: Louis-Hugues Vincent / Ambroise-Marie Steve, Jérusalem de l’Ancien Testament. Recherches d’archéologie et d’histoire, I. Archéologie de la ville, Paris 1954, 318, Fig. 83

Abb. 26 Stollengrab (T1) im Grundriss und Längsschnitt.

Aufgrund dieser schriftlichen Vorgaben unternahm Weill 1913-1914 an der südöstlichen Flanke des Südosthügels Grabungen, um gezielt nach der königlichen Nekropole zu suchen. Dabei stieß er auf zwei Stollen und sechs weitere Felskammern oder Felsgrotten, die er als Felskammergräber interpretierte (Weill 1920, 35-44.103-106.130-139.157-173; Bieberstein / Bloedhorn 1994, III 112-118). Vier der sechs Felskammern oder Felsgrotten enthielten Bestattungen (T 4; T 5; T 7; T 8) und mindestens eine derselben (T 5) auch Keramik der Eisenzeit II B (Reich, 2004, 139-140), womit gesichert ist, dass in diesem Bereich tatsächlich ein Gräberfeld lag.

Hangoberhalb derselben fand Weill zwei Stollen (T 1; T 2) und nördlich derselben eine weitere Felskammer (T 3), die zwar vollständig ausgeraubt waren, seiner Ansicht nach aber allein schon aufgrund ihrer Lage und Form als die gesuchten Gräber der Könige von Juda zu betrachten seien. Der südwestliche Stollen (T 1) wurde von Süden betreten und war zweigeschossig angelegt. Das ältere, obere Geschoss (16,5 x 2 m; Höhe 1,8 m) ist tonnengewölbt und weist im Felsboden quer vor seiner Nordwand einen flachen, aber fein ausgearbeiteten Trog (1,8 x 1,18 m; Tiefe 0,3 m) auf. 8 m östlich dieses Stollens wurden Reste eines zweiten, aber schlechter erhaltenen parallelen Stollens (T 2) von vergleichbarer Größe entdeckt, der ebenfalls von Süden zu betreten und dessen südlicher Teil ebenfalls spätantiken Steinbrucharbeiten zum Opfer gefallen war.

Mit Dank an © 2015: Pia Bauenschmidt

Abb. 27 Stollengrab (T1) mit Grabtrog.

1923-1924 weitete Weill seine Grabungen nach Süden aus und stieß 75 m südsüdwestlich der beiden Stollen auf ein weiteres Felskammergrab (T 9; Weill, 1947, 112-118, Pl. X und XXXVII). Dieses bestand aus zwei annähernd rechteckigen Felskammern, die untereinander durch einen niedrigen Rundbogen verbunden waren, aber über keine horizontalen Eingänge von außen verfügten. Der Zugang zur westlichen Kammer (3,1 x 2,8 m; Höhe 2,2 m) erfolgte unmittelbar von oben durch einen rechteckigen Felsschacht (2,5 x 1,7 m; Höhe 1,9 m) in der Decke der Kammer und der Zugang zur östlich anschließenden Kammer (2,5 x 2,2 m; Höhe 1,8 m) ebenfalls durch einen rechteckigen, aber gemauerten Schacht (2,5 x 2,2 m; Höhe mindestens 1,6 m), die beide zur Einführung von Sarkophagen gedient haben dürften.

Zwar wurde die von Weill vorgeschlagene Deutung der Schacht- und Stollenanlagen als königliche Nekropole bestritten (Kenyon, 1974, 31-32.47.156-157; Ussishkin, 1993, 298-300; Na’aman 2004, 247-248; Reich, 2004, 134-140; 2011, 72-74), aber ihre alternative Deutung als Zisternen kann nicht überzeugen, denn der Eingang in den westlichen Stollen (T 1) an dessen tiefster Stelle, seine Zwischendecke und der Grabtrog sprechen gegen diese Alternative. Dagegen lässt ein Vergleich der beiden Stollen (T 1 und T 2) mit den Stollengräbern der Mittleren und Späten Bronzezeit von → Hazor (Zorn, 2006) und der Schachtanlage (T 9) mit den Königsgräbern der Mittleren Bronze- und frühen Eisenzeit von → Byblos eine Deutung der Befunde als Grabanlagen noch immer als plausibel erscheinen. Möglicherweise stammen sie noch aus der Mittleren oder Späten Bronzezeit und wurden von der davidischen Dynastie übernommen.

6.5.2. Grabanlagen im Tyropoiontal

1968-1971 stieß Benjamin Mazar im Tyropoiontal westlich des Robinson-Bogens auf vier Felskammern (Eilat Mazar / Benjamin Mazar, 1989, 49-55.108-117.180-184), die über annähernd quadratische Schächte betreten wurden und in ihren flachen Decken rechteckige Öffnungen aufweisen. Zwar enthielt keine der Kammern Bestattungen mehr; nur in einer fand sich zahlreiche Keramik der Eisenzeit II B; aber sie ähneln Grabanlagen in der südlichen und der östlichen Nekropole von → Achsib (Koordinaten: 1598.2725; N 33° 02' 58.1'', E 35° 06' 06.7'') (Dayagi-Mendels, 2002). Diese wurden im späten 11. oder 10. Jh. v. Chr. angelegt und vor allem im 9.-7. Jh. v. Chr. belegt. Allerdings müssen die vier Jerusalemer Anlagen – falls sie tatsächlich als Grabanlagen zu interpretieren sind – noch vor der Südwesterweiterung der Stadt in der Eisenzeit II B errichtet worden sein und dann als Grabanlagen aristokratischer Familien der Eisenzeit II A interpretiert werden, die sich dezidiert nicht an judäischen, sondern an phönizischen Grabanlagen orientierten.

6.5.3. Grabanlagen im Kidrontal

Noch wichtiger und interessanter ist die Nekropole von Silwān am östlichen Abhang des Kidrontales, in der Ussishkin (1993) drei Typen von Grabanlagen unterschied.

Foto und © 2015: Klaus Bieberstein

Abb. 28 Eingänge zu drei der ältesten Grabanlagen der Eisenzeit II B von Silwān.

Der älteste Typ umfasst sieben vollendete und vier unvollendete Grabanlagen, die in einer Felswand unterhalb des heutigen Dorfes liegen. Diese zeichnen sich durch einen auffallend engen quadratischen Eingang und eine kleine, aber ausnehmend sorgfältig gehauene Kammer mit giebelförmiger Decke aus, weisen an ihren Längsseiten aber stets nur ein oder zwei und nur in einem Fall drei tiefe Nischentroggräber, teilweise mit Kopfstützen oder umlaufenden Fugen zur Abdeckung mit Steinplatten, auf. Gelegentlich sind die Tröge in doppelter Breite zur Aufnahme zweier Bestattungen angelegt, die auf leicht unterschiedlichen Niveaus angeordnet sind. Diese Grabanlagen wurden nach dem Vorbild phrygischer Felskammergräber aus dem letzten Drittel des 8. Jh.s v. Chr. angelegt, sind in der südlichen Levante aber analogielos und wurden außerhalb der Nekropole von Silwān nur von wenigen Grabanlagen der Eisenzeit II C zitatweise – und zwar ausschließlich bezüglich der Kopfstützen – rezipiert.

Der jüngere Typ umfasst mindestens 22 sowie möglicherweise acht weitere Grabanlagen, die auf einer Felsterrasse oberhalb der oben genannten Grabanlagen im heutigen Dorf Silwān liegen. Diese werden durch mannshohe, teilweise sogar profilierte Eingänge und eine Vorhalle betreten, enthalten meist zwei oder drei hintereinanderliegende Kammern mit hohen Durchgängen, Flachdecken und umlaufenden Deckengesimsen (cyma recta) und weisen an den Wänden einfache Grabbänke oder flache Grabtröge ohne Kopfstützen auf. Sie wurden im späten 8. Jh. v. Chr. nach dem Vorbild der Königsgräber von Tušpa (Koordinaten: N 38° 30' 10'', E 43° 20' 22''), der Hauptstadt von Urartu am Ostufer des Vansees, insbesondere nach dem Vorbild des Grabmals für König Sarduri II. (756 - um 730 v. Chr.), angelegt und außerhalb der Nekropole von Silwān ebenfalls nur von wenigen Grabanlagen der Eisenzeit II C im Hinnomtal und nördlich des Damaskustores sowie in Chirbet Bēt Lajj (Koordinaten: 1422.1080; N 31° 33' 49'', E 34° 55' 41'') in der Schefela zitatweise – und zwar vor allem bezüglich des Deckengesimses und der profilierten Türrahmen – rezipiert.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014)

Abb. 29 Das „Grabmal der Tochter des Pharao“ der Eisenzeit II B in Silwān.

Der jüngste Typ umfasst nur drei oder vier Grabanlagen am nördlichen Rand des Gräberfeldes und besteht aus monolithischen, vom Fels isolierten Grabbauten, deren Innengestaltung Motive der beiden älteren Typen verbindet. Zudem weisen alle drei gesicherten Grabanlagen – im Gegensatz zu den ausnahmslos unbeschrifteten Grabanlagen der beiden früheren Typen – über oder neben ihren Eingängen Grabinschriften auf, die im Vergleich mit der Bauinschrift des Hiskia-Tunnels eine epigraphische Datierung um 700 v. Chr. erlauben (Renz / Röllig, 1995, 191-192.261-266; Dobbs-Allsopp u.a., 2005, 507-512). Die nördlichste Anlage wird traditionell als „Grabmal der Tochter des Pharao“ bezeichnet und lässt in ihrer Außengestaltung mit Hohlkehle und einem (später abgetragenen) Pyramidendach einen direkten oder indirekten, weil über Zypern vermittelten, ägyptischen Einfluss erkennen. Die südlichste Anlage weist über ihrem Eingang eine Grabinschrift für einen „Hausmeier“ (אֲשֶׁר עַל־הַבָּיִת ’ǎšær ‘al-habbājit) auf, dessen Name auf -jāhu endete, aber nicht mehr erhalten ist (Clermont-Ganneau, 1899, 305-313; Avigad, 1953; Ussishkin, 1993, 188-202; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 215-219; Renz / Röllig, 1995, 261-265; Dobbs-Allsopp u.a., 2005, 507-510).

Offenkundig haben sich in den elitären Grabanlagen von Silwān aristokratische Familien der Eisenzeit II B verewigt, die sich bewusst nicht an judäischen, sondern zuerst an phrygischen, dann an urartäischen und schließlich an ägyptischen Vorbildern orientierten, und vermutlich bezieht sich Jesajas Polemik gegen die Errichtung eines Grabes „hoch oben im Felsen“ durch den „Hausmeier“ Schebna(yāhu) in Jes 22,15-16 entweder auf die letztgenannte oder eine andere Grabanlage dieser Nekropole.

6.5.4. Grabanlagen im Hinnomtal

Nach der Westerweiterung der Stadt in der Eisenzeit II B durch Hiskia scheinen in der Nekropole von Silwān keine neuen Grabanlagen mehr angelegt worden zu sein. Stattdessen entstand im Hinnomtal westlich der Stadt eine neue Nekropole, die nur noch aus sehr einfachen Felskammergräbern bestand, in der Eisenzeit II C aber zur wichtigsten Nekropole der Stadt avancieren sollte, in deren Bereich auch eine Kultstätte für → Moloch betrieben wurde (Bieberstein, 2001, 511-513).

Die westlichsten Grabinventare wurden bereits 1927 und 1935 nur 200-300 m unterhalb des Mamillateiches südlich der Mamilla-Straße geborgen, aber erst 1956 von Amiran publiziert und ins 8.-7. Jh. v. Chr. datiert. 1989-1992 legte Reich etwa 150 m unterhalb derselben beim Bau eines neuen Parkhauses vor dem Jaffator über vierzig Felskammergräber frei, von denen mindestens zehn eisenzeitliche Bestattungen des späten 8. bis frühen 6. Jh.s v. Chr. enthielten. Drei weitere, aber vollständig ausgeraubte Felskammergräber wurden 1976 bei Grabungen von Broshi am Fuß der osmanischen Stadtmauer etwa 60 m südlich der Zitadelle entdeckt. 200 m südlich derselben wurde 1975 von Davis und Kloner eine noch unberaubte Grabanlage des 7. Jh.s v. Chr. freigelegt, die in zwei Kammern Reste von 43 Bestattungen enthielt. Abermals 400 m weiter südlich wurde auf dem gegenüber liegenden Abhang des Tales unterhalb der schottischen St.-Andreas-Kirche schon 1936 von Galling ein weiteres Gräberfeld beobachtet, das sieben Felskammergräber umfasste und seit 1975 von Barkay ausgegraben wurde. Unter einer Grabbank fand sich ein noch unberaubtes Beinhaus (Carnarium) mit Grabbeigaben – darunter zwei Silberlamellen mit dem Priestersegen nach Num 6,24-26 (→ Aaronitischer Segen) – vom ausgehenden 7. bis frühen 5. Jh. v. Chr. sowie Nachbestattungen aus hasmonäischer Zeit. Darüber hinaus scheint es auch im Unterlauf des Tales noch weitere späteisenzeitliche Felskammergräber gegeben zu haben.

6.5.5. Grabanlagen nördlich des Damaskustores

Fünf weitere Grabanlagen der Eisenzeit II C liegen 200-300 m nördlich des Damaskustores. Diese sind überdurchschnittlich großzügig angelegt, werden durch mannshohe Eingänge und Vorkammern betreten und nehmen mit Deckengesimsen, profilierten Durchgängen und Grabbänken mit Kopfstützen Motive der beiden älteren Gräbergruppen der Nekropole von Silwān auf (Barkay / Kloner / Mazar, 1994). Barkay und Kloner (1986) schlugen vor, das größte der fünf Hypogäen mit den Gräbern der Könige Manasse und Amon zu identifizieren, die laut 2Kön 21,18.26 nach Aufgabe der davidischen Nekropole „im Garten Usas“ beigesetzt wurden.

7. Jerusalem in achämenidischer, hellenistischer und herodianischer Zeit

7.1. Achämenidische Zeit (539-332 v. Chr.): Wiederaufbau von Tempel und Stadt

7.1.1. Kultureller Horizont

Der Untergang des neubabylonischen Reiches und die achämenidische Machtübernahme durch → Kyrus II. (ca. 559-530 v. Chr.) im Herbst 539 v. Chr. brachten für Jerusalem eine Wende. Doch sind die zur Verfügung stehenden Quellen schwach, denn die biblischen Texte vermitteln zeitferne verzeichnende Rückblicke, und die archäologischen Befunde sind äußerst spärlich.

7.1.2. Heimkehr und Tempelbau. Biblische Retrospektiven und archäologische Befunde

7.1.2.1. Biblische Retrospektiven

Esra; → Nehemia; → Esra- und Nehemiabuch

Laut Esr 1-6 habe Kyrus II. den Deportierten gestattet, nach Jerusalem zurückzukehren und den Tempel wieder aufzubauen, und sie seien auch sogleich aufgebrochen und hätten den Wiederaufbau unter Leitung von Serubbabel unverzüglich in Angriff genommen; sie seien aber vom „Volk des Landes“ derart behindert worden, dass sie den Tempel erst nach einer Bauzeit von 118 Jahren im sechsten Jahr unter Darius II. (424-405 v. Chr.) vollenden konnten.

Tabelle: Übersicht zur Darstellung der nachexilischen Zeit im Buch Esra.

Tabelle: Übersicht zur Darstellung der nachexilischen Zeit im Buch Esra.

Aber diese Erzählung enthält so grobe Anachronismen, dass sie erst in frühhellenistischer Zeit als redaktionelle Brücke zwischen 2Chr 36 und Esr 7 verfasst worden sein kann, als direkte Quelle zur Rekonstruktion der historischen Ereignisse aber ausscheiden muss (Bieberstein, 2003). So scheint Esr 3,1-3 davon auszugehen, dass in Jerusalem seit der Zerstörung des Tempels 587 v. Chr. keine Opfer mehr dargebracht wurden, doch gibt Jer 41,5 klar zu erkennen, dass der Opferkult (in einem reduzierten Umfang) auch nach Zerstörung des Tempelgebäudes weiterging, und vielleicht hat die in Juda verbliebene Bevölkerung darum auch keinen Grund gesehen, die Bauarbeiten sogleich zu beginnen. Erst als Haggai unter Darius I. (522-486 v. Chr.) im Spätsommer 520 v. Chr. das „Volk des Landes“ (Hag 2,4; vgl. Sach 7,5) aufrief und eine Heilszeit verhieß, die anbrechen werde, wenn der Tempel wiederhergestellt werde, wurde der Wiederaufbau am 21. September 520 v. Chr. in Angriff genommen (Hag 1,15), am 18. Dezember 520 v. Chr. der Grundstein gelegt (Hag 2,10.18) und der Bau in nur fünf Jahren im sechsten Jahr unter Darius I. am 12. März 515 (Esr 6,15) oder wahrscheinlicher erst am 1. April 515 (1Esdr 7,5) vollendet.

7.1.2.2. Archäologische Befunde

Dass von diesem Tempel keine archäologischen Befunde bekannt sind, erklärt sich angesichts seiner späteren Überbauung durch die Tempelplattform Herodes des Großen von selbst. Zwar hatte Kenyon (1974, 111-112.176-177) vorgeschlagen, einen Teil ihrer östlichen Umfassungsmauer bereits in achämenidische Zeit zu datieren und auf den Tempelbau unter Serubbabel zurückzuführen, aber ihr Vorschlag wurde nicht rezipiert. Dennoch deuten archäologische Beobachtungen darauf hin, dass der in Ez 41-42 beschriebene quadratische Tempelplatz von 500 x 500 Ellen (Ez 42,16-19) infolge der Rezeption des Entwurfs in achämenidischer oder frühhellenistischer Zeit tatsächlich realisiert worden sein könnte und der östliche Rand der quadratischen Plattform dem östlichen Rand der herodianischen Plattform entsprach (Benjamin Mazar, 1985; Ritmeyer, 1992; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 373-374; Ådna, 1999, 26-29; Konkel, 2001, 257-263).

7.1.3. Mauerbau unter Nehemia. Biblische Retrospektiven und archäologische Befunde

Ebenso schwierig ist der Wiederaufbau der Stadtmauer zu rekonstruieren. Esr 4,11-16 überliefert ein Beschwerdeschreiben an einen König namens Artaxerxes gegen den Wiederaufbau der Stadtmauer Jerusalems und Esr 4,17-22 ein Antwortschreiben desselben, wonach der Stadtmauerbau zu unterbinden sei. Demnach scheint es schon vor Nehemia einen Versuch zum Wiederaufbau der Stadtmauer gegeben zu haben.

Dieser Faden wird in Neh 1,1-4 wieder aufgenommen, wo Nehemia erzählt, am Hof von Artaxerxes in Susa von der Zerstörung der Stadtmauer erfahren und daraufhin geweint und getrauert zu haben, was sich schwerlich auf die Zerstörung der Stadtmauer 587 v. Chr. bezogen haben kann, sondern auf ein neuerliches Ereignis bezogen haben muss. Daraufhin ist er laut Neh 2,1-8 von Artaxerxes nach Jerusalem entsandt worden, um die Stadtmauer wiederherzustellen. Nach Neh 2,11-20 hat er drei Tage nach seiner Ankunft nachts die Stadtmauer inspiziert und anschließend die „Judäer“ zur Mitarbeit gewonnen. Anschließend wird in Neh 3,1-32 eine Liste der Bauabschnitte überliefert, die im Nordwesten der Stadt ansetzt, sie lückenlos im Gegenuhrzeigersinn umschreitet und Abschnitt für Abschnitt die zuständigen Bauleute nennt. Nach Störungsversuchen durch → Sanballat, den Statthalter von Samaria, in Neh 3,33-4,17 und Neh 6,1-6,14 wird die Stadtmauer nach 52 Tagen in Neh 6,15-16 vollendet, und in Neh 7,1-3 werden Torwächter eingesetzt.

Erst nach einer anschließenden Unterbrechung durch die Esra-Erzählung kommt Nehemia wieder zu Wort, um in Neh 12,27-43 von der Einweihung der Stadtmauer, in Neh 12,44-47 von der Bestellung von Amtsleuten und in Neh 13,1-3 von der Vertreibung von ammonitischen und moabitischen Mischlingen zu berichten.

Abschließend erzählt Nehemia in Neh 13,6-28 weiter, er sei im 32. Jahr des Artaxerxes zum König zurückgekehrt, nach einiger Zeit (leider ohne Jahresangabe) aber wieder nach Jerusalem gekommen, habe allerlei Missstände vorgefunden, den Sabbat durchgesetzt und sei gegen Mischehen vorgegangen.

So wird Nehemias erste Mission zwar ins 20. bis 32. Jahr des Artaxerxes datiert (Neh 1,1; Neh 5,14; Neh 13,6), doch ist dem Bericht nicht zu entnehmen, ob er sich auf Artaxerxes I. (465-424/423 v. Chr.) oder II. (405/404-359/358 v. Chr.) bezieht. Allein Artaxerxes III. (359/358-338 v. Chr.) und Artaxerxes IV. (338-336 v. Chr.) scheiden aus, denn sie haben keine 32 Jahre regiert.

Für eine Ansetzung schon unter Artaxerxes I. sprechen Papyrusfunde aus → Elephantine in Oberägypten. Dabei handelt es sich um die Korrespondenz einer judäischen Kolonie. Einer der Briefe (Cowley 1923, 108-122; Porten / Yardeni, 1986, 68-75; Weippert 2010, 481-483) stammt vom 25. November 407, er wendet sich an → Bogoas, den Statthalter von Juda, erwähnt den Hohenpriester Johanan von Jerusalem sowie Delaja und Schelemja und bezeichnet beide als Söhne des Sanballat, des Statthalters von Samaria. Der Hohepriester Johanan aber war ein Enkel des Hohenpriesters Eljaschib (Neh 12,22-23), eines Zeitgenossen Nehemias (Neh 3,1), und Sanballat der wichtigste Gegenspieler Nehemias (Neh 2,10.19; Neh 3,33; Neh 4,1; Neh 6,1.2.5.12.14; Neh 13,28). Daher legt dieser Brief nahe, Nehemia unter Artaxerxes I. anzusetzen, den ersten, gescheiterten Mauerbauversuch (Esr 4,11-22) zwischen 465 und 445, Nehemias ersten Aufenthalt in Jerusalem auf 445-433 und seinen erfolgreichen Mauerbau auf 445 v. Chr. zu datieren.

7.1.3.1. Archäologische Befunde zur Ostmauer der Stadt

Dass die von Nebukadnezar II. zerstörte Stadtmauer auf der halben Höhe des Abhanges über dem Gihon verlief und durch eine Vormauer am Fuß des Abhanges ergänzt wurde, ist seit der Entdeckung der Stadtmauer auf der halben Höhe des Abhanges durch Kenyon 1961 und Shiloh 1982 und der Vormauer am Fuß des Abhanges durch Reich und Shukron 1995 unumstritten. Ebenso unumstritten ist, dass die Stadtmauer irgendwann in nachexilischer Zeit an die obere Hangkante verlegt wurde. Unklar und umstritten ist nur, wann diese Verlegung geschah. Kenyon (1963, 14-16; 1974, 182-187) vertrat erstmals die Ansicht, dass sie schon in achämenidischer Zeit erfolgt sei, und ihre These wurde weithin rezipiert, doch wurden hierfür bislang keine überzeugenden Beweise erbracht.

Macalister-Duncan-Mauer: Dabei richtet sich das Interesse der Forschung vor allem auf jene Mauer, die 1923-1925 von Macalister und Duncan (1926, 49-74) entlang der oberen Hangkante oberhalb der „Stepped Stone Structure“ auf über 120 m verfolgt werden konnte (s.o. Abb. 12). Diese hatten vorgeschlagen, zwei Bauphasen der Mauer zu unterscheiden, (a) eine ältere Phase der Mauer gemeinsam mit der „Stepped Stone Structure“ und dem unteren Teil des großen Turmes südlich derselben in die vordavidische und (b) eine jüngere Phase der Mauer gemeinsam mit dem oberen Teil des Turmes südlich der „Stepped Stone Structure“ und dem kleinen Turm nördlich derselben in die salomonische Zeit zu datieren.

Aber diese Frühdatierungen der beiden Türme erwiesen sich als nicht haltbar, denn Kenyon und Shiloh stießen in ihren Grabungen 1961-1962 und 1978-1982 im Winkel zwischen der „Stepped Stone Structure“ und dem kleinen Turm nördlich derselben auf eine 3-4 m starke Schuttschicht der achämenidischen Zeit. Daher vertraten sie die Ansicht, dass die Mauer am oberen Rand der „Stepped Stone Structure“ erst in achämenidischer Zeit errichtet worden und Nehemia zuzuschreiben sei (Kenyon, 1974, 180-187; Shiloh, 1984, 20.29).

Dagegen suchte Eilat Mazar aufgrund einer räumlich sehr begrenzten Grabung von 2005-2008 unter dem nördlichen Turm eine Mittelposition. Sie datierte (a) eine ältere Phase der Mauer gemeinsam mit der „Stepped Stone Structure“ in die davidische Zeit und schrieb (b) nur die jüngere Phase der Mauer gemeinsam mit dem nördlichen Turm Nehemia zu (2009a, 74-75; 2009b; 2015b, 22-41; 2015d).

Doch kann die Zuschreibung der Mauer und des nördlichen Turmes an Nehemia durch Kenyon, Shiloh und Eilat Mazar nicht überzeugen. Denn erstens wurde die Verbindung zwischen der vermuteten Stadtmauer und der achämenidischen Schuttschicht durch die Grabungen von Macalister und Duncan zerstört, so dass die vermutete Stadtmauer nicht mittels der Schuttschicht datiert werden kann (De Groot, 2012, 173). Zweitens ist der genannte Turm auf der genannten Schuttschicht errichtet, so dass diese nur einen terminus post quem für die Errichtung des Turmes abgibt und dieser auch erst in hellenistischer Zeit errichtet worden sein kann. Demnach können sowohl die genannte Mauer als auch der nördliche Turm zwar schon aus achämenidischer, vielleicht aber auch erst aus hellenistischer Zeit stammen, und die vorgelegten Argumente von Kenyon, Shiloh und Eilat Mazar scheiden als Beweise für den Verlauf der Nehemia-Mauer aus.

Kenyon-Shiloh-Mauer: Schließlich war Shiloh an einer anderen Stelle seiner eigenen Grabungen auf einen geeigneteren Kandidaten für das Wiederaufbauwerk Nehemias gestoßen, denn er konnte 1978-1982 in Areal D im Südosten des Sporns exakt auf der Linie der eisenzeitlichen Stadtmauer auf einer Strecke von 10 m eine perserzeitliche Mauer verfolgen, die talseitig noch 1,5 m hoch anstand (Shiloh, 1984, 9 mit Plan 11). Zwar betrachtete er sie nur als Terrassenmauer, doch handelt es sich um den einzigen Mauerbefund, der sicher in die achämenidische Zeit datiert werden kann und aufgrund seines Verlaufes als ernsthafter Kandidat für die Wiederherstellung des Mauerringes unter Artaxerxes I. infrage kommt.

7.1.3.2. Siedlungsbefunde am Südosthügel

Shiloh Areal E: Zudem stieß Shiloh in weiteren Arealen zwischen der von Kenyon, Shiloh und Eilat Mazar favorisierten Linie an der oberen Hangkante und der renovierten eisenzeitlichen Stadtmauer auf Siedlungsbefunde der achämenidischen Zeit.

So konnte er zeigen, dass der südliche Flügel des „Ashlar Houses“ aus der letzten Siedlungsphase vor der Zerstörung der Stadt in achämenidischer Zeit renoviert wurde, dass seine westlichste Kammer einen neuen Steinpflasterboden, die östlichste Kammer einen (möglichen) Toilettensitz und zwei weitere Kammern in einer erst spätachämenidischen Phase zwei Öfen erhielten (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 19-22).

Ebenso fand er in Areal E den Rest eines Gebäudes der frühhellenistischen, d.h. vorhasmonäischen, Zeit (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 17-18) – deutliche Befunde, die nahelegen, dass Nehemia die eisenzeitliche Stadtmauer renoviert hat und die Mauerlinie erst in hellenistischer Zeit an die obere Hangkante verlegt wurde.

7.1.3.3. Archäologische Befunde zur Westmauer der Stadt

Nicht weniger umstritten als der Verlauf der Ostmauer ist auch der Verlauf der Westmauer der achämenidischen Stadt.

Am östlichen Rand des Tyropoiontales? Als Crowfoot und FitzGerald (1929) 1927 am Westabhang des Südosthügels im Tyropoiontal die Fundamente eines mächtigen Gebäudes fanden und als Stadttor interpretierten, wurde dieses weithin als Teil des von Nehemia wieder errichteten Stadtmauerringes betrachtet, von Alt (1928) als „Taltor“ (Neh 2,13.15; Neh 3,13; 2Chr 26,9) identifiziert und als Ausgangspunkt zur Rekonstruktion des in Neh 3 ausführlich beschriebenen Mauerringes genutzt (ebenso Avi-Yonah, 1954; Wightman, 1993, 65-77; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 86-94; Steiner, 2011). Doch seit Ussishkin (2006; 2012) und Ben-Ami (2014) eine Interpretation der Befunde als Stadttor verworfen haben, ist der Verlauf der westlichen Stadtmauer ungeklärt.

Am östlichen Rand des Hinnomtales? Wenn es vor der Zerstörung der Stadt durch Nebukadnezar II. zu keiner Zeit eine Stadtmauer im Tyropoiontal gab, scheidet eine Ansetzung der Nehemia-Mauer im Tyropoiontal von vornherein aus. Dann kommt für Nehemias Renovierung nur noch die zuletzt vor allem von Ussishkin (2006; 2012) vertretene These infrage, dass Nehemia den von Nebukadnezzar II. verwüsteten hiskianischen Stadtmauerring um den Südwesthügel wiederherzustellen versucht hat (Ussishkin, 2006b; 2012), auch wenn sich die Besiedlung vermutlich vor allem um den Tempel gruppiert hat, der Südosthügel nur sehr spärlich besiedelt blieb und der Südwesthügel erst in frühhellenistischer Zeit wieder nennenswert bewohnt wurde.

Allerdings braucht das Aufbauwerk nicht Nehemia allein zugeschrieben werden. Schließlich benötigte er nur 52 Tage. Aber sein Bericht bezog sich auch nur auf die Vollendung eines Aufbauwerkes, das erst wenige Jahre vor seiner Ankunft zwischen 465 und 445 erstmals in Angriff genommen und im ersten Anlauf gescheitert war. Dabei kann es sich angesichts der spärlichen Besiedlung bei der Wiederherstellung der Tore und der Einsetzung der Torflügel auch nur um einen idealistischen Versuch zur Wiederherstellung der verlorenen Größe oder um einen provisorischen Schutz vor nächtlichen Razzien, keinesfalls aber um einen massiven Ausbau der Verteidigungsanlagen gehandelt haben, der geeignet gewesen wäre, einen Aufstand vorzubereiten, und von Artaxerxes I. wohl auch nicht genehmigt worden wäre.

Zwar hatte Finkelstein (2007/08) erwogen, die Wiederherstellung des hiskianischen Mauerringes erst in hasmonäische Zeit zu datieren und die Nehemia-Erzählung als Propagandaerzählung für den hasmonäischen Mauerbau zu interpretieren, doch darf dieser Vorschlag als unwahrscheinlich gelten. Denn wenn der auf Nehemia zurückgeführte Mauerring in hasmonäischer Zeit noch nicht stand, ließ sich in hasmonäischer Zeit auch nicht glaubhaft von seiner Errichtung durch Nehemia erzählen.

7.1.4. Bilanz

Trotz der ungewöhnlich breiten Darstellung der Heimkehr unter Serubbabel, des Tempelbaus unter → Scheschbazar und des Stadtmauerbaus unter Nehemia in den Büchern Esra und Nehemia ist unser Wissen von der Entwicklung Jerusalems in achämenidischer Zeit bescheiden, denn die Darstellungen in Esra und Nehemia bieten teilweise sehr zeitferne und tendenziöse Rekonstruktionen, und die archäologischen Befunde sind äußerst gering (Carter, 1999, 134-148; Lipschits, 2009; De Groot, 2012, 173-176). Zwar lassen sich der Wiederaufbau des Tempels relativ sicher auf 520-515 v. Chr. und die Wiederherstellung der 587 v. Chr. zerstörten Stadtmauer zwischen 465 und 445 v. Chr. datieren, doch dürfte Jerusalem in jener Zeit nur eine kleine, um den Tempel gescharte Siedlung gewesen sein, deren Einwohnerzahl aufgrund fehlender Befunde nicht einmal ansatzweise geschätzt werden kann, und das weite Gelände innerhalb des nur provisorisch wiederhergestellten Stadtmauerringes dürfte auf dem Südosthügel nur spärlich besiedelt und auf dem Südwesthügel fast unbesiedelt gewesen sein.

7.2. Hellenistisch-hasmonäische Zeit (332-63 v. Chr.): Langsame Rückkehr zu alter Größe

7.2.1. Kultureller Horizont

Jerusalem war zwar schon in achämenidischer Zeit in einem engen Austausch mit der griechischen Welt, doch trat dieser mit dem Eroberungszug Alexanders des Großen in ein neues Stadium. Dieser errichtete mit seinen Kriegszügen innerhalb weniger Jahre ein Großreich, das von Ägypten bis nach Indien reichte, nach seinem Tod 323 v. Chr. aber in vier Teile zerbrach. Nach zähen Diadochenkriegen kam Judaea 301 v. Chr. zunächst zum Machtbereich der ägyptischen Dynastie der Ptolemäer und nach der Schlacht von Paneas 200 v. Chr. zum Machtbereich der syrischen Dynastie der Seleukiden.

Schon im 3. Jh. v. Chr. wurde in der judäischen Gemeinde in Alexandria ein Großteil der hebräischen Bibel ins Griechische übersetzt, die → Septuaginta entstand, und hellenistische Philosophen wie Hekataios von Abdera, Theophrast, Megasthenes, Klearch von Soloi und Hermippos von Smyrna zeigten sich fasziniert vom frühjüdischen Monotheismus (Hengel, 1988, 464-486). Dieser frühhellenistischen Faszination für den frühjüdischen Monotheismus korrespondierte eine frühjüdische Faszination für frühhellenistische Ideale. Daher ersuchte → Jason als Sprecher der philhellenischen Aristokratie von Jerusalem → Antiochus IV. Epiphanes (175-164 v. Chr.) anlässlich seiner Thronbesteigung um die Erlaubnis, in Jerusalem ein Gymnasium und eine Ephebie einrichten zu dürfen (1Makk 1,14 [Lutherbibel: 1Makk 1,15]; 2Makk 4,9.12; 4Makk 4,20; Ant XII 241), was vermutlich zumindest mittelfristig die Gründung einer Polis vorbereiteten sollte.

Als in einem konsequent integrierenden Monotheismus in → Samaria JHWH mit Zeus Xenos identifiziert und der JHWH-Tempel auf dem → Garizim Zeus Xenos gewidmet wurde, wurde dies von der samarischen Bevölkerung als Integration in die hellenistische Oikumene begrüßt. Doch als 167 v. Chr. auf seleukidischen Druck auch der JHWH-Tempel von Jerusalem Zeus Olympios geweiht und weitere Repressalien verfügt wurden (1Makk 1,41-64 [Lutherbibel: 1Makk 1,43-68]; 2Makk 6,1-7,42; Bell I 34-35; Ant XII 248-256), erhob sich der Widerstand der traditionalistischen judäischen Opposition unter Führung der Familie der → Makkabäer aus Modeïn (1Makk 2,1-4,35; 2Makk 8,1-9,29; Bell I 36-37; Ant XII 265-315). Nach einem dreieinhalbjährigen Kampf gegen die seleukidische Besatzung zog Judas Makkabäus (164-161 v. Chr.) 164 v. Chr. in Jerusalem ein und stellte den traditionellen Tempelkult wieder her (1Makk 4,36-61; 2Makk 10,1-8; Bell I 38-40; Ant XII 316-326), doch gelang es erst seinem Bruder und zweiten Nachfolger Simon (143/142-135/134 v. Chr.), im Sommer 141 v. Chr., die seleukidische Besatzung aus der Stadtburg Akra zu vertreiben (1Makk 13,49-51; Bell I 50; Ant XIII 215-217). So errang die traditionalistische Opposition nach Jahrhunderten der Fremdherrschaft über Judäa erstmals wieder eine umfassende politische Souveränität – eine Zäsur, die man auch mit einer neuen Zeitzählung zu markieren suchte.

Dabei gelang es der Familie der Makkabäer, sich als Dynastie zu etablieren, die von Flavius Josephus nach einem ihrer Ahnen namens „Hasmon“ als → „Hasmonäer“ bezeichnet wurde (Bell I 36; Ant XII 265). Seit sich Jonathan (160-143 v. Chr.) 153 v. Chr. zusätzlich zu seiner politischen Funktion zum Hohenpriester ernennen ließ (1Makk 10,20-21), verband sie erstmals in Judas Geschichte die politische und priesterliche Führung in einer Person. Zudem nahm Aristobul (104-103 v. Chr.) wieder den Königstitel an (Bell I 70; Ant XIII 301), der seit Alexander Jannai (103-76 v. Chr.) auch auf → Münzen bezeugt ist. So mutierten die ehemals antihellenistischen Kämpfer Zug um Zug zu einer hellenistischen Dynastie, was ehemalige antihellenistische Mitkämpfer in die antihasmonäische Opposition trieb.

7.2.2. Die „Erste Mauer“

7.2.2.1. Schriftliche Nachrichten

Makkabäerbücher

Schon für die Zeit der Makkabäerkämpfe wird mehrfach von Verwüstungen und Renovierungen der Stadtmauern Jerusalems berichtet: Antiochus IV. habe die Mauern der Stadt 168 v. Chr. zwar schleifen lassen (1Makk 1,31 [Lutherbibel: 1Makk 1,33]), aber Judas habe den „Berg Zion“ um 164 v. Chr. wieder befestigt (1Makk 4,60). Daraufhin habe der syrische Statthalter Lysias unter Antiochus V. 163 v. Chr. die Mauer um den Zion wieder zerstören lassen (1Makk 6,62), doch habe Jonathan im Herbst 153 v. Chr. begonnen, die Stadt mit Mauern aus Quaderwerk zu befestigen (1Makk 10,10-11; 1Makk 12,36-37), und Simon habe das Werk vollendet (1Makk 13,10) und die Mauern nach der Vertreibung der syrischen Besatzung 141 v. Chr. sogar noch erhöht (1Makk 14,37). Allerdings hatten diese nur knapp zwei Jahrzehnte Bestand, denn als die Stadt vermutlich 134 v. Chr. von Antiochus VII. belagert wurde, konnte Johannes Hyrkanos I. (135/134-104 v. Chr.) zwar den Abzug der Belagerer mit Silber aus dem Grab Davids erkaufen (Bell I 61; Ant VII 393; XIII 249), doch nur unter der Bedingung, dass die Mauerkronen der Stadt zuvor geschleift wurden (Ant XIII 248). Wohl werden ihm auch Bauarbeiten an der Mauer zugeschrieben (1Makk 16,23-24), aber wir wissen nicht, ob sich die Nachricht auf die Zeit vor oder nach der Schleifung der Mauer bezieht.

So mangelt es zwar nicht an Nachrichten über Schleifungen und Restaurierungen der Stadtmauer in den letzten Jahrzehnten der seleukidischen und den ersten Jahrzehnten der hasmonäischen Herrschaft, doch stammen die Quellen erst aus dem frühen 1. Jh. v. Chr. (1Makk) oder aus dem späten 1. Jh. n. Chr. (Flavius Josephus) und erlauben aufgrund ihrer ungenauen Formulierungen keine präzise Datierung der Renovierung der Stadtmauer, die weitgehend auf der Linie der Stadtmauer der Eisenzeit II B verlief, diese stellenweise sogar übernahm, von Flavius Josephus in seiner ausführlichen Schilderung als „Erste Mauer“ bezeichnet und – historisch unzutreffend – schon auf David und Salomo zurückgeführt wurde (Bell V 142-145.158).

Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak

Abb. 30 Jerusalem in hasmonäisch-herodianischer Zeit.

7.2.2.2. Archäologische Befunde am Südosthügel

Macalister-Duncan-Mauer: Dieser Stadtmauerring ist auf dem Südosthügel an mehreren Stellen archäologisch bezeugt. Zu ihm gehört – im Uhrzeigersinn beschrieben – zuerst die jüngere Bauphase der massiven Mauer am oberen Rand der „Stepped Stone Structure“, die vielleicht schon in achämenidischer (siehe oben), spätestens aber in frühhellenistischer Zeit errichtet und in einer zweiten Bauphase mit zwei Türmen ausgestattet wurde, die die ältere „Stepped Stone Structure“ nördlich und südlich flankieren (s.o. Abb. 12; Macalister / Duncan, 1926, 49-74; Kenyon, 1973, 180-187.192; Shiloh, 1984, 20.29; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 135-136; Mazar, 2015b, 22-41).

Shiloh Areal D: Etwa 200 m südlich des südlichen Turmes legte Shiloh 1978-1982 in Areal D hangoberhalb der bronze- und eisenzeitlichen Stadtmauerlinie eine neue, 3,5 m breite Stadtmauer mit einer Poterne frei, die noch bis zu 3 m hoch ansteht und über 18 m verfolgt werden konnte, ohne auf Reste einer achämenidischen Vorgängermauer zu stoßen (Shiloh, 1984, 8.30; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 119-120; Ariel / Hirschfeld / Savir, 2000, 64). Auch dies spricht dafür, dass die Stadtmauer in achämenidischer Zeit noch auf der bronze- und eisenzeitlichen Stadtmauerlinie verlief und erst in frühhellenistischer Zeit an die obere Hangkante verlegt wurde.

Shiloh Areale D und E: Ferner konnte Shiloh am gesamten Abhang unterhalb der Stadtmauer ausgedehnte Terrassenmauern verfolgen, von denen eine auf der Linie der bronze- und eisenzeitlichen Stadtmauer verlief. Diese gliederten den Hang in einem Bereich von über 155 m Länge in drei Terrassen von 5-8 m Breite, die untereinander mit hangabwärts verlaufenden Quermauern und Treppen verbunden waren (Shiloh, 1984, 8-11.14-15.30; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 119-125; Ariel / Hirschfeld / Savir, 2000, 62-68; De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 13-17.43-45.69-72.134-135; De Groot, 2012, 179). Am nördlichen Ende der Terrassen wurden auf der mittleren Terrasse in einem Abstand von 20-25 m von der rekonstruierten Stadtmauerlinie in einem Bereich von 40 x 15 m überraschend 15 Steinkistengräber entdeckt, deren Bestattungen ausnahmslos in nordsüdlicher Richtung lagen und ihre nächsten Parallelen in Chirbet Qumrān finden (De Groot / Bernick-Greenberg, 2012b, 73-76; De Groot, 2012, 179-183) – möglicherweise ein frühessenisches Gräberfeld.

7.2.2.3. Archäologische Befunde am Südwesthügel

Auch auf dem Südwesthügel ist an mehreren Stellen eine Sanierung oder Neuerrichtung der Stadtmauer nachgewiesen.

Avigad Areal W: Zu ihr gehört – im Gegenuhrzeigersinn beschrieben – zuerst die Sanierung eines eisenzeitlichen Stadtmauerwinkels am nördlichen Rand des heutigen Jüdischen Viertels, die Avigad 1975-1980 in Areal W nachweisen konnte. In einer zweiten Bauphase wurde unmittelbar östlich desselben ein nach Norden vorspringender Turm (9 x 9 m) mit 2,5-3,0 m starken Mauern aus Bossenquadern errichtet (Avigad, 1983, 67.70-71; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 306; Geva / Avigad, 2000a, 159-177). Zwar fand Avigad Münzen von Johannes Hyrkanos I. (135/134-104 v. Chr.) und Alexander Jannai (103-76 v. Chr.), doch gibt der Grabungsbericht nicht an, in welchem stratigraphischen Verhältnis sich die Münzen zum Turm verhielten (Geva / Avigad, 2000b, 233).

Avigad Areal X-2: 1976-1978 wurden ebenfalls von Avigad 50 m weiter westlich in Areal X-2 unmittelbar nördlich der vermutlich eisenzeitlichen Stadtmauer drei Mauerzüge freigelegt, die bis zu 6,8 m hoch anstehen und auf bis zu 12 m verfolgt werden konnten.

Avigad schlug vor, zwei der Mauerzüge im Abstand von 3,86 m als Fundamente des von Flavius Josephus erwähnten „Gennathtores“ (Bell V 146) zu interpretieren, von dem aus die Zweite Mauer nach Norden abbog und in einem Bogen zum Nordwesteck des Tempelplatzes führte (Avigad, 1983, 67-69; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 253-254; Geva / Avigad, 2000b, 215-234).

Zitadelle: 1934-1939 und 1947-1948 entdeckte Johns in seinen Grabungen im Innenhof der Zitadelle eine frühhasmonäische Stadtmauer, die über 90 m in einem Bogen von Nordost nach Südwest verfolgt und 1968-1969 von Amiran und Eitan, 1976-1980 von Geva und 1980-1988 von Sivan und Solar weiter untersucht werden konnte (Johns, 1950, 122-140; Amiran / Eitan, 1970, 11-12; Geva, 1983, 58-61; Sivan / Solar, 1994, 169-175). Diesen Grabungen zufolge sind drei vorherodianische Bauphasen zu unterscheiden:

(1) Der ersten Bauphase gehört der Kern der Stadtmauer an, die in ihren unteren Lagen aus unbehauenem Feldstein, überwiegend aber aus einfachen Quadern errichtet wurde.

(2) Diese wurde feldseitig durch zwei Türme verstärkt. Der nordöstliche lag unter dem heutigen Davidsturm und wurde noch nicht ergraben. Der zweite war mit Buckelquadern mit Randschlag verkleidet, 14,35 lang, 8,9 m breit und ist noch in elf Lagen von 55 cm Höhe erhalten. Steinkugeln und Pfeilspitzen am Fuß der beiden Türme gehen möglicherweise auf die Belagerung der Stadt durch Antiochus VII. 134 v. Chr. zurück.

(3) In einer dritten Phase wurde der nordöstliche Turm mit einer Vormauer aus unbehauenem Bruchstein umgeben, der südwestlich folgende Turm sowie die anschließende Stadtmauer feldseitig durch 3,5 m starke Mauerschalen aus Buckelquadern mit Randschlag verstärkt und südwestlich des zweiten Turmes ein 24 m langer und 11 m breiter dritter Turm aus nur grob behauenen Quadern errichtet, von denen zwölf Lagen à 52-55 cm ergraben sind. Münzen von Alexander Jannai (103-76 v. Chr.) aus einer Schuttschicht, die bei der Verstärkung des mittleren Turmes durchgraben wurde, sowie aus dem Fundamentgraben zeigen, dass die dritte Bauphase frühestens unter Alexander Jannai erfolgt sein kann (Johns, 1950, 139).

Re’em-Grabung: 2000-2001 stieß Re’em in seinen Grabungen südlich der Zitadelle unter der türkischen Kaserne (Kishle) unmittelbar unter der heutigen Stadtmauer auf ein weiteres Teilstück von über 20 m Länge und 5 m Breite, errichtet aus Buckelquadern mit Randschlag (Geva, 2008; Re’em, 2010).

Broshi-Grabung: Die südliche Fortsetzung derselben Mauer wurde am Fuß der heutigen westlichen Stadtmauer seit 1970 von Amiran und Eitan und 1973-1976 von Broshi in mehreren Teilstücken auf fast 200 m freigelegt, aber nie angemessen publiziert (Broshi / Gibson, 1994, 150-151; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 83-84).

Bliss-Dickie-Grabung: Die weitere Fortsetzung der Mauer am Südabhang des Südwesthügels wurde schon 1894-1897 von Bliss und Dicke in unterirdischen Stollen untersucht und vermessen. Dort stellten sie auf einer Strecke von über 400 m in mehreren Streckenabschnitten zwei sich überlagernde Mauerführungen fest, die sie bis zur Birket el-Ḥamra an der Mündung des Tyropoiontales verfolgen konnten (Bliss / Dickie, 1898, 1-53.83-88.128-130.260-270.312-324; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 114-117).

Zwar schlugen sie vor, die ältere Mauer mit der von Flavius Josephus beschriebenen „Ersten Mauer“ zu identifizieren, doch wurde ihre provisorische Datierung erst durch jene Nachgrabung bestätigt, die Zelinger 2007-2008 südlich des Christlichen Friedhofs unternahm (Zelinger, 2010).

Nochmal zur Datierung: Damit ist die hasmonäische Sanierung und stellenweise Neuerrichtung des Mauerringes zwar an mehr als einem Dutzend Stellen archäologisch gesichert, aber noch immer nicht so präzise datiert, dass sie mit einer der genannten Baunotizen korreliert werden könnte. Ohnehin muss sie nicht an allen Stellen zeitgleich erfolgt sein. Allein in der Zitadelle dürften die beiden frühen Bauphasen zwischen der Vertreibung der seleukidischen Besatzung 141 v. Chr. und der Belagerung durch Antiochus VII. 134 v. Chr. und die dritte Bauphase frühestens unter Alexander Jannai (103-76 v. Chr.) zu datieren sein.

7.2.3. Die „Zweite Mauer“

Noch schwieriger ist die „Zweite Mauer“ zu fassen, die nach Flavius Josephus noch vor der Einnahme der Stadt durch Herodes den Großen 37. v. Chr. errichtet wurde (Ant XIV 476). Seiner Beschreibung zufolge wies sie 14 Türme auf und führte vom Gennathtor im Norden der „Ersten Mauer“ in einem Bogen nach Nordosten zur Burg Baris, der späteren Burg Antonia am Nordwesteck des Tempelplatzes (Bell V 146.158), und umschloss auf diese Weise die „Vorstadt“ (προάστειον proásteieon).

Zwar schlug Avigad (siehe oben) vor, die von ihm in Areal W ergrabenen hasmonäischen Mauern mit dem genannten Tor zu identifizieren, doch ist diese Gleichsetzung nicht gesichert, und für den weiteren Verlauf der Zweiten Mauer liegen keine sicheren Befunde vor (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 101.104).

7.2.4. Der „Große Damm“

Mit dem Bau der Zweiten Mauer wurde der östliche Abschnitt der Ersten Mauer am nördlichen Rand des heutigen Jüdischen Viertels überflüssig, der von Avigad ergrabene Turm aufgegeben und der Streckenabschnitt bis zur Westmauer des vorherodianischen Tempelplatzes neu gestaltet.

Dort wurde wahrscheinlich in späthasmonäischer Zeit unter dem heutigen Ṭarīq es-Silsila („Straße des Kettentors“) ein über 100 m langer und 13 m breiter Damm aus opus caementicum errichtet, der auf einer horizontalen Ebene die Oberstadt im heutigen Jüdischen Viertel mit dem Tempelplatz verband und von Flavius Josephus mehrfach erwähnt wird (Bell I 143; VI 325). 2007-2010 wurde er von Onn, Weksler-Bdolah und Bar-Nathan in mehreren Sondagen nachgewiesen. An der tiefsten Stelle des Tales weist er zwei tonnengewölbte Durchgänge auf. Westlich derselben wurden in der Südseite der Dammmauer drei Hallen (24 m breit; 7 m tief) eines öffentlichen Gebäudes entdeckt, das südlich des Dammes eine noch nicht ergrabene Fortsetzung fand (Onn / Weksler-Bdolah / Bar-Nathan, 2011).

7.2.5. Die Akra

Über den Tempel und die Stadtmauer hinaus werden in antiken schriftlichen Quellen drei Stadtburgen oder Stadtpaläste genannt, die sich aufgrund der schriftlichen Quellen noch annähernd lokalisieren lassen und zunächst von der seleukidischen Besatzung und nach deren Vertreibung von den hasmonäischen Herrschern bewohnt wurden.

Geschichte: Die älteste der drei Burgen wurde als „Akra“ bezeichnet und wird im → Aristeasbrief 100-104 schon unter Ptolemäus II. Philadelphus (283-246 v. Chr.) vorausgesetzt. Zwar wurde der Text erst in hasmonäischer Zeit verfasst und steht im Verdacht, spätere Verhältnis zurückzudatieren, aber auch Flavius Josephus geht davon aus, dass die Burg schon in ptolemäischer Zeit als Sitz der ptolemäischen Besatzung diente, wenn er berichtet, die judäische Bevölkerung Jerusalems habe Antiochus III. Megas bei der seleukidischen Machtübernahme 200 v. Chr. geholfen, die ptolemäische Besatzung aus der Akra zu vertreiben (Ant XII 133-134). Andererseits schreibt er deren Errichtung wenig später ausdrücklich erst → Antiochus IV. Epiphanes 168 v. Chr. zu (Ant XII 252). Danach habe sie als Stützpunkt der seleukidischen Besatzung gedient, bis es Simon 141 v. Chr. gelungen sei, diese zu vertreiben (1Makk 13,49-51). Zwar erzählt Flavius Josephus weiter, Simon habe sie nach ihrer Einnahme schleifen und in dreijähriger Tag- und Nachtarbeit selbst ihre Fundamente abtragen lassen (Ant XIII 215-217), doch berichtet das erste Makkabäerbuch überzeugender, er habe sie sogar ausgebaut, selbst als Palast bezogen (1Makk 13,49-52; 1Makk 14,7.36; 1Makk 15,28), und noch Antiochus VII. habe von ihm vergeblich ihre Rückgabe gefordert (1Makk 15,28), was voraussetzt, dass sie noch mindestens bis 138 v. Chr. bestand. Vermutlich wurde sie frühestens mit dem Bau der Baris nördlich des Tempelgeländes durch Johannes Hyrkanos I. aufgegeben und abgetragen.

Lage: Nach Darstellung des Aristeasbriefes 100-104 habe sie an der höchsten Stelle der Stadt gelegen. Schließlich sollte sie den Zugang zum Tempelplatz kontrollieren. Auch nach Flavius Josephus habe sie so hoch gelegen, dass es möglich gewesen sei, von ihr aus den Tempelplatz zu überwachen (Ant XII 252.362), und man von ihr aus auf den Platz hinuntersteigen musste (Ant XII 406). Andererseits rechnet er sie ausdrücklich zur Unterstadt (Bell I 39; Ant XII 252). Demnach müsste sie zwar auf dem Sporn südlich des Tempels, aber noch immer sehr hoch im Bereich der späteren herodianischen Tempelplattform gelegen haben.

Spätestens mit der Erweiterung des Tempelgeländes unter Herodes dem Großen wurden ihre Reste – wenn die genannte Lokalisierung stimmt – überbaut. Jedenfalls waren zu Flavius Josephus’ Zeit keine Spuren der Burg mehr erhalten, und nur der nördliche Teil des Südosthügels trug noch ihren Namen (Bell V 137-139) (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 388-393; Ådna, 1999, 13-17).

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2015)

Abb. 31 Grabung von Ben-Ami, Tchekhanovets und Cohen mit Lage der von ihnen vermuteten Akra von Nordwest.

Zwar meldete das israelische Außenministerium im November 2015, Ben-Ami, Tchekhanovets und Cohen hätten in ihren Grabungen etwa 150 m südlich der herodianischen Tempelplattform am westlichen Abhang des schmalen Sporns eine 20 m lange und 4 m breite Mauer mit einem Glacis gefunden, die nach Ansicht der Ausgräber als Fundament der Akra zu interpretieren sei (mfa.gov.il/MFA/IsraelExperience/History/Pages/Has-the-Acra-from-2000-years-ago-been-found-3-Nov-2015.aspx), doch passt deren Lage weit unter dem Niveau des Tempelplatzes nicht zu den Angaben der antiken Quellen.

Entweder ist die Burg mit dem Aristeasbrief und Flavius Josephus wesentlich weiter nördlich unter dem späteren herodianischen Tempelplatz zu suchen. Oder sie lag tatsächlich am von Ben-Ami, Tchekhanovets und Cohen gemeldeten Ort. Dann muss erstens ihre Beschreibung im Aristeasbrief als nicht ortskundig gelten und zweitens angenommen werden, dass Flavius Josephus die zu seiner Zeit längst abgetragene Burg irrtümlich ebenfalls zu weit nördlich lokalisiert hat.

7.2.6. Die Baris

Johannes Hyrkanos I. (135/34-104 v. Chr.) baute am damaligen nördlichen und besonders gefährdeten Rand der Stadt eine neue, als „Baris“ bezeichnete Burg (Ant XV 403; XVIII 91-92), die sowohl dem Schutz der Stadt von Norden als auch zur Überwachung des südlich anschließenden Tempelgeländes diente (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 443-447; Ådna, 1999, 22-25). Diese fungierte auch unter seinem Sohn und Thronfolger Aristobul I. (104-103 v. Chr.), unter dessen Sohn und Thronfolger Alexander Jannai (103-76 v. Chr.), und seiner Witwe Salome Alexandra (76-67 v. Chr.) bis in die ersten Jahren unter Aristobul II. (67-63 v. Chr.) als Palast der hasmonäischen Dynastie (Bell I 75.118.121). Auch das Grabmal für Alexander Jannai muss im nördlichen Vorfeld der Stadt neben der Burg gelegen haben (Bell V 304; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 402-403).

7.2.7. Der Palast Aristobuls II.

Erst Aristobul II. scheint in seiner kurzen Herrschaft im Bereich des heutigen Jüdischen Viertels einen neuen Palast errichtet zu haben. Letzterer wird erstmals anlässlich der Einnahme der Stadt durch Pompeius 63 v. Chr. erwähnt (Bell I 143; Ant XIV 59) und dürfte nach Aristobuls Sturz auch Hyrkanos II. als Palast gedient haben (Bell I 250-251).

Da → Herodes der Große (40/37-4 v. Chr.) seinen eigenen neuen Palast am Westrand der Oberstadt erst im 13. Jahr seiner Herrschaft zu bauen begann und zuvor schon ein Palast erwähnt wird, der deutlich von der Burg Antonia unterschieden wird (Ant XV 292), scheint er während der ersten Jahre seiner Herrschaft im Palast Aristobuls II. und Hyrkanos’ II. residiert zu haben.

Unter dem Prokurator Porcius Festus (60-62 n. Chr.) übernahm Herodes Agrippa II. (50-92/93 n. Chr.) den alten Palast, um sich an seiner Stelle für seine Aufenthalte in Jerusalem einen neuen weitläufigen Palast zu errichten (Bell II 344; Ant XX 189-196). Dieser wird als westlich oberhalb des Xystos gelegen (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 398-399) beschrieben, der unmittelbar südlich des Großen Dammes lag, welcher eine direkte Verbindung zwischen dem Palast und dem Tempelplatz schuf. Demnach muss der Palast am östlichen Rand des heutigen Jüdischen Viertels etwa gegenüber der heutigen „Westmauer“ („Klagemauer“) gesucht werden. Allerdings kamen in diesem Bereich bislang keine archäologischen Befunde zutage, die sich zuverlässig mit ihm verbinden ließen (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 393-394).

7.2.8. Bilanz

Zu Beginn der frühhellenistischen Zeit war Jerusalem vermutlich nur eine kleine, um den Tempel gescharte und von der späteren herodianischen Tempelplattform überbaute Siedlung mit einem viel zu weiten und von Nehemia vermutlich nur notdürftig wiederhergestellten Mauerring, die erst im Horizont der hellenistischen Oikumene langsam aufzublühen begann. Zwar schien die Hellenisierung Jerusalems unter Antiochus IV. Epiphanes zunächst gescheitert zu sein, doch entwickelte sich unter der Dynastie der Hasmonäer ein frühjüdisch-hellenistisches Kleinkönigtum, das in Jerusalem mit der Sanierung der Stadtmauern und drei königlichen Palästen zuerst südlich, dann nördlich und schließlich westlich des Tempelplatzes einen repräsentativen baulichen Ausdruck fand.

7.3. Römisch-herodianische Zeit (63 v.-70 n. Chr.): Vom Ausbau unter Herodes dem Großen bis zur Zerstörung durch Titus

7.3.1. Kultureller Horizont

Die Einnahme Jerusalems durch Pompeius 63 v. Chr. (Bell I 141-154; Ant XIV 54-76) leitete für Judäa eine folgenreiche Epochenwende ein. Zwar führte Johannes Hyrkanos II. nominell die Tradition der hasmonäischen Dynastie noch weiter, doch mit den anhaltenden Konflikten mit seinem Bruder Aristobul II. und dessen Söhnen, die die Unterstützung der Parther genossen, gewann Antipater, der Strategos von Idumaea, mit seinen Söhnen Phasaël und Herodes mit römischer Unterstützung zusehends an Einfluss. 40 v. Chr. wurde Herodes der Große auf Vorschlag von Antonius und Octavian vom Senat zum König ernannt (Bell I 282-285; Ant XIV 381-389), zog 37 v. Chr. nach schweren Kämpfen in Jerusalem ein und beendete die Herrschaft der Hasmonäer (Bell I 345-357; Ant XIV 468-491).

Über sein Regiment und seine Baufreudigkeit außerhalb Jerusalems zu berichten, ist hier nicht der Ort (Lichtenberger, 1999; Roller, 1998; Japp, 2000; Netzer, 2006). Vielmehr ist nur der Ausbau Jerusalems von Belang. Dabei sind vor allem drei größere Bauprojekte zu nennen, die nicht der Vergrößerung der Stadt, sondern nur ihrem inneren Ausbau dienten.

7.3.2. Der Ausbau der Baris zur Burg Antonia

Noch vor der Schlacht von Actium und somit zwischen 37 und 31 v. Chr. baute Herodes die alte hasmonäische Baris nordwestlich des Tempels aus und benannte sie zu Ehren von Marcus Antonius „Burg Antonia“ (Bell I 401; Ant XVIII 92). Nach deren ausführlicher Beschreibung durch Flavius Josephus (Bell V 238-247) habe sich über einem 50 Ellen hohen Fels hinter einer drei Ellen hohen Umfassungsmauer ein 40 Ellen hoher palastartiger Bau mit vier Türmen von bis zu 70 Ellen Höhe erhoben, doch sind von ihr nur noch ein leicht trapezoid bearbeitetes Felsplateau (westöstliche Länge 112-120 m, nordsüdliche Breite 40-45 m, Höhe bis zu 10 m) mit einem nördlich vorgelagerten Graben und Resten der Südwand aus herodianischer Zeit erhalten (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III, 443-447; Lichtenberger, 1999, 35-39; Netzer, 2006, 120-126), und die Höhenangaben von Flavius Josephus müssen (wie noch öfter) als übertrieben gelten.

7.3.3. Der Bau eines neuen Königspalastes

Während der ersten Jahre seiner Herrschaft scheint Herodes noch im Hasmonäerpalast am östlichen Rand des heutigen Jüdischen Viertels residiert zu haben, denn nach Flavius Josephus begann er erst nach dem Ende einer Hungersnot, die im 13. Jahr seiner Herrschaft (25 v. Chr.) ausgebrochen war, sich am westlichen Rand der Oberstadt südlich der drei hasmonäischen Türme einen neuen Palast zu bauen (Ant XV 318).

Die weitläufige Anlage wurde von Flavius Josephus ausführlich beschrieben (Bell I 402; V 161-183; Ant XV 318). Seiner Darstellung zufolge erhoben sich auf der Stadtmauer am nördlichen Rand des Palastes drei quadratische Türme von 25, 40 und 20 Ellen Breite und 80, 90 und 55 Ellen Höhe, die Herodes nach seinem Freund Hippikus, seinem Bruder Phasaël und seiner Frau Mariamme benannte. Aber diese Maßangaben entsprechen nicht den Grabungsbefunden von Johns, Amiran, Eitan, Geva, Sivan und Solar im Hof der heutigen Zitadelle (Johns, 1950, 140-148; Amiran / Eitan, 1970, 13-15; Geva, 1983, 61-64; Sivan / Solar, 1994, 169-175). Diesen zufolge wurde die Stadtmauer zwischen den drei hasmonäischen Türmen zwar feldseitig durch 3,5 m starke Mauerschalen aus Spiegelquadern verstärkt, aber die auf den hasmonäischen Turmfundamenten errichteten herodianischen Türme waren nicht quadratisch, sondern längsrechteckig. Der nordöstliche Turm ist mit Spiegelquadern verkleidet, misst an seiner Basis etwa 22,6 x 18,3 m, ist in 16 Spiegelquaderlagen noch etwa 19,85 m hoch erhalten und wird seit der Spätantike als „Davidsturm“ bezeichnet. Der südwestliche Turm war 14,5 m breit, mindestens 18 m lang und wurde im frühen 1. Jh. n. Chr. durch einen Neubau von mindestens 25 x 17 m ersetzt. Allein auf dem mittleren hasmonäischen Turmfundament von 17,65 x 12,40 m haben sich keine Relikte eines herodianischen Turmes erhalten.

Südlich der Türme erstreckte sich nach Flavius Josephus nach Süden der Palast, der von einer 30 Ellen hohen und mit Ziertürmen gegliederten Mauer umgeben war und zwei Gebäude, die nach Caesar und Agrippa benannt waren, sowie weitere Räume, Säulenhallen und Innenhöfe mit Teichanlagen umfasste. Von diesem Palast kam 1983-1984 bei den Grabungen von Sivan und Solar im südlichen Graben der Zitadelle eine breite, nach Osten ansteigende Felstreppe zutage (Sivan / Solar, 1994, 175-176). Ferner wurden 1968-1969 von Amiran und Eitan (1970, 13-15) im Hof der Zitadelle, 2000-2001 von Re’em (Geva, 2008; Re’em, 2010) unter der türkischen Kaserne südlich der Zitadelle, 1971 von Bahat und Broshi im nördlichen Armenischen Garten (Bahat / Broshi, 1975, 55-56; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 87) und 1962-1967 von Kenyon und Tushingham im südlichen Armenischen Garten (Tushingham, 1985b, 25-44; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 84-86) parallele Substruktionen einer künstlichen Plattform nachgewiesen, auf denen der Palast errichtet war, woraus sich eine Nordsüderstreckung desselben von etwa 350 m ergab. Reste der aufgehenden Architektur sind aber nicht mehr erhalten.

7.3.4. Der Ausbau des Tempels

Erst nach dem Ausbau der Baris zur Burg Antonia und dem Bau des neuen Palastes nahm Herodes sein bedeutendstes Bauprojekt in Jerusalem, die grundlegende Neugestaltung der Tempelanlage, in Angriff.

Mit Dank an © 2015: Judith Gaebel

Abb. 32 Die Rekonstruktion des Herodianischen Tempelbezirks von Michael Avi-Yonah im Israel-Museum, Jerusalem.

Quellenlage: Während die äußere Tempelplattform noch weitgehend erhalten ist und ihre antiken Aufgänge ergraben sind, sind wir zur Rekonstruktion der inneren Bebauung der Plattform fast ausschließlich auf die divergierenden Beschreibungen durch Flavius Josephus und die Mischna angewiesen, die erst nach der Zerstörung des Tempels geschrieben wurden und ihn unterschiedlich idealisieren. Während Flavius Josephus (Bell V 184-226; Ant XV 380-402.410-425) stellenweise ungenaue Beschreibungen liefert, bietet die Mischna im Traktat Middot zwar präzise Maßangaben, zugleich aber eine Mischung aus historisch zuverlässigen Erinnerungen und einem programmatischen Entwurf für einen künftig zu realisierenden idealen Tempel. Die Rekonstruktion der Bebauung im inneren Bereich der Plattform kann fast nur aufgrund dieser zum Teil ungenauen und widersprüchlichen antiken Beschreibungen erfolgen, während sie im äußeren Bereich noch weitgehend aufgrund archäologischer Befunde möglich ist (Busink, 1980, 1017-1233; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III, 371-374; Patrich, 1994; Lichtenberger, 1999, 131-142; Netzer, 2006, 137-178; Jacobson, 2007).

Äußerer Vorhof: Bei der Neugestaltung der Anlage wurde die Plattform stark nach Norden, Westen und Süden ausgeweitet. Während der nach Norden zur Burg Antonia leicht ansteigende Fels abgetragen werden musste, erforderte die Anlage des Platzes nach Süden und Westen mächtige Substruktionen. Durch diese Abtragungen im Norden und Substruktionen im Süden wurde die Fläche auf 14,4 ha verdoppelt und der weitaus größte Tempelplatz der Antike geschaffen. Seine Nordmauer maß 315 m, seine Ostmauer 470 m, seine Südmauer 280 m und seine Westmauer 485 m. Die Mauern waren aus Spiegelquadern mit Saumschlag errichtet und im oberen Teil – wie bei den Gräbern der Patriarchen in → Hebron – durch Pilaster gegliedert. Nur ihr ungegliederter Sockel ist in großen Teilen noch original erhalten, aber der obere, gegliederte Teil der Mauer wurde 70 n. Chr. zerstört, in frühislamischer Zeit in einfachem Quaderwerk wiederhergestellt und dieses vor allem in ajjubidischer und osmanischer Zeit noch mehrfach renoviert (Busink, 1980, 951-992; Eilat Mazar, 2011c; Bahat, 2013, 242-273).

Umgebende Säulenhallen: Die ausgedehnte Plattform war als Quadriporticus konzipiert und im Westen, Norden und Osten von zweischiffigen Säulenhallen umgeben (Bell V 190-192; Ant XV 396). Hierzu wurde an ihrer Ostseite die vorherodianische „Salomonische Halle“ übernommen (Ant XX 219-222; Joh 10,23; Apg 3,11; Apg 5,12) und an ihrer Südseite eine äußerst repräsentative dreischiffige Basilika errichtet, die als „Königliche Halle“ bezeichnet wurde (Ant XV 393.411-416; Grafman, 1970; Benjamin Mazar, 1984; Ådna, 1999, 56-66; Netzer, 2006, 165-171). Am Nordrand des Platzes sind an der Südseite des Antonia-Felsen in 8,9 m Höhe in regelmäßigen Abständen noch quadratische Aussparungen von 48 x 48 cm erhalten, die von Burgoyne (1987, 43-44) als Widerlager für das Gebälk der nördlichen Säulenhalle gedeutet wurden.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

Abb. 33 Das „Dreifache Tor“ in der Südmauer der Tempelplattform.

Aufgänge zum äußeren Vorhof: Der Aufgang auf den Platz erfolgte von Süden über zwei Monumentaltreppen und zwei Tore – das heutige „Dreifache Tor“ und das „Doppelte Tor“ – sowie durch anschließende unterirdische Gänge, an deren Enden weitere Stufen auf das Plateau führten (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 146-152).

Von Westen wurden vier Zugänge angelegt (Ant XV 410):

Der südlichste Zugang führte über eine L-förmige Monumentaltreppe und den Robinson-Bogen in die Königliche Halle (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 41-44).

Der zweite Zugang erfolgte etwa 80 m weiter nördlich durch das Barclay-Tor und einen anschließenden unterirdischen Gang, an dessen Ende man ebenfalls über Stufen das Plateau erreichte (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 401-402; Jacobson / Gibson, 1996, 59-79; 1997).

 links © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014); rechts © public domain (Foto: Klaus Bieberstein, 1979)

Abb. 34 Der Wilson-Bogen am Nordende der „Klagemauer“.

Der dritte Zugang führte etwa 100 m weiter nördlich entweder über den Großen Damm oder über eine L-förmige Monumentaltreppe und den Wilson-Bogen am heutigen Doppeltor Bāb es-Silsila und Bāb es-Sakīna (Koordinaten: N 31° 46' 38'', E 35° 14' 04'') auf das Plateau. Zwar wurde der Bogen in seiner heutigen Form zeitweilig erst frühislamisch datiert (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III, 404-406; Bahat, 2013, 28.79-86), doch kann er inzwischen mit Onn, Weksler-Bdolah und Bar-Nathan (2011) überzeugend schon der herodianischen Westerweiterung der Plattform zugeschrieben werden. 1991-1992 kamen auf dem Platz vor dem Bāb es-Silsila und Bāb es-Sakīna die obersten Stufen einer monumentalen Zugangstreppe derselben Zeit zutage (Kogan-Zehavi, 1997).

Der vierte Zugang erfolgte etwa 40 m weiter nördlich durch das heute unterirdische Warren-Tor und einen anschließenden unterirdischen Gang, an dessen Ende man wiederum über eine Treppe in die unmittelbare Nähe des inneren Hofes gelangte (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 422; Bahat, 2013, 251-254).

Weitere Tore sind im Norden und Osten der Plattform anzunehmen. 90 m südlich der Plattform wurde ein Fragment einer griechischen Stiftungsinschrift für eine Pflasterung entweder der neuen Plattform oder – wahrscheinlicher – eines Platzes südlich derselben entdeckt (Isaac, 1983, 86-92; Cotton u.a., 2010, 45-47). Diese stammt aus dem 20. Jahr eines Herrschers, dessen Name nicht mehr erhalten ist. Wenn sie sich auf Herodes den Großen bezieht, kommen entweder das 20. Jahr nach seiner Ernennung (21/20 v. Chr.) oder nach seiner Einnahme der Stadt (18/17 v. Chr.) infrage.

Die Abgrenzung des heiligen Bezirks: Während diese Plattform vor allem dem Handel diente und auch von Nichtjuden frequentiert werden konnte, war innerhalb derselben ein Bezirk ausgespart, der nur von Jüdinnen und Juden betreten werden durfte, von Flavius Josephus als „zweites Heiligtum“ oder als „heilig“ (Bell V 193-194) und in der Mischna als סורג sôreg bezeichnet wurde (Middot 2,3). Stiche und Photographien aus dem 19. Jh. zeigen unmittelbar südlich der frühislamischen Plattform um den Felsendom ältere Stufen, die möglicherweise noch von dieser Abgrenzung stammen (Jacobson / Gibson, 1995).

Dieser Bezirk war durch eine Schranke mit Warntafeln in griechischer und lateinischer Sprache markiert, die Nichtjuden den Zutritt bei Todesstrafe verboten (Bell V 194; VI 125; Ant XV 417). Zwei der Tafeln in griechischer Sprache wurden 1871 nördlich des Platzes und 1935 östlich der Stadt gefunden (Clermont-Ganneau, 1872; Iliffe, 1938; Fry, 1979; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 104-106.226-227; Cotton u.a., 2010, 42-44).

Mit Dank an © 2015: Judith Gaebel

Abb. 35 Die Rekonstruktion des Herodianischen Tempels von Michael Avi-Yonah im Israel-Museum, Jerusalem.

Die Höfe des heiligen Bezirkes: Im Osten dieses inneren Bezirks lag ebenerdig der Vorhof der Frauen (Bell V 198-199). Von ihm aus führten im Westen 15 Stufen (Bell V 206; Middot 2,6) zu einem Tor (Bell V 204-205) zum zweiten Vorhof, der nur noch von israelitischen Männern betreten werden durfte. Dieser bildete eine Plattform, die von Norden und Süden über 12 (Middot 2,3) oder 14 (Bell V 195) Stufen erreicht wurde. Von diesem Vorhof der Männer war durch eine Balustrade der dritte Vorhof abgetrennt, der den Priestern vorbehalten war und der Vorbereitung sowie dem Vollzug der Opfer diente (Bell V 226; Ant XV 419; Middot 2,7).

Das Tempelgebäude: Vom Vorhof der Priester aus führten zwölf weitere Stufen zum Tempelgebäude hinauf (Bell V 207; Middot 3,6), das eine 100 Ellen breite und 100 Ellen hohe Schaufassade aufwies (Bell V 207; Ant XV 391). Flavius Josephus (Bell V 208-209) zufolge sei der Eingang zur Vorhalle 70 Ellen (Middot 3,7: 40 Ellen) hoch und 25 Ellen (Middot 3,7: 20 Ellen) breit und die Vorhalle selbst 90 Ellen hoch, 50 Ellen breit und 20 Ellen tief gewesen, womit der Bau die Maße des Salomonischen Tempels weit überschritten hätte. Zwar habe die anschließende Vorcella mit einer Breite von 20 Ellen und einer Länge von 40 Ellen ebenso wie die Cella mit ihrem Grundriss von 20 auf 20 Ellen noch die Maße des Salomonischen Tempels bewahrt (Bell V 215-216), doch sei die Vorcella von 30 auf 60 Ellen erhöht (Bell V 215) und über der Vorcella und der Cella ein Obergeschoss von weiteren 40 Ellen errichtet worden (Bell V 221), wodurch das Gebäude insgesamt einen maximalen Umfang von 100 x 100 x 100 Ellen erreicht habe (Bell V 221; Ant XV 391; Middot 3,6).

Zur Chronologie: Zur Chronologie des Bauprojekts widersprechen sich die Angaben von Flavius Josephus mit archäologischen Befunden, denn nach Flavius Josephus habe Herodes der Große in einer ersten Bauphase die Plattform und erst nach deren Vollendung das neue Tempelgebäude errichtet. Seinen Angaben zufolge hätten die Arbeiten an der Plattform im 15. Jahr (Bell I 401) oder im 18. Jahr (Ant XV 380) seiner Herrschaft begonnen und sich in den ersten acht Jahren nur auf die Ausweitung der Tempelplattform nach Süden, Westen und Norden sowie auf die Errichtung der sie umgebenden Säulenhallen bezogen (Ant XV 420). Da Flavius Josephus zuerst Bell und danach Ant schrieb, könnte die spätere Datierung in Ant als Selbstkorrektur zu interpretieren sein. Dann müsste die Plattform 12/11 v. Chr. vollendet worden sein.

Erst nach deren Fertigstellung und der Bereitstellung des Baumaterials für das neue Tempelgebäude sei das alte niedergelegt und innerhalb von nur 18 Monaten wiederaufgebaut worden (Ant XV 421). Dann müsste das Tempelgebäude um 10/9 v. Chr. fertig geworden sein.

Allerdings stieß Shukron 2001 unter der Westmauer der Plattform unter dem Robinson-Bogen auf zwei Miqwāôt, die vor dem Bau der Mauer sorgfältig verfüllt worden waren. Die Verfüllung der südlichen Miqwe enthielt 33 Kupfermünzen, davon acht aus der Zeit nach dem Tod Herodes des Großen. Die vier jüngsten wurden erst 17/18 n. Chr. geprägt und zeigen, dass zumindest der südliche Abschnitt der Westmauer der Plattform keinesfalls schon unter Herodes dem Großen, sondern frühestens unter Valerius Gratus (15-26 n. Chr.) grundgelegt worden sein kann (Shukron, 2012). Ferner fanden Reich und Billig 1994-1996 unter dem Straßenpflaster entlang der Westmauer Münzen, die zeigen, dass das Pflaster frühestens unter Pontius Pilatus (26-36 n. Chr.) verlegt wurde (Reich / Billig, 2000, 344-345).

Demnach wurde die Plattform entgegen Flavius Josephus mitnichten von Herodes dem Großen, sondern erst Jahrzehnte nach dessen Tod unter den römischen Präfekten nach Süden erweitert. Nach Joh 2,20 wurde an der Anlage bis unter Pontius Pilatus gebaut, und nach Flavius Josephus wurde sie sogar erst unter Albinus (62-64 n. Chr.) kurz vor dem Ausbruch des Jüdischen Aufstandes vollendet (Ant XX 219).

7.3.5. Weitere öffentliche Gebäude

Über den Umbau der Baris zur Burg Antonia, die Errichtung des neuen Königspalastes und die grundlegende Neugestaltung der Tempelanlage hinaus werden von Flavius Josephus noch weitere Gebäude genannt, die entweder von Herodes errichtet wurden oder zumindest zur Stadt der römisch-herodianischen Zeit gehörten (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 398-402).

Rathaus und Xystos: So wird unmittelbar südlich des von der Oberstadt zum Tempelberg führenden Großen Dammes ein Rathaus erwähnt (Bell V 144; VI 354), westlich des Rathauses der Xystos (Bell II 344; IV 581; V 144; VI 191.325.377), worunter ein Säulengang zu verstehen sein wird, und westlich des Xystos der von Aristobul II. errichtete und von Herodes Agrippa II. umgebaute ehemalige Hasmonäerpalast (Bell II 344; Ant XX 189; s.o. 7.2.6.-7.2.7.).

Theater, Amphitheater und Hippodrom: Ferner scheint Herodes der Große nach dem Bau der Antonia, aber noch vor dem Bau seines eigenen Palastes, in Jerusalem ein Theater und „in der Ebene“ (von Jerusalem, in Jericho oder in Caesarea?) ein Amphitheater errichtet zu haben (Ant XV 267-276). Denn vermutlich wurden beide zu den Spielen von Actium 28 v. Chr. angelegt, die zu Ehren des Sieges Octavians über Antonius gefeiert wurden, doch fehlt zu ihrer Lokalisierung jeder Hinweis (Lichtenberger, 1999, 74-79).

Schließlich wird nach Herodes’ Tod in Jerusalem ein Hippodrom erwähnt, das aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls von ihm gebaut worden war (Bell II 44; Ant XVII 255), doch ist nur überliefert, dass es südlich des Tempels oder der Stadt lag.

Allein vom Theater haben sich möglicherweise noch Relikte erhalten, denn 1994-1996 kamen in Grabungen von Reich und Billig (2000) elf Theatersitze mit griechischen Beschriftungen zutage, die in einem umajjadischen Palast südwestlich der Tempelplattform verbaut waren. Zudem fand Avigad (1983, 193-194) in einem Wohnquartier im heutigen Jüdischen Viertel zwei runde Taler aus Knochen oder Elfenbein mit griechischen und lateinischen Beschriftungen, die als Eintrittsmarken für ein Theater dienten.

Exkurs: Stätten der Passion Jesu. Von den Stätten der Passion Jesu ist – entgegen den Pilgertraditionen der letzten 1700 Jahre – allein der Ort der Verurteilung durch Pontius Pilatus (Mt 27,2.11-31; Mk 15,1-20; Lk 23,1-7.17-25; Joh 18,28-19,16) noch relativ sicher lokalisierbar, und zwar im ehemaligen Palast Herodes des Großen am westlichen Rand der Oberstadt. Denn laut Flavius Josephus übernahm Sabinus, der Beauftragte des Varus, des Statthalters von Syrien, nach dem Tod des Herodes alle königlichen Paläste (Bell II 18; Ant XVII 222) und verschanzte sich in einem anschließenden Volksaufstand im Phasaëlturm des Herodespalastes (Bell II 46; Ant XVII 257). Ähnlich berichtet Philo von Alexandria, dass auch Pontius Pilatus (26-36 n. Chr.) im „Herodespalast“ abstieg, und bezeichnet diesen ausdrücklich als „Sitz der Prokuratoren“ (Legatio ad Gaium 299-306). Schließlich notiert Flavius Josephus, dass auch Gessius Florus (64-66 n. Chr.) im „Königspalast“ abstieg, um vor ihm Gericht zu halten (Bell II 301), womit er sich wiederum auf den ehemaligen Herodespalast bezogen haben muss, denn den ehemaligen Hasmonäerpalast hatte inzwischen Herodes Agrippa II. übernommen und an seiner Stelle einen eigenen, neuen Palast errichtet (Bell II 344; Ant XX 189-196). Darum ist anzunehmen, dass auch Jesus weder in der Burg Antonia (Vincent / Abel, 1922, 571-586; Marie Aline de Sion, 1956, 193-267; Vollmer, 2015), noch im ehemaligen Palast Aristobuls II. (Pixner, 1979, 65-86), sondern ebenfalls vor dem ehemaligen Herodespalast am westlichen Rand der Oberstadt verurteilt wurde (Benoit, 1952; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III 394-396), auch wenn der Ort nie mit entsprechenden christlichen Lokaltraditionen verbunden wurde.

Alle weiteren Stätten der Passion Jesu werden erst vom 4. Jh. n. Chr. an erwähnt, sind als christliche Traditionsbildungen zu werten, und die traditionelle Via dolorosa erhielt erst in osmanischer Zeit ihre heutige Form (Bieberstein, 2007, 20-38; 2010).

7.3.6. Wohnquartiere

Während wichtige öffentliche Gebäude nur schriftlich bezeugt sind, wurden 1969-1982 von Avigad im heutigen Jüdischen Viertel (Avigad, 1983, 81-204; Geva, 2006; 2010a; 2014a), 1971-1972 von Broshi am Südwesthügel südlich des Zionstores (Broshi, 1976, 83-85; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 165-166) und seit 2007 von Ben-Ami und Tchekhanovets im Tyropoiontal (Ben-Ami / Tchekhanovets, 2011; Ben-Ami, 2013b, 22-31) in einem großen Umfang gehobene Wohnquartiere ergraben. Denn in allen drei Bereichen wurden umfangreiche Reste einer Wohnbebauung freigelegt, die den kulturellen Anschluss entsprechender Kreise Jerusalems an die hellenistisch-römische Welt bezeugen. Die Gebäude waren mehrheitlich zweigeschossig, häufig um einen Innenhof errichtet und oft mit farbigen Bodenmosaiken ausgelegt. Dabei wurde, wie in Masada, auf bildliche Darstellungen grundsätzlich verzichtet. Stattdessen zeigen die Mosaiken im Zentrum häufig eine Rosette oder ein anderes, mit einem Wellenband umfasstes geometrisches Motiv, und gelegentlich sind auch florale Motive belegt. Nur in einem Gebäude mit Peristyl wurde ein geometrischer opus sectile-Boden entdeckt. Ein Teil der Innenräume war mit Stuck im ersten pompejanischen Stil verkleidet, der Spiegelquader oder Marmor imitierte, oder wies farbige Wandmalereien im späten zweiten und dritten pompejanischen Stil auf (Rozenberg, 2008, 367-375). Dass Wandmalereien im zweiten und dritten Stil gelegentlich durch Stuckverkleidungen im ersten Stil ersetzt wurden, der seit Jahrzehnten aus der Mode gekommen war, zeigt eine nostalgische Rückwendung zu einem älteren hellenistischen Stil. Diese Nostalgie ist aber nicht als politisch motivierte judäische Abkehr von der römischen Kultur (so Baruch, 2008), sondern als Orientierung an der früheren und darum als würdiger erachteten hellenistischen Kultur zu interpretieren. Schließlich findet sich dasselbe Phänomen auch in Pompeji. In einem der besonders gut ausgestatteten Gebäude wurden Fragmente einer stuckierten Kasettendecke geborgen.

7.3.7. Die „Dritte Mauer“

Nach dem von Herodes dem Großen initiierten, großenteils aber erst nach seinem Tod vollendeten Ausbau des Tempels scheint erst sein Enkel Herodes Agrippa I. (41-44 n. Chr.) wieder ein größeres Bauprojekt in Angriff genommen zu haben. Sein Ziel war, die Fläche der Stadt durch eine neue Vorstadtmauer im flachen Gelände nach Norden auszuweiten (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 111-112.115-116). Flavius Josephus (Bell V 147-160) zufolge sollte der von ihm als „Dritte Mauer“ bezeichnete Stadtmauerzug vom Hippikusturm am Nordwesteck der Ersten Mauer zunächst nach Norden zum Psephinusturm verlaufen, am Grabmal der Königin Helena vorbei, wo sich das Haupttor mit den sogenannten Frauentürmen befand (Bell V 55.110), durch das Gebiet der Königshöhlen nach Osten führen, am Eckturm gegenüber dem Grabmal des Walkers nach Süden umbiegen und am Abhang zum Kidrontal auf die alte Ostmauer der Stadt treffen. Dabei sollte der neue Mauerzug mit 90 Türmen befestigt werden und die nördliche Vorstadt, die „Neustadt“ (Καινόπολις Kainopolis), „Bezetha“ (Βεζεθα Bezetha) oder „Holzmarkt“ (Δοκῶν ἀγορά Dokōn agora) genannt wurde (Bell II 530), in den Stadtmauerring einbeziehen. Allerdings wurde das Bauprojekt nicht vollendet.

Dafür nennt Flavius Josephus an drei Stellen drei unterschiedliche Gründe. Nach der ersten Darstellung habe Agrippa die Stadtmauer aufgrund seines Todes nicht vollendet (Bell II 218-219). Nach der zweiten habe er den Bau aus Sorge, Claudius könne das Projekt als Vorbereitung zu einem Aufstandsversuch verstehen, selbst wieder eingestellt (Bell V 152). Und nach der dritten sei das Bauprojekt von G. Vibius Marsus, dem syrischen Statthalter, Claudius angezeigt und von Claudius unterbunden worden (Ant XIX 326-327). Allerdings bietet Tacitus (Hist V 12,2) einen vagen Hinweis, wonach Agrippa die Erlaubnis zum Mauerbau durch Geld erkauft hatte und dieser ihm, entgegen der von Flavius Josephus berichteten Verweigerung, auch gestattet worden sei.

Dabei ist nicht auszuschließen, dass sich die vier Berichte auf unterschiedliche Bauprojekte oder unterschiedliche Phasen des Stadtausbaues beziehen. So könnten sich die Nachrichten im Bellum Judaicum, welche von einen Neubau der weit ausgreifenden Dritten Mauer berichten, auf einen ersten Mauerbauversuch beziehen, der von Claudius unterbunden wurde; und der Bericht in den Antiquitates, der vom Ausbau einer bereits bestehenden Mauer spricht, könnte einem zweiten, wesentlich bescheideneren Bauprojekt zuzuordnen sein, das von Claudius schließlich gestattet, nach dem frühen Tod des Königs aber eingestellt wurde; und Flavius Josephus könnte die Intervention durch C. Vibius Marsus zu Unrecht auf das zweite Bauprojekt bezogen haben. Aber die Quellenlage ist unklar und Sicherheit nicht mehr zu gewinnen.

Schon 1838 entdeckte Robinson nordwestlich der Altstadt im Bereich des späteren Russischen Viertels einen mächtigen Mauerzug sowie mehrere Turmfundamente, die 1841 von Lieutenant Colonel Alderson vermessen wurden (Robinson, 1841, 465-467; 1856, 179-180.201; Solomiac, 1943; Schmitt, 1981; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II 42-43). Die östliche Fortsetzung wurde knapp 500 m nördlich der osmanischen Altstadtmauer entdeckt. Nach kleineren Schürfungen durch Wilson, Schick und Paton führten Sukenik und Mayer 1925-27 dort die ersten größeren Grabungen durch, in deren Verlauf sechs Teilabschnitte freigelegt wurden (Sukenik / Mayer, 1930; 1944). Inzwischen kamen weitere Teilstücke zutage, so dass ihre Nordseite als weitgehend rekonstruiert gelten kann (Bieberstein / Bloedhorn, 1994, I 115-116.119-120).

Zwar wurde zeitweilig auch ein engerer Verlauf auf der heutigen nördlichen Stadtmauerlinie erwogen (Wightman, 1993, 167-173), doch sind entsprechende Vorschläge angesichts der genannten Befunde inzwischen weitgehend verstummt. Allerdings scheinen große Teile der Mauerlinie erst von den Aufständischen 67-70 n. Chr. vollendet worden zu sein.

7.3.8. Grabanlagen der hellenistisch-hasmonäischen und römisch-herodianischen Zeit

Während der achämenidischen Zeit scheinen nur eisenzeitliche Grabanlagen wiederverwendet worden zu sein, doch seit frühhellenistischer Zeit entstanden zahlreiche neue Grabanlagen, die die antike Stadt in einem Gürtel mit einem Radius von über 3 km umgaben und sich stellenweise zu Gräberfeldern verdichteten (Kartierung und Katalog aller bekannten Grabanlagen Kloner / Zissu, 2007). Dabei handelte es sich zunächst ausnahmslos um Felskammergräber (→ Grab). Die meisten wurden durch einen engen Abstieg betreten und waren mit einfachen Steinplatten verschlossen. Rollsteine oder Steintüren sind nur in wenigen, gehobenen Grabanlagen römisch-herodianischer Zeit bezeugt. Die Toten wurden mit Grabbeigaben auf umlaufende Bänke gelegt. Ökonomischere Schiebestollen tauchen erstmals im 2. Jh. v. Chr. in der Schefela auf und wurden auch im Bergland rezipiert. Steinsarkophage sind nur in sehr wenigen gehobenen Grabanlagen aus römisch-herodianischer Zeit bezeugt. Holzsarkophage sind zu vermuten, im regenreicheren Bergland aber nicht erhalten. Verweste Gebeine wurden zur Wiederverwendung der Grablegen mit ihren Grabbeigaben in Gruben im Boden der Grabanlagen gelegt. Ossuarien für Sekundärbestattungen kamen erst in herodianischer Zeit auf. Brandbestattungen wurden erst in römischer Zeit nachgewiesen und dürften auf Beisetzungen römischer Soldaten beschränkt geblieben sein.

Von diesen Grabanlagen heben sich einzelne Monumentalgräber ab. Die wichtigsten seien, beginnend mit dem prominentesten Bau, im Gegenuhrzeigersinn genannt:

Monumentalgrab mit opus reticulatum nördlich der Stadt: 1879 wurde von Conrad Schick auf einer kleinen Kuppe 250 m nordwestlich des Damaskustores ein Rundbau aus zwei konzentrischen Ringmauern mit Außendurchmessern von 33 und 12,4 m entdeckt, der außen zumindest teilweise mit konkaven Steinplatten und innen mit opus reticulatum verkleidet war (Schick, 1879a; 1879b; 1893; Netzer / Ben-Arieh, 1983; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III, 141; Bonato-Baccari, 2002; Netzer, 2006, 132-134).

Vermutlich wurde der Bau vom selben römischen Bautrupp ausgeführt, der auch in den Palästen Herodes des Großen in Jericho und Caesarea Philippi gearbeitet hat. Angesichts seiner Datierung unter Herodes dem Großen, seiner exponierten Lage an der nördlichen Ausfallstraße der Stadt und seiner Anlehnung an das Augustus-Mausoleum in Rom kann das Mausoleum nur von Herodes dem Großen errichtet worden sein. Möglicherweise wurde es von Herodes in Anlehnung an das Augustus-Mausoleum begonnen, um als sein eigenes Mausoleum zu dienen, aus politischen Gründen aber nicht vollendet und stattdessen im Herodeion ein neues Mausoleum errichtet, in dem er auch beigesetzt wurde (Bell I 673; Ant XVII 199).

Monumentalgrab westlich der Stadt: 1881 entdeckte Conrad Schick westlich des Hinnomtales, dem Palast Herodes des Großen auf Sichtweite gegenüber, ein weiteres Mausoleum. Dieses bestand aus einem nordsüdgerichteten rechteckigen Felsblock (28 x 11 m), der vom umgebenden Fels isoliert worden war, um als Nefeš (Gedenkstein) zu dienen, und zwei großzügigen Grabanlagen, die unter dem Felsblock lagen. Die von Norden zu betretende Anlage enthielt mehrere Rankensarkophage (Schick, 1892b, 115-120.185; 1893; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, III, 46-47; Kloner / Zissu, 2007, 356-357). Die von Osten zu betretende Anlage wurde erst 1976 entdeckt und ist stark zerstört (Kloner / Zissu, 2007, 357-358).

Das Mausoleum kann aufgrund seiner Lage und seiner Ausstattung mit jenem Grabmal für die Familie des Herodes gleichgesetzt werden, das Flavius Josephus als „Grabmäler des Herodes“ (Ἡρώδου μνημεῖα Ηērōdou mnēmeía Bell V 108) oder – vereinfacht – als „Grabmal des Herodes“ (Ἡρώδου μνημεῖον Ηērōdou mnēmeíon Bell V 507) bezeichnet hat.

 © public domain (Foto: Klaus Bieberstein, 1979)

Abb. 36 Das sog. Absalomgrab.

Monumentalgräber im Kidrontal: Weitere Monumentalgräber der frühhellenistisch-hasmonäischen und römisch-herodianischen Zeit liegen an der Ostseite des Kidrontales, dem südlichen Tempelplatz östlich gegenüber (Avigad, 1954; Bieberstein / Bloedhorn, 1994, II, 232-242; Hachlili, 2005, 29-34; Kloner / Zissu, 2007, 241-246). Das älteste Grabmonument ist die Grabanlage der Familie Bəne Ḥezîr, sie stammt aus frühherodianischer Zeit und zeichnet sich durch eine Vorhalle mit zwei Pilastern und zwei Säulen unter einem Triglyphen-Metopenfries aus.

 © public domain (Foto: Klaus Bieberstein, 1979)

Abb. 37 Das sog. Zachariasgrab.

Südlich derselben erhebt sich das traditionelle „Zachariasgrab“, eine Nefeš mit Pyramidendach aus frühherodianischer Zeit, und nördlich der Grabanlage der Familie Bəne Ḥezîr das „Absalomgrab“, ein Grabmonolith des frühen 1. Jh.s n. Chr. in der Formensprache römischer und nabatäischer Grabmonumente mit einem trompetenförmigen Dach. Nördöstlich hinter dem Monument schließt das traditionelle „Josaphatgrab“ an, dessen Vorhalle von einem Giebel mit Ranken und seitlich mit akroterartigen Halbpalmetten verziert ist.

Monumentalgräber in Sanhadrīja: Weitere, teilweise eng vergleichbare Grabanlagen finden sich verdichtet 1,6-2,0 km nördlich der heutigen Altstadt im Stadtteil Sanhadrīja (Jotham-Rothschild, 1952; 1954; Kloner / Zissu, 2007, 407-424).

7.3.9. Der jüdische Aufstand gegen die römische Besatzung und die Zerstörung der Stadt

Als in Caesarea Konflikte zwischen Juden und Hellenen ausbrachen und sich Gessius Florus, um das sinkende Steueraufkommen auszugleichen, in Jerusalem am Tempelschatz bediente, kam es im Frühjahr 66 n. Chr. zu Ausschreitungen, in deren Verlauf Teile der Oberstadt und der nördlichen Vorstadt sowie eine Tempel und Antonia verbindende Säulenhalle zerstört wurden (Bell II 271-341). Zwar versammelte Herodes Agrippa II. das Volk im Xystos und versuchte, es mit einer Rede von seinem Palast aus zu beschwichtigen und die Säulenhalle wiederaufbauen zu lassen (Bell II 342-404 s.o.), doch war der Aufstand nicht mehr aufzuhalten. Das Kaiseropfer wurde eingestellt, und die Aufständischen steckten die Paläste des Hohenpriesters Ananias und Herodes Agrippas II. sowie das Archiv mit den Schuldverschreibungen in Brand und nahmen schließlich auch die Antonia und den ehemaligen Palast Herodes des Großen und Amtssitz der Prokuratoren in Besitz (Bell II 405-456). Zwar unternahm Cestius im Oktober noch einen Versuch, die Stadt vom Mons Scopus aus wieder einzunehmen, verwüstete Bezetha und Holzmarkt, nahm gegenüber dem Königspalast Aufstellung und griff von Norden das Tempelgelände an, brach den Vorstoß jedoch vorzeitig ab und zog sich zurück (Bell II 527-555). Daraufhin befestigten die Aufständischen die Stadt (Bell II 648), worunter wohl die Fertigstellung der von Herodes Agrippa I. begonnenen Dritten Mauer zu verstehen sein wird (Bell V 155).

Den weiteren Verlauf des Aufstandes sowie den Bürgerkrieg der aufständischen Parteien in der Stadt zu referieren, ist hier nicht der Ort, wenngleich sich in den Schilderungen der Auseinandersetzungen durch Flavius Josephus noch weitere topographisch wertvolle Angaben finden.

Die erneute Belagerung der Stadt durch Titus, die dem Aufstand schließlich ein Ende setzte (Furneaux, 1973, 133-180; Schürer, 1973, 501-508; Smallwood, 1976, 316-327; Schwier, 1989, 27-40; Grabbe, 1992, 459-461; Price, 1992, 115-174), begann nach Flavius Josephus im Frühjahr des Jahres 70 n. Chr. nur wenige Tage vor Pesach mit der Errichtung dreier Lager am Mons Scopus und Ölberg (Bell V 67-70.135). Das nördliche Vorfeld der Stadt wurde eingeebnet (Bell V 106-108) und das Lager des Titus an das Nordwesteck der Stadt, dem Psephinusturm gegenüber, verlegt (Bell V 130-135). Der Durchbruch durch die ohnehin nur notdürftig errichtete Dritte Mauer erfolgte am 7. Artemisios (25. Mai), und die Zweite Mauer fiel nur fünf Tage später (Bell V 302.331). Titus legte eine Circumvallatio durch die beiden eroberten nördlichen Vorstädte und schloss den Tempelberg sowie die von der Ersten Mauer umgebene Altstadt in den Belagerungsring ein (Bell V 504-509). Die Burg Antonia wurde am 6. Panemos (25. Juli) gestürmt (Bell VI 15-80) und in siebentägiger Arbeit geschleift (Bell VI 93.149). Am 17. Panemos (6. August) wurde im Tempel das tägliche Opfer eingestellt (Bell VI 94), am 8. Loos (27. August) gingen die Tore des Tempelplatzes und am 10. Loos (29. August) das Tempelgebäude selbst in Flammen auf (Bell VI 220-280). Wenig später setzten die römischen Truppen auch das Rathaus, das Archiv, den nördlichen Teil des Südosthügels (Bell VI 354) und die Gebäude am südlichen Teil des Südosthügels (Bell VI 363) in Brand. Am 7. Gorpiaios (25. September) fiel schließlich auch die Oberstadt um den Palast Herodes des Großen in römische Hand, und am 8. Gorpiaios (26. September) war der Kampf um Jerusalem zu Ende (Bell VI 392-408.435).

Die Spuren der Zerstörungen sind fast allgegenwärtig und erlauben einen differenzierten Einblick in das Leben der letzten Tage der Stadt (Reich, 2009). Sie zeigen, dass ein Teil der Gebäude in den Kämpfen der letzten Tage in Flammen aufging (Geva, 2010b, 37-38.65-69), andere hingegen von Feuer verschont blieben (Reich, 2000, 110). Während die Umfassungsmauer der Tempelplattform systematisch geschleift wurde, wurden nach Flavius Josephus die drei Türme des Palastes und die Westmauer der Stadt ausgenommen, um als Denkmal für den errungenen Sieg und zum Schutz der zurückbleibenden Truppen zu dienen (Bell VI 413; VII 1-3).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Das Felsrelief der Stadt Jerusalem. Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak
  • Abb. 2 Die Entwicklung der Stadt nach Yigal Shiloh, 1984. Aus: Yigal Shiloh, Excavations at the City of David, I. 1978-1982. Interim Report of the First Five Seasons (Qedem 19), Jerusalem 1984, 72, Abb. 34
  • Abb. 3 Jerusalem in der Frühen Bronzezeit. Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak
  • Abb. 4 Jerusalem in der Mittleren Bronzezeit. Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak
  • Abb. 5 Die von Kathleen Kenyon ausgegrabene Mauer der Mittleren Bronzezeit II A (darüber die Stadtmauer der Eisenzeit II B). © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 6 Wasserversorgung am Gihon in der Mittleren Bronzezeit II: Erste Bauphase. Entwurf und © 2016: Klaus Bieberstein; Zeichnung: Julia Müller
  • Abb. 7 Korridor zum Quellturm der Mittleren Bronzezeit II von Südost. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014)
  • Abb. 8 Wasserversorgung am Gihon in der Mittleren Bronzezeit II: Zweite Bauphase. Entwurf und © 2016: Klaus Bieberstein; Zeichnung: Julia Müller
  • Abb. 9 Eingetiefte Plattform mit rundem Becken (blau angestrahlt) der Mittleren Bronzezeit II von Süden. Rechts (von Osten) die Mündung von Tunnel III der Mittleren Bronzezeit II. Oben (im Norden) die Abzweigung von Tunnel IV der Eisenzeit II B. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014)
  • Abb. 10 Jerusalem in der Späten Bronzezeit (mit dem Stadtmauerring der Mittleren Bronezezeit II – nur zur Orientierung). Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak
  • Abb. 11 Terrassen der frühen Eisenzeit I, „Stepped Stone Structure“ der späten Eisenzeit II A, Häuser der Eisenzeit II C, Stadtmauer und Stadttürme der hasmonäischen Zeit. Zeichnung © 2016: Klaus Bieberstein
  • Abb. 12 Terrassen der frühen Eisenzeit I, „Stepped Stone Structure“ der späten Eisenzeit II A, Häuser der Eisenzeit II C, Stadtmauer und Stadttürme der hasmonäischen Zeit. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010; Beschriftung: Klaus Bieberstein)
  • Abb. 13 Jerusalem in der Eisenzeit II A (mit dem Stadtmauerring der Mittleren Bronezezeit II – nur zur Orientierung). Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak
  • Abb. 14 Der Schnitt durch Shiloh Areal E (Square N / 5-4) zeigt, dass die Stadtmauer W285 der Mittleren Bronzezeit II bei der Errichtung der Stadtmauer W219 in der Eisenzeit II B zumindest hangseitig nicht mehr frei anstand. Aus: Alon De Groot / Hannah Bernick-Greenberg (Hgg.), Excavations at the City of David 1978-1985 Directed by Yigal Shiloh, VII A. Area E. Stratigraphy and Architecture, 2 Bände (Qedem 53), Jerusalem 2012, Plan 36
  • Abb. 15 Jerusalem in der Eisenzeit II B und C. Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak
  • Abb. 16 Die Stadtmauer der Eisenzeit II B in Shiloh Areal E. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 17 Avigad Areale A, W und X-2. Entwurf und © 2016: Klaus Bieberstein; Zeichnung: Julia Müller
  • Abb. 18 Die Stadtmauer der Eisenzeit II B in Avigad Areal A. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014)
  • Abb. 19 Wasserversorgung am Gihon in der Eisenzeit II B: Dritte Bauphase. Entwurf und © 2016: Klaus Bieberstein; Zeichnung: Julia Müller
  • Abb. 20 Der Warren-Stollen. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 21 Die obere Öffnung des Warren-Schachts. Mit Dank an ©: Hanswulf Bloedhorn
  • Abb. 22 Quellhöhle des Gihon und Ansatz von Tunnel VI. Mit Dank an ©: Hanswulf Bloedhorn
  • Abb. 23 Tunnel VIII „Hiskia-Tunnel“. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 24 Die Inschrift in Tunnel VIII („Hiskia-Tunnel“). © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 25 Die Ausdehnung des Neuassyrischen Reichs. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 26 Stollengrab (T1) im Grundriss und Längsschnitt. Aus: Louis-Hugues Vincent / Ambroise-Marie Steve, Jérusalem de l’Ancien Testament. Recherches d’archéologie et d’histoire, I. Archéologie de la ville, Paris 1954, 318, Fig. 83
  • Abb. 27 Stollengrab (T1) mit Grabtrog. Mit Dank an © 2015: Pia Bauenschmidt
  • Abb. 28 Eingänge zu drei der ältesten Grabanlagen der Eisenzeit II B von Silwān. Foto und © 2015: Klaus Bieberstein
  • Abb. 29 Das „Grabmal der Tochter des Pharao“ der Eisenzeit II B in Silwān. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014)
  • Abb. 30 Jerusalem in hasmonäisch-herodianischer Zeit. Entwurf und © 2015: Klaus Bieberstein; Kartographie: Richard Szydlak
  • Abb. 31 Grabung von Ben-Ami, Tchekhanovets und Cohen mit Lage der von ihnen vermuteten Akra von Nordwest. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2015)
  • Abb. 32 Die Rekonstruktion des Herodianischen Tempelbezirks von Michael Avi-Yonah im Israel-Museum, Jerusalem. Mit Dank an © 2015: Judith Gaebel
  • Abb. 33 Das „Dreifache Tor“ in der Südmauer der Tempelplattform. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 34 Der Wilson-Bogen am Nordende der „Klagemauer“. links © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2014); rechts © public domain (Foto: Klaus Bieberstein, 1979)
  • Abb. 35 Die Rekonstruktion des Herodianischen Tempels von Michael Avi-Yonah im Israel-Museum, Jerusalem. Mit Dank an © 2015: Judith Gaebel
  • Abb. 36 Das sog. Absalomgrab. © public domain (Foto: Klaus Bieberstein, 1979)
  • Abb. 37 Das sog. Zachariasgrab. © public domain (Foto: Klaus Bieberstein, 1979)
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