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Lexikon

Hebron

Detlef Jericke

(erstellt: Juni 2006; letzte Änderung: Mai 2016)

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1. Name

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Karte zur Lage von Hebron.

Der Name Hebron (חֶבְרוֹן ḥævrôn) wird von der Wurzel חבר ḥbr II „sich verbünden“ (Gen 14,3 u.ö.) abgeleitet und meint daher „Bündnisort“.

Die Namensform Kirjat-Arba, die das Alte Testament als weiteren Namen des Ortes kennt, bedeutet „Stadt der Vier“. Die Zahl könnte auf vier Stadtquartiere hinweisen. Weniger wahrscheinlich ist die Annahme, dass vier bei Hebron ansässige Clans (Lipiński) gemeint sind. Im → Josuabuch wird der Name Kirjat-Arba als „Stadt des Arba“ gedeutet (Jos 14,15; Jos 15,13). Arba gilt als Vater Anaks (Jos 15,13), dessen drei Söhne Scheschai, Ahiman und Talmai vorisraelitische Bewohner Hebrons sein sollen (Num 13,22; Jos 15,14). In der frühkirchlichen Tradition (→ Hieronymus) wird die Zahl auf vier in Hebron begrabene Erzväter bzw. Erzelternpaare gedeutet. Dabei können neben Abraham / Sara, Isaak / Rebekka und Jakob / Lea entweder Adam / Eva (der rabbinischen Tradition folgend; vgl. Jos 14,15: „Hebron hieß vorzeiten Arba, der der größte Mensch [hebr. hā’ādām] war unter den Anakitern“) oder → Kaleb (nach Jos 14,14) das vierte Paar bzw. die vierte Figur sein (Hieronymus, Epistulae 108,11 Bibliothek der Kirchenväter; Hieronymus bei Eusebius, Onomastikon 7, 11-15, Eusebs Onomastikon).

Der Name Mamre (מַמְרֵא mamre’) wird meist von מרא mr’ III „fett sein / fett machen“ abgeleitet. „Fetter / fruchtbarer Ort“ könnte sich auf das fruchtbare und landwirtschaftlich gut nutzbare Gelände um Hebron beziehen. Allerdings ist מרא mr’ III im Alten Testament lediglich in Derivaten bezeugt (v.a. מְרִיא mərî’ „Mastvieh“, 2Sam 6,13 u.ö.). Daher bleibt die Ableitung unsicher. Wenig wahrscheinlich ist eine Herleitung von מרא mr’ I „widerspenstig sein“ (Zef 3,1).

Für den Namen Machpela (מַכְפֵּלָה makhpelāh) wird mitunter eine Ableitung von der Wurzel כפל kpl „doppelt legen“ (Ex 26,9 u.ö.) vorgeschlagen. Machpela hieße dann „Doppelhöhle“. Die These stützt sich auf die rabbinische Tradition und auf die Übersetzung der → Septuaginta, die Machpela mit τò διπλοῦν „das Doppelte“ wiedergibt.

2. Biblische Überlieferung

Wenn Hebron als alleiniger Name der Stadt angeführt ist, handelt es sich um Erzählungen vom Königtum, sei es vom vorisraelitischen (Jos 10-12) oder von Davids Königtum (2Sam). Die Verwendung der übrigen Ortsnamen (Kirjat-Arba, Mamre, Machpela) dagegen findet sich ausschließlich in Erzählungen zur nichtköniglichen Zeit, entweder in solchen zur vorköniglichen Zeit (Erzelterngeschichte Gen 12-50; Landnahmeüberlieferungen Num 13; Jos 14; Jos 15) oder zur nachköniglichen Zeit, der Epoche persischer Suprematie (Neh 11,25).

2.1. Erzelternerzählungen Gen 12-50

Aus: Wikimedia Commons; © Yuvalhuck, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0; Zugriff 29.4.2016

Abb. 2 Das Zentrum Hebrons mit dem unter Herodes gebauten Ḥaram el-Chalīl, der teils als Synagoge, teil als Moschee genutzt wird und in dem sich angeblich die Gräber der Erzeltern befinden.

In den → Erzelternerzählungen dient der Ortsname Hebron lediglich als geographischer Fixpunkt zur Erklärung der Lage von Mamre und Kirjat-Arba. In Mamre bzw. bei den „großen Bäumen Mamre“ (Luther: „Hain Mamre“) lässt sich → Abraham für längere Zeit nieder (Gen 13,18; Gen 18,1), bevor er in den → Negev weiterzieht (Gen 20,1). Die Angabe von Gen 13,18, Mamre liege „in“ bzw. „bei Hebron“ (בְּחֶבְרוֹן bəḥævrôn), ist am ehesten so zu verstehen, dass Mamre zum Territorium Hebrons gehörte. Die lokale Anbindung der Figur Abrahams an die Gegend von Hebron in Gen 13,18 und Gen 18,1 wird oft so gedeutet, dass dort die älteste Abrahamüberlieferung entstand. Allerdings ist Abraham auch im Negev in → Beerscheba ansässig (Gen 20-22; v.a. Gen 21,33; Gen 22,19). Daher ist eine primäre lokale Verhaftung der Abrahamfigur in bzw. um Hebron aus der Abrahamgeschichte in Gen 11,27-Gen 25,11 nicht eindeutig zu entnehmen.

Aus: Wikimedia Commons; © Zairon, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 4.0 international; Zugriff 29.4.2016

Abb. 3 Das sog. Grab Isaaks im muslimischen Teil des Ḥaram el-Chalīl.

Eine wichtige Rolle spielt Hebron und sein Gelände im Zusammenhang mit den Überlieferungen vom Familiengrab der Erzeltern. Nach dem Tod → Saras kommt Abraham aus Beerscheba (Gen 22,19) nach Kirjat-Arba (Gen 23,2). Zu dem Ortsnamen Kirjat-Arba wird als Erklärung hinzugesetzt „das ist Hebron“ (Gen 23,2; vgl. Gen 35,27). Kirjat-Arba ist als eigenständiger Ortsname lediglich in Neh 11,25 belegt. Der Vers gehört zum Listenmaterial des → Nehemiabuchs, das die territorialgeschichtlichen Verhältnisse im südlichen Palästina während der Zeit der persischen Herrschaft (5./4. Jh. v. Chr.) beleuchten will. Daher ist zu vermuten, dass der Name Kirjat-Arba erst in der Zeit nach 586 v. Chr. gebildet wurde, als das Gelände von Hebron nicht mehr zu Juda gehörte, sondern von edomitisch-arabischen Gruppen kontrolliert wurde (s.u. 4.5.). Der Name Hebron dagegen ist durch die Königsstempel (s.u. 4.3.) als Ortsname während der Zeit judäischer Königsherrschaft bezeugt. Die Gleichsetzung von Kirjat-Arba mit Hebron in Gen 23 will demnach sicherstellen, dass der Platz des Erzelterngrabs als judäischer Ort erkannt wird. Nach längeren Verhandlungen mit den Bewohnern von Hebron, insbesondere mit einem Mann namens Efron, erwirbt Abraham das „Machpela“ genannte Grundstück mit einer Höhle, in der er Sara begräbt (Gen 23,19). In der Folge werden Abraham selbst (Gen 25,9) und Jakob (Gen 49,30; Gen 50,13), jeweils von ihren Söhnen, in der Grabhöhle von Machpela begraben. Eine Variante liegt bei der Notiz vom Begräbnis Isaaks durch Jakob und Esau vor, wo der Hinweis auf die von Abraham erworbene Höhle Machpela fehlt (Gen 35,27-29). Die mit Gen 23 zusammenhängenden Begräbnisnotizen haben eine strukturierende Funktion für die literarische Verbindung der unterschiedlichen Erzählstoffe der Erzelterngeschichte. Die überlieferungsgeschichtlich ausgerichtete Forschung zählt Gen 23 und die Begräbnisnotizen meist zur → Priesterschrift, wobei dem priesterschriftlichen Erzählgut eine wesentliche Funktion bei der abschließenden Redaktion der Erzelterngeschichte zugeschrieben wird. Allerdings finden bei dieser Erklärung die aufgezeigten Varianten bei der Behandlung der Ortsangaben keine Beachtung.

2.2. Landnahmeüberlieferungen

Beim ersten Versuch einer → Landnahme gelangen die von → Josua ausgesandten Kundschafter bis Hebron (Num 13,22). Hebron wird als eine bedeutende Stadt dargestellt. Dort sollen die drei sagenhaften Söhne des Anak leben. Außerdem sei Hebron sieben Jahre älter als die ägyptische Stadt Zoan (griech. → Tanis; Ṣān el-Ḥaǧar im nordöstlichen Nildelta). Das den Israeliten von JHWH zugesprochene Land übertrifft somit Ägypten an Alter und Dignität. Dennoch warnen alle Kundschafter vor der Einnahme des Landes. Einzig Kaleb rät zur Eroberung (Num 13,30). Daher bekommen die Kalebiten Hebron als Erbbesitz (Jos 14,13-15; Jos 15,13), nachdem Josua zunächst den König von Hebron (Jos 10,1-27; Jos 12,10) und anschließend die Stadt selbst besiegt hat (Jos 10,36; Jos 11,21).

Auch im Kontext der Landnahmeerzählungen wird im Zusammenhang der Schilderung des – in diesem Fall vorisraelitischen – Königtums lediglich der Ortsname Hebron verwendet, während in der Kundschaftererzählung (Num 13) und den damit zusammenhängenden Notizen (Jos 14; Jos 15) neben Hebron auch das Toponym Kirjat-Arba genannt ist. Dabei wird Kirjat-Arba entweder mit Hebron gleichgesetzt (Jos 15,13; Jos 15,54; vgl. Jos 20,7) oder als alter Name Hebrons ausgegeben (Jos 14,15; vgl. Ri 1,10). Die zuletzt genannte Variante setzt die Bezeichnung des Ortes nach Gen 23 voraus, da in der Logik des Erzählgefälles die Erzelternzeit aus Sicht der Landnahmegeneration eine vergangene Epoche darstellt.

Inwieweit die Darstellung Hebrons als imposanter Königsstadt in den Landnahmeerzählungen noch ein Reflex der zentralen Stellung der Stadt auf dem judäischen Bergland im 2. Jt. v. Chr. ist (s.u. 4.1.), muss offen bleiben. Die Verbindung von Kaleb mit Hebron setzt vermutlich territorialgeschichtliche Verhältnisse der Zeit nach 586 v. Chr. voraus, als das Gelände von Hebron unter der Kontrolle edomitisch-arabischer Gruppen war. Kaleb wird zwar an einigen Stellen als Judäer bezeichnet (Num 13,6; Num 34,19; 1Chr 2), seine Kennzeichnung als Kenasiter (Num 32,12; Jos 14,6; Jos 14,14; Jos 15,17; Ri 1,13; Ri 3,9) weist ihn jedoch als → Edomiter aus, da Kenas als Nachfahre von → Esau / Edom gilt (vgl. Gen 36,11; Gen 36,15; Gen 36,42).

2.3. Davids Königtum

Die zentrale Stellung Hebrons für → Davids frühes Königtum wird erzählerisch vorbereitet durch die Notiz, dass David einen Teil der Beute seiner Streifzüge in den Negev nach Hebron übersendet (1Sam 30,31). Zu dieser Zeit residiert David noch als Vasall des Philisterkönigs von → Gat in → Ziklag, einer Stadt im nordwestlichen Negev (1Sam 27,6; 1Sam 30). Nach einer Befragung JHWHs zieht David nach Hebron und wird dort zum König von Juda gesalbt (2Sam 2,1-4). Die Befragung JHWHs und dessen Aufforderung, nach Hebron zu gehen, legitimieren die Aktion Davids. Hebron wird als von JHWH ausersehene Königsstadt gekennzeichnet und erhält somit eine besondere Dignität. David bleibt sieben Jahre König in Hebron (2Sam 2,11; 2Sam 5,5; 1Kön 2,11). Schließlich kommen auch die Vertreter der Stämme Israels zu David und tragen ihm das Königtum an (2Sam 5,1-3). Sie berufen sich darauf, dass David bereits zu Lebzeiten → Sauls dessen Heerführer war und deuten dies als Legitimation Davids durch JHWH (2Sam 5,2). Mit der Annahme des Königtums über die Stämme Israels erfolgt eine Abwendung von Hebron. Hebron war ausschließlich Residenzstadt für das Königtum über Juda. Als König von Juda und Israel nimmt David Jerusalem als neue Residenz ein (2Sam 5,6-10). Im Erzählzusammenhang wird diese Aktion als eine von David selbst initiierte und durchgeführte beschrieben, die erst nachträglich JHWHs Einverständnis erhält (2Sam 5,10).

Inwieweit die Überlieferungen von Davids frühem Königtum in Hebron (2Sam 2,1-2Sam 5,5) historisch Zutreffendes enthalten, muss offen bleiben. Die kritischen Textanalysen führten bislang nocht nicht zu einem breit akzeptierten Konsens darüber, wie die Scheidung von Tradition und Redaktion in den Texten vorzunehmen ist und welche Überlieferungszüge älteres bzw. historisch zutreffendes Erzählmaterial enthalten. Ein Königtum in Hebron wird jedoch am Übergang vom 11. zum 10. Jh. v. Chr. nicht mehr als eine lokale oder eine begrenzte regionale Herrschaft gewesen sein (s.u. 4.2.).

Nach der Übernahme Jerusalems durch David kommt Hebron erzählerisch nur noch einmal in den Blick, beim Aufstand Absaloms. → Absalom inszeniert diesen Aufstand von seiner Geburtsstadt Hebron aus (2Sam 15,7-10; vgl. 2Sam 3,2-3). Nach der Niederschlagung des Aufstands wird Hebron nur mehr in der Zusammenfassung von Davids Königtum erwähnt (1Kön 2,11). Ansonsten findet sich der Ortsname in den → Königsbüchern nicht. Auch die Prophetenbücher und die weisheitlichen Schriften erzählen nichts von Hebron. Vielmehr stehen Jerusalem / Zion als von JHWH erwählter Wohnsitz und die Rolle der in Jerusalem / Zion regierenden Davididen im Zentrum des Darstellungsinteresses (neben verschiedenen Psalmen vgl. u.a. 2Kön 18-25; Jes 36-50; Ez). In dieser Tendenz spiegelt sich zum einen die zentrale Stellung Jerusalems im Gebiet von Juda während der Zeit der Herrschaft der Davididen. Hebron war in dieser bis zur → Eroberung Jerusalems durch die → Babylonier im Jahr 587/586 v. Chr. reichenden Epoche politisch und wirtschaftlich von Jerusalem abhängig (vgl. den Befund der Königsstempel, s.u. 4.3.). Zum anderen könnte die Nichterwähnung Hebrons in den erzählenden Überlieferungen zur mittleren und späten Königszeit und in den Prophetenbüchern auch damit zusammenhängen, dass diese Textcorpora erst nach 586 v. Chr. ihre endgültige Form erhielten, als Hebron im edomitisch-arabischen „Ausland“ lag (s.u. 4.5.) und als sich das Schicksal der sich als „Israel“ verstehenden Gemeinschaft immer mehr auf die Geschichte der Stadt Jerusalem mit ihrem jetzt nicht mehr bis Hebron reichenden judäischen Hinterland konzentrierte.

3. Lage und Lokalisierung

3.1. Hebron

Aus: Schick, 1898 (bearbeitet)

Abb. 4 Hebron und Umgebung nach einer Karte vom Ende des 19. Jh.s (1 Ǧebel er-Rumēde, 2 Ḥaram el-Chalīl, 3 Chirbet Nimrā, 4 Rāmet el-Chalīl, 5 Chirbet Sibte).

Hebron liegt ca. 30 km südlich von Jerusalem im Zentrum des judäischen Berglands auf einer Höhe zwischen 925 und 975 m ü.NN. (Koordinaten: 1605.1035; N 31° 31' 29'', E 35° 06' 39''). Die jährlichen Niederschlagsmengen und die Bodenbeschaffenheit erlauben Landwirtschaft ohne künstliche Bewässerung. Neben dem Gelände um → Betlehem war die Region um Hebron im Altertum ein Zentrum landwirtschaftlicher Produktion in dem ansonsten nur schwer zu nutzenden Bergland. Bei Hebron wurden vor allem Öl und Wein produziert. Mehrere ergiebige Quellen in und um Hebron sicherten den Wasserbedarf der Bevölkerung. Auch verkehrsgeographisch lag Hebron zentral, da von hier aus Hauptwege nach Norden (Jerusalem), nach Osten (Totes Meer), nach Süden (Beerscheba) und nach Westen (Schefela, Küstenebene) führten.

Abb. 5 Blick vom *Ǧebel er-Rumēde* auf das Zentrum der heutigen Stadt Hebron (*el-Chalīl*) mit dem Gebäude der Machpela (*Ḥaram el-Chalīl*) im Zentrum.

Abb. 5 Blick vom Ǧebel er-Rumēde auf das Zentrum der heutigen Stadt Hebron (el-Chalīl) mit dem Gebäude der Machpela (Ḥaram el-Chalīl) im Zentrum.

In alttestamentlicher Zeit lag Hebron westlich der heutigen Stadt auf dem Abhang des Ǧebel er-Rumēde (Koordinaten: 1597.1036; N 31° 31' 28'', E 35° 06' 08''). Dort wurden Reste einer Stadtanlage aus der Bronze- und Eisenzeit ergraben. In hellenistischer Zeit oder in römischer Zeit (2./1. Jh. v. Chr.) wurde die Siedlung ins Tal an die Stelle der heutigen Stadt (arab. el-Chalīl, Zentrum bei 1605.1035, N 31° 31' 29'', E 35° 06' 39'') verlegt.

3.2. Kirjat-Arba

Kirjat-Arba wird in der alttestamentlichen Überlieferung meist mit Hebron gleichgesetzt. Zwei Mal ist gesagt, Kirjat-Arba sei der alte Name von Hebron (Jos 14,15; Ri 1,10). Der einzige Beleg, der Kirjat-Arba ohne Bezugnahme auf Hebron nennt (Neh 11,25), spricht jedoch dafür, dass Kirjat-Arba eine relativ späte Namensbildung ist. Sollte der Name auf vier Stadtquartiere anspielen, könnte man daran denken, dass die Neugründung der Stadtanlage in hellenistisch-römischer Zeit der zeitgenössisch üblichen sog. hippodamischen Stadtplanung mit parallel und quer verlaufenden Straßen folgte, wodurch einzelne Stadtviertel gegeneinander abgegrenzt wurden. Da jedoch von der Stadtanlage der hellenistischen und römischen Zeit praktisch keine archäologischen Reste – mit Ausnahme des Ḥaram el-Chalīl (s.u. 3.3.) – bekannt sind, bleibt eine solche Annahme hypothetisch.

3.3. Machpela

 Aus: Wikimedia Commons; © Ooman, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0; Zugriff 29.4.2016

Abb. 6 Die Machpela (Ḥaram el-Chalīl).

Die tatsächliche Lage des in den Erzelternerzählungen genannten Feldes Machpela mit der gleichnamigen Höhle ist unbekannt. Das heute Machpela genannte Bauwerk (arab. Ḥaram el-Chalīl) im Zentrum der modernen Stadt stammt in seinen Anfängen aus der Zeit des Herodes (37-4 v. Chr.). Der Bau war zunächst lediglich ein nicht überdachtes ummauertes Podium, das die Lokaltradition der Erzelterngräber markieren sollte. Nach literarischen Quellen scheint die Lokaltradition seit dem 3. Jh. v. Chr. an dem Platz des Ḥaram el-Chalīl zu haften. Ob es einen früheren lokalen Haftpunkt für die Machpela gab und wo dieser gegebenenfalls lag, ist unbekannt. Die Wahl des Platzes könnte auch von bronze- und eisenzeitlichen Grabanlagen beeinflusst worden sein, von denen sich noch Reste in den Höhlen unterhalb des Ḥaram nachweisen lassen. In byzantinischer Zeit wurde innerhalb des Ḥaram eine Kirche errichtet, die in islamischer Zeit in eine Moschee umgebaut wurde. Der heute sichtbare Zustand mit der zweigeteilten Moschee, die seit 1967 teilweise als Synagoge genutzt wird, den Kenotaphen (leeren Särgen) für die Erzeltern und der seitlich angebauten Moschee mit dem Josefsgrab – entgegen der biblischen Tradition, die das Grab Josefs in Sichem kennt (Jos 24,32) – geht auf Um- und Einbauten aus dem 14. Jh. n. Chr. zurück.

3.4. Mamre

Die alttestamentlichen Texte kennzeichnen Mamre als einen offenen Platz, der bei Hebron bzw. noch im Territorium von Hebron lag. Eine Lage im oder am Rande des Stadtgebiets von Hebron setzt auch die Angabe voraus, Machpela liege „gegenüber von Mamre“ (Gen 23,19; Gen 25,9; Gen 49,30; Gen 50,13). Der zwei Mal verwendete Ausdruck אֵלֹנֵי מַמְרֵא ’elonê mamre’ „große Bäume Mamre“ (Gen 13,18; Gen 18,1) lässt nicht den Schluss zu, dass es sich um ein Baumheiligtum handelte. Vielmehr ist an einen bewaldeten Platz zu denken. Erst die Bezeichnung τερέβινθος terebinthos „Terebinthe“, die in Schriften der römischen und der byzantinischen Zeit verwendet wird, ließ die Vorstellung eines durch einen heiligen Baum markierten Platzes aufkommen. Josephus (Bellum Judaicum 4, 533 Text gr. und lat. Autoren) lokalisiert die Terebinthe in einer Entfernung von sechs Stadien (ca. 1100 m) von Hebron. Verschiedene Pilgerberichte ab dem 4. Jh. geben die Entfernung mit zwei römischen Meilen (ca. 3 km) an. Aus dem Textzusammenhang ist jeweils zu entnehmen, dass Mamre / Terebinthos nördlich von Hebron zu suchen ist. Die Diskrepanz in den Entfernungsangaben wird meist textkritisch aufgelöst, indem bei Josephus „sechzehn“ statt „sechs“ gelesen wird. Da eine solche Variante jedoch keinen Anhaltspunkt in der Textüberlieferung hat, muss in Erwägung gezogen werden, dass die Lokaltradition zu Mamre / Terebinthos in der Zeit zwischen Josephus (1. Jh. n. Chr.) und den Pilgerberichten um etwa zwei Kilometer weiter nach Norden wanderte. Literarische Quellen belegen, dass der Platz in spätrömischer Zeit als Jahrmarkt genutzt wurde. Erst in byzantinischer Zeit wurde die vermeintliche Dignität des Orts wiederhergestellt. Nachdem Eutropia, die Schwiegermutter Kaiser Konstantins, Mamre / Terebinthos besucht und einen entsprechenden Bericht über das „heidnische“ Treiben an den Hof gesandt hatte, befahl Konstantin den Bau einer Basilika.

Aus: Mader, 1957 (bearbeitet)

Abb. 7 Plan von Rāmet el-Chalīl.

Etwa 3,5 km nördlich der heutigen Stadt Hebron befindet sich die Ruinenstätte Rāmet el-Chalīl (Koordinaten: 1602.1072; N 31° 33' 25'', E 35° 06' 25''). In den 20er-Jahren des 20. Jh.s wurde dort ein ummauerter Bezirk von ca. 65 x 50 m Größe freigelegt, der in seinen Ursprüngen auf die Zeit des Herodes zurückgeht. Im Ostteil fanden sich Reste einer Kirche aus byzantinischer Zeit. Aus frühislamischer Zeit stammt eine kleine Siedlung innerhalb des Bezirks. Wahrscheinlich sollte mit dem ummauerten Gelände die Lokaltradition des biblischen Mamre augenfällig markiert werden. Die Übereinstimmungen mit den Angaben in den literarischen Dokumenten der römischen und byzantinischen Zeit (Entfernung zu Hebron, Kirchenbau) machen eine Lokalisierung von Mamre / Terebinthos mit Rāmet el-Chalīl wahrscheinlich.

Abb. 8 Ausgrabungen auf *Rāmet el-Chalīl* (Blick nach Osten).

Abb. 8 Ausgrabungen auf Rāmet el-Chalīl (Blick nach Osten).

Hinsichtlich einer Gleichsetzung des Platzes mit dem alttestamentlichen Mamre sind jedoch Zweifel berechtigt. Bis auf einige frühbronzezeitliche Grabfunde sowie sehr wenige Scherben der → Eisenzeit II wurden keine archäologischen Reste aus vorrömischer Zeit nachgewiesen. Dazu kommen die alttestamentlichen Belege, die auf eine größere Nähe von Mamre zu Hebron weisen. Sie werden untermauert von der bei Josephus zu findenden Entfernungsangabe von sechs Stadien. Bereits vor den Grabungen in Rāmet el-Chalīl machte der Dominikanerpater Abel auf die Chirbet Nimrā (Koordinaten: 1609.1038; N 31° 31' 35'', E 35° 06' 52'') aufmerksam. Der Platz liegt ca. 1 km nördlich des Stadtzentrums von Hebron auf einer Anhöhe. Der arabische Name Nimrā erinnert an die Namensform Mamre. Auf der Chirbet Nimrā wurden vor einigen Jahren Grabungen durchgeführt. Sie legten ein Gebäude frei, das in frühpersischer (6./5. Jh. v. Chr.) und in hellenistischer Zeit (3.-1. Jh. v. Chr.) genutzt wurde. Unter der Voraussetzung, dass die Erzelternerzählungen, insbesondere die Abrahamgeschichte, in der vorliegenden Form in der Zeit nach 586 v. Chr. entstanden, ist die Gleichsetzung von Chirbet Nimrā mit dem alttestamentlichen Mamre durchaus plausibel. Erst in herodianischer Zeit und insbesondere in frühkirchlicher Zeit wurde die Ortstradition weiter nach Norden, nach Rāmet el-Chalīl verlagert. Erklärungsbedürftig bleibt dabei, warum Josephus noch die ältere Ortstradition voraussetzt, obwohl zu seiner Zeit der ummauerte Bezirk von Rāmet el-Chalīl bereits existierte. Eine mögliche Erklärung ist, dass Josephus die Bauten des Herodes, die in jüdischer Tradition stehen, so etwa auch den Ḥaram in Hebron, unerwähnt lässt, während er lediglich die Bauprojekte schildert, die Herodes als Bauherren in hellenistisch-römischer Tradition zeigen.

Eine weitere Lokaltradition zu Mamre findet sich bei der Chirbet Sibte ca. 2 km nordwestlich von Hebron. Sie lässt sich allenfalls bis in das späte Mittelalter zurückverfolgen. Im 19. Jh. wurde dort eine „Eiche Abrahams“ gezeigt. Heute wird der Platz von der russisch-orthodoxen Kirche betreut.

4. Geschichte

4.1. Bronzezeit

© Detlef Jericke, Foto 1984

Abb. 9 Ğebel er-Rumēde.

Die archäologisch nachweisbare Geschichte Hebrons beginnt in der Frühbronzezeit. Aus der Frühbronzezeit I (spätes 4. Jt. / frühes 3. Jt. v. Chr.) sind Grabfunde vom Ǧebel er-Rumēde belegt. In der Frühbronzezeit III (zweite Hälfte 3. Jt. v. Chr.) wurde erstmals eine massive Stadtmauer errichtet, von der auf dem Ǧebel er-Rumēde zwei Teilstücke von ca. 14 m und ca. 12 m nachgewiesen sind. In der Mittelbronzezeit II (18.-16. Jh. v. Chr.) wurde eine neue massive Stadtmauer angelegt, deren Verlauf etwas von der frühbronzezeitlichen Mauerführung abweicht. Die mittelbronzezeitliche Stadtmauer war mit Türmen und Vorsprüngen versehen. Sie ist heute noch stellenweise auf dem Gelände des Ǧebel er-Rumēde zu erkennen. Aus der Mittelbronzezeit stammt auch ein Keilschrifttäfelchen, das neben vier Personennamen eine Liste von Tieren enthält. Der Fund gehört zu den wenigen bisher in Palästina nachgewiesenen Schriftzeugnissen der Bronzezeit. Zusammen mit der massiven Stadtmauer weist er darauf hin, dass Hebron um die Mitte des 2. Jt.s v. Chr. eine wichtige Stadt war, vermutlich das Zentrum eines teilautonomen Stadtstaates, der größere Teile des zentralen judäischen Berglands umfasst haben dürfte. Aus der Spätbronzezeit (15.-13. Jh. v. Chr.) sind bislang nur Grabfunde nachgewiesen. Wahrscheinlich bestand auf dem Ǧebel er-Rumēde zu dieser Zeit keine dauerhaft bewohnte Siedlung.

4.2. Eisenzeit I

Aus: Jericke 2003, 320 Abb. 4

Abb. 10 Plan von Ǧebel er-Rumēde (schraffiert: Stadtanlage der Mittelbronzezeit, gestrichelte Linie: erschlossene Ausdehnung der Siedlung des 11./10. Jh.s v. Chr.).

Die Besiedlung setzt erst wieder in der ausgehenden → Eisenzeit I ein (11./10. Jh. v. Chr.). Über die Art der Siedlung aus dieser Zeitspanne, in der nach alttestamentlicher Überlieferung David als König in Hebron residierte (2Sam 2-5), ist wenig bekannt. Da einige Siedlungsreste im Gelände außerhalb des für die Mittelbronzezeit rekonstruierten Mauerverlaufs gefunden wurden, ist davon auszugehen, dass die Ortschaft des 11./10. Jh.s v. Chr. in ihrer Ausdehnung nicht den städtischen Anlagen der Bronzezeit folgte und dass demnach auch nicht die älteren Mauern weiter benutzt wurden. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelte es sich um eine unbefestigte Siedlung. Falls demnach Davids Königtum in Hebron überhaupt historisch fassbar ist, handelte es sich lediglich um eine lokal oder regional begrenzte Herrschaft ohne einen befestigten repräsentativen Herrschaftssitz.

4.3. Eisenzeit II

Ein städtisches Zentrum wurde Hebron erst wieder in der späteren → Eisenzeit II (8.-6. Jh. v. Chr.). Aus dieser Zeit wurden Wohngebäude vom Typ des Vierraumhauses freigelegt. Reparaturarbeiten an der mittelbronzezeitlichen Mauer sprechen dafür, dass die Mauer wieder als Stadtmauer fungierte.

Aus: Welten 1969, 36f

Abb. 11 Königsstempel. Vierflügliges Symbol (Skarabäus, links) und zweiflügliges Symbol (Flügelsonne) mit dem Ortsnamen „Hebron“ (jeweils unteres Register).

Die zentrale Funktion der Stadt für das judäische Bergland belegen auch die Königsstempel aus dem späten 8. Jh. v. Chr. Dabei handelt es sich um Stempelabdrücke, die fast ausschließlich im judäischen Bergland und im westlich angrenzenden Hügelland, der Schefela, gefunden wurden. Nach letzten Angaben sind mindestens 2000 solcher Stempelabdrücke bekannt. Sie waren auf Henkeln von Vorratskrügen mit einem Fassungsvermögen von 40-45 Litern angebracht. Alle Stempelabdrücke folgen dem gleichen Muster. Im Zentrum steht ein vierflügliges oder ein zweiflügliges Symbol (Skarabäus oder Flügelsonne). Über dem Symbol steht lmlk „für den König“, unter dem Symbol ein Ortsname. Insgesamt sind vier Ortsnamen nachgewiesen, neben Hebron noch Socho, Sif und ein bislang nicht genau identifizierter Platz namens mmšt (Mamschit). Etwa 500 Stempelungen sind mit dem Ortsnamen Hebron nachgewiesen, davon fünf aus Hebron selbst. Die Ortsangaben weisen auf Orte hin, an denen landwirtschaftliche Produkte (Getreide, Wein, Öl) aus der Region gesammelt, in Krüge abgefüllt und anschließend der königlichen Verwaltung zugeführt wurden. In der Fachliteratur wird häufig angenommen, dass diese Maßnahmen im Zusammenhang mit den Verteidigungsvorbereitungen standen, die König Hiskia am Ende des 8. Jh.s v. Chr. zur Vorbereitung auf einen zu erwartenden Angriff des assyrischen Heeres durchführen ließ. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit den durch die Königsstempel dokumentierten Maßnahmen und dem auch nach Juda führenden Feldzug des assyrischen Königs Sanherib im Jahr 701 v. Chr. (vgl. 2Kön 18-2Kön 19; TUAT 1, 389f) ist jedoch nicht nachzuweisen. In jedem Fall zeigen die Königsstempel, dass die königliche Verwaltung im ausgehenden 8. Jh. v. Chr. ein hohes Maß an Effektivität erreicht hatte und dass Hebron ein wichtiges ökonomisches Zentrum auf dem judäischen Bergland war.

4.4. Persische, hellenistische und römisch-byzantinische Zeit

In persischer Zeit (6.-4. Jh. v. Chr.) bricht die Besiedlung auf dem Ǧebel er-Rumēde ab. Dagegen sind Siedlungsreste auf Chirbet Nimrā nördlich des heutigen Stadtzentrums nachgewiesen. Damit deutet sich eine Siedlungsverlagerung in Richtung auf den Talgrund an. In hellenistischer und römischer Zeit befanden sich auf dem Ǧebel er-Rumēde lediglich landwirtschaftliche Anlagen. Auf die byzantinische Zeit dürfte das Kloster Dēr el-’Arba’īn zurückgehen, dessen Ruinen noch auf dem Gipfelplateau des Ǧebel er-Rumēde sichtbar sind. Alle Anzeichen deuten somit darauf hin, dass in hellenistischer oder römischer Zeit die Stadt in den Talgrund verlegt wurde. Allerdings sind aus den Anfängen der Siedlungstätigkeit im Bereich der heutigen Stadt außer den Grundmauern des Ḥaram el-Chalīl keine archäologischen Reste bekannt.

4.5. Territorialgeschichte

Nach Ausweis der Königsstempel des 8. Jh.s v. Chr. gehörte das Gelände von Hebron in dieser Zeit und vermutlich auch im nachfolgenden 7. Jh. v. Chr. zum Herrschaftsbereich der judäischen Könige, mithin zu Juda. Nach der Einnahme Jerusalems durch die Babylonier im Jahr 586 v. Chr. und insbesondere in der Zeit persischer Oberherrschaft im Vorderen Orient ab dem späten 6. Jh. v. Chr. änderten sich die territorialen Verhältnisse. Die Listen der aus dem babylonischen Exil Zurückkehrenden (Esr 2; Neh 7) erwähnen Hebron nicht. Ebensowenig wurden im Gebiet von Hebron Stempelinschriften mit dem Provinznamen jh(w)d „Juda“ gefunden. Daher ist davon auszugehen, dass Hebron und sein Gelände im 5. und 4. Jh. v. Chr. nicht zur perserzeitlichen Provinz Juda gehörte. Der Ort lag im Bereich, der von edomitischen bzw. arabischen Gruppen kontrolliert wurde und der seit dem ausgehenden 4. Jh. v. Chr. als Eparchie Idoumaia belegt ist. Für diese Annahme sprechen aramäische Inschriften aus dem 4. Jh. v. Chr., die aus der Gegend westlich von Hebron stammen. Mehrfach sind in den Inschriften Namen mit dem theophoren Element Qōs belegt, das auf die gleichnamige edomitische Gottheit verweist. Auch griechische Grabinschriften aus Hebron selbst belegen Qōs-haltige Namen. In diesem Interpretationszusammenhang ist die Bezeugung von Kirjat-Arba in Neh 11,25 zu deuten. Neh 11,25-30 listet Orte auf, in denen Menschen siedelten, die sich aufgrund ihrer genealogischen Identität zu Juda rechneten, aktuell jedoch in der edomitisch-arabischen „Diaspora“ lebten. Ein indirektes Zeugnis der Zugehörigkeit Hebrons zu Idoumaia liefert 1Makk 5,65, wo erzählt wird, dass die → Makkabäer Hebron mit seinen „Tochterstädten“ von den „Nachkommen Esaus“, also von den Edomitern, erobern. Die territoriale Verbindung von Idoumaia und Judäa blieb nach der makkabäischen Eroberung bis in die römische Zeit weitgehend erhalten. Allerdings erhielt Hebron in hellenistischer und römischer Zeit offenbar nie den Status einer Stadt. Eusebius nennt den Ort ein „großes Dorf“ (κώμη μεγίστη, Onomastikon 6,8, Eusebs Onomastikon). Hebron ist auch nicht als Bischofssitz bezeugt. In spätrömischer, byzantinischer und frühislamischer Zeit war das Gelände von Hebron, wohl aufgrund der guten landwirtschaftlichen Möglichkeiten, Staatsdomäne der jeweiligen Herrscher in Konstantinopel bzw. Damaskus. Erst in der Kreuzfahrerzeit bildete sich wieder eine teilautonome Herrschaft.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Karte zur Lage von Hebron. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Das Zentrum Hebrons mit dem unter Herodes gebauten Ḥaram el-Chalīl, der teils als Synagoge, teil als Moschee genutzt wird und in dem sich angeblich die Gräber der Erzeltern befinden. Aus: Wikimedia Commons; © Yuvalhuck, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0; Zugriff 29.4.2016
  • Abb. 3 Das sog. Grab Isaaks im muslimischen Teil des Ḥaram el-Chalīl. Aus: Wikimedia Commons; © Zairon, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 4.0 international; Zugriff 29.4.2016
  • Abb. 4 Hebron und Umgebung nach einer Karte vom Ende des 19. Jh.s (1 Ǧebel er-Rumēde, 2 Ḥaram el-Chalīl, 3 Chirbet Nimrā, 4 Rāmet el-Chalīl, 5 Chirbet Sibte). Aus: Schick, 1898 (bearbeitet)
  • Abb. 5 Blick vom Ǧebel er-Rumēde auf das Zentrum der heutigen Stadt Hebron (el-Chalīl) mit dem Gebäude der Machpela (Ḥaram el-Chalīl) im Zentrum.
  • Abb. 6 Die Machpela (Ḥaram el-Chalīl). Aus: Wikimedia Commons; © Ooman, Wikimedia Commons, lizensiert unter CreativeCommons-Lizenz cc-by-sa 3.0; Zugriff 29.4.2016
  • Abb. 7 Plan von Rāmet el-Chalīl. Aus: Mader, 1957 (bearbeitet)
  • Abb. 8 Ausgrabungen auf Rāmet el-Chalīl (Blick nach Osten).
  • Abb. 9 Ğebel er-Rumēde. © Detlef Jericke, Foto 1984
  • Abb. 10 Plan von Ǧebel er-Rumēde (schraffiert: Stadtanlage der Mittelbronzezeit, gestrichelte Linie: erschlossene Ausdehnung der Siedlung des 11./10. Jh.s v. Chr.). Aus: Jericke 2003, 320 Abb. 4
  • Abb. 11 Königsstempel. Vierflügliges Symbol (Skarabäus, links) und zweiflügliges Symbol (Flügelsonne) mit dem Ortsnamen „Hebron“ (jeweils unteres Register). Aus: Welten 1969, 36f
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