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Lexikon

Gibeon / Gibeoniter

Klaus Koenen

(erstellt: Febr. 2016)

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Gibeon ist ein Ort, der 9km nordnordwestlich von Jerusalem liegt.

1. Name

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Karte zur Lage von Gibeon.

Der Ortsname Gibeon (Hebräisch גִּבְעוֹן giv‘ôn) bedeutet vermutlich „Hügelchen“ (vgl. Day, 113). Er besteht aus der Endung וֹן ôn (vgl. bei Ortsnamen → Ajalon; → Askalon; → Eglon), bei der es sich um ein Deminutiv handeln kann, sowie der schon im Altbabylonischen und Ugaritischen belegten Wurzel gb‘ „Hügel“ (hebr. גִּבְעָה giv‘āh „Hügel“), die sich auch in den Ortsnamen → Geba (גֶּבַע gæva‘) und → Gibea (גִּבְעָה giv‘āh) findet. Die → Septuaginta gibt den Ortsnamen mit Γαβαων Gabaōn wieder (so auch Eusebs Onomastikon 48,9; 66,11), Josephus (s.u.) mit Γαβαώ Gabaō, die Vulgata mit Gabaon.

2. Quellen und Überlieferung

2.1. Ägyptischer Beleg

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

Abb. 2 Gibeon in der Siegesinschrift Scheschonqs in Karnak.

Am Bubastidentor des Tempels von Karnak in Oberägypten rühmt sich der ägyptische Pharao → Scheschonq seiner Eroberungen in Palästina. In einer Liste der besiegten Städte nennt er unmittelbar vor → Bet-Horon (Nr. 24) und Ajalon (Nr. 26) q-b3-‘3-n3 => qb‘n (Nr. 23), womit wohl Gibeon gemeint sein dürfte. Nr. 23-26 der Liste stellen demnach Orte im Südwesten des ephraimitischen Berglands zusammen (vgl. HTAT, 234; Schipper, 126f.; Wilson, 108). Da der Feldzug – bei aller Problematik – um 925 v. Chr. anzusetzen ist, belegt der Text die Besiedlung Gibeons in dieser Zeit.

2.2. Biblische Überlieferung

Das Alte Testament enthält eine Reihe von Erzählungen, die in Gibeon spielen, die aber nicht als historische Berichte über die Zeit zu verstehen sind, in der sie handeln. Historischen Quellenwert haben sie allenfalls für die Zeit, in der sie entstanden sind. Allerdings bleibt vielfach unklar, wann sie bzw. ihre einzelnen Schichten geschrieben wurden und auf welche aktuelle Situation sie sich beziehen.

2.2.1. Vertrag mit Gibeon und Kämpfe bei Gibeon zur Zeit Josuas

Nach Jos 9,3-27 (aufgenommen in Jos 11,19) lebten in vorstaatlicher Zeit in den Orten Gibeon, → Kefira, → Beerot und → Kirjat-Jearim (Jos 9,17), die in der Forschung häufig als „Tetrapolis“ bezeichnet werden, → Hiwiter (Jos 9,7). Diese hätte → Josua bei der → Landnahme als Landesbewohner töten müssen (vgl. Jos 11,15-20; Dtn 20,17), doch hat er das nicht getan, weil sie vorgegeben hatten, nicht zu den Landesbewohnern zu gehören, sondern gerade aus einem sehr fernen Land zugezogen zu sein. Demnach fielen sie nicht unter das Tötungsgebot, und so schloss Josua mit ihnen einen → Bund, dem Israel sich auch noch verpflichtet fühlte, nachdem die List aufgedeckt worden war. So konnten die Bewohner dieser vier Städte am Leben bleiben, doch durften sie am Altar Jahwes nur als Holzfäller und Wasserträger dienen (Jos 9,27) und damit niedere Frauenarbeit verrichten (Gordon, 89-95). Wenn Gibeon tatsächlich einst eine nichtisraelitische Enklave gewesen sein sollte und die Gibeoniter am Kult für niedere Dienste zuständig waren, handelt es sich bei der Erzählung um eine → Ätiologie, die erklären möchte, wie es dazu gekommen ist (Halbe, 628-630). Diesem Ansatz gegenüber versteht Na’aman (112-114) die Erzählung im Kontext der Josianischen Reform (→ Josia) am Ende des 7. Jh.s, bei der auch das Heiligtum von Gibeon beseitigt worden sei. Dagegen hätten sich die Gibeoniter gewehrt, und das habe zu der hier vorliegenden polemischen Erzählung geführt, die die Gibeoniter als ehrlose Ausländer darstellt, die Josua / Josia getäuscht hätten und deswegen zu Tempeldienern degradiert worden seien. Auf jeden Fall setzt die Erzählung in der Aufforderung, die Bewohner des Landes zu töten und keinen Bund mit ihnen zu schließen, deuteronomistische Theologie voraus (vgl. die Formulierung „Ort, den er erwählen wird“ in Jos 9,27; → Deuteronomismus). Mit dem Altar Jahwes dürfte deswegen nicht der Kult in Gibeon, sondern deuteronomistischer Theologie entsprechend der Kult in Jerusalem gemeint sein (Day, 118.134f.). Ob zwischen den Gibeonitern und den Tempeldienern (נְתִינִים nətînîm), die in den → Büchern Esra und Nehmia mehrfach erwähnt werden, eine Verbindung besteht (vgl. Haran, 166), bleibt unklar (vgl. Day, 134-137).

Abb. 3 Jahwe wirft Steine auf Israels Feinde (Gustave Doré; 19. Jh.).

Abb. 3 Jahwe wirft Steine auf Israels Feinde (Gustave Doré; 19. Jh.).

In Jos 10,1-27 knüpft eine Erzählung an den Friedensschluss von Jos 9 an. Der König von Jerusalem ist sehr erbost darüber, dass Gibeon, diese mächtige Stadt (Jos 10,2), mit den anrückenden Israeliten Frieden geschlossen hat, statt gegen sie zu kämpfen, und bildet mit den Königen von → Hebron, → Jarmut, → Lachisch und → Eglon eine Koalition, die Gibeon angreift. In ihrer Not bitten die Gibeoniter Josua um Hilfe. Der rückt mit dem Heer Israels und einer Siegeszusage Jahwes (Jos 10,8) von Gilgal aus an und schlägt die Koalitionstruppen in die Flucht, nachdem Jahwe Verwirrung über sie gebracht hat. Mit dieser Schilderung wird die Topik vom Gotteskrieg (→ Krieg; vgl. Blenkinsopp 1972, 50f.) aufgenommen, und sie wird hier sogar noch zugespitzt: Jahwe bewirft die fliehenden Feinde vom Himmel her „mit großen Steinen“, die als „Hagelsteine“ präzisiert werden, und richtet so ein schlimmeres Massaker an als die Israeliten mit dem Schwert (Jos 10,11). Rationalistische Auslegung, die die vom Himmel fallenden Steine als Meteoriten erklärt und ein Naturereignis rekonstruiert, verkennt diese Topik, die ihren Ursprung in Vorstellungen vom → Wettergott hat (vgl. Wehrle; → Wetterphänomene; der Gottesbrief Sargons II. schildert eine Schlacht, nach der → Adad die fliehenden Feinde mit Himmelssteinen bewirft [vgl. Younger, 217]). Die Erzählung gipfelt in dem einzigartigen Wunder, dass → Sonne und → Mond auf Josuas Bitte hin stehen bleiben, dass sich damit der Einbruch der Dunkelheit verzögert und Israel so viel Zeit gegeben wird, die Feinde auszulöschen (Jos 10,12-15; rezipiert in Sir 46,4-5 [Lutherbibel: Sir 46,5-6]). Am Ende werden auch die fünf Könige der Koalition getötet (Jos 10,16-27).

Jes 28,21 nimmt wohl auf Jos 10 Bezug. Der Text kündigt an, dass Jahwe Unheil über Israel bringen werde: „Er wird rasen wie im Tal von Gibeon“. Allerdings gilt Gottes schreckliches Handeln jetzt nicht Israels Feinden, sondern Israel selbst.

Abb. 4 Rizpa kümmert sich um die Leichen der Sauliden (Gustave Doré; 19. Jh.).

Abb. 4 Rizpa kümmert sich um die Leichen der Sauliden (Gustave Doré; 19. Jh.).

In 2Sam 21,1-14 knüpft ein weiterer Text, der allerdings in viel späterer Zeit spielt, an den genannten Friedensvertrag an – allerdings erst durch den Zusatz V. 2b-3aα. Eine schwere → Hungersnot zur Zeit → Davids wird damit erklärt, dass → Saul den Friedensvertrag Josuas mit dem Versuch gebrochen habe, die Gibeoniter auszurotten. Um diese Verfehlung wieder gut zu machen, liefert David den Gibeonitern ihrem Wunsch entsprechend sieben Nachkommen Sauls aus, nämlich die beiden Söhne von dessen Nebenfrau → Rizpa und fünf seiner Enkel. Die Gibeoniter töten sie „auf dem Berg vor Jahwe“ – eine Formulierung, aus der man auf ein legitimes Jahwe-Heiligtum in Gibeon geschlossen hat (2Sam 21,9; cj in 2Sam 21,6). Anschließend kümmert sich Rizpa in aufopferungsvoller Weise um die Leichen, die bei Gibeon herumliegen. Sie bleibt über lange Zeit bei ihnen und vertreibt alle Tiere, bis David die Leichen im Familiengrab Sauls bestattet. Daraufhin findet die Hungersnot ein Ende. Propagandistisch wird hier erzählt, wie Saul durch seinen Vertragsbruch Unheil über Israel brachte, David durch seine Bundestreue dagegen Rettung herbeiführte (vgl. Chavel, 35.41).

2.2.2. Gibeon in Benjamin

Im Anschluss an die Aufteilung des Landes unter den Stämmen Israels gehörte Gibeon nach Jos 18,25 zu den Städten Benjamins, doch wurde die Stadt nach Jos 21,17 den → Leviten übergeben (in der Parallele 1Chr 6,45 fehlt Gibeon).

2.2.3. Kämpfe in Gibeon zur Zeit Davids

2Sam 2,12-16 bietet eine ätiologische Erzählung (→ Ätiologie), die an einem bei Gibeon gelegenen Teich spielt. Auf der einen Seite lagern Truppen → Eschbaals unter der Führung → Abners, auf der anderen Truppen → Davids unter der Führung → Joabs. Nach einer Übereinkunft der Befehlshaber werden in beiden Lagern zwölf Krieger für → Zweikämpfe ausgesucht. Die töten sich allerdings absurderweise jeweils gegenseitig, indem einer dem anderen das Schwert in die Seite (צַד ṣad) sticht. Der Ort des Geschehens erhält deswegen den Namen „Flur der Felsen (צֻר ṣur)“. Die Erzählung zielt auf diese Namenserklärung, die auf der (auch in althebräischer → Schrift gegebenen) graphischen Ähnlichkeit der Worte צד ṣd „Seite“ und צר ṣr „Fels“ beruht, die allein auf der schriftlichen Ebene deutlich wird (dass der Ort ursprünglich „Flur der Seiten“ geheißen hat, ist unwahrscheinlich, da die Änderung zu צר ṣr „Fels“ im Kontext kaum zu erklären ist). Der folgende Text erzählt von weiteren Kämpfen in Gibeon, bei denen die Truppen Davids zwar siegen, aber Abner den ihn hartnäckig verfolgenden → Asaël, den Bruder Joabs, tötet, indem er ihm das stumpfe Ende seines Speers in den Bauch rammt und ihn durchbohrt (2Sam 2,17-23; 2Sam 3,30).

Im Kontext der Niederschlagung des Scheba-Aufstands (→ Scheba) schlägt Joab mit seinen Truppen sein Lager „bei dem großen Stein von Gibeon“ auf und ermordet dort seinen Konkurrenten Amasa heimtückisch (2Sam 20,8-10).

2.2.4. Kultstätte in Gibeon zur Zeit Salomos

Abb. 5 Salomos Traum in Gibeon (Luca Giordano; 1693).

Abb. 5 Salomos Traum in Gibeon (Luca Giordano; 1693).

Nach 1Kön 3,4 gab es in Gibeon, bevor der Jerusalemer Tempel erbaut wurde, eine sehr große Kultstätte. Zu ihr soll → Salomo zu Beginn seiner Amtszeit gegangen sein und dort 1000 Brandopfer dargebracht haben. Nach der Erzählung, die Salomo als weisen König einführen möchte, erscheint ihm anschließend Jahwe in Gibeon in einem → Traum, und Salomo hat wie mancher Märchenheld einen Wunsch frei. Er wünscht sich nicht Reichtum oder langes Leben, sondern Weisheit (1Kön 3,4-15 // 2Chr 1,7-13; vgl. 1Kön 9,2).

Dass Salomo außerhalb Jerusalems Opfer dargebracht hat, war für den → Chronisten so anstößig, dass es einer Erklärung bedurfte. Er findet sie darin, dass in Gibeon damals das Zelt der Begegnung (→ Stiftshütte) und der Bronzealtar, die → Mose einst am Sinai hatte herstellen lassen, gestanden hätten, der Kult somit legitim gewesen sei (2Chr 1,1-6.13 vorbereitet von 1Chr 21,29). Dem entspricht, dass nach 1Chr 16,39 bereits David in Gibeon Priester eingesetzt hat, die dafür verantwortlich waren, dass der Kult auf der Opferhöhe von Gibeon dem Gesetz Jahwes entsprach. Dieser Aufwertung Gibeons in der Chronik entspricht es, dass Jahwe Salomo in Gibeon nicht lediglich im Traum, sondern direkt erscheint (2Chr 1,7 gegenüber 1Kön 3,5). Angesichts dieser positiven Sicht Gibeons dürfte auch die Verortung von Sauls Vorfahren in Gibeon (1Chr 8,29 // 1Chr 9,35) positiv gemeint sein (vgl. Willi, 273).

Walters (74-76) schreibt die Verortung in Gibeon dagegen der antisaulidischen Tendenz der Chronik zu. Saul ist in ihr Benjaminit, nicht weil er von Benjamin abstammt, sondern nur weil seine Sippe aus dem Gebiet Benjamin kommt, und zwar aus dem kanaanäischen Gibeon. Deswegen habe er nicht König Israels sein können.

2.2.5. Kämpfe in Gibeon zur Zeit des Exils

Jer 41,4-18 bezieht sich auf die viel spätere Zeit nach der → Zerstörung Jerusalems 587 v. Chr. → Jismael, der Mörder → Gedaljas, will von → Mizpa nach Osten zu den → Ammonitern fliehen. Doch der Heerführer → Johanan, ein Vertrauter Gedaljas, will ihn stellen. Bei „den großen Wassern von Gibeon“ (Jer 41,12) stoßen sie auf ihn, doch kann Jismael zu den Ammonitern entkommen.

2.2.6. Weitere Notizen

Schließlich erscheint Gibeon als Herkunfts- oder Wohnort von einzelnen Personen bzw. Gruppen (Neh 3,7; Neh 7,25); darunter ist der Heilsprophet → Hananja (Jer 28,1), ein Gegner Jeremias (der Name Hananjahu ist in el-Ǧīb auf Krughenkeln mehrfach belegt; s.u.).

In Ri 20,31 bezeugt der masoretische Text גִּבְעָתָה giv’ātāh „nach Gibea“. Lutherbibel (1984) und Einheitsübersetzung ändern zu „nach Gibeon“ (vgl. BHS).

Eine Notiz in 2Sam 5,25 fasst Davids Siege über die Philister zusammen: Er schlug sie „von Geba bis zur Abzweigung nach Geser“. Die Parallele in 1Chr 14,16 bezeugt jedoch: „von Gibeon bis nach Geser“ (so auch LXX in 2Sam 5,25). Die Lesart „Geba“ ist plausibel, da es dort nach 1Sam 13,3 einen Philisterposten gegeben haben soll, jedoch kann umgekehrt gerade das dafür sprechen, dass es sich bei „Geba“ um eine sekundäre Angleichung handelt.

2.2.7. Historisch zutreffende Aussagen?

Historisch lässt sich über Gibeon vom Alten Testament her wenig sagen. Unklar ist schon, ob es sich um eine „heidnische“ Enklave gehandelt hat oder diese Darstellung als bloße Polemik zuverstehen ist. Die ältere Forschung formulierte dagegen weitreichende Thesen zur Geschichte des Ortes von der vorstaatlichen Zeit bis in die frühe Königszeit. Man vermutete beispielsweise, dass Saul in Gibeon aufgewachsen sei (Brooks, 40-59), dass er den Ort zu seiner Hauptstadt gemacht habe (Schunck, 132; Blenkinsopp 1974, 1-7), dass zu Gibeon eine wichtige Kultstätte gehört habe, die auch in Nebī Samwīl gelegen haben könnte (Blenkinsopp 1972, 7.31), und dass hier ursprünglich der Sonnengott (vgl. Jos 10,12-15) verehrt worden sei (Dus, 353-361). Der Kult sei dann auf Jahwe übertragen worden und in der frühen Königszeit sei Gibeon sogar zu dessen wichtigster Kultstätte aufgestiegen, bis der Kult schließlich durch den Bau des Jerusalemer Tempels (vgl. z.B. Langston, 133-138) bzw. dessen Aufwertung unter Josia (Na’aman, 107.117) bedeutungslos geworden sei. Gegenüber derartigen Darstellungen ist zu fragen, ob man den Texten für die Zeit, von der sie handeln, historisch zuverlässige Aussagen entnehmen kann. Skeptisch stimmt schon, dass Jos 10,2 Gibeon als mächtige Stadt beschreibt – die allerdings anders als andere Städte keinen König hatte –, während es nach dem archäologischen Befund (s.u.) in der Spätbronzezeit in el-Ǧīb überhaupt keine Stadt gegeben hat – eine Diskrepanz, die sich auch in → Jericho und → Ai ergibt und deswegen nicht gegen die Identifizierung mit el-Ǧīb angeführt werden kann. Die neuere Forschung erkennt zu Recht, dass die Texte – zumindest in ihrer jetzigen Form – erst in viel späterer Zeit entstanden sind (vgl. Kearney, 1-19), vor allem aber, dass sie nur für diese Zeit historisch auswertbar sind. Dann sind sie beispielsweise im Kontext von Diskussionen der persischen Zeit zu verstehen (Edelman, s.u.). Zwischen den Gibeonitern, die Jos 9 als Arbeiter am Tempel kennt, und den Tempelsklaven (נְתִינִים nətînîm), die das aus der Perserzeit stammende → Chronistische Geschichtswerk erwähnt, besteht dann nicht mehr ein „historical nexus“ (Blenkinsopp 1972, 107), sondern die Aussagen von Jos 9 sind als Retrojektionen der persischen Zeit zu verstehen. Es ist allerdings sehr schwierig, den genauen historischen Kontext der Texte zu ermitteln, so dass auch bei diesem methodisch richtigen Ansatz vieles sehr hypothetisch bleibt.

3. Identifikation und Lage

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2001)

Abb. 6 Blick auf el-Ǧīb (Bildzentrum) von Nebī Samwīl aus.

Gibea wird wohl zu Recht meist mit dem Ort el-Ǧīb identifiziert, der schon im 13. Jh. literarisch belegt ist (Behâ ed-Dîn, 360). Er befindet sich 9km nordnordwestlich von Jerusalem und 1,5km nördlich von Nebī Samwīl auf einem markanten Hügel mit einer zweigeteilten Kuppe (Koordinaten: 1676.1396; N 31° 50' 52'', E 35° 11' 10"; ca. 780m ü.M.). Der Ort liegt strategisch wichtig an der alten Ost-West-Straße, die die Via Maris der Küstenebene mit der Nord-Süd-Straße auf der Wasserscheide verbindet. Die Wasserversorgung ist durch eine Quelle gesichert, und fruchtbare Ebenen umgeben den Ort.

Die Identifikation mit el-Ǧīb findet sich neuzeitlich bereits 1676 bei F.F. von Troilo (290), der Gibeon wenig nördlich von Nebī Samwīl lokalisiert (zu mittelalterlichen Lokalisierungen vgl. Pringle, 144-146). Die explizite Gleichsetzung mit „Geb“ nimmt 1754 R. Pococke (73) vor. Durchgesetzt hat sie E. Robinson (1856, 455-457).

Für die Identifikation mit el-Ǧīb, die zunächst vom ähnlichen Klang der Ortsnamen inspiriert war (Robinson, 456), werden folgende Argumente angeführt:

1. Nach Josephus (Jüdischer Krieg 2,19,1 = 2,516; Text gr. und lat. Autoren) bietet Gibeon einen für eine Truppe geeigneten (also über Wasser verfügenden) Lagerplatz am Weg von Bet-Horon nach Jerusalem, und zwar 50 Stadien (= 9km) vor Jerusalem. In Antiquitates 7,11,7 (= 7,283) gibt er für diese Entfernung allerdings 40 Stadien (= 7,2km) an.

2. Nach → Hieronymus (Brief 108,8; Text Kirchenväter) liegt Gibeon rechts der Straße von Bet-Horon nach Jerusalem, wie es für el-Ǧīb zutrifft.

3. 1956-1959 wurden in el-Ǧīb bei Ausgrabungen 62 beschriftete Krughenkel gefunden, die Renz (HAE I,258) paläographisch in die erste Hälfte des 7. Jh.s datiert (vielfach jedoch: 6. Jh., z.B. Cross; Lipschits, 176; Ahituv, 216; etwas früher: Faust, 221f). Sehr viele Aufschriften nennen (teils beschädigt) gb‘n „Gibeon“, und das dürfte für die Identifizierung Gibeons mit el-Ǧīb sprechen.

Die Aufschrift auf den Henkeln lautet beispielsweise: „Gibeon. Geder. Azarjahu“ (Nr. 1) und nennt damit vermutlich 1. den Ort, 2. ein Gebiet oder eine Sippe innerhalb des Ortsbereichs (?; vgl. Gedor in 1Chr 8,31) und 3. den Besitzer des Krugs bzw. den Produzenten des Inhalts (HAE I,257-261). Das zweite Element muss jedoch kein Name sein, sondern gdr kann auch „umzäunter Besitz“ bedeuten, so dass sich „Gut des Azarjahu“ ergibt (Day, 114). Die Angaben sollten es vielleicht ermöglichen, den jeweiligen Krug als Leergut zurückzuschicken.

Gegen das hier vorgetragene Argument wird eingewandt, dass sich „Gibeon“ nicht auf den Fundort el-Ǧīb beziehen müsse. Es könne auch der Herkunftsort gemeint sein, von dem die Krüge nach el-Ǧīb transportiert worden seien, oder der Bestimmungsort, zu dem sie von el-Ǧīb aus gebracht werden sollten (vgl. Elliger, 130f.; Gaß 325f.). Klar ist, dass die Aufschrift nur sinnvoll ist, wenn der betreffende Krug nicht ausschließlich innerhalb Gibeons verwendet wurde, sondern im Warenverkehr mit anderen Orten. Deswegen müsste es „Gibeon“-Krüge an all diesen anderen Orten gegeben haben. Gefunden wurden sie (anders als Henkel mit den Ortsnamen der Königsstempel; → Eisenzeit II) bislang allerdings nur an einem Ort, el-Ǧīb, und dort in großer Zahl. Diese Konzentration macht es wahrscheinlich, dass „Gibeon“ den Herkunftsort angibt, von dem aus die Krüge noch verschickt werden sollten. Insofern können die Funde die alte Identifizierung Gibeons mit el-Ǧīb stärken.

Gegen die Identifikation mit el-Ǧīb (Alt 1926, 11-22; ders., 1953, 18-27; Gaß, 325f.) wurden folgende Argumente angeführt:

1. Der arabische Name el-Ǧīb lässt sich nicht von dem hebräischen Namen גִּבְעוֹן giv‘ôn ableiten, da sich der Wegfall des Ajin und die Dehnung des i schwer erklären lassen (vgl. Kampffmeyer, 26-28). In der Tat ist die lautliche Ähnlichkeit eher zufällig.

2. Nach Jer 41,12 liegt Gibeon östlich von → Mizpa. Da dieses mit Tell en-Naṣbe (Koordinaten: 1706.1436; N 31° 53' 02'', E 35° 13' 00'') identifiziert wird, liegt el-Ǧīb zu weit westlich, um Gibeon zu sein. Gegen diesen Einwand richtet sich die These, hier sei ursprünglich nicht Gibeon, sondern → Geba gemeint (vgl. Möller / Schmidt, 58).

3. Nach → Euseb (Onomastikon 66,11-16) lag der noch zu seiner Zeit existierende Ort Gibeon 4 Meilen (= 6km) westlich von → Bethel in der Nähe von → Rama. el-Ǧīb liegt jedoch 10km Luftlinie südwestlich von Bethel und 5km westlich von Rama (vgl. Beyer, 199-209). Das wirft bei Vertretern der Identifizierung mit el-Ǧīb die Frage auf, wie zuverlässig die Angaben Eusebs sind (vgl. Noth, 12; M. Weippert, 22).

Die Identifizierung ist zwar nicht gesichert, aber noch immer die wahrscheinlichste und verbreitetste Auffassung.

A. Alt (1953, 18-27) hält el-Ǧīb für → Beerot und el-Bīre (Koordinaten: 1704.1458; N 31° 54' 18'', E 35° 12' 52'') für Gibeon, da dort die in 2Sam 2,12-16 und Jer 41,12 für diesen Ort bezeugten Wassermengen zu finden seien. Doch entspricht auch diese Identifikation nicht den Angaben Eusebs, da el-Bīre nur 2,5km von Bethel entfernt ist.

4. Der Grabungsbefund von el-Ǧīb

Aus: J.B. Pritchard, Gibeon: Where the Sun Stood Still. The Discovery of the Biblical City, Princeton 1962, 12

Abb. 7 Der Grabungsareale von el-Ǧīb.

In el-Ǧīb fanden 1957-1962 unter der Leitung von James B. Pritchard Grabungen statt, die sich jedoch auf ein kleines Gebiet am Nordosthang der südlichen Kuppe des Hügels (östlich des heutigen Friedhofs) sowie Sondagen im Westen beschränkten und auf die Eisenzeit konzentrierten. Die Sondagen ergaben vier Schichten (eine 18./17. Jh.; drei 9.-6. Jh.), doch kann eine klare Stratigraphie nicht erstellt werden, weil die Mehrzahl der Kleinfunde – auch die oben genannten Henkelinschriften – aus Füllschichten des großen Wasserzugangs und der Kellerräume (s.u.) stammen, also aus nicht stratifizierbarem Kontext. Das macht Datierungen schwierig, und die von Pritchard vertretenen Frühdatierungen sind ebenso wie die gesamte Stratifizierung vielfach und zu Recht kritisiert worden (z.B. von Lapp, 391-393). 1983-1984 untersuchte H. Eshel 13 Gräber am Osthang des Hügels, meist 7.-6. Jh.

4.1. Bronzezeit

In der Frühbronzezeit, die vor allem in einigen Schachtgräbern (→ Grab) belegt ist, entstand auf dem Hügel eine erste Siedlung; eine Stadtmauer wie in anderen Städten der Zeit scheint es jedoch nicht gegeben zu haben. Nach gewaltsamer Zerstörung blieb der Ort lange Zeit unbesiedelt. Aus der Mittelbronzezeit I stammen über 60 im Norden von el-Ǧīb gefundene Schachtgräber, von denen viele in der Mittelbronzezeit II, jedoch nur acht in der Spätbronzezeit II wiederbenutzt wurden. In der Mittelbronzezeit II war der Hügel permanent besiedelt, eine Stadtmauer wurde jedoch nicht gefunden. Gräber mit üppigen Beigaben aus dem Bereich des täglichen Lebens, auch Skarabäen, zeugen vom Reichtum der Stadt. Für die Spätbronzezeit setzen die alttestamentlichen Erzählungen eine mächtige Stadt voraus, doch hat es eine solche nach dem archäologischen Befund nicht gegeben; vielmehr zeugen von dieser Zeit nur die genannte Neubelegung älterer Gräber durch Grabbeigaben.

4.2. Eisenzeit

Aus: J.B. Pritchard, Gibeon: Where the Sun Stood Still. The Discovery of the Biblical City, Princeton 1962, 57

Abb. 8 Plan zu den beiden Maueranlagen und den beiden Wasserzugängen der Eisenzeit.

In der Eisenzeit lag auf der Kuppe des Hügels eine ummauerte Stadt mit Türmen an strategisch wichtigen Punkten. Sie muss ökonomisch bedeutend gewesen sein, denn Mauern und Wasserzugänge sind mit erheblichem Aufwand gebaut worden. Pritchard unterscheidet eine ältere 1,60-1,80m dicke Stadtmauer von einer jüngeren 3,20-3,40m dicken, die teils außerhalb, teils innerhalb des älteren Rings verlaufen sei. An den Mauern wurden geringe Reste von Wohnbebauung gefunden.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 1999)

Abb. 9 Ein Schacht mit Treppe und Brüstung bildet einen Zugang zum Wasser.

Nach dem Bau der Mauer wurde die → Wasserversorgung durch zwei Zugänge zu der am Fuß des Hügels gelegenen Quelle ‛Ēn el-Beled gesichert. Der erste Zugang besteht aus einem runden Felsschacht von 11,80m Durchmesser und 10,80m Tiefe, an dessen Rand eine spiralförmig verlaufende Treppe mit Brüstung stehen gelassen wurde. Sie setzt sich in einem spiralförmigen Tunnel fort und geht weitere 13,60m in die Tiefe. Über 79 Stufen erreicht man so 24,40m unter der Oberfläche ein Wasserbecken, das von der nur 5m entfernten Quelle gespeist wird. Bei dem zweiten Zugang handelt es sich um einen 48m langen Stollen, der über 93 Stufen 24,60m in die Tiefe führt. Der Eingang befindet sich zwischen dem o.g. Schacht und der Mauer. Der erste, bereits außerhalb der Mauer gelegene Abschnitt des Schachts ist nach dem Bau mit Steinplatten und natürlichem Boden zugedeckt worden, so dass er von außen nicht sichtbar war. Erst im zweiten Abschnitt bildet der natürliche Fels die Decke. Der Stollen führt weithin geradlinig unter der Stadtmauer her nach Nordosten zu einer Zisterne. Diese wurde von der Quelle über einen 34m langen waagerechten, aber gewundenen und damit wohl einem natürlichen Felsspalt folgenden Schacht gefüllt, in dessen Fußboden eine Rinne geschlagen ist. Auch von außerhalb der Stadt gab es einen Zugang zu dieser Zisterne, der bei Belagerung mit schweren Steinen geschlossen wurde (Shiloh, 211-214). Erhalten ist von diesem Verschluss nur eine ca. 75cm breite Rinne, in die die Verschlusssteine eingelassen wurden. Der Stollen war ausweislich der ausgetretenen Stufen sehr lange in Betrieb, der Schacht, dessen Stufen kaum abgenutzt sind, dagegen wohl nur kurze Zeit.

Aus: J.B. Pritchard, Gibeon: Where the Sun Stood Still. The Discovery of the Biblical City, Princeton 1962, 58

Abb. 10 Ein Stollen mit Treppe führt zu einer Zisterne, die über einen Tunnel von einer Quelle gespeist wird.

Die zeitliche Ansetzung der beiden Mauerringe und der beiden Wasserzugänge ist schwierig und strittig. Grundsätzlich sind Eisenzeit I und II jeweils durch Grabbeigaben gut belegt (Grab 11, nahe der Quelle, enthielt noch ca. 500 Beigaben; Dajani; Eshel, 1-3.10f). Da beide Wasserzugänge dasselbe Ziel verfolgen, dürften sie aus unterschiedlichen Zeiten stammen. Pritchard (1964, 35-39) datiert den Bau des Schachts und der älteren Mauer in die Eisenzeit I (12./11. Jh.), den des Stollens und der jüngeren Mauer in die frühe Eisenzeit II (10. Jh.). Bei der Datierung des Schachts scheint mitzuschwingen, dass er diesen mit dem in 2Sam 2,13 erwähnten Teich von Gibeon gleichsetzt und deswegen auch durchweg als „pool“ bezeichnet, obwohl es sich nicht um einen solchen handelt, und dass er dann – die historische Richtigkeit des Textes voraussetzend – zu der Auffassung kommt, der Schacht müsse vor David gebaut sein (Pritchard 1960, 9; 1962, 159f). Wright (211) hält einen Bau der Wasserzugänge in umgekehrter Reihenfolge für möglich. Da vergleichbare Wasserzugänge erst aus der Eisenzeit II stammen, dürfte dies auch für beide Anlagen in Gibeon gelten (vgl. H. Weippert, 546f). Nach Finkelstein (60) stammt der jüngere Mauerring vielleicht schon aus der Mittelbronzezeit.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 1999)

Abb. 11 Öffnung zu einer in den Fels geschlagenen Vorratsgrube.

Im 8.-7. Jh. v. Chr. bildete el-Ǧīb nach Pritchard (1964, 1-27) ein Zentrum der Weinproduktion (vgl. dagegen Lapp, 392; Kuschke, 97). Davon zeugen neben Weinpressen Becken, in denen sich etwas absetzen konnte, und glockenförmige Felskeller, die bei einem Durchmesser von ca. 2m über 2m tief waren. Für die Lagerung von Getreide waren diese Keller zu feucht. In Krügen mit 36 Liter Fassungsvermögen, die ausweislich entsprechender Kleinfunde mit Trichtern gefüllt und mit Lehmstöpseln verschlossen wurden, konnte man in ihnen Wein bei konstanten 18°C lagern. Die 63 ausgegrabenen, zum Teil unterirdisch miteinander verbundenen Keller boten genug Raum für 95.000 Liter Wein, allerdings können in ihnen zum Teil auch andere Dinge gelagert worden sein.

J.B. Pritchard, Gibeon: Where the Sun Stood Still. The Discovery of the Biblical City, Princeton 1962, 94

Abb. 12 Glockenförmige Vorratsgrube im Querschnitt.

An Kleinfunden wurden – durchweg in nicht-stratifiziertem Kontext (Schuttschichten) – außer den o.g. beschrifteten Henkeln viele Spuren einer blühenden Stadt gefunden, z.B. 95 Königsstempel (→ Stempel) mit den für sie typischen Ortsnamen, Rosettenstempel, → Pfeilerfigurinen und → Siegel.

4.3. Spätere Zeiten

Den Untergang der eisenzeitlichen Stadt datiert Pritchard (1962, 163) in die Zeit der babylonischen Eroberung. Danach sei der Hügel bis ins 1. Jh. v. Chr. unbesiedelt gewesen. Neh 3,7 und Neh 7,25 (in Verbindung mit Neh 7,6: Rückkehr in die Heimatstadt) setzen jedoch eine Besiedlung in persischer Zeit voraus, und Lipschits (172-176), der zeigen möchte, wie wenig das Gebiet Benjamins beim Einmarsch der Babylonier in Mitleidenschaft gezogen wurde, sieht sie in einigen Kleinfunden der Perserzeit bezeugt, z.B. einem Gold- und einem Silberring (vgl. Lapp, 391f; anders Na’aman, 102; vorsichtiger Finkelstein 2010, 42; Carter, 119-122, datiert auch die Silos in die babylonisch-persische Zeit).

Nach Diana Edelman (153-165) wurde der große Schacht der Wasseranlage, da er noch perserzeitliche Funde enthielt, nicht im Kontext der → Zerstörung Jerusalems (so Pritchard 1962, 163), sondern erst in persischer Zeit zugeschüttet. Ausweislich von Mauersteinen in der Füllschicht sei auch die Mauer erst in dieser Zeit abgetragen worden. Dies zeuge von gegen Gibeon gerichteten Maßnahmen, die der antigibeonitischen Tendenz z.B. von Jos 9 (Gibeoniter gehören nicht zu Israel und sind nicht vertrauenswürdig) entsprächen (Briend [9-20] liest Jos 9 dagegen als Plädoyer für die Integration von Nicht-Israeliten). So konstruiert sie für die persische Zeit einen Konflikt um die Bedeutung Gibeons, der sich auch in pro- und antigibeonitischen Aussagen des Alten Testaments spiegele.

In römischer Zeit gab es hier wieder eine größere, unbefestigte Siedlung. Ein großes Becken sicherte die Wasserversorgung. Von Reichtum zeugen die Badebecken mehrerer Häuser. Viele Gräber wurden gefunden, vor allem eine Grabanlage mit Stuck-Wandfriesen und Kolumbarium. Ein späteres Gebäude, von dem einige Reste erhalten sind, wird von Bagatti als byzantinische Kirche gedeutet. Pringle (147-160) unterscheidet dagegen eine ältere Bauschicht aus dem 5.-8. Jh. und eine jüngere aus dem 12. Jh. Bei der älteren handele es sich um die Halle eines größeren Gebäudekomplexes, etwa einer Villa oder eines omajjadischen Palastes, bei der jüngeren wahrscheinlich um ein landwirtschaftliches Verwaltungszentrum der Kreuzfahrer.

Literaturverzeichnis

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Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Karte zur Lage von Gibeon. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Gibeon in der Siegesinschrift Scheschonqs in Karnak. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 3 Jahwe wirft Steine auf Israels Feinde (Gustave Doré; 19. Jh.).
  • Abb. 4 Rizpa kümmert sich um die Leichen der Sauliden (Gustave Doré; 19. Jh.).
  • Abb. 5 Salomos Traum in Gibeon (Luca Giordano; 1693).
  • Abb. 6 Blick auf el-Ǧīb (Bildzentrum) von Nebī Samwīl aus. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2001)
  • Abb. 7 Der Grabungsareale von el-Ǧīb. Aus: J.B. Pritchard, Gibeon: Where the Sun Stood Still. The Discovery of the Biblical City, Princeton 1962, 12
  • Abb. 8 Plan zu den beiden Maueranlagen und den beiden Wasserzugängen der Eisenzeit. Aus: J.B. Pritchard, Gibeon: Where the Sun Stood Still. The Discovery of the Biblical City, Princeton 1962, 57
  • Abb. 9 Ein Schacht mit Treppe und Brüstung bildet einen Zugang zum Wasser. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 1999)
  • Abb. 10 Ein Stollen mit Treppe führt zu einer Zisterne, die über einen Tunnel von einer Quelle gespeist wird. Aus: J.B. Pritchard, Gibeon: Where the Sun Stood Still. The Discovery of the Biblical City, Princeton 1962, 58
  • Abb. 11 Öffnung zu einer in den Fels geschlagenen Vorratsgrube. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 1999)
  • Abb. 12 Glockenförmige Vorratsgrube im Querschnitt. J.B. Pritchard, Gibeon: Where the Sun Stood Still. The Discovery of the Biblical City, Princeton 1962, 94

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