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Lexikon

Genealogie (AT)

Thomas Hieke

(erstellt: Jan. 2007)

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Genealogien im allgemeinen Sinn sind Notizen über die Abstammung einer Person oder Gruppe von einem Ahn oder mehreren Ahnen. Derartige Abstammungslisten schaffen und definieren Identität über Herkunft, überbrücken Zeit und Raum, legitimieren Ansprüche und Autorität, differenzieren durch Abtrennung und Zuordnung und geben Antworten auf Fragen nach Herkunft und Ursprung. Sie sind damit auch in der Heiligen Schrift kein trockenes Füllmaterial, sondern in der Regel tragendes Gerüst biblischer Erzählung und theologischer Botschaft (→ Eltern; → Familie; → Generation; → Nachkommen; → Sohn / Tochter; → Verwandtschaft).

1. Begriffserklärung und Definition

1.1. Allgemeine Begriffe

Als Oberbegriff kann „genealogische Information“ dienen. Zu einer genealogischen Information gehören zwei Glieder, also Vater bzw. Mutter sowie Sohn bzw. Tochter und ein Indikator für die genealogische Beziehung. Diese Glieder können lexematisch bzw. als Name oder pronominal ausgedrückt sein. Ein Indikator für die genealogische Beziehung zwischen den Gliedern kann z.B. eine Verbform von jālad „gebären / zeugen“ sein oder die nominalen Begriffe Vater, Mutter, Sohn, Tochter. Auch tôlədôt „Geschlechterfolge“ (EÜ) ist als ein solcher Indikator zu werten.

Von der genealogischen Information ist die Namensliste zu unterscheiden. Sie ist eine Aneinanderreihung von Namen ohne Angabe eines verknüpfenden Elements, das die Beziehung der genannten Personen zueinander klärt. „Abraham, Isaak und Jakob“ sind zunächst nur drei Namen – damit daraus eine genealogische Information wird, muss ein entsprechender Indikator hinzutreten.

1.2. Abstammung (lineage; genealogische Linie)

Als Abstammung (lineage) wird eine Gruppe bezeichnet, die ihre Abstammung von einem gemeinsamen Ahnherrn (heros eponymos, s.u.) über die gleiche Linie (unilinear; z.B. immer über die des Vaters) durch eine allgemein anerkannte Folge von namentlich bekannten Vorfahren definiert. Eine solche Linie wird als patrilinear bezeichnet, wenn sie vom Vater zum Sohn läuft, ohne dass Mütter und Töchter berücksichtigt werden.

Der Gründer (Ahnherr) eines Geschlechts bzw. einer Abstammungslinie (lineage, s.o.) wird in der Regel als Held (Heros) verehrt und gibt dieser Linie den Namen: heros eponymos. Der heros eponymos als allgemeiner Begriff bezeichnet die Person, auf die sich einzelne oder Gruppen hinsichtlich ihrer Abstammung und Zusammengehörigkeit berufen. Dabei stehen in der Regel nicht biologische oder historische, sondern ethnische, religiöse, politische und soziale Aspekte der Zugehörigkeit und Gruppenidentität im Vordergrund.

Von einer genealogischen Linie ist dann die Rede, wenn mehr als zwei Generationen in einer genealogischen Information vorkommen. Für die Zählung der Generationen gilt die Konvention, dass eine Person eine Generation darstellt. Großvater, Vater und Sohn sind also drei Generationen.

Diese androzentrische (männerzentrierte) Ausdrucksweise entspricht dem biblischen Befund, nach dem Abstammung aufgrund kultureller Prägung in den meisten Fällen über den Vater definiert wird. Das heißt nicht, dass Frauen unsichtbar oder irrelevant wären, vielmehr erweisen sie sich gerade im genealogischen System des Buches Genesis als entscheidende Schaltstellen (Hieke 2003, 278-298).

1.3. Genealogie versus Stammbaum

Eine Genealogie im engen Sinne ist ein Text, dessen primäres Interesse darin liegt, genealogische Informationen weiterzugeben, sonst aber keine weiteren Aussagen über die erwähnten Personen zu machen. Anders ausgedrückt: In einer Genealogie werden die Personen nur durch ihr genealogisches Verhältnis zu anderen Personen qualifiziert. Anderweitige Charakterisierungen tauchen allenfalls am Rande auf. In formaler Hinsicht ist eine Genealogie ein Text, der nahezu ausschließlich aus Wendungen und Mustern aufgebaut ist, die für genealogische Informationen typisch sind.

Genealogien können in folgender Weise weiter differenziert werden:

1) Bei der linearen Genealogie läuft die genealogische Linie jeweils nur über einen Nachfahren zur nächsten Generation weiter (Großvater, Vater, Sohn, Enkel). Dabei kann zwischen absteigenden (vom Vorfahren zum Nachfahren) linearen Genealogien und aufsteigenden linearen Genealogien unterschieden werden. Bei aufsteigenden linearen Genealogien, die auch als Stammbaum bezeichnet werden können, werden nach der Bezugsperson deren Vorfahren genannt, etwa nach dem Muster: X, der Sohn des Y, der Sohn des Z (vgl. z.B. Zef 1,1; Esr 7,1-5 oder Lk 3,23-38).

2) Bei der segmentären Genealogie gibt es von einem Vorfahren mehrere Nachfahren und damit mehr als eine genealogische Linie (Vater, mehrere Söhne, die wiederum mehrere Söhne haben).

3) Als eine genealogische Erzählung wird ein Text bezeichnet, der mit erzählerischen Mitteln um die Fortsetzung genealogischer Linien bemüht ist, also die näheren Umstände der Geburt von Kindern, näherhin Söhnen, schildert (Beispiel: die Geburt von Jakob und Esau Gen 25,21-26 oder die Geburten der Söhne Jakobs Gen 29,1-30,24).

4) Als genealogisches System sei der große Gesamtzusammenhang der genealogischen Texte der Bibel bezeichnet. Aus diesen Texten lässt sich eine genealogische Übersicht abstrahieren und systematisieren (Crüsemann 1998; Frankenfeld 1997).

1.4. Geschlechtsregister und Geschlechterfolge (Toledot)

Tabelle 1: Die Toledot-Formeln (aus dem Art. Genesis).

Tabelle 1: Die Toledot-Formeln (aus dem Art. Genesis).

Geschlechtsregister (Luther) und Geschlechterfolge (EÜ) sind gängige deutsche Übersetzungen für den hebräischen Begriff תּוֹלֵדוֹת tôlədôt. Als Toledot wird ein Text bezeichnet, der als genealogischen Indikator den Terminus תּוֹלֵדוֹת tôlədôt verwendet. Eine genaue Übersetzung dieses Begriffs mit ein und dem selben deutschen Wort erscheint kaum möglich. Neben „Geschlechterfolge“ oder „Geschlechtsregister“ sind auch „Nachkommenschaft“ und „Familiengeschichte“ denkbar.

Syntaktisch ist die Toledotformel eine Constructus-Verbindung aus dem Wort תּוֹלֵדוֹת tôlədôt und einem Personennamen (Eigennamen). Diese Verbindung ist dann meist in einen Nominalsatz eingebettet, z.B. Gen 6,9: „Das ist die Toledot Noachs“. So lauten die Überschriften in Gen 2,4; Gen 5,1; Gen 6,9; Gen 10,1; Gen 11,10; Gen 11,27; Gen 25,12; Gen 25,19; Gen 36,1.9; Gen 37,2; Num 3,1; Rut 4,18.

1.5. Elementartypen genealogischer Informationen

Die Vielfalt der genealogischen Informationen folgt im Wesentlichen vier Typen:

Tabelle 2: Typen von Genealogien.

Tabelle 2: Typen von Genealogien.

Aus den vier Elementartypen werden komplexere Muster zu genealogischen Informationen und Genealogien aufgebaut. Dabei kehren wenige Figuren immer wieder. In den meisten Fällen hat jede Genealogie ihr eigenes Muster: In jedem Kapitel, das eine größere Menge genealogischer Informationen enthält, wird eine bestimmte Gestaltungsweise aus den vier Elementartypen entwickelt.

2. Die Genealogien in Genesis, Exodus, Numeri und Rut

2.1. Beschreibung

Die genealogischen Schwerpunkte liegen in folgenden Kapiteln: Gen 4; Gen 5; Gen 10; Gen 11; Gen 25; Gen 35; Gen 36; Gen 46; Ex 1; Ex 6; Num 3; Rut 4.

Lineare Genealogien sind relativ selten und treten meist in Kombination mit einer segmentären Genealogie auf (bei der vorletzten genannten Generation wird die Linie segmentiert und gleichzeitig beendet): Gen 4,17-22 (Kain; sieben Generationen); Gen 5,1-32 (→ Adam; elf Generationen); Gen 11,10-26 (Sem; zehn Generationen). Etwas anders ist es bei den Linien des → Esau und des → Jakob: Gen 36,9-14 (Esau; drei Generationen); Gen 46,8-27 (Jakob; vier Generationen). Hier werden Söhne, Enkel und Urenkel nacheinander aufgezählt, so dass lineare und segmentäre Genealogie ineinander gehen. Ähnlich ist es in Ex 6,16-25 (Levi; sechs Generationen).

Die segmentäre Genealogie ist die häufigste Art der Genealogie. Drei Schwerpunkte gibt es bei der Verwendungsweise: (1) Eine segmentäre Genealogie

▪ schließt eine genealogische Linie ab, indem bei der letzten Generation mehrere Kinder genannt werden;

▪ faltet „Nebenlinien“ auf: Gen 19,30-38 (Lot und die Söhne, die er mit seinen Töchtern hat), Gen 22,20-24 (Nahor), Gen 25,1-4 (Abraham und Ketura), Gen 25,12-16 (→ Ismael), Gen 38,2-5 (die Söhne, die → Juda mit der Tochter des Schua hat);

▪ verzweigt die „Hauptlinie“: Gen 10,1-32 (die Völkertafel), Gen 35,22e-26, Gen 46,8-27 (Jakob und die zwölf Stämme Israels), Gen 36,9-14 (Esau und die Stämme Edoms).

Die genealogischen Erzählungen überschneiden sich teilweise mit den Genealogien (z.B. Gen 4,25-26 und Gen 5,1-8 sowie Gen 29,1-30,24 und Gen 35,22e-26), teilweise sind diese Erzählungen die einzige Verbindung zwischen linearen und segmentären Genealogien und schaffen so den Zusammenschluss zum genealogischen System. Solche Brückenerzählungen sind Gen 21,1-8 (die Geburt Isaaks) und Gen 25,19-26 (die Geburt Esaus und Jakobs). Isaak ist damit kein Bestandteil irgendeiner genealogischen Linie, d.h. er taucht in keiner Genealogie auf, die mehr als zwei Generationen umfasst. Gen 25,19 versucht dieses Manko zu beseitigen, indem zwei genealogische Typen (der Toledot-Typ und der Yalad-Typ) verwendet werden und damit eindeutig an die Typen und Muster des genealogischen Systems angespielt wird. Hier wird der bemerkenswerte Versuch unternommen, Isaak mit Hilfe von geprägten Wendungen aus längeren Genealogien genealogisch einzubinden. Bei Isaak wird das genealogische System (insbesondere das der linearen Genealogien) nur durch die Erzählung aufrecht erhalten.

Schematische Übersichten zu diesen Genealogien sind unter folgender Adresse zusammengestellt: http://www.thomashieke.de/genealogien.htm.

2.2. Funktionen

2.2.1. Literarische Funktionen

1. Strukturierung. Die Toledot-Überschriften (s.o., Punkt 1.5.) strukturieren das Buch Genesis in ein Vorwort (Gen 1,1-2,3) und zehn (ungleich lange) Toledot-Abschnitte, die sich wie die Kapitel eines Romans an den Rändern leicht überlappen: Am Ende eines Kapitels kommt ein Erzähl- und Spannungsbogen zum Ende (z.B. durch eine Todesnotiz), zugleich werden aber ein neues Problem und ein neuer Spannungsbogen aufgebaut und eine offene Frage gestellt. Am Beginn eines solchen Abschnittes wird der Ahnherr genannt, auf den alles zurückgeht, der aber nicht unbedingt die Hauptfigur des jeweiligen Abschnittes ist: Der Eigenname in der Toledot-Formel bezeichnet den, der im vorherigen Abschnitt schon genannt worden ist und mit dem alles begonnen hat (this is where it started from) – die folgenden Texte, Geschichten und/oder Genealogien, erzählen oder berichten, wie es mit ihm und vor allem seinen Nachkommen weitergeht. Der Abschnitt beginnt mit einer knappen Rekapitulation des vorher Geschehenen.

Die Erschaffung von Himmel und Erde – also die gesamte Schöpfung einschließlich des Menschen – fungiert in Gen 1,1-2,3 als Vorwort und bietet damit den entscheidenden Schlüssel zum Verstehen. Demgegenüber kann Gen 2,4-4,26 als Vorgeschichte bezeichnet werden, die in sehr paradigmatischen Zügen von der Erschaffung des Menschen, seiner schöpfungsimmanenten Autonomie, ersten gewalttätigen Konflikten und ersten Kulturleistungen spricht. Nach den Prolegomena beginnt mit der Genealogie Adams eigentlich erst die Menschheitsgeschichte (Gen 5,1), so dass hier mit dem Begriff „Buch der Toledot Adam“ gearbeitet wird.

Das Toledot-System strukturiert das Buch Genesis auf der Ausdrucksebene, das genealogische System ist das tragende inhaltliche Gerüst. Für den Erzählfortschritt sind die Genealogien und genealogischen Erzählungen unverzichtbare und integrale Bestandteile. Die linearen Genealogien überbrücken große Zeitabschnitte, die segmentären Genealogien (insbesondere die Völkertafel Gen 10) stehen für eine Ausbreitung im Raum. Die genealogischen Elementartypen verlängern das System über das Buch Genesis hinaus und schaffen so eine doppelte Zuspitzung auf das Priestertum (über Ex 6,16-25 und Num 3,1-4) und das Königtum (über Rut 4,18-22) – zugleich erfolgt dadurch eine Rückbindung dieser tragenden Institutionen und der damit verbundenen messianisch-eschatologischen Erwartungen an das Buch Genesis und damit an den „Ursprung“ von Volk, Menschheit und Welt in Gott.

2. Rhythmisierung. Eine weitere Funktion für den Erzählfortschritt ist die Rhythmisierung durch die regelmäßige Abfolge von Generationen – zugleich werden dadurch Erwartungen geweckt, die durch entsprechende Störungen durchkreuzt werden. Dieser Konflikt zwischen dem kontinuierlichen Rhythmus von Zeugung, Geburt und Tod und den die Generationenfolge behindernden Störungen (z.B. Unfruchtbarkeit oder Gefährdung / Tötung des männlichen Nachwuchses) schafft ein beträchtliches Spannungspotential für die Erzählungen. Verbunden ist damit auch eine theologische Botschaft: Es gibt keinen „Automatismus“ in der Heilsgeschichte. Gott bleibt in seinem Handeln frei, die Gnade ist unverfügbar und wird stets neu nach dem Willen Gottes geschenkt.

2.2.2. Soziale Funktionen

Eine der wichtigsten Leistungen der Genealogien ist die Konstruktion von Identität. Mittels des genealogischen Systems und der damit verknüpften Erzähltexte schält sich „das Volk Israel“ heraus, wie es am Übergang vom Buch Genesis zum Buch Exodus in statu nascendi vorliegt. Der Ursprung dieses Volkes wird genealogisch geklärt und verankert, damit aber auch gedeutet – das genealogische System kann in beide Richtungen gelesen werden: „aufwärts“ zur Suche nach dem Ursprung und dem Herkommen, „abwärts“ auf dem Weg der Ausdifferenzierung, Weichenstellung und Zuspitzung. Die Wurzeln Israels lassen sich über die Erzeltern bis hin zur Schöpfung zurückverfolgen. Umgekehrt ist die Anlage des Buches Genesis eine trichterförmige Fokussierung von Schöpfung und Menschheit auf die eine Familie der Erzeltern und von dort durch Segmentierung auf die zwölf Stämme des Volkes. Am Ende kann die Frage beantwortet werden, wer „wir“ und wer „die anderen“ sind.

Der Text sperrt sich jedoch gegen eine allzu enge Festlegung auf konkrete historische Daten, er spricht in Chiffren (Leerstellen) und erlaubt so eine Aktualisierung und Übertragung. Das ist daran abzulesen, dass überwiegend nicht ethnische Termini (Völkerbezeichnungen) auftauchen, sondern Familiengeschichte erzählt wird. Die Träger der genealogischen Linien (der Hauptlinie und der Nebenlinien) sind nicht 1:1-Codes, die für eine bestimmte historische Wirklichkeit (ein Volk, eine Gruppe) stehen, sondern Identifikationsfiguren, die die Möglichkeit zur Identifizierung („wir“) und zur Abgrenzung („die anderen“) bieten. Ein wesentlicher Aspekt der Genealogien ist ihre Variabilität (fluidity), die die Anpassung an sich verändernde Zeitumstände und gesellschaftliche Bedingungen ermöglicht (ein Beispiel ist die Priesterlinie von Pinhas bis Zadok, die in der Genealogie Esras und in 1Chr 5,30-40 und 1Chr 6,35-38 in Varianten auftaucht, s.u. zu Esr 7,1-5). Die Variabilität ist eingeschränkt, wenn es sich um schriftlich fixierte Texte handelt – doch Texte sind stets zur Auslegung aufgegeben, so dass der Gedanke der genealogical fluidity auch nach der Verschriftung weiter gehen kann. Die Konstruktion der Identität mittels eines genealogischen Systems, wie dies im Buch Genesis geschieht, ist nicht darauf angelegt, historisch fixierbare Namen zu liefern – dazu müssten mehr und andere Daten mitgegeben werden. Vielmehr lädt die Gestaltung die Lesenden dazu ein, sich selbst in diesem komplizierten – und doch klar durchschaubaren – Beziehungsgeflecht zu verankern, mithin die eigene Identität mit der konstruierten Identität in Beziehung zu setzen.

2.2.3. Theologische Funktionen

Die Genealogien der Genesis machen auch Aussagen über Gott bzw. spiegeln bestimmte Aspekte biblischer Gottesvorstellungen wider. Gott selbst ist nicht Bestandteil von Genealogien, die Bibel erzählt keine „Theogonie“, keinen Mythos über die Entstehung des Göttlichen oder über Bezüge innerhalb des Göttlichen. In diesem Sinne ist Gott ganz transzendent: Gott steht über allen innerweltlichen genealogischen Beziehungen. Gott ist jedoch der Ursprung jeglicher genealogischer Fortpflanzung: Das Toledot-System wie das genealogische System wurzeln im Schöpfungsakt des einen Gottes (markante Punkte: Gen 2,4; Gen 5,1-3).

Dem Konzept des einen Gottes korrespondiert die Einheit der Menschheit, die im uranfänglichen Menschenpaar symbolisiert wird, deren Differenziertheit und Verbreitung jedoch göttliches Gebot ist (Gen 1,28), das mit Nachdruck umgesetzt wird (Gen 11,1-9). Gott ist zwar kein Bestandteil der Genealogien im Sinne einer Theogonie, aber Gott interveniert ständig im genealogischen System des Buches Genesis. Die Geschichte vom Turmbau zu Babel ist dafür ein Beispiel: Gegen die Tendenz der Menschen, sich an einem Ort, in einer Stadt zentralistisch zu ballen, verfügt Gott die „Zerstreuung“ über die ganze Erde – diese Geschichte liefert die Erklärung für die Differenzierung der Menschheit in der vorausgehenden Völkertafel.

Gott hat zwar durch die Gabe der Fortpflanzung der Menschheit eine kreative Autonomie geschenkt, in die sogar der Segen und die Gottesbildlichkeit eingebunden sind. Aber Gott ist dennoch frei, souverän und unverfügbar. Gott ist nicht an den „automatischen“ Rhythmus der Generationenfolge und schon gar nicht an menschliche Satzungen wie das Erstgeburtsrecht gebunden. Literarisch gesehen fokussiert der Text im Verlauf des genealogischen Systems und der Erzählungen eine bestimmte Linie – theologisch betrachtet ist dies als Erwählung zu bezeichnen. Was im weiteren Verlauf des Pentateuchs als Erwählung des Volkes Israel dargestellt wird, ist im genealogischen System grundgelegt und erscheint wie von langer Hand vorbereitet: Die zu den zwölf Söhnen Jakobs / Israels hinführende Linie ist nicht dem Zufall und nicht der Selbstverständlichkeit des (männlich definierten) Erstgeburtsrechts überlassen, sondern entsteht durch menschliche Aktionen (insbesondere durch Initiativen von Frauen) und göttliche Interventionen, deren Ergebnis meist darin besteht, dass nicht der Erstgeborene, sondern der jeweils jüngere Sohn der Erwählte ist. Dieses auffällige Motiv der Verwerfung des Erstgeborenen und der Erwählung des jüngeren Bruders unterstreicht Gottes souveränes geschichtsmächtiges Handeln.

Trotz der unverfügbaren Souveränität Gottes vermittelt das genealogische System des Buches Genesis Kontinuität, Stabilität und Zukunft. Der Segen und die Verheißungen sind von Gott selbst genealogisch verankert worden und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Die lange Zeiträume überbrückenden Genealogien in Gen 5 und Gen 11 schaffen einen Grundrhythmus, der einer insgesamt positiven Erwartung Vorschub leistet. Von diesen Vorgaben her ist klar, dass alles an der patrilinearen Nachkommenschaft hängt (daher z.B. Rahels existenzielles Bedürfnis nach Söhnen in Gen 30,1), dass deren Zustandekommen oder Verweigerung allein in Gottes Hand liegt, dass deren Gewährung aber von vorne herein Anzeichen für Gottes Segen und Wohlwollen ist. Die Segnung Jakobs mit zwölf Söhnen stabilisiert daher die Gottesbeziehung derart, dass so die Grundlage für eine dauerhafte – freilich nicht immer unproblematische und ungefährdete – Beziehung zwischen dem so entstandenen Volk und seinem Gott geschaffen ist. Dass auch damit keine absolute Heilsgewissheit entstanden ist, zeigen die Geschichten um das fortwährende Ringen zwischen Gott und Volk im Buch Exodus, das unter der Spannung von Erwählung (vgl. z.B. Ex 19,5-6), Abfall des Volkes (Ex 32: das → Goldene Kalb) und Verzeihung durch den gnädigen Gott (Ex 34,6-7) steht. Das Volk Israel ist im Übergang vom Buch Genesis zum Buch Exodus konstituiert, daher kommen vom Buch Exodus an keine Auswahl, Separation und Abschluss von Nebenlinien mehr vor: Gerade nach den mehrfachen Trennungsgeschichten des Buches Genesis (Lot und Abraham, Ismael, die Ketura-Söhne und Isaak, Jakob und Esau) ist deutlich zu betonen, dass die befreiende Heilstat Gottes in Gestalt des Auszugs aus Ägypten an allen zwölf Stämmen bzw. an der Gesamtheit des Volkes erfolgt. Vor dem Hintergrund des Buches Genesis mit seinen Segmentierungen und Verzweigungen ist dies als ein Moment der Kontinuität der Erwählung durch Gott festzuhalten.

Aus diesem Grunde endet die „genealogische“ Darstellungsweise im Wesentlichen mit dem Buch Genesis. Nur an wenigen Stellen tauchen die Elementartypen auch in anderen Büchern wieder auf. Verfolgt man die Linien weiter, so werden aus der Gesamtheit der zwölf Söhne Jakobs / Israels zwei Spitzen akzentuiert: Levi und Juda. Ex 6,14-25 führt die Levi-Linie über Aaron bis zum Priester Pinhas weiter, und als Brückenkopf dient auch Num 3,1-4 mit dem Anklang an das Toledot-System. Rut 4,18-22 wiederum greift mit Perez die Juda-Linie aus Gen 38 auf und führt sie bis → David weiter. Der von → Aaron abstammende Pinhas und David, die beide durch die Begriffe „Nachkommenschaft“, „ewiger → Bund“ und „Friedensbund“ charakterisiert sind (Hieke 2003, 264-266), stehen aber für die Institutionen des Priestertums und des Königtums – beide für Israel entscheidenden Einrichtungen sind damit genealogisch verankert und an das Schöpfungsgeschehen rückgebunden.

3. Die Genealogien in 1Chr 1-10

3.1. Zur Abgrenzung

Die Kapitel 1-9 des ersten Chronikbuches werden gerne als „genealogische Vorhalle“ vor der in 1/2Chr erzählten Königsgeschichte (mit David als Hauptfigur) bezeichnet. Der Einsatz der eigentlichen Erzählung wird mit dem Ende Sauls in 1Chr 10 gesehen. Allerdings ist Saul durch die Genealogie seiner Familie in 1Chr 9,35-44 (eigens wiederholt aus 1Chr 8,29-38!) klar an die „genealogische Vorhalle“ angebunden – die Darstellungsweise der Geschichte Sauls in 1Chr 10 entspricht auch sonst der Weise, wie historische Notizen in die Genealogien von 1Chr 1-9 eingebunden werden. Ferner beginnt die Davidsgeschichte in 1Chr 11,1-3 damit, dass David König über ganz Israel wird – genau das kehrt rahmenartig am Ende von 1Chr in 1Chr 29,26-28 wieder, so dass die Davidsgeschichte (1Chr 11-29) klar von der „Vorgeschichte“ 1Chr 1-10 abgegrenzt ist. So spannt die „Vorhalle“ einen Bogen vom Beginn der Menschheitsgeschichte (Adam in 1Chr 1,1) bis zur göttlichen Erwählung Davids (1Chr 10,14) – dieser Bogen beschreibt die Größe „Israel“ unter den Gesichtspunkten „Genealogie“, „Geographie“ und „Geschichte“ (Steins 2006, 251).

3.2. Übersicht zu 1Chr 1-10

Tabelle 3: Bibelkundlicher Überblick über 1Chr 1-10.

Tabelle 3: Bibelkundlicher Überblick über 1Chr 1-10.

Hinter dem schwierigen Material der „genealogischen Vorhalle“ in 1Chr 1-10 steht eine bedeutsame theologische Botschaft. Als Gattungsbezeichnung wird der Terminus „proleptisches Summarium“ (Oeming 1990, 217) vorgeschlagen, da 1Chr 1-10 ein genealogischer Abriss der Geschichte Israels sei. 1Chr 1-10 setzt eine gute Kenntnis der gesamten folgenden Geschichtsdarstellung voraus und ist umgekehrt Verständnisschlüssel für diese Kapitel. Damit dient 1Chr 1-10 als „Selbstdefinition und Selbstvergewisserung Israels“: „Wir sind das wahre Israel, in das man hineingeboren wird“. Diese Auffassung spiegelt das Selbstbewusstsein der Jerusalemer Tempelgemeinde (und ihres Kultpersonals) wider – in Auseinandersetzung mit den Samaritanern und frühapokalyptischen Gruppen (Oeming 1990, 218).

Als erster Teil gilt 1Chr 1,1-2,2: „Israel im Zentrum der Welt“. Hier ist eine erstaunlich enge Anlehnung an die Genesis-Texte zu beobachten, zugleich aber auch eine gewisse Freiheit der Variation (Oeming 1990, 76). Als wichtiges Ergebnis ist festzuhalten, dass der Verfasser offensichtlich mit einem Leser rechnet, der um die Bedeutsamkeit der Namen weiß und die einschlägigen Texte aus Genesis schon kennt. Die leitende Intention ist dabei, die Geschichte in der Form eines Trichters darzustellen: Auf Israel läuft die genealogisch gestraffte Menschheitsgeschichte hin (Oeming 1990, 90).

Die schriftliche Gestalt der Genealogien ermöglicht es, dass spätere Generationen das Material wiederverwenden und ausarbeiten können. Ein Beispiel für diesen Vorgang ist 1Chr 1,1-2,2: Der Chronist zieht aus dem Buch Genesis (näherhin aus der priesterlichen Literatur) die Genealogien aus Gen 5; Gen 10; Gen 11,10-26; Gen 25,1-4.13-16 sowie Gen 36,4-5.10-14 und verwendet sie, um daraus eine genealogische Einleitung zu den Stammesgeschichten von 1Chr 2-9 zu erstellen, die ihrerseits wiederum stark auf frühere biblische Texte zurückgreifen und vielleicht auch anderes Material einarbeiten (militärische Musterungslisten, geographische Notizen). So entsteht die ungeheuere genealogische Komplexität des Endtextes.

1Chr 1-10 räumt dabei eindeutig den Stämmen Juda und Levi eine Vorrangstellung ein. Innerhalb Judas liegt das Hauptgewicht auf David, wobei es aber nicht um eine „Messiaserwartung“ geht, sondern um die kultischen Aufgaben des Idealkönigs David. Im Zentrum aller Stämme steht Levi, die „Söhne Levis“ sind die Mitte Israels. Intention der Darstellung ist eine breite Entfaltung dieses „Kultadels“ (Oeming 1990, 151). Konkurrierende Strömungen scheinen bewusst systematisiert und ausgeglichen worden zu sein, um die überragende Bedeutung des Kultes herauszustellen.

Bei 1Chr 1-10 handelt es sich um Literatur von Schriftgelehrten für Schriftgelehrte, die als Leser einen Kenner der Tradition voraussetzt. Die Völkergeschichte ist auf Israel hin zentriert, im Zentrum Israels wiederum stehen die Stämme Juda, Levi und Benjamin, die sich in Jerusalem bündeln.

4. Weitere Genealogien und Stammbäume

4.1. Esr 7, 1-5

Esras Stammbaum, der eine aufsteigende Genealogie (Ben-Typ) darstellt, wird bis auf den Hohenpriester Aaron zurückverfolgt, um seine Identität klar zu bestätigen und ihm eine hohe Abkunft zu bescheinigen. Die Linie von Pinhas, dem Enkel Aarons, bis Zadok (die Priesterlinie) findet sich auch noch in 1Chr 6,35-38 und 1Chr 5,30-40. Dabei begegnen einige genealogische Variationen, deren Entstehung nicht mehr im Einzelnen nachvollziehbar ist. Vielleicht stehen Berechnungen von Schreibern dahinter, um bestimmte Zeitspannen zu überbrücken, vielleicht sind auch Abschreibeirrtümer dazugekommen. In den Listen von 1Chr 5,30-40 und 1Chr 6,35-38 fehlt Asarja ben Merajot (von Pinhas bis Merajot sind alle drei Linien identisch). Auf Zadok folgt in den Chroniktexten jeweils Ahimaaz. Während 1Chr 6,35-38 dann endet, setzt 1 Chr 5,35 nach Ahimaaz mit dem (vorher ausgelassenen?) Asarja wieder an und wiederholt dann z.T. bereits genannte Namen, um erneut zu Zadok zu kommen und dann (wie in Esra 7,2) mit Schallum fortzufahren. Esra 7,1-5 sieht aus wie eine teleskopartig zusammengeschobene Variante von 1 Chr 5,30-40 – oder man liest umgekehrt die Fassung von 1Chr 5 als verlängerte Version von Esra 7. Dabei geht es nicht um Historiographie im heutigen Sinne, sondern um die großen Linien, hier um die Verbindung Esras mit dem Ursprung des Priestertums in Aaron.

Auch ist für Esra 7,1 festzustellen, dass zwischen Seraja und Esra eine Lücke klafft, da Seraja, der letzte Oberpriester vor dem Exil, nach 2Kön 25,18.21 // Jer 52,24.27 im Jahre 586 hingerichtet wird, Esra aber frühestens 458 in Erscheinung tritt. Solche „Variabilitäten“ sind für biblische Genealogien nicht unüblich: Je nach ihrer Funktion können sie kürzer oder länger gestaltet werden. Nach 1Chr 5,40-41 ist der Sohn Serajas Jozadak, der fortzog, „als der Herr Juda und Jerusalem durch Nebukadnezzar in die Verbannung führte.“ An Jozadak schließt wiederum Esra 3,2 an, indem als Sohn Jozadaks Jeschua vorgestellt wird, der Priester, der den Wiederaufbau des Tempels leitete (siehe auch Esr 3,8; Esr 5,2; Esr 10,18; Neh 12,26; Sir 49,12 [Lutherbibel: Sir 49,14]; Hag 1,1.12.14; Hag 2,2.4; Sach 6,11). Doch die bei den Propheten → Haggai und → Sacharja geäußerten hochgespannten Erwartungen an Jeschua und → Serubbabel, die beiden Gesalbten von Sach 4, haben sich nicht erfüllt. Diese Ära hat bis auf den problematischen Wiederaufbau des Tempels keine nennenswerte Veränderung der Situation bewirkt, denn es begann eben nicht das messianische Reich, und was danach geschah, ist nicht der Erwähnung wert. Dementsprechend wird die Ära von Serubbabel und Jeschua in der Genealogie Esras buchstäblich übergangen. Der Text will nicht an die mühevolle Zeit des – eher spärlichen – Wiederaufbaus des Tempels anknüpfen, sondern eine Kontinuität mit dem ersten Tempel, dem Tempel Salomos aufstellen: Der „Sohn“ des zuletzt am salomonischen Tempel amtierenden Priesters in Jerusalem (Seraja) und zugleich der jüngste Spross des Geschlechts von Aaron und Mose kommt von Babel nach Jerusalem in Sachen „Gesetz des Mose“! Subtil wird auch eine Parallelität zwischen Mose, dem Gesetzesmittler, und dem Vorhaben Esras, des Gesetzeskundigen, aufgebaut (Hieke 2005, 126-127).

4.2. Sauls Herkunft und Familie

In 1Sam 9,1 wird der Herkunft Sauls aus dem Stamm Benjamin in Form einer aufsteigenden Genealogie (Ben-Typ) breiter Raum eingeräumt. Geschildert wird die Abstammung von Sauls Vater Kisch, der als „machtvoller Held“ (EÜ: wohlhabender Benjaminiter; Luther: ein angesehener Mann) vorgestellt wird, über vier Generationen hinweg wohl aus dem Stamm Benjamin (unsicherer hebräischer Text an dieser Stelle). Der weitere Textverlauf sieht Saul sehr positiv. Damit gehören diese Teile zu jenen Strömungen in der alttestamentlichen Geschichtsüberlieferung, die die Gestalt Sauls mit großer Sympathie darstellen.

Saul gehört zu den biblischen Figuren, die tragisch scheitern. Seine Größe und Bedeutung ist letztlich aber auch daran abzulesen, dass seine Familie und Nachkommenschaft einer genealogischen Würdigung wert sind (1Sam 14,49-51; 1Chr 8,29-40; 1Chr 9,35-44). Gerade die Worte über Sauls Familie stehen wieder in der Linie eines positiven Saul-Bildes, das von der späteren negativen Sicht des ersten Königs Israels nicht ganz überlagert wird (Hentschel 2003, 90-91). Andererseits haben die knappen genealogischen Notizen (wie schon bestimmte Genealogien im Buch Genesis: Keturasöhne, Ismael, Esau / Edom) die Funktion, das „Kapitel Saul“ endgültig abzuhaken und als erledigt zu kennzeichnen.

4.3. Zef 1,1

Der Prophet → Zefanja wird in auffälliger Weise mit einer viergliedrigen (linear aufsteigenden) Genealogie (Ben-Typ) vorgestellt. Das weicht von allen anderen Propheten ab. Vergleichbar sind allenfalls Jer 36,14, wo der Hofbeamte Jehudi als wichtige Person mit drei Generationen als Vorfahren vorgestellt wird, und Bar 1,1, wo → Baruch, der Schreiber → Jeremias, mit fünf Generationen präsentiert wird. Im Falle von Zefanjas Vater ist nicht klar, ob „Kuschi“ ein Eigenname oder eine Herkunftsbezeichnung (der „Kuschite“) ist. Falls Letzteres zutrifft, muss das aber nicht zwingend heißen, dass der Prophet ausländischer Abstammung (aus Kusch / Äthiopien) ist. Nun könnte aber die außergewöhnlich lange Genealogie bei Zefanja darauf hindeuten, dass man jegliches Missverständnis im Sinne von „Ausländer“ ausräumen wollte, denn die drei anderen Personen tragen das theophore Element des JHWH-Namens („–ja“). So wird deutlich, dass Zefanja ein „Einheimischer“ war. Eher unwahrscheinlich ist die Annahme, der Ur-Urgroßvater Hiskia sei mit dem gleichnamigen judäischen König identisch. Über diese Informationen in der Überschrift des Prophetenbuches hinaus gibt es keine weiteren Hinweise auf die Biographie des Propheten.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Reallexikon für Antike und Christentum, Stuttgart 1950ff.
  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Encyclopaedia Judaica, Jerusalem 1971-1996
  • Theologisches Wörterbuch zum Alten Testament, Stuttgart u.a. 1973ff
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