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Lexikon

Edfu

Dieter Kurth

(erstellt: Dez. 2006)

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DAS EDFU-PROJEKT

1. Allgemeines

1.1. Lage und Name

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Karte zur Lage von Edfu.

In der oberägyptischen Stadt Edfu, ca. 100 km südlich von Luxor, liegen die stattlichen Überreste eines antiken Tempelbezirkes, der dem Gott → Horus Behedeti geweiht war. Edfu, der heutige Name der Stadt, geht auf altägyptisches Djeba zurück, das in koptischer Zeit unter anderem etbo ausgesprochen wurde. Die Griechen nannten die Stadt ’Aπόλλωνoς πόλις μεγάλη, also Apollon-Stadt, die große, um sie von weniger bedeutenden gleichnamigen Orten zu unterscheiden; hinter der Bezeichnung Apollon-Stadt steht die Gleichsetzung des ägyptischen Gottes Horus mit dem griechischen Gott Apollon.

Neben dem weltlichen Namen Djeba trug Edfu die religiösen Namen Utjeset und Utjeset-Hor, welche Thronsitz und Thronsitz-des-Horus bedeuten und in den Inschriften des Tempels unter anderem so begründet werden: → Isis erhob ihren Horus in Thronsitz (Edfu), und so entstand Thronsitz-des-Horus als sein (Edfus) wahrer Name. Beide Namen wurzeln in der Theologie Edfus und beziehen sich darauf, dass Horus hier, ebenso wie in ganz Ägypten, als göttliches Vorbild des ägyptischen Königtums galt. Erwuchsen diese beiden Namen aus der Idee des Horus-Königtums, die schon seit alter Zeit ägyptisches Allgemeingut war, so erhielt das Heiligtum später zahlreiche weitere Beinamen, die ihren Sinn aus der lokalen Theologie beziehen (ITE I/2, 2; 13), zum Beispiel Sitz-des-Erstechens, weil hier die Bösartigen erstochen wurden, oder Stadt-des-Falkenhauses wegen des falkengestaltigen Horus, der seine Flügel ausbreitete, um die Bewohner seiner Stadt zu schützen, oder auch Großer-Urhügel, weil der Boden Edfus als erste Insel der Welt galt, aufgetaucht aus dem Urozean am Morgen der Schöpfung.

1.2. Der Hauptgott

Der lokale Hauptott Horus ist nur einer unter den vielen falkengestaltigen Göttern, die in Ägypten verehrt wurden, aber nur er trägt den ihm fest verbundenen Beinamen Behedeti, der ihn als geflügelte Sonnenscheibe ausweist. Diese ist eine schon früh belegte göttliche Erscheinungsform, welche die Schöpferkraft des Sonnengottes mit der Schnelligkeit und Kampfkraft des Falken verschmilzt (Wildung 1977). Das einprägsame Ikon der geflügelten Sonnenscheibe wurde vermutlich in der unterägyptischen Stadt Behedet erdacht und in Edfu übernommen. Der Name des Horus von Edfu und seine spezifischen Beinamen lauten: Horus Behedeti, der große Gott, der Herr des Himmels.

1.3. Das archäologische Umfeld

© Edfu-Projekt; Foto: Andreas Effland

Abb. 2 Das Geburtshaus (Mammisi).

Dank ihres ausgedehnten Fruchtlandes und einer verkehrsgünstigen Lage entwickelte sich die auf dem Westufer gelegene Stadt schon im Alten Reich zum Mittelpunkt des zweiten oberägyptischen Gaues. Noch heute erhebt sich als letzter sichtbarer Rest des antiken Siedlungsareals von Edfu ein sehr hoch anstehender Ruinenhügel westlich der heutigen Stadt. Zwischen dem Ruinenhügel und der heutigen Stadt liegt der Tempelbezirk, zu dem außer dem großen Tempel des Horus etliche weitere Gebäude gehörten. Von diesen hat sich das Mammisi relativ gut erhalten, ein in der Nähe des Haupttempels gelegenes Heiligtum, in dem die Geburt des Harsomtus (siehe 3.2) gefeiert wurde (Daumas 1958). Die Inschriften des Tempels nennen weitere Anlagen, so den heiligen See, kleinere Kapellen und Wirtschaftgebäude. Davon sind heute, wenn überhaupt noch etwas, nur noch einzelne Blöcke zu sehen. Der heilige See liegt unter den Häusern der modernen Stadt begraben; seine Freilegung ist geplant. Den heiligen Bezirk umgab einst eine hohe Lehmziegelmauer (Alliot 1954, Pl. IV).

Der heute noch vorhandene Haupttempel wurde in ptolemäischer Zeit errichtet und dekoriert (237-57 v. Chr.). Von seinen Vorgängerbauten sind neben dem Ostturm des Pylonen die Reste eines ramessidischen Tempels zu sehen. Frühere und spätere Bautätigkeit, darunter der 17., 18., 25. und 26. Dynastie, bezeugen einige dekorierte Blöcke, die 1985 im Hof des Tempels ausgegraben wurden.

Die Nekropole Edfus befand sich vom Alten Reich an bis zum Ende der Zweiten Zwischenzeit südlich und südwestlich der antiken Stadt; eine der Mastabas gehörte dem Gaufürsten Isi, den man dort während des Mittleren Reiches als Lokalheiligen verehrte. Im → Neuen Reich wurde in Hager Edfu, etwa 4km westlich der Stadt, eine neue Nekropole angelegt. Von der Spätzeit an entstand in Nag’ el-Hisaja, 12km südwestlich von Edfu, eine weitere Nekropole; sie war in ptolemäischer Zeit vermutlich der Schauplatz eines der größten religiösen Feste der Region (siehe 2.3.2).

1.4. Entdeckung und wissenschaftliche Erschließung

© Edfu-Projekt; Dieter Kurth

Abb. 3 Grundriss des Tempels von Edfu (im Artikel verweisen Großbuchstaben in runden Klammern auf diesen Grundriss).

Europäische Reisende berichteten von der frühen Neuzeit an sporadisch über den Tempel von Edfu, doch eine umfassende wissenschaftliche Erforschung konnte erst nach 1860 einsetzen, als das Bauwerk freigelegt war, befreit vom Wüstensand, der es jahrhundertelang bis zur Hälfte bedeckt und der zugleich seine in Stein gemeißelten Darstellungen und Inschriften vor menschlicher Zerstörung bewahrt hatte (Kurth 2004, 29-44). Nun ließen sich auch die Architektur und die bauliche Größe dieses einzigartig gut erhaltenen Tempels genau erfassen (Sauneron und Stierlin 1978). Im Zentrum des nord-südlich ausgerichteten Gebäudes liegt das Sanktuar (A), umringt von 13 Kapellen. Es folgen nach Süden hin zwei große Räume (N; R), zwei Säulenhallen (W; C’), ein säulenumstandener offener Hof (H’) und schließlich der Pylon (K’). Vom Pylon bis zum Sanktuar führt ein gerader Weg, auf dem, sobald man das Tempelinnere betreten hat, der Boden ansteigt, die Decken niedriger werden und die Türen sich verengen, so dass Blick und Aufmerksamkeit des Eintretenden zum Sanktuar gelenkt werden. - Die Gesamtlänge des Tempels beträgt 137,28m, die Breite 47m (Pylon: 76, 24m), die Höhe des Pylonen über 35m und der Abstand zwischen Boden und Decke der äußeren Säulenhalle über 15m.

© Edfu-Projekt; Foto: Andreas Effland, 2003

Abb. 4 Der Tempel von Edfu.

Anfangs konzentrierte sich die wissenschaftliche Aufnahme des Monuments auf die Inschriften, während die Darstellungen und die Architektur kaum beachtet wurden. Dieses Ungleichgewicht ist heute geringer, weil die Forschung erkannt hat, dass gute philologische Arbeit die Einbeziehung der zugehörigen Darstellungen verlangt.

Heute verfügen wir bereits über viele spezielle Studien zur Dekoration des großen Tempels von Edfu und des Mammisi, doch es gibt noch keine zusammenhängende Übersetzung aller Inschriften. Das liegt zum einen an deren Umfang, denn die Publikation der Inschriften alleine des Haupttempels umfasst circa 3000 DIN-A4-Druckseiten. Zum anderen verhindern das komplizierte ptolemäische Schriftsystem (Kurth 2007) und etliche Textbeschädigungen einen schnelleren Fortgang der Übersetzungsarbeit.

Die nachfolgende Beschreibung der Tempeldekoration sowie des theologischen Systems, das sich am Kultort Edfu entwickelt hatte, stützt sich auf diejenigen Inschriften und Darstellungen, die bereits in zuverlässigen Bearbeitungen vorliegen. Das Vorhandene reicht aus, um ein relativ genaues Bild zu zeichnen, das sich, unter Vernachlässigung des Mammisi, auf den Haupttempel beschränkt.

2. Themen der Tempeldekoration

(Lit.: Cauville1987; Kurth 1998)

Die Dekoration des Tempels lässt sich unter dem Aspekt der Zielrichtung in drei Kategorien einteilen. Die erste, die bei weitem den größten Raum einnimmt, wendet sich primär an die Gottheiten, die der König mit seinen Gaben, Opferhandlungen und Reden gnädig stimmt, damit sie den Fortbestand Ägyptens gewähren.

Die zweite Kategorie richtet sich primär auf den König, indem sie beispielsweise darstellt, wie der König aus dem Palast zum Tempel zieht, dort durch rituelle Reinigung und Krönung für seinen priesterlichen Dienst vorbereitet und schließlich von Harsomtus, dem Sohn des Horus und der → Hathor, in den Tempel geleitet wird (Edfou X, Pl. 151).

Die dritte Kategorie der Dekoration zielt nicht primär auf Gott oder König, sondern auf den Tempel selbst. Bei ihr handelt es sich unter anderem um bestimmte Dekorationselemente, die den Tempel zu einem Weltgebäude gestalten, so zum Beispiel der Pflanzendekor der Säulen und Sockel oder die Sterne an den Decken. Hierhin gehören auch die Texte, die den heute noch erhaltenen Tempel beschreiben, seine Baugeschichte erzählen und seine vollkommene Schönheit bewundern oder auch diejenigen, welche ausführlich schildern, wie der erste aller Tempel Edfus in grauer Vorzeit entstand (siehe 2.1).

2.1. Weltbeginn und Gründung Edfus

Der Schöpfungsmythus Edfus (Kurth 1991) erzählt, dass vor Beginn der Schöpfung die ganze Erde mit Wasser bedeckt war. Nach einem Kampf zwischen diesem Urwasser und dem darunter befindlichen Land zog sich das Wasser zurück, und das Land kam bis nahe an die Oberfläche. Dort, wo dies geschah, wuchsen Schilfstängel empor. Das Schilf wuchs aber nicht aus eigener Kraft, sondern wurde von einem uranfänglichen Falken herbeigesehen, der am Himmel schwebte. Das noch schwankende Schilf stützten zwei Götter, deren Namen lauten: Der Ferne und Der Große. Das Schilf war die Keimzelle des Tempels von Edfu, und hier ließ sich Horus von Edfu in Gestalt eines Falken nieder.

Dann flog vom Himmel eine nährende Kraft in Gestalt eines Vogels herbei. Von ihm wird gesagt: Er landet und gibt Speise in den Mund des Horus, des Herrn von Edfu. Dann vereint er sich wieder mit dem Himmel, indem er dort unerkannt bleibt. Mit dieser ersten Speisung beginnt der Kult des Horus von Edfu.

Jetzt tritt jemand auf den Plan, der das Schöpfungswerk verhindern will. Es ist der schlangengestaltige Apophis. Der Horusfalke auf dem Schilf erzittert vor Schrecken. Doch Rettung naht in Gestalt einer großen Harpune, die aus dem Urwasser auftaucht. Diese Harpune ist eine Erscheinungsform des Gottes → Ptah. Mit Hilfe der göttlichen Waffe wird der Feind niedergeworfen, und das Schöpfungswerk schreitet weiter voran. Es entsteht das Himmelsgewölbe in Gestalt eines riesigen Falken, der seine Flügel von Horizont zu Horizont ausbreitet, und die Sonne beginnt ihren täglichen Lauf am Himmel.

Dann wird der erste Tempel von Edfu entworfen, von den Gottheiten Thot und Seschat, der eine zuständig für das Wissen, die andere für die Schrift. Nach deren Plänen errichten dann göttliche Baumeister das Heiligtum von Edfu, aber anfangs noch nicht aus Stein, sondern aus Schilf (ITE I/3).

2.2. Die Ritualszenen

2.2.1. Inhalt

Der weitaus größte Teil der Texte besteht aus den Beischriften der mehr als 2000 Ritualszenen, in denen der König den Gottheiten die verschiedensten Opfergaben darbringt (Kurth, 1998, 39-52). Dabei handelt es sich zum einen um reale Dinge des täglichen Bedarfs, also zum Beispiel um Speisen und Getränke, Kleidung und Kronen, Spiegel, Salben, Schmuck oder Blumen.

Auch die realen Vorgänge des Tempelbaus werden ritualisiert und, in einzelne Handlungen gegliedert, in die Mauern und Wände eingraviert als Sequenz mehrerer Ritualszenen, die den König zeigen, wie er zum Beispiel vor dem Gott die Fundamentgräben aushebt, den Boden durch Einstreuen von Sand nivelliert oder Ziegel herstellt. Der Landbesitz des Tempels von Edfu, der sich zwischen Assuan und Theben über ein Gebiet von circa 200km erstreckte, wird angegeben in einer Folge von acht Ritualszenen und zugehörigen Texten, in denen der König den Hauptgottheiten Edfus das Feld und dessen Produkte überreicht, beispielsweise Getreide, Blumen, Weingärten oder Schlachtvieh.

Eine eigene Gruppe bilden Handlungen, die einen guten Zustand des Heiligtums bewirken, als da sind Wasserspende und Räucherung zur Schaffung der kultischen Reinheit, das Spiel des Sistrums zur Besänftigung der Gottheit oder das rituelle Töten von Feindfiguren zum Schutz.

Anderen Opfergaben haftet eine reiche Symbolik an wie zum Beispiel dem Figürchen der Göttin → Maat, die eine zentrale, alles Sein umfassende Idee der Richtigkeit verkörperte. Hierhin gehört auch die Gabe des Modells einer Wasseruhr, die → Hathor, der Himmelsgöttin und Sonnenmutter gereicht wurde, um die rechtzeitige zyklische Wiederkehr von Sonne und Mond zu gewährleisten. Ein gutes Beispiel liefern auch die Szenen, in denen der König vor Horus eine überdimensionale Hieroglyphe des Himmels erhebt, um damit zu demonstrieren, dass dem Gott in Edfu ein Tempel errichtet wurde, der dem Himmel gleichkommt und wie dieser ewig fortbestehen wird.

Ohne die Vielfalt der Ritualszenen erschöpfen zu können, sei schließlich noch auf die Szenen des Ahnenkultes verwiesen, in denen der regierende König vor seinen Vorfahren erscheint, um ihnen das Totenopfer darzubringen (Winter 1978).

2.2.2. Gestaltung

Der inhaltliche Kern jeder einzelnen Ritualszene besteht aus einer stimmigen und korrelierenden Zuordnung von Opfergabe und Gottheit. Davon beziehen sämtliche Beischriften ihren Sinn. So wird der König von seinen Beinamen als derjenige auswiesen, der in hohem Maße dazu befähigt ist, die jeweilige Opfergabe zu überreichen, zum Beispiel als Herr zahlreicher Pflanzungen und tüchtiger Gärtner, wenn er Horus frische Pflanzen oder Blumen darbringt; Horus tritt dann in besonderem Maße als der Gott hervor, der über Licht und Wasser verfügt, von denen die Pflanzen leben.

Alle Szenen sind dialogisch aufgebaut. Zunächst nähert sich der König dem Gott und sagt, welche Gabe er bringt; dann stellt er die Qualität der Gabe heraus und begründet, warum Horus sie liebt und gerne annehmen wird. Daraufhin heißt der Gott den König willkommen und gewährt ihm eine analoge Gegengabe, also beispielsweise für das Pflanzenopfer die Fruchtbarkeit des ägyptischen Bodens.

Verstärkt wird die Wirksamkeit der Reden durch vielfältige Anspielungen auf Mythen, die uns teils aus weit älteren Quellen bekannt sind. So spielt die Rede des Königs beim Opfer einer Lattichpflanze auf einen Mythus an, der im Zusammenhang des Streites zwischen → Horus und → Seth davon berichtet, dass der überlistete Seth ohne es zu wissen zugleich mit seinem Lieblingsgemüse Lattich den Samen des Horus gegessen und dessen Sohn als goldene Scheibe aus seiner Stirn geboren hatte: Die schönen frischen Pflanzen stammen aus dem Beet, über dessen Anblick dein Herz jubelt. Lasse deinen Samen in den Leib deines Feindes eindringen, damit er schwanger werde und dein Sohn aus seinem Scheitel hervorkomme (Edfou I, 82, 5 -7; XI, Pl. 247).

2.3. Feste

2.3.1. Das Siegesfest

Den Kultbetrieb des Tempels von Edfu reflektieren nicht nur die Opferszenen, sondern auch längere Szenenfolgen, die sich den großen Festen des Tempels widmen.

Aus: É. Chassinat, Le temple d’Edfou XIII, Kairo, 1934, pl. DXIII

Abb. 5 Sieg des Horus über Seth und des Königs über Feinde.

Eines davon ist das Fest des Sieges, das in Bild und Text auf der westlichen Innenwand der Umfassungsmauer dargestellt wurde, und zwar in zwei Registern (Kurth 1998, 196-229). Deren oberes zeichnet nach, wie Horus von Edfu in mehreren Kämpfen die Feinde seines Vaters Re besiegte, die sich unter der Führung des Seth in Unternubien gegen den Sonnengott erhoben hatten, als dieser am Ende seines Jahreszyklus alt und schwach war. Der Siegeszug des Horus und seiner Helfer erstreckte sich über ganz Ägypten, von Unternubien bis zum Mittelmeer, um das Land gänzlich von Feinden zu befreien. Mit diesem jährlich wiederkehrenden Ereignis, das die Wanderung der Sonne zwischen den Solstitien ausdeutet, ist das eigentliche Festgeschehen verknüpft, das im unteren Register erscheint. Dessen Bilder und zugehörige Texte mit ihren Dialogen, Zurufen und Rückblenden spiegeln vielleicht ein rituelles Schauspiel wider (Fairman 1974). Die umfassende Vernichtung des Feindes ist der Kerninhalt auch des Festes, was vor allem beim Harpunenritual zu erkennen ist, in dessen Verlauf ein Nilpferd als Verkörperung des Gottes Seth durch zehn Lanzenstiche von Kopf bis Fuß durchbohrt und schließlich von Horus und seinen Getreuen verspeist wird. Dabei scheint die Realität der Ritualhandlung auf, wenn der Text angibt, dass das verspeiste Nilpferd ein entsprechend geformter Kuchen war.

Zu dieser Dekorationseinheit gehört auch ein erklärender Text, der unter anderem angibt, dass der Sieg des Horus auf den regierenden König übertragen wird, um Sieghaftigkeit und Bestand des irdischen Königtums zu garantieren.

2.3.2. Das Fest von Behedet

(Lit.: Egberts 1995; Kurth 1998, 156-179; Waitkus 1998)

Auf dem Sockel der südlichen Hofwand ist das (Schöne) Fest von Behedet abgebildet, auch das Fest des (schönen) Besuchs genannt, dessentwegen → Hathor, die Gemahlin des Horus, von Dendera nilaufwärts nach Edfu gesegelt war. Die Darstellungen zeigen die Prozession, welche am Tage nach der Ankunft der Göttin von Edfu nach Behedet zog, wo die Gräber des → Osiris und der Urgötter lagen; ohne zur Zeit eine endgültige archäologische Bestätigung liefern zu können, möchte ich Behedet in Nag’ el-Hisaja lokalisieren, 12km südwestlich von Edfu. In den Reliefs sehen wir die von anderen Schiffen geschleppten großen Flussbarken des Horus und der Hathor, deren tragbare Prozessionsbarken mit den darin befindlichen Statuen der Gottheiten auf Deck stehen. Nach der Ankunft der Schiffe im Gebiet von Behedet wurde die restliche Strecke auf dem Landweg zurückgelegt. An den heiligen Stätten brachten Horus und Hathor den Urgöttern das Totenopfer dar, um dafür von diesen die jährlich notwendige Regeneration zu erhalten, und zwar für sich selbst und für Ägypten. Außer den in ihren Statuen anwesenden → Gottheiten nahmen am Fest der König teil, die Priester Edfus, Vertreter der Staatsmacht sowie die Bevölkerung. Das vierzehntägige Fest wird mit vielen Einzelheiten geschildert, mit den zugehörigen Ritualhandlungen ebenso wie mit der lebhaften Anteilnahme der Bevölkerung, die das Fest nicht nur mit Speise, Trank und Gesang feierte, sondern auch aktiv bei der Aufführung eines rituellen Schauspiels mitwirkte (Kurth 1998, 170).

2.3.3. Das Neujahrsfest

Während des Neujahrsfestes wurden die Statuen der Gottheiten aus dem Halbdunkel des Tempelinneren auf das Tempeldach getragen, zur Vereinigung mit der Sonnenscheibe. In einem kleinen, heute bis auf geringe Spuren verschwundenen Dachkiosk setzte man die Statuen zu einer bestimmten Zeit den Strahlen der Sonne aus, damit sie für ein weiteres Jahr neue Lebensenergie empfingen. Reflektiert wird dieses Geschehen in der Dekoration aller Tempelräume, die man während des Neujahrsfestes benutzte. So erkennt man zum Beispiel in den Ritualszenen der Wabet (P; Waitkus 1995), dass hier die Statuen für das Neujahrsfest vorbereitet, gesalbt, bekleidet und mit ihren Insignien versehen wurden, und die Treppenhäuser (T; U) zeigen die langen Reihen der Priester, welche die Götterstatuen auf das Dach tragen.

2.3.4. Die Inthronisation des lebenden Falken

© Edfu-Projekt; Foto: Wolfgang Waitkus, 2005

Abb. 6 Der Falke als Erscheinungsform des Horus von Edfu.

Anlass eines weiteren großen Festes war die alljährlich wiederholte Inthronisation des lebenden Falken, der als eine bedeutende Erscheinungsform des Horus von Edfu galt. Auf der Innenfläche des nördlichen Abschnitts der Umfassungsmauer (I’) ist das Geschehen in Bild und Wort festgehalten: Eine Statue des Horus wurde zu mehreren lebenden Falken getragen und wählte einen von ihnen aus, indem die Träger es so einrichteten, dass sich die Statue dem betreffenden Falken zuneigte. Danach präsentierte man den Falken auf der Brücke zwischen den beiden Pylontürmen (K’) und führte ihn zur Anerkennung durch Horus vor dessen Hauptkultbild im Sanktuar (A). Anschließend vollzog man die Riten der Inthronisation, wozu auch die Rezitation einer langen Litanei gehörte, in der die Göttin Renpet-nefret (Vollkommenes-Jahr) angerufen wurde, damit sie der Triade Edfus, also Horus, Hathor und deren Sohn, sowie dem lebenden Falken und dem König ein in allen Belangen glückliches neues Jahr gewährte (Kurth 1998, 229-242).

Darüber hinaus widmet sich die gesamte Dekoration dieses Mauerabschnitts der Entstehung, der jahreszyklischen Regeneration sowie dem Schutz des in Edfu beheimateten Horus-Königtums, dessen Protagonisten Horus, der lebende Falke und der König sind.

2.4. Die Auferstehung des Osiris

Drei der inneren Tempelräume (F; G; H) widmen ihre Dekoration dem Kult des → Osiris, der in Edfu ebenso bedeutend war wie in allen ägyptischen Tempeln griechisch-römischer Zeit (Cauville 1983). Hier wurden die Klagen um Osiris angestimmt, die Ritualhandlungen vollzogen und die Verklärungssprüche gesprochen, welche die Wiederbelebung des Gottes bewirkten. Der Schutz des Osiris ist ein dominantes Thema in der Dekoration dieser Räume, wozu auch die Stundenwachen gehören, deren Vollzug eine lückenlose Sicherheit garantierte. Gerade dieser Gott bedurfte eines umfassenden Schutzes, da er zyklisch starb und bis zu seiner Wiederbelebung wehrlos den Feinden ausgeliefert war; „sterben“ bedeutet dabei keinen endgültigen Tod, sondern nur das Ende eines der unendlich vielen Lebenszyklen.

Die Dachkapellen Edfus (Waitkus 1999) sind anepigraph, aber ein Blick auf die Dekoration der entsprechenden Räume im Tempel von Dendera lehrt, dass wohl auch in den Dachkapellen Edfus jene Rituale stattfanden, in deren Verlauf unter anderem eine Figur des Osiris aus Erde geformt, mit Getreidekörnern versetzt und durch Bewässern als sichtbares Zeichen der Auferstehung des Gottes zum Keimen gebracht wurde (der sogenannte „Kornosiris“).

2.5. Der Schutz des Tempels

© Edfu-Projekt; Foto: Andreas Effland, 2003

Abb. 7 Der Eingangspylon des Tempels von Edfu.

Nicht wenige Einheiten der Dekoration dienen dem umfassenden Schutz des Heiligtums. Da sind zum einen die großen Szenen des Niederschlagens der Feinde auf den beiden Pylontürmen, die jedem, der sich dem Haupteingang nähert, die Macht des ägyptischen Königs vor Augen führen, der ja nach dem Dogma Bauherr, erster Priester und Schutzherr aller Tempel war.

Ein andere Art des Schützens zeigt sich jeweils am Beginn der schmalen Passage, die vom Hof (H’) in den Umgang des Tempelgebäudes führt: Hier wurden mit einem großen Schlagnetz Feinde jeglicher Art abgefangen, ob sie als Fische, Vögel und Landtiere erschienen oder in menschlicher Gestalt (Kurth 1998, 192-196).

Breiten Raum nehmen die Gruppen der bewaffneten Schutzdämonen ein. Zu ihnen zählen auch jene sechzig, die militärisch organisiert als vier Kompanien mit je einem Anführer auftreten. Sie besetzen gefährdete Stellen des Tempels, darunter vor allem die Umfassungsmauer, wo sie eine lebende Schutzwehr bilden (Goyon 1985).

2.6. Die Versorgung des Tempels

Auf den Sockeln der Mauern und Wände erscheinen lange Reihen von Gottheiten und Personifikationen, die in den Tempel einziehen, um dem Herrn Edfus ihre Gaben zu bringen. So kommen, von Süden nach Norden aufgereiht, die Hauptgötter der ägyptischen Gaue und überreichen die spezifischen Produkte ihrer Gebiete. Nilgötter und Feldgöttinnen, ebenfalls geographisch geordnet, versorgen die Herren des Tempels mit Nahrung (Kurth 1998, 383 f.). Auch die Nachbarvölker werden in derselben Art und Weise zum Dienst herangezogen (Kurth 1998, 188-192; 250-256).

Hier zeigt sich der Anspruch der lokalen Theologie, dass Edfu ein von Horus beherrschter Mikrokosmos sei. Obschon dieser Anspruch fiktiv ist, begegnen in den betreffenden Texten auch reale Angaben, wie beispielsweise die in ihrer Größenordnung richtige Berechnung der anbaufähigen Fläche Ägyptens, die zutreffenden Angaben zur Wasserversorgung der Nachbarvölker sowie die genauen Beschreibungen der Kultbilder derjenigen Gottheiten, die in den Oasen der libyschen Wüste verehrt wurden.

Reale Verhältnisse dürfte auch der oben erwähnte Text über den Landbesitz des Tempels wiedergeben (siehe 2.2.1), da er sehr wahrscheinlich auf ein demotisch geschriebenes Kataster zurückgeht. Angegeben werden nämlich unter anderem königliche und private Stifter, Lage und Grenzen der Felder, die Flächengröße, sowie gelegentlich auch die Art der Bodennutzung und die Verwendung der Produkte (Meeks 1972).

2.7. Der tägliche Kult

Einige der Inschriften an den Eingängen der verschiedenen Tempelräume geben Auskunft über den täglichen Kult (Alliot 1949 und 1954; Fairman 1954). So erfahren wir zum Beispiel, dass das Wasser für die Libationen dreimal täglich aus dem östlich gelegenen Brunnen des Tempels (I’J’2) geschöpft, durch den Umgang (I’ F’) auf die Westseite getragen und in einen kleinen Raum (A’) gebracht wurde, von wo es die Priester dann ins Innere des Tempels trugen, zu den Tranktischen der Götter und Göttinnen.

© Edfu-Projekt; Foto: Wolfgang Waitkus, 2005

Abb. 8 Schrein im Sanktuar (A).

Der tägliche Kult spiegelt sich besonders deutlich in den Ritualszenen des Sanktuars (A; Cauville 1987, 1-12). So finden wir dort eine Auswahl der Szenen, die zum traditionellen Kultbildritual gehören: Der König öffnet die Türe des Schreines, schaut das Bild des Gottes, bringt ihm Salbe und Gewänder. Auch sehen wir ihn beim Weihrauchopfer vor den beiden tragbaren Barken, in denen die Statuen des Horus und der Hathor ruhen. Sein vornehmstes Opfer im Sanktuar ist aber die Gabe der Maat (siehe 2.2.1). Dabei heißt es vom König, dass er dazu bestimmt ist, das Böse in diesem Lande zu beseitigen, und die hier ebenfalls anwesende Königin wendet sich an Horus Behedeti mit den Worten: Nimm es an aus seiner Hand, denn sein Herz ist richtig, und sein Dienst ist, die rechte Ordnung zu schaffen (Edfou I, 29, 8 und 10 f.).

In die Fassade des Sanktuars ist der Text des Morgenliedes eingraviert, mit dem die Sängerschaft des Tempels von Edfu allmorgendlich Horus Behedeti weckte, wahrscheinlich in einer Art Wechselgesang. Die Strophen des Liedes wecken zunächst Horus, indem sie ihn in all seiner Macht und all seinen Erscheinungsformen preisen. Dann wenden sie sich in gleicher Weise den anderen Gottheiten des Tempels zu und danach den einzelnen Körpergliedern des Horus und seinen Insignien, um schließlich den Tempel mit all seinen Baugliedern und Reliefs aus dem Dunkel des Schlafes an das helle Licht des Tages zu holen (Kurth 1998, 80-88).

Mit seinen vielen Anrufungen wirft das Morgenlied ein helles Licht auf das göttliche Wesen des Horus von Edfu, nicht anders als es auch in den Hymnen und Eulogien geschieht, die uns in den Inschriften des Tempels begegnen. Den Herrn-der-Götter preisen mit seinen großen Namen in den Gauen Ober- und Unterägyptens, lautet die Einleitung eines Textes, dessen Abschnitte jeweils mit Du bist der… beginnen und Horus von Edfu mit den anderen Göttern Ägyptens gleichsetzen (ITE I/1, 10-19). Habt Ehrfurcht vor Horus, denn er …, so wendet sich eine Hymne an die Geschöpfe der Welt, die Strophe für Strophe aufgezählt werden in einer Hierarchie, die von den Göttern über die Menschen und die verschiedenen Tierarten bis zu den Pflanzen hinabreicht (ITE I/1, 276-279). – Hier wird besonders deutlich, dass viele Texte des Tempels von Edfu religiöse Poesie sind, von ihren Verfassern inhaltlich und formal teils großartig gestaltet.

2.8. An die Priester gerichtete Ermahnungen

(Lit.: Kurth 1998, 147-151)

Um die vorangehende, keinesfalls erschöpfende Darstellung des thematischen Reichtums der Tempeldekoration abzuschließen, sei noch auf eine Textgruppe hingewiesen, die bevorzugt an den Türen angebracht wurde. Es sind an die Priesterschaft gerichtete Ermahnungen, die von denjenigen, die Horus Behedeti dienen, sowohl körperliche und geistig-moralische Reinheit als auch ein hohes Maß an Berufsethik einfordern.

Horus beobachtet vom Himmel aus den Dienst der Priester, sein Herz leidet bei einem Fall von Unrecht und er kann strafen. Auf der anderen Seite wird versprochen: Nicht wird vergehen derjenige, der in seinem Dienst steht; denn sein (des Horus) Schutz reicht bis zum Himmel, seine Sorge umfasst die Erde und seine Obhut erstreckt sich auf alle Götter.

3. Die Götterwelt des Tempels von Edfu

(Lit.: Cauville 1987)

3.1. Horus Behedeti und seine Hypostasen (ITE I/2, 722-732)

In der Vielzahl und Vielfalt seiner → Gottheiten unterscheidet sich Edfu nicht von den anderen Heiligtümern Ägyptens, und wie in den meisten Tempeln überragt auch in Edfu einer die vielen, der hier Horus Behedeti heißt.

Dieser kann unendlich viele Abspaltungen seiner selbst bilden (Hypostasen), so viele, wie er zum Handeln in der Welt benötigt. Wie die Gesamtperson des Horus Behedeti so empfangen auch seine Hypostasen Opfergaben, beispielsweise Horus-der-Richter, Horus-der-den-Himmel-durchzieht, Horus-der-Herr-des-Lebens, Horus-der-Kämpfer. Während des Prozesses der Schöpfung, den er selbst in Gang setzt, gerät der Gott Edfus als junger Horus in Gefahr, aus der er sich selbst in Gestalt einer Waffe befreit, die als seine Hypostase einen Falkenkopf trägt (siehe 2.1). Als Der-Starke-oben-am-Haus (löwengestaltiger Wasserspeier) schützt er sich und seinen Tempel (ITE I/2, 297; 303).

3.1.1. Der Schöpfer der Welt

Horus Behedeti ist der alleinige Schöpfergott, ist der Eine, der die Welt mit ihren Lebewesen und die anderen Götter aus sich selbst erzeugte, ist derjenige, der lebt in den Körpern der Vielen ebenso wie in der Materie der Welt und nicht zuletzt auch im steinernen Gebilde seines Tempels (Finnestad 1985). Diese Durchdringung der Welt mit dem Wesen des Horus ist dennoch kein bloßer Pantheismus, da Horus mehr ist als seine Schöpfung, in die er lenkend eingreift. Es ist vielmehr eine besondere Art des Monotheismus, der lokal gebunden ist und hier in Edfu in den anderen → Gottheiten Ägyptens nur das Wirken des einen Gottes Horus erkennt (Edfou I, 17, Nr. 22). Entsprechendes beanspruchten aber alle Kultorte Ägyptens, womit das spätantike Ägypten als eine „polymonotheistisch“ gegliederte religiöse Einheit erscheint, in der die vielen Einzigen Götter nebeneinander bestehen konnten, weil sie, als Schöpfer der Welt, wesensgleich waren und es ihnen nichts von ihrer Größe nahm, wenn sie an anderen Kultorten mit nur einem oder einigen ihrer unendlich vielen Wesenszüge und Erscheinungsformen verehrt wurden; davon hatte sich der ausschließende Monotheismus → Echnatons deutlich unterschieden (Hornung 2005, 259-266).

3.1.2. Der gute Hirte der Menschen (ITE I/2, 127)

Horus Behedeti war auch der Gott, an den sich der einzelne Gläubige mit seinen persönlichen Anliegen wenden konnte, der die Gebete hörte, der den Schwachen gegenüber den Mächtigen in Schutz nahm (ITE I/1, 192; 266). Die Menschen Edfus fühlten sich geborgen in ihrer Stadt, weil Horus in seinem Tempel gegenwärtig war.

3.2. Horus Behedeti, Hathor von Dendera und Harsomtus

Horus am nächsten stehen die beiden Mitglieder seiner göttlichen Familie (Triade), die ihm aber deutlich nachgeordnet sind, auch wenn sie öfters mit ihm gemeinsam als die Herren des Tempels auftreten: → Hathor von Dendera, seine Gemahlin, und Harsomtus, der Sohn beider. Auf der Grundlage einer bereits alten Vorstellung ist Hathor in Edfu die Gottesmutter des Stieres-seiner-Mutter (Kamutef; ITE I/1, 67), mit der sich Horus als Gatte in beider Sohn zyklisch wiedererzeugt, gewissermaßen in einem theologischen „perpetuum mobile“, dank dessen der zyklisch sterbende Gott immer wieder zu neuem Leben gelangt.

3.3. Osiris, Isis und Harsiese

In die seit alter Zeit bestehende Familie des → Osiris, der → Isis und beider Sohn → Horus wurde Horus von Edfu dadurch eingegliedert, dass man ihn mit dem Sohn der Isis und des Osiris (Harsiese) gleichsetzte. Damit wuchsen ihm die Regenerationsfähigkeit des Osiris zu sowie die Kampfkraft des Harsiese, der den Mörder seines Vaters bestrafte. Damit war aber zugleich auch der Gegenspieler und Erzfeind des Horus definiert, nämlich → Seth, der nach dem Mythus seinen Bruder Osiris getötet hatte.

3.4. Die Neunheit von Heliopolis

Dem Götterkreis der Neunheit von → Heliopolis wurde Horus Behedeti, der ja selbst in Gestalt der Sonne erschien, vor allem dadurch angeschlossen, dass er die Rolle des Gottes Schu übernahm, des Sohnes also, der seinem Vater, dem heliopolitanischen Sonnen- und Schöpfergott Atum (Re-Atum) helfend zur Seite stand und dessen legitimer Nachfolger wurde (Edfou VI, 215, 8). Das ist die theologische Basis der oben vorgestellten Kultlegende, auf die sich das Siegesfest bezieht (siehe 2.3.1).

Darüber hinaus spielte die Neunheit von Heliopolis im Tempel von Edfu eine untergeordnete Rolle, und nur selten erhalten ihre Gottheiten ein Opfer in ihrer klassischen Zusammensetzung. Die Anzahl ihrer Mitglieder war schon seit älterer Zeit nicht mehr auf neun beschränkt, und in den Inschriften Edfus können Urgötter, Schutzgötter oder andere Göttergruppen die Bezeichnung „Neunheit“ tragen.

3.5. Die Gottheiten mit eigenen Kapellen

Bestimmte Gottheiten Ägyptens wurden dadurch hervorgehoben, dass man ihnen im Tempel von Edfu eigene Kapellen zuwies. Ein wichtiges Kriterium der Auslese war, dass die Theologen Edfus in ihnen treibende Kräfte des Weltgeschehens erkannten. Osiris, dessen Kapelle im Westen lag (F), und Re, dessen Kapelle die symmetrisch gegenüberliegende Stelle im Osten einnahm (L), garantierten gemeinsam die ewige Wandlung des in die Unterwelt einziehenden Re zu Osiris und die Wandlung des Osiris zum Re des nächsten Tages. Chons, der das Wesen des Mondes verkörpert, erhielt einen eigenen Raum (J) als nächtlicher Vertreter des Sonnengottes Horus von Edfu und wegen der monatlich am Himmel sichtbaren Regenerationskraft des Mondes. Min besaß eine eigene Kapelle (O), in der er seine Wirkung als Garant der Fruchtbarkeit entfalten konnte, die sich auf Menschen, Tiere und Pflanzen erstreckte; östlich gegenüber liegt der Hof des Speisealtars (Q), in dessen Nahrungsopfern sich das Werk des Min zeigte.

3.6. Die Gottheiten der ägyptischen Gaue

(Lit.: Kurth, 1983)

Ebenfalls in den Kult Edfus einbezogen wurden die Hauptgottheiten der ägyptischen Gaue. Sie erscheinen in ihrer traditionellen Abfolge auf der Umfassungsmauer und auf den Säulen des Pronaos (C’), wo sie Opfergaben erhalten, die ihrem jeweiligen Wesen entsprechen, so wie es sich an ihren Kultorten entwickelt hatte. Wenn auch in den spezifischen Opfergaben eine weitreichende Achtung vor der jeweiligen Persönlichkeit der anderen Gottheiten zum Ausdruck kommt, so wurden doch gleichzeitig die anderen in ihrer Ikonographie und in ihren Epitheta manchmal recht deutlich dem falkengestaltigen Herrn Edfus angeglichen, und einige Texte stellen sie als Gefolge des Horus dar. Die Gegenwart der Gaugötter bestätigt den Anspruch Edfus, auch ein Abbild Ägyptens zu sein; Gau(e)-der-Götter lautet darum einer der vielen Namen des Tempels.

3.7. Gottheiten mit speziellen Funktionen

Nicht nur die Personifikationen der Nilabschnitte, Felder und Berge, sondern auch die anderen Gottheiten, von den kleinen bis zu den großen, erfüllen im Tempel von Edfu bestimmte Aufgaben. Sogar die großen Gottheiten, die an ihren eigenen Kultorten die Machtfülle des Horus Behedeti besitzen, wirken in Edfu überwiegend in spezieller Funktion.

Die Acht Urgötter von Hermopolis unterstützen die Entstehung Edfus am Beginn der Welt, und widdergestaltige Chnumgötter treten als Baumeister des ersten Tempels hervor. → Ptah, der große Schöpfergott von Memphis, spielt in den Schöpfungsmythen Edfus vor allem die Rolle des Schützers.

Thot von Hermopolis stellt seine besonderen Fähigkeiten in den Dienst Edfus, als Herr der Bücher und Ritualist, als Berechner der Zeit und Garant der Genauigkeit in vielen verschiedenen Zusammenhängen.

Osiris sorgt auch in Edfu für die Regeneration von allem, was zyklisch altert, vergeht und wiederentsteht. Sein Wirken zeigt sich vor allem im Kommen und Gehen der Nilflut, im Schwinden und Wachsen des Mondes, im Vergehen und Aufsprießen der Vegetation und bei Tod und Auferstehung der nach dem Paradigma der Sonne sterbenden und wiederkehrenden Götter.

Was für die großen Gottheiten gilt, gilt erst recht für die vielen kleineren: Nephthys erscheint überwiegend zusammen mit → Isis als Klagefrau an der Bahre des Osiris, die löwengestaltige Göttin Menet vernichtet Feinde, die stier- oder widderköpfigen Herren des Altars versorgen die Herren Edfus mit Speisen und Getränken (Simonet 1994) und die Schebtiu-Götter ordnen innerhalb des Schöpfungsmythus die Materie der Welt (Kurth 1991, 196). Hier ist auch die große Schar der Schutzgötter einzuordnen.– Die Anzahl der Beispiele ließe sich beträchtlich vermehren.

3.8. Feinde des Horus

© Edfu-Projekt; Foto: Andreas Effland, 2003

Abb. 9 Horus besiegt Seth.

Gegenspieler des Horus sind → Seth und Apophis. Beide haben, wie Horus, kosmische Größe, und beide bilden schier zahllose Hypostasen, um ihr unheilvolles Werk in der Welt durchzuführen. Seth erscheint in Edfu vor allem in den Gestalten eines Nilpferdes, eines Krokodils und eines Esels (Labrique 1993), Apophis zeigt sich in Gestalt einer Schlange. Wenn auch Seth und Apophis öfters gleichgesetzt werden, so verkörpern sie doch verschiedene Aspekte des Bösen: Seth will die Übergabe der Herrschaft des Re an Horus verhindern, die zyklisch durch das Werden des Re zu Osiris geschieht; er rebelliert gegen den Sonnengott, wenn dieser kurz vor dem Ende eines Zyklus steht (siehe 2.3.1). Apophis ist der direkte Feind des Sonnengottes, der Vertreiber-des-Lichtes (Edfou VI, 185, 1); er ist es, der am Beginn der Schöpfung (siehe 2.1) die Entstehung des Lichtes verhindern will (siehe 2.1). Über beide Feinde erringt → Horus den Sieg, und dementsprechend zeigen zahlreiche Ritualszenen des Tempels den König, der sich durch die rituelle Tötung des Seth und des Apophis aktiv am Erhalt der Schöpfung beteiligt (Derchain 1962).

4. Die Theologie Edfus im Rahmen der spätägyptischen Religion

Die auf Papyrus geschriebenen Vorlagen der Inschriften des Tempels von Edfu erwuchsen auf dem Boden einer langen Tradition. Ein Teil von ihnen läßt sich bis ins Alte Reich zurückverfolgen, andere stammen aus späterer Zeit oder sind in etwa zeitgenössische Kompositionen. Ältere Vorlagen wurden jedoch seltener wörtlich übernommen, häufiger erfuhren sie eine Umgestaltung, mit dem Ziel, sie der lokalen Theologie und den räumlichen Gegebenheiten anzupassen.

Die Grundzüge der Theologie Edfus entsprechen im Wesentlichen denjenigen, die sich in ganz Ägypten bis zur Ptolemäerzeit entwickelt hatten. Bereits oben angesprochen (3.1.1) wurde das Nebeneinander der „vielen einzigen Gottheiten“ Ägyptens. Wahrscheinlich vom Sonnenlauf und von der jährlichen Nilflut angeregt, hatte sich in Edfu wie auch in den anderen theologischen Zentren Ägyptens die Sichtweise verfestigt, dass alles Geschehen auf Erden ebenso wie das ewige Leben der Gottheiten dynamisch angelegt ist und in Zyklen verläuft (Kurth 1998, 401, sub voce „Schöpfung“ und „Sonnenlauf“).

Was das Verhältnis von Religion und → Magie anbelangt, Erstere verstanden als Schauen und Bitten, Letztere als Handeln und Herbeiführen (Zwingen), so überwog auch im Tempel von Edfu die Magie (Kurth 2003). Zugleich aber finden wir viele Zeugnisse einer Religion: Horus Behedeti ist ewig (ITE I/2, 316), ist derjenige, der von alleine entstand, bevor noch Himmel, Erde und Unterwelt entstanden waren (Edfou V, 52, 9). Sein Herz kennt den Plan der Schöpfung, sein Wesen ist verborgen (ITE I/2, 118). Auch sagt man von ihm: Er kommt in Frieden, indem sein Gesicht glänzt, und sein Herz freut sich über die Richtigkeit (der Dinge). Er hat die Bitten der Bittsteller in seiner Stadt gehört, denn er ist der Helfer (ITE I/1, 189; vgl. 192; 289).

Zur ägyptischen Sicht der Welt gehört auch, alles Seiende unter verschiedenen Aspekten zu betrachten, ohne jedoch diese miteinander in ein widerspruchsfreies System zu bringen. So erscheint Hathor von Dendera als Gemahlin (Edfou II, 95, 5) und Mutter des Horus Behedeti innerhalb des Kamutef-Prinzips (siehe 3.2), und sie ist die Tochter des Horus Behedeti, wenn sie als Maat und er als der einzige Schöpfer betrachtet wird (ITE I/2, 33; 476). Unter jeweils besonderem Aspekt gilt der Tempel von Edfu unter anderem als Haus, als Mutter, als Tochter und als Leib des Horus Behedeti (ITE I/2, 754 jeweils sub voce) sowie auch als Ansitz des Falken (Kurth 1998, 194).

Für Edfu spezifisch sind die lokale Ausprägung und die besondere Gestaltung allgemeinägyptischer Glaubensvorstellungen. Dazu gehören unter anderem der Schöpfungsmythus (siehe 2.1), die Kultlegende des Siegesfestes (siehe 2.3.1) als Edfu-Version derjenigen Mythen, welche die jährliche Wanderung der Sonne zwischen den Solstitien erklären, der Text über die Geburt des Horuskindes (Schneider 2004), die detaillierte große Bauinschrift oder das facettenreiche Morgenlied an der Fassade des Sanktuars (siehe 2.7). Schließlich entspricht es in besonderem Maße seinem Wesen als scharfäugiger Falke, wenn Horus Behedeti das Werk seiner Schöpfung mit dem Auge durchführt, indem er die Dinge dieser Welt mit seinem Schöpferblick herbeisieht (Kurth 1991, 195).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Publikationen

(Auf die Inschriften des Haupttempels wird verwiesen mit „Edfou“ + Band + Seite + Zeile)

  • de Rochemonteix, Maxence, Le temple d’Edfou I, Paris 1897.
  • Chassinat, Émile, Le Marquis de Rochemonteix, Le temple d’Edfou II und III, Kairo, 1918 und 1928.
  • Chassinat, Émile, Le temple d’Edfou IV - XIV, Kairo, 1929-1934.
  • Chassinat, Émile, Le Mammisi d’Edfou, Kairo 1939.
  • Cauville, Sylvie / Devauchelle, Didier, Le temple d’Edfou XV, Kairo 1985.
  • Cauville, Sylvie / Devauchelle, Didier, Le temple d’Edfou I (verbesserte zweite Auflage), Kairo 1984 und 1987.
  • Cauville, Sylvie / Devauchelle, Didier, Le temple d’Edfou II (verbesserte zweite Auflage), Kairo 1987 und 1990.

2. Übersetzung der Inschriften

(Auf diese Übersetzungen wird verwiesen mit „ITE I“ + Band + Seite, also zum Beispiel: ITE I/2, 23)

  • (Edfu-Projekt, Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, www.rrz.uni-hamburg.de/Edfu-Projekt/Edfu.html)
  • Kurth, Dieter, Die Inschriften des Tempels von Edfu, Abteilung I, Übersetzungen, Band 1, Edfou VIII, Wiesbaden 1998.
  • Kurth, Dieter, Die Inschriften des Tempels von Edfu, Abteilung I, Übersetzungen, Band 2, Edfou VII, Wiesbaden 2004.
  • Kurth, Dieter, Die Inschriften des Tempels von Edfu, Abteilung I, Übersetzungen, Band 3, Edfou VI, in Vorbereitung.

3. Konkordanzen zur Sekundärliteratur

  • Leitz, Christian (Hg.), Kurzbibliographie zu den übersetzten Tempeltexten der griechisch-römischen Zeit, Kairo 2002; eine Auswahl zu allen Tempeln, im Internet fortlaufend aktualisiert (www.uni-tuebingen.de/aegyptologie/www/Institut/III2.htm).
  • Kurth, Dieter (Hg.), Die Inschriften des Tempels von Edfu, Begleitheft 5, Wiesbaden 1999, 3-20; eine Auswahl zu Edfou VIII, die mit Erscheinen der folgenden Übersetzungsbände jeweils fortgesetzt wird.

4. Weitere Literatur

  • Alliot, Maurice, Le culte d’Horus à Edfou au temps des Ptolémées, Kairo 1949 und 1954.
  • Cauville, Sylvie, La théologie d’Osiris à Edfou, Kairo 1983.
  • Eadem, Essai sur la théologie du temple d’Horus à Edfou, Kairo 1987.
  • Daumas, François, Les mammisis des temples égyptiens, Paris 1958.
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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Karte zur Lage von Edfu. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Das Geburtshaus (Mammisi). © Edfu-Projekt; Foto: Andreas Effland
  • Abb. 3 Grundriss des Tempels von Edfu (im Artikel verweisen Großbuchstaben in runden Klammern auf diesen Grundriss). © Edfu-Projekt; Dieter Kurth
  • Abb. 4 Der Tempel von Edfu. © Edfu-Projekt; Foto: Andreas Effland, 2003
  • Abb. 5 Sieg des Horus über Seth und des Königs über Feinde. Aus: É. Chassinat, Le temple d’Edfou XIII, Kairo, 1934, pl. DXIII
  • Abb. 6 Der Falke als Erscheinungsform des Horus von Edfu. © Edfu-Projekt; Foto: Wolfgang Waitkus, 2005
  • Abb. 7 Der Eingangspylon des Tempels von Edfu. © Edfu-Projekt; Foto: Andreas Effland, 2003
  • Abb. 8 Schrein im Sanktuar (A). © Edfu-Projekt; Foto: Wolfgang Waitkus, 2005
  • Abb. 9 Horus besiegt Seth. © Edfu-Projekt; Foto: Andreas Effland, 2003

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