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Lexikon

Codices

Christina M. Kreinecker

(erstellt: Jan. 2017)

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1. Der Inhalt von Codices

Der Codex ist neben der Schriftrolle ein Format des antiken Buches, das sich mit dem 1. Jh. n. Chr. zu etablieren begann. Dies geschah für griechisch-römische nichtchristliche Literatur im Verhältnis zur Textproduktion und -weitergabe zunächst relativ selten. Im christlichen Bereich hingegen setzte sich der Codex auffällig früh durch. Erst im 5. Jh. n. Chr. überholte das Codexformat die Schriftrolle auch im paganen Kontext an Bedeutung und Verbreitung, nicht zuletzt durch die sukzessive Überführung römisch-griechischer Literatur von Rollen auf Codices (→ Codex).

Nicht nur das Format, sondern auch der Inhalt der weitergegebenen Literatur veränderte sich in den ersten Jahrhunderten n. Chr. Zwar liefen die Weitergabe klassischer und einsetzender christlicher Literatur zunächst noch parallel, doch nahm die klassische Literatur bis ins 5. Jh. derart ab, dass sie von der Erstellung und Weitergabe christlicher Literatur überflügelt wurde. Anders sieht es hingegen im jüdischen Bereich aus, wo die Schriftrolle stets das bevorzugte Medium der Textweitergabe, insbesondere für heilige Schriften, darstellt.

1.1. Codices mit klassischen griechisch-römischen Inhalten

1.1.1. Griechische Literatur

Klassische griechisch-römische Literatur weiterzugeben, war im 4. bis 6. Jh. vor allem Anliegen der traditionsgebundenen Oberschicht. Unter den griechischen AutorInnen, deren Schriften auch auf Codiceserhalten blieben, ist allen voran Homer zu nennen, gefolgt von Schriften des Isokrates. Homers Werke nehmen dabei im 2., 4. und 6. Jh. n. Chr. über ein Fünftel der erhaltenen klassischen griechischen Codicesein, im 3. Jh. n. Chr. sind es sogar über ein Drittel, im 5. Jh. n. Chr. über ein Viertel. Die Leuven Database of Ancient Books (LDAB) verzeichnet eine Vielzahl griechischer Autoren, darunter Größen wie Menander, Pindar, Platon, Theokrit, Hesiod, Thukydides etc., deren Werke von Rollen auf Codices übertragen wurden. Daneben finden sich aber auch griechische Übersetzungen → Vergils, allgemeine medizinische, rhetorische und philosophische Überlegungen, Schulübungen usw.

1.1.2. Lateinische Literatur

Im lateinischen Bereich ist die Anzahl der erhaltenen Codices mit literarischen nichtchristlichen Texten aus den ersten Jahrhunderten n. Chr. sehr gering. Der älteste lateinische Codex stammt aus der Zeit 50-150 n. Chr. und wurde im ägyptischen Oxyrhynchos gefunden. Zum Inhalt hat er den Kampf Roms gegen Antiochus („De bellis Macedonicis“ – Krieg der Römer gegen die Makedonen, LDAB 4472). Zu den ältesten möglichen Textzeugen aus dem 3. Jh. n. Chr. gehören zweisprachige Vokabellisten auf Griechisch und Latein. Abgesehen von Erwähnungen literarischer Codices z.B. bei Martial (→ Codex) sind Schriften lateinischer Autoren erst aus dem 4. Jh. n. Chr. belegt. Unter ihnen finden sich Sallust, Seneca, Terenz, Lucan und Vergil. Doch auch hier bleiben zweisprachige Texte, sei es in Form von Übersetzungen aus dem Griechischen (z.B. Äsop, LDAB 138) oder in Form von griechischen Anmerkungen zu lateinischem Text (LDAB 3877), prominent. Selbst im 5. Jh. n. Chr. ist die Anzahl lateinischer Codices noch sehr gering (ca. 50). Unter ihnen finden sich v.a. Texte Ciceros und Vergils, aber auch Schriften des Livius, Plinius (→ Plinius d. Jüngeren und → Plinius d. Älteren), Seneca, Sallust, Plautus, Ovid, Terenz, diverser Grammatiker und einiger mehr. Nicht selten weisen die erhaltenen Texte dieser Zeit einen Schulkontext auf. In weiterer Folge ist es auch die römische Rechtsliteratur, die in Codexform weitergegeben wird.

1.2. Codices mit christlichen Inhalten

Die Weitergabe christlicher Literatur in Codexform setzte sich rasch durch: neben biblischen Schriften war es vor allem Erbauungsliteratur wie Wundergeschichten und Heiligenviten, in späterer Zeit häufig mit legendenhaften Elementen ausgestattet, die in Form von Codices verbreitet wurde. Ein besonders beliebtes Beispiel der Spätantike stellt etwa die Martinsvita des Sulpicius Severus dar, die seit dem 4. Jh. gelesen wurde.

Daneben wurde natürlich die gesamte patristische Literatur auf Codices geschrieben und weitergegeben, und zwar unabhängig von der Sprache (Griechisch, Latein, Syrisch, → Koptisch etc.). Spätestens in der Zeit nach der Konstantinischen Wende kam es zu einer regen christlichen Textproduktion, seien es Kommentierungen und Exegese von Bibeltexten, seien es theologische Abhandlungen zu den unterschiedlichsten Thematiken – nicht zuletzt rund um die großen christologischen Auseinandersetzungen im ersten Jahrtausend –, seien es apologetische Texte (→ Apologetik) und Auseinandersetzungen mit diversen religiösen Strömungen.

1.2.1. Kaiserlicher Auftrag zur Erstellung und Lieferung von Codices

Die Anerkennung des Christentums als offizielle Religion durch Konstantin (272-337) im Jahr 313 brachte ein Aufblühen der Codexproduktion mit sich. → Eusebius von Cäsarea (gest. 339 / 340 n.Chr.) schreibt in seiner Biographie des Kaisers → Konstantin (De Vita Constantini III, 1-4; IV 34,1-37,1), dass dieser 50 Bibelausgaben in Codexform und auf Pergament für die Kirchen seiner neuen Hauptstadt Konstantinopel bei ihm in Auftrag gegeben habe. Dabei dürfte es sich wohl um Abschriften verschiedenster vorhandener Bibelhandschriften gehandelt haben. Dass damit Gesamtbibeln gemeint sind, scheint heute eher unwahrscheinlich (siehe 2.3.). Was die Notiz bei Eusebius allerdings belegt, ist das staatlich geförderte Interesse an biblischen Schriften. Denn zur Übermittlung der angefertigten Handschriften sei Eusebius sogar zur Nutzung des öffentlichen Postweges, des cursus publicus, autorisiert worden. Darüber hinaus wird die Finanzierung durch staatliche Mittel in Aussicht gestellt. Aus diesen Hinweisen erschließt sich eine rege Kopiertätigkeit in den intellektuellen Zentren und Skriptorien der damaligen Zeit, wie etwa → Caesarea Maritima oder → Alexandria, von wo aus dem Jahre 340 ein weiterer Auftrag für Bibelhandschriften durch Kaiser Konstans belegt ist.

2. Bibelcodices

Der Text des → Neuen Testaments, aber auch die griechische Übersetzung des Alten Testaments (→ Septuaginta) sind in ihrer Tradierung untrennbar mit dem Codex verbunden. Denn die Mehrheit der biblischen Handschriften ist auf Codices geschrieben und erhalten. Zwar hat sich im christlichen Bereich der Codex von Anfang an einer prozentuell signifikant höheren Beliebtheit erfreut als im paganen literarischen Bereich (vgl. Art. → Codex), doch gilt dies nicht für die Weitergabe der hebräischen und aramäischen Teile der Bibel, die im jüdischen Bereich vorwiegend auf Rollen weitergegeben wurde, insbesondere natürlich dort, wo der geschriebene Text für eine liturgische Verwendung (→ Liturgien (AT)) bestimmt war. Im christlichen Bereich hat sich jedoch rasch die griechische Übersetzung des AT in Form der Septuaginta durchgesetzt, deren Weitergabe im Regelfall in Codexform geschah. Gerade im Westen konnten nur wenige Theologen den hebräischen Text zur Kenntnis nehmen (z.B. → Origenes, → Hieronymus), was dem griechischen Text zusätzlich zur Abgrenzung vom Judentum im christlichen Bereich den Vorrang gab.

Dieser Beitrag konzentriert sich vorwiegend auf neutestamentliche und gesamtbiblische Codices, die griechische Septuagintatradition wird nur am Rande berücksichtigt (→ Septuaginta [AT]).

2.1. Hebräische Codices

Im jüdischen Bereich war und ist die Schriftrolle das Medium der textlichen Weitergabe. Im religiösen Kontext (z.B. Torarollen) trifft dies bis heute zu. Der Codex als Buchform wurde kaum übernommen, hebräisch verfasste Codices sind äußert selten.

Ein zweisprachiger Papyruscodex auf Griechisch und Hebräisch ist aus dem 3.-4. Jh. n. Chr. erhalten. Zwar enthält der Codex Text aus dem Alten Testament (Hld 5,12-6,10), doch weist der zweite Text, die Apologie des Aristides (15,6-16,1) auf einen christlichen Kontext hin. Aus dem 8. oder 9. Jh. n. Chr. stammt ein auf Hebräisch beschriebener einlagiger Papyruscodex (LDAB 113850) aus der Geniza in Kairo. Der Inhalt des Codex besteht aus liturgischen Gedichten eines gewissen Joseph Berebi Nissan von Nave Quiryatayim. Ein Pergamentcodex (LDAB 62326) ist auf Hebräisch mit alttestamentlichem Text (Ps 32,15-28) aus dem 7. Jh. n. Chr. erhalten, der als Palimpsest für christliche Literatur, und zwar die Hexapla des Origenes, weiterverwendet wurde.

2.2. Griechische Bibelhandschriften

Die Einteilung der biblischen Handschriften (Codices und Rollen) erfolgt – wissenschaftsgeschichtlich gewachsen und daher nicht immer völlig konsequent – zum einen nach Material, zum anderen nach der Schrift, mitunter auch nach der Verwendung. Hinsichtlich des Materials werden Papyri als eigene Gruppe gewertet, während Pergament-, Leder- und später auch Papiercodices in Majuskel, Minuskel und Lektionare gruppiert werden.

2.2.1. Papyri

Alle Texte, seien sie fortlaufend oder nicht (wie etwa eine Auswahl von Textpassagen oder Lektionare), die auf Papyrus geschrieben sind, werden als Papyri bezeichnet. Nahezu alle erhaltenen Bibeltexte aus der Zeit vor dem 4. Jh. n. Chr. sind auf Papyrus geschrieben. Unter den Papyri befinden sich daher die ältesten erhaltenen biblischen Textzeugen. Im Bereich des NT stammen sie aus dem 2. Jh. n. Chr., wie etwa der berühmte Papyrus 52, der Versfragmente aus Joh 18 enthält, weiters Papyrus 90, der Verse aus Joh 18 und Joh 19 umfasst, Papyrus 93 mit Apk 1,13-20 und Papyrus 104 mit Text aus Mt 21. Papyruscodices biblischen Inhalts sind bis in das 7. Jh. erhalten.

2.2.2. Majuskel

Mit Majuskel wird die griechische Schrift bezeichnet, bei der jeder Buchstabe einzeln geschrieben ist und in seinem Aussehen den modernen Großbuchstaben ähnelt. Im lateinischen Bereich wird die Schrift mit Großbuchstaben als Unziale bezeichnet. Die Mehrzahl der Majuskelhandschriften stammt aus der Zeit vor dem 9. Jh. und der allmählichen Ablösung durch die Minuskelhandschriften bis ins 11. Jh. Grundsätzlich sind auch griechische Papyri in Majuskelschrift geschrieben. Zu den Majuskelcodices zählen die ältesten heute erhaltenen Gesamtbibeln aus dem 4. und 5. Jh. n. Chr. (siehe 2.3.1.).

2.2.3. Minuskel

Mit Minuskel wird jene kompakte griechische Schrift bezeichnet, die ab dem 9. Jh. n. Chr. auch in biblischen Codices nachweisbar ist. Dabei werden bestimmte Buchstabenfolgen miteinander durch Ligaturen verbunden oder durch neu eingeführte Symbole und Abkürzungen ersetzt. Derartige Abkürzungen nahmen bis ins 15. und 16. Jh. beständig zu. Auch im Lateinischen ist die Bezeichnung für den kompakten Schreibstil mit Minuskel üblich.

Die älteste griechische Minuskelhandschrift mit neutestamentlichem Text datiert auf das Jahr 835 n. Chr. und ist ein Evangeliencodex (GA 461), der heute in St. Petersburg in der Russischen Nationalbibliothek aufbewahrt wird.

2.2.4. Lektionare

Als Lektionare werden jene Handschriften mit biblischem Text bezeichnet, die in ihrer Textabfolge nicht kontinuierlich, sondern in Perikopen nach dem liturgischen Gebrauch (→ Liturgie (NT)) angeordnet sind. Dabei lässt sich eine bestimmte Gruppierung von Schriften in den Codices beobachten: Codices, die neben der → Apostelgeschichte auch das paulinische Briefcorpus (→ Corpus Paulinum) und die → Katholischen Briefe enthalten, werden als Apostolos bezeichnet. Von der Abfolge unterscheidet man im Wesentlichen zwei verschiedene Anordnungssysteme: das Synaxarion, das zu Ostern beginnend dem Kirchenjahr folgend angeordnet ist, und das Menologion, das dem profanen Kalender des Byzantinischen Reiches folgt und mit dem 1. September beginnt. Das Menologion enthält darüber hinaus auch nicht-biblische Lesungen, wie z.B. Heiligenviten und Märtyrerakten entsprechend den Tagesheiligen.

2.2.5. Kommentarhandschriften

Ein weiterer Handschriftentyp sind sogenannte Kommentarhandschriften. Dabei steht dem jeweiligen Bibeltext ein Kommentarteil zur Seite. Der Kommentartext wird als Catena bezeichnet, d.h. eine „Kette“ von Kommentaren zum biblischen Text. Das Layout solcher Handschriften kann variieren: die Kommentare stehen entweder um einen biblischen Textblock herum oder folgen unmittelbar auf den biblischen Text. Im Regelfall beinhalten solche Catenae verschiedenste patristische, oft hinsichtlich des ursprünglichen Verfassers nicht ausgewiesene Kommentierungen zu einer Bibelstelle. Die älteste erhaltene Catena-Handschrift im neutestamentlichen Bereich ist der Majuskelcodex Zacynthius (GA 040) aus dem 6. Jh. n. Chr.

2.3. Gesamtbibeln (Bibel-Pandekten)

Gesamtbibeln sind in der Überlieferungsgeschichte selten. Derzeit sind 8 griechische Codices bekannt, die in ihrer ursprünglichen Form das gesamte AT und NT enthalten haben dürften. Vor dem 9. Jh. sind nur vier solcher Gesamtbibeln auf Griechisch erhalten. Sie stammen alle aus dem 4. und 5. Jh. (jeweils zwei Codices). Danach finden sich die zeitlich nächsten Gesamtbibeln erst fünf Jahrhunderte später. Dies lässt nicht nur auf eine geringe Verbreitung schließen, sondern auch auf einen geringen Bedarf an solchen gesamtbiblischen Konzepten, wie sie erst durch die Einführung des Buchdrucks forciert wurden. Griechische Codices mit ausschließlich dem gesamten NT sind vor dem 9. Jh. n. Chr. nicht belegt, sehr wohl aber im lateinischen Bereich, wenn auch in äußerst geringem Umfang.

2.3.1. Die ältesten Gesamtbibeln

2.3.1.1. Codex Sinaiticus

Der Codex Sinaiticus aus dem 4. Jh. wurde durch Konstantin von Tischendorf in der neutestamentlichen Szene bekanntgemacht. Er nahm im 19. Jh. die Handschrift aus dem Katharinenkloster am → Sinai mit sich und untersuchte sie. Die meisten Blätter des Codex befinden sich heute in der British Library in London, einzelne Blätter finden sich auch in St. Petersburg (Russische Nationalbibliothek), Leipzig (Universitätsbibliothek) und dem Katharinenkloster selbst. Teile des AT sind im Laufe der Zeit verloren gegangen, doch waren die zur Septuaginta gehörenden Schriften 2Makk und 3Makk im ursprünglichen Codex nicht inkludiert. Außer den heute zum Kanon des NT zählenden Schriften weist der Codex Sinaiticus neutestamentliche Apokryphe auf: den → Brief des Barnabas und den → Hirten des Hermas, der allerdings in Mand. 4,3 abbricht. Der Codex Sinaiticus ist der bisher einzige vierspaltige Bibelcodex. Textlich weist er eine Nähe zum Papyrus 75 (GA, 1. Hälfte 4. Jh.) auf, der Teile des → Lukasevangeliums und → Johannesevangeliums enthält. Erstellt wurde der Codex von mindestens drei Schreibern.

2.3.1.2. Codex Vaticanus

Der Codex Vaticanus stammt aus dem 4. Jh. und ist bereits im späten 15. Jh. im Inventar der Biblioteca Vaticana verzeichnet. Die Handschrift ist zu Beginn bis Gen 46,28 verloren, zudem fehlen die Blätter mit Ps 105,27-137,6. Die Makkabäerbücher sind jedoch nicht enthalten, möglicherweise ein Auslassungsfehler. Im NT bricht der Text im → Hebräerbrief ab, sodass unklar ist, ob → Offenbarung und etwaige apokryphe Schriften (→ Apokryphen (NT)) im Codex enthalten waren. Insofern zählt Codex Vaticanus streng genommen nicht eindeutig zu den Gesamtbibeln, obwohl er heute als solche gehandhabt wird.

2.3.1.3. Codex Alexandrinus

Der Codex Alexandrinus stammt aus dem 5. Jh. und wurde 1628 vom Patriarchen Kyrill Lukaris König Karl I. von England geschenkt. Heute wird der Codex in der British Library in London aufbewahrt. Er ist nicht vollständig erhalten: im NT fehlen das Ende des Matthäusevangeliums ab Mt 25,6 sowie Joh 6,50-8,52 und 2Kor 4,13-12,6. Der Codex enthält die neutestamentlichen Apokryphen → Erster Clemensbrief und 2Clem (bis 12,4). Ursprünglich dürften auch die → Psalmen Salomos enthalten gewesen sein, die im Inhaltsverzeichnis aufgelistet, aber nicht erhalten sind. Textlich stammt der Codex wohl von verschiedenen Vorlagen in den unterschiedlichen Schriften ab. Dabei weist v.a. der Text der Apokalypse einen hohen, d.h. im Wesentlichen alten Wert auf. Erstellt wurde der Codex von zwei oder drei Schreibern.

2.3.1.4. Codex Ephraemi Rescriptus

Quelle: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36972, gemeinfrei.

Abb. 1 Der Codex Ephraeimi Rescritpus, ein Palimpsest: Zu sehen ist ein Ausschnitt des abgewaschenen biblischen Textes, der mit Traktaten Ephraems überschrieben wurde.

Der Codex Ephraemi Rescriptus aus dem 5. Jh. ist ein Palimpsest. Der biblische Text wurde im 12. Jh. abgewaschen und mit 38 auf Griechisch übersetzten Traktaten Ephraems beschrieben. Vom Textumfang weist der Codex größere Lücken auf, und zwar sowohl im AT wie im NT. Unter anderem fehlen etwa sowohl der gesamte → Zweite Thessalonicherbrief als auch der → Zweite Johannesbrief. Ob zum ursprünglichen Textumfang auch außerkanonische Schriften zählten, lässt sich heute nicht mehr eruieren.

2.3.2. Gesamtbibeln in anderen Sprachen

Auch in den alten Übersetzungen, den sogenannten Versionen der Bibel auf Latein, Koptisch und Syrisch ist die Idee einer Gesamtbibel in früher Zeit offensichtlich wenig verbreitet. Die ältesten lateinischen Pandekten sind vom Konzept her vermutlich auf Cassiodor zurückzuführen, der 554 in der Nähe Neapels das Kloster Vivarium gründete. Aus der Zeit des Klosters, das lediglich bis ins 7. Jh. Bestand hatte, sollen drei vollständige Bibeln auf Latein stammen. Die älteste erhaltene lateinische Gesamtbibel ist der Codex Amiatinus, der aus dem frühen 8. Jh. n. Chr. und dem Kloster St. Paul in Jarrow im angelsächsischen Northumbrien stammt. Gesamtbibeln im lateinischen Bereich waren daher wohl ähnlich selten wie im Griechischen, doch gibt es Hinweise auf drei Codices mit dem gesamten NT in Latein vor dem 9. Jh., darunter Codex Fuldensis aus dem Jahr 547. Erst ab der karolingischen Zeit nimmt die Anzahl lateinischer Gesamtbibeln und Codices mit dem gesamten NT signifikant zu.

Für die Situation im Syrischen Bereich ergibt sich ein ähnliches Bild. Der Zeit vor dem 9. Jh. lassen sich nur drei syrische Peschitta-Codices mit dem gesamten Text des Neuen Testaments eindeutig zuweisen.

Aus den erhaltenen koptischen Fragmenten lässt sich derzeit kein einziger sicherer Rückschluss auf eine Gesamtbibel oder ein gesamtes NT in einem Codex der frühen Jahrhunderte treffen.

In Summe scheinen Sammlungen aller biblischen Schriften in einem Codex unabhängig von der Sprache unüblich gewesen zu sein.

2.4. Übersetzungen und bilingue Texte

Die Schriften des Neuen Testaments wurden früh aus dem Griechischen in andere Sprachen übersetzt. Zu den klassischen alten Übersetzungen (Versionen) zählen zunächst das Lateinische, das Koptische und das Syrische, für die eine Übersetzungstätigkeit ab dem 2. Jh. angenommen wird. Nur wenig später folgten Übersetzungen ins Gotische, Armenische, Altslawische, Äthiopische usw.

Eine Besonderheit im Zusammenhang mit Übersetzungen des Bibeltextes stellen bilingue Codices dar, die im Regelfall den Text in zwei verschiedenen Sprachen präsentieren, z.B. Griechisch und Latein, Griechisch und Koptisch usw. Im Regelfall basiert die Übersetzung nicht auf dem in der jeweiligen Handschrift enthaltenen griechischen Text, sondern folgt seiner eigenen Tradition. Die Anordnung des Textes erfolgt je nach Codex unterschiedlich. In einer der ältesten Bilinguen, dem Codex Bezae aus dem 5. Jh., der alle vier Evangelien enthält, ist der griechische Text auf der linken, der lateinische auf der rechten Seite abgebildet. Im Codex Boernerianus aus dem 9. Jh. hingegen, einer Paulusbriefsammlung (ohne Hebräerbrief), steht der kleiner gehaltene lateinische Text interlinear zwischen den Zeilen des griechischen Textes und berücksichtigt diesen auch in der Übersetzung.

2.4.1. Lateinische Codices

Bereits im 2. Jh. ist die lateinische Übersetzung des griechischen Bibeltextes literarisch nachweisbar, die ältesten erhaltenen lateinischen Bibelcodices stammen aus dem 4. Jh. n. Chr. und sind auf Pergament geschrieben. Heute unterscheidet man zwei große Traditionslinien innerhalb der Weitergabe des lateinischen Bibeltextes: die frühe Form der altlateinischen Übersetzungen, die sogenannte Vetus Latina, und die spätere sogenannte Vulgata, eine größtenteils mit der Übersetzungstätigkeit des Hieronymus in Verbindung stehende Form aus dem 4. Jh. n. Chr., die mit zahlreichen Veränderungen über die Jahrhunderte hinweg den maßgeblichen Text der Kirche im Westen darstellt.

2.4.2. Koptische Codices

Die Übersetzung der Bibel ins → Koptische, die Sprache der Christen und Christinnen in Ägypten, dürfte bereits im 2. Jh. n. Chr. eingesetzt haben. Die ältesten erhaltenen Texte stammen aus dem 4. Jh. Textgeschichtlich sind vor allem die Bibeltexte im sahidischen Koptisch relevant, während im liturgischen Bereich der koptischen Kirche bohairische Texte von Bedeutung sind. Bis heute hat sich eine Fülle koptischer Codices sowohl des Alten wie des Neuen Testaments erhalten, viele davon in fragmentarischer Form.

2.4.3. Syrische Codices

Übersetzungen des Bibeltextes ins Syrische gehen auf das 2. Jh. n. Chr. zurück, als das AT aus dem Hebräischen und das NT aus dem Griechischen übertragen wurde. Grundsätzlich unterscheidet man Altsyrische Bibelübersetzungen von der späteren Peschitta-Übersetzung, die am Ende des 4. oder Anfang des 5. Jh. entstand. Weitere Übersetzungen aus späterer Zeit sind die nur teilweise erhaltene Philoxeniaund deren umfassende Bearbeitung durch Thomas von Harkel, die sogenannte Harklensis, aus dem 7. Jh. Besondere Bedeutung hat Tatians Diatesseron aus dem 2. Jh. erhalten, eine Evangelienharmonie, die auch die griechische und lateinische Tradition maßgeblich beeinflusst hat.

3. Charakteristika von christlichen und biblischen Codices

Der Codex als Buchformat für Literatur hat sich vor allem im christlichen Bereich von Anfang an großer Beliebtheit erfreut und kam dort prozentual wesentlich häufiger zum Einsatz als bei der Weitergabe klassischer griechisch-römischer Literatur. Schon bald lassen sich in christlichen Handschriften, v.a. Bibelhandschriften, bestimmte Eigenheiten feststellen. Dazu gehören der Umgang mit wichtigen religiösen Begriffen, bedeutenden Namen und Orten (Nomina sacra) und eine Vielzahl an paratextlichen und metatextlichen Hinweisen, darunter Strukturierungshilfen zum biblischen Text, z.B. Kapitelzählungen oder kurze, einleitende Hintergrundinformationen (Prologe). Derartige Hinweise sind für die Erschließung der Überlieferungsgeschichte des biblischen Textes von großer Bedeutung, wie z.B. die im lateinischen Bereich erhaltenen sogenannten markionitischen Prologe, kurze Informationen zu den Briefen des Corpus Paulinum, die Rückschlüsse auf frühe Paulusbriefsammlungen zulassen.

3.1. Nomina sacra

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Abb. 2 Beispiele für nomina sacra im Griechischen.

Unter Nomina sacra versteht man die v.a. in Handschriften aus dem christlichen Bereich üblich gewordene Abkürzung von bestimmten Nomen, wie z.B. biblischen Namen, Gottesbezeichnungen, Orten etc. Eine strikte Handhabung dieser Abkürzungen, die je nach Handschrift variieren können, gibt es nicht. Zu den ältesten Nomina sacra gehören Gott, Herr, Christus und Jesus. Bis in byzantinische Zeit erweitert sich diese Liste kontinuierlich: Vater, Sohn, Geist, Himmel, Kreuz, aber auch Mutter, Mensch, Propheten, Israel, Jerusalem usw. Die Abkürzung erfolgt meist durch Kontraktion in der Angabe des ersten und letzten Buchstabens des Wortes, gelegentlich mit einem zusätzlichen Buchstaben aus der Mitte des Wortes (z.B. DAD für David) oder lediglich den ersten beiden Buchstaben (z.B. IH für Jesus). Zur Markierung derartiger Abkürzungen findet sich in der Regel ein Überstrich. Die abgekürzte Schreibweise wurde nicht immer konsequent durchgehalten. Neben gelegentlichen Vollschreibungen finden sich Abkürzungen mitunter auch dort, wo keine sakrale Verwendung vorliegt, wie z.B. für die profane Anrede eines Herrn oder die Bezeichnung als Vater.

3.1.1. Mögliche Herkunft der Nomina sacra

Lange Zeit galt das Auftreten von Nomina sacra in Handschriften als eindeutiges Indiz dafür, dass die Handschrift einem christlichen Kontext entstammt. Diese scharfe Trennung ist in der neueren Forschung stark umstritten und in dieser Striktheit nicht aufrechtzuerhalten. Dennoch ist die vorwiegende und extensive Verwendung der Nomina sacra im christlichen Bereich auffällig. Wie und warum es zu Nomina sacra kam, ist bis heute unklar. Die Überlegung, dass christliche Autoren hier das jüdische → Tetragramm nachahmen wollten (Skeat), mag für Wörter wie Gott, Herr, Christus und eventuell Jesus unter der Voraussetzung eines bewusst respektvollen Umgangs mit diesen Wörtern noch nachvollziehbar sein, erklärt aber nicht die zeitgleiche Abkürzung von Wörtern wie Mensch, Israel etc. Die Vorstellung, dass abgekürzte Wörter eine Platzersparnis einbrächten und daher ökonomisch in einer Handschrift sinnvoll seien, muss als Mythos bezeichnet werden (→ Codex). Andere Überlegungen zur Herkunft der Nomina sacra verweisen auf Abkürzungen wichtiger Herrschaftsbezeichnungen und Ehrentitel, insbesondere für römische Kaiser auf Inschriften und → Münzen (Hurtado). Trotz aller Unähnlichkeiten in der Form lässt sich damit ein sozialgeschichtlicher Kontext anzeigen, in dem gekürzte Schreibweise für ehrenvolle Bezeichnungen bekannt und üblich war.

3.1.2. Verbreitung der Nomina sacra

Nomina sacra treten nicht nur in literarischen Texten auf, sondern sind mitunter auch in dokumentarischen Texten wie Briefen u.Ä. zu finden. Die Verwendung von Nomina sacra im biblischen Bereich wurde bei der Übersetzung des griechischen Textes ins Lateinische und Koptische, aber auch Gotische und Armenische übernommen, teilweise sogar mit griechischen Buchstaben.

3.2. Eusebianischer Kanon

Zahlreiche Codices, insbesondere Tetraevangelia, d.h. Codices mit allen vier Evangelien, weisen am Rand zusätzliche handschriftliche Bemerkungen auf, wie z.B. zwei übereinandergeschriebene Zahlen, die auf den eusebianischen Kanon verweisen.

Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei, mit Genehmigung des Walters Art Museum, Baltimore, MD. https://thewalters.org/

Abb. 3 Kanontafeln des Eusebianischen Kanon aus dem Evangeliar Walters MS 3, 10. Jahrhundert.

Der Eusebianische Kanon ist ein auf → Eusebius von Caesarea zurückgehendes System, das eine Synopse der vier Evangelien erlaubt. In einem Brief an Carpianus erklärt Eusebius sein System. Zunächst ist jedes Evangelium in nummerierte Sektionen (→ Perikopen) eingeteilt: → Matthäus weist 355, → Markus (je nach Ende in der Handschrift bis zu) 241, → Lukas 342 und → Johannes 232 solcher Sektionen auf. Da die Zählung den Angaben von Eusebius nach auf Ammonius zurückgeht, werden diese Perikopenzahlen auch „Ammonianische Sektionszahlen“ genannt. Die Sektionszahl ist im Text am Rand zu Beginn der jeweiligen Perikope vermerkt. Vor Beginn der Evangelien finden sich dann zehn sogenannte Kanontafeln, die von Eusebius entwickelt wurden. Kanontafel I enthält in vier Spalten alle Sektionen, die den vier Evangelien gemeinsam sind, während die Kanontafeln II, III und IV gemeinsame Perikopen in jeweils drei Evangelien auflisten. Gemeinsame Perikopen in zwei Evangelien finden sich in den Kanontafeln V bis IX. Kanontafel X weist in vier Abteilungen die den einzelnen Evangelien eigenen Perikopen auf. Die Zahl der Kanontafel findet sich im Handschriftentext selbst am Rand unterhalb der Sektionszahl angeführt.

Bei der Übersetzung des griechischen Bibeltextes insbesondere ins Lateinische und Syrische wurde auch der eusebianische Kanon übernommen, sodass er auch in anderen Traditionen fester Bestandteil biblischer Evangelienüberlieferung wurde.

3.3. Kephalaia

Neben der Ammonianischen Kapiteleinteilung, die im Zusammenhang mit dem Eusebianischen Apparat, aber auch unabhängig davon in Codices auftaucht, gibt es weitere Einteilungsversuche des Textes in sogenannte Kephalaia (Kapitelzählungen). So weisen etwa Codex Vaticanus und Codex Zacynthius eine Einteilung auf, die längere Passagen als die des Ammonius umfasst. Demnach hat Matthäus 170, Markus 62, Lukas 152 und Johannes 50 Kapitel.

Großen Einfluss erlangte die Kapiteleinteilung von Codex Alexandrinus, die v.a. in der späteren griechischen Handschriftentradition Standard wurde. Sie umfasst 68 Kapitel für Matthäus, 48 für Markus, 83 für Lukas und 18 für Johannes. Derartige Abschnitte wurden später mit Überschriften versehen (z.B. „Über die Sadduzäer“) und finden sich dann zu Beginn des jeweiligen Evangeliums mit Zahl und Überschrift aufgelistet. Vergleichbar sind solche Auflistungen mit modernen Inhaltsverzeichnissen, wenngleich die Zahlen am Seitenrand zu suchen sind (mitunter farblich markiert), da Seitenzahlen in der Antike nicht zur Orientierung innerhalb eines Codex dienten (→ Codex).

3.4. Euthalianisches Material

Das Euthalianische Material umfasst eine Reihe von Zusatzinformationen zur → Apostelgeschichte und den 21 neutestamentlichen Briefen. Heute wird das Material, das u.a. eine auf rhetorischen Prinzipien basierende Texteinteilung aufweist, zumeist einem gewissen Euthalius, einem ägyptischen Diakon im 4. / 5. Jh. n. Chr., zugeschrieben. Zumindest Teile dürfte Euthalius bereits vorgefunden und maßgeblich überarbeitet haben. Das ursprüngliche Material dürfte in zwei Bänden aufgeteilt gewesen sein: im ersten Band die vierzehn Briefe des → Corpus Paulinum (mit dem Hebräerbrief nach dem Zweiten Thessalonicherbrief), im zweiten Band die Apostelgeschichte zusammen mit den sieben → Katholischen Briefen. Später wurde das Material ergänzt. Es umfasst u.a. Kapiteleinteilungen und Kapitelüberschriften, die zu Beginn der jeweiligen Bücher, aber auch im Text selbst zu finden sind; Argumente, d.h. Zusammenfassungen der einzelnen Bücher, und drei Prologe: einen zum Corpus Paulinum, einen zur Apostelgeschichte und einen zu den Katholischen Briefen. Diese Prologe enthalten u.a. Biographien der biblischen Autoren und kurze Zusammenfassungen der Werke. Je nach Codex enthält das Material auch Lektionseinteilungen, Listen alttestamentlicher Zitate, Kolophon (Nachwort), Berichte über die Reisen des Paulus (inkl. der navigatio Pauli, die seine Reise nach Rom erzählt), das Martyrium des Paulus etc.

Der älteste, jedoch nur fragmentarisch erhaltene Codex mit Euthalianischem Material (ohne Prologe) ist der Majuskelcodex Coislinianus (GA 015) aus dem 6. Jh. n. Chr. Das Euthalianische Material fand Eingang in zahlreiche Übersetzungen des griechischen Bibeltextes, darunter Syrisch, Armenisch und Georgisch, doch auch in lateinischen, gotischen und altslawischen Übersetzungen lassen sich Spuren des Materials erkennen.

4. Aufbewahrung von Codices

4.1. Das Buchwesen und der Codex

Die Geschichte der Codices ist eng mit der Geschichte des antiken Buchwesens verknüpft.

4.1.1. Griechischer Bereich

Das Buchwesen war zur Entstehungszeit des Codex im 1. Jh. n. Chr. bereits längst etabliert. So finden sich etwa im griechischen Bereich bereits im 6. / 5. Jh. v. Chr. bildliche Darstellungen für den Vertrieb von Schriftrollen. Hinweise auf gewerbsmäßige Herstellung und den Verkauf von Büchern (Schriftrollen) stehen schon in attischen Komödien eines Aristomenes, Nikophon und Eupolis. Die Möglichkeit, Bücher anzuschaffen, führte bald zu Privatsammlungen, wie sie insbesondere im Umfeld von Gelehrten belegt sind (z.B. Aristoteles). Derartige Sammlungen sowie der Buchhandel selbst florierten unter → Alexander dem Großen und dem → Hellenismus, wichtige Städten mit Bibliotheken waren → Alexandria, → Pergamon und → Athen.

4.1.2. Römischer Bereich

Mit der militärischen Ausbreitung und Machtübernahme Roms im Mittelmeerraum gingen ab dem 2. Jh. v. Chr. zahlreiche Buchbestände als Kriegsbeute in römischen Besitz über. Der Buchhandel in Rom florierte in republikanischer Zeit. Privatsammlungen von Büchern gab es auch bei den Römern, wie aus dem Schaffen eines Cicero oder Plinius des Jüngeren ersichtlich ist. Die erste öffentliche Bibliothek in Rom wurde noch zu Zeiten der Republik 39 v. Chr. auf Bestreben von Gaius Asinius Pollio eingerichtet. → Augustus eröffnete weitere Bibliotheken und so taten dies auch die weiteren Kaiser.

4.1.3. Das Buchwesen und die Durchsetzung des Codex

Mit der Anerkennung des Christentums als Religion und seiner Etablierung im → Imperium Romanum kam es unter anderem zu einer neu einsetzenden regen Schreibtätigkeit christlicher Literatur (exegetische Schriften, Kommentare, Homilien [unterweisende Predigten], Apologien [Verteidigungsreden] etc.). Neben den unzähligen lateinischen Codices sowohl mit biblischer als auch theologischer christlicher Literatur dürften insbesondere die großen Gesetzessammlungen des römischen Rechts, darunter der Codex Theodosianus (verkündet 438) und der Codex Iustinianus (verkündet 539) auf Pergamentcodices geschrieben worden sein.

4.2. Bibliotheken als Aufbewahrungsorte von Codices

Spätestens die Durchsetzung des Codex als Buchform im 5. Jh. führte zu eigenen und zum Teil neuen Formen von Bibliotheken, die besonders für die Lagerung von Codices im Unterschied zu der von Schriftrollen eingerichtet waren. Vor allem im Umfeld von Bischofssitzen und christlichen Kirchen sowie klosterähnlichen Gründungen sind solche Bibliotheken als Sammlungsorte christlicher und teilweise klassischer Literatur in der Zeit des ausgehenden 4. Jh. bis hin zum Mittelalter belegt, in dem das Verfassen von Codices seine größte Blütezeit erreichen sollte.

4.2.1. Kaiserlich unterstützte Bibliotheken

Staatliche Beschreibung von Codices ist vor allem im Umfeld der → römischen Kaiser belegt, die eine Weitergabe der Literatur in ihren Bibliotheken förderten und nicht zuletzt durch Personal finanzierten. Bibliotheken mit Skriptorien kaiserlicher Prägung sind aufgrund des sukzessiven Untergangs des weströmischen Reiches im 5. und 6. Jh. n. Chr. insbesondere im Osten, z.B. in → Konstantinopel, Caesarea, Alexandria und → Antiochia nicht zuletzt durch das Engagement von Theodosius II. (401-450) oder Justinian (ca. 482-565) von Bedeutung. In ihnen sollte Literatur aus dem Besitz anderer Bibliotheken oder aus Privatbesitz durch Abschriften gesammelt werden. Ihre Bedeutung behielten die kaiserlich unterstützten Bibliotheken bis zur Eroberung durch die Araber im 7. Jh.

4.2.2. Kirchlich unterstützte Bibliotheken

Neben den Kaisern waren es nicht zuletzt → Bischöfe, die seit dem 3. Jh. darum bemüht waren, Handschriften zu sammeln. Solche kirchlichen Sammlungen sind bereits aus der ersten Hälfte des 3. Jh. in Jerusalem unter Bischof Alexander belegt, aber auch in der Kirche von Caesarea soll es bereits im 3. Jh. über 30.000 Bände gegeben haben, deren Sammlung der gelehrte Kleriker Pamphilos angeregt hatte. Ebenfalls aus Caesarea ist zudem ein Skriptorium belegt, in dem nicht zuletzt zahlreiche Bibelabschriften erfolgten, wie Hieronymus oder Eusebius zu berichten wissen.

Im westlichen Bereich gibt es zunächst keine vergleichsweisen Sammlungen. Papst Damasus I. (366-384) besaß eine Sammlung christlicher Schriften in San Lorenzo, die später in den Lateran übersiedelt und Grundbestand der päpstlichen Bibliothek wurde. Zu den frühen Orten der Produktion gehört auch in Nordafrika Hippo Regius im Umfeld von Augustinus und der von ihm ausgehenden Tradition. Aus späterer Zeit ist die Bibliothek von Isidor, dem Bischof von Sevilla (600-636), erwähnenswert, die sowohl christliche als auch nicht-christliche Werke umfasst haben soll.

4.2.3. Klösterliche Bibliotheken

4.2.3.1. Die Anfänge: Pachomios und Benedikt

Schon bei der Entstehung des Mönchtums im 4. Jh. in → Ägypten spielte die Lesefähigkeit der Mönche eine bedeutende Rolle. Dies legen Überlieferungen der Verhaltensregeln des Pachomios nahe, in denen davon die Rede ist, dass es im Kloster niemanden geben soll, der nicht lesen kann. In der Geschichte der entstehenden Klöster zeigt sich die Blüte v.a. im Westen des Römischen Reiches.

Aufbauend auf der Idee des Pachomios ist auch in den Ordensregeln des Benedikt für das Kloster am Monte Cassino (529) den Mönchen täglich Zeit zum Lesen vorgeschrieben. Unklar ist, ob es in Monte Cassino in dieser frühen Zeit auch ein eigenes Skriptorium gab oder ob die empfohlenen Bücher zur Lektüre einen vorhandenen Bestand etwa aus erhaltenen Geschenken widerspiegeln.

4.2.3.2. Cassiodor und die Grundlage mittelalterlicher Klöster

Nur wenige Jahre nach Benedikt gründete Cassiodor ein Kloster in Süditalien namens Vivarium, da es sich in der Nähe von Fischteichen (vivaria) befand. Als ehemaliger römischer Beamter und Intellektueller war er mit den Klassikern der griechisch-römischen Literatur vertraut und förderte deren Lektüre im Kloster. Cassiodors Kloster wies ein Skriptorium auf, in dem die Mönche als eine ihrer Aufgaben zu Schreibern ausgebildet wurden und sowohl christliche als auch weltliche Werke abschrieben. Damit wurde das klassische Bildungsideal, wie es auch Augustinus und Hieronymus vertreten hatten, bewahrt.

Nach dem Tod Cassiodors gegen Ende des 6. Jh. blieb sein Kloster nicht lange erhalten, doch fand seine Idee, dass Klosterbibliotheken neben geistlicher auch weltliche Literatur enthalten sollten, durch seine schriftlichen Überlegungen dazu in den Institutiones Eingang in die mittelaterlichen Klösterorganisationen, in denen die Bibliotheken den Charakter einer Forschungseinrichtung bekamen. Einen wichtigen Übergang in dieser Tradition hin zum Mittelalter stellen ab dem 7. Jh. die Klöster in Bobbio (bei Pavia), St. Gallen in der Schweiz und Fulda in Deutschland dar.

4.2.3.3. Die irische Tradition

Eigens erwähnenswert sind für das 6. Jh. die rege Sammlung und Abschreibtätigkeit sowohl klassischer als auch christlicher Codices in klösterlichen Gemeinschaften in Irland und von dort ausgehend in Großbritannien. Während am Festland im 6. und 7. Jh. die Wissenschaftspflege und damit Buchkunst zurückging und erst durch die Karolingische Wende neu belebt wurde, bewahrte die eigenständige irische Tradition antikes Gedankengut und pflegte die Weitergabe christlicher Schriften.

5. Weitergabe von Codices

Die heute erhaltenen Codices sind Abschriften von Abschriften, keine Autographen, d.h. keine physischen Original- und Erstschriften der jeweiligen Autoren.

5.1. Das Kopieren durch Schreiber / innen

Die Weitergabe von Texten erfolgte durch das Abschreiben einer Handschrift (Kopieren) durch Schreiber und Schreiberinnen. Berühmtheit unter den letzteren hat v.a. Melania, eine Bekannte des Rufin (gest. 411 / 412) erlangt. Insofern sich jedoch der oder die Schreibende in einem Codex nicht unmittelbar zu Wort und mit Namen meldet, ist es aus heutiger Sicht unmöglich, auf Geschlecht, Alter, Stand oder Religion rückschließen zu können. Wohl aber lassen sich Aussagen über Erfahrung und Sorgfalt der Schreiber / innen treffen.

In der Antike wurden Kopien auf Bestellung hin produziert, Büchervorräte im Sinne eines modernen Bücherlagers sind nicht belegt. Für den Vorgang des Kopierens selbst sind zwei Vorgehensweisen aus der Antike bekannt, zum einen das Abschreiben einer schriftlichen Vorlage, zum anderen das Schreiben nach Diktat, allerdings nicht, wie mitunter behauptet, in Form einer kostenersparenden Massenproduktion. Weder Kosten noch Zeit könnten dabei gespart werden, denn zum einen wäre die Aufgabe des Vorlesens mit einer eigenen Arbeitskraft verbunden, die zusätzlich zu den Schreibern Kosten verursachte. Zum anderen müsste sich dieser Vorleser nach dem langsamsten Kopisten richten und würde dadurch unnötige Verzögerungen für die schneller Schreibenden mit sich bringen. Hinzu kommt, dass in den erhaltenen Handschriften Abschreibfehler wie Ditto-, Haplographie, Buchstabenverwechslungen usw. (→ Bibeltext / Textkritik (NT)) auf eine Weitergabe durch direktes Abschreiben aus einer schriftlichen Vorlage in den frühen Jahrhunderten der Codexweitergabe hinweisen.

5.2. Textliche Veränderungen und Korrekturen

Beim Abschreiben der Codices und im Laufe der Tradierung der Texte kam es zu zahlreichen textlichen Veränderungen. Dabei unterscheidet man grundsätzlich Abschreibfehler von absichtlichen Änderungen. Zu den klassischen „Abschreibfehlern“ zählen neben der unterschiedlichen Interpretation der scriptio continua Haplographie, Dittographie, Homoioteleuton, Homoiarcton etc. (→ Bibeltext / Textkritik (NT)). Absichtliche Veränderungen bezeichnet man als Korrekturen.

5.2.1. Trennung der Scriptio Continua

Die Scriptio continua ist im Grunde weniger problematisch für ein Verständnis des Textes, als dies modernen LeserInnen gelegentlich erscheinen mag, insbesondere wenn man bedenkt, dass in der Antike bis ins Mittelalter lautes Lesen von Text durchaus üblich war. Freilich können sich beim Abschreiben von Scriptio continua Fehler einschleichen, und zwar insbesondere dort, wo eine andere Bedeutung mehrere sinnvolle Trennungsvarianten ergibt. Als deutsches Beispiel kann die Buchstabenfolge „URINSTINKT“ angeführt werden. Je nach Trennung ergibt sich das Substantiv „Urinstinkt“ oder die prägnante Feststellung „Urin stinkt“. Ein bekanntes Beispiel im Neuen Testament, wo derartige Mehrdeutigkeit die Tradition der Textweitergabe beeinflusst hat, ist Mk 10,40, wo der Text ΑΛΛΟΙΣ je nach Lesart mit ἄλλοις („für die anderen“) oder mit ἀλλ' οἷς („sondern für die, welche…“) wiedergegeben wird.

5.2.2. Ermüdungs- und Abschreibfehler

Abgesehen von der Worttrennung kann schon die Verwechslung von sich ähnelnden Buchstaben selbst Missverständnisse herbeiführen. So gleicht etwa bei Großschreibung ein doppeltes Lambda (der Buchstabe L im Griechischen) dem Buchstaben My (Μ). In Röm 6,5 führt dies dazu, dass sowohl das Wort „aber“ (ἈΛΛΑ, alla) als auch das Wort „zusammen“ oder „zugleich“ (ἉΜΑ hama) gelesen wurde.

Daneben treten weitere Ermüdungs- und Abschreibfehler auf, wie Dittographie (versehentliche Doppelung einer Silbe, Buchstabenkombination, Zeilenanzahl etc.) oder Haplographie (versehentliche Auslassung oder „Einfachschreibung“ einer Silbe, Buchstabenkombination etc.), aber auch Homoiteleuton und Homoiarcton, die bei gleichlautendem Ende bzw. Anfang eines Wortes, einer Zeile oder eines Absatzes häufig auftretende Auslassungen benennen.

Im Koinegriechischen des Neuen Testaments kommt weiters der sogenannte Itazismus hinzu, der die Lautgleichheit verschiedener i- und e-Laute (inklusive Diphtonge, d.h. Doppellaute) im Griechischen bezeichnet. So lassen sich etwa klanglich „ihr“ (hymeis) und „wir“ (hēmeis) nicht klar unterscheiden, aber auch bestimmte grammatikalische Formen können gleich klingen. Auch andere Klangähnlichkeiten im Griechischen, etwa zwischen einem kurzen und einem langen O können bei Verwechslung Unterschiede in der Bedeutung mit sich bringen (z.B. den Unterschied zwischen Indikativ und Konjunktiv in Röm 5,1).

5.2.3. Absichtliche Korrekturen

Absichtliche Veränderungen wie Korrekturen und die Arbeit von Korrektoren sind in Codices auf unterschiedliche Weise sichtbar. Äußerlich auffällig sind Korrekturen und Anmerkungen am Seitenrand oder das Einfügen von sogenannten Cancellantia, d.h. Ersatzblättern, in eine Codexlage. Korrekturen, die vom Erstschreiber selbst vorgenommen wurden, weisen je nach Codex unterschiedliche Feinheit auf: die Bandbreite reicht von vorsichtigem Abwaschen und Neubeschreiben bis hin zu Randbemerkungen und Einfügen von Text durch verschiedene Einfügungszeichen. Gründe, warum spätere Benutzer eines Codex in den Text eingreifen, gibt es viele. Die Absicht, Fehler des ursprünglichen Schreibers auszugleichen, ist einer davon. Das Vorhaben, die Textgestalt zu verändern, z.B. um die Orthographie anzupassen oder den Lesefluss zu vereinfachen, ist ein anderer. Doch auch die Absicht, die vorliegende Textform einer anderen anzupassen, die dem Korrektor vertrauter ist, kann nachgewiesen werden. Weiters finden sich in den verschiedenen Codexabschriften Ergänzungen zur Verdeutlichung (z.B. ein ergänzendes Personalpronomen) oder stilistische Glättungen (Partizip statt finiter Verbform wie etwa in Mk 1,37), (vermeintliche) Berichtigungen (z.B. von Mischzitaten aus dem AT in Mt 27,9), Harmonisierungen zu bekannten Parallelstellen insbesondere in den neutestamentlichen Evangelien oder die Verwendung von Synonymen, Änderung der Wortstellung usw.

Bewusste Veränderung des Textes aufgrund von dogmatischen oder kirchlichen Überlegungen lassen sich kaum eindeutig nachweisen, auch aus der Einleitungsliteratur vertretene Überzeugungen, wie etwa paulinische Teilungshypothesen, entbehren meist einer Sichtbarkeit in der handschriftlichen Textüberlieferung.

5.3. Besondere Ausgestaltung von Codices und Illustrationen

Illustrationen sind bereits in der antiken Literatur bekannt, insbesondere in Form von bebilderten Lehr- und Übungsbüchern im 1. Jh. v. Chr. Verbreitet waren Illustrationen zu den Werken Vergils, aber auch bei den Texten, wo sich Illustration aus praktischen Gründen anbot, wie etwa bei Abhandlungen zu naturwissenschaftlichen Themen (Pflanzenkunde, Astronomie, Geographie oder Medizin). Im christlichen Bereich wurden vor allem Evangelien und Psalterien geschmückt.

Wikimedia Commons, gemeinfrei. Quelle: G. Pischel, *Storia Universale dell'Arte*, Vol. 1, Mondadori, Verona 1966.

Abb. 4 Ausschnitt aus dem Codex Purpureus Rossanensis (GA 042): Links: Der Einzug nach Jerusalem. Rechts: Die Tempelreinigung.

Zu den Ausschmückungen zählen die Verwendung von farbiger Tinte, kalligraphische und florale Schmuckelemente wie Zierbuchstaben, Titelborten und das Ausschmücken von Initialen oder diverse bildliche Darstellungen inklusive Portraits. Eine besondere Form stellt die Purpurfärbung des Beschreibstoffes dar. Einer der ältesten Codices dieser Art ist der aus dem 6. Jh. stammende Codex Purpureus Rossanensis (GA 042), der unter anderem das Matthäus- und Markusevangelium mit Kommentaren enthält. Im Mittelalter wurden zusätzlich Buchumschläge und Einbände mit Perlen und Edelsteinen besetzt.

Ursprünglich wurden Illustrationen wohl von den Schreibern und Schreiberinnen selbst vorgenommen. Erst um das 10. Jh. ist die Arbeit von speziell für die schmuckvolle Ausgestaltung eingesetzten Arbeitskräften eindeutig nachweisbar, was vermutlich mit der ab dem 7. Jh. einsetzenden Zunahme solcher Illustrationen einherging, die im Mittelalter ihren Höhepunkt erreichte.

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Der Codex Ephraeimi Rescritpus, ein Palimpsest: Zu sehen ist ein Ausschnitt des abgewaschenen biblischen Textes, der mit Traktaten Ephraems überschrieben wurde. Quelle: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36972, gemeinfrei.
  • Abb. 2 Beispiele für nomina sacra im Griechischen. Wibilex. Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet.
  • Abb. 3 Kanontafeln des Eusebianischen Kanon aus dem Evangeliar Walters MS 3, 10. Jahrhundert. Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei, mit Genehmigung des Walters Art Museum, Baltimore, MD. https://thewalters.org/
  • Abb. 4 Ausschnitt aus dem Codex Purpureus Rossanensis (GA 042): Links: Der Einzug nach Jerusalem. Rechts: Die Tempelreinigung. Wikimedia Commons, gemeinfrei. Quelle: G. Pischel, Storia Universale dell'Arte, Vol. 1, Mondadori, Verona 1966.

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