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Lexikon

Codex

Christina M. Kreinecker

(erstellt: Jan. 2017)

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1. Was ist ein Codex?

Der Codex ist neben der Schriftrolle und dem Täfelchen eine Form antiken Beschreibmaterials. Entstanden rund um die Zeitenwende löste er ab dem 4. Jh. n. Chr., spätestens mit dem 5. Jh. die Schriftrolle in ihrer Popularität ab. Ein Codex wurde aus unterschiedlichen Materialien hergestellt, vorwiegend aus Papyrus oder Pergament, v.a. in späterer Zeit aber auch aus Leder, Papier etc. Das grundlegende Charakteristikum des Codex ist vom Material unabhängig: ein oder mehrere Bögen werden gefaltet und mit Hilfe eines Fadens zu einem größeren Ganzen zusammengebunden und mit einem Einband versehen. Die Faltung eines Bogens ergibt in Summe 2 Blätter oder vier beschreibbare Seiten (pagina). Das gefaltete Doppelblatt wird als bifolium bezeichnet, während die Doppelblatthälfte folium heißt. Legt man mehrere Bögen übereinander und faltet sie gemeinsam, heißt dieses Faltbündel „Lage“. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten von Codices: den einlagigen Codex und den mehrlagigen Codex, die zeitlich parallel entstanden sein dürften.

1.1. Codexformen: einlagiger und mehrlagiger Codex

Der einlagige Codex gleicht modernen Schulheften: eine bestimmte Anzahl von Blättern wird übereinandergelegt und gefaltet, was dann den gesamten Codex ausmacht. Je mehr Blätter dabei involviert sind, desto größer ist der Unterschied zwischen der Seitenbreite der äußeren und derjenigen der inneren Seiten. Daher wurden solche Codices häufig nachgeschnitten oder es wurden bereits bei der Herstellung unterschiedlich große Seiten verwendet, um die variierende Seitenbreite auszugleichen.

Der mehrlagige Codex besteht aus mehreren Lagen, die aufeinandergelegt im Rücken zusammengebunden werden. Damit gleicht diese Form des Codex modernen Büchern. Die Anzahl der Bögen, die für eine Lage verwendet werden, variiert über die Jahrhunderte, wobei Lagen mit einem Bogen (Unionen, 2 Blätter, 4 Seiten) und Lagen mit über 7 Bögen (14 Blätter, 28 Seiten) selten sind. Die verbreitetste Lagenform sind sogenannte Quaternionen, d.h. vier Bögen (8 Blätter, 16 Seiten). Beim mehrlagigen Codex wurde jede Lage zunächst für sich mit einem Faden gebunden, danach wurden die einzelnen Lagen miteinander verbunden.

1.2. Papyrus- und Pergamentcodex

Papyrus- und Pergamentcodex existierten nebeneinander. Der Wechsel im Schreibformat (Rolle oder Codex) setzte unabhängig vom Wechsel des Schreibmaterials (Papyrus oder Pergament) ein. Die ältesten erhaltenen Codices sind sowohl aus Pergament als auch aus Papyrus, eine eindeutige Präferenz in den Anfangsphasen des Codex lässt sich daher nicht ableiten. In späterer Zeit, insbesondere im Mittelalter, war Pergament das üblichere Material. Papyrus gilt als der Schreibstoff der griechisch-römischen Antike. Die Papyrusherstellung war ein Monopol → Ägyptens, von wo Papyrus rege exportiert wurde und daher relativ einfach zu erhalten war. Demgegenüber steht Pergament, dessen Herstellung eine komplexe Abfolge von Dehnen und Trocknen der Häute beinhaltete, die eine gewisse geübte Handfertigkeit voraussetzte. Diese Technik wurde erst in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten professionalisiert und verfeinert.

1.2.1. Form und Größe

Berechnungen von Turner und Hurtado hinsichtlich der Größe von Codices haben gezeigt, dass es zeitgebundene Trends gab, die unabhängig vom Inhalt (christlich oder nicht-christlich) feststellbar sind. So weisen die ersten Codices bis ins 3. Jh. n. Chr. häufig eine eher längliche Form auf, während sich in späteren Jahrhunderten eine klare Präferenz zu einer eher quadratischen Form zeigt. Die längliche Codexform ist in ihren Maßen ungefähr halb so breit wie lang mit Durchschnittswerten von 11-15 cm Breite und 20-30 cm Länge. Die quadratische Codexform ist etwa 17-18 cm breit und ca. 20-23 cm lang, kann aber gerade in späterer Zeit größer ausfallen. Von diesen grundsätzlichen Tendenzen gibt es zu jeder Zeit Abweichungen, wie etwa Miniaturcodices, die ab dem 4. Jh. n. Chr. zunehmen und möglicherweise auf einen privaten Gebrauch hinweisen. Doch auch davor gab es stets Codices von deutlich kleinerem Ausmaß, wie etwa aus dem 2. / 3. Jh. P66 (Joh) mit ca. 14x16 cm oder P77 (Mt) mit 10x15 cm.

1.2.2. Beschreibung

Unabhängig vom Material wurden die Seiten einer Lage im Regelfall vor der Bindung beschrieben, sodass je nach Art des Codex ein gewisses Maß an gedanklicher Vorarbeit nötig war, um den benötigten Platz zu kalkulieren. Für die korrekte Abfolge des Textes war die Beschreibung eines mit Uniones angelegten Codex, wie z.B. P45, am einfachsten. Dabei wurden alle vier Seiten eines bifolium aufeinanderfolgend beschrieben und am Ende zum Binden mit den übrigen Doppelblättern übereinandergelegt. Eine vorausgehende Platzkalkulation war dabei nicht erforderlich. Anders verhält es sich bei komplexeren Lagenformen, bei dem nach der Beschreibung einer Doppelblatthälfte ein oder mehrere andere Blätter beschrieben werden mussten, bevor das erste Blatt wieder beschrieben werden konnte. Um beim Binden des Codex mit Hilfe eines Fadens die korrekte Reihenfolge sicherzustellen, halfen nicht selten sogenannte Lagenzahlen (eine durchgehende Nummerierung der Lagen), aber auch Seitenzahlen. Obwohl in der Regel die Bogenanzahl der Lagen in einem Codex gleichblieb, gibt es Beispiele, in denen die Anzahl der Bögen pro Lage variiert.

Linierungen als Schreibhilfe und zur Einhaltung des Schriftspiegels sind auf Papyrus selten, auf Pergament hingegen üblich. Die Linierung erfolgte dabei entweder durch feines Einritzen mit Hilfe einer Nadel, Messers, Bleigegenstandes u.Ä. oder mit Tinte. Neben der horizontalen Linierung findet sich auch vertikale Linierung zur Begrenzung der Ränder.

Das 2. und 3. Jh. n. Chr. weist als Tendenz eine einspaltige Beschreibung auf, während spätere Codices meist in zwei oder mehreren Kolumnen beschrieben sind. Der Text im → Codex Sinaiticus ist z.B. in vier, der im → Codex Vaticanus in drei Kolumnen pro Seite geschrieben. Hinsichtlich der Beschreibung dieser Kolumnen zeigt sich ein leichter Unterschied zwischen christlichen und klassischen (paganen) Codices: im 2. und 3. Jh. weisen Codices aus dem christlichen Bereich im Durchschnitt sowohl weniger Zeilen als auch weniger Buchstaben pro Zeile auf als andere literarische Codices derselben Größe. Ein möglicher Grund für die großzügige Anlegung könnte sein, dass diese Codices zum (öffentlichen) Vorlesen gedacht waren.

1.2.3. Papyruscodex

Beschreibbare Papyrusblätter wurden nach heutigem Wissensstand auf zwei Arten hergestellt. Bei der verbreiteteren Methode wurden aus dem Stängel der → Papyruspflanze geschnittene dünne Streifen in zwei Schichten rechtwinkelig versetzt übereinandergelegt, gepresst und getrocknet. Als Bindemittel diente und genügte der Pflanzensaft. Mehrere Blätter wurden dann zur Papyrusrolle zusammengeklebt. Derartige Klebungen bezeichnet man als Kolleseis. Seltener war die Herstellung durch das Abschälen des Papyrusmarkes mit Hilfe einer Nadel. Dabei entstanden ununterbrochene, breitere Papyrusstreifen, die dann wie bei der ersten Methode mit entsprechend großen Stücke rechtwinklig versetzt zusammengepresst wurden.

Im Griechischen wurde der Bast der Papyruspflanze mit dem Wort biblos bezeichnet, das auch für das Produkt steht, das aus der Pflanze gewonnen wurde, nämlich die Schriftrolle. Diese galt in der Antike als die Form des Buches, der Codex erlangte seine Anerkennung als Buch erst langsam (siehe unter 3).

Der Papyruscodex selbst wurde dadurch hergestellt, dass von einer Papyrusrolle die entsprechenden Bögen abgeschnitten und dann gefaltet wurden. Ein Papyruscodex weist daher als Länge häufig die Höhe der ursprünglichen Papyrusrolle auf (mit einem durchschnittlichen Mittelmaß von 28-30 cm). Zur Herstellung kleinerer Papyruscodices wurde der abgeschnittene Papyrusbogen horizontal geteilt. Die Klebungen der Papyrusrolle (Kolleseis) sind demnach auch in Papyruscodices vorhanden. Über die Dauer der Zeit sind diese Klebungen bruchanfällig, sodass bei der Codexherstellung darauf geachtet wurde, eine derartige Klebestelle nicht direkt im Falz, sondern rechts oder links daneben auf dem Blatt zu platzieren. Dennoch ist eine Kollesis nicht selten für Textverlust verantwortlich, insbesondere, wenn sie am äußeren Rand eines Blattes auftritt.

1.2.3.1. Beschreibung und Anordnung

Papyrusblätter für Rollen wurden in der Regel entsprechend ihrer Faserrichtung zusammengefügt, sodass die Fasern auf der Innenseite der Schriftrolle horizontal (also in Schreibrichtung) und außen vertikal verliefen. Klebungen wurden so angebracht, dass die Faser des alten Blattes über die Faser des neuen Blattes verlief, um Widerstand beim Beschreiben zu vermeiden. Zum Schutz der gesamten Rolle wurde v.a. bei literarischen Texten häufig ein Blatt zu Textbeginn mit umgekehrter Faserrichtung angebracht, das leer blieb und beim Aufrollen außen war.

Die Tendenz, Papyrus entlang der Faserrichtung (horizontal) zu beschreiben, hat schon in den dokumentarischen Texten (d.h. Alltagstexten) viele Ausnahmen und lässt sich bei der Beschreibung von Papyruscodices nicht mehr halten, da bei der Bindung der Bögen automatisch eine Abfolge von horizontaler und vertikaler Faserrichtung erfolgt. Dabei weisen die erhaltenen Papyruscodices die Tendenz auf, auf der ersten Seite der Lage vertikale, auf der zweiten horizontale, dann wieder vertikale Faserrichtung usw. aufzuweisen. Diese regelmäßige Abwechslung von horizontal und vertikal geht möglicherweise auf den praktischen Grund zurück, dass die von der Papyrusrolle geschnittenen Bögen übereinandergelegt wurden, und zwar ohne vor dem Binden noch einmal gewendet zu werden.

1.2.4. Pergamentcodex

Der Pergamentcodex ist in seiner Größe von der ihm zugrundeliegenden Tierhaut abhängig. In der Antike wurden bevorzugt Ziegen-, Schaf- und Rinderhäute zur Herstellung von Pergament verwendet. Die Herstellung von Pergament war aufwendiger als die von Papyrus und erforderte Fertigkeiten, die mehr „Kunst als Wissenschaft“ (Reed) darstellen. Bereits in der Antike sind verschiedene Techniken zur Herstellung bekannt und in Verwendung. Im Unterschied zur Lederherstellung wurde Pergament unter Spannung luftgetrocknet und darüber hinaus eher selten mit Gerbungsmitteln bearbeitet. Während beim Papyruscodex die Faserrichtung unterschieden wird, ist beim Pergamentcodex die Hautbeschaffenheit das wichtige Merkmal: die sogenannte Haarseite (H), also die Außenseite der Haut des Tieres, ist meist etwas grobporiger (Haarwurzeln) und farblich dunkler, während die Fleischseite (F) eines Pergaments geschmeidiger und heller ist.

1.2.4.1. Beschreibung und Anordnung

Die Beschreibung von Haarseiten neigt über die Jahrhunderte dazu, schwerer lesbar zu sein, während die Fleischseite Schrift im Allgemeinen gut bewahrt. Bei der Bindung der Lagen und der Zusammenfügung des Pergamentcodex wurde im Regelfall darauf geachtet, dass zwei gleichbeschaffene Seiten aufeinander folgten, d.h. Fleischseite einer Fleischseite und Haarseite einer Haarseite gegenüberliegt. Es scheint im Osten die Tendenz gegeben zu haben, die Lagen mit einer Fleischseite außen zu beginnen, was zu der Abfolge F – H – H – F usw. führt. Pergamentcodices aus dem Westen hingegen, vor allem lateinische, beginnen meist mit der Haarseite und weisen die Abfolge H – F – F – H usw. auf.

2. Entstehung des Codex

Der Codex als eine neue Schreibform ist nach derzeitigem Wissenstand eine römische Erfindung kurz vor oder im 1. Jh. n. Chr. Der Codex entstand wohl beeinflusst von verschiedenen alternativen Schreibformen, die neben der bevorzugten und üblichen Schriftrolle existierten, wenngleich eine direkte Ableitung aus einer dieser Formen nicht möglich scheint. Besonders erwähnenswert sind gebundene Schreibtäfelchen (Polyptycha) und Notizbücher.

2.1. Schreibtäfelchen

Eine v.a. im Alltagsbereich sehr alte Beschreibform sind Täfelchen (tabulae) aus unterschiedlichem Material (Holz, Bronze, Elfenbein, …). Die Ursprünge der Täfelchen gehen weit vor die griechisch-römische Geschichte zurück. Am verbreitetsten war das Holztäfelchen, von dem verschiedene Formen belegt sind. Manche dieser Täfelchen waren eher Holzplättchen, die weniger als zwei Millimeter dünn waren und direkt mit Tinte (gelegentlich auch Kreide) beschrieben wurden. Solche Holzplättchen sind z.B. in Funden aus dem britischen Römerlager Vindolanda im 1. / 2. Jh. n. Chr. erhalten. Eine andere Form sind Wachstäfelchen, v.a. das stylus-Täfelchen, das leicht ausgehöhlt mit meist schwarzem oder rotem Wachs gefüllt und mit einem stylus beschrieben, d.h. eingeritzt, wurde. Besonders aufschlussreich für die Codexentstehung sind die Fälle, in denen Täfelchen zu sogenannten Polyptycha zusammengebunden wurden, wie schon Homer erwähnt. Neben Diptycha (zwei Täfelchen) und Triptycha (drei Täfelchen) gab es auch wesentlich größere Polyptycha, doch sind mehr als zehn miteinander verbundene Täfelchen aus der Antike nicht überliefert. Die Aneinanderreihung mehrerer Täfelchen wurde im Lateinischen mit pugillares oder codex bezeichnet und ist somit zumindest namentlich Vorläufer der späteren Papyrus- und Pergamentcodices.

2.2. Notizbücher

Das Notizbüchlein ist eine weitere antike Schreibform, die häufig mit der Entstehungsgeschichte des Codex in Verbindung gebracht wird. Als Weiterführung der zusammengebundenen Holzcodices sind Notizbüchlein eindeutig eine römische Erfindung, in denen die Holztäfelchen durch leichteres und dünneres Material ersetzt wurden, und zwar eher Pergament als Papyrus. Solche Notizbüchlein wurden als membrana bezeichnet. Die Verbreitung dieser Schreibform fällt in die frühe Kaiserzeit und das 1. Jh. n. Chr., wenngleich vielfach vermutet wird, dass → Caesar und Cicero schon bestimmte Formen der Notizbücher in Verwendung hatten. Erst gegen Mitte und Ende des 1. Jh. n. Chr. finden sich auch entsprechende Hinweise auf solche Büchlein in der Literatur (z.B. bei Quintillian).

2.2.1. Martial

Eines der wichtigsten Zeugnisse bei der Frage nach der Entstehung und Etablierung des Codex als Schreibform ist eine Erwähnung beim römischen Dichter Martial (ca. 38-104 n. Chr.), der nach eigenen Angaben die gebundene Form (membrana) für die Publikation seiner literarischen Texte genutzt haben dürfte. In seinem Einleitungsgedicht zur Neuauflage der ersten beiden Bücher seiner Epigramme (1,2) preist Martial diese Auflage mit folgenden Worten:

Qui tecum cupis esse meos ubicumque libelloset comites longae quaeris habere uiae,hos eme, quos artat breuibus membrana tabellis:scrinia da magnis, me manus una capit.Ne tamen ignores ubi sim uenalis et erresurbe uagus tota, me duce certus eris:libertum docti Lucensis quaere Secundumlimina post Pacis Palladiumque forum.

Der du meine Büchlein immer bei dir haben möchtestund danach strebst sie als Begleiter auf langer Reise zu haben,kaufe diese, die das Pergament in flachen Blättern dicht zusammenstellt:Gib den großen die Aufbewahrungsbox, mich umfasst eine Hand.Damit du jedoch weißt, wo ich zu kaufen bin, und damit du nicht herumschweifenddurch die ganze Stadt irrst, wirst du unter meiner Führung sicher sein:Suche Secundus, den Freigelassenen des gelehrten Lucensis,hinter dem Tempel der Pax und dem Forum der Minerva.

Die drei Vorteile, die Martial der Buchform seiner Neuauflage zuerkennt, beschreiben die Kompaktheit des Formats: man kann es immer bei sich tragen, man kann es auf Reisen mitnehmen und es passt in eine Hand. Die Beschreibung im Gedicht lässt die Neuheit des Formats erkennen, die gegenüber der großen Schriftrolle, die eine zylinderförmige Kapsel zur Aufbewahrung benötigt (scrinium), erkennen. Vor allem aber legt die genaue Angabe des Kaufortes nahe, dass es sich um ein besonderes Format handelt, das nicht allerorts erhältlich ist.

Neben seiner Einleitung zu den Epigrammen erwähnt Martial die zusammengestellten Pergamentblätter auch in seinen Apophoreta, das sind Aufschriften auf Geschenken bei Saturnaliafeiern. Dort erwähnt er membrana mit Texten Homers (Martial, Ep. 14,184), → Vergils (Martial, Ep. 14,186), Ciceros (Martial, Ep. 14,188), Livius’ (Martial, Ep. 14,190) und Ovids (Martial, Ep. 14,192). Martials Einleitungsgedicht (1,2) ist in seiner tatsächlichen Bedeutung für die Codexentstehung umstritten. Doch für den Nachweis der Nutzung gebundener Formen für antike Literatur im 1. Jh. n. Chr. sind Martials Erwähnungen äußerst wertvoll. Seinen frühen Erwähnungen von gebundenen Pergamentblättern steht der älteste lateinische Fund eines Pergamentcodex gegenüber. Es handelt sich dabei um einen aus 100 n. Chr. stammenden, fragmentarisch erhaltenen Text, der in Oxyrhynchus in Ägypten gefunden wurde (P.Oxy. I 50) und dessen Inhalt mit „De bellis Macedonicis“ (Krieg der Römer gegen die Makedonen, LDAB 4472) betitelt wurde, wenngleich das eigentliche Thema des Fragments der Kampf Roms gegen Antiochus ist.

2.2.2. membrana in griechischen Texten

Im griechischen Bereich findet sich das lateinische membrana als Lehnwort äußerst selten. Ein prominentes Beispiel aus der Literatur findet sich im Neuen Testament in 2Tim 4,13, wo der tritopaulinische Verfasser schreibt: τὸν φαιλόνην ὃν ἀπέλιπον ἐν Τρῳάδι παρὰ Κάρπῳ ἐρχόμενος φέρε, καὶ τὰ βιβλία μάλιστα τὰς μεμβράνας / ton phailonēn hon apelipon en Trōadi para Karpō erchomenos phere, kai ta biblia malista tas membranas („wenn du kommst, bringt den Mantel, den ich in Troas bei Karpos gelassen habe, und die Bücher, vor allem die Notizbücher“).

In Alltagstexten ist der Ausdruck in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten ebenfalls kaum verbreitet. Der derzeit älteste Beleg ist der Brief P.Petaus 30 aus dem 2. Jh. n. Chr., in dem ein gewisser Julius Placidus, also jemand mit römischem Namen, an seinen Vater über sechs membrana schreibt, die ihm angeboten wurden. Die Verwendung des Lehnwortes deutet darauf hin, dass wohl nicht an eine Pergamentrolle gedacht war, für die im griechischen der Ausdruck διφθέραι / diphtherai üblich ist, sondern eben an Pergamentnotizbüchern.

3. Etablierung des Codex

In der griechisch-römischen Kultur der Schriftrolle konnte sich das neue Format Codex erst langsam etablieren. Eine Durchsetzung des Codex gegenüber der Schriftrolle im literarischen Bereich kann erst im 4. Jh. n. Chr. festgestellt werden. Im administrativen Bereich hingegen blieb die Rolle über Jahrhunderte hinaus maßgebend, die Herstellung von Papyrusrollen ist bis ins 7. Jh. nachweisbar.

Die Etablierung des Codex setzt seine Akzeptanz als Buch voraus, d.h. als eine Form, die geeignet ist, Literatur zu erfassen. Im Alltag waren Papyrusblätter von Rollen und Täfelchen das übliche Format. Dass diese Anerkennung des Codex als Buch spätestens um 200 n. Chr. bereits vollzogen war, lässt sich aus einer Aussage des römischen Juristen Ulpian in den Digesten erkennen. Bei der Frage, was im Zusammenhang eines Erbes als Buch zählt, zitiert er den Rechtsgelehrten Gaius Cassius, Konsul des Jahres 30 n. Chr., und macht deutlich, dass Schriften jeglicher Form und jeglichen Materials (Papyrus, Pergament, Lindenholz, Elfenbein, Wachs, ...) eindeutig als Bücher zu verstehen sind.

3.1. Mögliche und unmögliche Gründe für die Etablierung

Die Erfolgsgeschichte des Codex gegenüber der Schriftrolle ist zwar ein durch Funde und vor allem durch die Geschichte selbst belegbares Faktum, die Gründe dafür sind allerdings bis heute nicht eindeutig. Denn die antike Kultur war eine Kultur der Schriftrolle, und zwar unabhängig von sozialen Schichten: in der Verwaltung, im Alltag, in der Literatur und in den religiösen Texten (seien es jüdische Torarollen (→ Tora), seien es Texte anderer Religionen) war die Rolle gang und gäbe. Bei der Suche nach Gründen für die Etablierung des Codex ist Vorsicht geboten. Immer wieder ist davon die Rede, dass der Codex zahlreiche Vorteile gegenüber der Rolle besitze. Doch zeigt sich bei näherer Betrachtung, dass diese angeblichen Vorteile im 1. und 2. Jh. n. Chr. noch gar keine oder nur eine geringe Rolle spielten und daher nur bedingt für die Durchsetzung des Codex verantwortlich gemacht werden können. Der umfassende Wechsel von Schriftrolle auf Codex, der sich gerade im christlichen Bereich radikal schnell vollzogen haben muss, ist von kulturell derart einschneidender Veränderung geprägt, dass ein Grund alleine diesen Wechsel nicht erklären kann und ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren angenommen werden muss.

3.1.1. Kompaktheit

Kompaktheit ist der einzige Vorteil, der in der Antike selbst angeführt wird, wenn es um die gebundene Form im Unterschied zur Schriftrolle geht. Martial erwähnt in seinem Epigramm 1,2 (siehe 2.2.1.), dass die gebundene Buchform den großen Vorteil habe, gut handhabbar zu sein und deswegen ideal für die Mitnahme auf Reisen sei. Auch die Aufbewahrung ist kompakter möglich: anders als Rollen, die meist in Gefäßen stehend oder liegend aufbewahrt werden müssen, können gebundene Bücher gestapelt werden. Attraktiver ist diese Platzersparnis wohl eher für Bibliotheken als für die private Nutzung. Gleichzeitig muss bedacht werden, dass gerade im administrativen Bereich, wo die Aufbewahrung von Schriften (etwa Verträgen, Gerichtsverhandlungen etc.) zentrale Bedeutung hat, die Rolle über Jahrhunderte maßgeblich im Einsatz blieb und die Aufbewahrung offensichtlich kein allzu großes Problem darstellte.

Kompaktheit wird bei der Etablierung des Codex gegenüber der Rolle gerade im christlichen Bereich immer wieder angeführt, denn die Möglichkeit, bequem Codices auf Reisen mitführen zu können, scheint auf den ersten Blick gut zur Wandermissionstätigkeit der frühen Christenheit zu passen. Tatsächlich sind jedoch zu wenig Zeugnisse über die Art und Weise dieser Missionierung erhalten, die erlauben solche Reisen mit Codices als üblich anzunehmen. Hinzu kommen die aus den frühen Jh. Codexgrößen (siehe 1.2.1.) nicht praktischer für Reisen geeignet scheinen als Rollen. Für die ersten christlichen Codices, die im Regelfall noch keine Sammlungen von Texten, sondern Einzelschriften (v.a. Einzelevangelien) beinhalten, scheint Kompaktheit als ausschlaggebender Vorteil bei der Verwahrung unwahrscheinlich, denn das gesamte → Matthäusevangelium würde auf einer Rolle von 18 cm Höhe und 6 m Länge nicht nur ein durchaus übliches Rollenmaß, sondern v.a. lediglich 3-4 cm im Durchmesser ergeben. Ein Codex von diesem Ausmaß würde eine Höhe von ca. 1 cm aufweisen. Weder Transport noch Lagerung werden in beiden Fälle eine große Herausforderung dargestellt haben.

Obwohl Kompaktheit ein klares Argument für den Codex gegenüber der Rolle darstellt, bleibt unklar, wie sehr sie tatsächlich die – gerade im christlichen Bereich sehr früh einsetzende – Präferenz für den Codex beeinflusst hat. Ausreichend erklären kann sie diese Präferenz nicht.

3.1.2. Wirtschaftlichkeit

Offenkundig scheint für viele aus heutiger Sicht das Argument der Ökonomie: ein Codex ist anders als die Rolle auf beiden Seiten beschreibbar, spart somit Platz und senkt die Herstellungskosten. Zwar ist streng genommen auch eine Rolle auf beiden Seiten beschreibbar, doch zeigen die erhaltenen Beispiele, dass dies überaus selten der Fall ist. Dennoch ist die Kostenersparnis überschaubar: ein Codex spart gegenüber der Rolle lediglich Materialkosten ein, die Kosten für professionelle Schreiber bleiben aber gleich.

Hinzu kommt, dass die Herstellung eines Codex um ein Vielfaches komplexer war als die Herstellung einer Schriftrolle. Gerade zu Beginn der Etablierung bedurfte die Codexherstellung völlig „neuer“ Fertigkeiten, wie etwa des Bindens und des Anbringens der Einbände. Weiters sind die Unterschiede zwischen Pergamentcodex und Papyruscodex zu bedenken: für Pergament ist das Herstellungsverfahren um ein Vielfaches komplexer und arbeitsintensiver. Den umfangreichen Berechnungen Skeats (Skeat 1995) zufolge, waren die Gesamtkosten bei der Benutzung eines Codex bestenfalls um ein Viertel geringer als bei der Benutzung einer Rolle, im Regelfall aber wesentlich geringer.

Dass Platz- und damit Kostenersparnis bei der Verwendung des Codex kein allzu großes Anliegen gewesen sein können, zeigen auch andere Beobachtungen: die Schrift ist in der Regel großzügig und mit Zwischenraum, die unbeschriebenen Seitenränder sind breit gehalten. Auffällig ist, dass beides im Christentum, wo der Codex sich sehr früh großer Beliebtheit erfreute, noch ausgeprägter und großzügiger gehalten ist als in vergleichbaren Codices klassischen (paganen) Inhalts. Unbeschriebene Seitenränder von 6-7 cm sind keine Seltenheit. Wer danach strebt, Kosten zu sparen, würde sich, so das valide Gegenargument, sicherlich auf einen größeren Schriftspiegel und eine kleinere Schrift spezialisieren, um mehr Text auf weniger Seiten unterzubringen. Beides ist in den frühen wie späten Codices aber nicht feststellbar. Dass kleinere Schrift durchaus möglich gewesen wäre, zeigen Belege wie P.Oxy. XLIV 3157 (2. Jh. n. Chr.; LDAB 3790), ein Papyruscodex, der Platons „Staat“ enthält.

Kostenersparnis dürfte insbesondere in der frühen Zeit noch keine Rolle gespielt haben. Sie eignet sich daher schlecht als Argument, um die Durchsetzung des Codex gegenüber der Rolle zu erklären.

3.1.3. Umfang

Aus moderner Sicht hat der Codex den klaren Vorteil, mehrere Schriften in einem Band vereinen zu können, d.h. als „Sammelwerk“ zu dienen. Doch zeigt sich bei den ältesten erhaltenen Codices, dass dies offensichtlich gar kein Anliegen war, sondern erst im Laufe der Zeit als Möglichkeit des Codex entdeckt und dann genutzt wurde. In der antiken Schriftkultur der Rolle war es im literarischen Bereich unüblich, mehrere Werke auf eine Rolle zu schreiben. Zu bedenken gilt gleichzeitig, dass Schriftrollen äußerst umfangreich sein konnten: Längen von 3 bis 15 m sind durchaus üblich, Sammlungen wären vom Umfang her demnach durchaus möglich gewesen. Im dokumentarischen Bereich hingegen ist die Sammlung von z.B. Briefen oder Gerichtsdokumenten auf einer Rolle gut belegt.

Im christlichen Bereich sind die frühesten Sammlungen von Schriften in Codexform aus dem 3. Jh. n. Chr. Paulusbriefsammlungen, so z.B. P46, und Evangeliensammlungen, wie z.B. P45 und P75. Doch sind aus dem 3. Jh. keine Codices mit mehr als 150 Blättern, d.h. 300 Seiten erhalten. Selbst die Idee einer „Gesamtbibel“ ist eine relativ späte, wie die ersten diesbezüglichen Codices aus dem 4. Jh. zeigen (Codex Sinaiticus und Codex Vaticanus bestanden ursprünglich aus je mehr als 730 Blättern). Von über 5600 erhaltenen griechischen Bibelhandschriften mit Text des → Neuen Testaments umfassen lediglich ca. 10 die ganze Bibel und nur etwa 60 das ganze Neue Testament. Diese geringe Anzahl zeigt deutlich, dass die Möglichkeit einer umfassenden Textsammlung zwar bekannt, aber kaum genutzt wurde. Die Etablierung des Codex in den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten lässt sich mit der Möglichkeit von Sammlungen aber nicht erklären.

3.1.4. Handhabung

Mitunter wird behauptet, ein Codex sei einfacher zu handhaben als eine Rolle. Während eine Rolle den Einsatz zweier Hände bedürfe – eine zum Halten und eine zum Aufrollen –, könne der Codex mit einer Hand umgeblättert werden. Zudem müsse man am Ende des Lesens das Gelesene umgekehrt aufrollen, um wieder von vorne zu lesen beginnen zu können, der Codex hingegen erfordere den Einsatz lediglich einer Hand. Doch die Vorstellung einer einfacheren Handhabung ist ein Scheinargument und anachronistisch: abgesehen davon, dass auch ein Codex den Einsatz von zwei Händen erfordert, wenn kein Tisch o.Ä. als Grundlage verwendet wird, ist der Unterschied zwischen Blättern und Rollen wohl lediglich als Gewohnheit zu verstehen. Das Auf- und Zurollen mag einer modernen Kultur des Blätterns oder Scrollens umständlich erscheinen, für einen antiken Menschen darf dies bezweifelt werden. Hinzu kommt, dass das Aufrollen eines Textes in umgekehrte Richtung selbst bei meterlangen Schriftrollen lediglich wenige Sekunden in Anspruch nimmt. Auch die übrige Handhabung einer Schriftrolle scheint nicht unmittelbar komplizierter als die eines Codex: bei 10 m Länge weist eine Rolle einen Durchmesser von ca. 7,5 cm auf, der durchaus in einer Hand, geschweige denn beim Lesen aufgeteilt auf zwei Hände zu halten ist. Selbst bei einer Länge von 20 m wäre der Durchmesser von ca. 10,5 cm noch gut zu bewältigen. Die Schriftrolle weist zudem klare Vorteile gegenüber dem Codex auf, die möglicherweise für ihren langen Bestand im administrativen Bereich mitverantwortlich waren. Die Herstellung einer Rolle benötigt weniger Fertigkeiten und Bearbeitungsschritte als der Codex (Zuschnitte, Bindung, …), vor allem aber kann sie je nach Bedarf problemlos erweitert werden.

Das Argument einer einfacheren Handhabung des Codex ist zweifelhaft in sich und ist zur Erklärung der Etablierung des Codex ungeeignet.

3.1.5. Innertextuelle Verweismöglichkeit

Anders als die Schriftrolle bringt der Codex den Vorteil mit sich, an jeder beliebigen Stelle aufgeschlagen werden zu können, während die Rolle erst bis zu einer bestimmten Stelle auf- oder abgerollt werden muss. Bedeutend wird dies jedoch erst dort, wo tatsächlich verschiedene Schriften in einem Codex vereint sind (siehe 3.1.3). Die Vorstellung, dass in einem Codex Zitation einfacher möglich und Stellen schneller auffindbar wären, ist im Grunde anachronistisch, da die Antike diese Art der Zitation nicht kennt, auch nicht in einer Zeit, da Codices weit verbreitet sind. Zwar findet man gelegentlich Stichoi-Angaben, d.h. Doppelversangaben, mit Hilfe derer angegeben wird, wie viele Stichoi vom Anfang, seltener vom Ende einer Seite ein gewisser Text zu finden ist. Doch da diese Stichoi nicht gezählt werden, macht die Buchform (Codex oder Rolle) keinen Unterschied. Auch Paginierungen in Codices dienten nicht der leichteren Auffindbarkeit von Text oder der Verweisbarkeit auf einen solchen, sondern waren eine praktische Hilfe beim Binden, die wie Lagenzahlen sicherstellten, dass die Blätter nicht durcheinandergerieten und der Text korrekt fortlaufend erschien. Seitenverweise kennt die Antike nicht, sie wären auch völlig nutzlos, da Handschriften, sei es auf Rolle oder Codex, nie völlig ident sind und daher stets unterschiedliche Paginierung aufweisen. Erst wo der allgemeine Zugang zur selben Seitenzählung gewährleistet ist, wie etwa bei gedruckten Büchern, sind solche Verweise sinnvoll.

Bei der Etablierung des Codex kann die Verweismöglichkeit auf Text innerhalb eines Codex noch keine Rolle gespielt haben. Doch wurde das Potential des Codex für textliche Verweise bald erkannt und genutzt, wie im christlichen Bereich der Eusebianischer Kanon, das Euthalianische Material und andere Formen der metatextlichen Kommunikation zeigen (→ Codices). Dabei erfolgt die Kennzeichnung innerhalb des Textes meist mit am Rand eingefügten Zahlen.

3.2. Bedeutung des Codex

Der Durchsetzung der neuen Buchform des Codex gegenüber der Schriftrolle wird eine ähnlich große Bedeutung beigemessen wie der Erfindung des modernen Buchdrucks von Johannes Gutenberg im 15. Jh. Dies liegt sicherlich daran, dass sich mit der Verdrängung der Schriftrolle insbesondere im literarischen Bereich auch die Weitergabe der Literatur neu entscheiden sollte: bei der Umstellung von Rolle auf Codex sowohl in öffentlichen wie in privaten Bibliotheken kam es auch zu diversen Auswahlverfahren und nicht alle antiken Texte wurden aus der Antike ins Mittelalter übernommen.

4. Der Codex und das Christentum

Die Etablierung des Codex, einer römischen Erfindung, und das Wachstum des Christentums sind eng miteinander verbunden.

4.1. Zahlen und Fakten

Die Leuven Database of Ancient Books lässt mehrere Tendenzen in der Entwicklung des Codex über die Jahrhunderte erkennen. So steigt der Gesamtmarktanteil des Codex von 3,3% im 2. Jh. auf 14,3% im 3. Jh. Doch schon im 4. Jh. n. Chr. hat er die Schriftrolle überholt und kommt auf gesicherte 46,7%, während die Rolle noch etwa 12,4% aufweist. Da nicht alle Texte eindeutig zuordenbar sind, könnte der Anteil jeweils höher sein. Doch die grundsätzliche Tendenz ist eindeutig: der Codex wird zunehmend populärer für literarische Texte.

Eine zweite Tendenz zeigt sich, wenn man den Blick ausschließlich auf die Verwendung im christlichen Kontext richtet. Dort ist der Anteil des Codex von Anfang an signifikant höher als in anderen Bereichen, wie etwa dem klassischen Umfeld. Im 2. Jh. n. Chr. sind fast drei Viertel (73%) aller christlichen Schriften auf Codex geschrieben, im 3. und 4. Jh. n. Chr. ca. zwei Drittel (65% bzw. 67,5%), während der Anteil der Schriftrollen im 2. und 3. Jh. n. Chr. konstant bei etwas mehr als einem Fünftel liegt (21,6% bzw. 20,7%), im 4. Jh. n. Chr. aber auf lediglich 6% sinkt. Christen und Christinnen scheinen, so die Zahlen, sehr früh das allgemein noch nicht derart etablierte Buchformat Codex bevorzugt zu haben. Die eindeutigen Zahlen bereits des 2. Jh. n. Chr. legen nicht nur nahe, dass eine Entscheidung für den Codex bereits im 1. Jh. n. Chr. anzunehmen plausibel scheint, sondern auch, dass es – in welcher Form auch immer – eine bewusste Entscheidung für den Codex gegeben haben könnte. Anders lässt sich ein derart hoher Anteil von Codices im Christentum, der nicht dem Trend des klassisch-paganen Umfelds entspricht, kaum erklären.

4.1.1. Zahlen im Detail

Im Detail zeigt sich mit Blick in die Leuven Database of Ancient Books (LDAB) folgende Verteilung für das 2.-4. Jh. n. Chr. (Stand 2016).

4.1.1.1. Das 2. Jahrhundert

Im 2. Jh. n. Chr. sind von allen literarischen Texten 98,5% dem klassischen (paganen) Umfeld zuzuschreiben, während ca. 1% auf christliche und 0,5% auf jüdische Texte fallen. Von den 1% christlichen Texten sind 73% auf Codex geschrieben, 21,6% auf Schriftrollen, die restlichen christlichen Texte sind zu fragmentarisch, um das ursprüngliche Format bestimmen zu können. Von allen literarischen Texten sind im 2. Jh. n. Chr. 56,7% auf Rollen geschrieben und nur 3,3% auf Codex. 22,3%, also fast ein Viertel all dieser Codices stammen aus dem christlichen Bereich.

4.1.1.2. Das 3. Jahrhundert

Im 3. Jh. n. Chr. stammen 91,7% von allen erhaltenen literarischen Texten aus dem klassischen (paganen) Kontext, 7,3% entstammen dem christlichen, 0,9% dem jüdischen und 0,1% dem gnostischen Bereich. Von den 7,3% christlichen Texten sind 65% auf Codex und 20,7% auf Rollen geschrieben, die restlichen Texte sind hinsichtlich ihres Formats nicht näher bestimmbar. Im Ganzen des 3. Jh. n. Chr. sind 45,2% aller Texte auf Rollen geschrieben, während 14,3% der Texte auf Codex zu finden sind. Ein Drittel (33,3%) der Codices stammt aus dem christlichen Bereich.

4.1.1.3. Das 4. Jahrhundert

Im 4. Jh. n. Chr. sind 60,4% der literarischen Texte klassischer (paganer) Herkunft, 34,8% kommen aus dem christlichen Bereich, während 2,6% dem jüdischen und 2,2% dem gnostischen Umfeld zuzuschreiben sind. Von den christlichen Texten sind 67,5% auf Codex und 6% auf Rollen geschrieben, während die übrigen christlichen Texte in ihrem ursprünglichen Format nicht eindeutig bestimmbar sind. Nur noch 12,4%, also nicht einmal ein Achtel aller literarischen Texte im 4. Jh. n. Chr. sind auf Rollen geschrieben, während 46,7% auf Codex zu finden sind. Von diesen Codices stammt gut die Hälfte (50,2%) aus dem christlichen Bereich.

4.1.2. Codexformate

Die Codices, die aus den frühen Jahrhunderten erhalten sind, zeigen, dass es keine Unterschiede hinsichtlich der Größe und Form zwischen christlichem und nicht-christlichem Bereich gab. Vielmehr gab es zu bestimmten Zeiten unterschiedliche Präferenzen. So ist in den ersten Jahrhunderten die erhaltene Codexform eher länglich, während sie nach dem 3. Jahrhundert eher ins Quadratische übergeht (siehe 1.2.1). Die unterschiedlichen Formate der Codices gerade aus den ersten Jahrhunderten könnten ein Hinweis dafür sein, dass mit der neuen Buchform noch experimentiert wurde und die Möglichkeiten eines Codex erst langsam ausgeschöpft wurden. So sind wohl auch die ersten Textsammlungen aus dem 3. Jh. n. Chr. zu erklären, wie sie etwa im Papyruscodex P45 und P75 (Evangeliencodices) sowie P46 (Briefe aus dem → Corpus Paulinum) ersichtlich sind.

Mit dem neuen Format des Codex ändert sich die Konservierung des Textes. Während bei einer Schriftrolle im Normalfall der innere Teil der Rolle am besten gegen Wegfall geschützt ist und die äußeren Teile eher gefährdet sind, sind bei einem Codex eher die Ränder der Seiten gefährdet. Wenn eine Seite verloren geht (etwa durch Lösung der Bindung), dann ist üblicherweise auch die entsprechende andere Blatthälfte betroffen. Je nach Bindungsart (Anzahl der bifolia für eine Lage), betrifft es weiter auseinanderstehende oder näher beieinanderliegende Textpassagen. Dies ist für die Bibelwissenschaft v.a. dort von Bedeutung, wo es um Textrekonstruktionen und den ursprünglichen Umfang eines Codex geht, wie z.B. bei der nicht vollständig erhaltenen Paulusbriefsammlung P46.

4.1.3. Codexverwendung und Texte

4.1.3.1. Klassische Präferenzen

Im klassischen (paganen) Bereich sind es ganz bestimmte Texte, die auf Codex geschrieben werden, wie z.B. solche aus dem Bereich der Astronomie, Medizin, Rhetorik, Grammatik, Musik usw. Es handelt sich dabei nicht selten um Abhandlungen, oder Manuale. Der älteste erhaltene Codex ist P.Oxy. 30 (LDAB 4472) aus der Zeit um 100 n. Chr. und enthält ein lateinisches Geschichtswerk, das als Makedonischer Krieg Roms bezeichnet wird. Ab dem 2. Jh. n. Chr. sind auch Texte Homers auf Codex erhalten, doch steigert sich hier der Marktanteil nur langsam: 2% aller erhaltenen Homerhandschriften sind im 2. Jh., 10% im 3. Jh. auf Codex geschrieben. Deutlich ist, dass der Codex für pagane griechische Literatur vor dem 3. Jh. n. Chr. kaum verwendet wurde. Erst zu Beginn des 4. Jh. n. Chr. war der Codex soweit etabliert, dass er in seiner Verwendung mit der Schriftrolle gleichzog. Von da an setzte sich der Codex auch im nicht-christlichen literarischen Bereich gegenüber der Schriftrolle durch. Es ist denkbar, dass die zeitgleiche Präferenz des wachsenden und sich auch im römischen Reich als Religion durchsetzenden Christentums die Übernahme des Codex zunehmend beeinflusst hat.

4.1.3.2. Christliche Präferenzen

Auf Codices finden sich im christlichen Bereich unterschiedliche Schriften, v.a. biblische (AT wie NT) und solche aus dem neutestamentlichen Umfeld sowie verwandte Schriften, wie der Hirt des Hermas (2 Codices im 2. Jh. n. Chr.) und das Thomasevangelium (3 Codices im 2. Jh. n. Chr.). Daneben sind Philo von Alexandria, Predigten und das sogenannte Egertonevangelium erhalten geblieben.

Von den heute erhaltenen Funden her zeichnet sich für den christlichen Kontext ein eigentümliches Bild: die biblischen Texte wurden, so scheint es, von Anfang an bevorzugt auf Codex tradiert, nicht auf dem damals üblichen Format der Rolle. Die ist umso bemerkenswerter, als viele dieser Funde aus Ägypten stammen, dem Kernland der Papyrusherstellung und damit auch der Papyrusrolle.

Zwar gibt es einige Beispiele für christliche Texte auf Papyrusrollen und darunter wenige Beispiele für biblische Texte auf Schriftrollen, doch weisen Roberts und Skeat darauf hin, dass dies genau in dem Bereich der Fall sei, in dem Rollen zu erwarten seien. Zudem scheint es einige biblische Schriften zu geben, wie etwa die vier kanonischen Evangelien, die nicht auf Rollen geschrieben wurden. Auch wenn diese Beobachtung der derzeitigen Fundlage entspricht, so muss doch bedacht werden, dass die geringe Zahl erhaltender Handschriften aus dem 2. und 3. Jh. und insbesondere das Fehlen von Texten aus dem 1. Jh. hier möglicherweise ein verzerrtes Bild vermittelt. Vieles der allerersten Anfänge der Textproduktion im christlichen Bereich liegt nach wie vor im Dunkeln.

4.1.3.2.1. Texte auf Rollen

Da im christlichen Bereich der Codex sehr früh etabliert war, sind vor allem die Texte interessant, die auf Rollen geschrieben wurden. Dabei werden sogenannte Opistographen nicht berücksichtigt, also biblische/christliche Texte, die auf die Rückseite einer bereits anderweitig verwendeten Rolle geschrieben wurden, da in diesem Fall die Wahl des Buchformates zweitrangig gegenüber dem Zugang zu Schreibmaterial scheint (siehe 4.1.3.2.2).

Unter den auf der Innenseite von Rollen geschriebenen Texten finden sich im 2. Jh. n. Chr. Predigten, Briefe und Irenäus’ Schrift Adversus Haereses, aber auch biblische (Esther, Psalme) und frühjüdische Texte (Sibyllinische Orakel). Bei diesen Texten ist eine eindeutige Zuordnung zu einem jüdischen oder christlichen Kontext nicht immer möglich. Bei der Verbreitung des Christentums muss auch die Möglichkeit bedacht werden, dass zum Christusglauben gekommene Juden und Jüdinnen ihre Schriftrollen in die christlichen Gemeinden mitgebracht haben. Schriftrollen werden im Normalfall dann eindeutig dem christlichen Bereich zugeordnet, wenn sie für christliche Texte typische Kennzeichen aufweisen, wie z.B. nomina sacra. Im 3. Jh. n. Chr. bleibt das Bild ähnlich: vorwiegend theologische, liturgische und Predigttexte sind auf Rollen geschrieben, doch kommen auch Texte aus dem neutestamentlichen Kontext hinzu, wie etwa der Hirt des Hermas. Die Schriftrolle bleibt indes im christlichen Bereich bis weit in die byzantinische Zeit vor allem für liturgische Texte im Einsatz.

4.1.3.2.2. Umgang mit Schriften des Neuen Testaments

Vielzitiert ist die Beobachtung, dass es im 2. Jh. n. Chr. keinen neutestamentlichen Text auf der Innenseite einer Papyrusrolle gebe, d.h. dass offensichtlich kein neutestamentlicher Text auf eine Schriftrolle geschrieben worden sei. Allerdings findet sich neutestamentlicher Text auf der Außenseite von Rollen (sog. Opistographen), d.h. dass Schreibmaterial wiederverwendet wurde. Beispiele für solche Opistographen sind P22 (die erhaltene Innenseite ist leer, außen steht das Johannesevangelium), P13 (Epitome des Livius innen, Hebräerbrief außen), P18 (innen Exodus, außen Offenbarung). Der Verwendungszweck solcher Opistographen im christlichen Bereich ist bis heute unklar, gelegentlich wird vermutet, es handle sich dabei um Texte, die für persönliches Studium gedacht waren.

Dieser Befund ist kritisch zu betrachten, gerade in den ersten Jahrhunderten n. Chr. und vor Abschluss des Kanonprozesses für das Neue Testament. Viele Fragen sind in der derzeitigen Forschung offen und umstritten: sind deswegen keine Schriften auf der Innenseite einer Rolle enthalten, weil Christen und Christinnen dies vermeiden wollten, oder handelt es sich vielmehr um einen Zufallsbefund durch die wenigen erhaltenen Texte? Vor allem aber ist die Kategorisierung „neutestamentliche“ Schrift in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten äußerst fragwürdig: sind nicht aus späterer Sicht apokryphe Texte wie der Hirt des Hermas, der eine bessere Handschriftenbezeugung als so manch ntl. Text (z.B. Katholische Briefe) aufweist, durchaus als Schrift verstanden worden? Wie steht es mit Evangelienharmonien, wie etwa der Pergamentrolle GA 0212? Neue Erkenntnisse sind in Zukunft durch weitere Funde und Editionen zu erwarten.

4.2. Codex und christlicher Kanon

Die Bevorzugung des Codex ist im christlichen Bereich unabhängig vom Charakter der Schriften: ob später kanonisch gewordene biblische Texte oder sog. außerkanonische, ob christliche Erbauungsliteratur oder christliche Lehrschreiben, der Codex setzt sich auf all diesen Ebenen durch. Dennoch wird häufig ein Zusammenhang zwischen der Durchsetzung des Codex und der Kanonentwicklung gesehen: da das neue Format es in einem bisher unbekannten Maß erlaube mehrere Schriften unter einem Buchdeckel zu vereinen, böte sich eine verbindliche Sammlung (Kanon) bestimmter Schriften regelrecht an (vgl. 3.1.3). Auch wenn Evangeliensammlungen oder Briefsammlungen in Codexform belegt sind, so bleiben insbesondere „Gesamtbibeln“ eine Seltenheit. Die ältesten beiden erhaltenen (Codex Sinaiticus, Codex Vaticanus) stammen aus dem 4. Jh. und stehen damit am Ende des (neutestamentlichen) Kanonprozesses, nicht am Anfang. Sie sind daher bestenfalls Resultat dieses Prozesses, nicht Handlungsträger. Dazu kommt, dass gerade im Fall des Codex Sinaiticus Schriften enthalten sind, die später gegen Ende des 4. Jh. keineswegs als kanonisch festgelegt wurden (z.B. Hirt des Hermas). Zudem wird die Anordnung biblischer Bücher (im Neuen Testament etwa die unterschiedlichen Reihenfolgen der Evangelien oder der Briefe des Corpus Paulinum) durch das Codexformat nicht vereinheitlicht, eine Vielfalt bleibt über die Jahrhunderte bestehen. Weiters gilt zu bedenken, dass Kanonbildung den Codex keineswegs voraussetzt, wie die Kanonbildung im jüdischen Bereich deutlich macht, wo die Schriftrolle das Format für religiöse Texte war und blieb.

4.3. Erklärungen der Präferenz für den Codex im christlichen Umfeld

Es steht aufgrund der erhaltenen Funde außer Frage, dass das Christentum eine deutliche Präferenz für das Buchformat Codex hatte. Im 2. und 3. Jh. ist der Anteil der erhaltenen Codices im christlichen Bereich vielfach höher als im profanliterarischen Bereich. Wie und warum es zu dieser Präferenz kam, ist hingegen bis heute unklar. Die Schwierigkeit, den faktischen Erfolg des Codex stichhaltig zu erklären, hat zu zahlreichen Hypothesen und Spekulationen geführt, die vielfach widerlegt wurden. Dazu zählt die verbreitete Vorstellung, der Codex besitze viele praktische Vorteile gegenüber der Schriftrolle (siehe unter 3), oder die imperialistische Auffassung, dass das Christentum Neuerungen gegenüber offener gewesen sei als der Rest der Bevölkerung. Dass die Entscheidung für den Codex eine bewusste Abgrenzung gegenüber der jüdischen Schriftrolle oder eine Entscheidung kirchlicher Autorität gewesen sei, wird zwar mitunter vermutet, ist aber kritisch zu betrachten, insbesondere wenn man bedenkt, wie früh die Präferenz für den Codex bereits gefallen sein muss. Die eindeutige Fundlage vom 2. Jh. an, lässt darauf schließen, dass die Entscheidung für dieses Format bereits im 1. Jh. n. Chr. erfolgt ist. Damit liegt sie vor den heute erhaltenen Handschriften.

4.3.1. Beispiele für Erklärungsversuche

Unter den Spekulationen, wie es zu der Präferenz des neuen Mediums Codex im christlichen Bereich kam, zählen z.B. die Vorstellung von Roberts und Skeat, Aussprüche Jesu seien auf zusammengebundenen Papyrusblättern notiert gewesen und hätten das weitere Format der Weitergabe beeinflusst (so auch Stanton in leichter Variation). Doch ist zu wenig über die Literalität und frühe schriftliche Weitergabe der Christus-Botschaft bekannt, um diese Vorstellung verifizieren zu können.

Eine weitere Hypothese von Roberts und Skeat besagt, dass das Markusevangelium bereits auf Codex geschrieben gewesen sei und dadurch zur Nachahmung angeregt hätte. Da das Markusevangelium allerdings das am wenigsten abgeschriebene Evangelium gewesen sein dürfte, wie die Fundlage nahelegt, scheint es wenig plausibel, dass gerade dieses Evangelium einen neuen Standard setzen sollte.

Unwahrscheinlich erscheinen Vorschläge, der Codex habe sich im christlichen Kontext deswegen durchgeschlagen, weil er erlaube, mehrere Schriften in einem Format zusammenzufügen (siehe 3.1.3). Denn die ältesten Evangelienkommentare aus dem 2. und 3. Jh. waren Einzelcodices, d.h. der Codex als Format geht Sammlungen voraus, eine Präferenz für ihn hat es schon vor den Sammlungen im christlichen Bereich gegeben. Gamble hat vorgeschlagen, dass nicht Evangeliensammlungen, sondern Paulusbriefsammlungen ursprünglich auf Codex geschrieben gewesen seien, was insbesondere verwundert, wenn man die antike Praxis der Archivierung von Briefen auf Rollen mitbedenkt, für die es umfangreiche Zeugnisse gibt.

Wieder andere Überlegungen betreffen die Missionstätigkeit des frühen Christentums: ein Buchformat, das man „einstecken“ könne, eigne sich insbesondere für ein Wanderpredigertum (McCormick; Epp). Einsprüche gegen diese Vorstellung umfassen nicht nur die tatsächlich erhaltenen Formate von Codices, die sich keineswegs zum Einstecken eignen und daher viel eher auf eine sesshafte Verwendung hindeuten, sondern auch die geringe Kenntnis über die detaillierte Art und Weise der frühen christlichen Missionierung.

Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht ist keine vorgebrachte Hypothese für sich allein stichhaltig genug, um die Präferenz des Codex im Christentum erklären zu können. Eher wird daher ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren angenommen, die im Einzelnen nach wie vor unklar sind.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

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