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Lexikon

Bibelforschung, Empirische

Detlef Dieckmann-von Bünau

(erstellt: Juli 2013)

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1. Einführung

Die Empirische Bibelforschung verfolgt das Ziel, mit Hilfe von Interviews oder Fragebögen die reale Bibellektüre von Leserinnen und Lesern zu untersuchen. Dieser recht junge Zweig der rezeptionsorientierten Bibelauslegung sucht die Sinnfülle der biblischen Texte nicht allein in akademischen, sondern auch in sog. „Alltagsexegesen“ (Schramm) und tritt damit für eine Demokratisierung der Bibelexegese ein.

Die „Empirische Bibelforschung“ (Dieckmann 2003b), die man auch Bibelleseforschung, empirische oder „Praktische Exegese“ (vgl. Strube, 401) nennen könnte, teilt Grundannahmen der → Rezeptionsästhetik: Beide Ansätze gehen davon aus, dass Texte vieldeutig sind und im Grunde erst in der Rezeption entstehen. Jedoch hält die Empirische Bibelforschung die Konzentration der Rezeptionsästhetik auf den „impliziten Leser“ für ungenügend, weil dieser als ein künstliches Konstrukt und letztlich als alter ego des oder der jeweiligen Gelehrten betrachtet wird. Mit der empirischen Exegese, so Christian Schramm (20), könne die Bibelwissenschaft aber den „universitären Elfenbeinturm“ verlassen und sich mit den Exegesen jener Menschen befassen, die in Schule und Gemeinde letztlich angesprochen werden sollen.

Der Begriff der Empirischen Bibelwissenschaft verdeutlicht die enge Verwandtschaft mit dem deutlich älteren Ansatz der Empirischen Literaturwissenschaft.

2. Empirische Literaturwissenschaft

2.1. Empirie statt Hermeneutik

Die Empirische Literaturwissenschaft befasst sich seit Mitte der 1970er-Jahre mit jenem sozialen Handeln, das Texte produziert und rezipiert. Empirische Literaturwissenschaft kritisiert hermeneutische Ansätze wie die textimmanente Interpretation oder auch die Rezeptionsästhetik, weil diese Verfahren wegen ihrer schmalen Datenbasis von Textrezeptionen weder verifizierbar noch falsifizierbar und daher letztlich nicht wissenschaftlich überprüfbar seien. Mit diesem Argument ordnen Siegfried J. Schmidt, Helmut Hauptmeier, Reinhold Viehoff und andere die Empirische Literaturwissenschaft im Grunde genommen den Sozialwissenschaften zu.

Nach grundlegenden Arbeiten von Siegfried J. Schmidt (1975) und anderen hat dieser gemeinsam mit Helmut Hauptmeier 1985 eine „Einführung in die Empirische Literaturwissenschaft“ vorgelegt. Darin werden drei Kategorien aufgeführt, welche die Wissenschaftlichkeit dieses neuen empirischen Ansatzes sichern sollen: Theoretizität, Empirizität und Applikabilität bzw. Relevanz:

2.2. Theoretizität

Die Kategorie der Theoretizität beinhaltet die Forderung, die Grundlagen der eigenen wissenschaftlichen Arbeit so weit wie möglich offenzulegen. Die Empirische Literaturwissenschaft ist eine explizite Wissenschaft, das heißt: „Die Empirischen Literaturwissenschaft […] macht ihre Voraussetzungen (Werte, Erkenntnis- und Wissenschaftsbegriff usw.), ihre Theorien und Methoden so deutlich wie eben möglich“ (Hauptmeier / Schmidt, 4).

2.2.1. Werte. Als „praktische Werte“, die ihre Forschung leiten, nennen Hauptmeier und Schmidt u.a.: die „Anwendbarkeit“ der wissenschaftlichen Ergebnisse, den „Wissenszuwachs“, die „Freiheit“ sowie den „Abbau von Kontrollhierarchien“ (Hauptmeier / Schmidt, 31). Besonders die beiden letztgenannten Begriffe sind dabei mit dem Ziel einer demokratischen Wissenschaftsgemeinschaft verbunden (Hauptmeier / Schmidt, 5).

2.2.2. Erkenntnis- und Wissenschaftsbegriff. Die Protagonisten der Empirischen Literaturwissenschaft verstehen „Wissenschaft“ als „eine Form sozialen Handelns“, die bestimmten Bedürfnissen entspringt, Motivationen und Intentionen voraussetzt und beabsichtigte Folgen mehr oder weniger voraussehbarer Konsequenzen nach sich zieht (Hauptmeier / Schmidt, 12). Dabei räumen Schmidt und Hauptmeier ein: Auch die Wissenschaft könne nicht die Tatsache überspringen, dass wir nie die Wirklichkeit selbst erkennen, sondern immer nur das Bild sehen, das wir uns von ihr gemacht haben, während wir die Begrenzungen unserer Wahrnehmungsfähigkeiten in keinem Fall zu Gesicht bekommen (Hauptmeier / Schmidt, 26ff.). Diese Bestimmungen zeigen, dass Empirische Literaturwissenschaft von einem konstruktivistischen Erkenntnisbegriff ausgeht, der sich an Intersubjektivität und rationaler Argumentation orientiert.

2.2.3. Forschungsobjekt. Weil wir nach Auffassung von Hauptmeier und Schmidt nie die Texte selbst erkennen, sondern uns immer nur mit unseren persönlichen Konstruktionen ihrer „Eigenschaften“, „Strukturen“ oder „Bedeutungen“ befassen, erklärt Empirische Literaturwissenschaft nicht den Text selbst, sondern die jeweilige Handlung im Literatur-System zu ihrem Forschungsobjekt. Dieses textbezogene Handeln unterscheidet sich nach Meinung der Autoren durch zwei Besonderheiten vom Umgang mit nicht als literarisch empfundenen Texten.

Der erste Differenzpunkt ist die sog. „Ästhetik-Konvention“:

„Wer im Literatur-System bzw. in bezug auf literarische Texte handelt, der soll sprachliche Handlungen mit Behauptungsanspruch in literarischen Texten nicht in erster Linie danach beurteilen, ob sie in seinem Wirklichkeitsmodell wahr oder falsch sind, sondern literarische Texte und ihre Bestandteile solchen Bedeutungsregeln und Bewertungskategorien unterziehen, die in seinem Verständnis als poetisch wichtig gelten“ (Hauptmeier / Schmidt, 17).

Das heißt, ein literarisch gelesener Text wird nicht nach den Regeln der modernen Historiographie gelesen; ihm wird vielmehr die Freiheit zugestanden, fiktional, aber dennoch in einem bestimmten Sinne „wahr“ zu sein, was hier der Begriff der poetischen Bedeutsamkeit umschreibt.

Neben der Ästhetik-Konvention ist die literarische Rezeption von Texten durch die sog. „Polyvalenz-Konvention“ geprägt. Diese besagt:

„Aktanten im Literatur-System haben die Freiheit, als literarisch eingeschätzte Texte so zu behandeln, wie es für ihre Bedürfnisse, Fähigkeiten, Intentionen und Motivationen optimal ist. Sie erwarten, daß sie demselben Text unter wechselnden Bedingungen unterschiedliche für sie relevante Lesarten und Bewertungen zuordnen können und räumen dies auch anderen Aktanten im Literatur-System ein. […] Die Polyvalenz-Konvention eröffnet also Spielräume für bedeutungskonstituierende Handlungen: Nicht Eindeutigkeit von Beziehungen auf das sozial geläufige Wirklichkeitsmodell ist das Ziel des Literatur-Produzenten, sondern produktive, poetisch bewertbare Bedeutungs- und Bewertungsmöglichkeiten, die Literatur-Rezipienten unter verschiedenen Bedingungen auf jeweils subjektiv optimale Weise realisieren (können)“ (Hauptmeier / Schmidt, 18).

Nach der Polyvalenz-Konvention ist es also das Ziel einer literarischen Lektüre, jene Lesart zu entwickeln, die für die jeweiligen Rezipientinnen und Rezipienten relevant ist. Der Versuch, aus dem Text einen eindeutigen und auch für andere Rezeptions-Kontexte gültigen Sinn herauszuschälen, stünde diesem Ziel jedoch entgegen.

Besonders in der Polyvalenz-Konvention, aber auch in der Ästhetik-Konvention wird eine Übereinstimmung zwischen der hermeneutisch ausgerichteten Rezeptionsästhetik und der empirisch vorgehenden Literaturforschung sichtbar.

2.3. Empirizität

Ein deutlicher Unterschied zwischen der Rezeptionsästhetik und dem Ansatz von Hauptmeier, Schmidt und anderen besteht jedoch in der Forderung nach Empirizität. Die Empirische Literaturwissenschaft betrachtet die Rezeptionsästhetik neben der amerikanischen Reader-Response-School als ein Beispiel dafür, dass „die heutige Literaturwissenschaft de dicto nicht mehr als eine rein textbezogen verfahrende Wissenschaft“ vorgehe (Hauptmeier / Schmidt, 60). Wobei auch diese Ansätze insofern defizitär bleiben, als „die wiederentdeckte Rolle des Lesers ‚literarischer Texte’ nicht zu einer integrativen Theorie geführt“ habe, sondern „einerseits zu einem bunten Spektrum empirischer Einzelforschungen und andererseits zu weiterer Arbeit am Text, aus dem der Literaturwissenschaftler den Leser ‚rekonstruiert‘, also am letzten Ende immer nur sich selbst“ (Hauptmeier / Schmidt, 60). Es sei jedoch

„unzulässig, als Literaturwissenschaftler die Wirkung eines Textes bzw. Text-Merkmals allein nach den eigenen Reaktionen zu bestimmen und zu pseudo-generalisieren (Muster: ‚Diese Textspezifik hinterläßt beim Leser eine tiefe Irritation …‘). Das aber bedeutet: Solange ein Literaturwissenschaftler keine empirischen Untersuchungen über die Relation zwischen expliziten Text-Strukturen und Rezeptionsverhalten zur Verfügung hat, kann und darf er nur etwas über sein eigenes Verhalten sagen (wobei er allerdings versuchen kann, seine Introspektion über kontrollierte Verfahren zu explizieren). Diese Mitteilung ist dann lediglich als Mitteilung über die Persönlichkeitsstruktur des ‚Interpreten‘ möglicherweise interessant“ (Hauptmeier / Schmidt, 120f.).

Will ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin Aussagen machen, die über die eigene Interpretation hinausgehen, so sind darum empirisch belastbare Daten notwendig, die die Beobachterinnen und Beobachter nicht nur bei sich selbst erheben können.

Allerdings sind diese „Daten, Fakten, Beobachtungen usw. […] immer Daten, Fakten und Beobachtungen im Lichte der ‚Theorien‘ eines Subjekts. Ohne ‚Theorien‘ kann ein Beobachter nichts beobachten; plastischer ausgedrückt: ‚People, not their eyes see. Cameras and eyeballs are blind.‘“ (Hauptmeier / Schmidt, 31f. nach N.R. Hanson). Weil alle Daten aber nur aufgrund von Theorien gewonnen werden, kann es auch keine ‚objektiven Daten‘ geben. Deswegen erklären Hauptmeier und Schmidt noch einmal ausdrücklich:

„Unser Begriff ‚empirisch‘ ist […] nicht an die Ermittlung ‚objektiver Daten‘ gebunden. ‚Empirisch‘ bezeichnet vielmehr einen Handlungstyp im Wissenschaftssystem, der systematische, theorienbezogene und explizite Verfahren zur Gewinnung […] solcher Aussagen über Problembereiche […] umfaßt, die mit unserer Erfahrung (nicht mit ‚der Wirklichkeit‘) übereinstimmen und intersubjektiv nachprüfbar sind. Nicht menschenunmögliche ‚Objektivität‘ und ‚Wahrheit‘ sind […] die empiriesichernden Kategorien in unserer Empirischen Literaturwissenschaft, sondern Explizitheit, Intersubjektivität und Systematizität“ (Hauptmeier / Schmidt, 176f.)

Damit treten die beiden empirischen Literaturwissenschaftler dem häufig zu hörenden Vorurteil entgegen, empirische Forscher maßten sich gegenüber nicht empirisch arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen höheren Grad an Erkenntnis an. Gerade das immer wieder bekundete Wissen der empirischen Literaturwissenschaftler um die Subjekt-Abhängigkeit aller Forschungsaktivitäten zeigt aber, dass es Hauptmeier und Schmidt nicht um die Beschaffung über-subjektiver Daten, sondern vielmehr um die Ausweitung des Untersuchungsbereiches geht, mit der über die Rezeptionsästhetik hinaus weitere, für leser/innen/orientierte Fragestellungen besonders relevante Daten gewonnen werden. Die Methoden der Empirischen Literaturwissenschaft wurden zum großen Teil aus der Empirischen Sozialforschung übernommen, wie zum Beispiel quantitative Befragungen mit Fragebögen oder qualitative Methoden wie Intensivinterviews, die in der Empirischen Literaturwissenschaft erfolgreich nach dem Verfahren des online-Lesens bzw. des „Lauten Denkens“ (think-aloud, vgl. Trabasso / Suh) durchgeführt werden. Wegen dieser empirischen Methoden betrachtet sich die Empirische Literaturwissenschaft durch ihre Arbeit auf dem Feld als eine Alternative zur „einsame[n] Individualforschung“ (Hauptmeier / Schmidt, 5).

2.4. Anwendbarkeit und Relevanz

Mit der Hochschätzung des Wertes „Anwendbarkeit“ bekennen sich die Autoren der Einführung in die Empirische Literaturwissenschaft auch dazu, nicht nur die wissenschaftliche, sondern ebenso die übrige gesellschaftliche Kommunikation nach dem Ideal des herrschaftsfreien Diskurses verändern zu wollen:

„Zu den gesellschaftspolitischen Zielvorstellungen der Empirischen Literaturwissenschaft gehört es, soziale Interaktionen mehr und mehr als [für] partnerschaftliche und gegenseitige […] Kritik offene Handlungsweisen zu verwirklichen. Um dies zu erreichen, müssen sich Aktanten als gleichberechtigte Handlungspartner ansehen lernen, die sich gegenseitig rationale Argumentation zutrauen und zumuten“ (Hauptmeier / Schmidt, 182).

Während die Werte, Theorien und Methoden der Empirischen Literaturwissenschaft auf einen solchen hierarchiefreien Diskurs abzielen, weist die klassische, nach Meinung der Autoren auf die „richtige[r] Ermittlung des wahren Textsinns“ abzielende Hermeneutik in eine gänzlich andere Richtung. Denn:

„[H]inter jeder Praxis der Interpretation muß u.E. die stillschweigende Annahme stehen, daß literarische Texte nicht für sich selber sprechen können und einen Dolmetscher brauchen, der den Lesern, die (aus welchen Gründen auch immer) über Verständnisschwierigkeiten klagen, ein ‚richtiges‘ Verständnis ermöglicht. Dieser Dolmetscher ist der literaturwissenschaftliche Textdeuter (oder Hermeneut), der durch geschicktes Zusammentragen der Ergebnisse verschiedener Approaches das ‚richtige Textverständnis‘ eröffnet“ (Hauptmeier / Schmidt, 123).

Gibt es nun keine Interpretationen im Sinne einer „Ermittlung der ‚richtigen Textauffassung‘“ mehr, so bleiben nach Hauptmeier und Schmidt noch die Möglichkeiten, den Begriff der Interpretation entweder „als produktives und konstruktives Verfahren“ oder als „empirischen Nachweis der Polyvalenz und Polyinterpretabilität literarischer Texte“ (Hauptmeier / Schmidt, 126) neu zu fassen. Beide Verfahrensweisen enthalten dabei wichtige Aspekte des empirisch-literaturwissenschaftlichen Verständnisses von „Interpretation“. Von Stanley Fish übernehmen Hauptmeier und Schmidt die Einsicht, dass „Interpretationen (was immer das auch heißen mag) zum Beispiel eines Gedichts dieses Gedicht allererst erzeugen, und zwar durch die blickregulierenden literaturtheoretischen, semantischen und literaturwissenschaftlichen Erwartungen, die man als Interpret voraussetzt“ (Hauptmeier / Schmidt, 126f.). Daher gilt:

„Im Lichte einer Interpretationshypothese erscheinen also erst bestimmte Textmerkmale: Eine Textanalyse kann darum keine Begründung für die Richtigkeit bestimmter Interpretationshypothesen liefern; sie ist vielmehr selber Datenaufbereitung im Lichte und gesteuert von solchen Interpretationshypothesen“ (Hauptmeier / Schmidt, 129).

Insofern können Interpretationen auch niemals als „wissenschaftliche Beweise“, sondern allenfalls „als sozial erfolgreiche Auseinandersetzungen mit literarischen Texten“ betrachtet werden (Hauptmeier / Schmidt, 129 mit Verweis auf Steinmetz). Die Relativität der Interpretation, die darin zum Ausdruck komme, sei aber kein Mangel, sondern ermögliche zuallererst die Freiheit von Interpretationen, in denen „sich der Interpret mit jeder Interpretation riskiert, wenn sie das Engagement und die klare Stellungnahme des Interpreten widerspiegeln“ (Hauptmeier / Schmidt, 129).

2.5. Qualitative und quantitative Methoden

Seit den 1970er-Jahren wurde eine große Zahl von Studien im Rahmen der Empirischen Literaturwissenschaft durchgeführt. Dabei ist zwischen qualitativen und quantitativen Studien zu unterscheiden. Während in qualitativen Studien durch Intensivinterviews oder Fragebögen mit eher offenen Fragen die Verständnisbildung von Lesenden untersucht wird, müssen die quantitativen Studien etwa mit standardisierten Fragebögen arbeiten (vgl. z.B. Heuermann / Hühn / Röttger). Streben quantitative Untersuchungen repräsentative Ergebnisse an, so haben sie sich mit hohen Anforderungen auseinanderzusetzen, die an einen detaillierten Versuchsplan, an die Untersuchung von Einflussgrößen in der Rezeptionssituation, an den Nachweis der Wiederholbarkeit und an die Signifikanztests gestellt werden. Und selbst wer diesen Anforderungen entsprechen kann, muss sich bewusst sein, dass schon die zeitliche und räumliche Begrenzung die Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse deutlich beschränkt. Oft stehen dabei die Ergebnisse in einem ungünstigen Verhältnis zum Aufwand.

Dies sind gute Gründe, sich auf qualitative Untersuchungen von Einzel- oder Gruppenlektüren durch Interviews oder Fragebögen zu konzentrieren.

2.6. Empirie statt Hermeneutik? Zur Kritik der Empirischen Literaturforschung

Aus Sicht der hermeneutisch orientierten biblischen Exegese liegen zwei kritische Anmerkungen zur Empirischen Literaturforschung nahe.

Zum einen ist darauf hinzuweisen, dass die Literaturwissenschaft und die Bibelwissenschaft z.T. sehr unterschiedliche Ziele verfolgen: Während es in der Literaturwissenschaft prinzipiell möglich ist, verschiedene Interpretationsmöglichkeiten gleichberechtigt nebeneinander stehen zu lassen, geht es in der Theologie auch um Auslegung, d.h., um die Einführung von Menschen in eine Erzähl- bzw. Interpretationsgemeinschaft oder um das Fällen von Entscheidungen angesichts von überlieferten Texten. Aus der Nähe betrachtet, ist dieser Unterschied zwischen Literatur- und Bibelwissenschaft jedoch geringer, als er auf den ersten Blick scheinen mag. Denn wie Stanley Fish gezeigt hat, muss sich jede Interpretation, – sei es die eines literarischen Kunstwerkes, eines biblischen Textes oder eines Rechtstextes – in der jeweiligen Gemeinschaft durchsetzen, um als „richtig“, „möglich“ oder „funktional“ anerkannt zu werden.

Zum anderen ist zu fragen, ob Empirie und Hermeneutik in der Weise voneinander getrennt werden können, wie es die Empirische Literaturwissenschaft nach Hauptmeier / Schmidt tut, und ob die hier erkennbare Ablösung der Empirischen Forschung von der Hermeneutik einen Zuwachs an Wissenschaftlichkeit bedeutet. Augenscheinlich ist das Gegenteil der Fall. Denn begreift man Hermeneutik als die Lehre vom Verstehen, dann wird diese Kunst auch in der empirischen Forschung weiter benötigt, sobald die Lesereaktionen gedeutet werden sollen. Es ist eine Illusion zu glauben, dass nach Entwicklung einer möglichst sorgfältigen, vorgeblich über-subjektiven Methodik empirische Daten einfach nur „ausgewertet“ werden müssten. Selbst in den Naturwissenschaften als den geläufigen Vorbildern nicht-subjektiver Forschung bedürfen alle Ergebnisse stets der Interpretation. Daraus lässt sich der Schluss ziehen, dass die Anwendung der Hermeneutik als Lehre vom Zustandekommen der Interpretationen eher zum Zuwachs an Wissenschaftlichkeit führt als der Verzicht, mit dem hermeneutischen Verfahren die eigenen Verstehensbedingungen zu reflektieren.

Doch auch in diesem Punkt sind die Differenzen zwischen Empirischer Literaturwissenschaft und Bibelwissenschaft letztlich geringer, als es zunächst erscheint. Denn einerseits erkennt auch die frühe Empirische Literaturwissenschaft den Wert der Hermeneutik als „allgemeine Verstehenslehre“, als „ontologische Frage nach der Möglichkeit von Verstehen“ und als „Auslegung des menschlichen Daseins“ an (Hauptmeier / Schmidt, 201). Andererseits formuliert die Empirische Literaturwissenschaft ein stark verengtes Verständnis der theologischen Hermeneutik, wenn sie diese wie die juristische Hermeneutik „als ein normatives Regelsystem zur Textauslegung mit dem Ziel“ begreift, „den dogmatisch gesetzten, Wahrheit beanspruchenden Sinn von Texten zu erfassen“ (ebd.). Damit trifft die Kritik der Hermeneutik bei Hauptmeier / Schmidt nicht die theologische Hermeneutik, die sich schon lange vor 1985 als Verstehenslehre und seit jeher als Auslegung des menschlichen Daseins verstanden hat (vgl. Körtner).

Hauptmeier / Schmidt charakterisieren die Hermeneutik deswegen als defizitär, weil kein hermeneutischer Ansatz bislang eine „zufriedenstellende Theorie des Verstehens“ vorgelegt habe. Sie haben den Eindruck: „was diesen und ähnlichen Ansätzen außer der Rekurrenz des Wortes „Verstehen“ gemeinsam zu sein scheint, ist das Problem, wie durch Hypothesen die Kluft zwischen dem Hermeneutiker, der auf Verstehen ausgeht, und dem zu verstehenden Gegenstand zu überbrücken ist.“ Ob diese Kluft zwischen denen, die auf das Verstehen angewiesen sind, und dem Gegenstand des Verstehens jedoch durch empirische Forschung zu überbrücken ist, erscheint fraglich. Möglicherweise bietet gerade Hermeneutik die einzigartige Chance, die Bedingungen und Grenzen des Verstehens zu reflektieren, die sich auch in der empirischen Forschung zeigen.

Daraus kann gefolgert werden, dass Hermeneutik und Empirie einander hervorragend ergänzen: Die empirische Forschung kann das Blickfeld der Hermeneutiker erheblich erweitern, indem sie ihnen deutlich mehr Informationen über die Rezeption von Texten zur Verfügung stellen, als diese aus sich selbst heraus und durch ihre akademischen Kollegen gewinnen. Die Hermeneutik hingegen stellt den Empirikern Begriffe und Denkmuster zur Verfügung, mit denen diese die Voraussetzungen und Begrenztheiten ihres eigenen Verstehens bedenken können. So lehrt Empirie die Hermeneutik eine neue Weite des Forschens, und Hermeneutik die Empirie wissenschaftliche Demut. In einer Empirischen Bibelforschung können beide Aspekte einander begegnen und befruchten.

3. Empirische Bibelforschung

Die ersten empirischen Studien zur Bibellektüre sind seit den 1990er-Jahren vor allem im Bereich der Religionspädagogik und ohne Rückbezug auf die Empirische Literaturwissenschaft entstanden (Bucher 1990, Hermans 1990, Mendl 1997, Bee-Schroedter 1998, Ernst 2004, Roose / Büttner 2004; Fricke 2005). Größere Studien mit einem stärkeren Bezug zur Biblischen Exegese wurden ab der Jahrhundertwende von Dieckmann (2003a, 2003b, 2011), von Schramm (2008) und Strube (2009) erarbeitet.

3.1. „Lautes Denken“ und Bibelexegese bei Dieckmann (2003/2011)

Das erste Pilot-Projekt im Rahmen der Bibelwissenschaft, das Theorie und Methoden der Empirischen Literaturwissenschaft aufnimmt, hat 1998 bis 1999 Detlef Dieckmann durchgeführt (Dieckmann 2003b, 22). Gegenstand der Untersuchung waren die Lesereaktionen auf die sog. Geschichte von der Gefährdung der Ahnfrau in Gen 12,10-20 (→ Preisgabeerzählung). Dabei wurde eine Methode eingesetzt, die sich „Lautes Denken“ (think aloud) nennt (vgl. Trabasso / Suh) und die die Empirische Literaturwissenschaft bereits erfolgreich eingesetzt hatte. Dieses Verfahren umfasst die folgenden Schritte:

3.1.1. Vorbereitung des Textes. Zunächst wird der ausgewählte Text ca. zehn Rezipientinnen und Rezipienten mit der Bitte vorlegt, ihn zu lesen und durch waagerechte Striche in Sinnabschnitte einzuteilen. Dann wird der Text nach den mehrheitlich gewählten Abschnitten in lesefreundlicher Schriftgröße auf Karten gedruckt.

3.1.2. Qualitative Interviews. Nun erhalten die ausgewählten Interviewpartner Karten mit jeweils einem Abschnitt des fortlaufenden biblischen Textes und werden vom Interviewer gebeten, den Text nach Belieben laut oder leise zu lesen, um anschließend unmittelbar zu äußern, was ihnen dazu einfällt („Lautes Denken“). Falls nötig, werden sie vom Interviewer oder der Interviewerin zum Sprechen ermutigt, allerdings nie inhaltlich in eine bestimmte Richtung gelenkt. Die Äußerungen der Befragten werden akustisch aufgezeichnet, z.B. als mp3-Dateien. Dazu werden die wichtigsten soziodemografischen Angaben mit einem Fragebogen erhoben. Auf diesem Fragebogen notieren die Interviewten ein Pseudonym und erklären ihr Einverständnis, dass das transkribierte Interview unter diesem Alias veröffentlicht wird.

3.1.3. Transkription. Diese Interviews werden durch den Interviewer bzw. die Interviewerin verschriftlicht, vorzugsweise nach den Standards der halb-interpretativen Arbeits-Transkription HIAT (Ehlich / Rehbein). Dabei gibt es die Möglichkeit, nonverbale Informationen (z.B.: „die Interviewte lacht“) zu ergänzen. Das HIAT-Verfahren stellt die individuelle Redeweise (Dialekt, Umgangssprache) und Versprecher ebenso dar wie Redepausen, die durch Punkte dargestellt werden (. für eine Pause von einer Sekunde; .. für eine Pause von zwei Sekunden, … für eine Pause von 3 Sekunden usw.). Zehn Minuten eines Interviews benötigen etwa 70 Minuten Transkription.

3.1.4. Deutung der Interviews. Damit liegt das Material vor, das nun gedeutet werden kann. In welcher Weise dies geschieht, hängt von der Fragestellung des oder der Interpreten ab. Es besteht die Möglichkeit, jedes Interview einzeln zu betrachten oder Querschnitte zu bilden. In der Pilotstudie zu Gen 12,10-20 ging es um die Frage, welche Operationen Lesende bei der Rezeption des Textes durchführen. Dabei zeigte sich:

Die Rezipientinnen und Rezipienten bemühen sich generell intensiv, ein kohärentes Verständnis des Textes zu bilden.

Sie formulieren kognitive oder emotional-wertende Irritationen (Warum glaubt Abraham, er werde als Saras Ehemann, nicht aber als ihr Bruder erschlagen? Warum bestraft Gott den Pharao und nicht Abraham?).

Sie machen sich die Textteile durch Elaborationen verständlich, sichern sie im Gedächtnis und entwickeln Deutungen, indem sie Interpretamente einführen („Abraham flieht“, er begeht eine „Sünde“, es mangelt ihm an „Glauben“, Abraham „überredet“ Sara, nimmt schließlich einen „Tausch“ vor und „verkauft“ sie, Sara ist der „Augapfel Gottes“, die Schläge sind eine „Strafe“, Gott „erwählt“ Abraham), und indem sie Textwissen (aus Gen 12,10-20), Kontextwissen (z.B. Gen 12,1ff.) und Weltwissen („der Pharao hat einen Harem“) heranziehen.

Die Leserinnen und Leser lassen sich dadurch in das erzählte Geschehen verstricken und identifizieren sich mit Erzählfiguren (sie haben Verständnis für Abrahams Ausreise, wechseln in dessen Innensicht oder gehen davon aus, dass sie sich ähnlich verhalten hätten), projizieren ihre Emotionen auf die Akteure (Abraham hat „Angst“, er hat kein schlechtes Gewissen, der Pharao ist „sauer“, Abraham muss vor ihm „panisch“ sein), oder empfinden Mitleid (mit dem traurigen Abraham, mit dem geschlagenen Pharao).

Innerhalb der erzählten Welt füllen die Rezipientinnen und Rezipienten Leerstellen (z.B. nach der Vorstellung, dass nicht passiert ist, was nicht erzählt wird: Sara hat Abraham nichts geantwortet).

Sie formulieren Vermutungen (Sara steht dem Pharao wahrscheinlich „sexuell zur Verfügung“).

Sie nehmen Bewertungen vor (Abraham vertraut Gott nicht, er entfernt sich von Gott und geht in das „Reich der Sünde“, handelt gegen „Gottes Willen“, Abrahams Plan ist eine „gute Lösung“, bzw. Abrahams Plan geht von zweifelhaften Voraussetzungen aus, er macht sich einer „Lüge“ schuldig, ist gedankenlos gegenüber seiner Frau, die er „verleugnet“ und „preis“ gibt, ist „egoistisch“, „feige“, es ist „ungerecht“, dass Gott Pharao „bestraft“).

Sie formulieren Einstellungen (das Verhalten Abrahams gegenüber Sara ist „unmöglich“, das des Pharao ist „fies“, es ist „ärgerlich“, dass sich Abraham so bedienen lässt oder „ätzend“, dass Sara einfach so genommen wird) und entwerfen Alternativen, die oft als Präferenzen geäußert werden (Sara hätte sich gegen Abrahams Vorhaben wehren sollen, Abraham hätte Gott befragen und um Hilfe bitten können, Abraham hätte die Geschenke besser abgelehnt, Gott hätte besser Abraham geschlagen).

Oft wird dabei der Bibeltext in Wechselwirkung mit der Lebenswirklichkeit der Rezipientinnen und Rezipienten beleuchtet.

Die Einzelergebnisse dieser Studie gingen in eine exegetische Arbeit zu den drei Geschichten von der Gefährdung der Ahnfrau, des Landes, der Nachkommenschaft und des Segens in Gen 12,10-20, Gen 20 und Gen 26 ein (Dieckmann 2003a). Dabei wurden die Äußerungen der Interviewten gleichberechtigt neben die Auslegungen der bibelwissenschaftlichen Exegetinnen und Exegeten gestellt, um die These zu veranschaulichen, dass alle Deutungen letztlich auf grundlegende Operationen wie die oben aufgeführten zurückgehen.

Kohelet als 2. Beispiel. Dieckmann hat ferner 35 Interviews zu Pred 1, Pred 2 und Pred 3 durchgeführt und transkribiert sowie in eine exegetische Arbeit zum Buch → Kohelet einfließen lassen (Dieckmann 2012b). Die gesamten Interviews und Beitexte wurden für Zweitauswertungen veröffentlicht (Dieckmann 2012a). Bei diesem Projekt zeigte sich einmal mehr, wie groß die Bandbreite der Verständnisbildungen zu einem Text bei Alltagslesenden ist.

So äußert ein Rezipient etwa zu dem bekannten Text in Pred 3,1-8:

(5) Hm, das erinnert mich an. oder dis [räuspert sich] ich muss ja äh ähm an Trennung denken, also das ähm ähm getrennt wird zwischen zwischen verschiedenen Polaritäten .. bestimmte Wertigkeiten ähm. von’nander abgetrennt werden .. dass aber auch, ähm dass sozusagen dadurch die die äh eigene Lebenszeit strukturiert wird, durch das Machen von Unterschieden. und Bewertung von bestimmten Vorgängen (3) also. n Rhythmus und ein ähm Nacheinander.

Damit ist die gesamte Äußerung des Lesers zu Pred 3,1-8 wiedergegeben. Typisch an diesem Beispiel ist, dass die Leseraktionen oft sehr kurz und z.T. noch kürzer als die zitierte sind. Ebenfalls typisch ist, dass viele Rezipientinnen und Rezipienten den Inhalt des Textes abstrahieren, indem sie darin „Gegensätze“, „Polaritäten“ oder den „Rhythmus“ des Lebens dargestellt sehen.

Eine andere Rezipientin entwickelt eine deutlich ausführlichere Auslegung:

(12) Da kann man über jede einzelne Reihe kann man ’n ganzes Buch schreiben. (4) Und. wenn ich über alles nachdenke, über jeden über über jede einzelne Reihe nachdenke, dann bleibst du auf deinen ganzen andern Zetteln sitzen. .. [räuspert sich]. Es gibt „Zeit für jedes Vorhaben unter dem Himmel.“ (5) [lacht] Das ist so schön, weil wir immer sagen: Wir haben keine Zeit. Die Zeit läuft. Die Zeit rennt. Ich hab neulich in einem Brief geschrieben „Wo ist nur die Zeit geblieben, wo sind die Jahre geblieben. Wer jagt sie nur so, unsere Zeit.“ In einem Geburtstagsbrief hab ich das geschrieben. (4) Es gibt wirklich für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt’s Zeit. Das stimmt. „Zeit zu gebären und Zeit zu sterben.“ Hier muss ich. mich reinlächeln. Dieses hab ich (3) vor zehn Jahren ungefähr meiner Frauenärztin gesagt.. „Das Kinderkriegen hatte seine Zeit. Jetzt ist was anderes dran.“ (5) Da guckte sie mich ganz groß an. .. Was kommt nach’m Kinderkriegen? Was kommt nach’m Gebären? Und da steht hier „Zeit zu sterben“ und das macht, (3) lässt das Lächeln doch er-. starren. (12) Wir bringen Kinder zur Welt, .. weil wir wissen,. oder nicht wissen,. oder es nicht wissen wollen oder nicht wahrhaben wollen oder nicht gleich wahrhaben wollen, dass wir sterben müssen, aber um uns selbst. doch in den Kindern zu erhalten.. „Zeit zu gebären“ das ist so schön. War ’ne wunderbare Zeit. „Zeit zu pflanzen, Zeit auszureißen.“ Frühjahr und Herbst. .. Wenn man nur das Einfache nimmt. Im Garten pflanzen. .. Dann wächst es auf, und Unkraut wächst mit, und dann wird’s Unkraut weggerissen und dann. ist es nachher fertig, dann sind die Bohnen reif und zum Schluss werden sie dann auch, wenn sie abgeerntet sind, ausgerissen. „Zeit zu töten und Zeit zu heilen.“(10) Warum steht hier nicht Zeit-. naja, zum Ver- Zeit zu verletzen? „Zeit zu töten.“ Kann man den Tod noch heilen? (3) Wunden heilen, brauchen Zeit. (8) „Zeit einzureißen und Zeit zu bauen.“ Gehen meine Gedanken nach Ostpreußen oder Hinterpommern. Grad in Ostpreußen viel eingerissen, .. aber nicht wieder aufgebaut. (9) Aber manchmal müssen wir halt das wegreißen um Neues bauen zu können. .. Ja. „Zeit zu weinen und Zeit zu lachen.“ ist ganz wichtig. Ist ganz wichtig. Es gehört beides so eng zusammen. (5) Ja. Wie wenige Dinge im Leben. (4) Wer nicht richtig weinen kann, glaub’ ich, der kann auch nicht richtig lachen. (3) Und ich sag’ immer, weinen reinigt die Seele. Weinen befreit. Und lachen mach froh. „Zeit zu trauern und Zeit zu tanzen.“ .. Es gehört zusammen beides.. Weinen und lachen, trauern und tanzen. (5) Und der Ostpreuße nimmt beides zusammen. Er macht die Beerdigung zum Schluss zum Tanzfest. Wenn’s sein soll bei Siegfried Lenz in „So zärtlich war Suleyken“. „Zeit Steine zu werfen, Zeit Steine zu sammeln“ (11) weiß ich aus dem Zusammenhang nicht. Steine werfen, wegwerfen oder? Ich mein, Steine sammelt man vom Feld, damit das Korn gedeihen kann. Das ist ne harte Arbeit. gewesen, früher. (6) Man sammelt die Steine und schichtet sie zu Steinhaufen auf.. Steine werfen? Kann ich nichts mit anfangen. „Zeit sich zu Umarmen und Zeit,. das Umarmen zu meiden.“ (7) Das geht auch beides sehr gut zusammen. (5) Und wehe man verflacht diese beiden Sachen. .. Und verwässert sie. Wenn man jeden beliebigen umarmt und -. es muss ganz klar sein, wen man umarmt und wen man nicht umarmt. Wo- Wann es wofür Zeit ist. „Zeit zu suchen und Zeit verloren zu geben.“ (3) Ja, mocht’ man sich wirklich Zeit. .. Zeit nehmen, ja Zeit suchen, wo nehm’ ich die Zeit jetzt her, was lass’ ich sein und aber auch Dinge wo man sich drin (3) verausgabt hat und sagt, das war überflüssig.. Dann sagen, dass es vorbei ist. Aber ist verlorene Zeit. (4) „Zeit zu bewahren und Zeit, wegzuwerfen.“ .. Mhm. (5) Da fällt mir ganz schlicht einfach nur der Sammeltrieb ein. [lacht] Aufsammeln und dann irgendwann sagen, jetzt muss ich aber anfangen aufräumen und und und und wegwerfen. Und das kostet mehr Zeit als das Einsammeln.. „Zeit auseinander zu reißen und Zeit zusammenzunähen.“ (5) Das- ja. (8) In unsrer heutigen Zeit reißt man keine Kl- alten Kleider mehr auseinander und macht da neue von. Ich hab’. mit f- .. fünfzehn Jahren, fünfzehn Jahren mein erstes fertiges Kleid gekriegt. ..Vorher hat Mutter alles aufgetrennt, aus alten Sachen aufgetrennt und für mich dann neu genäht. Und das hat Zeit gekostet. .. „Zeit zu schweigen und Zeit Worte zu machen.“ (10) Wie heißt das, Schweigen ist Silber und Reden ist Gold, oder umgedreht. [lacht] Reden ist Silber und Schweigen ist Gold. Ja, ist wichtig, dass- wichtig, sich das vor Augen zu halten,. und .. in Weisheit schweigen zu können, aber auch in Weisheit. wissen, .. wann es gilt zu reden. .. „Zeit zu lieben und Zeit zu hassen.“ (8) Zeit zu lieben ist schön. Zeit zu hassen, wenn wir verdrängen, wir hassen keinen.. Aber ich (3) weiß von einem Gespräch. von zwei Männern, wo einer zum andern sagt: „Du kannst aber glühend hassen.“ „Nee“ sagte der andere, „ich hasse nicht. Das ist nur meine Meinung.“ „Nee“ sagt der, „das ist schon Hass.“(6) Es ist, (7) Hass ist ein scheußliches Wort und ist ’ne scheußliche Sache. (4) Müssen wir hassen? .. Brauchen wir Zeit zu hassen? Weiß ich nicht. ..„Zeit für den Krieg und Zeit für den Frieden.“ Brauchen wir Zeit für den Krieg? Brauchen wir nicht nur Frieden? (5) Wir brauchen keinen Krieg, aber wir leben in dieser Welt und es ist mehr Krieg auf dieser Welt jetzt, wie wie jemals irgendwann gewesen ist. [räuspert sich]. Und das ist schlimm. Das ist wirklich schlimm. .. Daher wollen wir,. muss, ja doch, muss man schon sehen, dass die Zeit für den Frieden mehr wird und die Zeit für den Krieg gering wird. (10) Diese ganze Zeitgeschichte spiegelt. das Leben wider. (7) Denn die Zeit umgibt uns.. Wir leben in der Zeit, wir leben mit der Zeit. (7) Und ich wünsch’ mir dass ich sie oft sinnvoller. ausbeute oder sinnvoller nutze. Aber auch Zeit haben, ebend die Zeit haben, auch. mal nichts zu tun, und dann merkt man erst, wie schön Faulsein ist. Und. es is’ [lacht] is’ ja gar keen Faulsein, das ist ja- bringt ja dann auch wieder ganz neue schöne Früchte.

Diese Transkription zeigt sehr deutlich, dass die Rezipientin den Text als relevant für ihr eigenes Leben betrachtet und ihn daher mit ihrer Lebensgeschichte auslegt und umgekehrt. In der exegetischen Arbeit von Dieckmann (2012b) wurden diese Leseraktionen dann zu der eigenen, philologischen Analyse und zu anderen akademischen Deutungen in Beziehung gesetzt.

Der Vergleich zwischen den traditionellen akademischen Exegesen und den empirisch erhobenen Lesereaktionen macht deutlich, inwiefern die Empirische Bibelforschung die nicht-empirische Exegese ergänzt:

● Während die akademische Exegese die Auslegungen einer sehr kleinen, stark spezialisierten gesellschaftlichen Gruppe wiedergibt, hat die Empirische Bibelforschung die Chance, die Lektüre von Menschen aus allen Milieus zu untersuchen.

● Präsentieren die professionellen Exegetinnen und Exegeten das reiflich überlegte Ergebnis ihrer Studien, so gewähren die empirischen Studien einen Einblick in ein sehr frühes Stadium des Verarbeitungsprozesses (vgl. auch Strube, 286).

● Haben die akademischen Auslegerinnen und Ausleger oft das Interesse, sich mit ihren Ergebnissen günstig in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu positionieren (etwa im Blick auf Gutachten, Rezensionen und Berufungschancen), so hängen für die Probandinnen und Probanden einer empirische Studie keine Arbeits- und Lebenschancen von ihren Äußerungen ab.

● Beeinflussen die professionellen Exegetinnen und Exegeten durch das Heranziehen von Sekundärliteratur einander stark, so entstehen die empirischen Interviews vollkommen unabhängig voneinander.

● Gibt die Sekundärliteratur die Leserergebnisse von Lehrenden wieder, die andere das Lehren oder Predigen lehren, so bieten die empirischen Studien die Chance, die Rezeption derer zu untersuchen, die in den Schulen und Gemeinden das Auslegen der Bibel lernen.

Diese Unterschiede machen deutlich, in welchem Maße die Empirische Bibelforschung den Untersuchungsbereich der Bibelexegese erweitern und eine Brücke zwischen der Exegese und der Praktischen Theologie schlagen könnte.

3.2. „Alltagsexegese“. Gruppenstudien bei Schramm (2008)

Wie Dieckmann, so plädiert auch Christian Schramm für eine Ergänzung der akademischen Bibelauslegung durch die Beschäftigung mit „den hermeneutischen Labors“ (Schramm, 20) der „Alltagsexegesen“. Schramm ist bisher der einzige, der in einem groß angelegten Projekt nicht die individuelle Lektüre, sondern zwölf Gruppendiskussionen zu biblischen Texten (Mt 5,38-48 und Mt 5,24b-34) untersucht hat. Die sanft, aber deutlich durch den Moderator gelenkten Gruppengespräche wurden nach einem einfachen Verfahren transkribiert, das überlappende Äußerungen in mehreren Spalten aufwies. Bei der Auswertung stellte Schramm fest:

● Die Gruppen bringen die Texte mit ihrer Lebenswelt in Verbindung, indem sie z.B. den Alltag oder die Gesellschaft mithilfe des Bibeltextes kritisieren oder umgekehrt den Text aus der Sicht des eigenen Alltags kritisch betrachten.

● Nachdem die Gruppen den Text wahrgenommen haben, gehen sie sehr frei mit ihm um: Sie wählen als interessant bzw. relevant empfundene Stellen aus, formulieren um, kombinieren Elemente neu bzw. stellen sie um und spielen zusätzliches Material ein (Schramm, 476).

Bei alledem, so Schramm, erweise sich „der methodische Werkzeugkasten alltagsexegetischer Gruppen prall gefüllt“ (ebd. 481). Zu der Arbeit Schramms vgl. ausführlicher Dieckmann 2010.

3.3. „Praktische Exegese“. Intensivinterviews bei Strube (2009)

Sonja Strube dagegen untersucht die „Alltagsbibellektüre“ (Strube, 23) wie Detlef Dieckmann mit Einzelinterviews. Sie verwendet dazu die in den Sozialwissenschaften anerkannte Methode der qualitativen Leitfadeninterviews und stellt nach der Lektüre des ausgewählten Textes (Joh 11 in der Fassung der Einheitsübersetzung) den zehn Rezipientinnen und Rezipienten folgende Fragen:

1. Bitte lesen Sie sich den Text durch. Wenn Ihnen schon beim Lesen irgendwelche Gedanken, Ideen[,] Eindrücke, Gefühle auf der Zunge liegen, äußern Sie diese einfach spontan. Das darf ruhig auch zusammenhanglos sein, so als würden Sie mit sich selbst reden. Wenn es für Sie nicht hinderlich ist, können Sie den Text auch gerne laut oder halblaut lesen.

2. Was geht Ihnen jetzt (= nach dem Lesen) spontan durch den Kopf? Was fällt Ihnen spontan zum Text ein?

3. Unterstützende Fragen zum kognitiven Textverstehen: Was ist Ihnen am wichtigsten an diesem Text? Was sind die wichtigsten Aussagen des Textes? Gibt es eine Person / Figur, in die Sie sich besonders gut hineinversetzen können? Warum?

4. Unterstützende Fragen zum emotionalen Zugang: Löst die Erzählung bei Ihnen Gefühle aus? Erinnerungen? Sind beim Lesen Bilder vor Ihrem geistigen Auge entstanden? Gibt es etwas, das Ihnen an dieser Erzählung besonders gut gefällt? Gibt es etwas, das Ihnen gegen den Strich geht?

5. Unterstützende Frage zur Wirkung des Textes: Fühlen Sie sich vom Text persönlich angesprochen? Wie wirkt der Text auf Sie?

6. Unterstützende Fragen zum kognitiven Zugang über Nichtverstehen: Erscheint Ihnen an diesem Text etwas unklar oder fragwürdig? Was würden Sie gerne noch über den Text erfahren?

7. Würden Sie bitte in zwei bis drei Sätzen zusammenfassen, was für Sie die wichtigste Aussage des Textes ist?

8. Reflektierende Frage zum Lese- und Verstehensprozess: Können Sie beschreiben, was in Ihnen beim Lesen vorgegangen ist und wie Sie beim Lesen vorgegangen sind, um den Text zu verstehen?

Diese Fragen bieten eine differenzierte Anleitung zur Selbst-Exploration der Lesenden. Zunächst hat Strube die Textlektüren der zehn Probandinnen und Probanden je für sich und im Quervergleich mit einem eigenen, an die Inhaltsanalyse angelehnten Verfahren untersucht. Danach betrachtet sie mit denselben Methoden (!) eine Reihe von fachwissenschaftlichen Exegesen und stellt dabei fest:

● Während sich die Alltagsexegetinnen und Alltagsexegeten für die „lebenspraktische Relevanz“ der Texte interessieren, spielt diese Dimension in den schriftlichen Äußerungen der professionellen Exegeteninnen und Exegeten keine Rolle (Strube, 287).

● Die wissenschaftlichen Exegesen sind deutlich homogener als die Alltagsbibellektüren (Strube, 312).

● Sowohl die Alltagslesenden als auch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich der Mehrstufigkeit der Textentstehung bewusst (Strube, 338) und entwickeln „bildlich-übertragende Deutungsmuster (Strube, 339).

● Die Fachexegetinnen und Fachexegeten zeigen nach Strube einen „Hang zur Fixierung auf die Frage nach der bewussten Autorenintention“, wohingegen sich die Alltagslesenden bewusst sind, dass sie die Autorenintention nicht kennen (Strube, 344) und den eigenen Textzugang nicht mit der Verkündigungsabsicht des Textes verwechseln (Strube, 373): „Die interviewten LeserInnen grenzen den Geltungsbereich ihrer Deutungen immer wieder klar ein und schützen den Text vor Übergriffen ihrer eigenen Erfahrung, indem sie deutlich zwischen Textaussage und eigenen Lebenserfahrung unterscheiden (Strube, 362).

Diese Erkenntnisse münden darin, dass Sonja Strube die Entwicklung eines neuen Fachgebietes zwischen biblischer Exegese und Praktischer Theologie fordert, das sie „Praktische Exegese“ nennt. In einer solchen Praktischen Exegese sieht Strube die Chance, die entscheidende Dimension des Bibelverstehens nicht mehr nur „theoretisch und spekulativ am Schreibtisch“ zu erarbeiten, sondern an ihrem Ursprung aufzusuchen, „an ihren Entstehungsorten, in Gemeinden und anderen Gruppen, in Schulen, Liturgien etc.“ (Strube, 401). Diese „Praktische Exegese“, so Strube, „muss wesentlich eine […] hörende Forschung sein, und sie wird deshalb eine empirische, wo möglich qualitative sein“ (Strube, 401).

4. Chancen und Grenzen der Empirischen Bibelwissenschaft

Die drei vorgestellten Ansätze von Empirischer Bibelforschung machen deutlich, dass dieser neue Forschungszweig der (rezeptionsorientierten) Exegese sowohl auf der hermeneutischen als auch auf der philologischen und sozialen bzw. anwendungsbezogenen Ebene neue Möglichkeiten eröffnet:

● Auf der hermeneutischen Ebene lehrt die Empirische Bibelforschung die professionelle Exegese eine neue Bescheidenheit: Durch die Eröffnung eines neuen, unermesslich großen Untersuchungsraums können die Exegetinnen und Exegeten erkennen, dass sie sich an ihren Schreibtischen, auf den Tagungen und an den Universitäten oft in einem klar begrenzten, recht engen Verstehensraum bewegen.

● Auf der philologischen Ebene ergibt sich die Chance, die Deutungen der Alltagsexegeten mit denen der akademischen ins Gespräch zu bringen, sodass beide Seiten von neuen Perspektiven profitieren.

● Auf der sozialen und der anwendungsbezogenen Ebene ermöglicht die Empirische Bibelforschung bzw. „Praktische Exegese“ (Strube, 401) einen neuen Brückenschlag zwischen der akademischen und der Alltags-Exegese. Wenn die Lektüren der Alltagsexegeten bereits neben denen der professionellen Exegeten in die Bibelwissenschaft eingehen, dann muss jener Graben zwischen der universitären Exegese und der schulischen und gemeindlichen Arbeit mit der Bibel, der oft ab dem Vikariat oder dem Referendariat mühsam überbrückt werden muss, gar nicht erst entstehen.

Hatte Martin Luther das Bibellesen demokratisiert, so bietet die Empirische Bibelforschung nun die Chance, auch die Bibelauslegung zu demokratisieren.

Doch gleichzeitig sind auch die Nachteile der Empirischen Bibelforschung nicht zu übersehen. Der größte Nachteil besteht in dem höheren Aufwand dieses Forschungsansatzes. Während sich eine Bibelauslegung aufgrund der eigenen Lesereaktionen und denen der Kolleginnen und Kollegen aus der Fachliteratur mit einem überschaubaren Zeit- und Mitteleinsatz entwickeln lässt, benötigt eine empirische Studie, selbst wenn es nur eine qualitative ist, eindeutig mehr personelle Ressourcen, die in einem geisteswissenschaftlichen Fach anders als in naturwissenschaftlichen Fächern gar nicht vorgesehen sind.

Ein weiterer Nachteil besteht in weitverbreiteten Ressentiments gegenüber empirischer Forschung sowie in der Angst vor dem Machtverlust der professionellen Exegetinnen und Exegeten, die bisher eine gewisse Monopolstellung hinsichtlich der Bibeldeutung innehatten.

Bislang steht die Empirische Bibelforschung erst ganz am Anfang. Welches Potenzial sie entfalten kann, wird sich zeigen, sobald dieser Ansatz in größeren Projekten erprobt worden ist.

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