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Lexikon

Bet-Schean

Andere Schreibweise: Bet Schean ; Bet-Shean ; Bet Shean ; Bet-Sean ; Bet Sean ; Beth-Schean ; Beth Schean ; Beth-Shean ; Beth Shean ; Beth-Sean ; Beth Sean

Klaus Koenen

(erstellt: Sept. 2006)

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Bet-Schean ist eine Stadt im nördlichen Jordangraben (→ Bucht von Bet-Schean). In der Späten Bronzezeit war hier eine ägyptische Garnison stationiert.

1. Lage

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Karte zur Lage von Bet-Schean.

Bet-Schean liegt in einem fruchtbaren, wasserreichen Tal an einem strategisch wichtigen Ort: Die wichtige Nord-Süd-Straße durch das Jordantal kreuzt hier die Ost-West-Route, die durch die Ebenen, insbesondere die Jesreel-Ebene führt und über eine wichtige Jordan-Furt östlich von Bet-Schean die schnellste Verbindung zwischen der Küstenstraße und der transjordanischen Königsstraße herstellt.

Tell el-Höṣn [Tell el-Hösn], mitten im heutigen Bet-Schean gelegen, ist mit 4 Hektar zwar nicht besonders groß, imponiert aber dadurch, dass er weithin sichtbar 55 m steil aus der Ebene ragt und damit der höchste Tell Israels ist (Koordinaten: 1977.2124; N 32° 30' 15'', E 35° 30' 10''; 105 m unter Meeresspiegel). Allerdings entfallen nur etwa 15 m auf Kulturschutt. Die übrigen 40 m des Hügels entstanden dadurch, dass der Fluss Ǧālūd [Galud] (hebr. → Harod) nördlich und südlich des Tells tiefe, steile Täler in den weichen Boden gegraben hat, den Hügel aber zwischen den beiden Flussbetten stehen ließ.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

Abb. 2 Tell el-Höṣn.

Noch bis ins 20. Jh. lag der Tell zwischen einem nördlichen und einem südlichen Wasserlauf. Heute gibt es nur noch den nördlichen Fluss, der ganzjährig Wasser führt und für die Fruchtbarkeit des Ortes wichtig ist. An seinem Süd-Ufer liegt der Tell, an seinem Nord-Ufer der alte Friedhof der Stadt. Man bestieg den Tell von Nordwesten, wo er am wenigsten steil ist. Das Plateau des Tells unterteilt sich in eine nördliche und eine etwas höher gelegene südliche Hälfte. Auf dieser südlichen Hälfte lagen einst die Zitadelle und diverse Tempel, und deswegen konzentrierten sich die Ausgrabungen auf dieses Gebiet. Das gesamte Plateau war dagegen nur in der Frühen Bronzezeit I sowie in hellenistischer (?), byzantinischer und arabischer Zeit besiedelt.

2. Name

2.1. Erste Erwähnungen

Ob jśjnw in den älteren und jüngeren Ächtungstexten (e 13-15; f 14; E 3) tatsächlich auf (Bet) Schean mit Präformativvokal zurückgeht (Görg 1974, 65-69), ist fraglich, da der Tell zu dieser Zeit nach dem Grabungsbefund nicht besiedelt war (s.u.).

Die erste sichere Erwähnung findet sich erst in der Eroberungsliste → Thutmosis’ III. im Amun-Tempel von Karnak. btš’r (Nr. 110) erscheint als einer der Orte, die nach der Schlacht von → Megiddo (1468 v. Chr.) eingenommen wurden.

In einem → Amarnabrief, den der Jerusalemer Stadtfürst → Abdi-Chepa an Pharao → Amenophis IV. schrieb (14. Jh. v. Chr.), wird bit-šani als Truppenort erwähnt (EA 289,20; TUAT II, 514ff; Text Amarna-Briefe).

Die Ortsliste Sethos’ I., die nicht nur am Amun-Tempel von Karnak überliefert ist, und die in Bet-Schean gefundene Stele Sethos’ I. (s.u.) beziehen sich auf einen Feldzug im ersten Jahr des Pharao (wohl 1290 v. Chr.). Sie nennen btšr mit anderen Orten der Umgebung von Bet-Schean.

Papyrus Anastasi I (13. Jh. v. Chr.), der von einem Wettstreit zwischen zwei Freunden zeugt, die mit ihrem Wissen prahlen und den anderen durch schwierige Fragen blamieren wollen, nennt im Rahmen landeskundlicher Fragen neben Rechov auch Bet-Schean (22,8; CScr III,12; Texte aus Ägypten).

Die Eroberungsliste → Scheschonqs I. aus Karnak, die sich auf den Feldzug von 926 v. Chr. bezieht, nennt als Nr. 16 btšnr (Texte aus Ägypten).

Die Erwähnungen zeigen wie die Grabungen, dass Bet-Schean vom 15. Jh. an, vor allem aber im 13. Jh. v. Chr. ein bedeutender ägyptischer Stützpunkt in Palästina war.

2.2. Etymologie

Bet-Schean oder Bet-Schan (בֵּית שְׁאָן bêt šə’ān Jos 17,11 u.ö.; בֵּית שָׁן bêt šān 1Sam 31,10 u.ö.) heißt „Haus des / der Schean / Schan“, doch was š’n / šn bedeutet, ist seit der Antike umstritten.

Euseb (Onomasticon 54,10; Text Kirchenväter 3) leitet den Namen von śn’ „hassen“ ab und übersetzt „Haus des Feindes“. Der russische Abt Daniel betrachtet Bet-Schean in seinem Wallfahrtsbericht 1106/1108 n. Chr. als Hauptstadt des nach seinem Verständnis gleichnamigen, geheimnisvollen Königreichs Baschan. Johannes von Würzburg versteht den Namen in seiner Beschreibung des Heiligen Landes von 1165 n. Chr. als „Haus der Sonne“ (Tobler, 114), der rheinische Pilger Theodericus als „Haus Gottes“ (Libellus de locis sanctis, XLIV).

Wissenschaftlich gesehen kann man bei š’n angesichts von Bildungen wie → Bet-El „Haus Els“ an den Namen einer Gottheit denken. Der in die Diskussion gebrachte Gott Schachan kommt jedoch kaum in Frage, zum einen aus philologischen Gründen (ch wird nicht Alef; die Schreibung des Gottes als Šan beruht auf der Verlesung eines Keilschrifttextes), zum anderen weil Schachan eine unbedeutende, lokale Gottheit der altbabylonischen Zeit ist, die wohl nicht bis Palästina gewirkt hat.

In den gut belegten, alten, hieroglyphischen Transkriptionen btš’r, btšr und btšnr geht r bzw. nr wohl auf ein im Ägyptischen nicht vorhandenes l [= Buchstabe L] zurück. In ägyptischen Wiedergaben semitischer Begriffe beruht r nämlich, sofern es nicht auf ein semitisches r zurückgeht, in der Regel auf l, nur selten auf n. Dagegen beruht nr auf l, seltener auf r, jedoch nie auf n (J.E. Hoch, Semitic Words in Egyptian Texts, 1994, 435 [und Nr. 485]). Der Ort dürfte demnach ursprünglich nicht bt š’n, sondern bt š’l geheißen haben, was wohl im Sinne von bêt šə’ol zu verstehen ist. Da es sich bei „Scheol“ kaum um den Namen des Gottes der Unterwelt handelt – jedenfalls ist „Scheol“ so nicht belegt –, bedeutet bêt šə’ol wohl „Nekropole“, ein Name, der unter dem Eindruck des sehr alten Nord-Friedhofs (s.u.) entstanden sein mag. Erst sekundär entwickelte sich aus diesem Namen der Euphemismus Bet-Schean / Bet-Schan „Haus der Ruhe“ (< šnh „schlafen“), der zuerst in der akkadischen Transkription bit-šani (EA 289,20; s.o.) begegnet (Seebass 1979, 170f).

Davon, dass bei Schean in den ägyptischen Transkriptionen ein Gottesdeterminativ steht, kann keine Rede sein. Nur in Papyrus Anastasi I (s.o.) finden sich die umkehrenden Beine als Determinativ, wie der Papyrus sie sonst – eine merkwürdige Eigenart dieser Handschrift – bei El verwendet (Görg, 64f).

In römischer Zeit erhielt die Stadt den zuerst bei dem griechischen Historiker Polybius (2. Jh. v. Chr.) erwähnten Namen Skythopolis oder Skythopolis-Nysa. Nach der arabischen Eroberung kehrte man mit Bēsān [Besan] zum alten Ortsnamen zurück. Tell el-Höṣn [Tell el-Hösn] ist der moderne arabische Name des Tells. Er bedeutet „Hügel der Festung“.

3. Identifikation

Nach Papyrus Anastasi I muss Bet-Schean in der Nähe des Jordan, nach 1Sam 31 im Umland des Gebirges → Gilboa gelegen haben. Der arabische Ortsname Bēsān [Besan] legte die Identifikation mit Tell el-Höṣn [Tell el-Hösn] nahe. Sie wurde zur Gewissheit, als man dort eine Stele fand, die → Mekal als den Stadtgott von Bet-Schean vorstellt.

4. Alttestamentliche Notizen

Im Alten Testament hören wir von Bet-Schean nicht viel, vor allem jedoch Widersprüchliches im Blick auf die Besitzverhältnisse. Die meisten alttestamentlichen Nachrichten wären zudem, wenn sich die kurze Chronologie (s.u.) als richtig erweisen und Bet-Schean im 11. Jh. unbesiedelt gewesen sein sollte, historisch nicht zutreffend.

Nach Jos 17,11 lag Bet-Schean im Gebiet des Stammes Issachars, allerdings sollte die Stadt dem Stamm Manasse gehören. Der konnte sie nach Jos 17,12.16; Ri 1,27 jedoch nicht erobern und so gehörte sie de facto den „Kanaanäern“, die über eine starke Streitwagentruppe verfügten.

Aus 1Sam 31,10.12; 2Sam 21,12 hat man geschlossen, dass hier zur Zeit → SaulsPhilister lebten, da diese nach ihrem Sieg über Sauls Truppen die Leichen des Königs und seiner drei gefallenen Söhne an der Stadtmauer Bet-Scheans aufgespießt haben. Archäologisch lassen sich in Bet-Schean jedoch weder die Philister noch eine Stadtmauer nachweisen (s.u.).

Zur Zeit Salomos gehörte Bet-Schean nach der Liste der Regionalfürsten Israels in 1Kön 4,7ff fest zu Israel, und zwar zu einem Bezirk, der sich von der Jesreel-Ebene bis nach Bet-Schean erstreckte (1Kön 4,12). Auch wenn es sich bei der Liste um eine alte Quelle handeln mag, bleibt fraglich, ob v12b ursprünglich ist und das Gebiet des 5. Fürsten nicht erst redaktionell bis zum Jordan ausgeweitet worden ist.

5. Geschichte

Tabelle: Die Stratigraphie von Bet-Schean.

Tabelle: Die Stratigraphie von Bet-Schean.

Bet-Schean war vom späten Neolithikum bis ins Mittelalter fast durchgehend besiedelt. Über die Frühzeit (Neolithikum – Frühe Bronzezeit) ist wenig bekannt, jedoch erreichen die Schuttschichten dieser Epochen immerhin eine Höhe von 8,5 m und zeigen damit, wie intensiv der Ort schon damals besiedelt war. Im Kontext der sog. Pax Romana wurde der größte Teil der Stadt – wie an anderen Orten – vom schützenden Hügel in die leichter zugängliche Ebene verlegt. Auf dem Tell selbst hat man über 18 Schichten festgestellt.

5.1. Grabungsgeschichte

Aus: A. Mazar, Four Thousand Years of History at Tel Beth-Shean, BA 60 (1997), 62-76, 64

Abb. 3 Arealplan von Tell el-Höṣn.

Von 1921-1933 haben Amerikaner der University of Pennsylvania auf Tell el-Höṣn [Tell el-Hösn] und dem Friedhof jenseits des Flusses unter wechselnder Leitung umfangreiche Grabungen durchgeführt (1921-1923 C.S. Fisher; 1925-1928 A. Rowe; 1930/33 G.M. FitzGerald). Dabei wurden auf dem Tell alle Schichten oberhalb der Späten Bronzezeit fast vollständig abgeräumt. Für die ältesten Schichten beschränkte man sich auf einen schmalen Graben, der bis auf den Fels ging. 1983 führten Y. Yadin und S. Geva eine kurze Kampagne durch, und von 1989-1996 leitete A. Mazar erneut umfangreiche Grabungen.

Zur Zeit der ersten Kampagnen steckte die Grabungsmethodik noch in den Kinderschuhen. So konnte es passieren, dass Keramik, die – wie heute deutlich ist – aus verschiedenen Epochen stammt, einem einzigen Stratum zugewiesen wurde. Die Keramik von Str. IX stammt z.B. aus allen Epochen der Späten Bronzezeit. Zudem hat die Aufarbeitung der Funde zu neuen Datierungen geführt. Aufgrund von Inschriftenmaterial, z.B. Skarabäen, datierte Rowe Str. IX in die Zeit → Thutmosis’ III., Str. VII in die Amenophis’ III., Str. VI in die Sethos’ I. und Str. V in die → Ramses’ III. Da Skarabäen jedoch vererbt wurden und deswegen sehr lange in Gebrauch sein konnten, sind sie für die Datierung eines Stratums, was den terminus ad quem angeht, ungeeignet. Gegenüber den älteren Ansetzungen hat Frances James deswegen unter stärkerer Berücksichtigung der Keramik eine spätere Datierung etablieren können.

Die neueren Grabungen führten dazu, dass manche Schichten geteilt werden mussten. Mazar (1997, 62-76) unterscheidet mehr als 18 Schichten, die er nach einem eigenen System benennt. Dabei ist zu beachten, dass er die Benennung seiner Schichten bzw. die Zuordnung zur älteren Stratigraphie innerhalb des Publikationszeitraums geändert hat (z.B. wurde R3 zu R2).

5.2. Neolithikum (5. Jt.)

Aus der Zeit vor Str. XVIII stammen einige in den Fels geschlagene Gruben, die wohl überdacht waren und der Behausung dienten. In ihnen lagen Scherben des keramischen Neolithikums, z.B. solche der Jarmuk-Kultur. Zu Str. XVIII rechnet man die ersten, zum Teil schon über die Gruben laufenden Mauern aus Steinen oder Lehmziegeln.

5.3. Chalkolithikum (Str. XVII; 4. Jt.)

Aus dieser Zeit wurden nicht nur auf Tell el-Höṣn [Tell el-Hösn] Siedlungsreste gefunden, sondern auch an fünf weiteren Stellen innerhalb des heutigen Stadtgebiets.

5.4. Frühe Bronzezeit

Während der Frühen Bronzezeit gab es auf Tell el-Höṣn [Tell el-Hösn] Siedlungen ohne Stadtmauer, in der Frühen Bronzezeit I auch auf dem nördlichen Teil des Plateaus.

5.4.1. Frühe Bronzezeit I – die erste deutliche Wohnbebauung (Str. XIII-XVI; M2-3; 34.-30. Jh.)

Str. XVI bietet die erste deutliche Wohnbebauung. Ein Haus aus Lehmziegeln ist in zwei Räume unterteilt. Der größere misst 4 x 3,5 m. Man hat den Bau oft als Apsidialhaus charakterisiert, angesichts der geschwungenen Mauerverläufe lässt er sich jedoch keinem Haustyp zuordnen (Braun 1989, 5). Zu den Funden gehören die für die Zeit typischen Axtblätter aus Bronze.

Mit Str. XIV (= M3) beginnt man, die Lehmziegelmauern auf Steinfundamente zu setzen. Aus der Spätzeit der Frühen Bronzezeit I stammt ein großes, öffentliches Gebäude, dessen Reste in Areal M zu sehen sind. Die über 1 m dicken Lehmziegelmauern standen noch über 1 m hoch. In dem Bau fällt ein innen 6,5 x 8,3 m großer Raum mit verputzten Wänden, umlaufenden Bänken aus Ziegeln und einer runden Nordwest-Mauer auf. Das Dach ruhte auf 14 Holzpfeilern mit in den Boden versenkten Steinsockeln. Nach den Kleinfunden wurden hier Lebensmittel verarbeitet und gelagert. Bis zur ausgehenden Frühen Bronzezeit I wurden an dem Gebäude mehrfach Änderungen und Reparaturen vorgenommen.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2001)

Abb. 4 Bauten der Frühen Bronzezeit in Areal M.

Nach der gewaltsamen Zerstörung der Siedlung errichtete man im Übergang von der Frühen Bronzezeit I zur Frühen Bronzezeit II (Str. XIII = M2) zum Teil unter Aufnahme alter Mauerlinien neue Gebäude, die jedoch nur schlecht erhalten sind. Ein Rundbau aus Ziegelsteinen ist angesichts seiner Größe (ca. 20 m Durchmesser; 1 m Wandstärke) wohl als öffentliches Gebäude zu verstehen. Die Frühe Bronzezeit II ist in Bet-Schean kaum vertreten.

5.4.2. Frühe Bronzezeit III – eine Zeit dichter Besiedlung (Str. XIB-XIII / R7-12 / M1; 27.-24. Jh.)

Der Tell und seine Umgebung waren dicht besiedelt. Auf dem Tell belegt dies ein Straßenzug mit Häusern auf beiden Seiten. Chirbet el-Kerak-Ware ist für diese Schicht typisch. Innerhalb der Schicht will Mazar fünf Phasen unterscheiden, die z.B. durch unterschiedliche Fußböden markiert sind.

5.5. Mittlere Bronzezeit

5.5.1. Intermediate Bronze Age – geringe Spuren (Str. XIA / R6; 23.-21. Jh.)

Die Übergangsphase von der Frühen zur Mittleren Bronzezeit ist auf dem Tell selbst kaum vertreten, und es hat wohl nur eine kurzzeitige oder saisonale Siedlung aus Hütten und Zelten gegeben. Auf dem Friedhof nördlich des Tells stammen aus dieser Zeit allerdings einige Dutzend Schachtgräber mit 1-5 Kammern.

5.5.2. Mittlere Bronzezeit I-IIA – eine Siedlungslücke (20.-18. Jh.)

Die Epoche ist auf dem Tell nicht vertreten, denn ein im Bereich der Nische des Tempels von Str. IXB (s.u.) gefundener Skarabäus mit dem Namen Sesostris’ I. (1971-1926 v. Chr.) ist kein hinreichender Beleg für eine Stadt zur Zeit der Ächtungstexte (s.o.). Auch auf dem Friedhof hat man nur ein einziges Grab aus dieser Zeit gefunden. Es ist ein Schachtgrab (Nr. 92), das wie viele der dortigen Gräber aus dem Intermediate Bronze Age stammt, jedoch bis in römische Zeit wiederverwendet wurde. In ihm hat man in der Mittleren Bronzezeit IIA einen Krieger mit seinen Waffen beigesetzt (Schnabelaxt, Speer, Dolch, Pfeilspitzen).

5.5.3. Mittlere Bronzezeit IIB – eine unbedeutende Siedlung (Str. X / R3-5; 17.-16. Jh.)

Bet-Schean besaß keine Stadtmauer, schon gar nicht eine für die Zeit typische mächtige Befestigungsanlage. Überhaupt gab es hier nur in der späten Mittleren Bronzezeit IIB eine unbedeutende Siedlung, deren Häuser im südlichen Bereich der Kuppe in den Arealen R und M zutage traten, u.a. ein großes Zentralhofhaus. Trotzdem werden mehrere Phasen unterschieden. Eine Straße erhielt sechsmal einen neuen Belag und erhöhte sich dadurch um mehr als 1 m; anliegende Häuser wurden mindestens dreimal umgebaut. Gräber mit reichen Beigaben (Schnabelaxt; Skarabäen) fanden sich auf dem Friedhof. Auf dem Tell waren in Häusern mehrfach Babys und Kinder in Vorratskrügen bestattet worden. Aus der letzten Phase der Mittleren Bronzezeit IIB (R3) hat man eine Fülle sog. „Chocolate on White“-Keramik gefunden.

5.6. Späte Bronzezeit

5.6.1. Späte Bronzezeit IA – der erste Tempel (Str. R2; 15. Jh. v. Chr.)

Aus: A. Mazar, Four Thousand Years of History at Tel Beth-Shean, BA 60 (1997), 62-76, 67

Abb. 5 Der Tempel der Späten Bronzezeit IA (Stratum R2).

Ein unter dem Hof der Tempelanlage von Str. IX (s.u.) gefundenes, mehrräumiges, außen 14,6 x 11,7 m großes Gebäude aus Lehmziegeln mit weißem Verputz wird aufgrund seiner Installationen als Tempel gedeutet (Zwickel 1994, 171f) und ist im Grundriss in Areal R noch zu erkennen. Von Süden betrat man zunächst einen breiten Vorraum (3,2 x 9 m). Ganz rechts führte ein Durchgang zum Hauptraum (5,6 x 7,3 m) mit einer Depositbank an der Ost- und einem Teil der Nord-Wand sowie abgestuften Podien an Süd- und West-Wand. In der Südwest-Ecke waren auf dem Podium ein runder Stein (50 cm Höhe und Durchmesser) und ein Loch, in dem nach der Darstellung der Ausgräber eine Holzsäule gesteckt hat. Im Norden schloss sich ein dritter, trapezförmiger Raum mit umlaufender Depositbank an (2-2,3 x 7,8 m), wohl das Allerheiligste. Westlich von Haupt- und Schlussraum lag ein nur von außen zugänglicher Nebenraum. In dem Tempel fand man zwei Skarabäen und das Bein einer Bronzefigurine.

5.6.2. Die ägyptische Garnisonsstadt der Späten Bronzezeit (Str. VIB-IXB; 15.-12. Jh.) - Einführung

In der Zeit des → Neuen Reichs (1550-1070 v. Chr.) wird Bet-Schean ein bedeutender Ort. Nach seinem Sieg in → Megiddo 1468 v. Chr. hat → Thutmosis III. im Zuge weiterer Eroberungen auch Bet-Schean eingenommen und zu einem Stützpunkt ausgebaut, nach → Gaza dem wichtigsten in Palästina. Deswegen stoßen wir hier auf die höchste Konzentration ägyptischer Funde außerhalb Ägyptens. Besonders hervorzuheben sind die beschrifteten Funde. Es sind königliche Monumentalstelen, private Votivstelen und viele Architekturfragmente.

Die Ägypter haben Bet-Schean sicher wegen seiner verkehrstechnischen und der damit verbundenen strategischen Bedeutung zu ihrem Zentrum gemacht, vielleicht aber auch weil sie hier auf die ihnen vertraute Bewässerungswirtschaft mit Kanalsystem stießen. Sie haben auf dem Plateau keine ausgedehnte Siedlung errichtet, sondern nur 1,2 Hektar auf der höheren, südlichen Hälfte bebaut. Hier stand vermutlich nicht mehr als das Hauptquartier mit Verwaltungsgebäuden und den Wohnungen der Offiziere und Soldaten. Schon bald hat man hier auch ein Heiligtum gebaut, an dessen Stelle später – dem Gesetz der Heiligkeit des Ortes folgend – weitere Tempel standen (Str. XI-VI). Nach den ägyptischen Dynastien lässt sich die Späte Bronzezeit grob in drei Phasen unterteilen, die je zwei Unterphasen haben und zur Zeit des Untergangs einer Dynastie mit einer Zerstörung enden (Str. IXA/B: 18. Dyn. ab → Thutmoses III. [1450-1300]; Str. VIII/VII: 19. Dyn [13. Jh.]; spätes Str. VII/VIB: 20. Dyn [12. Jh.]).

5.6.3. Späte Bronzezeit IB – eine große Tempelanlage (Str. IXB / R1b; 1450-1400 v. Chr.)

Aus: W. Zwickel, Der Tempelkult in Kanaan und Israel (FAT 10), Tübingen 1994, 175, Abb. 36

Abb. 6 Der Tempel von Stratum IX.

Nach dem Verfall des älteren Tempels wurde der Ort durch Aufschüttung für eine neue Tempelanlage geebnet (Bereich von Areal R). Diese betrat man von Osten durch einen langen und breiten Eingangskorridor (1238) am Süd-Rand des Tells, ungefähr dort, wo heute der Treppenaufgang das Plateau erreicht.

An der Süd-Seite des Korridors fanden sich die Reste einer scheinbaren Doppel-Mauer. Die Mauer gehörte jedoch weder zu einem Stadttor noch zu einer Kasemattenmauer, sondern war Teil eines größeren, im Süden erodierten Gebäudes, vielleicht des neben dem Tempel liegenden Palastes. Einer der Räume zwischen den beiden Mauern erwies sich nämlich als ein verputztes Bad mit Zu- und Abflusskanälen.

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 7 Löwenrelief.

In diesem Kontext hat man am Süd-Rand des Tells ein 72 x 92 cm großes Basaltrelief gefunden, das zwei Szenen mit einem Löwen und einer Löwin zeigt (Letztere hat man trotz der eindeutigen hinteren Pranken im unteren Bild oft für einen Hund gehalten). Dargestellt ist vielleicht kein Kampf zwischen den Tieren, sondern das Liebesspiel vor und nach dem Koitus. Aufgrund stilistischer Beobachtungen hat Galling (1967, 125ff) das Relief ins 8. Jh. datiert und angenommen, dass man es in späterer Zeit den Hang heruntergestürzt hat und es so in den Kontext von Str. IXB gelangt sei. Doch unter welchen Umständen soll ein derartiges Relief in einer Zeit nach Bet-Schean gelangt sein, in der der Ort allenfalls eine ärmliche Siedlung war (s.u.)?

An der Nord-Seite des Korridors lag zunächst ein Hof, der keine direkte Verbindung zum Tempel hatte (1329/1333). In der Mitte befand sich ein um 70 cm vertieftes Feuerbecken mit ca. 2 m Durchmesser. Vielleicht diente das Feuer der Metallverarbeitung. Neben dem Hofeingang lag ebenfalls an der Nord-Seite des Korridors eine Installation, die als Eingangsheiligtum gedeutet wird. Im Zentrum einer Plattform aus Lehmziegeln stand auf einer Basis aus unbehauenen Steinen ein 50 cm hoher, runder, polierter Basaltstein, der wohl als Mazzebe zu deuten ist. 1,2 m südwestlich des Steins war eine Basaltschale in den Boden eingelassen. Bei diesem Podium hat man die kleine sog. Mekal-Stele gefunden, die die ganze Anlage als Tempel des Gottes → Mekal erscheinen lässt. Neben dem Podium lagen an der Nord-Seite des Eingangskorridors kleine Räume, die man mit dem Totenkult in Verbindung gebracht hat. Auf dem Korridor fanden sich nämlich einige ca. 9 cm lange, zigarrenförmige Brotmodelle aus Ton, die vielleicht – dafür sprechen Analogien – Opfergaben für Tote waren. Auf der Nord-Seite des Korridors lag auch ein Lehmziegelpodest mit vier Stufen, das von den Ausgräbern als Stufenaltar gedeutet wurde.

Nach dem Passieren dieses Podests kam man nach rechts (Norden) über eine fünfstufige Treppe auf den tiefer gelegenen zentralen Hof, der genau über dem früheren Tempel lag. Drei Podien aus Ziegeln im Südosten sprechen dafür, dass hier kultische Aktivitäten stattfanden. Der Raum neben der Treppe (1397) hatte Wandbänke und ein Feuerbecken wie Hof 1329. Der Raum in der Nordost-Ecke des Hofes (1322) wird von den Ausgräbern als „nördlicher Tempel“ bezeichnet, jedoch lässt sich die kultische Deutung kaum begründen. Bei dem weiter südlich gelegenen, in Areal R noch sichtbaren Bau 1230 handelt es sich ausweislich der massiven Mauern und der zentralen Lage wohl um ein öffentliches Gebäude, das man für einen Migdal-Tempel gehalten hat. Es gibt jedoch keine Funde, die eine Deutung als Tempel sicherstellen.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2001)

Abb. 8 Areal R mit Bau 1230.

In der Südost-Ecke des Hofes war ein Durchgang zu einem Raum oder weiteren Hof (Nr. 1234) mit Lehmziegelmauern auf einem Fundament aus Basaltsteinen. In dessen Nordwest-Ecke waren eine Nische und ein gestuftes Podium, in deren Nähe man u.a. einen kleinen Basaltaltar, die vergoldete Bronzefigurine einer sitzenden Gottheit (El-Typ), die Keramikfigurine einer nackten Göttin und diverse wertvolle Gegenstände gefunden hat, die dort wohl als Gaben für die Gottheit deponiert worden waren (Bronzeschwert, Gussform für Schmuck, Elfenbeineinlagen, goldene ägyptische Nadel etc.).

5.6.4. Späte Bronzezeit IIA (Str. IXA / R1a; 14. Jh.)

Dieses Stratum ist eine Fortsetzung der vorigen Schicht, die sich nur an machen Stellen von ihr abheben lässt. Sie endet mit einer Zerstörung.

Aus der Amarna-Zeit stammt ein einzigartiger Tonzylinder, der 1993 am Fuß des Tells im Aushub der älteren Grabungen gefunden wurde (jetzt im Israel-Museum im Raum „Images of the Canaanite stormgod“). Er sieht aus wie ein kleines Rollsiegel, ist aber mit einem akkadischen Brief beschriftet, den der aus den → Amarnabriefen bekannte Tagi (Text Amarna-Briefe), Herrscher eines Ortes in den Karmelbergen, an den mit ihm zeitweise gegen Ägypten rebellierenden und ebenfalls aus den Amarnabriefen bekannten Lab’aja, den König von → Sichem, schickte, um ihm die Kopie seines Schreibens an Pharao Amenophis IV. zu übermitteln. Was dieses Schreiben besagte, wissen wir nicht.

5.6.5. Späte Bronzezeit IIB – Ägypten verstärkt seinen Einfluss (Str. VIII und Str. VII / S 5; 13. Jh.)

Die Ägypter haben Bet-Schean wiederaufgebaut und dem Ort dabei ein neues Gesicht gegeben. Für das nur fragmentarisch erhaltene Str. VIII stellt sich die Frage, ob es noch keinen Tempel gab oder der Tempel von Str. VII – so McGovern – schon in Str. VIII zur Zeit Sethos’ I. errichtet worden war und man ihn in Str. VII zur Zeit Ramses’ II. sowie in Str. VI zur Zeit Ramses’ III. jeweils nur in etwas veränderter Form weiter benutzt hat. Östlich des Tempels ist man auf Wohnbebauung gestoßen.

Aus: W. Zwickel, Der Tempelkult in Kanaan und Israel (FAT 10), Tübingen 1994, 179, Abb. 37; © Wolfgang Zwickel

Abb. 9 Der Tempel von Stratum VII.

Der Tempel des 13. Jh.s. Zu Str. VII gehört ein Bau, bei dem es sich angesichts der Kleinfunde, der Mauerstärke sowie der Lage direkt über der Kultnische von Str. IX um einen Tempel handelt. Durch einen Vorraum (1086), neben dem ein Abstellraum (1085) mit den Resten nicht mehr benutzter Depositgaben lag, betrat man den nicht ganz rechteckigen, ca. 10 x 8 m großen Hauptraum (1072), den Rowe für einen nur im Norden überdachten Hof gehalten hat, jedoch zu Unrecht, da der Lehmfußboden dem Winterregen kaum standgehalten hätte. In der Mitte des Raumes lagen die Steinfundamente zweier Säulen (47 bzw. 57 cm Durchmesser). Zwei Papyrus-Kapitelle, die man in Str. VI nördlich des Nachfolgebaus gefunden hat, gehörten ursprünglich wohl zu diesen Säulen. An drei Wände waren Depositbänke gebaut, und vor dem Durchgang zum Nordost-Raum stand ein Podium aus Lehmziegeln (0,77 x 1,45 m; 0,87 m hoch). Nördlich des Hauptraums lagen zwei weitere Räume. Den östlichen, 1,23 m höher gelegenen Breitraum (1068; 2,7 x 6 m), wohl das Allerheiligste, erreichte man über eine siebenstufige Treppe (vgl. den Akropolistempel von → Lachisch Str. VI). In ihm stand neben der Tür ein Podium, unter dem Fußboden fanden sich Gegenstände mit den Namen von Amenophis III. und Hatschepsut. Sie waren zu Unrecht zunächst für die Datierung der Schicht herangezogen worden. In dem westlichen Raum, dessen Fußbodenniveau dem des Hauptraums entsprach, befand sich ein flaches Becken (0,8 x 1 m).

Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 117; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz

Abb. 10 Die Stele zeigt eine Göttin mit Atefkrone und eine Verehrerin.

Gefunden hat man in dem Tempel viele, zum Teil vollständige Gefäße, Schmuckgegenstände und Amulette. Allein zu dem Hortfund, den man bei der Treppe des Allerheiligsten unter dem Fußboden gemacht hat und bei dem es sich wohl um eine Gründungsgabe handelt, gehören außer Skarabäen und Dutzenden von Rollsiegeln über 1500 Perlen und 300 Anhänger. Ursprünglich waren sie vielleicht als Votivgaben an den Tempel gekommen. Manche Perlen und Anhänger gehörten möglicherweise einmal zu einem Brust- oder Halsschmuck, den der Priester oder das Kultbild (bei einem besonderen Anlass) getragen haben. Dargestellt sind auf den Anhängern mit ägyptischen Motiven a) Tiere oder Pflanzen, b) ägyptische Gottheiten (z.B. → Bes) und c) hieroglyphische Zeichen (z.B. das Anch-Zeichen). Es gibt aber auch solche mit einheimischen Motiven, z.B. einem siebenstrahligen Stern. Bemerkenswert sind ferner eine Knochenklapper mit Hathorkopf und vor allem eine Stele, auf der eine Göttin mit Atefkrone sowie Papyrus-Zepter und Lebenszeichen in den Händen erscheint, während ihr eine kleiner dargestellte Verehrerin eine Lotusblüte vor die Nase hält. Da die Göttin aufgrund von ähnlichen Darstellungen mit Beschriftung – z.B. einer in Str. V gefundenen Stele (s.u.) – als Anat identifiziert werden kann, darf man vermuten, dass der Tempel dieser Göttin geweiht war. Auf jeden Fall verbindet der Tempel ägyptische und lokale Traditionen. Die Kleinfunde (z.B. die Skarabäen) zeigen deutlich ägyptischen Einfluss. Die Architektur lässt sich jedoch weder mit ägyptischen Kapellen der Amarnazeit noch mit anderen ägyptischen Kultbauten, für die eine axiale Ausrichtung ganz wesentlich ist, in Verbindung bringen, sondern entspricht in der verwinkelten Bauweise anderen spätbronzezeitlichen Tempeln Palästinas und zeigt die Tendenz, den Einblick in den Tempel verhindern zu wollen (Wimmer 1990, 1077ff; anders James / McGovern 1993, I, 25ff).

Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 113; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz

Abb. 11 Ramses II. schießt einen Pfeil auf zwei angebundene Feinde.

Die in dem Tempel belegte Verbindung ägyptischer und einheimischer Traditionen wird besonders deutlich an einem Rollsiegel, das im „Südtempel“ von Str. V gefunden wurde, jedoch ins 13. Jh. gehört (heute im Rockefeller-Museum). Man sieht, wie → Ramses II., mit Kriegskrone geschmückt, einen Pfeil auf zwei angebundene Feinde schießt. Die Gottheit, die ihm das Krummschwert reicht und damit den Sieg schenkt, ist nicht Amun, sondern ein einheimischer Gott, der in der Rechten ein Anch-Zeichen hält. Darin zeigt sich, dass die Ägypter palästinischen Gottheiten Hochachtung entgegenbrachten, und man darf vermuten, dass sie auch an deren Kult partizipierten.

Außer dem Tempel gehört zu Str. VII im Südosten ein Wohnviertel mit einer Werkstatt, die Fayencen herstellte. Im Südwesten befand sich jenseits des westlichen Tempelplatzes ein ca. 12 x 12 m großes Gebäude aus Lehmziegelmauern, vielleicht der Sitz des ägyptischen Kommandanten. Im Nordwesten dieses Gebäudes lag ein großes, rundes Getreidesilo (4,6 m Außendurchmesser), das wohl der Versorgung der ägyptischen Garnison diente, im Südwesten stand ein Festungsturm (ca. 17 x 15 m) mit ca. 2,3 m dicken Mauern aus ungewöhnlich großen Lehmziegeln (1,1 x 0,5 x 0,2 m).

In Areal N (nördlich von R) hat Mazar ein großes, rechteckiges Gebäude mit zum Teil über 2,5 m dicken Lehmziegelmauern gefunden. Zu einem großen Raum mit einem quadratischen Silo gehörte eine Wandbank aus Ziegeln, auf der Mahlsteine lagen. Hier wurde vermutlich Getreide gelagert und verarbeitet. Neben ägyptischen Vorratskrügen fand sich hier auch ein kompletter Kragenrandkrug, einer der frühesten in Palästina.

Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 111; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz

Abb. 12 Siegesstele Sethos’ I.

Drei Basaltstelen (heute im Rockefeller-Museum), die im Kontext von Str. V – und zwar in dem Hof westlich des sog. Nordtempels (s.u.) – gefunden wurden, aber wohl Str. VIII bzw. VII zuzuordnen sind, zeigen die Bedeutung Bet-Scheans als ägyptischer Garnisonsstadt. Die große 2,45 m hohe Siegesstele Sethos’ I. stellt den Pharao unter der schützenden Flügelsonne beim Opfer an den falkenköpfigen Gott Re-Harachte dar. Der Text rühmt, wie der Pharao in seinem ersten Jahr (wohl 1290 v. Chr.) im Gebiet von Bet-Schean einen Aufstand niedergeschlagen hat (TUAT.NF 2, 221-227; Context of Scripture II, 25f; Texte aus Ägypten). Die zweite, nur fragmentarisch erhaltene Stele Sethos’ I. berichtet von seinen militärischen Maßnahmen gegen aufständische Hapiru (Context of Scripture II, 27f). Beide zeugen davon, dass der Pharao die ägyptische Herrschaft in Palästina wieder festigen wollte. Die Stele, die sein Sohn, Ramses II., in seinem 9. Jahr errichtet hat, nennt kein bestimmtes Ereignis, sondern rühmt die Kampfkraft des Pharao und sein Eintreten für die Schwachen (Texte aus Ägypten).

Aus: F.W. James, Chariot Fittings from Late Bronze Age Beth Shan, in: R. Moorey / P. Parr (Hgg.), Archaeology in the Levant (FS K. Kenyon), Warminster 1978, 103-115, Pl. XIb

Abb. 13 Teil eines Streitwagens.

Die Bedeutung Bet-Scheans wird auch durch die Keramik Mykenisch-IIIB sowie zyprische und ägyptische Importe belegt. In Str. IX-VII hat man eine Reihe von kleinen, durchbohrten, runden Steingegenständen (5-7 cm Höhe und Durchmesser) gefunden, die zum Teil wie heutige Spulen für Nähgarn aussehen, zum Teil auch spitz zulaufen. Ausweislich ägyptischer Parallelen handelt es sich um Teile von Streitwagen, die mit einer Umwickelung der Verbindung von Holzstangen dienten oder die Enden von Holzstangen verzierten. Sie belegen, dass die Ägypter in Bet-Schean eine Streitwagentruppe unterhielten. Allerdings werden die Wagen nicht im Wohnviertel untergebracht gewesen sein, sondern man wird dort eher mit einer Werkstatt für diese Steingegenstände rechnen dürfen.

5.7. Eisenzeit

5.7.1. Eisenzeit IA – eine Fortsetzung der Späten Bronzezeit (Str. VIB / S3-4; 12. Jh.)

Aus: W. Zwickel, Der Tempelkult in Kanaan und Israel (FAT 10), Tübingen 1994, 187, Abb. 38; © Wolfgang Zwickel

Abb. 14 Der Tempel von Stratum VI.

Die Eisenzeit I sieht in Bet-Schean ganz untypisch aus. Kein Niedergang der Stadt, keine Zerstörung zwischen Str. VII und VI, sondern die Kultur der Späten Bronzezeit setzt sich in der ägyptisch geprägten Stadt bis in die Eisenzeit I fort. Die Stadt von Str. VI ist ein kaum veränderter Neubau der vorangehenden Schicht zur Zeit Ramses’ III.

Der neue Tempel liegt über dem alten und entspricht ihm in seinen Außenmauern. Nur zwei Änderungen fallen auf: Ein zusätzlicher Vorhof mit zwei Säulen im Eingang wurde geschaffen (1042), und der erhöhte Nord-Raum, dessen Fußboden blau bemalt war, wurde samt der hinaufführenden Treppe und dem ihr vorgelagerten Podium zur Mitte auf die Tempelachse verschoben. In dem Raum, der eine Tür erhielt und dessen Seitenräume jetzt gleich hoch lagen, hat man viele Kleinfunde gemacht. Neben dem Podium (2,45 x 1,30 m), das auch auf der Tempelachse lag, fand man einen aus Kalkstein gefertigten, 44 cm großen Horusfalken mit der Krone von Ober- und Unterägypten. Er war wohl das Kultbild des Tempels, in dem demnach eine ägyptische Gottheit verehrt wurde. Sie hat vielleicht eine einheimische verdrängt, denn unter dem Fußboden lag die vergoldete Figurine einer Göttin – eventuell der Anat (vgl. Str. VII). Vielleicht war sie dort nach dem Erwerb des neuen Kultbilds rituell bestattet worden. Von vier Brotmodellen aus Ton, die bei dem Tempel gefunden wurden, trägt eines 14 Stempelabdrücke mit der ägyptischen Aufschrift „Tägliches Opfer“ und belegt damit, dass hier Ägypter die Gottheit mit Lebensmitteln versorgten. Der ägyptische Kult zeigt somit – wie die ägyptischen Inschriften und viele Kleinfunde – die starke ägyptische Präsenz in Bet-Schean.

An der Bebauung südöstlich des Tempels hat sich gegenüber Str. VII nicht viel geändert. Im Nordosten lag ein Wohnviertel. Im Südwesten traten vermutlich Lagerhäuser an die Stelle des Festungsturms und des sog. Kommandanten-Hauses. Bauten nördlich des Tempels hat man als Verwaltungsgebäude gedeutet.

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

Abb. 15 „Haus des Gouverneurs“ (Areal Q).

Bemerkenswert sind zwei Gebäude vom Typ der Herrscherresidenz (1500 und östlich daneben 1700; vgl die Gouverneursresidenz auf Tell el-Fār’a Süd; → Tell el-Fār’a Süd), die sich von einem Palast vor allem dadurch unterscheiden, dass der zentrale Innenhof / Hauptraum sehr viel kleiner ist. Das wesentlich besser erhaltene und inzwischen zum Teil wiederaufgebaute „Haus des Gouverneurs“ (1500; ca. 50 m nordwestlich des Tempels) misst außen 23 x 22 m und hat 2 m dicke Mauern. Ein Vorgängerbau (S4/Q2), in dem außer den Mauern auch einige Fußböden nach ägyptischer Bauart aus Lehmziegeln waren, ist wohl als Verwaltungszentrum zu deuten. Zwei Tote, die man an anderen Stellen auf Fußböden des Stratums dieses Vorgängerbaus gefunden hat, lassen vermuten, dass diese Schicht von einem Erdbeben zerstört wurde. Das besagte Gebäude ist nach kurzer Zeit unter Aufnahme des Verlaufs der alten Außenmauern erneuert worden (S3/Q1). Die Lehmziegelmauern erhielten jetzt Fundamente aus Basaltsteinen, und die Raumaufteilung wurde neu konzipiert. Der zentrale Hauptraum (8 x 9 m) mit zwei monumentalen Säulen war an allen vier Seiten von kleineren Räumen umgeben.

Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 120a; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz

Abb. 16 Der Garnisonskommandant preist Ramses III. (Türsturz).

Einige Türpfosten trugen hier wie auch an anderen Gebäuden hieroglyphische Inschriften mit hymnischen Gebeten, Namen etc. Der repräsentative Bau war vielleicht der Sitz des Kommandanten Ramses-Weser-Chepesch. Ein mächtiger, nur teilweise erhaltener Türsturz (1,43 x 0,5 m; heute im Rockefeller-Museum) mit seinem Bild und Namen mag nämlich, obwohl er in Str. V gefunden wurde, ursprünglich zum Hauseingang von Gebäude 1500 gehört haben. Auf ihm kniet Ramses-Weser-Chepesch, der an seinen Titeln als Garnisonskommandant zu erkennen ist, nieder und preist in der Beischrift → Ramses III., um seine Königstreue zu bekunden.

Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 120b; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz

Abb. 17 Sitzstatue von Ramses III.

In Str. V hat man mit den Stelen von Sethos I. und Ramses II. (s.o.) eine lebensgroße Sitzstatue aus Basalt von Ramses III. gefunden (Kartusche auf der Schulter; heute im Rockefeller-Museum). Der Abstand zwischen den Beinen ist ungewöhnlich groß, so dass die Sitzfigur ausweislich entsprechender Parallelen ursprünglich vielleicht einen Gott darstellte, zwischen dessen Beinen ein Pharao stand oder kniete (Higginbotham 1999, 225-232). Wer dieser Gott war – Wimmer (2000, 32-35) plädiert für El oder Mekal – wird man kaum sagen können. Die in Str. V gefundene Statue dürfte ursprünglich zu Str. VI gehört haben. Nach Yannai (1996, 185-194) ist sie am Eingang des sog. „Nordtempels“ von Str. V (s.u.) in situ gefundenen worden. Str. V sei folglich mit dem Nordtempel sowie dem als Herrscherresidenz verstandenen sog. Südtempel in die Zeit Ramses III. zu datieren und nahe an Str. VI zu rücken, ja die Bauten existierten zeitgleich mit dem ebenfalls aus der Zeit Ramses’ III. stammenden „Haus des Gouverneurs“.

Neben den Belegen von Ramses III. (1184-1153) gibt es solche von Ramses IV. (1153-1146), z.B. einen beschrifteten Türsturz (James 1966, Fig. 99,1). Diese Dokumente erlauben eine Datierung von Str. VIB ins 12. Jh. und bieten damit zugleich einen wichtigen Fixpunkt für die Keramikchronologie. Das Stratum enthält nicht mehr die Keramik Mykenisch-IIIB und die zyprische Importware, die man in Str. VII antrifft, sondern sorgfältig gearbeitete und vermutlich importierte Mykenisch-IIIC1:b-Ware (Finkelstein 1996, 170-184).

Die Grabung Yadins hat in Str. 4 (= VIB) drei Wohnhäuser mit den für sie typischen Funden ausgegraben (Tabun; Reibsteine etc.). Brandspuren zeigen, dass die Schicht ein gewaltsames Ende fand. Sie wurde nicht wiederaufgebaut.

5.7.2. Der Nord-Friedhof

Die Nekropole nördlich des Tells zählt zu den größten Friedhöfen Palästinas. Von der Frühen Bronzezeit bis in römische Zeit hat man hier Menschen bestattet. Gefunden wurden ca. 230 in den Fels geschlagene Gräber, deren Decke jedoch vielfach eingebrochen war. Die älteren Gräber wurden in späteren Epochen oft wiederverwendet. Als Beigaben lagen in den Kammern neben vielen Gefäßen z.B. → Uschebtis, Schmuck und Waffen.

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 18 Anthropoider Tonsarkophag.

In 11 Gräbern hat man Bruchstücke von ca. 50 anthropoiden Tonsarkophagen, die aufgrund der Grabbeigaben Str. VII und VI (13.-12. Jh.) zugeordnet werden können. Den Rumpf bildet jeweils eine bis zu 2 m lange, zum Fußende verjüngte Röhre, in die bis zu drei Leichen kamen. Die große Öffnung im Kopfbereich wurde mit einem gewölbten Sargdeckel verschlossen, auf den Gesichter und angewinkelte oder verschränkte Arme modelliert und geritzt sind. Dabei sind in einigen Fällen die Proportionen so stark verzerrt, dass man von grotesken Gesichtern spricht. Bestattet waren in den Sarkophagen vermutlich Ägypter. Als Beigaben fanden sich nämlich Skarabäen, Uschebtis und ein Bild des Bes. Die Bärte, die auf einigen Deckeln zu sehen sind, entsprechen zudem dem Bart des → Osiris und zeugen von der ägyptischen Vorstellung, dass jeder Tote ein Ebenbild des Osiris ist (Weippert 1988, 366ff).

5.7.3. Philister in Bet-Schean?

Man hat angenommen, dass Bet-Schean im 11. Jh. vorübergehend eine Stadt der → Philister gewesen sei und dafür folgende Gründe angeführt: Nach Papyrus Harris I hat Ramses III. die Philister und andere besiegte Seevölker in Festungen angesiedelt (Texte aus Ägypten). Der Text nennt zwar keine Orte, da die den Seevölkern zugeschriebene materielle Kultur zur Zeit → Ramses III. jedoch im Süden Palästinas greifbar wird, hat man bei den Festungen auch an die sog. Philisterstädte im Bereich von → Gaza gedacht. Auch für Bet-Schean haben die Grabungen gezeigt, dass die Stadt zur Zeit Ramses III. ein ägyptischer Stützpunkt war und als solcher ebenfalls ein Ansiedlungsort gewesen sein kann. Dafür, dass in einen so weit nördlich gelegenen Stützpunkt tatsächlich Philister gebracht wurden, führt man zwei Gründe an: 1) Nach 1Sam 31 agierten die Philister zur Zeit → Sauls in Bet-Schean (v10). 2) Fünf Deckel von anthropoiden Tonsarkophagen mit sog. grotesken Gesichtern – sie stammen aus den Gräbern 66 und 90 – zeigen in der Darstellung des Gesichts einen Stirnreif und auf einem dieser Deckel – im Rockefeller-Museum ausgestellt – deutet die vertikale Riffelung über dem Reif möglicherweise nach oben stehende Haare an. Dies erinnert an den Kopfschmuck, den die besiegten Seevölker auf den Reliefs von Medinet Habu tragen. Aufgrund dieser Parallele hat man die Sarkophage bzw. nur die Sarkophage mit sog. grotesken Gesichtern als Indiz für die Anwesenheit von Philistern gewertet (T. Dothan 1982, 268ff).

Gegen die Annahme einer Philisterstadt oder auch nur die Anwesenheit von Philistern sind jedoch folgende Beobachtungen anzuführen: 1) Nichts spricht dafür, dass Pap. Harris I auch den Norden Israels im Blick hat. 2) Sowohl das Alter der anthropoiden Tonsarkophage – sie sind inzwischen schon im 14. Jh. belegt – als auch die Fundverteilung – man hat sie auch in Jordanien gefunden – widerlegt die alte These, dass wir es mit einem Spezifikum philistäischer Grabkultur zu tun haben. Da von den vielen Sarkophagdeckeln nur ein einziger an Seevölkerdarstellungen erinnert, kann man von den Sarkophagen nicht auf die Anwesenheit von Philistern schließen. 3) Man hat in Bet-Schean nur wenig philistäische Keramik gefunden. Eine philistäische Kolonie in Bet-Schean lässt sich somit nicht belegen. Auch 1Sam 31 ist kein hinreichender Beleg, denn der Text, von dem wir nicht wissen, inwiefern seine Darstellung historisch zuverlässig ist, setzt nicht voraus, dass die Philister in Bet-Schean wohnten, ja streng genommen nicht einmal, dass der Ort überhaupt besiedelt war. Vgl. Weippert 1988, 366ff; Noort 1994, 128ff; Negbi 1991, 205ff; Negbi 1998, 184ff.

5.7.4. Eisenzeit IB – eine ärmliche Siedlung (Str. VIA / S2; 11. oder 10. Jh.)

Die Stadt von Str. VIB wurde in der 2. Hälfte des 12. Jh.s – einer Zeit, in der Ägypten an Stärke verlor – gewaltsam zerstört, und damit endet die ägyptische Herrschaft in Bet-Schean. Mit ägyptischem Einfluss muss man jedoch weiterhin rechnen, denn anders ist die Aufstellung älterer ägyptischer Monumente in Str. VB kaum zu erklären. Der Nord-Friedhof verliert seine Bedeutung. Ruinen von Str. VIB – z.B. die der Residenz 1500 – wurden in Str. VIA in etwas veränderter Form mit dünneren, ärmlich wirkenden Mauern wiederaufgebaut. Die östlich neben Gebäude 1500 im Areal N gelegene Residenz 1700 wird von Mazar Str. VIA statt VIB zugeschrieben, und auch die beiden (vermeintlichen) Tempel, die die Ausgräber zu Str. V rechnen (s.u.), zählt er zu Str. VIA und datiert sie ins 11. Jh. Insgesamt ist Str. VIA mit großen Unsicherheiten behaftet. Die Schicht wurde erst im Zuge der neueren Grabungen sporadisch festgestellt und als „oberes Str. VI“ bezeichnet. Die Funde deuten darauf, dass der Ort weder von Ägyptern noch von Philistern geprägt war, sondern von der lokalen Bevölkerung. Unklar ist, wie lang die Lücke zwischen Str. VIB und VIA war. Str. VIB endet in der 2.Hälfte des 12. Jh.s. VIA gehört nach der Keramik in die gleiche Zeit wie Str. VIA in → Megiddo. Je nachdem, ob man dieses im 11. oder 10. Jh. ansetzt, fällt auch die Datierung von Str. VIA in Bet-Schean früher oder später aus. Folgt man der kurzen Chronologie mit der Datierung ins 10. Jh. wäre Bet-Schean im 11. Jh. unbesiedelt gewesen, wofür Finkelstein (1996, 176f) das Fehlen der in dieser Zeit ansonsten verbreiteten bichromen Philisterkeramik anführt.

5.7.5. Eisenzeit IIA – eine Stadt mit Herz für ägyptische Monumente (Str. VB / S1; 10.-9. Jh.)

Mit Str. V erhielt Bet-Schean ein neues Bild. Zwei Gebäude, ein nördliches und ein südliches, deuten die Ausgräber als Tempel. Bei dem einen handele es sich um den Tempel der Astarte, in den die Philister nach 1Sam 31,10 Sauls Rüstung gebracht haben sollen, bei dem anderen um den des Dagan, an dem sie nach 1Chr 10,10 Sauls Schädel befestigt haben sollen.

Der sog. Südtempel stand am Ort der spätbronzezeitlichen Tempel, stimmt mit diesen aber weder im Grundriss noch in der Ausrichtung überein. Nach einer diagonal zu durchlaufenden Halle (5,5 x 12,5 m) betrat man von Westen einen nach Osten gerichteten Langraum mit zwei nicht an der Mitte des Raumes orientierten, sondern nach Norden versetzten Reihen von je drei Säulen und niedrigen Mauern, die die Säulen verbanden. Rechts und links des Langraums lagen mehrere kleine Räume. An den beiden mittleren Säulenbasen fand sich je ein Krug, der 2,5 bzw. 3 kg Gold- und Silberschmuck bzw. -barren enthielt. Ferner stieß man hier auf die Stele eines Amenemopet mit Gebeten an verschiedene ägyptische Götter, z.B. Atum, Horus und Thot (Rowe 1930, Pl. 49). Da ein Fragment der Stele jedoch in Str. VI gefunden wurde – dort allerdings am Rand des Tells, wo man mit Verschüttungen rechnen muss –, bleibt ihre Zuordnung zum Bau von Str. V unsicher.

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 19 Rekonstruktion des sog. Nordtempels, der eher als Verwaltungsgebäude zu deuten ist.

Der sog. Nordtempel war vom „Südtempel“ nur durch einen 4,2 m breiten Gang, zu dem eine eigene Toranlage führte, getrennt. Der Bau, dessen Mauern noch bis zu 2 m hoch erhalten waren, maß außen 19,5 x 11,2 m, hatte den Eingang in der Südwest-Ecke, und innen stützten vier Säulen das Dach. Westlich lag ein Hof, in dem die älteren Stelen Sethos’ I. und Ramses’ II. sowie die Sitzstatue Ramses’ III. (s.o.) wieder aufgestellt worden waren. Da man in keinem der beiden Bauten kultische Installationen und Gegenstände gefunden hat, bleibt die Deutung als Tempel in beiden Fällen fraglich. Nur unter (!) den Fußböden fanden sich kultische Gegenstände, in dem nördlichen Bau z.B. ein runder Keramikständer mit Tauben- und Schlangenapplikationen, ein Hausmodell (Keel / Uehlinger, Abb. 104 und 105) und der Torso einer nackten Göttin mit Trommel. Eine ägyptisch beschriftete Stele zeigt rechts als Stifter den Sänger Ncht, der eine mit Zepter und Lebenszeichen dargestellte Göttin anbetet, die „Antit, Herrin des Himmels, Herrin der Gottheiten“ genannt wird und deswegen mit Anat identifiziert werden kann, obwohl sie keine Waffe trägt. Die Platte stammt wohl wie die anderen in Str. V gefundenen Stelen aus älterer Zeit (Mazar 1993a, 218). Im Fall des südlichen Baus, der ja über den spätbronzezeitlichen Tempeln stand, können die Funde von den älteren Tempeln stammen. Bei diesem südlichen Bau handelt es sich am ehesten um Räume eines Palastes, über den nördlichen kann man nicht viel sagen (James 1966, 140f; Ottosson 1980, 71ff; Zwickel 1994, 240ff). Die Vertreter der kultischen Deutung (z.B. Mazar 1993a, 219f) müssen für beide Bauten die vollständige Zerstörung des Allerheiligsten annehmen – im Fall des „Südtempels“ fiel es in hellenistischer Zeit einer Zisterne zum Opfer – und zugestehen, dass es in der Tempelarchitektur keine Analogien gibt.

Nördlich der sog. Tempel fand sich ein aus vielen Räumen bestehender Komplex, der von einer eigenen Mauer umgeben war. Die Anlage wird von den Ausgräbern – wohl unter dem Einfluss von 1Kön 4,12 – vorsichtig dem 10. Jh. zugeschrieben und als Verwaltungszentrum gedeutet. An der Ost-Seite des Tells sieht man in Areal S Reste von drei großen Gebäuden mit bis zu 2,5 m dicken Lehmziegelmauern auf Basaltsteinfundamenten. Die Bauten, die vielleicht zu einer Zitadelle gehörten, werden von Mazar in die Zeit Salomos datiert. Das mächtige Feuer, das sie zerstörte und die Lehmziegel fast so hart wie Keramik brannte, schreibt er Pharao → Scheschonq zu, der Bet-Schean 926 v. Chr. eroberte (s.o.).

5.7.6. Eisenzeit IIB – das Ende des ägyptischen Einflusses (Str. IV-VA / P7-8; 9.-8. Jh.)

Schon bald nach der Zerstörung begann der Wiederaufbau. Die beiden vermeintlichen Tempelbauten wurden in ihrer ursprünglichen Form wieder errichtet, hatten vermutlich jedoch nach wie vor eine profane Funktion (vgl. James 1966, 146f). Der Hof mit den alten ägyptischen Stelen und der Sitzstatue Ramses’ III. wurde – vielleicht aufgrund einer antiägyptischen Stimmung – aufgegeben. Man verschüttete die Monumente und legte darüber einen neuen Fußboden. Im Bereich der Nordwest-Ecke der höheren Hälfte des Plateaus (westlich neben dem Ort der früheren Residenz 1500) wurde dort, wo vielleicht schon früher Stadttore gestanden haben, ein Stadttor aus Quadersteinen (Läufer-Binder-Technik) mit nach außen vorspringenden Türmen gebaut. Der genaue Grundriss ist leider unklar. Ein Turm und eine Doppelmauer grenzten im Norden an. Die Anlage bestand aus Steinen und Lehmziegeln. Östlich des Tors fand man eine Fülle von Räumen, die als Vorratsräume gedeutet werden. Überhaupt lagen rund um das Gebiet der beiden sog. Tempel viele Räume, bei denen jedoch oft unklar ist, ob sie zu Str. VB oder VA gehören.

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Abb. 20 Vierraumhaus in Areal P mit Blick nach Westen.

An der West-Kante des Tells wurde im Areal P ein Haus gefunden, das als großes Vierraumhaus ohne Säulen gedeutet wird, obwohl der hintere Querraum nicht ausgegraben ist. Die 1,2 m dicken, verputzten Ziegelmauern stehen noch bis 1,5 m hoch. Das Haus stammt wohl aus dem 8. Jh. Das gilt auch für ein Ostrakon, von dem vier Bruchstücke erhalten sind. Bei dem Text handelt es sich wohl um eine aus Personennamen und Zahlen bestehende Verwaltungsliste. Die Brandschicht, die Str. V abschließt, geht wohl auf die assyrische Eroberung im Jahr 733/32 zurück.

5.7.7. Eisenzeit IIC – eine ärmliche Siedlung (P6; spätes 8. Jh.)

Östlich des spätbronzezeitlichen Tempelbereichs standen im 7. Jh. einige ärmliche Häuser, die zum Teil innerhalb der Schicht mehrfach wiederaufgebaut worden sind. Ein Ortsplan ließ sich nicht mehr ausmachen. Da es hier keinen bedeutenden Ort gab, darf es nicht verwundern, dass Bet-Schean in assyrischen und babylonischen Quellen nicht belegt ist.

5.8. Spätere Zeiten

5.8.1. Die persische Zeit

Nach der Eisenzeit war der Tell bis in hellenistische Zeit unbesiedelt. Aus persischer Zeit stammen nur ein paar Tonfigurinen und einige Gräber auf dem Nord-Friedhof. Die Tonfigurinen lassen vermuten, dass sich auf dem Tell weiterhin eine Kultstätte befand.

5.8.2. Die hellenistische Siedlung und der römische Tempel (Str. III)

Von der Siedlung des 3.-1. Jh.s ist außer Keramik und Kleinfunden (z.B. Tetradrachmen) nicht viel erhalten, da die Reste von römischen Bauarbeiten stark zerstört wurden. Eine ausgedehnte hellenistische Siedlung hat man allerdings auf Tel Iztaba gefunden, der auf der gegenüberliegenden Seite des Charod-Flusses liegt.

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Abb. 21 Das römische Skythopolis.

In römischer Zeit wanderte die Stadt – typisch für die Zeit – in die Ebene und erhielt den Namen Skythopolis. Auf dem Tell stand nur ein nach Osten geöffneter, dem Zeus Akraios geweihter, monumentaler Peripteraltempel (2. Jh. n. Chr.), von dem man Teile eines rechteckigen Basaltpodestes (37 x 22 m), Säulentrommeln, korinthische Kapitelle, Bruchstücke einer Kolossalstatue und von Dionysos zwei Köpfe sowie mehrere Terrakottadarstellungen gefunden hat. Auf dem Nord-Friedhof sind Gräber aus hellenistischer und frührömischer Zeit erhalten.

5.8.3. Das byzantinische Stadtviertel (Str. II)

Das Viertel dehnte sich über den ganzen Tell aus, war aber nur Teil einer größeren, in der Ebene liegenden Stadt. Man betrat es durch ein Tor an der Nordwest-Ecke des Plateaus. Von hier führte nach der Rekonstruktion der Ausgräber ein sich s-förmig windender, gepflasterter Weg zum höchsten Punkt des Plateaus ganz im Süden, wo ab dem 5. Jh. n. Chr. eine mit Mosaikfußboden und geschnitzten Kapitellen geschmückte, runde Kirche stand, zu der ein Rundgang um einen offenen Hof gehörte. Ein Villenviertel zog sich am Rand des Tells von Nordwesten nach Südosten. Die Häuser waren aus sauber geschlagenen Quadersteinen gebaut. In einem stieß man auf ein Fußbodenmosaik.

5.8.4. Die früharabische Zeit und die Epoche der Kreuzfahrer (Str. I)

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Abb. 22 Die Toranlage der Kreuzfahrerzeit.

In früharabischer Zeit befand sich auf dem Tell bis ins 8. Jh. eine Siedlung. Im 12. Jh. stand auf dem Gipfel des Tells für einige Zeit eine Burg, von der vor allem die Toranlage noch zu sehen ist. Eine Mauer umgab die ganze Bergkuppe. Die Festung wurde 1183 n. Chr. von Saladin zerstört. Im 14. Jh. errichteten muslimische Bewohner dort eine Moschee.

6. Besichtigung

Tell el-Höṣn [Tell el-Hösn] und die teilweise wiederaufgebaute römisch-byzantinische Innenstadt bilden heute das Zentrum des archäologischen Nationalparks von Bet-Schean.

Man besteigt den Tell besser nicht über die Treppe an der Süd-Seite, sondern wie in der Antike über eine Rampe an der West-Seite des Tells und betritt das Plateau im Nordwesten. Dabei kommt man durch ein Tor mit zwei Türmen, in dem Säulenteile der römisch-byzantinischen Zeit verbaut sind und das ebenso wie der östlich daneben liegende Raum mit Gewölbe aus der Kreuzfahrerzeit stammt (Str. I).

Von dem Tor folgt man dem Weg aufwärts Richtung Süden zu Areal P an der West-Kante des Plateaus. Unter Schichten der mameluckischen, byzantinischen. und hellenistischen Zeit, von denen man in den Seitenwänden des Areals Mauerreste erkennen kann, hat man Teile eines Wohnhauses der Eisenzeit IIB gefunden, vielleicht den mittleren Teil eines Vierraumhauses, das auf einer Nord-Süd-Achse liegt und statt Säulen massive Wände hatte. Der im Süden vermutete Querraum ist nicht ausgegraben (Str. VA; 8. Jh. v. Chr.).

Der Weg führt weiter zu Areal Q, wo man die dicken Lehmziegelmauern des sog. Hauses des Gouverneurs über 1 m hoch wiederaufgebaut hat (Str. VIB; 12. Jh. v. Chr.). Von dort geht man weiter Richtung Süden auf den vertrockneten Baum zu, an dem Judas in der Verfilmung des Musicals „Jesus Christ Superstar“ Selbstmord beging. Dabei passiert man eine dunkle, hohe Mauer der byzantinischen Zeit. Sie gehörte zu einem rechteckigen Gebäude, das westlich der Rundkirche lag, die sich im Gebiet von Areal R über früheren Tempeln erhob.

Nach Osten kommt man an Sitzplätzen für Touristen vorbei zu einem tiefen Graben, in dem jedoch nichts zu erkennen ist. In ihm und nur in ihm ist man bis zu den ältesten Schichten vorgedrungen. Aussagen über die früheste Besiedlung des Tells beruhen also auf einer relativ schmalen Basis. Östlich des Grabens fallen in Areal M zunächst die Reste eines Rundbaus von ca. 20 m Durchmesser bei 1 m Wandstärke auf. Er wird dem Übergang von der Frühen Bronzezeit I zur Frühen Bronzezeit II zugeschrieben (Str. XIII / M2; Anfang 3. Jt.). Schon aus der Frühen Bronzezeit I stammt der innen 6,5 x 8,3 m große Raum mit abgerundeter Nordwest-Mauer im nordwestlichen Bereich des Kreises (Str. XV / M3). Sein Dach ruhte auf 14 Holzpfeilern, deren Steinsockel im Boden versenkt waren.

Nach Norden wendet man sich Areal R zu. Blickt man von dort, wo der Weg innerhalb des Grabungsfelds nach Osten biegt, Richtung Westen, so sieht man die Reste des Tempels der Späten Bronzezeit IA mit dem Eingang im Süden und dem Allerheiligsten im Norden unmittelbar vor sich (Str. R2; 1550-1450 v. Chr.). Gut erkennbar sind der runde Stein, der auf einem Podium in der Südwest-Ecke des Hauptraums lag, und die Bänke an den Wänden. Nordwestlich des Tempels hat man bis in die Frühe Bronzezeit III gegraben und im Kontext von Wohnbebauung die für die Zeit typische Kerak-Ware gefunden (Str. XII-XIB / R7; Mitte 3. Jt.). Oberhalb dieses Lochs, in das man vom Weg keinen Einblick hat, in dem aber auch kein Befund erkennbar ist, liegen die Reste einiger römischer Säulen.

Unmittelbar neben dem Weg, der sich nach Osten fortsetzt, sieht man auf der linken Seite mit Eingang in der Südwest-Ecke das als Tempel gedeutete Gebäude 1230 der Späten Bronzezeit IB (Str. IXB; 1450-1400). Von dem gleichzeitigen, nördlich angrenzenden Bau, dem sog. Nord-Tempel 1322, ist angesichts der Verwitterung nicht mehr viel zu erkennen.

Man folgt dem Weg über einige Stufen nach Norden und sieht links in Areal N Reste eines rechteckigen Gebäudes aus dem 13. Jh. (Str. VII), in dem vermutlich Getreide gelagert und verarbeitet wurde, sowie Reste der Residenz 1700, die im 12. Jh. östlich neben dem sog. Haus des Gouverneurs lag (Str. VIB). In dem weiter östlich gelegenen Areal S stehen an der Ost-Seite des Tells, nachdem man tiefere Grabungen wieder zugeschüttet hat, die Reste von drei großen Gebäuden mit Lehmziegelmauern auf Basaltsteinfundamenten. Der Komplex wird von den Ausgräbern als Zitadelle des 10. Jh.s gedeutet (Str. VB / S1).

Ein Weg nach Norden führt zu einem kleinen Aussichtspunkt. Im Nordosten sieht man 500 m entfernt Tel Iztaba, vor allem aber den Nord-Hang des Charod sowie das Gebiet des Nord-Friedhofs. Auf der ganzen Breite des Hangs sind Öffnungen von Schachtgräbern zu erkennen.

Auf dem Rückweg kann man auf dem unteren Teil des Plateaus einen nach Osten ausholenden Weg wählen. Man kommt an den Arealen L und H vorbei, wo man Mauern aus sorgfältig gesetzten Quadern gefunden hat. Sie gehörten zu Häusern der byzantinischen Zeit.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

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Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Karte zur Lage von Bet-Schean. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Tell el-Höṣn. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 3 Arealplan von Tell el-Höṣn. Aus: A. Mazar, Four Thousand Years of History at Tel Beth-Shean, BA 60 (1997), 62-76, 64
  • Abb. 4 Bauten der Frühen Bronzezeit in Areal M. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2001)
  • Abb. 5 Der Tempel der Späten Bronzezeit IA (Stratum R2). Aus: A. Mazar, Four Thousand Years of History at Tel Beth-Shean, BA 60 (1997), 62-76, 67
  • Abb. 6 Der Tempel von Stratum IX. Aus: W. Zwickel, Der Tempelkult in Kanaan und Israel (FAT 10), Tübingen 1994, 175, Abb. 36
  • Abb. 7 Löwenrelief. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 8 Areal R mit Bau 1230. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2001)
  • Abb. 9 Der Tempel von Stratum VII. Aus: W. Zwickel, Der Tempelkult in Kanaan und Israel (FAT 10), Tübingen 1994, 179, Abb. 37; © Wolfgang Zwickel
  • Abb. 10 Die Stele zeigt eine Göttin mit Atefkrone und eine Verehrerin. Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 117; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz
  • Abb. 11 Ramses II. schießt einen Pfeil auf zwei angebundene Feinde. Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 113; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz
  • Abb. 12 Siegesstele Sethos’ I. Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 111; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz
  • Abb. 13 Teil eines Streitwagens. Aus: F.W. James, Chariot Fittings from Late Bronze Age Beth Shan, in: R. Moorey / P. Parr (Hgg.), Archaeology in the Levant (FS K. Kenyon), Warminster 1978, 103-115, Pl. XIb
  • Abb. 14 Der Tempel von Stratum VI. Aus: W. Zwickel, Der Tempelkult in Kanaan und Israel (FAT 10), Tübingen 1994, 187, Abb. 38; © Wolfgang Zwickel
  • Abb. 15 „Haus des Gouverneurs“ (Areal Q). © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 16 Der Garnisonskommandant preist Ramses III. (Türsturz). Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 120a; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz
  • Abb. 17 Sitzstatue von Ramses III. Aus: O. Keel / C. Uehlinger, Götter, Göttinnen und Gottessymbole (QD 134), Freiburg u.a. 5. Aufl. 2001, 120b; © Stiftung BIBEL+ORIENT, Freiburg / Schweiz
  • Abb. 18 Anthropoider Tonsarkophag. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 19 Rekonstruktion des sog. Nordtempels, der eher als Verwaltungsgebäude zu deuten ist. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 20 Vierraumhaus in Areal P mit Blick nach Westen. © public domain (Foto: Klaus Koenen)
  • Abb. 21 Das römische Skythopolis. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)
  • Abb. 22 Die Toranlage der Kreuzfahrerzeit. © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2010)

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