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Lexikon

Assyrien / Assyrer

Johannes Renz

(erstellt: Aug. 2016)

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1. Begriff

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 1 Übersichtskarte Mesopotamien.

Assur / Assyrien als Landesname bezeichnet das nördliche Mesopotamien (→ Tigris; → Euphrat), etwa vom unteren Zab im Süden bis zum Zagros- und Taurus-Gebirge im Norden. Regenreicher und kühler als → Babylonien erlaubt es Regenfeldbau ohne künstliche Bewässerung. Der Name Assur (akkad. a-šu-ur, a-šur, aš-šur u.ä., assyrisch ausgesprochen Assur / Aṯṯur) bezeichnet sowohl die zeitweilige Hauptstadt Assyriens, heute Qal‘at Šerqāṭ (Koordinaten: N 35° 27' 23'', E 43° 15' 33''), als auch den gleichnamigen assyrischen Hauptgott und schließlich das Land Assur / Assyrien – in unterschiedlichem Umfang, zunächst das Umland der Stadt Assur, dann schließlich das assyrische Großreich.

Die Region Assyrien wurde von den Babyloniern zunächst Subartu genannt, ab Assuruballit I. taucht dann der Landes-Name māt Aššur „Land Assur“ auf. Vom griechischen Ἀσσυρίη Assyriē leitet sich dann die Bezeichnung Assyrien ab.

2. Geschichte

2.1. Altassyrische Zeit (20.-18. Jh. v. Chr.)

 © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 2 Karte: Die assyrischen Reiche.

Die Anfänge Assurs liegen im Dunkeln. Aus dem 3. Jt. v. Chr. sind nur vereinzelte Nachrichten erhalten. Assur, d.h. in dieser Zeit die Stadt Assur mit ihrem unmittelbaren Umland, gehörte zeitweilig zum Reich von Akkad und Ur III (→ Sumer 2.). Aus altakkadischer Zeit stammen auch die ersten Texte aus Assur in akkadischer Sprache (Weihinschriften akkadischer Könige; Verwaltungstexte). Vom Beginn des 2. Jt.s sind die Herrschernamen bekannt, darunter Ilu-schumma und Irischum I. aus dem 19./18. Jh. v. Chr.

Einem amurritischen Herrscher, der in der assyrischen Königsliste als Schamschi-Adad I. (ca. 1750-1717) geführt wird, gelang die territoriale Einigung des bis dahin in Einzelfürstentümer zersplitterten Obermesopotamien. Er setzte seine beiden Söhne als Statthalter in Mari (Jasmach-Adad) und Ekallatum (Ischme-Dagan) ein und regierte selbst von seiner neuen Hauptstadt Schubat-Enlil aus. Nach der Eroberung der Stadt Assur übernahm er auch deren Titulaturen. Dieses „Assur“ blieb aber in der ganzen altassyrischen Zeit auf die Stadt mit ihrem Umland sowie die teilweise recht weit entfernten Handelskolonien (s.u.) beschränkt. Nur dort wurde der (alt)assyrische Dialekt des Akkadischen gesprochen. Schamschi-Adads älterer Sohn und Nachfolger Ischme-Dagan wurde schließlich von → Hammurabi geschlagen. Das Reich Schamschi-Adads zerfiel wieder in einzelne Fürstentümer.

Diese altassyrische Zeit kennzeichnet besonders der Fernhandel und die Anlage regelrechter Handelskolonien, z.B. in Kleinasien. Zentrum der assyrischen Kaufleute dort war Kanisch, heute Kültepe. Auf festen Handelsrouten fand reger Warenaustausch statt, wovon Keilschriftarchive, besonders die aus Kültepe, Zeugnis ablegen.

2.2. Mittelassyrische Zeit (14.-11. Jh. v. Chr.)

In den folgenden Jahrhunderten dominierte in Obermesopotamien das hurritische Mitanni-Reich – auch über Assur. Mit dem Hethiterreich (→ Hethiter) in Kleinasien war eine weitere Großmacht entstanden.

Erst als im 14. Jh. Mitanni zerfiel, insbesondere nach dessen Niederlage gegen den hethitischen Herrscher Schuppiluliuma I. zur Mitte des 14. Jh.s, gelang es Assur-uballit I. (1354-1318), aus dem östlichen Teil des ehemaligen Mitannireiches einen eigenen Territorialstaat aufzubauen – nunmehr zum ersten Mal in der assyrischen Geschichte als Flächenstaat; in diesem Zusammenhang taucht auch zum ersten Mal die Bezeichnung māt Aššur „Land Assur“ auf. Die Verwaltung dieses Reiches baute großenteils auf der Struktur des hurritischen Vorgängerreiches auf. Generell sind neben babylonischen besonders auch hurritische Einflüsse auf Kultur und Struktur Assyriens erkennbar.

Assur-uballits Nachfolgern gelang die territoriale Ausweitung des Reiches, besonders Adad-Nerari I. (1296-1264) und Salmanassar I. (1264-1234). Unter Tukulti-Ninurta I. (1234-1197) erreichte das Territorium Assurs seine größte Ausdehnung. Er eroberte schließlich Babylon (→ Babel / Babylon) und zerstörte die Stadt. Nach erneutem Niedergang des Reiches gelang Tiglat-Pileser I. (1114-1076) eine noch größere Ausweitung des assyrischen Einflussgebietes: Er erreichte im Norden den Van-See, im Westen das Mittelmeer; auch er besiegte Babylonien. In dieser Zeit begannen langsam einwandernde Aramäerstämme (→ Aramäer) eine immer größere Gefahr für Assur darzustellen, die zum neuerlichen Niedergang des Reiches führte.

2.3. Neuassyrische Zeit (10./9. Jh. -612 v. Chr.)

© Johannes Renz

Tabelle: Zeittafel der neuassyrischen Könige.

Die Grundlage des neuassyrischen Reiches legte Assur-dan II. (935-912) durch Konsolidierung der Grenzen und Reorganisation der Wirtschaft. Die expansive Politik des neuassyrischen Reiches begann mit Adad-Nerari II. (912-891) und Tukulti-Ninurta II. (891-884), deren Ersterer Babylonien und die Aramäer angriff, während der Letztere einerseits Armenien erreichte, andererseits im Westen die Eroberungen seines Vaters im Ḫābūr-Gebiet sicherte und erweiterte. Assurnasirpal II. (884-859) dehnte das Reich nach Norden und Osten aus, vor allem aber wandte er sich den Aramäern im Westen zu. Nach langer Zeit war er wieder der erste, der das Mittelmeer erreichte, und machte u.a. die phönizischen Küstenstädte tributpflichtig. Er baute die Stadt Kalchu (modern Nimrud) zur neuen Hauptstadt mit Tempeln, Palästen und Gartenanlagen aus.

Aus: A.H. Layard, The Monuments of Nineveh, London 1849, Pl. 53

Abb. 3 Schwarzer Obelisk Salmanassars III. 2. Reihe: Jehu von Israel in Proskynese vor dem assyrischen König; der Text beschreibt den Tribut des Königs von Israel (Kujundschik / Ninive; 9. Jh.; heute: London).

Sein Sohn Salmanassar III. (859-824) führte die Expansionspolitik seines Vaters fort und erschien als erster im Gesichtskreis Israels: In mehreren Feldzügen griff er die Aramäer in Syrien an (u.a. 853, 849, 848, 845, 841 v. Chr.). Dabei traf er gleich zu Anfang auf eine antiassyrische Koalition unter der Führung von Hadadezer von Damaskus, an der sich auch → Ahab von Israel beteiligte. Die → Schlacht von Qarqar (853 v. Chr.) endete mit einem Sieg Assurs, allerdings ohne politischen Erfolg, so dass Salmanassar zu weiteren Feldzügen gezwungen war. Anlässlich seiner Syrienexpedition 841 brachte ihm → Jehu von Israel Tribut dar. Die Szene wird auf dem sogenannten „Schwarzen Obelisken“ bildlich dargestellt, Jehu dabei als „Sohn Omris“ bezeichnet, obwohl er nach biblischer Darstellung der Dynastie Omri gerade nicht angehörte; der politische Umsturz Jehus und die Ausrottung der Dynastie Omri war in Assur gar nicht zur Kenntnis genommen worden. Die mit dem Ausgang der Regierungszeit Salamanassars beginnende Schwächeperiode – charakterisiert u.a. durch ein Erstarken der in ihrem jeweiligen Gebiet königsähnlich agierenden Provinzgouverneure zuungunsten des zentralen Königtums – machte sich Aram zu Nutze. Die bis ins beginnende 8. Jh. dauernden Aramäerkriege bedrohten Israel aufs äußerste; → Hasael wird im Alten Testament als Exponent dieser Bedrohung dargestellt (etwa 2Kön 8,12f.; vgl. auch prophetische Texte Am 1,3-5; Jes 9,10f.). Auch Schamschi-Adad V. (824-810), in → Babylonien erfolgreich, zog nicht nach Syrien. Seine Gattin Sammuramat, die legendäre Semiramis der Griechen, führte nach seinem Tod einige Zeit die Regierungsgeschäfte für ihren minderjährigen Sohn. Dieser, Adad-Nerari III. (810-783), zog als erster wieder nach Syrien, empfing Tribut u.a. von Tyrus, Sidon, Israel, Moab und belagerte und unterwarf Damaskus. Der wieder steigende Druck auf Aram bescherte Israel unter → Jerobeam II. eine letzte Blütezeit.

Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 24.10.2016

Abb. 4 Stele Tiglat-Pilesers III. (Nimrud / Kalchu; heute: Paris).

Die letzte große und für Israel entscheidende Periode in der neuassyrischen Geschichte leitete Tiglat-Pileser III. (745-727) ein. Im Laufe eines Jahrhunderts gelang ihm und seinen Nachfolgern der Aufbau eines Großreiches, das von Ägypten bis zum iranischen Hochland reichte und das israelitische Nordreich seiner Existenz, das judäische Südreich seiner Selbständigkeit beraubte. Eine Reorganisation der Provinzen und der Verwaltung stärkte die Zentralgewalt, ein neues System der Provinzialverwaltung (s.u. 3.) sicherte die Stabilität der eroberten Gebiete. Neben der Unterwerfung Babyloniens im Süden und mehreren Feldzügen gegen Urartu im Norden richtete er sein Augenmerk auf Syrien: Nachdem er 743-740 Arpad in Nordsyrien belagert und erobert hatte, zog er 738 wiederum nach Syrien gegen eine Koalition unter der Führung des Königs von Sam’al (→ Sendschirli). Nach seinem Sieg empfing er Tribut von zahlreichen nordsyrischen, kleinasiatischen und phönizischen Staaten bzw. Städten. Unter den Tributären wird auch → Menachem von Israel genannt. 734 zog Tiglat-Pileser gegen Philistäa, der König von Gaza, Ḫanūnu, floh nach Ägypten, wurde aber nach seiner Rückkehr in Gnaden wieder eingesetzt. Raṣyān (→ Rezin) von Damaskus und → Pekach von Israel versuchten nun, Juda unter → Ahas in eine antiassyrische Koalition zu zwingen, woraus sich der sog. → syrisch-ephraimitische Krieg entwickelte. Ahas, der wohl abgesetzt und durch einen koalitionsfreundlichen Fürsten ersetzt werden sollte, leistete Assur Tribut. Bereits 733 beschnitt Tiglat-Pileser das Gebiet des nun zum Vasallen herabgestuften Pekach, der kurz darauf durch den revoltierenden → Hoschea ben Ela ersetzt wurde, auf den Rumpfstaat Ephraim; die übrigen Gebiete wurden in assyrische Provinzen verwandelt, die Oberschicht deportiert (→ Exil) und durch eine fremde Bevölkerung ersetzt (zu den Vorgängen vgl. neben 2Kön 15,29f.37; 2Kön 16,5-9 auch Jes 7-8; Jes 17,1-11; Hos 5,8-6,6; u.ö.). Damaskus fiel 732 und wurde assyrische Provinz.

Der Sohn und Nachfolger Tiglat-Pilesers, Salmanassar V. (727-722), regierte nur kurz. Als Herrscher von Babylonien erscheint er unter seinem Geburtsnamen Ulūlāju. Noch unter seiner Regierung im Jahre 724 (oder schon 727) stellte Hosea von Israel die Tributzahlungen an Assur ein. Samaria wurde von Assur belagert und schließlich 722/720 erobert – endgültig vielleicht erst unter Sargon II. (beide Herrscher reklamierten die Eroberung für sich). Sein Nachfolger Sargon II. machte auch den verbliebenen Rumpfstaat Ephraim zur assyrischen Provinz Samerina, deportierte die Oberschicht und siedelte neue Bevölkerungsteile an (2Kön 17,7-41). Israel als eigenständiger Staat hatte aufgehört, zu existieren.

Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 24.10.2016

Abb. 5 Sargon II. und sein Wesir; Relief (Chorsabad / Dur-Scharrukin; heute: Paris).

Sargon II. (722-705) stürzte seinen Vorgänger – und wohl Bruder – Salmanassar V. Die Wirren bei seinem Herrschaftsantritt führten zu den üblichen Befreiungsbestrebungen im ganzen assyrischen Großreich. Mit dem Chaldäerfürsten Marduk-apla-iddina (II.) musste er zunächst ein Stillhalteabkommen schließen; erst 710 konnte er gegen Babylonien und Elam vorgehen und selbst die Herrschaft in Babylon antreten (→ Babylonien). Das Vordringen der Kimmerier nach Westen und damit ins Hinterland Urartus ermöglichte es Sargon, den von zwei Seiten bedrängten Feind Urartu auszuschalten. 720 schritt Sargon in Nordsyrien und der Philisterstadt Gaza ein. Nach weiteren Maßnahmen am Südrand Palästinas 716 schlug er 712/711 den sog. Aschdodaufstand in Philistäa nieder, an dem sich auch Juda beteiligt, sich aber rechtzeitig zurückgezogen hatte (Jes 20). Des Weiteren widmete sich Sargon besonders dem Ausbau seiner neuen Hauptstadt Dur-Scharrukin („Sargonsburg“; modern Chorsabad; Koordinaten: N 36° 30' 35'', E 43° 13' 41''). Sargon starb während eines Feldzuges in Tabal. Die Tatsache, dass sein Leichnam nicht geborgen werden konnte und er unbestattet blieb, musste als Fluch verstanden werden, der aus einem entsprechenden Fehlverhalten Sargons resultierte. Sein Sohn und Nachfolger Sanherib – als Kronprinz zunächst seinen Vater in Regierungsgeschäften unterstützend – distanzierte sich völlig von seinem Vorgänger, unterband jede Erinnerung an ihn und gab dessen neu gegründete und auf ihn zugeschnittene Hauptstadt Dur-Scharrukin zugunsten von Ninive / Kujundschik (Koordinaten: N 36° 21' 33'', E 43° 09' 09'') auf.

Aus: A.H. Layard, A Second Series of Monuments of Nineveh, London 1853, Pl. 23

Abb. 6 Sanheribs Belagerung der judäischen Stadt Lachisch 701 v. Chr.; der König thront und nimmt den Bericht seines Offiziers entgegen; links werden gefangene Judäer herangeführt, deren Vordere sich niederwerfen (Wandrelief im Südwestpalast Sanheribs; Kujundschik / Ninive; heute: London).

Sanherib (705-681), Sohn und Nachfolger Sargons, nunmehr von Ninive aus regierend, musste sich im Westen 701 gegen eine antiassyrische Koalition von mehreren philistäischen und phönikischen Städten, Ammon, Moab und Edom unter Führung → Hiskias von Juda und Unterstützung Ägyptens wenden. Nachdem er den Aufstand niedergeschlagen und die Ägypter bei Eltheke geschlagen hatte, eroberte er die judäischen Festungsstädte und belagerte → Jerusalem. Hiskia wurde tributpflichtig, sein Territorium wurde auf Jerusalem beschränkt, das übrige Gebiet an philistäische Städte gegeben (vgl. Jes 1,7-9). Von judäischem Boden ging nie wieder Widerstand gegen das assyrische Reich aus. In Babylonien machte der renitente Marduk-apla-iddina und sein Nachfolger Muschezib-Marduk mehrere Expeditionen erforderlich. Die Auseinandersetzung endete in der völligen Zerstörung Babylons 689 (→ Babylonien 2.3.). Der religiöse und kulturelle Vorrang, den Babylonien immer beanspruchen konnte, sollte beendet werden, indem die babylonischen Götter bzw. Götterstatuen nach Assyrien deportiert wurden, der zunächst auf Assyrien beschränkte Gott Assur mit dem babylonischen Marduk gleichgesetzt sowie an die Spitze des mesopotamischen Pantheons gestellt wurde und die kultisch relevanten Anlagen – teilweise nach babylonischem Vorbild – zum eigentlichen religiösen Zentrum ausgebaut wurden (s.u. 7.). Gleichzeitig baute Sanherib Ninive als Hauptstadt großartig mit Gärten und Palastanlagen aus.

Die Unzufriedenheit mit der Nachfolgeregelung – Sanherib hatte seinen jüngsten Sohn Asarhaddon nachträglich gegenüber dem ursprünglichen Kronprinzen Urdu-Mulissi bevorzugt – sorgte dafür, dass Sanheribs übrige Söhne gegen ihn revoltierten, ihn vertrieben und schließlich 681 ermordeten – ein Ende, das wie schon das Ende seines Vaters Sargon als Folge eines Kultfrevels, jetzt des Sakrilegs der völligen Vernichtung der Stadt Babylon und seiner Kultanlagen, betrachtet wurde (vgl. auch 2Kön 19,35-37).

Links: Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 24.10.2016; Zugriff 7.8.2016; rechts: © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 7 Siegesstele Asarhaddons, der an Bändern zwei besiegte Könige hält (Stele aus Sendschirli; heute: Berlin).

Sein Sohn Asarhaddon (681-669; → Asarhaddon) musste erst seine Herrschaft sichern: Bereits vor seinem Tod hatte Sanherib seinen jüngsten Sohn Asarhaddon zum Erbprinzen eingesetzt und in einer feierlichen Versammlung alle seine Söhne und die assyrische Oberschicht auf Asarhaddon vereidigt. Während der Ermordung seines Vaters war Asarhaddon im Exil und musste sich, nach Ninive zurückgekehrt, erst gegen seine Brüder durchsetzen.

Eine seiner ersten Maßnahmen war der Wiederaufbau Babylons, mit Rücksicht auf nationalistische Kreise in Assyrien parallel zum Ausbau des Heiligtums Escharra in Assur (→ Babylonien 2.3.). Die Sicherung und der Ausbau des assyrischen Einflussgebietes waren auch in dieser Zeit die Hauptaufgaben des Herrschers: Im Norden war nach dem Weiterziehen der Kimmerier mit einem Wiedererstarken Urartus zu rechnen, im Nordwesten hatten eben diese Kimmerier 696 das Phrygerreich zerstört. Militäraktionen Assurs gegen beide Völker sicherten den Bestand des Reiches. Im Osten wurde die Medergefahr größer; auch ein Feldzug nach Nordostarabien erfolgte. Im Westen wurde 677 der aufständische König von Sidon Abdi-milkutti hingerichtet, seine Stadt zerstört. Den Höhepunkt der Expansionspolitik Asarhaddons stellte die Eroberung des Nildeltas dar. 671 griff Asarhaddon Pharao → Taharqo und das verbündete → Tyrus an und eroberte Memphis. Taharqo floh in den Süden, den ägyptischen Gaufürsten wurden assyrische Administratoren zur Seite gestellt. Bei Asarhaddons Wegzug brachen aber Unruhen aus, so dass er 669 nochmals nach Ägypten ziehen musste. Er starb auf dieser Expedition.

 Mit Dank an © The Trustees of the British Museum; BM WA124920

Abb. 8 Assurbanipal (liegend) und seine Gemahlin (sitzend) in der Weinlaube (Relief; Kujundschik / Ninive; heute: London).

Unter seinem Sohn Assurbanipal (669- [?] 631;Assurbanipal), dem letzten großen Herrscher Assurs, erreichte Assyrien seine größte Ausdehnung, überschritt gleichzeitig auch den Zenit seiner Macht. Wie bei seinem Vater war sein Regierungsantritt nicht problemlos vonstatten gegangen: Der älteste Sohn Asarhaddons war früh gestorben; Asarhaddon gedachte Assyrien und Babylonien unter seine Söhne Assurbanipal und Schamasch-schum-ukin aufzuteilen. Auch dies war durch eine feierliche Vereidigung der Bewohner des Landes Assur abgesichert worden. Nach seinem Tod war diese Regelung aber nur durch das energische Auftreten von Asarhaddons Mutter Naqi’a und die weitere Vereidigung der verbliebenen Söhne Asarhaddons und des Hofes auf Assurbanipal und Schamasch-schum-ukin durchzusetzen. Assurbanipal gelang in den ersten Jahren seiner Regierung die Sicherung der Lage in Ägypten; seine Truppen eroberten sogar Theben und damit auch Oberägypten. Bis 655 konnte Ägypten gehalten werden.

Zur inneren Schwächung des assyrischen Reiches trug besonders der Bruderkrieg (652-648) mit Assurbanipals Bruder und Herrscher von Babylonien Schamasch-schum-ukin bei. Der von Elam und arabischen Stämmen unterstützte babylonische Aufstand konnte niedergeschlagen werden, die Verteidiger Babylons setzten die Stadt in Brand, Schamasch-schum-ukin kam darin um. Eine Strafexpedition gegen arabische Stämme sollte diese für ihre Unterstützung Babyloniens bestrafen. In Babylon wurde ein Statthalter namens Kandalanu eingesetzt.

Größere Militäraktionen wurden gegen Elam notwendig. Ein neuer Herrscher auf dem Thron Susas, von den Assyrern Te-Umman genannt, wurde zunächst 653 am Fluß Ulai besiegt und getötet. Im Land wurden assyrientreue, aber aus dem elamischen Herrscherhaus stammende Herrscher eingesetzt. Nach der Befriedung des von Elam unterstützten babylonischen Aufstandes ging Assurbanipal nach mehreren Feldzügen 647/6 dazu über, Elam zu zerschlagen. Susa wurde zerstört, Einwohner deportiert (vgl. Esr 4,9f.). Selbst der Perser Kyros I. sandte Tribut nach Ninive.

Assurbanipal rühmte sich selbst als Gelehrten verschiedener Disziplinen, besonders der Schreibkunst. Kulturgeschichtlich ist die von ihm angelegte Bibliothek (Tontafelarchiv) in Ninive von größter Bedeutung (s.u. und → Assurbanipal 3.).

Die Datierung der letzten Jahre Assyriens ist wegen fehlender einschlägiger Quellen unsicher. Nach dem Tode Assurbanipals etwa gegen 631 konnte sich Assur nur noch kurze Zeit halten. Durch die Deportationspolitik und das Provinzialsystem war ein Gebilde entstanden, das keinen inneren Zusammenhalt mehr aufwies; nur in der Person des Königs, auf den alle Beamten und Generäle, der Hof und besonders auch die Königsfamilie immer wieder vereidigt werden mussten, wurde das Ganze zusammengehalten. Die über Jahrhunderte andauernde Eroberungspolitik hatte schließlich die Kräfte des Landes aufgebraucht; gleichzeitig war eine weitere Expansion, die Tribute und Beute ins Land gebracht hätte, nicht mehr möglich. Permanente Aufstandsversuche, besonders in Babylonien, trugen zudem zur Schwächung bei. Nach Assurbanipal herrschten sein Sohn Assur-etel-ilani (631-627), dann für kurze Zeit der hohe Beamte Sin-schum-lischir und schließlich ein weiterer Sohn Assurbanipals Sîn-schar-ischkun (627-612). In Babylonien nahm der Einfluss Nabopolassars I. immer mehr zu, schließlich war er 626 in Babylon als „König von Akkad“ anerkannt worden. Von Osten begannen die Meder ihre Expansionspolitik gegen Assur. Gemeinsam eroberten Babylonier und Meder systematisch Assyrien, Assur wurde 614 von den Medern eingenommen und zerstört, die Bewohner deportiert oder ermordet. 612 fiel Ninive, Sîn-schar-ischkun kam dabei ums Leben. Sein Nachfolger Assuruballit II. setzte sich nach → Haran, das letzte nicht besetzte Gebiet Assyriens, ab. Pharao → Necho versuchte 609 vergeblich, Assuruballit gegen die für Ägypten nunmehr gefährlich gewordenen Babylonier zu unterstützen. Haran fiel in babylonische Hände, das assyrische Reich hatte für immer aufgehört, zu existieren.

2.4. Das assyrische Kernland nach dem Untergang des neuassyrischen Reiches

Im Zuge der medisch-babylonischen Eroberung der assyrischen Hauptstädte einschließlich Assur wurden diese weitgehend niedergebrannt und zerstört. Danach erfolgte zunächst nur eine ärmliche Besiedlung, wobei in der Diskussion bleibt, welchem der beiden konkurrierenden Nachfolgestaaten das assyrische Kernland im Einzelnen zugehörte. Spätestens ab parthischer Zeit, ab dem 1. Jh. v. Chr., sind archäologisch wieder Tempel nachweisbar, im Falle des Assurtempels unmittelbar über dem ursprünglichen Assurtempel. In der Stadt Assur selbst und in anderen Städten wurde der Kult der assyrischen Hauptgottheiten fortgeführt; die großen assyrischen Jahresfeste sind, wie z.B. auch in nahegelegenen Städten wie Hatra, bis in parthische Zeit im 3. Jh. n. Chr. nachweisbar. In dieser Zeit endet dann auch die Besiedlung von Assur.

Politisch gehörte das assyrische Kernland in der ersten Phase des persischen Großreichs im Anschluss an die neubabylonische Verwaltung zu einer Großsatrapie Bābilu und māt Eber-nāri, die Mesopotamien und Syrien-Palästina gleichermaßen umfasste und damit weitgehend mit dem neuassyrischen Reich identisch war (Parpola 2004).

Erst durch die vielleicht unter → Xerxes und nicht → Dareios I. anzusetzende Verwaltungsreform erfolgte eine Neuaufteilung dieser großen Satrapie in die Teile Cis- und Transeuphratene, akkadisch als Bābilu und Eber-nāri (aramäisch עבר נהרא ‘br nhr’); in altpersischen Inschriften tauchen jetzt auch die Begriffe Bābairu- und Aṯurā- auf. Das seleukidische Gebiet umfasste wieder etwa den Umfang des (westlichen) neuassyrischen Reiches. In griechischen Quellen erscheinen so die Begriffe Assyrien und Syrien weitgehend gleichbedeutend für eben dieses seleukidische Gebiet (s.u. 2.5.) – allerdings so, dass einzelne Autoren durchaus differenzierten.

Die alten Hauptstädte Assyriens erreichten dabei aber keine politische Bedeutung mehr – mit Ausnahme von Haran, dessen Kult des Mondgottes (→ Mond) überregionale Bedeutung besaß.

2.5. Die Bezeichnung „Assur“ in nachassyrischer Zeit

Nach dem Untergang Assyriens lebte der Begriff Assur als Bezeichnung einer Region und in Provinzbezeichnungen in persischer, hellenistischer und römischer Zeit weiter. Belegt sind u.a. griechisch Ἀσσυρία Assyria, Συρία Syria, reichsaramäisch אתורא ’twr’, syrisch ’ātūr, altpersisch aṯurā, ägyptisch häufig in Gruppenschrift ’a-sú-ra (Edel 1966; Helck 1971; 1975), außerbiblisch-hebräisch אשור ’šwr, altsüdarabisch (minäisch) ’’s2r.

Griechisch Συρία Syria „Syrien“ als verkürzte Form von Ἀσσυρία Assyria ohne anlautende Silbe ’a- geht wohl bereits auf innerassyrische Varianten zurück (Parpola 2004, 16f. mit Lit.; Rollinger 2006. N.B. die hieroglyphen-luwisch-phönizische Bilingue aus Çineköy aus dem 8. Jh., die phönizisch ’šr, luwisch aber Surawa schreibt [Rollinger 2006]). Beide Begriffe werden bei den griechischen Autoren weitgehend bedeutungsgleich gebraucht – einzelne Autoren differenzieren allerdings charakteristisch (vgl. vor allem die Zusammenstellung bei Nöldeke). Sie meinen zunächst – noch vor dem Untergang des assyrischen Großreichs – das neuassyrische Reich speziell in seiner westlichen Ausdehnung, besonders auch Teile Kleinasiens als erstem Kontaktgebiet von Griechen und neuassyrischem Großreich (Rollinger; Parpola; Nöldeke). Syrien und Assyrien werden damit auch zur Bezeichnung des modern-geographisch als Syrien bezeichneten Gebiets. Der Kontakt zum assyrischen Kernland, zumindest Nordmesopotamien, geht aber – vor allem für den Begriff Ἀσσυρία – nie ganz verloren (Parpola, auch bereits Nöldeke). Für das nordwestsemitische ’aššūr (אשור ’šwr) gilt Vergleichbares (s.u. 8.1.).

Hintergrund ist die Tatsache, dass die persische Verwaltung im Anschluss an die neubabylonische zunächst Mesopotamien und Syrien als eine einzige Satrapie (→ Provinzen) zusammenfasste und dass darin trotz weiterer wechselnder Feinunterteilung auch die Basis für das spätere Seleukidenreich lag (s.o. 2.4.).

Assyrien / Syrien kann somit westeuphratisches Syrien / eber nāri / Transpotamien (→ Euphrat) mit einschließen, kann aber auch in ausdrücklicher Konkurrenz zum eindeutig westeuphratischen eber nāri diesem ausdrücklich entgegengesetzt werden – so in der minäischen Inschrift aus Baraqisch RÉS 3022 / M247 Z. 1 [TUAT 1/6, 664] und wohl auch in Num 24,22.24.

Damit umfasst der Begriff Syrien / Assur seit dem Vordringen des Aramäischen im neuassyrischen Reich und erst recht, seit das sogenannte Reichsaramäische im persischen Großreich zur allgemeinen Verkehrssprache geworden war, auch etwa das Gebiet, in dem Aramäisch gesprochen wurde. Mit dem Begriff „assyrisch“ (griechisch und semitisch) konnte infolgedessen auch die aramäische Sprache und Schrift (letztlich die Quadratschrift) überhaupt bezeichnet werden.

3. Organisation des Reiches

Mit Dank an © The Trustees of the British Museum, BM 124540

Abb. 9 König Assurnasirpal II. auf einem Streitwagen; als Bogenschütze wird er mit dem Gott in der Flügelsonne (Assur ?) parallelisiert (Thronsaal B im Nordwest-Palast von Nimrud; heute: London).

Kriegführung war ein wesentliches Element des assyrischen Selbstverständnisses im 1. Jt. v. Chr. Assur war ein kriegerischer Gott. Neuassyrische Königsinschriften berichten stereotyp, dass der „Schreckensglanz Assurs“ die Feinde niederschlug, d.h. die Gottheit führte eigentlich den Krieg, der König war deren ausführendes Organ. Umgekehrt werden Zeiten, in denen „das Heer im Lande blieb“, in den Chroniken negativ beurteilt. So entstand ein „ökumenisches“ Großreich, das von Mesopotamien aus betrachtet, besonders unter Assurbanipal, zum ersten Mal fast den gesamten Gesichtskreis der damaligen Welt umfasste. Noch der lateinische Autor Aemilius Sura bezeichnet mit dem assyrischen Reich des Ninus das erste der vier Weltreiche.

Grundlage für die Eroberung solch großer Gebiete waren Neuerungen auf militärischem Gebiet. Neben rein militärtechnischen Neuerungen (Streitwagen, Reiterei) war das assyrische Heer auch organisatorisch durch einen großen Tross, sein bewegliches umfangreiches Feldlager als Standquartier und schließlich die Ausplünderung bereits eroberter Gebiete in der Lage, auch längere Belagerungen feindlicher Städte durchzuführen (vgl. etwa die Belagerungen von → Lachisch und → Jerusalem).

Parallel spielten Verträge mit benachbarten Staaten bei Erhalt und Ausdehnung des assyrischen Machtbereichs eine Rolle; hinzu kam offenbar auch ein ausgedehntes Spionagenetz (Cancik-Kirschbaum).

© Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Abb. 10 Belagerung einer Festung; Krieger mit Bogen und Schild; links: Belagerungsmaschine; im Hintergrund Gepfählte (Reliefbild Tiglat-Pilesers III., Nimrud / Kalchu; 9. Jh.).

Ein wesentliches Moment assyrischer Militärpolitik war die konsequente Anwendung von Terror gegen die feindliche Bevölkerung, auch ein Element psychologischer Kriegführung: Viele Städte ergaben sich bereits beim Herannahen assyrischer Truppen. Wer Widerstand leistete, wurde u.a. geschunden, gehängt oder gepfählt (→ Pfählung). Assurbanipal etwa rühmte sich, mit den Häuten, die er den Getöteten von Sais und anderer ägyptischer Städte abziehen ließ, die Stadtmauer verkleidet zu haben; bereits in mittelassyrischer Zeit beschreibt Tiglat-Pileser I., dass er die abgeschlagenen Häupter der Soldaten wie Kornhaufen aufgeschichtet habe, dass das Blut der Feinde von den Höhen der Berge herab und in die Täler floss. Auch die konsequente Zerstörung gegnerischer Städte, zumindest von Tempeln und Palästen, gehörte zu diesem System.

Aus: L.W. King, Bronze Reliefs from the Gates of Shalmaneser, King of Assyria, B.C. 860-825, London 1915, Pl. 44 und 45

Abb. 11 Eine Reihe nackter Gefangener mit einer Halsgabel; b: eine brennende Stadt mit Reihen von abgehackten Köpfen (Bildausschnitte von Kupferblech-Beschlägen am Tor von Balawāt; Zeit Salmanassars III. [9. Jh.]; heute: London).

Die Pazifizierung eines „ökumenischen“ Großreiches musste aber primär durch verwaltungstechnische Maßnahmen erfolgen. So wurde ab Tiglat-Pileser III. ein abgestuftes System der Integration eroberter Gebiete in das assyrische Großreich geschaffen, das der jeweiligen geopolitischen Lage und dem Verhalten der jeweiligen Herrscher gerecht werden konnte: Eroberte Gebiete wurden zunächst in das 1. Vasallitätsstadium eingestuft, d.h. die Länder wurden Assur gegenüber zu Treue verpflichtet und mussten Tribut zahlen. Bei Aufständen oder Aufstandsverdacht wurden diese Staaten in das 2. Stadium der Vasallität überführt, die Herrscher wurden beseitigt und durch assurtreue Herrscher des jeweiligen Landes ersetzt, das Staatsgebiet wurde verkleinert. Die 3. und letzte Stufe bei weiterer Unbotmäßigkeit war der Verlust eigener Staatlichkeit, die jeweilige Region wurde in das assyrische Provinzialsystem unter Leitung eines assyrischen Provinzgouverneurs eingegliedert. Alle drei Stadien sind an der Behandlung Israels erkennbar.

Die Integration von eroberten Gebieten in das assyrische Verwaltungssystem hatte vor allem wirtschaftliche Gründe: Neben der jeweils einmaligen Kriegsbeute war das Kernland Assyrien vor allem auf immer größere Lieferungen von regelmäßigen Tributen und Abgaben angewiesen.

Ein weiteres Mittel zur Pazifizierung des Reiches stellten groß angelegte Deportationen der Bevölkerung, meist der Oberschichten, dar. Durch diesen Austausch von Oberschichten wurde vielen Staaten eine fremde Oberschicht gegeben und sie damit ihrer Identität beraubt. Auch die Zerstörung von Hauptheiligtümern der eroberten Gebiete und die „Deportation“ von deren Göttern bzw. Götterstatuen nach Assyrien trugen dazu bei. Im Zielgebiet stellten die Deportierten dann überwiegend willfährige Arbeitskräfte dar, besonders in den Großbauprojekten im assyrischen Kernland, und dienten damit ihrerseits der Stabilisierung des Gesamtreiches.

Im Gefolge entstand im assyrischen Kernland, abgeschwächt in den eigentlichen Provinzen, ein Gebilde mit neuer Identität: Einerseits ausgeprägt multiethnisch und zwangsläufig multikulturell, wie die Personennamen der ursprünglich etwa nach Assyrien deportierten Bevölkerungsgruppen zeigen. Andererseits entstand ein neues Staatsgebilde mit parallel sich entwickelnder Gesamt-Identität, wie die Tatsache zeigt, dass oftmals Kinder und Enkel von deportierten Personen nun nicht mehr Namen nach dem Muster ihrer jeweiligen Heimatländer erhielten, sondern nach assyrischem Vorbild benannt wurden. Diese machten durchaus in der assyrischen Hierarchie Karriere und prägten damit auch die assyrische Gesellschaft neu. Hinzu kam, dass spätestens ab 700 v. Chr. das (Reichs-)Aramäische zur lingua franca des gesamten assyrischen Reiches geworden war und einer kulturellen Vereinheitlichung Vorschub leistete (Parpola 2004).

4. Organisation im Inneren

Innenpolitisch stand dem König ein zentralistisch organisierter Apparat an Beamten zur Verfügung, dessen Hierarchie in den sog. Eponymenlisten ablesbar ist: Die Datierung der Jahre erfolgt so, dass jedes Jahr nach einem der Spitzenbeamten benannt wird, wobei auf den König der oberste Heerführer, der Palastherold, der Obermundschenk, der Haushofmeister und dann die einzelnen Provinzgouverneure folgen. Ein hochentwickeltes Verwaltungssystem mit Buchhaltung und Archiven sicherte den Bestand.

Eine wesentliche Rolle spielten besonders in neuassyrischer Zeit die königlichen Berater, deren Schreiberausbildung weit mehr als nur das eigentliche Schreiben, wenigstens in akkadischer und sumerischer, später auch aramäischer Sprache, umfasste. Orakelanfragen und in neuassyrischer Zeit häufiger auch Prophetenworte beeinflussten das Verhalten der Herrscher.

Dabei findet sich neben dem Königspalast eine politisch und wirtschaftlich einflussreiche Adelsschicht. Zu den allgemeinen Aspekten der Innenpolitik → Babylonien 3.

Hauptstädte des Reiches waren Assur, für kurze Zeit Kār-Tukulti-Ninurta (unter Tukulti-Ninurta I.), ab Assurnasirpal dann Kalchu (= Nimrud), nur unter Sargon II. das von ihm erbaute Dur-Scharrukin und schließlich Ninive.

5. Wirtschaft

Die Wirtschaft ähnelt zunächst der des südlichen Mesopotamien (→ Sumer 3.2.; → Babylonien 3.3.) – einschließlich des zunehmenden Anteils von Privateigentum und Privatinitiative in Landwirtschaft und Handel. Der in Nordmesopotamien mögliche Regenfeldbau lässt weniger zentralistische Organisationsformen der Wirtschaft zu; den Tempeln kam offenbar eine geringere wirtschaftliche Bedeutung zu. Neben dem Palast als Haushaltseinheit treten die Großen des Landes als Eigentümer großer Ländereien, von denen die kleineren Produzenten der Dörfer durch Verschuldung immer mehr in Abhängigkeit gerieten. Trotzdem bildete das Rückgrat der wirtschaftlichen Versorgung offenbar ein vom Palast gesteuertes Verwaltungssystem mit Provinz- und Distriktgouverneuren und diesen untergebenen lokalen Bürgermeistern etc. sowie unmittelbar der Zentrale verantwortlichen königlichen Beauftragten, wobei die Arbeitskontingente der beschäftigten Bevölkerung zentral festgelegt und diese dann entsprechend mit Materialien für ihre Subsistenz entlohnt wurden (u.a. Cancik-Kirschbaum). Der Palast war zuletzt nicht nur von Abgaben untergeordneter Wirtschaftseinheiten abhängig, sondern in zunehmendem Maße in neuassyrischer Zeit von den Tributen und der Beute aus den eroberten Gebieten, bis zum Zusammenbruch des Systems, als unter Assurbanipal die damals maximal realisierbare Ausdehnung des Reiches erreicht und keine Steigerung der Einnahmen mehr möglich war (Renger).

Die Intensivierung der Landwirtschaft, speziell auch die Versorgung der neu gegründeten Residenzstädte sowie die Anlage von umfangreichen Gartenanlagen erforderten ein technisch ausgeklügeltes hydraulisches System mit Tunneln, Aquädukten etc., das von der hohen Fertigkeit der assyrischen Ingenieure zeugt – besonders unter Sanherib, der sich selbst technischer Erfindungen rühmte.

Gerade der Fernhandel bleibt auch in nachaltassyrischer Zeit (s.o. 2.1.) ein hinter den militärischen Aktivitäten oft übersehenes Charakteristikum der assyrischen Gesellschaft, kontrolliert überwiegend vom Palast, durchgeführt durch private Kaufleute und königliche Handelsagenten (vgl. → Handel). Abgewogene Edelmetalle dienten als Zahlungsmittel.

6. Kunst, Literatur

In der Baukunst entstehen in neuassyrischer Zeit große Palastanlagen (→ Palast) mit umfangreichen, parkähnlichen Gärten, mit großen Reliefs versehenen Wänden und teilweise umfangreichen Bibliotheken (s.u.). Berühmt sind etwa die meist bereits im 19. Jh. ausgegrabenen Anlagen in Kalchu, Ninive, Assur u.a. Ganze Städte wurden neu gestaltet, etwa Dur-Scharrukin unter Sargon, Ninive unter Sanherib (s.o.).

Mit Dank an © The Trustees of the British Museum, BM 124887

Abb. 12 Oben: Assurbanipal auf Löwenjagd, unten: anschließendes Trankopfer (Relief; Kujundschik / Ninive; heute: London).

Die Flachbildkunst erreicht einen Höhepunkt. Neben dem Kampf gegen die Gegner Assurs, etwa der Eroberung von → Lachisch im Südwestpalast in Ninive, spielt die vom König betriebene Jagd gegen wilde Tiere – und damit ebenfalls feindliche Mächte – als Motiv eine große Rolle.

Die Archive und Bibliotheken in Assur (Vorderasiatisches Museum, Berlin), vor allem aber die von Assurbanipal eingerichtete in Ninive (meist im British Museum, London) weist eine umfangreiche Sammlung mesopotamischer Literatur auf. Mit der Sammlung der Texte erreicht auch der bereits im ausgehenden 2. Jt. beginnende Prozess der „Kanonisierung“ der Literatur einen Höhepunkt.

7. Religion

Grundsätzlich entspricht die assyrische Religion, auch das assyrische Pantheon, der babylonischen (→ Babylonien 5) – nicht umsonst in der Forschungsliteratur meist gemeinsam als Religion Mesopotamiens u.ä. verhandelt. Zudem ist ein stärkerer Einfluss der Hurriter auf die assyrische Religion festzustellen.

Charakteristisch ist vor allem der mit Stadt und später Land / Großreich gleichnamige Hauptgott Assur. Anfangs Stadtgott, zunächst Stadtnumen der gleichnamigen Stadt, stieg er mit dem Aufstieg Assyriens zur Lokal-, dann Weltmacht zum Hauptgott des Landes auf und übernahm im 1. Jt. v. Chr. in Assyrien damit die Funktion, die → Marduk in Babylonien innehatte (→ Babylonien 5.1.). Mit dieser speziellen Herkunft hat es zu tun, dass Assur erst spät und nur oberflächlich genealogisch in das mesopotamische Pantheon (zur auffälligen Kontinuität im Pantheon Mesopotamiens vgl. Sallaberger 2004) eingegliedert wurde und auch ikonographisch recht unspezifisch bleibt. Assur wurde, bes. im Laufe des 1. Jt.s, zum Reichsgott, der den assyrischen Königen die Expansion des Reiches auftrug und die Feinde niederschlug (s.o. 3.). In seinem Namen und seinem Auftrag führten die neuassyrischen Könige ihre Expansionskriege.

Seine Verehrung konzentrierte sich auf das eigentliche Assyrien, Hauptkultort war die Stadt Assur mit dem Heiligtum Escharra. Der politischen Unterwerfung der einzelnen Länder des sich herausbildenden Weltreiches entsprach nicht eine etwa kongruierende religiöse Assurisierung; es gab in diesem Sinne keinen „religiösen Imperialismus“; auffällig ist das weitgehende Fehlen der Gottheit Assur in der klassischen Literatur und auch im Alten Testament. Trotzdem wirkten Deportationen mit groß angelegtem Bevölkerungsaustausch, die Zerstörung lokaler Tempel und vergleichbarer Anlagen, die gemeinsame lingua franca Aramäisch und nicht zuletzt die zentrale Verwaltung nicht nur kulturell, sondern auch religiös vereinheitlichend (s.o. 3.; Parpola 2004; Frahm 2011).

Dem erst sekundären Aufstieg des Gottes Assur entsprach eine nachträgliche Aufwertung durch Gleichsetzungen mit anderen, etablierten Gottheiten. So erschien Assur zunächst gleichgesetzt mit Enlil (→ Babylonien 5.1.; → Sumer 5.2.) und übernahm Beinamen wie bēlu / šadû rabû „großer Herr / Berg“, abu ilāni „Vater der Götter“ oder bēl mātāti „Herr der Länder“.

Eine weitere Gleichsetzung und letzte Aufwertung erfolgte mit dem babylonischen Stadt- und Reichsgott Marduk – konkret ab Sanherib nach der Eroberung und Zerstörung Babylons, der Überführung babylonischer Götter bzw. Götterstatuen nach Assyrien und dem auch in religiösen Baumaßnahmen zum Ausdruck kommenden Bestreben, Assyrien gegenüber dem traditionellen religiösen Zentrum Mesopotamiens in Babylonien als eigentliches Zentrum zu etablieren. Die Stadt Assur wurde mit dem Ausbau des Assurtempels, der Anlage von Prozessionsstraße und akītu-Festhaus nach dem Vorbild der Kulttopographie Babylons neu gestaltet. Während die religiöse Literatur, Gebete, mythologische Texte etc., weitgehend der babylonischen entsprach, so wurde doch hierbei – etwa in der assyrischen Rezension des Weltschöpfungsepos – Marduk durch Assur / Anschar ersetzt. Damit übernahm Assur jetzt die Hauptfunktion im Neujahrsfest und im Weltschöpfungsepos → Enuma Elisch, erschien als Schöpfergott und stand in einschlägigen Götterlisten und Götteraufzählungen an der Spitze der Götter.

Daneben findet sich in Assyrien – besonders auch in Personennamen – der → WettergottAdad an herausragender Stelle. Andere Gottheiten spielten eine größere Rolle als in Babylonien, so die Venus- und Kriegsgöttin → Ischtar, dann die kriegerischen Götter Nergal, Ninurta oder die Sebettu / Siebengötter (Plejaden), die in neuassyrischer Zeit zu den großen Göttern gezählt wurden. Der Sonnengott Schamasch als Richter, der die Feinde niederschlägt, erscheint in neuassyrischer Zeit ikonographisch als Flügelsonne, vielleicht auch mit eingefügter anthropomorpher Figur.

Besonders in Assur findet sich neben dem Brauch eines Ersatzopfers, bei dem ein Tier geopfert wurde, damit die Unterweltsgötter vom Opfernden absehen sollten, die Einrichtung des Ersatzkönigtums: Drohte dem König durch ein Omen vorhergesagt Unheil, so wurde an seiner Stelle ein Ersatzkönig eingesetzt und, wenn er nicht eines natürlichen Todes starb, möglicherweise getötet, so dass das Orakel in Erfüllung trat, ohne dass der eigentliche König, der zwischenzeitlich als „Bauer“ lebte, betroffen wurde (→ Stellvertretung).

Während das Auftreten von Propheten im ganzen antiken Orient und über einen langen Zeitraum hinweg belegt ist, spielt die (spät)neuassyrische Prophetie schon durch ihre zeitliche Nähe zur älteren Prophetie des Alten Testaments für die alttestamentliche Diskussion eine herausragende Rolle (→ Prophetie). Prophezeiungen wurden nicht nur einzeln auf Tafeln festgehalten oder in Briefen etc. erwähnt, sondern nun auch thematisch zusammengestellt auf Sammeltafeln überliefert. Es handelt sich um Königsprophetien, oftmals Heilsorakel.

8. Assur und Assyrien aus der Sicht Israels

8.1. Der Begriff „Assur“ im Alten Testament

„Assur“ meint auch im Alten Testament das historische, bis zu seinem Untergang 612/608 existierende (neu)assyrische Großreich und die gleichnamige Stadt – nicht nur in mutmaßlich kontemporären älteren Texten des Alten Testaments, sondern auch in exilisch-nachexilischen Geschichtsrückblicken und Reflexionen sowie in späteren Fortschreibungen älterer Tradition.

Konnte Assur aus der Sicht Israels im 9. Jh. v. Chr. noch als Hilfe gegen die übermächtigen → Aramäer verstanden werden, tritt es verstärkt ab dem 8. Jh. v. Chr. als bedrohliche Macht in den Gesichtskreis Israels – und steht damit in der Erinnerung für den Untergang des Nordstaates Israel und die politische und teilweise auch kulturelle Unselbständigkeit des Südstaates Juda.

8.1.1. Assur als Stadtname

Hebräisch אַשּׁוּר ’aššûr bezeichnet zunächst die – als einzige Stadt des sonst östlich des Tigris zu lokalisierenden assyrischen Kerngebiets – westlich des Tigris gelegene Stadt Assur selbst, in Gen 2,14, der sogenannten Paradiesesgeographie, zur Lokalisierung des Tigris (abweichend Frahm).

8.1.2. Das Kernland Assur

Das (Kern‑)Land Assur ist in der → Völkertafel Gen 10,11 (als Teil des Königreiches des legendären Nimrod, mit den Städten Ninive, Rehobot-Ir, Kelach und Resen) und dann in Gestalt des gleichnamigen Heros eponymos in Gen 10,22 (1Chr 1,17), als Sohn Sems, angesprochen. Gemeint ist auf jeden Fall das mit Ausnahme der Stadt Assur unmittelbar östlich des Tigris gelegene Kerngebiet Assyriens (vielleicht mit Teilen des nördlichen Mesopotamien), wenn in Gen 10,22 neben den Großmächten Elam und Lud dann einerseits das südmesopotamische Arpachschad (falls damit Babylonien gemeint sein sollte) und andererseits das westliche → Aram (das dann Syrien umfassen würde) genannt sind.

Wenn nach 2Kön 17,23 (vgl. 2Kön 15,29) Bewohner Israels „nach Assur“ deportiert werden, ist ebenso Nordmesopotamien / Assyrien gemeint.

8.1.3. Das neuassyrische Großreich

Hebräisch אַשּׁוּר ’aššûr meint in historischen und prophetischen Texten das assyrische Großreich, wohl einschließlich seiner eroberten und ins Verwaltungssystem integrierten Provinzen, dann übertragen die assyrische Weltmacht, sowie kollektiv die Assyrer – primär im Kontext der assyrischen Eroberung und Fremdherrschaft. Nicht selten begegnet hier die Wendung „König von Assur“ (מֶלֶךְ־אַשּׁוּר mælækh ’aššûr). – In der Masse der Texte bleibt dabei aber der Hauptbezug auf das (vielleicht erweitert gedachte) assyrische Kernland mit der jeweiligen Hauptstadt als Machtzentrum erhalten. Dies gilt wohl auch für die Bezeichnung „das Land Assyrien“ in der Form אֶרֶץ אַשּׁוּרæræṣ ’aššûr, dem akkadischen māt Aššur entsprechend.

1. In Texten des → Deuteronomistischen Geschichtswerks (und seiner im Folgenden nicht eigens aufgeführten chronistischen Parallelen) erscheint Assyrien – und oft ausdrücklich sein König – als Gegner Israels (2Kön 15,19f. [Menachem] / 2Kön 15,29 [Pekach] / 2Kön 17,3-6.23-24.26-27; 2Kön 18,9-12 [Hosea; Eroberung Samarias; Untergang Israels als selbständiger Staat; Deportation und Ansiedlung von Fremden in Israel]; vgl. 1Chr 5,6.26, rückblickend Neh 9,32; Esr 4,2) und Judas (2Kön 16,7-10.18 [Ahas; syrisch-ephraimitischer Krieg] / 2Kön 18,13-14.16-17.19.23.28.30-31.33; 2Kön 19,4.6.8.10-11.17.20.32.35-36; 2Kön 20,6 und die Parallelen in Jes 36,1-38,6 [Ahas; Belagerung Jerusalems] / vgl. 2Kön 23,29 [→ Josia; → Euphrat]).

2.a. Auch in den Texten der klassischen Prophetie – und deren interner Fortschreibungen – begegnet die Großmacht Assur zunächst rückblickend als Gegner, einerseits von Aschdod, Ägypten und Kusch (Jes 20,1.4.6), andererseits in unbestritten exilisch-nachexilischen Texten vom kollektiven Israel (Jes 52,4; Jer 50,17; Ps 83,9).

b. Meist aber liegt in der Textperspektive das von Assur verursachte Unheil in der Zukunft: Dies kann gegen Israel gerichtet sein: Jes 8,4 (neben Damaskus); Hos 9,3; Hos 10,6; Hos 11,5. An drei Stellen, möglicherweise glossenartigen Zusätzen, Jes 7,17.20 und ähnlich auch Jes 8,7, wird das von Gott gegen Juda geplante, in bildhafter Sprache umschriebene Unheil näher bestimmt / konkretisiert als „der König von Assur“. Unheil gegen Juda durch Assur wird ebenso in Jes 7,18 und Jes 10,5*(-15*) angekündigt. Dabei erscheint das durch Assur repräsentierte Unheil in der Reflexion als von Jahwe selbst herbeigerufen: Jes 7,17.20; Jes 8,7 / Jes 7,18; als Stab / Stock (und damit Werkzeug) des Zornes Jahwes: Jes 10,5; vgl. Jes 10,15(a).

c. Während in der prophetischen Androhung Assur die Rolle des zerstörenden Aggressors übernimmt, kritisiert das begründende Scheltwort Assur (und Ägypten) als Objekt falscher Bündnispolitik: von Israel: Assur ‖ Ägypten: Hos 7,11; Hos 12,2; vgl. Hos 9,3; nur auf Assur bezogen: Hos 5,13; Hos 8,9; Hos 14,4 (Umkehraufruf / Abkehr vom Vertrauen auf Assur) und von Juda: Assur ‖ Ägypten: Jer 2,18 [Jer 2,14-19]; Jer 2,36; vgl. Klgl 5,6(f.).

d. Deutlich weiter gehen die Geschichtsrückblicke des → Ezechielbuches, wenn sie Fremdeinflüsse jeglicher, besonders religiöser Art kritisieren – im Bild von der Hure Ohola / Samaria und Oholiba / Jerusalem: Ez 23,5.7 mit der Strafe Ez 23,9; Ez 23,12 mit der Strafe Ez 23,23 (vgl. Ez 16,28). Auch hier begegnet Ägypten als Vorläufer (Ez 16,26; Ez 23,8.19). Assur wird im Rückblick bereits zum Oberbegriff für die mesopotamische Oberherrschaft: Während bei Samaria noch ausschließlich von Assur die Rede ist (Ez 23,5.7), wird für Jerusalem dieses Assur näher spezifiziert durch Chaldäa / Babel (Ez 23,14-17; vgl. Ez 16,29), also historisch zutreffend das neubabylonische Reich. Dies erscheint hier im Grunde als Fortsetzung des assyrischen Großreichs (vgl. Parpola 2004).

e. Spätestens die Zeit des Niedergangs und Endes des neuassyrischen Reiches in der zweiten Hälfte des 7. Jh.s – vielleicht aber auch schon die vorhergehende Epoche – löst dann Reflexionen über den Untergang Assurs selbst aus: α. Zunächst als begründete Unheilsvorhersage gegen Assyrien (bzw. dessen Hauptstadt Ninive) – die implizit oder explizit einer Heilszusage für Juda entsprechen kann. Dies gilt möglicherweise vorexilisch noch für Jes 10,5-15 mit den Ergänzungen V. 12b und der endgültigen Formulierung von V. 5, ähnlich Jes 14,24-27(.25), Nah 3,1-19 (gegen Ninive; „König von Assur“ in V. 18 evt. Nachtrag), dann auch nachkönigszeitlich konventionell als Fortschreibung Zef 2,13-15 (13). – β. Dann wird in Exilstexten rückblickend konstatierend der Untergang Assyriens festgestellt – als Vorläufer anderer Großmächte (Babylon / Ägypten), deren vorausgesagter Untergang das eigentliche Thema ist, etwa Ez 32,22; Jer 50,18.

8.1.4. Die Folgereiche des neuassyrischen Großreichs

Schon mehrere der bislang genannten Belege aus der prophetischen Literatur waren offen für eine Aktualisierung auf die jeweils aktuelle Situation der Rezipienten und damit das neubabylonische, persische und seleukidische Reich – sofern man nicht ohnehin manche dieser Belege von vornherein in späte Zeit datiert.

Innerbiblisch erklärt stellt sich dies als → Fortschreibung und Aktualisierung: Assur wird zur Chiffre für die folgenden Großreiche und deren Oberherrschaft über Palästina. Außerbiblisch wurde die Bezeichnung Assur / Assyrien / Syrien ohnehin weitergeführt zur Benennung von (Mesopotamien und) Syrien im neubabylonischen und persischen Großreich und schließlich als Bezeichnung des Seleukidenstaates überhaupt (s.o. 2.5.).

1. Der Begriff Assur kann zunächst einfach das neubabylonische Reich meinen bzw. mitmeinen, im sekundären Abschnitt Jes 10,24-27a (V. 24 und bei Ezechiel [s.o. 8.1.3. Abschnitt 2.e.]).

2. Das persische Großreich ist gemeint, wenn in Esr 6,22 der persische Großkönig als „König von Assur“ (מֶלֶךְ־אַשּׁוּר mælækh ’aššûr) erscheint, vielleicht auch im Rückblick in der schwer deutbaren Glosse Jes 23,13 (Tyrusorakel).

3. Die Mehrzahl der Belege des Begriffs Assur, die nicht mehr das neuassyrische Reich unmittelbar bezeichnen, bezieht sich auf den Seleukidenstaat, zunächst a. historisch neutral in Gen 25,18. – b. In Jes 30,31 und Jes 31,8, wahrscheinlich Texten aus hellenistischer Zeit, wird der Untergang „Assurs“ vorhergesagt. Dies kann ausdrücklich als Heil für Israel verstanden werden: Mi 5,4f. – c. Das Ende der Bedrückung durch Assur kann nun speziell als Heil für Israel verstanden werden, wenn es mit der Rückführung der verstreuten Gola verbunden ist: Jes 11,11.16 (frühestens persisch); Hos 11,11; Jes 27,13; Sach 10,10f.; Mi 7,12. – d. Eschatologisch erwartet man schließlich – nun für „Assur“ ins Positive gewendet – die Anbetung Jahwes durch Assur (und Ägypten): Jes 19,23-25.

4. Auch bis in hellenistische Zeit hinein bleibt aber der ursprüngliche Bezug des Begriffs „Assur“ auf das assyrische Kernland (vielleicht mit Nordmesopotamien) erhalten: Num 24,22.24 spricht von den „Kittäern“, die Assur und das davon zu unterscheidende Eber (= eber nāri Transpotamien; → Euphrat) besiegen (vgl. den minäischen Text RÉS 3022 [s.o. 2.5.]).

5. Die Texte aus → Qumran wie auch die außerbiblischen Texte des hellenistischen Judentums kennen als Fortschreibungs- und Auslegungsliteratur naturgemäß das gesamte, oben aufgezählte Bedeutungsspektrum für den Begriff Assur / Assyrien (/ Syrien). Die Begrifflichkeit spiegelt ja nicht nur den kontemporären Sprachgebrauch wider, sondern auch den der jeweils erzählten Zeit.

8.2. Der Einfluss Assyriens auf die judäische Religions- und Theologiegeschichte

Assur / Assyrien (zum Folgenden s. Literaturverzeichnis 8.) ist selbstverständlich nicht nur Objekt der judäischen und israelitischen Betrachtung, sondern ebenso beeinflussender Faktor der Kultur- und Theologiegeschichte Judas während der assyrischen Periode seiner Geschichte, also etwa dem ausgehenden 8. und vor allem dem 7. Jh. v. Chr.

Dabei ergibt sich zunächst ein ambivalentes Bild: 1. Einerseits war Juda nun Vasall einer Großmacht, deren Primärziel die wirtschaftliche Ausbeutung der Provinzen und Vasallenstaaten war und die die Befolgung der – teilweise in Vasallenverträgen festgehaltenen – Auflagen durch grausame Abschreckungs- und Bestrafungsmaßnahmen garantierte. Trotz geringer assyrischer Präsenz in den Vasallenstaaten sorgten doch Beamte / Bevollmächtigte vor Ort dafür, dass die Zentrale über Vorgänge vor Ort informiert war. – 2. Andererseits sorgte dieses wirtschaftliche Interesse der Großmacht auch für einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung (z.B. im Fernhandel), der auch archäologisch nachweisbar ist – freilich auch zu sozialen Verwerfungen in Form von Ungleichheiten, Ausbeutung usw.

Zunächst hatte die unterschiedliche politische Behandlung der ehemaligen Staaten Israel und Juda unmittelbare Folgen: Eine Migrationsbewegung aus dem als Provinz ins assyrische Großreich integrierten ehemaligen Israel in den noch selbständigeren Vasallenstaat Juda sorgte dafür, dass nun ehemalige Nordreichstraditionen verstärkt auch in Juda wahrgenommen und theologisch integriert wurden. Dies wird dadurch verstärkt worden sein, dass das ehemalige Nordreichsheiligtum → Bethel mit seiner theologischen Tradition ab josianischer Zeit zu Juda gehörte (→ Josia). Die Thematik des „Fremdlings“ (→ Fremder; hebräisch גֵּר ger) könnte durch diese Zuwanderung überhaupt erst theologische Bedeutung erlangt haben.

Die Reflexion über den Untergang des Staates Israel und seiner Institutionen – und dann die Katastrophe Judas im Jahre 701 – dürfte außer für bestimmte Formen der → Königskritik im Laufe des 7. Jh.s v. Chr. vor allem mitverantwortlich gewesen sein für eine Gesetzeslehre, die nunmehr den einzelnen „Israeliten“ als Gottes Gegenüber kennt – teilweise unter Umgehung traditioneller Institutionen wie König, Priester usw. (K. Schmid [Lit.]). Auch die ältere → Prophetie speist ihre Kritik und ihr Gottes- und Schuldverständnis aus der Analyse dieser Vorgänge. Nach allgemein-altorientalischer Vorstellung verweist ja der äußerliche Untergang auf schuldhaftes Versagen (→ Tun-Ergehen-Zusammenhang) oder Verlassensein von der eigenen Gottheit.

Ebenso führte die kritische Auseinandersetzung mit der propagandistisch herausgestellten Oberherrschaft des assyrischen Königs über die nun zu Vasallen herabgestuften Kleinstaaten in Juda zu einer theologischen Reflexion, die letztlich die Gottheit Jahwe als Souverän herausstellte, dem das „Volk“ (Israel) bzw. der einzelne, typische „Israelit“ gegenüberstehen (K. Schmid [Lit.]).

Der wirtschaftliche Aufschwung dieser Zeit mit seinen sozialen Folgen wird die → Sozialkritik der älteren → Prophetie mitgespeist haben. Umgekehrt musste der als wunderbare Verschonung zu empfindende glimpfliche Ausgang der Katastrophe Judas von 701 für die Stadt → Jerusalem die Zionstradition bestärken, die gerade von der Uneinnehmbarkeit des Gottesberges Zion (→ Zion / Zionstheologie) und seines Gottes Jahwe ausging. Auch die territoriale Reduktion des verbliebenen Vasallenstaates Juda bestärkte die Rolle Jerusalems und Jahwes. Hier dürfte das präludiert sein, was in späterer Zeit dann unter den Stichworten Kultzentralisation und Monolatrie verhandelt wird.

Viele der genannten Faktoren – und weitere – führten dazu, dass im 7. Jh. v. Chr. erste Gesetzessammlungen und – je nach Datierung biblischer Schriften bzw. Teilschriften – kleinere oder größere literarische Werke entstanden. Dass gerade in diese Zeit auch die Anlage des großen Literatur- und Textarchivs durch Assurbanipal in Ninive erfolgte, wird aber kaum Zufall sein (van der Toorn).

Neben den genannten durch die politischen Rahmenbedingungen verursachten Folgen für die religions- und theologiegeschichtliche Entwicklung, wurden für zahlreiche theologische Einzel-Aussagen des Alten Testaments, sofern sie sich auf das ausgehende 8. und vor allem das 7. Jh. v. Chr. beziehen, unmittelbare Einflüsse oder Entleihungen aus der assyrischer Religion oder Literatur geltend gemacht.

Wohl gab es keine unmittelbare religionspolitische Beeinflussung der Vasallenstaaten durch die Assyrer – Assur war primär an der wirtschaftlichen Ausbeutung seiner Vasallen und Provinzen interessiert. Trotzdem ist der Kontakt mit assyrischer Tradition und Literatur anzunehmen, vor allem auch die Faszination, die von der erfolgreichen und propagandastarken Großmacht Assur ausging.

Nur aufgezählt seien postulierte Einflüsse auf die judäische Herrscherlegitimation / Königsideologie (→ König / Königtum), auf die ältere Mose- (Sargonlegende; → Säugling; → Mose) und Exodustradition (→ Exodustraditon; → Plagen / Plagenerzählung), auf die alttestamentlichen Gesetzescorpora, insbesondere das → Bundesbuch und das → Deuteronomium, speziell der diskutierte Einfluss der neuassyrischen Vasallenverträge auf die alttestamentliche Bundesvorstellung und das Deuteronomium (→ Bund; → Gehorsam), auf die alttestamentliche Prophetie und deren Sammlung (→ Prophetie), auf die Frage nach der Astralisierung und Solarisierung der palästinischen Religion und Theologie in neuassyrischer Zeit (→ Sonne) und schließlich auf die Entstehung des → Monotheismus (Parpola; Frahm). Generell wird die Integration in und die Auseinandersetzung mit einem Großreich, das zur Zeit Assurbanipals fast die gesamte damals bekannte Welt umspannte, auch den Horizont der Theologie auf universale Aspekte, etwa der Herrschaft Jahwes (z.B. in der Zionstradition), erweitert haben.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

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  • Saggs, H.W.F., 1984, The Might that was Assyria, London
  • Unger, E. / Ebeling, E.,1928, Art. Aššur, in: RLA, Bd. 1, Berlin, 170-198
  • N.B. die neueren (seit 1998) einschlägigen Artikel zu assyrischen Herrschern in RLA s.v. Salmanassar, Šamaš-šum-ukīn, Šamši-Adad, Sanherib, Sargon, Sîn-šarru-iškun, Sîn-šumu-lišir, Seleukiden sowie zu relevanten Ortsbezeichnungen wie Ninive, Qal‘at Širqāṭ, Šaiḫ Ḥamad, Syrien, Samerīna.

Speziell zur Geschichte des assyrischen Kernlandes in nachassyrischer Zeit (vgl. auch die unter 2. und oben unter „Assyrien“ genannte Literatur)

  • Dalley, S., 1993, Ninive After 612, AoF 20, 134-147
  • Parpola, S., 2000, Assyrians after Assyria, Journal of the Assyrian Academic Society 12/2, 1-16
  • Parpola, S., 2004, 16-21
  • Marciak, M., 2011, Seleucid-Parthian Adiabene in the Light of Ancient Geographical and Ethnological Texts, Anabasis 2, 179-208 (Lit.)
  • Hauser, St., 2011, Assur und sein Umland in der Arsakidenzeit, in: J. Renger, 2011, 115-148 (Lit.)
  • Lanfranchi, G.B. u.a. (Hg.), 2003, Continuity of Empire (?). Assyria, Media, Persia, Padova
  • Curtiss, J., 2003, The Assyrian Heartland in the Period 612-539 BC, in: G.B. Lanfranchi (Hg.), 2003, 157-167
  • Rollinger, R., 2003, The Western Expansion of the Median „Empire“. A Re-examination, in: G.B. Lanfranchi (Hg.), 2003, 289-319

3. Zur Bezeichnung „Assur“ in nachassyrischer Zeit

  • Calmeyer, P., 1982, Zur Genese altiranischer Motive. VIII: Die „statistische Landcharte des Perserreiches“, I, Archäologische Mitteilungen aus Iran NF 15, 105-187
  • Cook, J.M., 1985, The Rise of the Achaemenids and Establishment of their Empire, in: The Cambridge History of Iran 2, 200-291: 262
  • Dandamayev, M., 1987, Art. Assyria II. Achaemenid Aṯurā, in: Encyclopaedia Iranica, Bd. 2, London u.a., 816
  • Edel, E., 1966, Die Ortsnamenlisten aus dem Totentempel Amenophis III (BBB 25), Bonn, 30f.
  • Frye, R.N., 1992, Assyria and Syria: Synonyms, JNES 51, 281-285
  • Helck, W., 2. Aufl. 1971, Die Beziehungen Ägyptens zu Vorderasien im 3. und 2. Jahrtausend v. Chr. (ÄA 5), Wiesbaden, 279f.
  • Helck, W., 1975, Art. Assur, in: LÄ, Bd. 1, Wiesbaden, 496
  • Kessler, K., Art. Assyria, in: Der Neue Pauly, Bd. 2, Stuttgart / Weimar, 115
  • Klinkott, H., 2005, Der Satrap. Ein achaimenidischer Amtsträger und seine Handlungsspielräume (Oikumene 1), Frankfurt, bes. 456-458
  • Leuze, O., 1935, Die Satrapieneinteilung in Syrien und im Zweistromlande von 520-320, Halle
  • Nöldeke, Th., 1871, Ἀσσύριος, Σύριος, Σῦρος, Hermes 5, 443-468
  • Oates, J., 2. Aufl. 1991, 25. The Fall of Assyria (635-609 B.C.), VIII. Assyria After the Fall, in: CAH III/2, 189-193
  • Parpola, S., 2004, 5-49
  • Petit, Th., 1990, Satrapes et Satrapies dans l’empire Achéménide de Cyrus le Grand à Xerxès Ier, Paris, 186ff.
  • Rollinger, R., 2006, Assyrios, Syrios, Syros und Leukosyros, Welt des Orients 36, 73-83
  • Rollinger, R., 2006, The Terms ‘Assyria’ and ‘Syria’ Again, JNES 65/4, 283-287
  • Rollinger, R., 2011, Assur, Assyrien und die klassische Überlieferung: Nachwirken, Deutungsmuster und historische Reflexion, in: J. Renger, 2011, 311-345
  • Simons, J., 1937, Handbook of Egyptian Topographical Lists, Leiden, 199
  • Widengren, G., 1987, Art. Āsōristān, in: Encyclopaedia Iranica, Bd. 2, London u.a., 785f.

Zur Schreibung von Assur desweiteren

  • Angerstorfer, A., 2003, Die alt- und reichsaramäischen Formen für ’Aššur / Assyrien – ein verzögertes Lautgesetz oder amtliche Graphik im persischen Weltreich?, BN 117, 47-58
  • Gesenius 18, 106f.
  • Knauf, E.A., 1989, Aššur, Šūaḥ und der stimmlose Sibilant des Assyrischen, BN 49, 13-16
  • Millard, A.R., 1976, Assyrian Royal Names in Biblical Hebrew, JSS 21, 1-14

4. Kunst, Technik, Wissenschaft

  • Hrouda, B., 1971, Vorderasien I. Mesopotamien, Babylonien, Iran und Anatolien (HdA), München
  • Matthiae, P., 1996, Geschichte der Kunst im Alten Orient. Die Großreiche der Assyrer, Neubabylonier und Achämeniden, Darmstadt
  • Matthiae, P., 1998, Ninive. Glanzvolle Hauptstadt Assyriens, München
  • Moortgat, A., 1984, Die Kunst des Alten Mesopotamien, Bd. 2 Assur und Babylon, Köln
  • Nunn, A., 2006, Alltag im alten Orient, Mainz
  • Orthmann, W. (Hg.), 1975, Der Alte Orient (Propyläen Kunstgeschichte 14), Berlin
  • Sasson, J.M. (Hg.), 1995, Civilizations of the Ancient Near East, 4 Bd.e, New York
  • Seidl, U. / Russel, J.M. / Herbord, S. / Hausleiter, A., 1999, Art. Neuassyrische Kunstperiode, in: RLA, Bd. 9, Berlin u.a., 243-277
  • Strommenger, E. / Nagel, W. / Eder, Ch., 2005, Von Gudea bis Hammurapi. Grundzüge der Kunst und Geschichte in Altvorderasien, Köln

5. Wirtschaft allgemein

Zur Grundlegung → Babylonien und die entsprechenden Abschnitte in Sasson, 1995

  • Hausleiter, A. u.a. (Hgg.), 2002, Material Culture and Mental Spheres. Rezeption archäologischer Denkrichtungen in der Vorderasiatischen Altertumskunde. Internationales Symposium für Hans J. Nissen, Berlin, 23-24. Juni 2000 (AOAT 293), Münster
  • Jursa, M., 2004, Art. Pacht C. Neubabylonische Bodenpacht, in: RLA, Bd. 10, Berlin u.a., 172-183
  • Leemans, W.F., 1972, Art. Handel A. Mesopotamien, in: RLA, Bd. 4, Berlin, 76-90
  • Marzahn, J., 2002, „Oikos“ und „Tributwirtschaft“ – Wirtschaftsmodelle des Alten Orients in der Kritik, in: A. Hausleiter u.a. (Hgg.), 2002, 267-271
  • Neumann, H., 2002, Die sogenannte Oikos‑Ökonomie und das Problem der Privatwirtschaft im ausgehenden 3. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien, in: A. Hausleiter u.a. (Hgg.), 2002, 273-281
  • Neumann, H., 2006, Art. Privateigentum, in: RLA, Bd. 11, Berlin u.a., 6f.
  • Renger, J., 1991, Wirtschaft und Gesellschaft, in: B. Hrouda (Hg.), 1991, 187-215
  • Renger, J., 2002, Wirtschaftsgeschichte des Alten Mesopotamien. Versuch einer Standortbestimmung, in: A. Hausleiter u.a. (Hgg.), 2002, 239-265
  • Renger, J., 2004, Art. Palastwirtschaft, in: RLA, Bd. 10, Berlin u.a., 276-280

6. Sprache, Schrift

  • Borger, R., 1967-1975, Handbuch der Keilschriftliteratur, 3 Bd.e, Berlin
  • Borger, R., 2003, Mesopotamisches Zeichenlexikon (AOAT 305), Münster
  • Deller, K., 1959, Lautlehre des Neuassyrischen, Diss. Wien
  • Hämeen-Anttila, J., 2000, A Sketch of Neo-Assyrian Grammar (SAAS 13), Helsinki
  • Hecker, K., 1968, Grammatik der Kültepe-Texte (AnOr 44), Rom
  • Huehnergard, J., 2. Aufl. 2005, A Grammar of Akkadian, Atlanta
  • Huehnergard, J. / Woods, Ch., 2008, Akkadian and Eblaite, in: R.D. Woodard (Hg.), Ancient Languages of Mesopotamia, Egypt, and Aksum, Cambridge, 83-152
  • Labat, R. / Malbran-Labat, F., 5. Aufl., 1976, Manuel d’épigraphie akkadienne, Paris
  • Luuko, M., 2004, Grammatical Variation in Neo-Assyrian (SAAS 16), Helsinki
  • Malbran-Labat, F., 2001, Manuel de la langue akkadienne, Louvain-la-Neuve
  • Mayer, W., 1971, Untersuchungen zur Grammatik des Mittelassyrischen (AOAT Sonderreihe 2), Kevelaer, Neukirchen-Vluyn
  • Reiner, E., 1966, A Linguistic Analysis of Akkadian, The Hague
  • Soden, W. von, 1965-1981, Akkadisches Handwörterbuch I-III, Wiesbaden
  • Soden, W. von / Mayer, W.R., 3. Aufl. 1995, Grundriß der akkadischen Grammatik (AnOr 33), Rom
  • Streck, M.P., 2011, Altbabylonisches Lehrbuch (PLO N.S. 23), Wiesbaden (Lit.)
  • Streck, M.P., 3. Aufl. 2007, Akkadisch, in: M.P. Streck (Hg.), Sprachen des Alten Orients, Darmstadt, 44-79
  • Tadmor, H., 1982, The Aramaization of Assyria. Aspects of Western Impact, in: H.-J. Nissen u.a. (Hgg.), Mesopotamien und seine Nachbarn (BBVO 1), Berlin 1982, 449-470.
  • The Assyrian Dictionary of the Oriental Institute of the University of Chicago. Chicago, Glückstadt 1956ff.

7. Texte, Literatur

N.B. die Zusammenstellung bei Borger 1967-1975 samt Nachträgen in der Zeitschrift Archiv für Orientforschung sowie der jährlichen Keilschriftbibliographie der Zeitschrift Orientalia.

Zu religiöser Literatur → Babylonien:

  • Hallo, W.W. (Hg.), 1997-2003, The Context of Scripture. Canonical compositions, monumental inscriptions, and archival documents from the Biblical World, Bd. 1-3, Leiden
  • Janowski, B. / Wilhelm, G. (Hgg.), Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Neue Folge, Gütersloh 2004ff
  • Kaiser, O. (Hg.), 1982-2001, Texte aus der Umwelt des Alten Testaments, 3 Bd.e und Ergänzungsbände, Gütersloh

Speziell zu Assyrien die folgenden Text- und Monographienreihen:

  • State Archives of Assyria, Helsinki
  • State Archives of Assyria Literary Texts, Helsinki
  • State Archives of Assyria Studies, Helsinki
  • State Archives of Assyria Cuneiform Texts, Helsinki
  • State Archives of Assyria Bulletin, Helsinki
  • Royal Inscriptions of Mesopotamia. Assyrian Periods, Toronto

Zur Literaturgeschichte und zur Archivierung von Literatur (vgl. besonders die entsprechenden Abschnitte in Sasson, 1995, von Pearce, Bottéro, Civil, Alster, Moran, Schmidt, Liverani):

  • Röllig, W. (Hg.), 1978, Altorientalische Literaturen (Neues Handbuch der Literaturwissenschaft 1), Wiesbaden
  • Röllig, W., 1987, Art. Literatur, in: RLA, Bd. 7, Berlin u.a., 35-66
  • Röllig, W., 2009, Aspekte der Archivierung und Kanonisierung von Keilschriftliteratur im 8./7. Jh. v. Chr., in: J. Schaper (Hg.), Die Textualisierung der Religion (FAT 62), Tübingen, 35-49

8. Religion

N.B. die einschlägigen Abschnitte bei Hrouda 1991, Kuhrt 1995, Oppenheim 1977, Sasson 1995. Desweiteren:

  • Bottéro, J. / Kramer, S.N., 1989, Losque les dieux faisaient l’homme. Mythologie mésopotamienne, Paris
  • Edzard, D.O., 1965, Mesoptamien, in: H.W. Haussig (Hg.), Götter und Mythen im Vorderen Orient (Wörterbuch der Mythologie 1,1), Stuttgart, 17-139
  • Groneberg, B., 2004, Die Götter des Zweistromlandes. Kulte, Mythen, Epen, Düsseldorf
  • Hutter, M., 1996, Religionen in der Umwelt des Alten Testaments I. Babylonier, Syrer, Perser, Stuttgart, 28-114
  • Jacobsen, Th., 1976, The Treasures of Darkness. A History of Mesopotamian Religion, New Haven
  • Læssøe, J., 1971, Babylonische und assyrische Religion, in: C. Colpe (Hg.), Handbuch der Religionsgeschichte, Bd. 1, Göttingen, 497-525
  • Machinist, P., Kingship and Divinity in Imperial Assyria, in: J. Renger, 2011, 405-430
  • Ringgren, H., 1979, Die Religionen des Alten Orients (ATD.E), Göttingen, 64-112
  • Römer, W.H.Ph., 2. Aufl. 1988, Religion of Ancient Mesopotamia, in: C.J. Bleeker / G. Widengren (Hgg.), Historia Religionum (Handbook for the History of Religions, Bd. 1 Religions of the Past), Leiden, 115-194
  • Seux, J.‑M., 1967, Épithètes Royales Akkadiennes et Sumériennes, Paris
  • Tallqvist, K., 1938, Akkadische Götterepitheta (StOr VII), Helsingfors

N.B. die neueren (seit 1998) einschlägigen Artikel in RLA s.v. Name / Namengebung, Neujahrsfest, Omina, Opfer / Ersatzopfer, Orakel, Pantheon, Persönliche Frömmigkeit, Priester, Prophetie, Prozession, Religion, Ritual, Schöpfer, Schutzgott, Segen und Fluch, Sünde, Sonnengott, Stern, Stadtgott sowie zu den jeweiligen Götternamen.

Speziell zur Gottheit Assur:

  • Berlejung, A., 2007, Die Reduktion von Komplexität. Das theologische Profil einer Gottheit und seine Umsetzung in der Ikonographie am Beispiel des Gottes Aššur im Assyrien des 1. Jhts, in: B. Groneberg / H. Spieckermann (Hgg.), Die Welt der Götterbilder (BZAW 376), Berlin, 9-56
  • Driel, G. van, 1969, The Cult of Aššur, Assen
  • Galter, H. D., 2009, Art. Ashur (Deity), 2009, in: EBR, Bd. 2, Berlin u.a., 1001f. (Lit.)
  • Hirsch, H., 1961, Untersuchungen zur altassyrischen Religion (AfO Beiheft 13/14), Graz
  • Hutter, M., 1996, 48f.
  • Lambert, W.G., 1983, The God Assur, Iraq 45, 82-86
  • Livingstone, A., 1999, Art. Assur, in: DDD (2. Aufl.), Leiden u.a., 108f.
  • Menzel, B., 1981, Assyrische Tempel, Rom
  • Vera Chamaza, G.W., 2002, Die Omnipotenz Aššurs. Entwicklungen in der Assur-Theologie unter den Sargoniden Sargon II., Sanherib und Asarhaddon (AOAT 295), Münster

9. Überblicksdarstellungen zu Juda unter assyrischem Einfluss

Übersichtswerke:

  • Donner, H., 2. Aufl. 1995, Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen, GAT 4, Göttingen (3. Aufl. 2000/2001), 317-389
  • Finkelstein, I. / Silberman, N.A., 2000, The Bible Unearthed, New York u.a. (dtsch. Übersetzung: Keine Posaunen vor Jericho, München 2002)
  • Frevel, Ch., 2016, Geschichte Israels, Stuttgart, 234-270
  • Keel, O., 2007, Die Geschichte Jerusalems und die Entstehung des Monotheismus, OLB VI/1, 2 Bd.e, Göttingen, I 370-609
  • Knauf, E.A., 1994, Die Umwelt des Alten Testaments (NSK.AT 29), Stuttgart, 132-157 u.ö.
  • Schmid, K., 2. Aufl. 2014, Literaturgeschichte des Alten Testaments. Eine Einführung, Darmstadt, 73-108

speziell:

  • Bagg, A., 2011, Die Assyrer und das Westland. Studien zur historischen Geographie und Herrschaftspraxis in der Levante im 1. Jt. v. u. Z., OLA 216, Löwen
  • Barth, H., 1977, Die Jesaja-Worte der Josiazeit. Israel und Assur als Thema einer produktiven Neuinterpretation der Jesajaüberlieferung (WMANT 48), Neukirchen-Vluyn
  • Berlejung, A., 2. Aufl. 2007, Geschichte und Religionsgeschichte des antiken Israel, in: J. Ch. Gertz (Hg.), Grundinformation Altes Testament, Göttingen (4. Aufl. 2010), 55-185, 112-117.136-144
  • Berlejung, A., 2012, The Assyrians in the West. Assyrianization, Colonialism, Indifference, or Development Policy?, in: M. Nissinen (Hg.), Congress Volume Helsinki 2010 (SVT 148), Leiden u.a., 21-60
  • Cogan, M., 1974, Imperialism and Religion in Assyria, Judah and Israel in the 8th and 7th Centuries BCE (SBL Monograph Series 19), Ann Arbor, Mich.
  • Cogan, M., 1993, Judah under Assyrian Hegemony. A Re-examination of Imperialism and Religion, JBL 112, 403-414
  • Frahm, E., Mensch, Land und Volk. Assur im Alten Testament, in: J. Renger, 2011, 267-285
  • Hartenstein, F., 2009, Unheilsprophetie und Herrschaftsrepräsentation. Zur Rezeption assyrischer Propaganda im antiken Juda (8./7.Jh. v. Chr.), in: M. Pietsch / F. Hartenstein (Hg.), Israel zwischen den Mächten (FS S. Timm; AOAT 364), Münster, 121-143
  • Lambert, W.G., 1979, Art. Assyrien und Israel, in: TRE, Bd. 4, Berlin u.a., 265-277
  • McKay, J.W., 1973, Religion in Judah under the Assyrians, 732-609, London
  • Otto, E., 1999, Die besiegten Sieger. Von Macht und Ohnmacht der Ideen in der Geschichte am Beispiel der neuassyrischen Großreichspolitik, BZ 43,2, 180-203
  • Otto, E., 2000, Political Theology in Juda and Assyria, SEÅ 65, 59-76
  • Parpola, S., 2000, Monotheism in Ancient Assyria, in: B. Nevling Porter (Hg.), One God or Many? Concepts of Divinity in the Ancient World, Casco Bay ME, 165-209
  • Schoors, A., 1998, Die Königreiche Israel und Juda im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. Die assyrische Krise (Biblischen Enzyklopädie 5), Stuttgart
  • Toorn, K. van der, 2007, Scribal Culture and the Making of the Hebrew Bible, Cambridge, Mass. / London 240f.
  • Spieckermann, H., 1982, Juda unter Assur in der Sargonidenzeit (FRLANT 129), Göttingen

Zu den einzelnen Themen vgl. die oben im Text genannten Stichwörter / Verweisartikel.

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Übersichtskarte Mesopotamien. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 2 Karte: Die assyrischen Reiche. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 3 Schwarzer Obelisk Salmanassars III. 2. Reihe: Jehu von Israel in Proskynese vor dem assyrischen König; der Text beschreibt den Tribut des Königs von Israel (Kujundschik / Ninive; 9. Jh.; heute: London). Aus: A.H. Layard, The Monuments of Nineveh, London 1849, Pl. 53
  • Abb. 4 Stele Tiglat-Pilesers III. (Nimrud / Kalchu; heute: Paris). Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 24.10.2016
  • Abb. 5 Sargon II. und sein Wesir; Relief (Chorsabad / Dur-Scharrukin; heute: Paris). Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 24.10.2016
  • Abb. 6 Sanheribs Belagerung der judäischen Stadt Lachisch 701 v. Chr.; der König thront und nimmt den Bericht seines Offiziers entgegen; links werden gefangene Judäer herangeführt, deren Vordere sich niederwerfen (Wandrelief im Südwestpalast Sanheribs; Kujundschik / Ninive; heute: London). Aus: A.H. Layard, A Second Series of Monuments of Nineveh, London 1853, Pl. 23
  • Abb. 7 Siegesstele Asarhaddons, der an Bändern zwei besiegte Könige hält (Stele aus Sendschirli; heute: Berlin). Links: Aus: Wikimedia Commons; © public domain; Zugriff 24.10.2016; Zugriff 7.8.2016; rechts: © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 8 Assurbanipal (liegend) und seine Gemahlin (sitzend) in der Weinlaube (Relief; Kujundschik / Ninive; heute: London). Mit Dank an © The Trustees of the British Museum; BM WA124920
  • Abb. 9 König Assurnasirpal II. auf einem Streitwagen; als Bogenschütze wird er mit dem Gott in der Flügelsonne (Assur ?) parallelisiert (Thronsaal B im Nordwest-Palast von Nimrud; heute: London). Mit Dank an © The Trustees of the British Museum, BM 124540
  • Abb. 10 Belagerung einer Festung; Krieger mit Bogen und Schild; links: Belagerungsmaschine; im Hintergrund Gepfählte (Reliefbild Tiglat-Pilesers III., Nimrud / Kalchu; 9. Jh.). © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart
  • Abb. 11 Eine Reihe nackter Gefangener mit einer Halsgabel; b: eine brennende Stadt mit Reihen von abgehackten Köpfen (Bildausschnitte von Kupferblech-Beschlägen am Tor von Balawāt; Zeit Salmanassars III. [9. Jh.]; heute: London). Aus: L.W. King, Bronze Reliefs from the Gates of Shalmaneser, King of Assyria, B.C. 860-825, London 1915, Pl. 44 und 45
  • Abb. 12 Oben: Assurbanipal auf Löwenjagd, unten: anschließendes Trankopfer (Relief; Kujundschik / Ninive; heute: London). Mit Dank an © The Trustees of the British Museum, BM 124887

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