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Lexikon

Arche

Norbert Clemens Baumgart

(erstellt: März 2013)

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Noah; → Sintflut / Sintfluterzählung

1. Zum Begriff

Etliche deutsche Bibelübersetzungen verwenden den Begriff „Arche“, aber keineswegs alle (z.B. Buber und teilweise Bibel in gerechter Sprache: „Kasten“). „Arche“ bezeichnet dann zunächst den schwimmfähigen Bau, in dem die achtköpfige Familie des Noah und Exemplare von Tiergruppen die Sintflut innerhalb der → Urgeschichte überlebten. Das Bibelwort „Arche“ geht auf das lateinische Wort arca in der → Vulgata zurück, welches primär „Kasten“ bedeutet. arca entspricht in seiner Bedeutung in etwa ἡ κιβωτός hē kibōtos „der Kasten“ in der → Septuaginta. Das zugrunde liegende hebräische Wort תֵּבָה tevāh wird meist als Lehnwort aus dem Ägyptischen angesehen. Man hat erwogen, ob es mit den ägyptischen Worten ḏb3.t „Schrein / Sarg“ oder tb.t „Kasten“ zu verbinden ist. Zu Letzterem tendieren die meisten Kommentierungen.

2. Bauanweisung und -beschreibung (Gen 6,14-16)

In Gen 6,14-16 wird Noah angewiesen, die Arche anzufertigen. Die Anweisung enthält die ausführlichste Beschreibung zur Gestalt der Arche in der Bibel.

Daneben werden innerhalb von Gen 8,6-13 zwei Details an der Arche mit erwähnt: ihr „Fenster“, das von innen geöffnet werden konnte (Gen 8,6; s.u.), und ihr „Verdeck“, das sich eventuell von Bord aus abnehmen ließ (Gen 8,13b). Die Termini für beide Details tauchen aber in Gen 6,14-16 nicht auf. Das wird zu Recht meist damit erklärt, dass unterschiedliche Textschichten in der Sintflut-Erzählung vorliegen: die priesterschriftliche (u.a. Gen 6,9-22; im Folgenden P für → Priesterschrift) und die nicht-priesterschriftliche (u.a. Gen 8,6-12.13b; ferner Gen 7,16b).

Das Verständnis des entscheidenden P-Textes Gen 6,14-16 stößt einige Male auf erhebliche Schwierigkeiten. Die drei Verse enthalten einige Worte, die nur einmal im Bibelhebräischen vorkommen, und teilweise schwer verständliche Formulierungen. Deren Erklärungsversuche, von der nachbiblischen Antike bis zur Gegenwart, bleiben mit Unsicherheiten behaftet und müssen oft kleinsten Anhaltspunkten große Beweislast für Rückschlüsse auferlegen. Der Unsicherheitsfaktor gilt auch für die folgenden Anmerkungen:

Die P-Darstellung Gen 6,14-16 sollte nicht mit einer „technisch vollständige(n) Baubeschreibung“ der Arche verwechselt werden (Jacob, Genesis 187). Doch eine „strenge Logik des Gedankengangs“ darf man wohl bei der Abfolge der Einzelangabe voraussetzen: „a) die Materialien, b) die Maße, c) Beiwerk d) innere Struktur“ (Jacob, ebd.).

Zu a) Materialien: Gen 6,14 dürfte neben den Bau- und Werkstoffen erstens Holz und drittens Pech vielleicht zweitens an Schilfrohr denken. Erstens: Die Holzart ist heute unbekannt (Hapax legomenon). Zweitens: Der Plural קנים qnjm kann im Sinne von קָנִים qānîm „Schilfrohr“, aber auch im Sinne von קִנִּים qinnîm „Kammern / Kabinen“ (Gesenius, 18. Aufl., 1173b) verstanden werden. Gegen die letzte Deutung spricht jedoch, dass Angaben zur Innenstruktur zu früh kämen. Nach der Holzverwendung ergibt der Einsatz von Schilf eine kohärente Abfolge der Arbeitsschritte (Strömberg Krantz, 171-173). Schilf diente zur Dichtung der (Holz-)Fugen und kommt auch in der mesopotamischen Fluttradition als Werkstoff für die Arche vor (Baumgart, Umkehr 52). Drittens: Das erwähnte → Pech (כֹּפֶר kofær) erinnert an das akkadische kupru „Asphalt“, welches zur mesopotamischen Schiffbautechnik gehörte und mehrfach in mesopotamischen Fluttexten (u.a. Atramhasis-Mythos III Kol I 3; Gilgamesch-Epos XI 55.66) genannt wird. U.a. der Pechanstrich (im Anklang an kupru) darf als Hinweis gewertet werden, dass der P-Text Gen 6,14-16 im Nachhall zu Keilschrifttext-Traditionen entstanden sein dürfte. Die biblische Arche hatte einen Innen- und einen Außenanstrich.

Zu b) Maße: Gen 6,15 vermittelt eine Vorstellung von der Größe anhand von Längen-, Breiten- und Höhenangaben in Ellen. Die Länge einer Elle konnte variieren (→ Masse). So steht die in der Fachliteratur am häufigsten vorgenommene Umrechnung in unsere Vorstellungswelt auch unter Vorbehalt: ca. 150m x 25m x 15m = ca. 56.250m3. Vielleicht fielen die Maße der Arche um einige Prozente geringer aus. Der Quader jedenfalls erweckt nicht den Eindruck eines seetauglichen Schiffes. Der Terminus Schiff taucht in Gen 6-9 auch nirgends auf. Die Arche des Utnapischtim im älteren Gilgamesch-Epos wird zwar mehrfach „Schiff“ (eleppu[m], AHw 199) genannt, doch ihre angegebenen Maße imaginieren ebenfalls nicht den Eindruck eines Schiffes (XI 58-59): Utnapischtim erbaute als vorbiblische Arche einen großen Würfel von ca. 60m x 60m x 60m = ca. 216.000m3 (Maul, 186). Vermutlich folgte der biblische P-Text einer keilschriftlichen Tradition, wonach das Gefährt als schablonenhafte, geometrische Größe zu beschreiben war. Utnapischtims Kubus-Arche und Noahs Quader-Arche dürften mit den entsprechenden mesopotamischen und israelitischen Heiligtum-Konzeptionen und deren idealen Raumkonstruktionen zusammenhängen (s.u. 3.3. und 3.4.).

Zu c) Beiwerk: Gen 6,16a schildert hiervon vermutlich zwei Elemente. Das zweite ist noch gut verständlich. „Eine Tür“ war der Arche „an ihrer Seite“ eingesetzt. Demnach gab es nur einen Ein- bzw. Ausgang. Das erste Element ist unklar: צֹהַר ṣohar ist ein Hapax legomenon. Entweder wird das Wort mit antiken Übersetzungen als „Lichtöffnung / Fenster“ (z.B. Vulgata: fenestra) oder als „Dach / Abdeckung“ (Soggin, 132) verstanden. Für Letzteres sprechen Wortäquivalente im Akkadischen (ṣēru „Rücken / Oberseite“), Ugaritischen (ẓr „Rücken“) und Arabischen (ẓahr „Rücken / Oberfläche / Schiffsdeck“). Bei der weiteren Angabe zum Dach tappt man im Dunklen: Möglicherweise ragte das Dach eine Elle um den Kasten seitlich hervor (wie eine kleine Pilz-Form) oder das Dach überragte (eventuell mittels Stützhölzern) um eine Elle die Arche, sodass ein Lichtband rundherum entstand. Die Ausdruckweise scheint eher für ein Lichtband zu sprechen.

Zu d) Innenstruktur: Gen 6,16b ist wieder verständlich. Innen hatte die Arche drei Etagen.

Neben diesen Detailaspekten ist ein theologischer Akzent im P-Text Gen 6,14-16 (und Gen 6,9-22) festzuhalten: Gott agierte als Architekt und Auftraggeber zum Bau der Arche.

3. Innerbiblische Bezüge

3.1. Die Arche Noahs und das Körbchen des Mose

Das hebräische Wort תֵּבָה tevāh begegnet im Alten Testament in zwei verschiedenen Kontexten: Es bezeichnet einerseits Noahs Arche und andererseits das Körbchen, in dem → Mose nach seiner Geburt im Nil ausgesetzt wurde. Beide Erzählungen weisen Unterschiede, aber auch inhaltliche und konzeptionelle Ähnlichkeiten auf.

תֵּבָה tevāh kommt 28-mal in der hebräischen Bibel vor. (1) 26-mal wird es traditionell mit „Arche“ oder zur bedeutungsmäßigen Kennzeichnung mit „Kasten“ wiedergegeben: Das ist 25-mal in der Sintflut-Erzählung Gen 6,5-9,17 der Fall und einmal in Gen 9,18, einem Vers, der zur Weinbergerzählung (Gen 9,18-27) überleitet. Die angegebenen Maße der Arche (Gen 6,15; s.o.) imaginieren eine stattliche, längliche Quaderform von 450.000 Kubik-Ellen. Die erste Erwähnung in Gen 6,14 gibt als Hauptmaterial, aus dem die Arche bestand, Holz an. (2) Davon ist abzuheben das zweimalige Vorkommen in der Erzählung von der Geburt und Rettung des Mose (Ex 2,1-10), wo es mit „Kästchen“ (Jacob, Exodus 22: „Archlein“) oder ähnlich übersetzt wird (Ex 2,3.5). Anders als es bei der Arche des Noah der Fall ist, nennt die → Septuaginta dieses Kästchen in Ex 2 ἡ θῖβις hē thibis, wohl einer gräzisierenden Wiedergabe des hebräischen Wortes תֵּבָה tevāh, und die Vulgata übersetzt es mit fiscella „Körbchen“. Ex 2 gibt keine Maße an. Man darf voraussetzen, dass es lediglich groß genug war, ein dreimonatiges Kind (Ex 2,2) aufzunehmen. Die erste Erwähnung des Kästchens (Ex 2,3) gibt an, dass es primär aus Papyrus-Material bestand.

Weitere Unterschiede kommen hinzu: Während Noah die Arche von Grund auf errichtete (Gen 6,14-16.22), verwendete die Mutter des Sohnes ein vorhandenes Kästchen und bearbeitete es (Ex 2,3). Die Arche wurde längere Zeit benutzt (→ Sintflut) und dafür mit Proviant ausgestattet (Gen 6,21). Das Kästchen war maximal solange im Gebrauch, wie es zwei auseinanderliegende Stillzeiten eines Säuglings zuließen (Ex 2,7.9).

Unter den Korrespondenzen zwischen beiden (Kon-)Texten erweisen sich als Erstes aufschlussreich ein technisches Detail und ein damit verbundener Informationsfluss beim Lesen. Das Detail wird zwar mit unterschiedlichen Terminologien beschrieben; es besteht aber deutlich darin, dass Pechanstriche sowohl bei der Arche (Gen 6,14) als auch beim Kästchen (Ex 2,3) durchgeführt wurden. Bei der Arche folgt erst danach der Hinweis auf die Flutwasser (Gen 6,17); es handelt sich um die erste Erwähnung der Flut in der Urgeschichte. Ähnlich folgt beim Kästchen erst nach dessen erwähnter Bearbeitung die Angabe, dass es samt dem Kind ins Schilf am Ufer des Nils ausgesetzt wurde (Ex 2,3). So erschließt sich in beiden Fällen erst im Nachhinein der Zweck der Pechanstriche; sie dienten der Abdichtung vor einem Wassereindringen.

Diese konkreten Erzählzüge berechtigen dazu, Gemeinsamkeiten auf abstrakter Ebene zu beachten und aufzulisten. Erste operable Anhaltspunkte dafür bieten die Kategorie → „Raum“ sowie die Relationen und Bezüge, in denen die Räume jeweils standen:

Arche und Kästchen waren auf je eigene Weise geschlossene Räume, die vor einem außen drohenden Tod bewahrten: u.a. vor den Gewalttätigkeiten, die unter allen Lebewesen in der Schöpfung herrschten (Gen 6,11-13) und die zugleich mit Gottes Herbeibringen der Flut korrespondierten (Gen 6,17; Schüle, 123: „Gott verdirbt, was bereits verdorben ist.“), und vor dem Mordauftrag des Pharao, der darin bestand, geborene Söhne in den „Nil“ zu werfen (Ex 1,22). Beide Rettungsräume befanden sich direkt in der realen (die geflutete Welt) oder potentiellen (das Ufer des Nils) Todeszone. Beide Schutzräume waren solange belegt, bis sich außen durch Agierende die Bedrohung legte. Gott „gedachte“ im Zentrum und zugleich am Wendepunkt der Sintflut-Erzählung des Noah und derjenigen Tiere, die Insassen „in der Arche“ waren (Gen 8,1), womit dann das Zurückgehen und das Verschwinden der Flutwasser einsetzten; die Schöpfungswelt wurde sodann von Gott für die Arche-Insassen zum sicheren Raum gemacht (Gen 8,20-22; Gen 9,1-7.8-17). Ausgerechnet die Tochter des Pharao badete „zufällig“ im Nil, erblickte das Kästchen (Ex 2,5) und empfand Mitleid mit seinem weinenden Insassen (Ex 2,6); die anwesende Schwester des Insassen lancierte dann dessen Mutter herbei, wodurch das Baby die lebenserhaltende Stillung bekam (Ex 2,7-9); die ägyptische Prinzessin nahm später das herangewachsene Kind Mose als Sohn an (Ex 2,10), wodurch es in das Umfeld des Pharao gelangte, welcher nun nicht mehr, wie noch zuvor, nach dessen Leben trachtete.

Für den hier entscheidenden Hypertext Gen 6-9 zur Arche schält sich auch anhand von dessen Hypotext in Ex 2 heraus, was beim Begriff „Arche“ mitzudenken ist: Die Arche war ein „außer“-ordentlicher Raum auf Zeit. Die in der Arche Weilenden konnten nach der entscheidenden Wende in die Außenwelt „aussteigen“ und damit zugleich in ihre eigentliche Primärwelt (vgl. Gen 1,1-2,3) wieder „einsteigen“ und diese erneut beleben. Das Außerordentliche an der Arche verdeutlicht kontrastiv, was als Ordnung für die Schöpfungs-Welt empfunden und angesehen wird: Die Schöpfungswelt soll ein Raum sein, in dem sich das Leben entfalten kann.

Neben dem Beziehen (Gen 6-7; vgl. Ex 2,3) und Verlassen (Gen 8; Gen 9,18) der Rettungsräume ist ihr Öffnen zu beachten. Wären nämlich die Rettungsräume auf Zeit über die Zeit verschlossen geblieben, drohten sie für die Insassen auch zur Falle zu werden, analog dazu, wie für sie zuvor die Außenwelt bedrohlich war. So wird ein „öffnen“ (in Gen 8,6 und Ex 2,6 פתח ptḥ) auf je eigene Weise geschildert. (1) Von außen „öffnete“ die Pharaotochter das Kästchen. Bei diesem Moment kamen dann das Sich-Ausdrücken des hebräischen Kindes (Weinen) und die Emotion der Prinzessin darauf (Mitleid) so zusammen, dass dem Kind der Hungertod erspart blieb und ein langer Lebenslauf ermöglicht wurde. (2) Von innen „öffnete“ Noah die Arche an deren Fenster. Danach erforschte Noah mit Hilfe von Vögeln, wie es draußen stand (Gen 8,7-13.14). Diese Vogelszene war traditionsgeschichtlich (vgl. das → Gilgamesch-Epos XI 147-156) vorgegeben, drückt aber zugleich auch aus, wie Noah den neuen Lebenschancen draußen entgegenharrte. Gott griff dieses Entgegen-Harren auf und ordnete die „feierliche[n] Prozession“ (Westermann, 605) zum Auszug an (Gen 8,15-19).

Vom weiten Blickwinkel biblischer Gedankenführungen aus lassen sich die Bedeutsamkeiten beider Einsätze einer תֵּבָה tevāh beschreiben: Die Arche (Gen 6-9) ermöglichte in der erzählten Welt einen universellen Fortbestand von Mensch und dem größten Teil der Fauna (die Wassertiere waren von der Sintflut kaum tangiert) bis auf den heutigen Tag. Das Papyruskörbchen (Ex 2) ermöglichte das Überleben von Mose (Ex 2,10), welcher die menschliche Hauptfigur im Pentateuch ist (Ex 2-Dtn 34) und an Gottes Formierung des biblischen Israel (Israel-Bezug) mitbeteiligt war.

Das Traditionsgut hinter Ex 2* hat Parallelen in der akkadischen Sargon-Legende (→ Säugling mit dem Text der Geburtslegende). Die Traditionen hinter Gen 6-9* sind in mesopotamischen Flutstoffen zu finden (s.u.). Die Korrespondenzen zwischen beiden Bibeltexten dürften nicht gezielt produziert worden sein; sie stellen sich aber in der Rezeption der Texte ein. Auslöser dazu ist das ähnliche Motiv von einem rettenden תֵּבָה tevāh-Kasten.

3.2. Arche und Schöpfung (Priesterschrift)

Die Sintflut-Erzählung in der → Priesterschrift (Gen 6,9-9,17*) bezieht sich durch Wortwiederholungen, Motive und Anspielungen mehrfach auf die Schilderung der → Schöpfung zurück (Gen 1,1-2,3). Die Darstellungen zur Arche (Gen 6,14-16 innerhalb von Gen 6,11-22) sind in diese Rückbezüge eingegliedert. Unter den damit verbundenen konzeptionellen Aspekten ragt einer heraus: Die Arche wird in der Priesterschrift (P) wie eine Kleinausgabe der Schöpfung angesehen.

Stichpunkte können das verdeutlichen: Die Schöpfung entstand gegenüber einem Chaoszustand (Gen 1,2), zu dem eine Art Ur-Flut gehörte; die Arche wird angesichts eines Gewaltchaos (Gen 6,11-13) erstellt, welches mit der Sintflut (Gen 6,17) korreliert (s.o. 3.1.). Das Vorgehen des Schöpfergottes wurde so geschildert, dass dabei der Eindruck entstand, in die Wassermassen hinein wurde ein freier Raum geschaffen, zu dessen Flanken das Himmelgewölbe, die Landfläche und das begrenzte Meer gehören (Gen 1,6-10); die wassergefeite Arche wird analog dazu als Raum beschrieben, zu dem ein Innen und ein Außen (Gen 6,14), Länge, Breite und Höhe (Gen 6,15) gehören. Der freie Raum wurde im Schöpfungsvorgang sukzessiv mit Tieren und dem Menschen gefüllt (Gen 1,20-28); zur Arche als neuer Raum wird in einem ähnlichen Takt festgehalten, dass sie Mensch und Tiere aufnimmt (Gen 6,18-20). Der Schöpfungsvorgang wurde vor dem siebenten Tag damit abgeschlossen, dass Menschen und Tieren Nahrung zugeteilt wurde (Gen 1,29-30); zur Arche wird entsprechend dazu als Letztes erwähnt, dass sie mit Nahrung zu befrachten ist (Gen 6,21).

3.3. Arche und Zeltheiligtum (Priesterschrift)

„Arche und Stiftshütte sind die einzigen Bauten,“ die die Tora „beschreibt“ (Jacob, Genesis 187). Innerhalb von P tauchen in den Darstellungen zur Arche und zum Zeltheiligtum (Ex 24-40*), das Mose und Israeliten errichtet haben, auf unterschiedlichen Ebenen ähnliche Momente auf, die in der Forschung mehrfach aufgelistet und ausgewertet worden sind. Diese bestehen u.a. in Folgenden:

Gott redet Noah und Mose an (Gen 6,13; Ex 25,1) und fordert auf ähnliche Weise, ein Gebäude „anzufertigen“ (Gen 6,14; Ex 25,8), das längliche Gestalt hat, u.a. aus Holz besteht, zu bedecken (Ex 26*) und funktionstüchtig auszustatten ist (vgl. Ex 25,9): die Arche „für“ Noah (Gen 6,14) und zum Beziehen durch die Lebewesen; das (Zelt-)Heiligtum „für“ Gott (Ex 25,8) und für sein Einwohnen in Israel (u.a. Ex 25,8-9; 40,35). Gott entwirft vor Noah in Worten die Arche; Gott zeigt Mose das Urbild für die Wohnstätte (Ex 25,9) und entwirft dann in Worten das Heiligtum. Beides ist in ein je eigenes Bundesgeschehen eingebettet (Gen 6,18; Gen 9,8-17 und Ex 29,45-46 mit Bezug auf den Abraham-Bund: Ex 6,4-7; Gen 17,7-8). „Vollzugsformeln“ gehen auf die Ausführung des Bauauftrages ein (Gen 6,22; u.a. Ex 39,32; Ex 40,16). Hinzu kommen ähnliche lokale und temporale Angaben. Die Arche strandete auf einem Berg (Ararat), und Gipfel wurden sichtbar (Gen 8,4-5); auf dem Berg (Sinai) weilt Mose (vgl. Ex 24,16) und JHWHs Herrlichkeit u.a. auf dem Gipfel (Ex 24,17), wo eventuell die Modelle (Ex 25,9) zum Zeltheiligtum gezeigt wurden (Ex 26,30). Die Wasser der Flut waren an einem Neujahrstag weggetrocknet (Gen 8,13), und das Heiligtum wird an einem Neujahrstag errichtet (Ex 40,17).

Die Texte in P zu Arche und Zeltheiligtum sind nicht direkt aufeinander bezogen. Ex 24-40* dürfte jedoch durch die Ähnlichkeiten und Parallelen Gen 6-9* erinnern und wechselseitig Zeltheiligtum und Arche aufeinander beziehen wollen. Hinzu kommt in P eine gemeinsame Fluchtlinie: Zur Schöpfungsdarstellung Gen 1,1-2,3 gibt es sowohl in der Arche-Konzeption (s.o. 3.2.) als auch in der Heiligtum-Konzeption (Weimar) jeweils inhaltliche und sprachliche Verbindungslinien.

3.4. Arche und Jerusalemer Tempel

Für diesen möglichen Zusammenhang kann es Vorprägungen geben: Tafel XI des Gilgamensch-Epos enthält Hinweise, die Utnapischtims Arche anscheinend transparent für ein sakrales Gebäude machen.

Z.B. streute Utnapischtim beim Opfer nach der Flut Räuchergaben hin „oben auf den Stufenturm aus Fels“ (XI 158: Stufenturm=Zikkurat; vgl. George, 172-173). Entweder war dieser Stufenturm der Berg („Nimusch“ XI 142), an dem die Arche gestrandet war (Maul, 188; der Berg hielt sieben Tage das Schiff fest und ließ es nicht wanken [XI 143-147]). Oder die Opferstätte lag auf der Arche, die dann wie ein Stufenturm gedeutet wurde (Baumgart 1999, 521-522). Die in XI 157-171 „beschriebene Opferszene spiegelt vielleicht ein Kultgeschehen wider, das alljährlich auf den hohen Stufentürmen … der babylonischen Städte stattfand, wenn die Wiedergeburt der Welt, die neu aus der Flut entsteht, gefeiert wurde“ (Maul, 188).

Die Frage muss gestellt werden, ob derartige oder ähnliche Momente aus den mesopotamischen Sintflut-Traditionen in dem P-Text zur Arche (s.o. 2.) eingeflossen sein könnten. Bei P wäre dann freilich mit Modifikationen und Brechungen aufgrund eigener Traditionen zu rechnen. Auf der anderen Seite stehen die Darstellung des Zeltheiligtums in P und die späteren Erweiterungen in diesem Textbereich „in einem kritischen Rezeptionsverhältnis“ zum Jerusalemer Tempel (Görg, 1203). Das könnte ebenso Spuren in den Ausführungen zur Arche hinterlassen haben.

(1) In der Darstellung der Arche finden sich Aspekte, die an literarische Beschreibungen des Jerusalemer Tempels erinnern. Die Tür an der Seite der Arche und deren drei Etagen (Gen 6,16) könnten etwas mit dem so genannten „Umbau“ am Tempel (1Kön 6,5-10; Ez 41,5-7.9.11) zu tun haben; der Umbau flankierte an drei Seiten das höhere Tempelhaus, hatte ebenso drei Etagen (1Kön 6,6.8; vgl. Ez 41,7; Josephus Flavius, Bellum Judaicum V 5 [Text gr. und lat. Autoren]; Mischna-Traktat Middoth IV, 3.7) und eine Tür (1Kön 6,8; Ez 41,11: zwei Türen; vgl. Bellum Judaicum VI 4,5; Middoth IV 3). Vielleicht haben die Ausführungen zum Dach der Arche (Gen 6,16: Lichtband, s.o. 2.) eine hoch liegende Fensterreihe am Tempelhaus (1Kön 6,4; vgl. Ez 41,16; zu Gen 6,16 vgl. 1Kön 6,9) im Blick. Die Maße der lang gezogenen Arche (Gen 6,15) sind strukturell so gelistet, wie es auch beim länglichen Tempelhaus vorkommt (1Kön 6,2). Die „Höhe“ (30 Ellen) ist dieselbe. Die Trias „Länge, Breite, Höhe“ kommt neben Gen 6,15 in der hebräischen Bibel fast nur noch beim Zeltheiligtum, beim Tempel und bei deren Ausrüstungen vor.

(2) Gen 6,9 kennzeichnet den ersten Nutzer der Arche, Noah, wahrscheinlich mit Blick auf den Zutritt zum Jerusalemer Tempel (u.a. Ps 15; Ps 24,2-5; Jes 33,14-16). Noah verhält sich gerecht (vgl. Ps 15,2; Ps 118,19-20; Jes 33,15) und wandelt (vgl. Ps 15,2; Jes 33,15) mit Gott (vgl. Ps 24,6). Noah kann so im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen die von Gott entworfene Arche betreten wie ein willkommener Besucher den Tempel (Ps 15,1; Ps 24,3; vgl. Jes 33,14). Noah kommt beim Gewalt-Flutchaos nicht ins Wanken (vgl. Ps 15,5), weil er mit dem Schöpfer (Ps 24,1-2) verbunden lebt.

Die These zu den Anklängen an den Tempel bleibt etwas unsicher. Es lässt sich jedenfalls nicht ausschließen, dass in einer Tiefendimension der Tempel bei den Ausführungen zu Arche mitschwingt (vgl. Vermeylen, 46-47).

4. Zur Rezeptionsgeschichte

4.1. Literarische Nachwirkungen

Die Arche in Gen 6-9 erfreute sich einer breiten Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte, die nur zum Teil erforscht ist. Hier kann nur die Antike in bescheidener Auswahl behandelt werden.

4.1.1. Sirach und Weisheit

Beide Bücher erwähnen die Arche nicht. Ihre Darlegungen wurden aber für spätere christliche Ausdeutungen der Arche bedeutsam (Rahner, 510).

4.1.1.1. Jesus Sirach geht in Sir 44,17-18 (LXX) teilweise mit neuen Deute-Kategorien auf die Noah-Geschichte (Gen 5-9) ein (→ Jesus Sirach). Dabei wird u.a. der Topos vom „Rest“ hervorgehoben, welcher „der Erde“ erhalten wurde (vgl. Gen 7,23). Da Noah ein „vollkommener Gerechter“ war (Gen 6,9; vgl. Gen 7,1), wurde das Entrinnen in der „Zeit des Zornes“ möglich.

4.1.1.2. Das Buch der Weisheit redet von „Holz“ und „Floß“ (→ Weisheit Salomos). Weish 10,3-4 spielt auf → Kain und Noah an und stellt diese einander gegenüber. Kain, der „Ungerechte“, trennte sich aufgrund seines Zornes von der Weisheit. Er ging mit seinen „brudermordenden Leidenschaften“ zugrunde. Seinetwegen wurde die Erde geflutet (vgl. Gen 4,1-16; Gen 6,11-13.17). Die Weisheit hat die geflutete Erde „wieder gerettet“ (vgl. Weish 9,18). Sie „steuerte durch einfaches Holz“ Noah, „den Gerechten“ (vgl. Gen 6,9; vgl. Gen 7,1). Während in Gen 6,14-16 „eine recht stattliche Konstruktion nach Anweisung Gottes beschrieben wird, soll hier wohl die Nutzlosigkeit der Arche ohne die ‚Steuermannskunst’ der Weisheit betont werden“ (Engel, 169-170).

Weish 14,5-7 setzt als Teil eines Gebetes daran an, dass Gott die auf dem Meer Fahrenden rettet (vgl. Weish 14,1-4). In Weish 14,5 will Gott, dass die Werke seiner Weisheit („deiner Weisheit“) nicht untätig sind. Diese Überzeugung berechtigt Menschen immer wieder dazu, dass sie ihr Leben einem in Relation zum Meer „winzigen Holz“ (=Schiff) anvertrauten und sogar auf einem „Floß“ gerettet wurden. Dieser Gedanke bereitet ein neues Einspielen der Noah-Geschichte vor. Weish 14,6 bringt die Flut mit der Anfangszeit in Verbindung, als die Riesen an ihrer Überheblichkeit zugrunde gingen – so die inzwischen übliche Deutung von Gen 6,1-4 (vgl. Sir 16,7 [Lutherbibel: Sir 16,8]). Während dieses Unterganges war Noah mit Familie und Tieren auf „ein Floß“ geflüchtet. Die Geflohenen werden nicht mehr als „Rest“ angesehen (vgl. Gen 7,23; Sir 44,17), sondern in die Zukunft blickend „die Hoffnung des Kosmos“ genannt (vgl. 4Makk 15,31: Noahs Arche war „die Welt tragend“). Diese Hoffnung hinterließ der Nachwelt einen „Samen“ (vgl. Gen 9,9), aus dem neu Leben hervorging. Die Rettung auf dem Floß wird diesmal der „Steuermannskunst“ Gottes („deiner Hand“) zugeschrieben. Der Gedanke gipfelt in Weish 14,7 in einer Art Merksatz, der wieder von „dem Holz“ spricht (Weish 14,[1.]4; Weish 10,4): „Gesegnet ist das Holz, durch das Gerechtigkeit geschieht.“ Innerhalb des Buches besagt der Vers: „Wenn der Mensch Holz im Einklang mit dem ihm von Gott gegebenen Schöpfungsauftrag, für den er mit Geist und Weisheit begabt wurde, bearbeitet und verwendet (plant – baut – steuert), dann ‚geschieht dadurch Gerechtigkeit‘ … und Gott läßt darauf Segen ruhen“ (Engel, 225).

(3) In einer christlichen Rezeption wurden diese deuterokanonischen Akzente so gelesen, dass sie sich typologisch und allegorisch auf die Kirche und auf das Kreuz Jesu übertragen ließen (s.u.). Insbesondere unter Einbeziehung von Weish 14,7 wurde die rettende (Holz-)Arche der Genesis auf die Heilsbedeutung von Jesu (Holz-)Kreuz bezogen (u.a. Ambrosius; vgl. Rahner, 519-520; Gilbert, 114-124).

4.1.2. Neues Testament

© public domain (Foto: Klaus Koenen, 2007)

Abb. 1 Die Arche in einem koptischen Grab (Friedhof der Oase Charga, Ägypten; 4. Jh.).

Die „Arche“ (ἡ κιβωτός) taucht hier viermal auf: Mt 24,38 // Lk 17,27 (= Q); Hebr 11,7 und 1Petr 3,20.

(1) Mt 24,37-39 // Lk 17,26-27 erwähnen „die Tage Noahs“, das menschliche Treiben vor der Flut: Essen, Trinken, Eheschließungen, „bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging“; es „kam die Flut“ und vernichtete alle. In diesen Jesusreden geht also nur Noah in die Arche (anders Gen 7,7 u.ö.), wird die Rettungsfunktion der Arche nicht entfaltet, dafür das Sterben „aller“ genannt.

Mt 24,37-39 geht es um einen Vergleich der „Parusie“ (Ankunft) des Menschensohnes mit den Tagen des Noah (Mt 24,37.38). Der Zeitpunkt der Parusie ist unbekannt. Ihn kennt nur der göttliche Vater (vgl. Mt 24,36). Deshalb heißt es wohl zur Illustration „sie erkannten nichts, bis die Flut kam“. Die Parusie kann unter den Menschen einen jeden einschneidend treffen (vgl. Mt 24,40-41; Luz, 450-451). Daher ruft Jesus zu steter Wachsamkeit auf (u.a. Mt 24,42).

Lk 17,26-27 vergleicht die „Tage“ des Menschensohnes mit dem „Geschehen“ in den Tagen des Noah. Vermutlich steht bei Lukas eine Zeitspanne (Dauer), zu der „menschliche Verantwortung“ gehört, dem Augenblick göttlicher Sanktion gegenüber (Bovon, 169-171.173).

(2) Während also Matthäus, Lukas und zuvor die Logienquelle eher auf das Außerhalb der Arche und damit auf das Sterben schauen, deutet der → Hebräerbrief solches beiläufig an, hebt aber auf die Rettung von Noahs Sippe durch die Arche ab. Der Aspekt der Rettung ist im Ersten → Petrusbrief zentral.

1Petr 3,20 geht auch auf „die Tage des Noah“ ein. Während dieser Tage waren die Geister, denen Christus im Gefängnis kündete (1Petr 3,19), ungehorsam gewesen; Gott hatte aber während dieser Tage in Geduld abgewartet. In diesen Tagen „wurde die Arche erbaut“. In ihr wurden „wenige“ durch die Wasser „hindurch gerettet“. Bei der Präzisierung der „wenigen“ zählt 1Petr 3,20 in Überstimmung mit Gen 6-9 acht Menschenleben (vgl. 2Petr 2,5). Jetzt „rettet euch“, die Angeredeten, das „Gegenbild“ (Antitypos) dazu: die Taufe (1Petr 3,21).

Hebr 11,7 erwähnt Noah als Erbauer der Arche. Noah war Vorbild im Glauben (vgl. Kap. Hebr 11). Aus Glauben ging Noah ans Werk. Anlass war eine göttliche Weisung über „noch nicht sichtbare Dinge“, womit die kommende Sintflut gemeint ist, worin aber auch das Räumlich-Jenseitige (vgl. Hebr 11,1) anklingt. Noah ließ sich leiten von Gehorsam oder Angst (Gräßer, 118 Anm. 86). Durch seine Glaubenshaltung verurteilte Noah den „Kosmos“, womit wohl die Ungehorsamen gemeint sind, die in der Flut umkamen. Zwei Aspekte sind in Bezug auf das Buch Genesis zu nennen: Noah baute die Arche „zur Rettung seines Hauses“, was an „dein Haus“ in Gen 7,1 erinnert. Noah „wurde“ durch sein Glaubensverhalten „ein Erbe der Gerechtigkeit“, was seine Beschreibung als „Gerechten“ Gen 6,9, und als solcher „vor“ Gott Gen 7,1, abwandelt.

4.1.3. Jüdische Autoren und Ausleger

Jüdische Autoren und Ausleger gehen vielfältig auf die Arche ein.

(1) Weichenstellend wurden Philo (vgl. Geljon, 188-189) und Josephus (vgl. Tuval, 176-178).

Nach Philo von Alexandrien (De vita Mosis II 60-62; → Philo von Alexandrien; Wikisource: Philo) errichtete Noah in der Arche, dem hölzernen Bau, vier Etagen und in diesen verbundene Wohnungen; die befrachtete Arche glich einem Abbild der ganzen Erde. Philo sah die Arche allegorisch als Sinnbild für den menschlichen Körper an (De plantatione 43; Quod deterius potiori insidiari soleat 170; in Quaestiones in Genesim II mehrfach). Wie an der Arche das Bestreichen mit Pech innen und außen Dinge zusammenbindet, so stellt der Körper eine Einheit von Innen und Außen dar. Der „Bestrich“ verleiht den Vorstellungen und Handlungen Halt, wofür der Köper das Medium ist (vgl. conf. 105). – Ein allegorischer Bezug zwischen Arche und Körper / Leib wurde u.a. über den Kirchenvater Ambrosius (De Noe et Arca), der Philo rezipierte, wirkungsgeschichtlich bedeutsam (Boblitz, 166-167; zu Augustinus s.u.).

Bei Josephus Flavius (Antiquitates I, 77-78; Text gr. und lat. Autoren; → Josephus Flavius) war die Arche auch ein vierstöckiger Kasten, hatte stabile Wände, fest verbundene Fugen und ein solide ausgelegtes Dach. Der Kasten setzte nach der Flut in Armenien auf (Antiquitates I, 90; hierzu Stone, 307-315). Die Armenier zeigen noch „heute“ Überreste des Kastens (Antiquitates I, 92) und nennen den Fundort in Erinnerung an das Flutende „Ausstieg“. Josephus greift Autoren auf, die die Sintflut und den Kasten erwähnten (vgl. Contra Apionem I, 128-131): „Berosos der Chaldäer“ führte aus, dass sich das Gefährt am Fuß des Berges der Kordyaeer befände; nach Berosos entnahmen Leute etwas vom Pech und nutzen es für ihre Abwendungsriten (Antiquitates I, 93). Nikolaos von Damaskus gab als Landeplatz die Bergspitze im armenischen Gebirge Baris oberhalb der Minyada-Gegend an; laut Nikolaos sollen sich Reste des Kastens noch lange erhalten haben (Antiquitates I, 94-95). – Mit Josephus wird früh der Topos greifbar, von den Resten der Arche zu erzählen; dieser Topos wird später christlicherseits weitergeführt werden (Theophilus von Antiochien, Ad Autolycum III, 19; Hippolyt von Rom, Refutatio omnium haeresium X, 30; und andere; vgl. Rahner, 507-508).

(2) Im Midrasch Bereschit Rabba (§ 30) pflanzt Noah über 120 Jahre lang Zedern und fällt sie, um den Bau der Arche vorzubereiten, aber auch um u.a. zeichenhaft seine Umgebung zur Umkehr zu bewegen (vgl. Amihay, 204-205). Formulierungen im Bibeltext zur Arche werden erörtert (§ 31). Z.B. geht es nach Rabbi Pinchas und Rabbi Levi in Gen 6,16 nicht um ein Licht oder Fernster, sondern um einen Edelstein, der nachts in der Arche leuchtete. Eine Diskussion über die Anzahl der Zellen in der Arche wird wiedergegeben; nach Rabbi Jehuda waren es 330, nach Rabbi Nechemja 900. Die Funktionen der Etagen werden erörtert: Die untere bot Mistplätze, auf der mittleren verweilten Noah, seine Familie und die reinen Tiere, und die obere war für die unreinen Tiere da. Einige Rabbinen drehen die Funktionen der ersten und dritten Etage um; der Babylonische Talmud (Traktat Sanhedrin 108b; Text Talmud) meint: Das untere Stockwerk war für den Mist, das mittlere für die Tiere und das obere für den Menschen.

Aus den biblischen Angaben werden Verhaltensregeln abgeleitet, z.B. für den Bau von Schiffen, die in Häfen ankern, oder für die Errichtung von bestimmten Nutzräumen.

Die Rabbinen entnahmen u.a. der Art, wie die Verse Gen 6,18 und Gen 8,16 Männer und Frauen aufreihen, dass innerhalb der Arche sexueller Verkehr verboten war; erst nach dem Ausstieg aus der Arche war die Fortpflanzung wieder erlaubt (Bereschit Rabba § 31; 34); → Ham (, der Rabe) und der Hund hielten die Enthaltsamkeit nicht ein; Ham wurde dafür bestraft (§ 37; vgl. Sanhedrin 108b). – Das Thema Keuschheit in Bezug auf die Arche wird christlicherseits u.a. von Origenes behandelt (vgl. Tzvetkova-Glaser, 134-135).

4.1.4. Kirchenväter

„Die Geschichte der Typologie von der Arche ist geradezu ein Spiegelbild für die Entwicklung der Theologie von tausend Jahren, von Origenes bis Bonaventura“ (Rahner, 546). Die Kirchenväter deuteten die Arche auf verschiedene Weisen.

Sie stellten insbesondere Vergleiche zwischen Arche und Kirche her (s.o. 4.1.1.). Einiges davon mündet bei Augustinus (→ Augustinus). Für ihn ist die Arche zweifelsohne ein Bild für den in der diesseitigen Zeit pilgernden Gottesstaat, also für die Kirche (De civitate Dei XV, 26; Text Kirchenväter). Im Geheimnis der Sintflut wurden die Gerechten durch das Holz der Arche gerettet; das hatte die Kirche im Voraus abgebildet; diese ist nämlich von ihrem König und Gott, also Christus, durch das Geheimnis seines Kreuzes über den Fluten dieser Weltzeit errichtet worden (De catechizandis rudibus XIX, 32; Bibliothek der Kirchenväter).

Augustinus Gedanken ging eine christliche Deutungsgeschichte voraus. Dabei spielte z.B. auch das Problem „die Kirche der Sünder“ eine Rolle (Rahner, 540-542). Dieses wurde u.a. anhand der Passagiere in der Arche erörtert. Für Tertullian (vgl. Benjamins, 143) dürfen daher „auch Raben, Weihe, Wölfe, Hunde und Schlangen in der Kirche“ sein, aber: „Kein einziges Tier der Arche ist ein Typus für den Götzendienst. Was aber in der Arche nicht war, soll auch in der Kirche nicht sein“ (De idolatria XXIV; Text Kirchenväter). Hippolyt von Rom berichtete über Abwägungen von Callistus: „Ja er sagte, auch die Arche Noah sei ein Gleichnis für die Kirche, in der sich Hunde und Wölfe und Raben, alles Reine und Unreine fand, und so soll es in der Kirche sein…“ (Refutatio omnium haeresium IX,12). Bei den Problemen der Ketzertaufe und der kirchlichen Einheit griff Cyprian von Karthago das Bild von der Arche auf und engte es ein: „Denn wie bei jener Taufe der Welt derjenige, …der nicht in der Arche Noe war, auch nicht durch das Wasser gerettet werden konnte, so kann auch jetzt nicht durch die Taufe gerettet werden, wer nicht innerhalb der Kirche getauft ist, die in Nachbildung der einen Arche auf die Einheit im Herrn gegründet ist“ (Epistula 74,11; vgl. De unitate ecclesiae VI; die Diskussion in der alten Kirche hierzu bei Rahner, 542-544).

Hinzu kamen allegorische Auslegungen von Einzelheiten an der Arche. Beispielhaft geschah das bei Origenes (Homiliae in Genesim II): „In the ark were rooms on distinctive storeys, just as people in the Church make progress in faith in different ways. The squared beams, providing for stability, represent the doctors, masters and advocates of the Church, teaching and defending the Christian faith“ (Benjamins, 148; vgl. Boblitz, 163-165). Augustinus hat Origenes herangezogen und weitere Ausleger aufgegriffen: Das Holz der Arche steht bei Augustinus für das Holz des Kreuzes (s.o. 4.1.1.), an dem der Mittler zwischen Gott und Mensch, der Mensch Christus hing. Die Proportionen der Maße von der Arche (Länge und Breite verhalten sich 6 zu 1) weisen auf den menschlichen Leib (s.o. 4.1.3.), in dem der Mittler zu den Menschen kam. Die Tür an der Seite weist auf die Wunde, die dem Gekreuzigten mit einer Lanze beigebracht wurde; die Wunde bildet den Eingang zu ihm, da aus ihr die Sakramente strömten, durch welche die Gläubigen eingeführt werden. Die viereckigen Hölzer (vgl. LXX Gen 6,14) stehen für die Stabilität im Leben der Heiligen. „Auch was sonst noch erwähnt wird im Zusammenhang mit dem Bau jener Arche, versinnbildlicht die Dinge in der Kirche Christi“ (De civitate Dei XV 26).

4.1.5. Koran

Abb. 2 Noah in der Arche (anonyme Hinterglasmalerei aus Tunesien; 20. Jh.).

Abb. 2 Noah in der Arche (anonyme Hinterglasmalerei aus Tunesien; 20. Jh.).

Im Koran ist die Arche ein „Schiff“. Es wird mit zwei Worten benannt: fulk und safīna (Newby, 157-158; vgl. Martin, 254 Anm. 10). In Sure 54,13 wird das Schiff umschrieben: „ein Ding mit Planken und Nägeln“ (Khoury, Bd. 11, 513; Text Koran). Das ist die einzige Angabe im Koran zu den Materialien, aus denen das Arche-Schiff bestand.

Im Koran hat Noah (arabisch: Nūḥ) die Arche ebenso im Auftrag Gottes und nach Gottes Maßgabe anzufertigen (Sure 11,37-38): „vor unseren Augen und nach unserer Offenbarung“. Gott beobachtete so Noah und schützte ihn vor Fehlern. Noah soll die Arche mit je einem Paar der Tierarten, den gläubigen Angehörigen und den anderen Menschen, die glauben (Khoury, Bd. 8, 146; Text Koran), befrachten (Sure 11,40-41; vgl. 23,27-28). Durch Gottes Initiative endet die Flut, und die Arche strandete auf dem (Berg) Djūdī (Sure 11,44; vgl. die Bibel Gen 8,4 „auf dem Gebirge Ararat“). Gott hat Noah und die Insassen der Arche gerettet (Sure 29,15; vgl. 7,64; 10,73; 26,119; 69,11).

Die Arche und das Erzählen von ihr sind eingebettet in die übergreifende Theologie des Korans. In erster Linie steht die Arche für Zweierlei: für das Strafgericht und für Gottes Bereitschaft, die Gläubigen zu retten.

In den anschließenden Koran-Auslegungen wurde weiter entfaltet, aus welchem Material die Arche bestand, nach welcher Methode sie konstruiert wurde, wie viele Etagen sie hatte, welche Arten von Tieren sie bestiegen, wo diese in der Arche untergebracht waren und was für Schwierigkeiten Noah beim Beladen und Entladen hatte.

4.2. Frühe jüdische und christliche Abbildungen

Wann Bilddarstellungen der Arche begannen, lässt sich nicht mehr feststellen. Was davon aber greifbar wird, erweist sich als aufschlussreich für kontextuelle, antike Lesarten der Arche.

Aus: RAC I, Stuttgart 1950, 601

Abb. 3 Münze von Apamea mit Noas Arche (nach Madden).

4.2.1. Münzen aus Apamea (2.-3. Jh. n. Chr.). Von heute aus gesehen zählen zu den ältesten Funden Münzen aus Apamea in Phrygien (Clements, 279-284), gelegen am Fluss Mäander und bei den Quellen des Flusses Marsyas. Die Münzen zeigen auf der Vorderseite das Porträt eines Kaisers im Profil und auf der Rückseite u.a. die Arche. Die Münzen sind in die Zeit von Kaiser Septimius Severus (192-211 n. Chr.) bis zu Kaiser Trebonianus Gallus (251-253 n. Chr.) datiert. Vielleicht waren unter jedem Kaiser dieses Zeitraums derartige Münzen in Apamea geprägt worden. Man unterscheidet auf der Rückseite einzelne Typen von Prägungen (Thonemann, 88-89). Eine Form blieb aber dabei relativ konstant:

Aus: Alfred Jeremias, Das Alte Testament im Lichte des Alten Orients, Leipzig 1930, 146

Abb. 4 Phrygische Münze aus Apamea.

In dieser Form ist die Bildwelt auf der Rückseite aufgrund des narrativen Gehaltes von rechts nach links als Abfolge zweier Szenen zu lesen, die in etwa einerseits Gen 8,6-13 und andererseits Gen 8,14-22; Gen 9,18 entsprechen dürften.

Rechts ist ein perspektivisch abgebildeter Kasten, die Arche, zu sehen. Der Kasten ist oben offen. Brustbilder von einer Frau außen und daneben von einem Mann füllen den Kasten aus. Beide blicken nach links. Auf der Vorderfront des Kastens unterhalb des Mannes ist der Name Noah zu lesen, und zwar meist, wie er der Schreibweise der Septuaginta entspricht: NΩE (sonst NΩ). Neben Noah ist wohl an dessen Gattin zu denken. Zwei Vögel sind abgebildet. Der eine sitzt rechts oben auf dem Kasten. Es kann sich um den Raben oder die Taube handeln. Der andere Vogel ist sicherlich die Taube und fliegt anscheinend mit einem Olivenzweig im Fuß (Gen 8,11: im Schnabel) – je nach Münzprägung – teilweise über dem Kasten oder auf diesen zu oder gehört schon zur linken Szene. Unterhalb des Kastens ist das Wasser der Sintflut angedeutet. Links neben dem Kasten ist dasselbe Paar bei der zweiten Szene – manchmal eventuell gealtert – in Ganzkörperdarstellung anscheinend auf festem Boden zu sehen. Das Paar schaut wieder nach links. Diesmal erscheint die Gattin vorne, was in Bezug auf die Figuren einer chiastischen (biblischen) Struktur entspricht. Beide haben den rechten Arm erhoben, angewinkelt und halten meist die Handfläche in ihre Blickrichtung geöffnet. Damit drücken sie eine Gebetshaltung aus (Klauser, 142). Um- und Aufschriften auf der Rückseite nennen stets den Namen der Stadt und abwechselnd die Provinzbeamten, zu deren Zeit die Münzen erstellt wurden.

Zum geschichtlichen Hintergrund dieser Münzen lassen sich Bausteine zusammentragen (Clements, 281-284): a) Apamea trug den Beinamen Kibotos (vgl. Strabo XII, 8,13), welcher – zufällig – in der Septuaginta auch die Arche bezeichnet (s.o.). Der Beiname dürfte auf einen ökonomischen Wohlstand der Stadt anspielen, die an der Kreuzung von wichtigen Handelsstraßen lag. Unter Kaiser Hadrian (117-138 n. Chr.) wurden zuvor in Apamea Münzen hergestellt, welche die Lokalgottheit des gleichnamigen Flusses Marsyas zeigen und die in ihren Inschriften „Kasten“ im Plural erwähnen: ΑΠΑΜΕΩΝ ΜΑΡΣΥΑΣ ΚΙΒΩΤΟΙ; auf den Hadrian-Münzen umgeben einzelne Kastendarstellungen die Gottheit Marsyas. b) In Phrygien gab es lokale Flutlegenden (Trebilco, 88-90), die teilweise im Traditionsanklang zum prominenten griechischen Deukalion-Pyrrha-Flutstoff standen. c) Eine jüdische Kommunität lebte in Phrygien etwa ab ca. 205 v. Chr. (vgl. Josephus, Antiquitates XII, 3,4; Text gr. und lat. Autoren). Von dieser Kommunität in Apamea und Umgebung konnte 62 v. Chr. für die Jerusalemer Tempelsteuer ein erheblicher Betrag (fast 100 Pfund Gold) eingeholt werden (Cicero, Pro Flacco XXVIII, 68). Das „Gesetz der Juden“ fand in der fortgeschrittenen Kaiserzeit vor Ort vielleicht Berücksichtigung (vgl. die Inschrift bei Ramsay, 538-539 unter Nr. 399bis; eine Interpretation der Inschrift bei Trebilco, 100-101). Von einer einflussreichen, jüdischen (Thonemann, 91 u.ö.: und evtl. auch parallel existierenden christlichen) Gemeinde in Apamea z.Z. der Münzprägungen ist auszugehen. d) Bekannt ist die antike jüdische (und christliche) Praxis, die biblische Noah-Figur mit Deukalion aus der griechischen Flutlegende zu verknüpfen (Philo, De praemiis et poenis XXIII; Justinius, Apologie II, 7,2). e) Ein Traditionsstrang verortete den Berg Ararat, auf dem in der Genesis Noahs Arche strandete, in Phrygien, in den Bergen bei Apamea an den Quellen des Marsyas-Flusses (u.a. Sibyllinen I, 195-198; 261-266 [hier der Marsyasfluss]; VII, 8-12; s. Gauger, 438-439; 456-457; 483; 513-514; vgl. Waßmuth, 212-215; 478-486).

Diese Befunde erlauben die Formulierung einer These: Vertreter der wohl jüdischen Ortsgemeinde vermochten spätestens Ende des 2. Jh. n. Chr. ältere, lokale Flut-Traditionen und den Beinamen Apameas von der biblischen Noah-Arche-Geschichte her zu deuten und plausibel zu erklären, was sich in den (ihren?) Münzprägungen niederschlug und spätestens dadurch auch offiziell vor Ort übernommen wurde. Für den Weg zunächst über nicht-biblische, griechisch-hellenistische Flut-Überlieferungen spricht, dass sich die Legende auf den Münzen entgegen Gen 6-9 nur auf die Rettung eines Menschenpaares bezieht und dass die namenlose Frau auf der Münze ebenso entgegen Gen 6-9 – zumindest bildlich – gleichwertig zum Mann Noah dargestellt ist.

Aus: Joseph Wilpert (Hg.), Die Malereien der Katakomben Roms, Freiburg i.Br., 1903, 16 (zugänglich unter http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/wilpert1903; in der Volltextsuche werden unter dem Stichwort „Noe“ die entsprechenden Tafeln hochgeladen)

Abb. 5 Noah in der Arche (Wandmalerei; Priscilla-Katakombe, Rom; 2. Jh.).

4.2.2. Katakomben-Malerei (2.-4. Jh.). Als ein anderes frühes Darstellen der Arche werden christliche Malereien auf Wandflächen in den Katakomben angesehen (Clements, 284-287). Josef Wilpert (Malereien) zeigt etwa zwanzig solcher Darstellungen aus Roms Katakomben.

Die Arche ist hier ebenfalls in Kastenform abgebildet. Noah steht aufrecht im Kasten. Er hat seine Arme zu beiden Seiten ausgebreitet, die Hände geöffnet (links manchmal mit Fingern eventuell die Zahl drei anzeigend) und zeigt so eine Gebetshaltung an. Oft ist die Taube abgebildet, die mit Olivenzweig im Schnabel wohl zu Noah herab fliegt. Vielleicht stammt die obige Malerei in der Priscilla-Katakombe aus dem späten 2. Jh. n. Chr. Diese Darstellungen in den Katakomben entnehmen Gen 6-9 keine fortlaufende Story wie die Münzen von Apamea, sondern nur ein einzelnes szenisches Moment und geben dieses reduziert wieder (Klauser, 135-136). Die Arche scheint in den Katakomben Symbol für die göttliche Rettung gewesen zu sein (Barasch, 363).

Vielleicht verbanden sich im christlichen Konzept der Malereien die klassische, pagane Gestalt eines Betenden (Orans) mit dem alten paganen Motiv einer Rettung im Kasten auf dem Meer (Danaë und Perseus sowie Tenes und Hemithea; vgl. Fink, 5-8, mit weiteren Beispielen). Das erklärt allerdings noch nicht die Reduzierung auf einen partnerlosen Noah. In der klassischen Form waren betende Gestalten (Orans) im römischen Kontext wohl nur Frauen (vgl. Fyntikoglou / Voutiras, 163-164), in den Katakomben dann aber auch Männer: z.B. Noah, Abraham, Daniel und die drei Jünglinge im Feuerofen.

4.2.3. Beide Darstellungen, die von Noah sowie die von Noah und Frau, entstanden vermutlich unabhängig voneinander, haben aber gemeinsame Schnittmengen. a) Sie griffen die Rettung der achtköpfigen Sippe und der Tiere durch die Arche nicht auf, sondern wählten aufgrund kultureller und mythisch-religiöser Vorgaben im nahen Lebensraum aus: das Ehepaar oder nur Noah. b) Die Arche hat entsprechend dem Bibeltext stets Kastenform, und sie ist oben stets offen. c) Teile der Vogelepisoden (die Taube mit Olivenzweig) wurden als ausschlaggebend angesehen. d) Die Gebetshaltungen gehen über Gen 6-9 hinaus und interpretieren diesen Bibeltext für ihre Zeit.

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  • Wilpert, Josef, Die Malereien in den Katakomben Roms, Freiburg i.Br. 1903.
  • Wünsche, August, Der Midrasch Kohelet (1881), Nachdruck Hildesheim 1993.
  • Zenger, Erich, Gottes Bogen in den Wolken. Untersuchungen zu Komposition und Theologie der priesterschriftlichen Urgeschichte (SBS 112), Stuttgart 2. Aufl. 1987.

Abbildungsverzeichnis

  • Abb. 1 Die Arche in einem koptischen Grab (Friedhof der Oase Charga, Ägypten; 4. Jh.). © public domain (Foto: Klaus Koenen, 2007)
  • Abb. 2 Noah in der Arche (anonyme Hinterglasmalerei aus Tunesien; 20. Jh.).
  • Abb. 3 Münze von Apamea mit Noas Arche (nach Madden). Aus: RAC I, Stuttgart 1950, 601
  • Abb. 4 Phrygische Münze aus Apamea. Aus: Alfred Jeremias, Das Alte Testament im Lichte des Alten Orients, Leipzig 1930, 146
  • Abb. 5 Noah in der Arche (Wandmalerei; Priscilla-Katakombe, Rom; 2. Jh.). Aus: Joseph Wilpert (Hg.), Die Malereien der Katakomben Roms, Freiburg i.Br., 1903, 16 (zugänglich unter http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/wilpert1903; in der Volltextsuche werden unter dem Stichwort „Noe“ die entsprechenden Tafeln hochgeladen)
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