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Lexikon

Achsa

Andere Schreibweise: Achsah (engl.)

Katrin Brockmöller

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1. Name

Der Frauenname „Achsa“ (hebräisch עַכְסָה, ‘akhsāh) leitet sich von der hebräischen Wurzel עכס ‘KS, ab und ist ein Wortspiel mit dem hebräischen Wort עֶכֶס ‘ækhæs „Fußspange / Fußring“ (ein verführerisches Accessoire in Jes 3,16-18; → Schmuck). Die Septuaginta kennt die Schreibweisen Αχσα(ν) (Jos 15,16-17) und Ασχα (Ri 1,12-13; 1Chr 2,49).

2. Achsa, die Tochter Kalebs

Es gibt in der Bibel nur eine Frau namens Achsa; sie wird in den Parallelerzählungen Jos 15,15-19 // Ri 1,11-15 sowie in einer → Genealogie in 1Chr 2,49 erwähnt. Es handelt sich bei ihr um eine Tochter des Kundschafters → Kaleb, der Name der Mutter ist unbekannt. Als Siegespreis wird sie von Kaleb demjenigen Helden versprochen, der Kirjat-Sefer / Debir (eine Stadt im südwestlichen Hügelland Judas) einnehmen kann. So wird sie zur Frau → Otniels (ein Neffe Kalebs und Sohn von Kenas). Auf Achsas Forderung hin erhält das Paar von Kaleb zusätzlich zum trockenen Land auch die „obere und untere Wasserstelle“. Kaleb erfüllt damit den Wunsch seiner Tochter nach Segen und Wasser. Die Septuagintafassung von Ri 1,14 mindert Achsas Bedeutung, indem sie die Initiative Otniel zuschreibt: Er drängt Achsa, die Bitte gegenüber ihrem Vater Kaleb auszusprechen; dem folgen manche deutsche Übersetzungen auch in Jos 15,18 (Einheitsübersetzung und Lutherbibel, während die Zürcher Bibel dem hebräischen Text folgt).

Achsa gehört zu den sieben namentlich erwähnten Frauen im Buch → Josua (→ Rahab in Jos 2,1-2 und Jos 6,22-25, Achsa in Jos 15,16-19, die Töchter → Zelofhads: Machla, Noa, Hogla, Milka, Tirza in Jos 17,3-6), die während der kriegerischen Eroberungen das Überleben ihrer Familien sichern.

Die eheliche Verbindung von Achsa, der Tochter Kalebs (der letzte Überlebende der Wüstenwanderung nach dem Tod → Josuas) mit Otniel, dem ersten → Richter (Ri 3,9), markiert auch genealogisch den Übergang ins neue Land. Zudem stärkt diese Eheschließung die genealogisch-familiären Bindungen zwischen den Familienverbänden von Kaleb und Otniel.

Unklar ist, ob und mit welchem Ziel die Verortung der Erzählung in Kirjat Sefer („Stadt des Buches“) und die Rede von der „oberen“ und „unteren“ Wasserquelle (Jos 15,19; Ri 1,15) eine Anspielung auf Jerusalem sein könnten. Ebenfalls kaum zu entscheiden ist, ob der Erzählung von Achsa historische Notizen zu Grunde liegen.

In den → Chronikbüchern wird Achsa in einer der Listen der Nachkommen Kalebs als seine Tochter erwähnt (1Chr 2,49). In 1Chr 4,13 erscheinen als Söhne Otniels (ohne Nennung der Mutter) Hatat und Meonotai.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich u.a. 1991-2001
  • The Anchor Bible Dictionary, New York 1992
  • Herders Neues Bibellexikon, Freiburg, Basel, Wien 2009
  • Encyclopedia of the Bible and Its Reception, Berlin / New York 2009

2. Weitere Literatur

  • Brockmöller, K., 2006, Vater, gib mir auch Wasserstellen! Bibelarbeit zu Achsa (Jos 15,16-19), in: S. Bieberstein (Hgg.), Frauen schaffen Frieden (FrauenBibelArbeit 17), Stuttgart, 30-37
  • Groß, W., 2009, Richter (HThKAT), Freiburg (v.a. zur Textentstehung)
  • Jost, R., 1997, Achsas Quellen. Feministisch-sozialgeschichtliche Überlegungen zu Josua 15,15-20 / Ri 1,12-15, in: R. Kessler u.a. (Hgg.), „Ihr Völker alle, klatscht in die Hände!“ (FS E.S. Gerstenberger), Exegese in unserer Zeit 3, Münster, 110-125
  • Lanoir, C., Femmes fatales, filles rebelles: figures féminines dans le livre des Juges, Fribourg 2005, 129-131
  • Ulrich, K., 1998, Das Buch Josua. Tradition und Gerechtigkeit – Vom Erbteil der Frauen, in: L. Schottroff / M.-Th. Wacker (Hgg.), Kompendium Feministische Bibelauslegung, Gütersloh, 80-89

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