Gold kommt in der Natur gediegen vor, lässt sich leicht bearbeiten und gehört daher mit → Silber und Kupfer zu den ersten Metallen, die von der Menschheit verarbeitet wurden. Es wird nachweislich seit dem 5. Jt. v. Chr. (Varna, Bulgarien) zu Schmuck verarbeitet. Die ältesten Goldfunde aus dem Raum des biblischen Israel stammen aus einer Höhle im Nachal Qānā (4. Jt. v. Chr.). Seit dem 3. Jt. v. Chr. ist die Kunst der Goldverarbeitung durch Treib- und Schmiedearbeit hoch ausgebildet und bis heute im wesentlichen unverändert. Bekannte Beispiele früher Goldschmiedekunst stellen die Grabbeigaben aus Ägypten, wo Gold Leben symbolisierte, und Mesopotamien dar.

Abb. 1 Metallstreifen (meist Gold) aus nachexilischer Zeit, die auf die Kleidung oder Kopfbedeckung genäht wurden und das Ansehen des Trägers steigern sollten.
In den hebräischen Büchern des Alten Testaments kommt „Gold“ (hebr.
In theologischen Metaphern figuriert Gold für Gott selbst (), für göttlichen Lichtglanz in → Ezechiels Visionen (.; ), für die Kostbarkeit der Tora (; .) und der Weisheit (; ) sowie für Reinheit der Intention und des Handelns (; ; ). Im → Hohenlied steht Gold metaphorisch für die Schönheit des Leibes (..).

Abb. 2 Die Anbetung des Goldenen Kalbs (Nicolas Poussin; 1633-1637).
In starkem Gegensatz zum Gold des Heiligtums steht Israels Bundesbruch mit dem → Goldenen Kalb (; als Parallele vgl. ; ), der nicht nur das Hauptgebot des → Dekalogs (), sondern auch das ausdrücklichen Verbot von Götterbildern aus Silber und Gold im → Bundesbuch verletzt (). Die Kritik an Götzen aus Gold durchzieht die Prophetenbücher (; ; ; ; ; .; ; ; ) und begegnet auch im → Psalter (; ). Das → Deuteronomium verlangt die Zerstörung von Götzen und verbietet sogar die Weiterverwendung des Goldes, aus dem sie gefertigt waren ().

Abb. 3 Ohrringe aus Edelmetall, meist Gold (Eisenzeit II).
In profanen Kontexten steht Gold schon bei → Abraham als Zeichen des materiellen Wohlergehens (; ). Der sprichwörtliche Reichtum → Salomos an Gold ist einerseits mit den nicht geklärten Gebieten von → Ofir (, vgl. ) und → Tarsis verbunden ( // ; ) andererseits mit der Erzählung vom Besuch der Königin von → Saba ( // ; vgl. auch ). Als Goldland gilt ebenfalls → Hawila (). Goldschmuck dient als wertvolles Geschenk (.; ; ; zu Goldschmuck s. auch ; ; ; ; ; .; → Schmuck). Die Gewänder der Priester sind golddurchwirkt (Ex 28), und auch für die königliche Familie bezeugt dies . In einer Vision sieht → Daniel einen Mann mit goldenem Gürtel (). Die goldene → Krone des Ammoniterkönigs wird nach Davids Krone (vgl. ; für die Krone eines Hohenpriesters ). Ein goldenes → Zepter (; ; ) und eine goldene Krone () sind auch Insignien des persischen Großkönigs Xerxes. Goldene Gefäße begegnen mehrfach in ambivalenten Kontexten (; ; ; ; vgl. neutral ; ; ; ). Kritisch wird Gold im Zusammenhang der Hinfälligkeit materiellen Reichtums thematisiert (; ) und im Königsgesetz des Deuteronomiums, das dem König verbietet, große Mengen an Gold anzulegen ().
Im Neuen Testament spielt Gold (gr. χρυσίον chrysíon, 12-mal, χρυσός chrysós, 10-mal) eine wesentlich geringere Rolle. Das Goldgeschenk der Magier weist auf die Göttlichkeit Jesu hin (). Die alttestamentliche Kritik an goldenen Götzen klingt in der Areopagrede des Paulus nach (). ruft die vergoldete Bundeslade in Erinnerung. Gold gehört ausdrücklich nicht zum Besitz der Apostel (; ; ). Gute Werke () und ein sanftes Wesen () sind Goldschmuck vorzuziehen, und der Glaube ist wertvoller als vergängliches Gold (). Gold kann zwar für Wertvolles stehen (; ), gilt aber dennoch als hinfällig (). Die Offenbarung des Johannes thematisiert Gold in positivem () und negativem Zusammenhang (; ; .), abschließend aber im strahlenden Bild des aus Gold bestehenden → himmlischen Jerusalem (.).
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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