2 Ich dachte: »Achten will ich auf meine Wege (= mein Verhalten),
daß ich nicht sünd’ge mit meiner Zunge;
solange noch der Frevler (oder: ein Gottloser) vor mir steht.«
doch es wühlte mein Schmerz noch wilder.
ob meinem Grübeln brannte ein Feuer in mir;
da ließ ich meiner Zunge freien Lauf:
und welches (= wie klein) das Maß meiner Tage ist!
Laß mich erkennen, wie vergänglich ich bin!
und meines Lebens Dauer ist wie nichts vor dir:
ja, nur als ein Hauch steht jeglicher Mensch da!« SELA.
nur um ein Nichts wird so viel Lärm gemacht;
man häuft auf und weiß nicht, wer es einheimst.
Meine Hoffnung geht auf dich (allein).
zum Spott der Toren laß mich nicht werden!
denn du hast’s so gefügt.
unter dem Druck deiner Hand erlieg’ ich.
mit Strafen um der Sünde willen,
ach, nur ein Hauch ist jeglicher Mensch! SELA.
bleib’ nicht stumm bei (oder: zu) meinen Tränen!
ein Beisaß (= Schützling) wie all meine Väter (vgl. Hebr 11,13).
bevor ich dahinfahre und nicht mehr bin!




