Du Gott, dem mein Lobpreis gilt, bleibe nicht stumm!
2 Denn Frevlermund und Lügenmaul
haben sich gegen mich aufgetan,
mit trügerischer Zunge zu mir geredet;
und ohne Ursach’ mich angegriffen;
während ich doch (stets für sie) bete;
und Haß für meine Liebe erwiesen.
und ein Ankläger (oder: Widersacher) steh’ ihm zur Rechten!
und sogar sein Gebet ihm als Sünde gelten!
und sein Amt ein andrer empfangen!
und seine Frau eine Witwe!
und vertrieben werden aus ihres Vaterhauses Trümmern!
und Fremde (= Nichtverwandte) müssen seine Habe plündern!
und niemand habe Erbarmen mit seinen Waisen!
schon im zweiten Gliede müsse ihr Name erlöschen!
und die Sünde seiner Mutter bleibe ungetilgt!
und er tilge ihr Gedächtnis aus von der Erde (oder: im Lande),
vielmehr den Elenden und Armen verfolgte
und den hoffnungslos Verzagten, ihn vollends zu töten.
Er hatte am Segen keine Freude: so bleib’ er ihm fern!
so dringe er ihm in den Leib wie Wasser
und wie Öl in seine Gebeine;
wie der Gürtel, den er sich ständig umlegt!
und derer, die Böses gegen mich reden!
Weil deine Gnade köstlich ist, errette mich!
und mein Herz ist verwundet in meiner Brust.
bin vom Sturm verweht einer Heuschrecke gleich;
mein Leib ist abgemagert, ohne Fett;
sehen sie mich, so schütteln sie höhnend den Kopf.
hilf mir nach deiner Gnade!
daß du, HERR, selbst es so gefügt hast!
erheben sie sich, so laß sie zuschanden werden,
dein Knecht aber müsse sich freuen!
und ihre Schande umtun wie einen Mantel!




