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Die Luther-Bibel von 1984

1. Makkabäer

Alexander der Große übergibt das Reich seinen Nachfolgern

1 1 Alexander, der Sohn Philipps, König von Mazedonien, der zuerst über Griechenland herrschte, ist aus dem Lande Kittim ausgezogen und hat Darius, den König der Perser und Meder, geschlagen. 2 Er hat viele Kriege geführt, befestigte Städte erobert und die andern Könige der Erde umgebracht 3 und ist immer weitergezogen bis an die Enden der Erde und hat Beute bei vielen Völkern gemacht; aber die Erde musste still sein vor ihm. 4 Er brachte eine gewaltige Heeresmacht zusammen und sein Herz wurde hochmütig. 5 Denn er hatte alle Länder und Königreiche eingenommen und sie mussten ihm Tribut zahlen.
6 Als er aber krank wurde und merkte, dass er sterben würde, 7 rief er seine Fürsten zu sich, die mit ihm von Jugend auf erzogen worden waren, und teilte sein Reich noch zu seinen Lebzeiten unter sie auf. 8 Darauf ist Alexander gestorben, nachdem er zwölf Jahre regiert hatte.
9 Dann übernahmen die Fürsten das Reich, jeder in seinem Gebiet, 10 machten sich nach seinem Tode zu Königen, und sie und ihre Nachkommen regierten lange Zeit. Und die Schlechtigkeit nahm immer mehr zu auf der Erde.

In Israel entsteht eine heidenfreundliche Partei

11 Aus ihnen schoss eine böse Wurzel auf, Antiochus Epiphanes, der in Rom als Geisel für seinen Vater Antiochus den Großen gewesen war. Er fing an zu regieren im 137. Jahr der griechischen Herrschaft. 12 Zu dieser Zeit traten in Israel gottlose Leute auf; die überredeten viele und sagten: Lasst uns ein Bündnis mit den Heiden ringsum schließen; denn wir haben viel leiden müssen seit der Zeit, da wir uns von den Heiden abgesondert haben. 13 Diese Meinung gefiel ihnen gut. 14 Und einige aus dem Volk entschlossen sich, zum König zu gehen; der gestattete ihnen, heidnische Lebensweise einzuführen. 15 Da richteten sie in Jerusalem eine Kampfbahn her, wie sie auch die Heiden hatten, 16 stellten künstlich ihre Vorhaut wieder her und fielen vom heiligen Bund ab, passten sich den andern Völkern an und gaben sich dazu her, allen Lastern zu frönen.

Antiochus IV. Epiphanes plündert den Tempel

17 Als nun Antiochus seine Herrschaft gefestigt hatte, gedachte er, auch das Königreich Ägypten an sich zu bringen, damit er über beide Königreiche herrschte, 18 und zog nach Ägypten, gut gerüstet mit großem Heer, mit Wagen, Elefanten, Reitern und vielen Schiffen 19 und führte Krieg mit Ptolemäus, dem König von Ägypten. Aber Ptolemäus wandte sich vor ihm zur Flucht und viele Ägypter sind umgekommen. 20 Und Antiochus hat die befestigten Städte in Ägypten eingenommen und große Beute gemacht.
21 Als aber Antiochus in Ägypten gesiegt hatte und wieder heimzog im 143. Jahr, zog er hinauf gegen Israel 22 und kam nach Jerusalem mit einem großen Heer, 23 ging frech und ohne Scheu in das Heiligtum und ließ wegnehmen den goldenen Altar, den Leuchter und alle Geräte, die dazugehören, den Tisch, auf dem die Schaubrote lagen, die Kannen, die Schalen, die goldenen Löffel, den Vorhang, die Kronen und den goldenen Schmuck vorn am Tempel und ließ den Goldüberzug abreißen. 24 Er nahm das Silber und Gold, die kostbaren Gefäße und die verborgenen Schätze, die er fand, und führte alles mit sich in sein Land. 25 Und er ließ viele Leute töten und führte lästerliche Reden.
26 Da herrschte überall in ganz Israel großes Herzeleid: 27 Die Oberen und Ältesten trauerten, die jungen Mädchen und jungen Männer wurden kraftlos, 28 die Schönheit der Frauen verfiel, jeder Bräutigam wehklagte, und die im Brautgemach saßen, trauerten; 29 und das ganze Land war tief bewegt über die Unterdrückung seiner Bewohner; und das ganze Haus Jakob war mit Schmach bedeckt.

Antiochus IV. Epiphanes legt eine heidnische Besatzung in die Burg von Jerusalem

30 Nach zwei Jahren sandte der König den obersten Steuereinnehmer in die Städte Judas; der kam mit einer großen Schar Bewaffneter nach Jerusalem 31 und redete voll Hinterlist friedliche Worte zu ihnen. 32 Als sie ihm nun glaubten, überfiel er die Stadt unversehens, hauste übel in ihr und brachte viele aus Israel um, 33 plünderte die Stadt, verbrannte sie und riss die Häuser und Mauern ringsum nieder. 34 Die Feinde führten Frauen und Kinder und Vieh weg, 35 befestigten die Stadt Davids mit starken Mauern und Türmen, und sie wurde ihre Burg. 36 Dann legten sie eine heidnische Besatzung dorthin, gottlose Leute, deren Zahl immer größer wurde. 37 Sie brachten Waffen und Nahrung hinein und was sie aus der Stadt Jerusalem raubten, schafften sie auf die Burg; damit wurden sie zu einer ständigen Gefahr.
38 So entstand eine Bedrohung für das Heiligtum und eine schlimme Gefahr für Israel. 39 Sie vergossen viel unschuldiges Blut bei dem Heiligtum und entheiligten es. 40 So flohen die Bürger Jerusalems ihretwegen, aber die Fremden blieben in Jerusalem, sodass die Stadt denen fremd wurde, die in ihr geboren worden waren, und ihre Kinder sie verließen. 41 Das Heiligtum wurde öde wie die Wüste, die Feiertage wurden zu Trauertagen, die Sabbate zur Schmach, und alle ihre Herrlichkeit wurde zunichte. 42 So herrlich und hoch Jerusalem einst gewesen war, so verachtet und elend musste es jetzt sein.

Antiochus IV. Epiphanes befiehlt Maßnahmen gegen den Glauben Israels

43 Antiochus ließ ein Gebot an sein ganzes Königreich ausgehen, dass nur noch ein einziges Volk sein sollte. 44 Da gaben alle Völker ihre Gesetze auf und willigten in das Wort des Königs Antiochus ein. 45 Und auch viele aus Israel willigten ein und opferten den Götzen und entheiligten den Sabbat. 46 Antiochus sandte auch Briefe nach Jerusalem und in alle Städte Judas; in ihnen gebot er, dass sie die Gebräuche der Heiden annehmen, 47 die Brandopfer, Speisopfer und Sündopfer im Heiligtum einstellen, 48 Sabbate und andere Feste abschaffen, 49 das Heiligtum und das heilige Volk Israel entheiligen, 50 Altäre, Tempel und Götzenbilder errichten, Schweinefleisch und andere unreine Tiere opfern sollten. 51 Auch die Beschneidung verbot er und gebot, die Leute an alle Unreinheiten und heidnischen Bräuche zu gewöhnen, damit sie Gottes Gesetz vergessen und seine Rechtsordnungen abschaffen sollten. 52 Und wer dem König Antiochus nicht gehorsam sein würde, den sollte man töten.
53 Dies Gebot ließ er ausgehen durch sein ganzes Königreich und setzte Amtleute ein, die das ganze Volk zwingen sollten, dies zu halten. 54 Die befahlen den Städten Judas zu opfern. 55 Viele aus dem Volk schlossen sich denen an, die Gottes Gesetz verlassen hatten. 56 Lauter gottlosen Frevel trieben sie im Lande und verjagten das Volk Israel, sodass es sich an verborgenen Fluchtorten verstecken musste.

Antiochus IV. Epiphanes bringt Israel in große Not

57 Im 145. Jahr, am fünfzehnten Tage des Monats Kislew, ließ König Antiochus das Gräuelbild der Verwüstung auf Gottes Altar setzen und in allen Städten Judas Altäre errichten, 58 damit man öffentlich auf dem Markt und jeder vor seinem Haus räucherte und opferte; 59 auch ließ er die Bücher des Gesetzes Gottes zerreißen und verbrennen 60 und alle, bei denen man die Bücher des Bundes Gottes fand, und alle, die Gottes Gesetz hielten, totschlagen. 61 So ließen sie Monat für Monat ihre Kraft an den Israeliten aus, die in den Städten entdeckt wurden. 62 Am fünfundzwanzigsten Tage des Monats opferten sie auf dem Altar, der auf dem Altar des Herrn stand.
63 Die Frauen, die ihre Söhne hatten beschneiden lassen, wurden getötet, wie Antiochus befohlen hatte; 64 man hängte ihnen die Knäblein an den Hals überall in ihren Häusern und tötete auch die, die sie beschnitten hatten. 65 Aber viele vom Volk Israel blieben standhaft und wollten nichts Unreines essen 66 und ließen sich lieber töten, als sich durch Speisen unrein zu machen, 67 und wollten nicht vom heiligen Gesetz Gottes abfallen; darum wurden sie umgebracht. 68 So lag Gottes Zorn auf Israel.

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