Der Name Silpa (hebräisch
Silpa erscheint ausschließlich im Buch → Genesis. Zum ersten Mal wird sie genannt, als → Laban sie seiner Tochter → Lea zur Leibmagd gibt (). Diese Einführung Silpas stört empfindlich den Erzählzusammenhang, da sie sich zwischen den von Laban eingefädelten Betrug (er bringt in der Hochzeitsnacht Lea statt → Rahel zu Jakob; ) und der Aufdeckung des Betrugs durch Jakob () schiebt, was sie als sekundär in ihrem Kontext ausweist (Blum, 104f; Mathys, 107). Da Silpa in der folgenden Geburtsgeschichte der Jakobskinder eine Rolle spielt, ist ihre Einführung an dieser Stelle allerdings notwendig. Als Lea feststellt, dass ihre Geburtenreihe unterbrochen ist, tut sie es ihrer Schwester gleich und führt ihre Magd Silpa ihrem Mann zu, um durch sie zu weiteren Kindern zu kommen (). Silpa schenkt zwei Söhnen das Leben – nur bei diesen Jakobssöhnen und → Dina () wird die vorausgehende Schwangerschaft nicht erwähnt – und Lea gibt ihnen die Namen Gad und Asser ().
Erwähnt, aber nicht namentlich genannt werden die beiden Mägde Silpa und → Bilha, als Jakob mit seiner Familie aus Mesopotamien auszieht und sich anschickt, mit den Seinen den → Jabbok zu überqueren (). Zum bevorstehenden Wiedersehen mit dem seinerzeit () um den Erstgeborenensegen betrogenen Bruder → Esau lässt er die beiden Mägde (auch an dieser Stelle, ., nicht namentlich genannt) mit ihren Kindern vorangehen. Lea und ihre Kinder sowie die geliebte Rahel mit ihrem Sohn Josef kommen erst danach, um dem eventuell noch auf Rache sinnenden Bruder nicht als erstes zum Opfer zu fallen.
In der Aufzählung b-26 steht Silpa als Magd der ungeliebten Lea mit ihren Kindern an letzter Stelle, obwohl das der Geburtenchronologie (, der Jakobskinder nicht entspricht. Etwas anders ist die Darstellung in ff, wo die Namen der Angehörigen der Jakobssippe nach den jeweiligen Müttern in der Reihenfolge Lea – Silpa – Rahel – Bilha erscheinen. Die Nennung Silpas als Mutter von 16 Nachkommen, die sie Jakob geboren hat (), ist zugleich ihre letzte biblische Erwähnung. Vorher aber wird sie in zusammen mit Bilha zu den Frauen Jakobs
Unscheinbar wie Silpa selbst ist auch ihre nachbiblische Geschichte. Sie spielt in den Auslegungen und Verarbeitungen der Erzelterngeschichten lediglich als Leihmutter eine Rolle, die ihre Herrin Lea einsetzt. Aus dem Midrasch Bereschit Rabba (→ Midrasch) erfährt man, warum in . die Schwangerschaften Silpas nicht erwähnt werden, und zwar weil sie noch jung war und die Schwangerschaften unbemerkt blieben. Das → Jubiläenbuch (Jub 28,9 Text Pseudepigraphen) will wissen, dass Silpa die Schwester von Rahels Magd Bilha ist (vgl. auch TestXII Naftali 1).
Auch Thomas Mann bietet in seinem Josephroman noch einige Zusatzinformationen im Kontext der Szene, in welcher Lea sich anschickt, ihre Magd ihrem Ehemann zuzuführen. Jakob „erklärte sich nur einfach bereit und einverstanden, durch Zuziehung Silpa’s den Kindersegen aufzufrischen. Er fand Befreiung dafür bei Rahel, die solche nicht weigern konnte, zumal die hochbusige Silpa, die eine gewisse Ähnlichkeit mit ihrer Herrin besaß und es denn auch nie zu wirklicher Gunst bei Jakob brachte, sich fußfällig bei ihr, der Liebsten, entschuldigte. Da empfing Lea’s Magd den Herrn mit Demut und sklavischer Emsigkeit, ward schwanger und gebar auf den Knien der Herrin, die ihr seufzen half“ (Die Geschichten Jakobs, 320).
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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