Nob ist eine Ortschaft in der Nähe Jerusalems, die im Alten Testament an sechs Stellen genannt wird (; ..; ; ).
Der Ursprung des Ortsnamens Nob
Die Septuaginta transkribiert den hebräischen Ortsnamen Nob in ; .. mit Νομβα, in übersetzt sie
Die Ortschaft Nob wird in und als „Priesterstadt“ () mit einem Heiligtum beschrieben, das in den genannten Texten als sehr bedeutsam erscheint, über diese hinaus aber in der Bibel keinerlei Erwähnung findet.
Das Heiligtum von Nob wird dabei offensichtlich als ein Nachfolgeheiligtum von → Silo stilisiert, was sich vor allem darin zeigt, dass der in ; genannte Priester Ahimelech genealogisch auf → Eli - und damit auf die Priesterschaft von Silo – zurückgeführt wird (vgl. ; ; ). Zudem befinden sich in Nob mit dem Schaubrottisch (vgl. ) und dem Efod (vgl. ; → Kultgeräte) Teile des Inventars des Offenbarungszeltes aus der Wüstenzeit Israels, das nach der Landnahme in Silo aufgestellt worden war (vgl. ).
Nach findet David auf seiner Flucht vor → Saul in Nob Zuflucht. Der amtierende Priester → Ahimelech versorgt ihn mit Nahrung, indem er ihn von den geweihten → Schaubroten des Heiligtums essen lässt (vgl. ) und bewaffnet ihn mit dem Schwert → Goliats, das nach Davids Sieg über den riesenhaften Philister offensichtlich im Heiligtum von Nob deponiert worden war (vgl. ).
Der Edomiter → Doëg, ein Vertrauter des Königs Saul, wird Zeuge von Ahimelechs Hilfe für David (vgl. ) und verrät den Priester von Nob bei Saul (vgl. ). Dieser nimmt grausame Rache und lässt ein Massaker an der Priesterschaft von Nob verüben, dem auch die gesamte Bevölkerung der Stadt zum Opfer fällt (vgl. ). Nur → Abjatar, ein Sohn Ahimelechs, kann entkommen und zu David fliehen (vgl. ).
Auf den Aufenthalt Davids bei Ahimelech und den Verrat des Doëg wird auch in der Überschrift von Bezug genommen; das Heiligtum von Nob wird dabei aber nicht erwähnt.
Über die Texte in 1Sam hinaus wird Nob noch im Kontext zweier listenartiger Aufzählungen von Ortschaften genannt (; ).
erwähnt den Ort in einer visionären Schilderung eines feindlichen Heereszuges (vgl. ), der sich von Norden her auf Jerusalem zu bewegt. Mit der Ankunft in Nob, der letzten von zwölf Stationen dieses Aufmarsches, ist eine unmittelbare und akute Bedrohung der Hauptstadt gegeben (→ Michmas 2.3).
ist Teil einer umfangreichen Siedlungsliste, die die Verhältnisse zur Zeit Nehemias abbilden will. Hier wird Nob als Wohnort von Angehörigen des Stammes → Benjamin aufgeführt.
Nob kann bislang mit keiner archäologischen Fundstätte sicher identifiziert werden. Aus lässt sich jedoch folgern, dass Nob nördlich von Jerusalem und in unmittelbarer Nähe zur Stadt liegen muss. Entsprechend wird Nob bisweilen auf der Erhebung des Rās el-Mešāref (Koordinaten: 1733.1323) am Skopusberg, 1 km nordöstlich des Felsendoms, vermutet. Diese Lokalisierung konnte bislang allerdings nicht durch archäologische Funde untermauert werden.
Eine plausible Gegenhypothese (vgl. Zwickel) bringt Nob mit der Ausgrabungsstätte Rās eṭ-Ṭamīm (Koordinaten: 1744.1333) am Osthang des Ölbergs, 2,5 km nordöstlich des Felsendoms, in Verbindung. Diese Identifizierung wird über archäologische Indizien hinaus durch die Siedlungsliste in gestützt, in der Nob zwischen den Ortschaften → Anatot (Chirbet Charūbbe, Koordinaten: 1745.1349) und Ananeja (el-’Āzarīje, Koordinaten: 1748.1305) genannt wird (), was der geographischen Lage von Rās eṭ-Ṭamīm – relativ genau in der Mitte zwischen Chirbet Charūbbe und el-’Āzarīje – entspricht.
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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