
Abb. 1 Cistus incanus.
Der lateinische Begriff ladanum ist semitischen Ursprungs (vgl. arabisch lādan, assyrisch ladinnu / ladunu / ladnu; vermittelt über griechisch lēdanon / ladanon). Ladanum ist ein bräunliches, intensiv riechendes und bitter schmeckendes → Harz, das von verschiedenen Cistus-Arten produziert wird. Im Vorderen Orient ist vorwiegend der Cistus incanus heimisch. Dieses strauchartige Gewächs wird ca. 70 cm hoch, hat behaarte, klebrige Blätter und trägt im Frühjahr große rosafarbene Blüten.
Im Altertum verwendete man Ladanum als Heilmittel für Atem- (z.B. Asthma) und Verdauungsprobleme (z.B. Dysenterie) sowie zur Herstellung von Salben. Heutzutage wird Ladanum vor allem in der Parfum-Industrie und zur Herstellung von Weihrauch verwendet.
Ladanum wird gewöhnlich – z.B. in der Einheitsübersetzung – mit dem Hebräischen loṭ identifiziert (; ; LXX στακτή staktē „Myrrhenöl“; Vulgata resina „Harz“; Lutherbibel: „Myrrhe“). Selten (Galling) wird es mit dem in denselben Versen vorkommende nəkho’t gleichgestellt (Einheitsübersetzung: „Tragakant“ [ein Harz]; Lutherbibel: „kostbares Harz“). Beide Begriffe bezeichnen ein kostbares Produkt, das von Palästina nach Ägypten exportiert wurde.
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
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