(König von Juda, 609-598 v. Chr.)
Andere Schreibweisen: Jehoiakim (engl.); Joïaqim, Yoyaqim, Joaquim (frz.)
Der Name Jojakim ist im Alten Testament und vielleicht auch auf einem Siegel für mehrere Männer belegt. Der bekannteste ist der König von Juda, Sohn des → Josia und der Sebuda, der von 609 bis 598 v. Chr. in → Jerusalem regierte.
Der Name Jojakim
Die Regierungszeit Jojakims fällt in einen Epochenumbruch im antiken Vorderen Orient: die Ablösung des assyrischen Großreiches (→ Assur) durch das neubabylonische (zu unterscheiden vom altbabylonischen Reich in der 1. Hälfte des 2. Jt. v. Chr.; → Babylon). Nach 630 v. Chr. zerfiel die assyrische Herrschaft über die Levante und brachte den dortigen Kleinstaaten eine kurze Phase der Freiheit ein, aus der sich beispielsweise die josianische Reform (622 v. Chr.; → Josia) erklärt. Zugleich versuchte Ägypten, seine alten Ansprüche auf die syropalästinische Landbrücke wieder geltend zu machen. Im Zuge solcher Konflikte fand Jojakims Vater Josia 609 v. Chr. durch den Pharao → Necho den Tod. Daraufhin hoben zunächst führende landjudäische Kreise („das Volk des Landes“
Das Machtgefüge verschob sich indes schon wenig später, als die Neubabylonier unter dem damaligen Kronprinz (und alsbaldigen Großkönig) → Nebukadnezar II. in der Schlacht von → Karkemisch 605 v. Chr. die Ägypter schlugen () und Juda mit seinen Nachbarn in die babylonische Vasallität zwangen (). Jojakim probte bereits drei Jahre später den Aufstand () und provozierte damit eine babylonische Polizeiaktion mit Belagerung Jerusalems, die allerdings erst 598 v. Chr. stattfand (). Anscheinend ist Jojakim während der Belagerung verstorben. So blieb es seinem Sohn → Jojachin überlassen, den Angreifern die Stadttore zu öffnen und Jerusalem einstweilen vor der Zerstörung zu retten, aber auch mit zahlreichen Angehörigen des Hofes und der führenden Schichten Judas im Zuge der sog. ersten Deportation nach Mesopotamien in die Verbannung zu ziehen und so das Zeitalter des Exils zu eröffnen (→ Exil / Exilszeit).
Die deuteronomistischen Redaktoren, die die → Königsbücher schufen (→ Deuteronomistisches Geschichtswerk), zählten Jojakim – wie sämtliche Herrscher nach Josia – zu den schlechten Königen Judas, indem sie über ihn das Urteil fällten, er habe „wie seine Väter das Böse in den Augen Jahwes getan“ (; verschärft in .), ohne allerdings Einzelheiten zur Begründung mitzuteilen. Die Schuld für die Exilskatastrophe mit dem Verlust von Staatlichkeit, Königtum und Tempel wird ausdrücklich → Manasse angelastet (.; vgl. ; .). Auch weitere Überlieferungen von Jojakim zeichnen ein ungünstiges Porträt: Ein Drohwort → Jeremias warf ihm Ausbeutung, Lohnbetrug und Prunksucht vor und drohte ihm dafür ein würdeloses „Eselsbegräbnis“ an (; vgl. ), das sich allerdings nicht bewahrheitete ( LXXL; LXX). Laut den Erzählstoffen im → Jeremiabuch soll Jojakim den Propheten → Uria ben Schemaja, der „ganz wie Jeremia weissagte”, verfolgt und ermordet haben (); ferner habe er eine Schriftrolle mit Jeremiaworten in einer demonstrativen Symbolhandlung im Feuer verbrannt, was ihm ein an angelehntes Gerichtswort Jeremias eintrug (). Fraglos legendär ist die Überlieferung von Jojakims Deportation nach Babylon (; vgl. ). Mehrere Prosareden und Prosaerzählungen des Jeremiabuches sind in die Zeit Jojakims datiert, zum Teil ohne den König selbst zu involvieren (; ; [so der hebräische Text]; ; ; ; dazu das Wort über Ägypten laut dem Vorspann ); außerdem nennt ihn die Buchüberschrift als Zeitgenossen Jeremias.
1. Den Namen Jojakim trug auch der zweite Hohepriester nach dem Exil, der Sohn Jeschuas (..). Im Buch → Judit organisiert ein Hoherpriester namens Jojakim (Ιωακιμ) den Widerstand gegen den Siegeszug des Holofernes (..; [Lutherbibel: ..; ]) und angesichts der Anachronismen der Erzählung ( [nicht in Lutherbibel) könnte hier der Hohepriester des Nehemiabuchs gemeint sein.
2. In der → Susanna-Erzählung ist die Heldin mit einem reichen Mann namens Jojakim verheiratet.
3. Inschriftlich findet sich der Name Jojakim vielleicht in einer Personenliste. In Ostrakon 31 aus Lachisch (2. Hälfte 7. Jh.) wird die Lesung j]hj[qm häufig vertreten, ist jedoch unsicher (vgl. HAE I, 314).
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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