Das Wort Hasidäer (bzw. Asidäer entsprechend griech. synagogē asidaiōn „Gemeinschaft der Hasidäer“) kommt von hebr. chǎsîdîm „Fromme“ und bezeichnet eine fest umrissene, fromme jüdische Gruppierung, die sich nach der Rebellion der → Makkabäer anschloss (167/166 v. Chr.) und sich gegen die von der syrischen Religionspolitik geförderte hellenistische Kultur richtete.
Sie setzte sich aus Angehörigen nichtpriesterlicher Kreise zusammen, die seit der Zeit Esras und Nehemias die prophetischen Überlieferungen bewahrten und erweiterten (→ Danielbuch, frühjüdische apokalyptische Texte, → Qumrantexte). Ihr Ansehen und ihr gesellschaftlicher Einfluss muss beachtlich gewesen sein.
Das Anliegen der Hasidäer war es, ihr persönliches Leben im völligen Einklang mit dem Religionsgesetz zu gestalten. Sie waren bereit, notfalls ihr Leben dafür zu opfern. Da sie keine politischen Ziele hatten, gaben sie 162 v. Chr., nachdem die religiöse Freiheit im Kampf gegen die → Seleukiden wiederhergestellt und in Jerusalem mit → Alkimus wieder ein aaronidischer Hoherpriester eingesetzt war, ihre Beteiligung am militärisch organisierten Widerstand auf der → Makkabäer auf (). Als Alkimus jedoch sechzig Hasidäer hinrichten ließ (), beteiligten sie sich erneut an der Stärkung der antiseleukidischen Front (). Die hasidäische Bewegung zerfiel im späten 2. Jh. v. Chr., einige ihrer zentralen Anliegen wurden jedoch von den Essenern und den Pharisäern übernommen.
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