Harmagedon ist in der Ort, an dem die Könige der Erde zur endzeitlichen Schlacht versammelt werden. Die Ortsbezeichnung wird ausdrücklich als hebräisch gekennzeichnet. Einen hebräischen Beleg für diesen Namen gibt es jedoch nicht. Auch in der Johannesoffenbarung kommt er sonst nicht mehr vor.
Die sprachlich einfachste Deutung des Namens wäre „Berg / Gebirge von → Megiddo“. Problematisch daran ist, dass Megiddo in der Jesreel-Ebene liegt (; ) und im Alten Testament nie mit einem Berg in Verbindung gebracht wird.
Da der griechische Buchstabe Gamma auch für das hebräisch Ajin stehen kann, wurde auch eine Deutung als „Berg der Versammlung“ (har mo‘ed) vorgeschlagen. In Verbindung mit wäre der Name dann eine Anspielung auf den gescheiterten Versuch des babylonischen Großkönigs, den „Versammlungsberg der Götter“ für sich einzunehmen. Nach Day (1994, 317) müsste das entsprechende griechische Wort dann jedoch eher ‛Αρμωγήδ lauten.
Oberweis (1995, 318) versteht den Begriff als Rätselwort mit gegenläufiger Schreibweise, dessen Deutung „Nod und Gomorra“ sei. Ein solches Rätsel hätte jedoch deutlicher eingeführt werden müssen.
Day (1994, 319f) weist noch darauf hin, dass der Ortsname Megiddo (məgiddo) nur in ein abschließendes Nun hat (məgiddon). Er folgert daraus, dass für speziell als Vorlage diente.
Eine unzweifelhafte Deutung des Begriffes ist nicht erreichbar. Am weitesten verbreitet ist immer noch das Verständnis als „Berg / Gebirge von → Megiddo“. Inhaltlich ist diese Deutung nur dann problematisch, wenn sie eine präzise geographische Angabe sein soll. Das ist jedoch alles andere als zwingend, da Megiddo bereits 350 v. Chr. zerstört wurde und die apokalyptische Literatur auch sonst Namen symbolisch verwendet.
Der Begriff könnte deshalb zwei verschiedene alttestamentliche Vorstellungen miteinander verbinden: Zum einen Megiddo als Kriegsschauplatz (; ; ; ), in endzeitlichem Kontext in , zum anderen die „Berge Israels“ als Ort einer endzeitlichen Schlacht in . Der „Berg von Megiddo“ in könnte dann außerdem auch als Gegenbild zum „Berg Zion“ in konzipiert worden sein.
Jauhiainen (2005, 388) weist dagegen darauf hin, dass nach dem unmittelbaren Kontext das in versammelte Heer wohl eher gegen Babylon als gegen das Lamm () kämpfen soll. Seiner Ansicht nach ist das größere Problem in der Deutung von Harmagedon deshalb nicht das auf einen Berg verweisende „Har“, sondern das folgende „Magedon“. Ausgehend von dem hebr. Verb gd‛ („abhauen / in Stücke schlagen“) deutet er den gesamten Begriff als „the mountain of slaughter“ oder „the mountain of the cut down“ (S. 392). Darin sieht er einen ironischen Verweis auf Babylon, das kurz davor steht, in Stücke geschlagen zu werden.
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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