
Abb. 1 Fuchs (Stempelsiegel; 8./7. Jh. v. Chr.).
In Palästina kommen der Rot-Fuchs (Vulpes vulpes), der Sandfuchs (Vulpes rueppelli) und der Wüstenfuchs (Fennecus zerda) vor (hebräisch šû‘āl, griechisch alōpex). Vor allem Rotfuchs und Goldschakal (Canis aureus) konnten wegen ihres Aussehens leicht verwechselt werden, so dass das hebräische šû‘āl sowohl Fuchs wie → Schakal meinen kann. Die beiden Tierarten unterscheiden sich in ihrer Lebensweise: Schakale leben in Paaren oder Rudeln und ernähren sich oft von Aas. Bei den von → Simson gefangenen 300 Tieren () wird es sich daher um Schakale gehandelt haben, da die Lebensweise von Füchsen einen solchen Jagderfolg kaum möglich gemacht hätte (vgl. dazu auch Groß 2009, 704). Und nach sollen die Leichname der Feinde des Beters eine Beute der aasfressenden Schakale werden.
Füchse dagegen sind Einzelgänger und fressen v.a. Wirbeltiere, Insekten und Früchte. Sie lieben reife Trauben und verwüsten mit ihrer Wühltätigkeit Weinberge (). Füchse bewohnen tiefe, selbst gegrabene Höhlen (; ). Schakale dagegen hausen in irgendeinem Schlupfwinkel; daher werden sie in bei der Schilderung des zerstörten Heiligtums auf dem Zion als die typischen Bewohner von Ruinenstätten gemeint sein, die die einst heilige Stätte nun in Besitz genommen haben. In werden die Heilspropheten Israels mit Schakalen in Trümmern verglichen, um so anzuzeigen, dass sie sich mit dem äußeren und inneren Zerfall des Landes abgefunden haben und von ihm sogar noch profitieren. In ist der Fuchs dagegen wie in der ägyptischen Liebeslyrik (vgl. dazu Müller 1899, Taf. 4, 2) Metapher für einen gierigen Liebhaber (Keel 1986) und in wird Herodes Antipas wegen seiner Schlauheit von Jesus „Fuchs“ genannt. Zugleich suggeriert der Vergleich, dass Herodes’ Macht im Vergleich zu der Jesu sehr beschränkt ist (vgl. Bovon 1996, 450).
In wird der Wiederaufbau der Jerusalemer Mauer durch den Ammoniter Tobia (→ Tobiaden) verspottet: Es reiche ein „Fuchs“ (evtl. eine Belagerungsmaschine, vgl. Bauer 1975), um sie wieder einzureißen, es sei somit ein Leichtes, die Mauer wieder zu beseitigen.
Ein Stempelsiegel aus dem 8./7. Jh.s v. Chr., das nach der althebräischen Inschrift einem gewissen „Schual, Sohn des Mikai“ gehörte, zeigt einen Fuchs (Abb. 1). Auch im Alten Testament ist šû‘āl als Personenname belegt (vgl. ). Daneben findet sich in die Landschaftsbezeichnung „Fuchsland“ (’æræṢ šû’āl).
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
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