Die hebräische Name Elhanan
In wird von einem aus → Bethlehem stammenden Krieger namens Elhanan berichtet, dass er den Gatiter → Goliat erschlagen hat. Elhanans Vater heißt dort nach masoretischer Vokalisierung Jaare-Oregim (Lutherbibel: Jair).
Statt ja’ǎrê ist nach Stoebe [1994] besser ja‘ǎrî zu vokalisieren oder mit der Parallele jā‘îr (= Qere; Ketiv: jā‘ûr) zu lesen. Bei dem Zusatz „Oregim“, der in fehlt, dürfte es sich um eine Dittographie (irrtümliche Doppeltschreibung) gegenüber dem letzten Wort des Verses handeln. Der Schaft von Goliats Speer wird dort mit einem „Weberbaum“ – mənôr ’orəgîm – verglichen. Deswegen wird dieser Bestandteil des Namens häufig gestrichen.
In (par. ) wird unter den „Helden Davids“ ebenfalls ein Mann namens Elhanan aus Bethlehem angeführt, dessen Vater allerdings Dodo heißt. Elliger (1935) weist darauf hin, dass hier wie in acht weiteren Fällen der Vatersname eigens hinzugefügt wurde, um ihn von dem o.g. Elhanan, dem Sohn Jaïrs, zu unterscheiden. Daneben wird mit der Möglichkeit gerechnet, dass es sich bei beiden um ein und dieselbe Person handelt, zumal der Textbestand von unsicher ist (Grønbæk, 1971; Hertzberg, 1982).
Zwischen der Darstellung von , nach der → David den → Philister → Goliat besiegte, und der Überlieferung von , wonach Elhanan, der Sohn Jaïrs, diese Tat vollbrachte, besteht ein offensichtlicher Widerspruch. Er wird dadurch verstärkt, dass der Philister in beiden Darstellungen aus → Gat stammt (vgl. .) und seine Bewaffnung z.T. ähnlich geschildert wird (vgl. aα; Qere). Dieser Gegensatz hat offenbar dazu geführt, dass in eine Harmonisierung vorgenommen wurde. Dort wird berichtet, dass Elhanan, der Sohn Jaïrs, den Bruder Goliats namens Lachmi erschlagen hat.
In wird aus der Herkunftsbezeichnung
Einige Forscher haben die Auffassung vertreten, Elhanan sei der ursprüngliche Name Davids gewesen, der schon in früher Zeit in Vergessenheit geraten sei. David sei demgegenüber kein Personenname, sondern die Bezeichnung eines Dienstrangs (v. Pákozdy, 1956) bzw. ein Thronname (Honeyman, 1948) gewesen. Dabei stützte man sich auf den in Maritexten begegnenden Begriff „dawidūm“, der dort die Bedeutung „Befehlshaber“ oder „Truppenführer“ habe (Noth, 1986, u.a.). Diese Annahme hat sich jedoch als nicht tragfähig erwiesen, weil der Ausdruck „dawidūm dâku (bzw. machāṢu / šakānu)“ die allgemeine Bedeutung „eine Niederlage beibringen“ hat. Zudem wäre nicht nachvollziehbar, warum der Name David in dem Abschnitt , der wohl schon früh zu einer Einheit zusammengewachsen ist, sechsmal vorkommt, aber gerade in fehlt.
Dass sich die Bezeichnung „Goliat“ schon bald von einem Namen zum „Typus“ gewandelt habe, weshalb man die beiden einander widersprechenden Texte in den Samuelbüchern nicht als Gegensatz betrachtet habe (Hertzberg, 1982), ist ebenfalls wenig wahrscheinlich. Dagegen spricht, dass in ein weiterer Philister (Saf) namentlich erwähnt wird.
So ist anzunehmen, dass die Notiz vom Sieg Elhanans über Goliat erst in der späteren Überlieferung auf den bekannteren David übertragen worden ist und die Darstellung von veranlasst hat. Die Gründe hierfür sind nach Dietrich (1996) darin zu suchen, dass beide aus Bethlehem stammen, die Väter ähnliche Namen tragen und sich beide in Kämpfen gegen die Philister ausgezeichnet hatten.
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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