Wie die deutschen Wörter „Ruhm“ und „rühmen“ sind auch die hebräischen Wörter, die so übersetzt werden können, vielschichtig. Weitaus am häufigsten ist das Verb
In der Mehrzahl der Fälle ist es im Alten Testament Gott, der gerühmt wird, und dementsprechend ist dieses Rühmen durch und durch positiv konnotiert. Vor allem im profanen Sprachgebrauch kann daneben auch im negativen Sinn vom Rühmen die Rede sein. Dann geht es nicht um das (berechtigte) „rühmen / loben“, sondern um das (unberechtigte) „(sich) rühmen / prahlen“.
Die dem Verb entsprechenden Nomina – allen voran
Von Ruhm und Rühmen ist im Alten Testament hauptsächlich mit Blick auf Gott die Rede, stark gehäuft vor allem im → Psalter und im → chronistischen Geschichtswerk.
Mit den Lobliedern (→ Psalmen) enthält der Psalter viele Beispiele, wie Gott im alten Israel gerühmt wurde. Verschiedenes deutet darauf hin, dass der Lobpreis Gottes einen offiziellen Platz im Tempelkult hatte (; ). Im Vordergrund stand dabei das gemeinschaftliche Lobpreisen, wie vor allem die pluralische Anrede im Aufruf zum Lobpreis (Hallelu-ja = „lobt Jah[we]“) zeigt. Häufig finden sich auch Hinweise auf musikalische Darbietungen (; ); deutet auf Rezitationen im Wechsel (→ Musik; → Wechselgesang).
So sehr es in den Lobpsalmen die israelitische Kultgemeinde ist, die Gott rühmt, ist der Lobpreis Gottes nach alttestamentlichem Verständnis nicht nur Angelegenheit Israels, sondern auch fremder Könige und Nationen (; ), ja aller Lebewesen (). In mehreren Psalmen wird die gesamte Schöpfung zum Lobpreis Gottes aufgerufen, nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Pflanzen, Berge und Gestirne (). Gott, der Schöpfer, wird von Gottes ganzer Schöpfung gepriesen.
In Formulierungen wie der wiederholt begegnenden Formel „preist JHWH, denn er ist gut, ewig währt seine Gnade“ (; ; ), ist der Grund des Lobpreises gleichzeitig sein Inhalt. Gepriesen wird Gott in den Psalmen außer wegen seiner Güte und Gnade vor allem auch wegen seiner Größe () und seiner Wundertaten () und der Hilfe, die er den Menschen zukommen lässt (). Die Vergegenwärtigung dieser Größe und Taten dient einem doppelten Zweck: der Ehrung Gottes (Dank) und der Verkündigung an andere (; ; siehe auch ; ).
In den Büchern → Esra und Nehemia sowie in den → Chronikbüchern (→ Chronistisches Geschichtswerk) sind weitere Details über die institutionellen Aspekte von Israels Gottesruhm in nachexilischer Zeit zu erfahren. Der Lobpreis Gottes lag in dieser Zeit in der Hand der → Leviten, die Gott zum Lobpreis sangen und musizierten (→ Musik / Musikinstrumente), während das Volk nur noch am Rand beteiligt war (; ).
Vor allem in den Prophetenbüchern verdienen einige Stellen Beachtung, in denen das Wort „Ruhm“
Neben diesem auf Gott bezogenen Sprachgebrauch wird im Alten Testament auch profan von Ruhm und Rühmen gesprochen. Gerühmt werden herausragende Gestalten (wie der König, ; die Geliebte, ; die Mutter und Ehefrau, ; die Toten, ; die „Väter“ Israels, ) und herausragende Errungenschaften und Qualitäten (wie Schönheit, ; Verstand, ; Macht, ; Ertrag / Werke, ; Geschäftserfolg, ; Freude, ; Gottesfurcht, ).
Dass man bei solch menschlichem Rühmen genau hinsehen muss, wer sich wessen rühmt, wird im → Proverbienbuch und in manchen → Psalmen betont (; ; ). Nach ist es in jedem Fall falsch, wenn man sich selbst rühmt. Häufig sind in diesem Zusammenhang Formulierungen mit
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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