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Rechab / Rechabiter

1. Name

Das Alte Testament kennt drei männliche Personen mit dem Namen „Rechab“ (רכב rekhāv). Die Bedeutung dieses Namens ist nicht mehr mit Sicherheit zu klären (HALAT 1152).

2. Rechab, der Sohn des Rimmon

Rechab und Baana hießen nach zwei Brüder aus → Beerot, die → Sauls Sohn Isch-Boschet (→ Eschbaal) zum Befehlshaber über seine Truppen eingesetzt hatte. Sie waren es allerdings auch, die Isch-Boschet während des Mittagsschlafs töten und den abgeschlagenen Kopf David überbrachten. Der zeigte sich jedoch nicht dafür erkenntlich, dass sie einen seiner potentiellen Widersacher beseitigt hatten, sondern ließ sie töten.

3. Rechab, der Vater des Malkija

Rechab heißt auch der Vater eines Malkija, der in im Rahmen des Neubaus der Stadtmauer Jerusalems als Wiedererbauer des Misttores genannt wird.

4. Die Rechabiter

Nur berichtet von Rechabitern (בֵּית הָרֵכָבִים bêt hārekhāvîm „Haus der Rechabiter“), einer Gruppe, die sich auf „Jonadab, den Sohn / Nachkommen des Rechab“ zurückführte (). Bei ihm handelt es sich um dieselbe Person, die in . erwähnt ist und die Revolution des → Jehu (9. Jh. v. Chr.) unterstützt hatte. Der Name Jonadab (יהונדב jəhônādāb) bedeutet „Jhwh zeigte sich freigiebig“.

Die Rechabiter befolgten eine sonderbare Lebensweise, die sie auf Anordnungen Jonadabs zurückführten (.): sie tranken keinen Wein, bauten keine Häuser, sondern lebten in Zelten; weder säten sie noch pflanzten sie Weinberge an. Eine religiöse oder sonstige Motivation für diesen Verzicht auf grundlegende Kulturlandgüter wird nicht genannt. Um 600 v. Chr. (→ Nebukadnezzar wird in erwähnt; vgl. .) gaben die Rechabiter ihr bis dahin freies Umherziehen wegen des politischen Drucks des babylonischen Reiches auf und nahmen in Jerusalem Wohnung. Obwohl sie damit im Widerspruch zu ihren Ordnungen in der Hauptstadt wohnten, stellte Gott ihren unbedingten Gehorsam der nicht auf ihn hörenden Bevölkerung Judas und Jerusalems als leuchtendes Vorbild vor Augen (; zudem besteht ein Gegensatz zum Verhalten der judäischen Könige in und ) und sicherte ihnen, sich an die Zusage in . anlehnend, bleibenden Bestand in seiner Nähe zu (.).

Die Rechabiter lebten, aus der Sicht Jeremias, beispielhaft jenes Hören, das dem Volk Israel aufgetragen war (s. . als Realisierungen von und ), sogar dann noch, als Jeremia sie zum Weintrinken verleiten soll (Motiv der göttlichen Prüfung, vgl. ; , u.a.). Der einzige namentlich bekannte Rechabiter ist Jaasanja „Jah (= Jahwe) erhört“ (), von dem auch Vater (Jirmeja) und Großvater (Habazzinja) genannt werden.

Eine Identifikation der Rechabiter mit anderen Gruppen, etwa den → Nasiräern, bleibt äußerst unsicher, ebenso wie andere Bestimmungen (Frick: fahrende Schmiede; Keukens: Haussklaven; Levin: Streitwagenfahrer); zu Recht warnt Keown (195f.) vor solchen Spekulationen. Jüdische Angaben deuten auf die Existenz einer ähnlichen Gemeinschaft im 4. Jh. v. Chr. hin (vgl. Holladay, 246 mit Anm. 5), dem vermutlichen Entstehungsdatum des Jeremiabuches. Auch bei den frühen arabischen Nabatäern soll eine ähnliche Lebensgemeinschaft existiert haben.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • The Anchor Bible Dictionary, New York 1992

2. Weitere Literatur

  • Fischer, G., 2005, Jeremia 26-52 (HThKAT), Freiburg, 261-278
  • Frick, F.S., 1971, The Rechabites Reconsidered, JBL 90, 279-287
  • Gamberoni, J., 1996, „… Jonadab, unser Vater, hat uns geboten …“, in: Backhaus, K. / Untergaßmair, F.G. (Hgg.), Schrift und Tradition (FS J. Ernst), Paderborn, 19-31
  • Holladay, W.L., 1989, Jeremiah 2: A Commentary on the Book of the Prophet Jeremiah, Chapters 26-52 (Hermeneia), Minneapolis
  • Keown, G.L., 1995, Jeremiah 26-52 (WBC 27), Dallas
  • Keukens, K.H., 1983, Die rekabitischen Haussklaven in Jeremia 35, BZ 27, 228-235
  • Levin, C., 1994, Die Entstehung der Rechabiter, in: I. Kottsieper / J. van Oorschot / D. Römheld, H.M. Wahl (Hgg.), „Wer ist wie du, HERR, unter den Göttern?“ Studien zur Theologie und Religionsgeschichte Israels (FS O. Kaiser), 1994, 301-317; auch in: C. Levin, Fortschreibungen. Gesammelte Studien zum Alten Testament (BZAW 316), Berlin / New York 2003, 242-255

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