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Joschafat, Tal

→ Hinnomtal

1. Name

Tal Joschafat (יְהוֹשָׁפָט jəhôšāfāṭ) heißt im Buch Joel der Ort des endzeitlichen Gerichtes Jahwes über alle Völker (.). Das im Hebräischen für „Tal“ verwendete Wort (עֵמֶק ‘emæq) bezeichnet eher eine Talebene als ein enges, steiles Tal, so z.B. die Jesreelebene (; ). Zu der Wortwahl passt, dass an diesem Ort alle Nationen versammelt werden sollen (). lässt an ein Zusammentreffen zu einer großen Schlacht denken, doch in wird zunächst das Richten Jahwes genannt. Daraus erklärt sich der Name des Tales, denn šāfāṭ heißt „er richtet“ und jəhô ist der Gottesname. Das „Tal Joschafat“ ist das „Tal, in dem Jahwe richtet“. nennt denselben Ort zweimal „Tal der Entscheidung“ bzw. „Tal des Strafgerichts“ (Wolff, 1985, 86).

2. Lokalisierung

Im Anschluss an und andere, ebenfalls von einer Endschlacht handelnde Texte (z.B. ) gehen manche Ausleger davon aus, dass dieses Tal des endzeitlichen Gerichtes in der Nähe von Jerusalem zu suchen sei. Das Tal wäre dann z.B. mit dem Kidrontal unmittelbar östlich von Jerusalem zu identifizieren. Diese Deutung ist zwar seit dem 4. Jh. n. Chr. belegt (Euseb, Onomastikon; Text Kirchenväter 3 [unter: Kollas Iōsaphat]), wird aber heute aufgrund der nicht zu Jo 4 passenden geographischen Gegebenheiten – es handelt sich nicht um eine weite Ebene – meist abgelehnt (z.B. Crenshaw, 1995, 175). Da das Tal im Alten Testament sonst nicht belegt ist und die Angaben im Joelbuch dürftig sind, lässt es sich nicht lokalisieren.

3. Deutung

Für die Deutung des Namens ergeben sich vor allem zwei Möglichkeiten:

1. Der Name ist ein → Symbolname, der auf das letzte Gericht über die Völker verweist (Rudolph, 79), und möglicherweise zugleich auch ein apokalyptischer Geheimname. „Sowenig ein genaues Datum für die Endauseinandersetzung Jahwes mit den Völkern bekannt ist, sowenig weiß der Prophet den geographischen Ort“ (Wolff, 1985, 92).

2. Der Name ist eine Anspielung auf den judäischen König → Joschafat (vgl. ) und seinen Sieg über eine Koalition feindlicher Nachbarvölker im „Tal Beracha“ („Lobetal“; ), in der Nähe des Toten Meeres.

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Neues Bibel-Lexikon, Zürich u.a. 1991-2001
  • The Anchor Bible Dictionary, New York 1992

2. Weitere Literatur

  • Crenshaw, James L., 1995, Joel (AB 24C), New York u.a.
  • Eusebius, 2003, The Onomasticon by Eusebius of Caesarea: Palestine in the Fourth Century A.D., übersetzt von G.S.P. Freeman-Grenville, hg. von Joan E. Taylor, Jerusalem.
  • Jeremias, Jörg, 2007, Die Propheten Joel, Obadja, Jona, Micha (ATD 24,3), Göttingen.
  • Küchler, Max, 2007, Jerusalem. Ein Handbuch und Studienreiseführer zur Heiligen Stadt, Göttingen
  • Rudoph, Wilhelm, 1971, Joel – Amos – Obadja – Jona (KAT XIII,2), Gütersloh.
  • Wolff, Hans Walter, 1985, Dodekapropheton 2, Joel und Amos (BK XIV/2), 3. Aufl., Neukirchen-Vluyn.

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