Martin Luther führte das Wort „Götze“ in die Bibelübersetzungen ein. Es kann einerseits vom mittelhochdeutschen götz „Heiligenbild“ abgeleitet werden und andererseits aus der Kurzform „Götz“ für „Gottfried“, die im 15. Jh. als Schimpfwort „Dummkopf / Schwächling“ verwendet wurde.
Das Wort bezeichnet einen falschen Gott oder etwas, das wie ein Gott verehrt wird, und dürfte eine Entlehnung aus dem Gotischen sein. Dort existiert ein ähnlich lautendes Adjektiv mit der Bedeutung „gottlos / frevlerisch / ruchlos“, welches das griechische asebēs „gottlos“ wiedergibt.
Weish 11-15 nimmt die enge Verbindung von Gottes Alleinverehrungsanspruch und → Bilderverbot im Dekalog ( // ) auf. Diese Kapitel der Weisheit Salomos deuten die Verehrung von Idolen, also Kultbildern, als Götzendienst. Ursprung der Idolatrie ist nach .. (Lutherbibel: .) die Idee, ein Bildnis (eídōlon) herzustellen. Im 18. Jh. ersetzten englische Deisten den Begriff Idolatrie durch → Polytheismus.
’älohîm ’ăchērîm „andere Götter“, ’älohîm han-nekār „fremde Götter“ und ’älohîm chădāšîm „neue Götter“: Die Wendung „andere Götter“ kommt im Dekalog vor ( / ), am Schluss des Bundesbuchs () und besonders im Deuteronomium (; ; ; .; ..; ; ; ; .; ). In sind die „anderen Götter“ astrale Gottheiten (Sonne, Mond und das Heer des Himmels).

Abb. 1 Mesopotamische Rollsiegel zeigen oft rituelle Szenen mit den astralen Repräsentanten der Gottheiten wie dem Siebengestirn (Sebetti), der Mondsichel (Sin) und dem Stern (Ischtar).
Verehrung „anderer Götter“ lautet die Schuldzuweisung im deuteronomistischen Geschichtsschema: Abfall Israels – Strafe durch Feinde – Hilferuf – Rettung durch charismatische Führer (z.B. ..; ; ) und in den Rückblicken der Königsbücher (.; .; ; ..; ). Häufig (18x) erscheint die Wendung „andere Götter“ bei Jeremia (vgl. etwa .; ).
Die Rede von „fremden“ (; .; ; ; ; ) und „neuen Göttern“ (; ) gehört zum deuteronomistischen Sprachgebrauch. In . bezeichnen „fremde Götter“ Götterbilder, die Jakob vernichtet.
šiqqûṢ „Abscheulichkeit“: Das zumeist im Plural gebrauchte Wort hat mit den Fremdgöttern zu tun, ihren Bildern und ihren Kulten. Es benennt Erscheinungsformen der kanaanäischen Religion, die Götter → Milkom (; ), → Kemosch (; ), → Aschtoret (), Baal-Peor (; → Baal) sowie Kultfunktionäre und Kultgegenstände (). Auch der Tempel zu Jerusalem ist nicht frei davon ( // ; ; ). Im Danielbuch benennt der Begriff eine Installation zur Verehrung des Zeus Olympios (; ; ).
tô‘evāh „Gräuel“: Das Nomen dient zur harschen Abgrenzung Jahwes und Israels gegenüber anderen Völkern, Gebräuchen und Göttern, besonders gegenüber der vorisraelitischen Bevölkerung Kanaans, deren Gebräuche ihre Ausrottung begründen (....; .; ; ..). Bisweilen bezeichnet es deren Kultbilder (.; ). In Bezug auf Israel benennt es in deuteronomisch-deuteronomistischer Sprache Verfehlungen gegen das Alleinverehrungsgebot (; ; ; ; .; ; ), verschiedene Tabubrüche (; ; ; ; ; ) und soziale Ungerechtigkeit (; ; ; ; ; ; ). prangert den Widerspruch zwischen kultischen und sozialen Verfehlungen und der Verehrung Jahwes im Tempel an. In fast allen der 43 Belege im Ezechielbuch summiert es den → Abfall Israels von Jahwe in Anklagen, Gerichtsankündigungen (.) und Geschichtsüberblicken ().
pæsæl (ûmassekhāh) „(geschmiedetes) Götterbild“: Die Wurzel psl bedeutet „Stein behauen“, doch das Nomen bezeichnet nicht unbedingt etwas aus Stein Gearbeitetes. Ein pæsæl kann auch aus Holz sein (; ; ), ist aber in jedem Fall ein religiös und kultisch bedeutsames Objekt, wobei die Verwendung in der Hebräischen Bibel immer polemisch ist. Ein geschnitzter Kern mit metallener Platierung wird pæsæl ûmassekhāh genannt (; .; ; ; ; vgl. .). Die Herstellung von Götterbildern verbietet das → Bilderverbot des Dekalogs (; ; vgl. ) und polemisiert damit sowohl gegen Götterbilder anderer Völker (z.B. ; ; ) als auch die in Israel angefertigten (; ...; ). Massekhāh kommt auch in Verbindung mit „Kalb“ (‘egæl .; ; vgl. ; ; ; ), „Götter“ (’älohîm ; ) und „Skulptur“ (Ṣælæm ) vor und bezeichnet eine Schmiedearbeit oder eine Gussplastik (; ).
‘ăṢabbîm „Götterbilder“: Das nur im Plural vorkommende Nomen ist von einer Wurzel mit der Bedeutung „bilden / schaffen“ abgeleitet. Da es noch eine homonyme Wurzel mit der Bedeutung „betrüben / kränken“ gibt, mag bei dem Begriff ein spöttischer Unterton mitklingen, der die Götterbilder als in betrüblich anstrengender Arbeit geschaffene Kränkungen Jahwes bloßstellt (, vgl. ; ; ). Der Hintergrund der ‘ăṢabbîm bei → Hosea ist der baalisierte Jahwe-Kult im Nordreich, gegen den der Prophet polemisiert (.; ; ; ). Oft dient das Wort als Sammelbegriff für Götterbilder nichtisraelitischer Religionen (; ; ; ; .; ; ; ).
Ṣælæm „Skulptur“: In . bezeichnet dieser Begriff die goldenen Mäuse der Philister. In ; sind rundplastische Bilder aus Silber und Gold gemeint, die bekleidet werden können.
tərāfîm „(Orakel-)Maske“: Vom Teraphim (→ Hausgott) erzählt die Bibel despektierlich. Eine Frau setzt sich auf ihn (.). Ein ins Bett gelegter Teraphim täuscht den schlafenden David vor (). Der Begriff kann einen Gegenstand bezeichnen, der zur Mantik diente (; ; ).
sæmæl „Beigesellte(r)“: Das Wort stammt wohl von dem indogermanischen Stamm sml „zusammen / zugleich / simul“. Es kommt nur im Hebräischen und Phönizischen / Punischen vor und ist dort vor allem in Zypern belegt. Gemeint ist ein Bildnis, das einer Gottheit als Beterstatue oder Kultbild beigesellt wird. So bezeichnet das Wort in . das Bild, welches die Eifersucht Jahwes erregt, vermutlich die Jahwe begleitende weibliche Gottheit Aschera.

Abb. 2 Viele sog. „Säulenfigürchen“ – Abbildungen der Göttin Aschera – wurden in Häusern aus dem 8. und 7. Jh. v. Chr. gefunden, die man in Juda und Jerusalem ausgegraben hat.
In . bezeichnet sæmæl ein Kultobjekt, das zusammen mit einem pæsæl im Tempel aufgestellt war. In dient es als Spezifizierung zu pæsæl und verbietet neben diesem auch jede Art von beigestelltem Kultobjekt.
tavnît „Darstellung“: verbietet die nachbildende Gestaltung von Männlichem und Weiblichem sowie verschiedener Lebewesen. In dient die Nachbildung eines Mannes als Götze und auch der in Ez 8 beschriebene Götzendienst geschieht vor Darstellungen derselben (V. 10). Israel wird in beschuldigt, seinen Gott gegen die Darstellung eines Rindes eingetauscht zu haben.
təmûnāh „Gestalt“: Das Nomen findet sich sechsmal im Zusammenhang des Bilderverbots (; ...; vgl. ; ; ).
(’ævæn) maśkît „Relief“: In bezeichnet der Doppelausdruck ein Steinrelief. In ist an eine Bildstele zu denken. . benennt mit dem Nomen Wandreliefs oder Ritzzeichnungen, vor denen Götzendienst betrieben wird.
gillûlîm „Götterbilder aus Stein“ oder „Mistdinger“: Das Nomen stammt von einer Wurzel mit der Bedeutung „rollen / wälzen“. Zwar kann man Steine zu einem „Steinhaufen“ rollen, aber auch das Wort für „Kot“ ist von dieser Wurzel abgeleitet. Daher mag der Begriff „Steinskulpturen“ oder „Kothaufen / Mistdinger“ bedeuten. Er kommt besonders häufig bei Ezechiel vor (39-mal). Die Nichtigkeit der Steinskulpturen drückt aus, wo von deren Leichnamen gesprochen wird, auf welche die Leichen der von Jahwe Abtrünnigen geworfen werden. Sie sind machtlos und werden durch Tote verunreinigt. In wird das Ende Israels mit der Verehrung der „Steinskulpturen / Mistdinger“ begründet, und in wird → Manasse vorgeworfen, sein Volk zu deren Verehrung verführt zu haben; ein Missstand, den → Josia beseitigt (). Der Begriff wird mit šiqqûṢîm zu einem Doppelausdruck verbunden (; . als Steinbilder Ägyptens; ).
’ælîlîm „Nichtse“: Diese von der Wortwurzel „schwach sein“ abgeleitete Spottbezeichnung zielt auf die Machtlosigkeit der fremden Götter ab. Es kommt 10-mal bei Jesaja vor, wo die Götterpolemik zumeist eine Götterbildpolemik ist. Daher sind die fremden Götter als Götterbilder, als Kultbilder, verstanden (..; .; .; ). Gleiches gilt auch für sonstige Belege des Wortes, z.B. Formulierungen des Fremdgötter- und Bilderverbots (; ). Sie sind stumm und bieten keine Hilfe ().
hævæl „Hauch“: Als Bezeichnung für Götzen(bilder) spricht das Wort diesen ihre wirkende und wirkliche Existenz ab (; .; ; ; ; ; .; ; ; ; ).
Der Begriff eídōlon „Idol“ kann im Wechsel mit ágalma „Kleinod” (; ; ) schon im klassischen Griechisch bisweilen ein Götterbild bezeichnen. Die Septuaginta verwendet außerdem eikōn „Bild“ (; ) oder schlicht theoí (; ; u.ö.).
Der Götterpolemik liegt die Unterscheidung zwischen wahr und falsch in Bezug auf die Religion zugrunde. Ob man darunter nun die Unterscheidung zwischen dem wahren und einem falschen Gott sieht oder die zwischen wahren und falschen Formen der Verehrung des wahren Gottes, die Polemik basiert auf einem emphatischen Wahrheitsbegriff und schließt ein starkes Negationspotential ein. Daher gehört die Götterpolemik zu jenen Elementen der biblischen Religion, die sie religionswissenschaftlich zu einer sekundären Religion machen: Während die primären Religionen mit den Lebensräumen und Kulturen, in denen sie entstanden sind, ein symbiotisches Verhältnis haben, sind sekundäre Religionen Gegenreligionen.
Wann in Israel die Monolatrie (→ Monotheismus) als Unterscheidung zwischen dem Gott, den Israel allein verehren soll, und den anderen Göttern aufkam, ist umstritten. Manche führen sie auf eine Jahwe-allein-Bewegung zurück (J. Jeremias, E. Zenger), die bei → Hosea im 8. Jh. greifbar wird, aber Vorläufer voraussetzt, denn das Stichwort → „Hurerei“ für Götzendienst in ; .; ; ist verknüpft mit den Elia-Elisa-Erzählungen ( vgl. ). Andere deklarieren alle Forderungen der alleinigen Verehrung Jahwes zu exilischen und nachexilischen Zusätzen (J. Pakkala) und datieren die Entstehung des Alleinverehrungsanspruchs ins Exil (→ Monotheismus).
Es gibt biblische Zeugnisse für ein spezifisches Profil Jahwes, das die Opposition Jahwes gegenüber anderen Göttern und damit auch Götterpolemik schon vor dem Exil wahrscheinlich macht: 1) Trotz der Verschmelzung Jahwes mit dem kanaanäischen Gott → El, durch den ihm in weiten Kreisen Israels auch dessen Partnerin → Aschera zugewachsen ist, kennt die Bibel nur den Ausdruck bənê ’el / ’elîm „Söhne Els“ (; ; , vgl. ’älohîm .; ; ) und keine mit Jahwe gebildete Entsprechung. 2) Als Gott des Exodus ist Jahwe Symbol einer egalitären Gesellschaft, die sich anti-kanaanäisch und anti-ägyptisch konzipierte. 3) Im Gegensatz zu anderen Gottheiten des Vorderen Orients wird Jahwe nicht in Beziehung zu einem Land oder einer Stadt, sondern zu einer Menschengruppe (Gott Israels) gesetzt.

Abb. 3 „Schlagender“ Gott.
4) Archäologische Funde von drohenden bzw. „schlagenden“ und thronenden Götterfiguren sowie Stierbildern können sowohl → Baal und → El als auch Jahwe repräsentieren, zumal Jahwe auch der Titel Baal („Herr“) beigelegt wurde (; ), doch dürfte es im Tempel von Jerusalem kein Kultbild Jahwes gegeben haben, was auf eine bildlose Verehrung Jahwes hinweist (→ Bilderverbot; → Götterbild).
Obwohl in der Gebetssprache des Alten Orients Aufforderungen belegt sind, nur einem bestimmten Gott zu vertrauen, und Aussagen über die Unvergleichlichkeit der Gottheit (vgl. ) zu den hymnischen Elementen von Lob und Klage gehören, geschehen diese im Rahmen eines polytheistischen Systems und führen nicht zu einer Polemik gegen andere Götter.
Das Gebot, Jahwe allein zu verehren, begründet die Bibel damit, dass Jahwe ein „eifersüchtiger“ Gott ist (; ; ; ; vgl. auch ; ; .; ; .). Außerdem beschreiben die beiden Gründungsmythen Israels, die Erzelterngeschichte und die Exoduserzählung, Jahwe als den Gott, der Menschen und Menschengruppen führt (; ). Führen kann jedoch immer nur einer.
Folge der Einzigartigkeit und Intoleranz Jahwes ist das Bilderverbot. Die Religionsverspottung innerhalb des Alten Testaments richtet sich hauptsächlich gegen die Götzenbilder. Aber auch Jahwe zu sehen, ist nicht erlaubt. Man stirbt sonst (Ausnahmen Ex 24; Ez 1-2; Jes 6). Nichts, was man abbilden könnte, kann ihm gleichkommen. Der Eifer Jahwes hängt mit dem Bilderverbot zusammen (; ; .; ; ; .; ; .; ; ; .; .; ; vgl. auch .).
Die Polemik richtet sich nicht nur gegen Götzenbilder, sondern gegen verschiedene religiöse Praktiken wie die Verehrung astraler Gottheiten (; ; ; ; ; ), Kinderopfer, Wahrsagerei, Zauberei, Totenbeschwörungen (; vgl. ; → Menschenopfer; → Divination). Solche Praktiken werden im Laufe der Religionsgeschichte Israels mit der Verehrung Jahwes unvereinbar.
Während manche Stellen Mazzeben als Kultbilder im Zusammenhang der Verehrung Jahwes wertfrei erwähnen (.; ; ; .), belegt sie zusammen mit Efod (→ Kultgeräte) und Teraphim mit Polemik (vgl. und ; ), da sie Elemente eines kanaanisierten Jahwekultes sind (vgl. ; ; ; ; ). fordert die Ausrottung von Zauberei, Götzenbildern, → Mazzeben und → Ascheren. Auch die → eherne Schlange wird in positiv eingeführt, in jedoch als Nehustan vernichtet.
In Ri 17f; . (und Ex 32?) wird despektierlich von illegitimen Jahwe-Bildern erzählt. Was ist das für ein Gott, den man stehlen kann (; vgl. )? Die Stierbilder in Dan und Bethel werden zu „Kälbern“ (→ Goldenes Kalb) herabgesetzt (; ). Die Bewertungen der Königsbücher notieren bei israelitischen Königen die Abkehr von der Verehrung Jahwes in Jerusalem zu den Stierbildern in Dan und Bethel als Sünde Jerobeams ( u. ö.). Die illegitimen Kultbilder verdanken ihre Existenz menschlicher Willkür. Jerobeam stellt die Stierbilder nicht in göttlichem Auftrag her, sondern geht mit sich selbst zurate (.). Könige, die illegitime Kultorte und Kultobjekte zerstören, erhalten Lob (.; .; 2Kön 23).

Abb. 4 Stierfigurine von der sog. → „Bull Site“.
In der Baal-Polemik bei → Hosea symbolisiert der Singular „Baal“ ein verfehltes, Tod bringendes Gottesverhältnis (; ). Die Mehrzahl „Baale“ jedoch repräsentiert alle Göttinnen und Götter, die dem Jahwe-Glauben entgegenstehen, und einen irregeleiteten Gottesdienst (.; ). Andere Prophetenbücher polemisieren gegen mesopotamische Götter (Sakkut und Kewan ; → Marduk und → Nabu ), aber auch gegen einen Synkretismus von mesopotamischen, ägyptischen und kanaanäischen Vorstellungen mit tiergestaltigen Götzen (), → Tammus () und der → Himmelskönigin (). → Jeremia greift den Gegensatz Jahwe – Baal von Hosea auf, überträgt ihn aber auf die Frage nach wahrer und falscher Prophetie (; .; vgl. ; .).
Die erzählende Literatur deuteronomistischer Prägung rügt Israel dafür, Baalen und Astarten sowie den Göttern der Nachbarvölker gedient und so den Zorn Jahwes entfacht zu haben (; vgl. ; ). Königinnen und Königen wird vor allem die Aufstellung des Bildes der → Aschera vorgeworfen (; ; .). Polemik gegen Baal gibt es in der Erzählung von → Gideon, der den Altar Baals straflos zerstören kann und so die Ohnmacht des Gottes beweist (), vom → Ordal des → Elia auf dem Karmel (), sowie von Zerstörungen von Tempeln (; ; vgl. ). Die Herstellung des Götzenbildes führt zu göttlichem Zorn () und Fluch ().
In späten Texten ist der Götzendienst von der Sünde zur Strafe geworden. Israel ist im Exil dazu verdammt, statt dem lebendigen Gott „Werke von Menschenhand“, „Holz und Stein“, die „weder sehen noch hören noch essen noch riechen“, zu verehren (; .; vgl. ; ).
Die Erzählung von der Gefangenschaft der → Bundeslade im Tempel des → Dagon vollzieht die Gleichsetzung von Götze und Götzenbild. So wie die Statue des Dagon vor der Bundeslade niederfällt und schließlich zerbricht, ist der Gott der Philister dem Jahwe Israels unterlegen (1Sam 5-6).

Abb. 5 Vorderasiatische Völker wie die Assyrer deportierten die Götterbilder aus den Tempeln eroberter Städte. Jes 46,1f sagt solch eine Deportation den Statuen der babylonischen Götter Bel / Marduk und Nebo / Nabu voraus.
Die Götzenbildverspottung sticht besonders in dem → Deuterojesaja genannten Abschnitt des Jesajabuchs, Jes 40-55, hervor. Im babylonischen Exil hat sich der Glaube an Jahwe gegen beeindruckende Aspekte der mesopotamischen Religion zu wehren, nämlich die Vorzeichenschau zur Vorhersage der Zukunft (; → Divination), die astrale Repräsentation der Götter in Mond, Sonne und Sternen sowie die Pracht der Götterbilder. Jes 40-55 greifen alle diese Aspekte auf und stellen ihnen die Überlegenheit Jahwes entgegen. Jahwe lenkt die Geschichte und kündigt deren Verlauf auch vorher an ( vgl. ; ; Jes 47). In Gerichtsszenen zwischen Jahwe, den Völkern und ihren Göttern werden Letztere ihrer Ohnmacht überführt, die Geschichte zu gestalten und wahre Weissagungen hervorzubringen (.; ; ; ). In Auseinandersetzung mit astralen Elementen der babylonischen Marduktheologie wird Jahwe als Herr des Gestirnheeres proklamiert (.).
Im Alten Orient wurden Götterbilder durch ein Mundwaschungsritual zu Trägern göttlicher Präsenz, waren aber nicht mit den Göttern identisch, zumal die Götter gleichzeitig in ihren Sternen gegenwärtig waren. Dagegen reduziert die Götzenbildpolemik den Gott auf das Material des Götzenbildes. Mit der altorientalischen Gattung der Berufssatire verspottet die Götzenpolemik die handwerkliche Mühe der Herstellung, um jedes Vertrauen in solche Machwerke ins Absurde zu ziehen. Wie die Götzenbilder nichtig sind (), so sind es auch jene, die sie herstellen und ihnen vertrauen (; ; ; ). Ähnliche Motive der Verspottung des Götzenbilds, seiner Hersteller und Verehrer finden sich in ; ; Ps 115; Ps 135.
Im Hellenismus war das Judentum einem starken politischen und kulturellen Druck zur Anpassung an die heidnische Umwelt ausgesetzt. Deshalb verstärkt die Septuaginta die Transzendenz Gottes (z. B. LXX / MT) und bittet darum, dass alle Anhänger der eídōla beschämt und zuschanden werden ( LXX / ; LXX / MT; vgl. ). Götterpolemik in Aufnahme der Motive Deuterojesajas findet sich in Dan 14 (Bel und der Drache), und Bar 6 (dem Brief Jeremias).
Das Neue Testament erwähnt Götzendienst (eidōlolatría) im Rahmen der Lasterkataloge (; ; ; ). Götzen dienende Christen werden das Reich Gottes nicht erben (; ). Paulinische Götzen- und Götzendienstpolemik zeigt sich in .; . In .; ; ; . wird der Götzendienst eng mit sexueller Immoralität verbunden. Dabei fließen drei verschiedene alttestamentliche Traditionen zusammen, die Bezeichnung des → Abfalls von Jahwe als Hurerei (z.B. ; ; ..; ; ), das Verständnis Israels als Braut Jahwes (Hos 1-4; Ez 16; 23) und die Ablehnung von Mischehen, da sie zum Götzendienst verführen könnten (; Esr 9-10). Auch das Geld, der Mammon, wird in die Nähe des Götzendienstes gestellt ( // ). Vor dem Hintergrund der Verehrung des römischen Kaisers als Gott spielt bei Jesu Spruch zur Steuerfrage () unter Umständen die Götzenbildproblematik eine Rolle. In der Briefliteratur stellt das Götzenopferfleisch eine Gefahr dar (1Kor 8-10). Um der Christen willen, die von der Nichtigkeit der Götzen nicht vollkommen überzeugt sind, ist es untersagt, Fleisch von Götzenopfern zu essen. Die christlich gewordenen Heiden haben sich von den Götterbildern zum wahren Gott bekehrt (), doch müssen sie sich immer noch vor ihnen hüten (; vgl. ; ; ; ).
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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