Der Name Gideon
Gideon aus → Ofra, Sohn des Joasch, aus der Sippe der Abiesriter und dem Stamm Manasse, ist einer der sog. „Großen Richter“ Israels (Ri 6-8; → Richterbuch). Er rettet Israel aus der Hand der → Midianiter.
Der kleine, literarisch nicht einheitliche Erzählzyklus setzt nach dem deuteronomistischen Rahmen in mit ein: Gideon hat eine Begegnung mit einem Boten Gottes und baut daraufhin einen Altar in Ofra (eine → Ätiologie). Die → Berufung Gideons (Ri 6,[11*.]12-17) wurde erst später hinzugefügt. Auf Grund der Zerstörung des väterlichen Baalsaltars erwirbt Gideon die Ehrenbezeichnung Jerubbaal (). Über diesen Namen ist Ri 6-8 sekundär mit der Abimelechüberlieferung in Ri 9 verknüpft (s. 3.).
Die erste Midianiterschlacht findet in der Ebene → Jesreel statt (). Zweimal erbittet Gideon ein Zeichen Gottes, das ihm gewährt wird (). Vor dem Kampf beschränkt Jahwe die Anzahl der israelitischen Krieger auf 300 (). Nachdem Gideon das gegnerische Lager ausgespäht hat (), greift er an und erringt den Sieg. Die midianitischen Fürsten → Oreb („Rabe“) und Seeb („Wolf“) kommen auf der Flucht ums Leben (). Im Ostjordanland schlägt Gideon die Midianiter ein zweites Mal, tötet ihre Könige → Sebach und Zalmunna im Zweikampf und nimmt so Rache für die (zuvor nicht erwähnte) Ermordung seiner Brüder ().
Mit der Abwehr der Midianiter in Ri 7-8* ist die älteste Tradition vom „Retter“ Gideon gegeben. Die folgenden Abschnitte verweisen bereits auf Ri 9 (s. 3.): Ein Angebot zur Herrschaft über Israel lehnt Gideon, der als Kontrastfigur zu Abimelech gezeichnet wird, ab (.). Der Untergang des Hauses Gideon, von dem erst Ri 9 berichtet, wird auf die Anfertigung eines Efods (→ Kultgeräte) zurückgeführt (). Die 70 Söhne Gideons und Abimelech werden in eingeführt.
Jerubbaal ist der Vater von → Abimelech und dessen 70 Brüdern, die um die Herrschaft in → Sichem streiten (.; vgl. : abwertend Jerubboschet: „Groß ist die Schande“). Der Name Jerubbaal wird an mehreren Stellen auf Gideon übertragen: ; ; und besonders , wo er ihn für sein Eintreten gegen Baal als Ehrennamen mit der Bedeutung „Baal möge gegen ihn streiten“ erhält. Diese Stellen setzen die sekundäre Verbindung von Ri 6-8 und Ri 9 voraus (vgl. auch : ; und ).
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
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