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Biene

Das hebr. Wort dəvôrāh ist im Alten Testament nur 5-mal für die Biene, aber 10-mal als Mädchenname → Debora belegt. Wenn im Alten Testament von der Biene die Rede ist, ist wohl stets die wilde Biene gemeint. Ihr Lebensraum sind Felsspalten (; ), hohle Bäume, Erdhöhlen () oder auch Kadaver von Tieren, z.B. eines Löwen (). Die in Palästina vorkommende Apis mellifica gilt als besonders reizbar und stechfreudig (vgl. Feliks, 1962, Biene). Da sich Stichwunden im heißen Klima des Orients gerne entzünden, sind sie nicht nur schmerzlich, sondern für den Betroffenen auch gefährlich. Mehrere Bienenstiche können gar zum Tod führen.

Aufgrund der Angriffs- und Stechlust gereizter Bienen, aber auch wegen der Menge der Tiere im Schwarm und ihrer Fähigkeit, selbst in die entlegensten Schlupfwinkel vorzudringen, wurden angreifende Völkerscharen mit ihnen verglichen (: die Amoriter; : Assur; : die Feinde des Beters; vgl. Riede 2000, 254-256). Da Bienenschwärme Menschen in die Flucht schlagen konnten, liegt ihr Vergleich mit verfolgenden Soldaten nahe. Der Stachel der Bienen entspricht in Metaphern zum Teil einer eisernen Waffe (4Makk 14,19). In der Antike wurden Bienen auch im Krieg zur Vereitelung von Belagerungen, vermutlich aber auch im Sturmangriff (vgl. Neufeld 1980, 31) eingesetzt.

nimmt dagegen auf die Nützlichkeit der Insekten Bezug: Trotz ihrer Kleinheit bringen sie den besten Ertrag, den → Honig nämlich, der im Alten Testament über 60-mal erwähnt wird. Umstritten ist, ob dabei immer der Honig wilder Bienen gemeint ist oder ob es schon in alttestamentlicher Zeit eine regelrechte Bienenzucht gab, wie z.B. in Ägypten (seit dem 3. Jahrtausend) oder im Reich der Hethiter (seit dem 14. Jahrhundert v. Chr.). Jüngste Funde von aus Stroh und Lehm bestehenden Bienenstöcken in Tel Rehov im Beth-Schean-Tal belegen jedoch, dass Bienenzucht in Palästina / Israel schon um 900 v.Chr. vorausgesetzt werden kann. Jüngste Funde von aus Stroh und Lehm bestehenden Bienenstöcken in Tel Rehov im Tal von → Bet-Schean belegen jedoch, dass Bienenzucht in Palästina / Israel schon um 900 v.Chr. vorausgesetzt werden kann (vgl. Mazar / Panitz-Cohen). Ein Lob der kleinen, aber fleißigen Biene, deren Ertrag Könige und Privatleute für Zwecke der Gesundheit nutzen, findet sich schließlich in LXX (vgl. Giese 1992).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • Reallexikon der Assyriologie und vorderasiatischen Archäologie, Berlin 1928ff
  • Reallexikon für Antike und Christentum, Stuttgart 1950ff
  • Biblisch-historisches Handwörterbuch, Göttingen 1962-1979
  • Lexikon der Ägyptologie, Wiesbaden 1975-1992

2. Weitere Literatur

  • Armbruster, L., Bienenzucht vor 5000 Jahren. Nach einem altägyptischen Relief von 200 v. Chr., Archiv für Bienenkunde 3 (1921), 68-81
  • Armbruster, L., Die Biene im Orient I. Der über 5000 Jahre alte Bienenstand Ägyptens, Archiv für Bienenkunde 12 (1931), 221-273
  • Armbruster, L., Die Biene im Orient II. Bibel und Biene, Archiv für Bienenkunde 13 (1932), 1-43
  • Bodenheimer, F.S., Animal Life in Palestine. An introduction to the problems of animal ecology and zoogeography, Jerusalem 1935, 336-340
  • Boessneck, J., Die Tierwelt des Alten Ägypten untersucht anhand kulturgeschichtlicher und zoologischer Quellen, München 1988, 152f
  • Brentjes, B., Die Haustierwerdung im Orient. Ein archäologischer Beitrag zur Zoologie, Wittenberg 1965, 108f
  • Dalman, G., Arbeit und Sitte in Palästina Bd. VII, Gütersloh 291-296
  • Feliks, J., The Animal World of the Bible, Tel Aviv 1962, 120
  • Feliks, J., Art. Biene, BHH I (1962), 248
  • Ferguson, Living Animals of the Bible, New York 1972, 78
  • Giese, R.OL., Strength through Wisdom and the Bee in LXX-Prov 6,8a-c, Bib. 73 (1992), 404-411
  • Gough, H., Bericht über die ägyptische Honigbiene, Archiv für Bienenkunde 3 (1921), 9-18
  • Haas, F., Leopard und Biene im Kulte hethitischer Göttinnen. Betrachtungen zu Kontinuität und Verbreitung altkleinasiatischer und nordsyrischer religiöser Vorstellungen, UF 13 (1981), 111-116
  • Kagerer, B., Die Biene in der Bibel. Ein Beitrag zur Exegese der dəvôrāh-Stellen, BN 114/115 (2002), 71-88
  • Keller, O., Die antike Tierwelt II, Leipzig 1909, 421-431
  • Krauss, S., Talmudische Archäologie II, Hildesheim 1966
  • Lewysohn, L., Die Zoologie des Talmuds, Frankfurt 1858, 301f
  • Margulies, H., Das Rätsel der Biene im Alten Testament, VT 24 (1974), 56-76
  • Mazar, A. / Panitz-Cohen, N., Das Land, das von Milch und Honig überfließt, WUB 50/4 (2008), 65
  • Neufeld, E., Apiculture in Ancient Palestine (Early and Middle Iron Age) within the framework of the Ancient Near East, UF 10 (1978), 219-247
  • Neufeld, E., Insects as Warfare Agents in the Ancient Near East (Ex 23:28; Deut. 7:20; Josh. 24:12; Isa. 7:18-20), Or. 49 (1980), 30-57
  • Pinney, R., The Animals of the Bible, Philadelphia / New York 1964, 182f
  • Riede, P., Im Netz des Jägers. Studien zur Feindmetaphorik der Individualpsalmen (WMANT 85), Neukirchen-Vluyn 2000, 254-266
  • Schouten van der Velden, A., Tierwelt der Bibel, Stuttgart 1992, 14f
  • Seyfferth, C., Biene und Honig im Volksleben der Afrikaner mit besonderer Berücksichtigung der Bienenzucht, ihrer Entstehung und Verbreitung. Ein Beitrag zur Völkerkunde und Kulturgeschichte, besonders Afrikas (Veröffentlichungen des Staatlich-sächsischen Forschungsinstitutes für Völkerkunde I/3), Leipzig 1930
  • Weippert, M., Die Bildsprache der neuassyrischen Prophetie, in: Weippert, H. / Seybold, K. / Weippert, M. (Hgg.), Beiträge zur prophetischen Bildsprache in Israel und Assyrien (OBO 64), Freiburg (Schweiz) / Göttingen 1985, 82

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