Abimelech

Abb. 1 Abimelech (oben) beobachtet Isaak und Rebeka (Raffael; 1518-19).
Sowohl in der → Abrahams- als auch in der → Isaaküberlieferung erscheint Abimelech als König von → Gerar bzw. König der → Philister in Gerar (; ) innerhalb der → Preisgabeerzählungen. Es handelt sich dabei um Überlieferungsdubletten (vgl. auch noch mit Abraham und dem Pharao; zur Literargeschichte vgl. z.B. Fischer, 1994), so dass nur von einer Person „Abimelech, König von Gerar“ auszugehen ist. Der Stoff der Überlieferung wurde möglicherweise von einem Erzelternpaar auf das andere übertragen. Gerar liegt im westlichen Negev etwa zwischen → Beerscheba und → Gaza und bereits im philistäisch-ägyptischen Einflussgebiet (in der Eisenzeit). Abimelech wird unterschiedlich gezeichnet: In ist er der „gottesfürchtige Heide“, dem sich Gott im Traum offenbart und der daraufhin Sara dem Abraham mit Geschenken zurückgibt. In erkennt Abimelech den wahren Sachverhalt der Ehe Isaaks mit Rebekka, bevor überhaupt eine Gefährdung eintritt, und sichert beiden Schutz zu. Später kommt es zum Bruch zwischen Abimelech und Isaak (). Die Ätiologie von → Beerscheba („Schwurbrunnen“) ist in beiden Traditionen mit einem Vertrag zwischen dem Ahnvater und Abimelech verbunden (; ).

Abb. 2 Abimelechs Tod (Gustave Doré; 1866).
Abimelech, der Sohn Jerubbaals (→ Gideon), schwingt sich mit der Unterstützung seiner Onkel mütterlicherseits in → Sichem zum König auf, wobei er seine 70 Halbbrüder in → Ofra beseitigt (; vgl. ). Als Aufenthaltsort oder Residenzort wird auch Aruma genannt (; Chirbet el-‘Orme; Koordinaten: 1805.1727; 8 km südöstlich von Sichem). Nach der Darstellung des Alten Testaments ist dies der erste Versuch, in Israel ein Königtum zu errichten. Die Herrschaft Abimelechs erstreckte sich dabei über ein Gebiet von etwa 25 km Länge. Abimelech gelingt es, den Aufstand Gaals, des Sohnes Ebeds, in Sichem niederzuschlagen (; ). Die Angabe der Dauer seiner Herrschaft mit drei Jahren () und die Episode von der Zerstörung Sichems und der Ermordung seiner Bewohner (; ) gehört einer jüngeren Textschicht an. Bei der Belagerung der Stadt Tebez (wohl bei Ṭūbās; Koordinaten: 1850.1920; 15 km nordöstlich von Sichem) wird Abimelech von einem Mühlstein am Kopf getroffen, den eine Frau vom Wehrturm geworfen hat. Schwer verwundet lässt er sich von seinem Waffenträger töten, um der Schmach eines unrühmlichen Todes zu entgehen (; vgl. ).
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
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