
Abb. 1 Hacke
Hacke ist ein Sammelbegriff für eine Reihe von sehr wichtigen und häufig benutzen Arbeitsgeräten. Sie wurden vor allem in der Landwirtschaft, der Stein- und Holzbearbeitung sowie beim Straßenbau verwendet.

Abb. 2 Verschiedene landwirtschaftliche Geräte
Mit ihnen hat man Boden planiert, Land umgegraben (z.B. für einen Pflug unzugänglich, schmale Bergterrassen), Erde weggeräumt, Lehm gestochen, Bäume gefällt, dorniges Gestrüpp gerodet, Unkraut gejätet, Holz geglättet, Steine zurecht geschlagen usw. Auf einem neuassyrischen Relief sieht man, wie Soldaten die Mauern einer eroberten Stadt mit ihren Hacken einreißen.

Abb. 3 Assyrische Soldaten zerstören eine Stadt (7. Jh.)
Gemeinsam ist Hacken, dass am Ende eines Holzstiels ein Kopf ungefähr rechtwinklig angebracht ist. Die Köpfe bestanden zunächst aus Holz oder Stein, seit dem Chalkolithikum auch aus Kupfer und Bronze, seit der Eisenzeit aus dem härteren Eisen. Bei Grabungen kann man naturgemäß von Hacken nur Metallköpfe und deren Gussformen finden, da einfache Hacken mit Holz- oder Steinköpfen keine Spuren hinterlassen. Jedoch dürften solch einfache Hacken in Palästina auch lange nach Aufkommen der Metallverarbeitung noch verbreitet gewesen sein, da sich viele Bauern kostspielige Metallwerkzeuge vermutlich kaum leisten konnten.

Abb. 4 Assyrische Soldaten fällen Bäume
Hacken unterscheiden sich in der Form des Kopfes. Dieser kann in einem großen, flachen Spatenblatt bestehen, in einem langen, spitzen Dorn oder einer mehr oder weniger breiten Klinge, die bei einer Axt parallel, bei einem Beil quer zum Stiel steht. Selten sind in Palästina Doppelklingen. Sie können verschiedene Funktionen vereinen, z.B. wenn die eine Klinge parallel, die andere quer zum Stiel verläuft.

Abb. 5 Verschiedene Köpfe von Hacken
Ferner gab es Unterschiede in der Art der Befestigung der Köpfe. Sie konnten nur mit Bändern an den Stiel gebunden sein; zusätzlich konnte im Stil ein Spalt sein, in dem die Klinge steckte; die Klinge konnte aber auch ein Loch haben, durch das der Stiel geführt wurde; schließlich konnten die oberen Enden eines Blattes den Stiel lappenartig umfassen.

Abb. 7 Kriegerischer Wettergott mit Axt
Äxte wurden von Kriegern im Kampf und zum Zerstören von Bauten () benutzt. Die ägyptische → Sinuhe-Erzählung (20. Jh. v. Chr.) beschreibt den Zweikampf des Helden mit einem syrischen Krieger, zu dessen Waffen eine Axt gehörte (TUAT III, 884ff Z. 134-140). Bei Äxten, die man in Gräbern gefunden hat, dürfte es sich um Waffen handeln, besonders wenn dem Toten zudem ein Dolch beigegeben war. Auch kriegerische Götter können mit einer Axt bewaffnet sein. So zeigt eine Stele mit hethitischer Inschrift, die nach Babylon verschleppt und dort gefunden worden ist (7. Jh.), den → Wettergott mit einer Axt in der Rechten. Im Alten Testament erscheint eine Axt als Waffe allenfalls in , jedoch kann sie sich hier auch auf die Holzfäller beziehen, mit denen die Krieger verglichen werden.

Abb. 8 Dekorierte Kupferaxt aus Ugarit (15.-14. Jh.)
Aus → Mari stammt eine frühbronzezeitliche Hacke, die mit dem Zeichen für „Gott“ beschriftet ist. In Ugarit sind seit der Frühen Bronzezeit sog. Fensteräxte belegt, die zwei runde oder ovale Löcher im Blatt haben. Sie sind oft reich verziert, zuweilen sogar aus Gold oder Silber gegossen.

Abb. 9 Fensteraxt (Mittlere Bronzezeit)
Eine spätbronzezeitliche Axt aus → Ugarit ist mit zwei Löwenköpfen und dem Oberkörper eines Ebers kunstvoll dekoriert. Ferner hat man in Ugarit unter der Schwelle des sog. Hauses des Oberpriesters ein Depot mit Köpfen von spätbronzezeitlichen Hacken gefunden, die zum Teil beschriftet waren: chrṢn rb khnm „Hacke des Oberpriesters“ (KTU 6.10; Abb. 5) bzw. kurz rb khnm „(Hacke) des Oberpriesters“ (KTU 6.6 - 6.9). Alle diese Hacken hatten sicher keine praktische, sondern eher eine wie auch immer geartete kultische Funktion.
Im Alten Testament gibt es mehrere Begriffe, die verschiedene Arten von Hacken meinen, jedoch können wir nicht genau sagen, welcher Begriff welches Werkzeug bezeichnet. Die Übersetzungen „Axt, Beil, Spitzhacke, Spaten, Hacke, Picke“ usw. dürfen also nicht in einem engen Sinne verstanden werden. Mit
Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck
Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne
Derzeit sind Sie als Gast auf den Seiten von WiBiLex unterwegs. Um das Lexikon in vollem Umfang nutzen zu können (z.B. Artikel drucken und durchsuchen, Bilder vergrößert anzeigen), melden Sie sich bitte mit Ihrem Benutzer-Namen an oder registrieren Sie sich kostenlos als neue/r Nutzer/in.
Wenn Sie bereits auf www.die-bibel.de registriert sind, können Sie sich ohne weitere Registrierung mit den gleichen Benutzerdaten auch bei WiBiLex anmelden!