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Lexikon

Aschima

Andere Schreibweise: Ashima

Michaela Bauks

(erstellt: Okt. 2009)

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In 2Kön 17,30 ist Aschima (’ǎšîmā’) als eine Göttin belegt, die von den Bewohnern der Stadt Hamat verehrte wurde, welche die → Assyrer in → Samaria angesiedelt hatten (2Kön 17,24-31). Ein zweiter Beleg findet sich in Am 8,14, da Aschmah (’ašmāh; Lutherbibel: „Abgott“) nur eine orthographische Variante darstellt. Die Aschmah von Samaria erscheint hier als eine importierte Göttin, die von Israeliten verehrt wird.

Die nähere Bestimmung von Herkunft und Funktion der Gottheit bleibt auch auf der Basis außerbiblischer Belege schwierig (vgl. König, 1914; Fritz, 1998, 102). Cogan hebt eine Weiheinschrift aus dem nordarabischen → Tema hervor, die eine Göttin ’šjm’ neben den Göttern ṣlm und šngl’ erwähnt (Beyer / Livingstone, 1987, 286-288). Der geographisch etwas überraschende Befund dürfte sich aus den Handelskontakten arabischer Karawanen mit der syrischen Handelsmetropole Hamat erklären, die den religiösen Export der Göttin nach Arabien ermöglichten (Cogan, 1999, 105). Die häufig angenommene Identifizierung mit dem kanaanäisch-phönizischen Gott → Eschmun (z.B. Gese, 1970, 190, Anm. 84) wird indes aus philologischen Gründen wegen des für seinen Namen konstant belegten Schlusskonsonanten ausgeschlossen (Cogan, 1999, 105). Ebenfalls vorgeschlagen wurde die Identifizierung mit Aschim-Bethel aus → Elephantine (ca. 400 v. Chr.; Porten und Yardeni, 1993, 234,127; vgl. Cogan, 1999, 105f mit Hinweis auf die griechische Transkription für Sumbetulos als Aschim-Bethel aus Kafr Nebo; vgl. Jeremias, 1995, 121; → Bethel, Gott). Breit vertreten ist die Ableitung des aramäischen Namens von dem gemeinsemitischen Nomen šm „Name“ (Gese, 1970, 190; Grelot, 1972, 464; Cogan, 1999, 106). Weitere Referenzen für Aschima als Namenselement lassen sich in vier aramäischen Personennamen aus Ägypten belegen (Grelot, 1972, 464 mit Textbelegen).

Literaturverzeichnis

Literatur-Recherche Bibelwissenschaftliche Literaturdokumentation Innsbruck

Literatur-Recherche Biblische Bibliographie Lausanne

1. Lexikonartikel

  • The Anchor Bible Dictionary, New York 1992
  • Dictionary of Deities and Demons in the Bible, 2. Aufl., Leiden 1999
  • Calwer Bibellexikon, Stuttgart 2003

2. Weitere Literatur

  • Beyer, K. / Livingstone, A., 1987, Die neuesten Inschriften aus Taima, ZDMG 137, 285-296
  • Cogan, M., 1999, Art. Ashima, in: Dictionary of Deities and Demons in the Bible, 2. Aufl., Leiden / Boston / Köln
  • Fritz, V., 1998: Das zweite Buch der Könige (ZBK 10.2), Zürich
  • Gese, H., 1970, Die Religionen Altsyriens, in: Gese, H. / Höfner, M., Rudolph, K., 1970, Die Religionen Altsyriens, Altarabiens und der Mandäer (RdM 10/2), Stuttgart
  • Grelot, P., 1972, Documents Araméens d’Égypte (LAPO 5), Paris
  • Jeremias, J., 1995, Der Prophet Amos (ATD 24,2), Göttingen
  • König, E., 1914, Die Gottheit Aschima, ZAW 34, 16-30
  • Porten, B. / Yardeni, A., 1993, Textbook of Aramaic Documents from Ancient Egypt, vol. 3: Literature, Accounts, Lists, Jerusalem

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