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Der Brief des Jeremia

Inhalt

Eine der schärfsten Götterpolemiken neben Dan 14 steht im Brief des Jeremia, der in der Septuaginta als eigene Schrift überliefert wird. In der lateinischen Vulgata findet er sich dagegen als Kapitel 6 dem Baruch-Buch angefügt. Der Brief lehnt sich in der Form an Jeremias Schreiben an die Verbannten (Jer 29) an, inhaltlich steht er den Götzenpolemiken Jer 10 und Jes 44,9-20 nahe. Das Schreiben will die Verbannten vor der Verehrung babylonischer Götter warnen (V. 72), indem es ihnen in 10 Argumentationsgängen zeigt, daß diese nutzloses Menschenwerk sind. Dies geht so weit, daß die Götzen V. 69f. mit einer Vogelscheuche oder einer Dornenhecke verglichen werden, da sie nichts beschützen und sich nicht einmal gegen einen Vogel erwehren können, der sich auf ihnen niederläßt. Charakteristisch für das Büchlein sind die formelhaften Zwischenstücke, die einen Argumentationsgang abschließen: "Daran könnt ihr erkennen, daß sie keine Götter sind, also fürchtet euch nicht vor ihnen" (V. 14+22, vgl. V. 28.39.44.51.56.64.68).

(Bei den Verweisen auf den Bibeltext ist zu berücksichtigen, daß die Lutherbibel den Brief Jeremias als 6. Kapitel des Baruch-Buches enthält.)

Entstehung

Der Autor der Schrift stammt wohl aus der Diaspora, wie seine Vertrautheit mit babylonischen Kulten zeigt. Der Brief war ursprünglich hebräisch geschrieben, ist aber nur in Griechisch überliefert. Die Entstehungszeit kann nicht sicher angegeben werden, denkbar ist aber das frühe 3. Jh. v.Chr., als die alten babylonischen Kulte wieder erstarkten. Dazu paßt, daß 2.Makk 2,2 den Brief voraussetzt und in Qumran ein griechisches Textfragment aus dem 1. Jh. gefunden wurde.

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