Der 2Joh ist von einem "Presbyter" (Ältester; 1) verfaßt worden, der seinen Namen nicht nennt. Er war also den Adressaten unter dieser Ehrenbezeichnung bekannt. In der neueren Forschung wird erwogen, ihn mit dem von Papias bezeugten Presbyter Johannes zu identifizieren.
Der Brief ist an "die von Gott auserwählte Herrin und an ihre Kinder" (1) gerichtet. Damit sind eine christliche Gemeinde und ihre Glieder gemeint. Der Autor bedient sich einer in der Antike häufigen Redefigur, knüpft aber auch an alttestamentliche Vorbilder an (vgl. "Jungfrau Israel" [Jer 31,21]).
Anlaß der Abfassung sind dieselben Irrlehrer, gegen die auch der 1Joh argumentiert (vgl. 7 mit 1Joh 4,2). Der Presbyter agiert aber schärfer als der Verfasser des 1Joh (dort Argumentation, hier Abbruch der sozialen Beziehungen).
Der 2Joh dürfte kurz nach dem 1Joh am Ende des 1. Jh. entstanden sein.
Beim 2Joh handelt es sich um einen echten Brief, der nur ein Papyrusblatt umfaßt haben dürfte.
Autoren: Martin Rösel (AT), Klaus-Michael Bull (NT)
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