Die einem Maleachi ("mein Bote") zugesprochenen drei Kapitel (Zürcher: 4 Kap.) lesen sich wegen der Einleitung "Ausspruch. Wort des Herrn…" wie ein weiterer Anhang zum Sacharjabuch, vgl. die gleichlautende Einleitung in Sach 9,1 und 12,1. Auch ist Maleachi wohl nicht als ein Eigenname zu begreifen. Doch das Buch scheint durchaus auf eine Person/ eine Gruppe zurückführbar zu sein (mit Ausnahme der Anhänge 3,22ff.), so daß es mit Recht getrennt behandelt werden kann. Die angesprochenen Fragen und Probleme der Gemeinde weisen in eine Zeit um das Jahr 480.
Auch hier zeigt sich, daß die Prophetie deutlich weiterentwickelt worden ist. Maleachi verwendet Disputationsworte, die auf eine bestimmte Frage der Gemeinde ("Ihr fragt") eine JHWH-Antwort geben, die der Prophet dann weiter entfaltet. Die angesprochenen Themen sind 1,2-5 die (unsichtbare) Liebe Gottes, 1,6-2,9 das Fehlverhalten der Priester, 2,10-16 die Mischehen- und Ehescheidungsproblematik, 2,17-3,5 das Problem des Ausbleibens des angesagten Heils. 3,6-12 wird gesagt, daß die Fruchtbarkeit des Landes von einem geregelten Kultus abhängig sei; 3,13-21 thematisieren die Zweifel daran, daß die Gottlosen wirklich bestraft werden; vgl. dazu auch Ijob und das Predigerbuch. Die alte Vorstellung vom Tag JHWHs wird hier so umformuliert, daß dies der Tag des Trennens sein wird zwischen den Ungerechten und denen, über denen die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen wird (3,20).
Eine wichtige Wirkungsgeschichte hat der Einzelvers 3,23, in dem der Prophet Elija als Wegbereiter des Messias gesehen wird. Dies wird in der Verklärungsszene Markus 9,2-13 aufgenommen. Diese besondere Erwartung rührt daher, daß Elija nach 2. Kön 2 nicht gestorben ist, sondern in den Himmel aufgenommen wurde.
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