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Religiöse Parteien

Religiöse Parteien im Judentum zur Zeit des Urchristentums

Das Bild des Frühjudentums hat sich in den letzten Jahrzehnten – nicht zuletzt unter dem Eindruck der Funde von Qumran – nachdrücklich gewandelt. Dabei wächst die Einsicht, dass es zur Zeit Jesu kein einheitliches orthodoxes Judentum gegeben hat. Vielmehr müssen wir mit dem pluralen Nebeneinander verschiedener Gruppen rechnen, die zum Teil straff organisiert waren. Man kann sie mit einem gewissen Recht als religiöse Parteien bezeichnen. Gemeinsame Basis aller dieser Gruppierungen war das Bekenntnis zu dem einen Gott Israels und der Bezug auf die Tora als die Richtschnur ihres Lebens.

Die Evangelien nennen als Gesprächspartner und Gegner Jesu vor allem zwei Gruppen: die Sadduzäer und die Pharisäer. Flavius Josephus zählt in seinem Werk über den jüdischen Krieg drei "philosophische Schulen" unter den Juden auf: Pharisäer, Sadduzäer und Essener.

Literatur (allgemein)

J. Neusner, Judentum in frühchristlicher Zeit, Stuttgart 1988
G. Stemberger, Pharisäer, Sadduzäer, Essener. SBS 144, Stuttgart 1991

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