Das Markusevangelium, die Logienquelle und das lk Sondergut bezeugen unabhängig voneinander, daß die Verkündigung Jesu eine spezifische Gestalt in seinen Gleichnissen erhielt. Er griff dabei auf eine Redeweise zurück, die im Frühjudentum, insbesondere in der Weisheitsliteratur und in der Apokalyptik sehr beliebt war. Parallelen zu den Gleichnissen Jesu finden sich auch in den rabbinischen Gesetzesdiskussionen, die in der Mischna und im Talmud tradiert sind.
Gleichnisse Jesu sind nur in den synoptischen Evangelien überliefert. Dabei muß für ihre Interpretation im Kontext der Verkündigung Jesu beachtet werden, daß der literarische Rahmen, in dem sie jetzt stehen, durchweg von den Evangelisten geschaffen worden ist. Die Gleichnisse dienen in diesem Kontext dazu, die Verkündigung Jesu zu illustrieren. Darüber hinaus muß damit gerechnet werden, daß die Gleichnisse im Laufe des Überlieferungsprozesses überarbeitet worden sind bzw. daß Gleichnisse überhaupt erst durch die frühen Gemeinden gebildet wurden.
W. Harnisch, Die Gleichniserzählungen Jesu, UTB 1343, Göttingen 4. Aufl. 2001.
H.-J. Klauck, Allegorie und Allegorese in synoptischen Gleichnistexten, NTA.NF 13, Münster 2. Aufl. 1986.
ders., Art. Gleichnis, Gleichnisforschung, NBL 1, 851-856.
H. Weder, Die Gleichnisse Jesu als Metaphern, FRLANT 120, Göttingen 1978.
K. Erlemann, Gleichnisauslegung: ein Lehr- und Arbeitsbuch, UTB 2093, Tübingen 1999.
Autoren: Martin Rösel (AT), Klaus-Michael Bull (NT)
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