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Das 2. Makkabäerbuch

Übersicht über das 2. Makkabäerbuch

Geschichte

Das zweite Makkabäerbuch behandelt einen deutlich kürzeren Zeitraum als das erste Buch; es beschäftigt sich nur mit Ereignissen vom Ende der Regierungszeit des Seleukos IV. 187 v.Chr. (Vorgänger des Antiochus IV. Epiphanes) bis zum Sieg der aufständischen Juden über den Seleukiden Nikanor im Jahre 161 v.Chr., kurz vor dem Tode des Judas Makkabäus. Obwohl das Interesse des zweiten Buches deutlich stärker als das des ersten auf theologische Themen gerichtet ist, sind ihm doch wichtige historische Informationen zu entnehmen. So ist der Darstellung der ersten Phasen der Auseinandersetzung um die Hellenisierung des Kults in Jerusalem zu entnehmen, daß es sich hier um eine stärker innerjüdische Auseinandersetzung gehandelt hat. Im ersten Buch werden undifferenzierter die Seleukiden verantwortlich gemacht. Die Darstellung der handelnden Makkabäer ist ausgewogener, eine kritiklose Unterstützung der Dynastie wie im ersten Buch findet sich hier nicht.

Quellen

Die literarische Besonderheit des 2.Makkabäerbuches besteht darin, daß es in seinen wesentlichen Teilen die Zusammenfassung des größeren, fünfbändigen Buches eines sonst unbekannten Jason von Kyrene ist, wie der Autor/ Redaktor selbst in 2,23-31 angibt. Doch scheinen auch andere Quellen benutzt worden zu sein, dies ist an den beiden vorangestellten Briefen unmittelbar erkennbar. Die beiden Briefe hatten wohl ein semitisches Original, sie stammen aus der Zeit um 124 und 65 v.Chr. Der Rest des Buches ist ursprünglich in griechischer Sprache verfaßt worden. Der Autor hat wohl in der ägyptischen Diaspora gelebt und wird das Werk nach dem Jahre 50 v.Chr. verfaßt haben.

Absicht

Der Stil des 2.Makkabäerbuches ist als "pathetische Geschichtsschreibung" bezeichnet worden. Damit soll ausgedrückt werden, daß der Autor zwar ein historisches Interesse hat, daß es ihm aber in besonderem Maße auf die Weitergabe einer bestimmten Überzeugung ankommt. Hier steht das Geschick des Jerusalemer Tempels im Mittelpunkt. Die drei Hauptteile berichten von der Gefährdung das wahren Kults durch die Heiden Heliodor, Antiochus und Nikanor und die jeweilige Bewahrung des Heiligtums durch Gottes Hilfe. Zur Erinnerung an die Rettung des Tempels sind das Chanukkafest (10,6ff.) und der Nikanortag (15,36) zu feiern.

Theologie

Daneben sind im zweiten Makkabäerbuch theologische Vorstellungen ausgesprochen worden, die für das frühe Christentum von besonderer Bedeutung werden. So findet sich in Kapitel 7 die Geschichte vom Martyrium der Mutter und ihrer sieben Kinder, die dem heidnischen Opferzwang widerstehen. Als alle nacheinander getötet werden, bekennen sie die Hoffnung, daß alle, die so ungerecht leiden, einst auferstehen werden (Verse 9+14, vgl. auch 12,44 und 14,46). Ebenfalls im 7. Kapitel findet sich die Vorstellung, daß Gott alles "nicht aus schon Bestehendem geschaffen hat"(V. 28), eine klassische Formulierung der creatio ex nihilo (vgl. dazu auch das Thema-Kapitel "Schöpfung"). Eine besondere Thematik des zweiten Makkabäerbuches ist auch das theologische Problem des Leidens. Diese Frage wurde angesichts der Verfolgung der toratreuen Juden durch die Seleukiden virulent. Das Volk leidet, weil es Gott durch frühere Sünden erzürnt hat (5,17f.), doch nach dem Leiden steht wieder Gottes Erbarmen (8,4f.); er setzt den Tempel zu seiner alten Herrlichkeit ein. Damit wird erstmals eine ausführliche Märtyrertheologie formuliert.

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